tNnicrt, beftp stärler tmrb htcjc Gefahr — ein Losbrecheu des bewaffneten Aufstandes Ware beinahe als eine Erlösung zu betrachten.
Die Bluthunde, die Verbrechen auf Verbrechen auf sich geladen haben, die den Mob auf Unschuldige hetzten und Bestialitäten verüben ließen, bleiben beamtet. Mag sein, daß der gegenwärtige Zustand noch eine Reihe von Monaten andauert; ein Kompromiß zwischen den Gewalten, die sich setzt bis zum Acußcrsten bekämpfen, gibt es nicht. Und zu allem Haß im Volke kommt noch die Tatsache, daß es im Militär nicht nur gürt, sondern daß auch die verläßlichsten Regimenter glatt sich den Befehlen ihrer Vorgesetzten widersetzen. Selbst die Kosaken lehnen sich auf. Möge dieser Schrecken schier ohne Ende sich in ein Ende ohne Schrecken verwandeln.
Deutscher Reich.
Berlin, 4, Juli. Der Dampfer „Hamburgs mit dem Kaiser an Bord, begleitet von dem Kreuzer „Leipzig" und dem Depeschenboot »Sleipner", hat gestern abend Kalundborg un Großen Belt passiert.
— Reichskanzler Fürst Bülow bleibt bis 26. September in Norderney und geht dann voraussichtlich nach Homburg v. d. H.
— Im Herrenhause setzte man heute die Beratung deS Schulunterhaltungsgcsctzes fort. Es wird in der Schlußabstimmung gegen die Stimmen der Linken angenommen. Samstag soll die letzte Beratiing dieses Gesetzes stattsinden.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Die „Brest. 3tg.' bringt die Nachricht, daß die aus nationalen Gründen getroffene Anordnung der Regierung, nach der die polnischen landivirtschaftlichen Saisonarbeiter aus Rußland und Galizien in den Win ter monaten wieder in ihre Heimat zurückkehren in ässen, aufgehoben worden sei. Diese Nachricht ist völlig unzutreffend. Mit Rücksicht auf die Landwirtschaft hat der Minister des Innern angeordnet, daß die Beschäftigung ausländischer polnischer Arbeiter und Familien, die bisher nur ausnahmsweise in den vier östlichen Grenzprovinzen zulässig war, allgemein bis auf weiteres nicht verhindert werben solle, sofern die Familien keine schulpflichtigen Kinder mit sich führen und die allgemeinen Zulassungsbcdingungen erfüllt sind. Selbstverständlich müßen diese Familien ebenso wie die alleinstehenden Arbeiter in den Winterinonaten in ihre Heimat zurückkchren."
Hamburg, 4. Juli. Heute fand die Taufe dc§ neuen Schiffes der Hamburg-Amerika-Linie statt. In der Taufcede, die der König von Sachsen hielt, dankte er der Hamburg-Amerika-Linie für die Einladung. Mit besonderer Genugtuung erfülle es ihn, zum erstenmale in Hamburg öffentlich bekunden zu können, daß hier durch die Wafferstraßc der Elbe Sachsen sich unmittelbar an den überseeischen Weltverkehr anschließe. Frau Bürgermeister Burchard ließ hierauf eine Flasche Champagner am Bug des Schiffes zerschellen und taufte das Schiff „König Friedrich August". Nach dem Stapellauf besichtigte der König das BiSmarck-Denkmal. Daran schloß sich ein Besuch der Brandstätte. Der König verweilte etwa eine halbe Stunde.
Braunschweig, 4. Juli. Der Zentralverband norddeutscher Brauereien, umfassend die Bezirke Braunschweig, Bremen, Detmold, Hannover, Kiel, Leipzig und Magdeburg, erhöhte den Hektoliter-Bierpreis um 2 Mark.
Breslau, 4. Juli. Justizrat Mamroth hat vom Staatsanwalt den Bescheid erhalten, daß die Nachforschungen nach dem Schutzmanne, der dem Arbeiter Biewald eine Hand abschlug, erfolglos geblieben sind.
Karlsruhe, 4. Juli. Tie Budget-Kommission der Zweiten Kammer befaßte sich heute nachmittag mit der Heidelberger Schloßfrage, und beschloß, die Regierung zu ersuchen, ein Preisausschreiben für neue Vorschläge zur Erhaltung der Ruine zu erlassen.
Köln, 4. Juli. Der Korrespondent der „Köln. Ztg." in Washington telegraphiert: August Rosenberg, dem man anarchistische Gesinnung zuschreibt, reifte am 1. Mai von Seattle nach Hamburg. Um diese Zeit ging der deutschen Regierung ein Warnungsschreibcn aus Seattle zu, sie solle sich auf ein Attentat auf den deutschen Kaiser gefaßt machen und Vorkehrungen treffen. Die bentsche Regierung setzte den hiesigen Konsul in Kenntnis, auf dessen Anregung unternahm die Polizei gestern eine Haussuchung in dem vormals von Rosenberg bewohnten Hause. Es wurde eine vollständige Einrichtung znr Herstellung von Bomben und Höllenmaschinen, sowie ein Vorrat von 200 Flaschen mit Säuren und Sprengstoffen vorgefunden.
preußisches Abgeordnetenhaus.
Berlin, 4. Juli.
Zunächst wird eine Bittschrift des Deutschen Buchdrucker- Vereins zu Leipzig gegen die Erweiterung des Buchdruckereibetriebes in den Strafanstalten nach warmer Befürwortung durch den Abg. Malkewitz (kons.) der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. — Eine Bittschrift des allgemeinen deutschen Zentraloerbandes zur Bekämpfung des A l k o h o l i s m u s zu Bremen wird dem in Bildung begriffenen Zentrulwohlfahrtsamt überwiesen.
Es folgt die Beratung des Gesetzentwurfes über die Zulassung einer Verschutdungsgrenze für land- und forstwirtschaftlich benutzte Grundstücke. Die Kommission empfiehlt die Vorlage zur Annahme. Abg. Dr. Erüger-.Hagen lfrs. Vpt.) hält es nicht für richtig, eine derartig wichtige Vorlage in solcher Eile zu erledigen. Von einer Notlage der Landwirtschaft könne man unmöglich sprechen. Minister v. Podbielski führt aus, es sei die höchste Zeit, die Landwirte den Händen der Geldleute zu entreißen. Ein Weg müsse endlich beschritten werden, um durch Unterstützung der Landwirtschaft die Sanierung herbeizuführen. Abgeordn. Glatze l lntl.) erklärt, daß er und seine Freunde Gegner des Gesetzes seien. Mit dem ganzen Gesetz sei nichts zu machen. Wenn die Landwirtschaft vorwärts kommen wolle, sei sie gezwungen, sich ordentliche Maschinen anzuschaffen. Abg. Reinhard lZtr.- befürwortet das Gesetz, wenn auch ein Teil seiner Freunde große Bedenken hätte. Abg. Krcth (kons.) tritt im Interesse der Erhaltung eines kräftigen Bauernstandes für das Gesetz ein. Ebenso ".'lbg. Engelbrecht lfreikons.). Tas Gesetz wird in allen Paragraphen unverändert in der Kommissionsfassung in 2. Lesung definitiv angenommen.
Ausland.
London, 4. Juli. Nach einer Meldung aus Shanghai ist in China ein Niesenaufstand ausgebrochen. Die Aufständigen verfügen über eine gute bewaffnete Armee von etwa 60 000 Mann. Ein ausständiges Heer von 50000 Mann griff Hseischen an und nahm die Stadt nach einem hartnäckigen Widerstand seitens der Garnison. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Tote und Verwundete. Die kaiserlichen Truppen versuchen, den Aufstand zu unterdrücken. In mehreren Bezirken wurden Staatsbeamte von den Ausständigen ermordet. Zahlreiche Kirchen von deutschen, englischen und amerikanischen Missionen, protestantischen wie katholischen, - sind zerstört worden.
— „Morning Leader" meldet aus Johannisburg, daß die Gewalttaten der chinesischen Arbeiter am Naud überhand nehmen. Gestern griffen 25 Chinesen den Laden eines europäischen Händlersan und plünderten ihn aus. Viele Chinesen entkommen ciu§ den Lagern, stehlen Gewehre und strolchen durchs Land, eine Gefahr für die Farmer in der Kolonie. Infolge dieser Untaten wächst die allgemeine Auflehnung gegen den Aufenthalt der chinesischen Kulis in Transvaal.
Wien, 4. Juli. Im Budget-Ausschuß fand hellte die Vorladung der früheren Minister v. fiorber, Call und Böhm-Bawcrk statt. KörberS Beantivortung ließ ihn in glänzendem Lichte erscheinen. Er führte in einstündiger Rede mit großer Klarheit seinen Anteil au der Hafenbau-Affäre auS, worauf Call und Böhm-Bawerk seine Ausführungen ergänzten. Körber versicherte, daß er überhaupt feine meri- torische Entscheidung getroffen habe. Die ganze Affäre sei mit einer Reinlichkeit geführt worden, wie er sie für alle Geschäfte wünschen möchte. DaS wolle er hier allen ehrlichen Leuten gesagt haben. Für Verlelundmlgen, die sich von außen an Sie herandrängen, erklärte Korber, habe er nur Verachtung. Die Rede KörberS machte tiefen Eindruck und rief lebhaften Beifall hervor.
Konstantinopel, 4. Juli. Infolge einer der Pforte von Sofia zugegangenen vertraulichen Mittcillmg, daß das armenische Komitee eine Verschwörirng gegen den Sultan vorbereite, wurde Nedschib Pascha nut der Durchführung einer strengen Untersuchung beauftragt. Nachts fand eine Haussuchung in vier Redaktionen armenischer Zeitungen statt, deren Direktoren verhaftet wurden.
Washington, 4. Juli. Der Staatssekretär für Ackerbau hat einer Anordnung des Präsidenten zufolge, einen Bericht veröffentlicht, welcher besagt, daß der amerikanische Vie Hst and der gesündeste der Welt sei. Die großen Weiden de§ Westens produzierten Herden, in welchen der Prozentsatz von Erkrankungen besonders niedrig ist. Nichtig sei, daß dem Ackerbaubcpartcment die Ermächtigung unb das Geld gefehlt (!) haben, zu einer wirksamen Aufsicht über die Durchführung der sanitären Vorschriften und über die bei der Herstellung von Büchsenfleisch ange- ivandten Methoden. Jetzt ist es mit hinreichenden Geldern und Vollmachteil versehen, um die Anordnungen durchzuführen. Die Beaufsichtigung und Untersuchung soll auS- gedehnt werden von der Weide bis zur Verpackung und die bundesstaatliche Zinnplombe soll nicht nur für die Gesundheit des Tieres bürgen, sondern auch dafür, daß die Ware in einer einwandsfreien Umgebung ohne Zusatz schädlicher Chemi- folien ober Konservierungsmittel behanbelt wirb.
Shanghai, 4. Juli. In bem Kampf zwischen ben japanischen unb ausländischen Nhedereien wirft der Präsident einer japanischen Schiffahrgesellschaft allen Mitbewerbern den Fehde-Handschuh hin, indem er erklärt, daß cs die Pflicht und die Absicht der Japaner sein müsse, jedes Eindringen fremder Firmen in die östlich des Suez-Kanals gelegenen Gebiete 51t verhindern. Der selbstbewußte Ton der Erklärung, der in erster Linie auch deutsche Interessen bedroht, ist dahin aufzufassen, baß bie japanische Regierung ben europäischen Schifffahrts-Interessen feinblich gegenübersteht.
Aus und Land.
Gießen, ben 5. Juli 1906.
In Audienz empfangen würbe von S.K.H. bem Großherzog am Mittwoch u. a. Pfarrer Hoh- graefe von Gonterskirchen.
** Gießener V 0 lksbad. Im Juni würben 12531 Bäder verabreicht gegen 11 754 int Mai 1906 unb 12 777 im Juni 1905 ober im Durchschnitt pro Tag 418 Bäder gegen 379 im Mai 1906 unb 426 int Juni 1905. Der Besuch hat sich im einzelnen wie folgt verteilt:
Schwimmbad: 5489 Männer, darunter 1065 zu 10 Psg., „ 1635 Frauen. „ 365 „ 10 „
Wannenbäder 1. Klasse 309 Männer, 156 Frauen,
m , .. 2. „ 833 „ 634
Brausebäder 1. Klasse 919 Männer, 178 Frauen,
m f ,2. „ 1811 „ 384 „
Tampi- u. Hetßlustbäder, sowie Massage zus. 147 Männer, 36 Frauen, Tie Persouenwage wtirde von 300 Personen benutzt unb bas Bad von 5 Personett besichtigt.
Ein Ansbilbungsknrs für Lehrer an Handwerker schulen findet vom 16. bis 28. Juli in Darmstadt statt. Ter Unterricht findet an allen Wochentagen vormittags und nachmittags (die Samstag-Nachmittage ausgeschlossen) statt und erstreckt sich auf Freihand- und geometrisches Zeichnen, sowie aus die Besprechung eines einheitlichen Untcrrichtsgangcs und der Lehrmittel. Auswärtigen Teilnehmern und insbesondere solchen, welche sich Zimmer mieten müssen, kann eine Unterstützung von 50 Mk. für die Tauer des Kurses sowie Ersatz der Fahrkosten für 3. Wagcnklasse gewährt werden. Anmeldungen zur Teilnahme sind bis zum 10. Juli an die Großh. Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt zu richten.
** Das Lahntalsängerfest wird am Samstag abend durch einen Zapfenstreich in ben Straßen eröffnet werden, woran sich die Begrüßungsfeier in der schmucken, luftigen Festhallc anschließcn wird. Außer den üblichen Ansprachett usw. wird die Feier hauptsächlich aus Vorträgen der Gesangvereine und Militärkonzcrt bestehen. Ter Festsonntag ist im wesentlichen dem Fcstzng und dem Gesang der 15 Bundesvercine gewidmet. Während von vormittags 9 Uhr ab der Wcttgesang in der Halle des Turnvereins stattfindct, vereinigen sich sämtliche Sänger des Btlndes nachmittags 4 Uhr zu dem Vortrag der Gesamtchöre, die der Bundesdirigent,
Lehrer Görlach üoh hier, dirigieren wird. Am Montag vormit-- tag ist der B u n d e s s ä n g e r t a g, sowie Frühkonzert. Hieran schließt sich das Festessen, das namentlich auch den Herren des Ehrcnausschusses Gelegenheit geben wird, dem deutschen Männergesang ihre Sympathien zu zeigen. Von 4 Uhr ab finden Volksbelustigungen und Konzert statt, während am Abend ein großes Brillant-Feuerwerk auf dem Festplatz und turnerische Aufführungen (Marmorgruppen) der Gießener Turnerschaft besondere Anziehungspunkte für die Festteilnehmer sein werden. Konzert und Tanz werden jeden Tag die Besucher des Festplatzes erfreuen, sodaß wohl jeder Besucher auf seine Rechnung kommen wird.
** Das Butzbacher Trachtenfest finbet nächsten Sonntag burch eine kleine Schlußfeier im Ausstellungssaale im Beisein bes Präsibenten Kreisrat Fey-Friebberg seinen Abschluß. Die Veranstaltungen bes Festes unb be- sonbers bie Ausstellung haben einen namhaften Ueberschuß ergeben. Es besteht beshalb bie Absicht, an sämtliche Zug« teilnehmerinnen, sowie an bie Dilettanten bcr „Hüttenberger" zur Erinnerung an bas hessische Trachtenfest eine Brosche zu verteilen, bie auf bcr einen Seite bie Daten bes Feste?, auf bcr cinbcren ein tanzenbes Paar in Hüttenberger Tracht' Zeigt.
"Die Fe st flut, die alljährlich im Sommer in Stadt und Land herrscht, zeitigt von Jahr zu Jahr wunderlichere Blüten. So feiert z. B. am nächsten Sonntag der Karnevalverein Büdingen sein Stiftungsfest!
s. Grünberg, 3. Juli. Am Sonntag, ben 8. b. Mts., wirb Obstbautcchnikcr Wiesner von ber Geschäftsstelle beS Oberhessischen Obstbauvereins Friebberg nachmittags 1/24 Uhr hier im Englischen Hof einen Vortrag über: Der Gemeinbe- o bstbau in bcr Provinz Obcrheffen unb bessert bare Erträge halten. Wir machen auf bieses beachtenswerte Thema alle Interessenten besonbers aufmerksam mit bem Bemerken, baß zum Schluffe eine GratiSverlosung von Obstbäumen unb extra großfrüchtigen Haselnußsträuchern unter bie an» wefenbert Vereinsmitglieder (auch au? Beltershain, Göbelnrod, Lauter, Stangenrod und Queckborn) stattfindet.
A Ehringshausen. 4. Juli. Ein 10jähriger Junge stürzte gestern nachmittag vom Scheunengerüst herunter und siel direkt auf die flache Tenne. Mit einigen Gesichtsverletzungen und der Einbuße von mehreren Zähnen kam der Knabe noch ziemlich glimpflich davon.
P Herborn, 4. Juli. Gestern ereignete sich in der Turmstraße eine schrecklicher Unfall. Bei einem Neubau lösten sich bie Haken, bic bas Gerüst für einen Spengler - gesellen trugen. Dieser stürzte in bie Tiefe. Er brach beibe Beine unb beibe Arme unb erlitt außerbem am Rückenmark eine Verletzung. Man brachte ben BebauernS- werten sofort zum Krankenhaus. Heute lebte er noch; boch besteht wenig Hoffnung auf Genesung.
** Darmstadt, 4. Juli. Die außerordentliche Generalversammlung der vereinigten Ortskrankenkasse beschloß gestern nach längerer Debatte einstimmig, die Mitgliederbeitrage um V«pCt. pro Kopf zu erhöhen, um das vorige Defizit von Mk. 20000 zu decken. Die Erhöhung macht für die höchste Klaste der ^Arbeitnehmer 7 Pfg. wöchentlich aus; die Kasse erhalt über Mk. 30 000 Mehreinnahmen. (Fkf. Ztst.)
Frankfurt a. M., 4. Juli. DaS seit einer Reche von Jahren gegen ben bekannten Wettrabfahrer unb Fahr- rabsabrikanten Lehr schtvebenbe Konkursverfahren fanb neuerdings mit ber burch ben Konkursverwalter vollzogenem Schlußverteilung seinen Abschluß. Die Gläubiger muffen sich mit 1,23 Prozent ihrer Forberungen zufrieben geben.
Hanau, 4. Juli. Die heute hier tagenbe Verbanbs- versammlung länblicher Genossenschaften, Rai ffe i se nsche Organisation für Hessen, ist von etwa 7—800 Teilnehmern besucht. Der Verbanb umsaßt ben Regierungsbezirk Kassel, bie Provinz Oberhessen unb bas Fürstentum Walbeck. Namens bcr Stabt begrüßte bie Versammlung Oberbürgcrrneister Gebeschus, nautens bcr Staats- regierung v. Beckerath. Auch bas Konsistorium tu Kassel ließ burch ben Supcrintenbcntcn Pfeiffer seinen Gruß ent- gegenbriugen. Letzterer betonte, bas Konsistorium sehe cs gern, baß bie Geistlichen in betn Raiffciscnvcrcin tätig seien.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen unb ben N a ch b a r st a a t e n. In F r i e b b c r g feierte bie Familie Gottfr. M 0nbigler bac Fest bes 125jährigen Bestehens ihrer K u p f e r s ch m i e d e in bcr Vorstadt z. Garten. Gegrimbct Ivurde ic am 4. Juli 1781. Der jetzige Besitzer ist der Urenkel des Gründers. Nächsten Samstag, 7. Juli, feiert das m weitem Kreisen bekannte und in Leihgestern sehr beliebte Ehepaar Oekonomierat Karl Müller und Frau auf dem Neuhof das Fest der silbernen Hochzeit.
Lisesrbahn-Ieitung.
— Wie bei» „Berliner Aktionär" bestätigt wirb, finben seitens ber StaatSeisenbaluinerwoltung zurzeit Erhebungen im Interesse einer burch- greifenden unb umfangreichen Weiterausbilbung ihrer Verkehrs- an lagen statt, die Staatsbahnen sollen danach systematisch auf einen olcheii Stard der Leistungsfähigkeit gebracht werden, daß selbst bei außergewöhnlichen BerkehrLsteigernngen die Regelmäßigkeit des Betriebes keine Einbuße erleidet. Es handelt sich dabei insbesondere um ben Ausbau bes bestehenben Bahnnetzes, bie Anlage neuer Hauptbahnen, bic Umwandlung von Nebenbahnen in Boklbahnen, die Erweite- ru n g v 0 n S t a t i 0 n e n, Rangier' und Güterumladecinrichtungen sowie die Erhöhung der Lcistungssähigkcit der Eiscnbahnwcrkstättcn. Mit der Ausführung der erforderlichen Erhebungen sind die königl. Eisen- bahndircktioncn betraut worden.
Arbeiterbewegung.
B c r l i u, 5. Juli. An die organisierte Arbeiterschaft Deutschlands erläßt im Vorwärts die Gencralkommission der beut« chen Gewerkschaften einen Ausruf, in bem die Arbeiteisschast aufgefordert wird, für die int Ausstand befindlichen Bu chbinder zu sammeln.
-handel und Verkehr, Volkswirtsel^aft.
Die Berliner Börse befindet sich augenblicklich in einer Nwsenllich besseren Verfassung. Erstens ist eine anständige Gelderteichteruug eingetreten, dann lautet ber Newyorker Börfen- berin t besser und drittens sind die rnssischen Werte gestiegen, da die Vildnng eines neuen liberalen russischen Kabinetts bevorstcchen soll. ES ist säst zuviel des Guten auf einmal. Tie russischen Fonds notierten ',2 Prozent höher, deutsche Banken waren erholt 1111b die Montanwerke erfuhr en eine kräftige Stei- ocrung. Von Bahnen waren Lombarben bevorzugt und Meribio^ nal-Aktieu stiegen ans italienische Käufe. Kaliwerke waren auch etivaS erholt unb nicht mehr so stark angcbolcii. .Der Privat- iskont notierte 3’/8 %.


