Ausgabe 
3.11.1906 Drittes Blatt
 
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Nr. 859

General-Anzeiger, Amts- nnd Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen

GerSchrssaal

Durch

Verlobte

6400

I Gemälde Tizians, des groß Schule, chronologisch geordnet führen. Es gewährt einen

Kleines Feuilleton

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener FamMenblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Angeklagten wieder nur, die sich bald Hoffnung machte, {hau Hauptmann" gn werden. Eines Tages jedoch criuhc sie, daß Herr von H. mit noch anderen jungen Tarnen in ähnlichen Be­ziehungen und außerdem nahe vor einer Lerntählung mit einer vermögenden Dame sland. Tie Liebe verivandclke sich nun in der sich bei der Angeklagten in der Weisä äußerte, daß sie in erster Linie von Herrn von H. eine Abfindung verlangte. Jur 3ult v. Js. murbeit auch an die Angcschuldigte 4000 Mk. als Slb- Nndung bezahlt. Bald daraui erhielt Herr von H. cmcit Brief, ut dem die B. um weitere Zahlungen ersuchte. Als ihr diese ver­weigert wurden, erging sich die Angeklagte in den ivüsleslen Be- schimpsungen und Bedrohungen gegen den inzwischen wieder ver- heiralelen Mann. Sie drohte wiederholt, ihn zii erschießen nnd ihn gejellschaillich unmöglich gu inachen. Auf der Straße kam es häufig zu sehr peiulichen Szenen; einmal bedrohte sie ihn mit einem Revolver. Tie Angeklagte bestritt, daß die Erlangung von Geld die Hailpttriebfeder ihrer Handlungsiveise geivesen sei. Un­bändige Liebe zu dem Hauptmann und Berzweiflimg über die Wendung in ihrem Geschick hätten sie immer wieder in befielt Nähe getrieben. Ost habe sie slimdenlang vor seinem Hause ge- Itanden und sei zufrieden geivesen, iveim sie nur seinen Schatten sehen foimfe._ Ter Geh. Äledizmalrat Professor Dr. Straßmann bekundete, daß die Angeklagte eine exaltierte und hysterische Persoli sei, die nicht im vollem Umfange für ihre Handlungsweise verant- ivortlich gemacht iverden könne. Ter Gerichtshof erkannte aus zivei Wochen Gefängnis.

Rotationsdruck imb Verlag der Brühl'schert Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen«

einstimmig angenommen. Zwei Knaben, welche sich in der Plaiinaschmelze von Heraux eingeschlichen hatten, lösten den CicherheitShatcn einer Aufzugs-Vorrichtung. Die hcrumschnurrende Kurbel schlug dem 8jährigen Sohne des Pulverarbeiters Hermann derartig gegen den Stopf,* daß decSchädel zertrümmert wurde. Es ist wenig Hoffnung, den Knaben am Leben zu erhalten.

Vermischtes.

* Der Kaiser und die Kaiserbenkmäler. Am Kriegerdenkmal zu Schönfließ (Prov. Brandenburg) sollte noch nachträglich ein Ftachöildnis Kaiser Wilhelms I. an­gebracht werden; dazu war bereits eine Sammlung von 360 Mk. zusammengekommen. Doch es mußte erst die be­hördliche Genehmigung eingeholt werden. Drese wurde v e r- sagt mit der Begründung, daß der Kaiser von seinem Großvater und von seinem Vater als Denkmäler nur Standbilder oder Büsten wünsche. Tie Schönsließer nehmen- nun Ab stand von dem geplanten Denkmal und werden die gespendeten Gelder an die Zeichner zurückzahlen.

* Ein lateinisch erBauernknecht. Ein Lebens­gang, der in seiner Sonderbarkeit an den des Helden in Roseggers NomanErdsegen" erinnert, hat jetzt seinen Ab­schluß gesunden. In der Tiroler Ortschaft Lolderwald ist der 53jährige Joses Bär gestorben. Er absolvierte das Gymnasium und dann als Novize des Prämonstratenser- Itistes Willen die ganze theologische Fakultät in Innsbruck. Hierauf trat er aus dem Kloster aus, hörte sodann noch ein Jahr Medizin und wurde zum Schluß Bauernknecht in dem an fremde Hände übergegangenen Vaterhaus. Als solcher hat er 28 Jahre gedient.

Ein hübsches Beispiel von bureaukrati- schem Schematismus gibt folgende Bekanntmachung, ivelche die Polizeldireltiou in Hildesheim an die dortigen Gastwirte erlassen hat: »Nachdem dec Kürschnermeister Heinrich Schwerdtfegec am 22. Mai 1906 verstorben ist, so ist das Verbot, ihm Spirituosen zu verkaufen, erloschen. Die chn betreffende Verfügung wird zurückgezogen." Schwerdt- seger wird sich freuen, diese Rehabilitierung, ivenn auch etwas spät, von der Polizei erzielt zu haben. Welche schiverwiegen­den Konsequenzen hätte es auch haben können, wenn das Verbot ewig fortbestanden hätte?! Nun kann man wenig» Itens die Akten über den Fall mit gutem Gewissen schließen.

*, Der Wert des Inserierens. DieAktien­gesellschaft Pears Soap" in London, deren Seifen in der ganzen Welr bekannt sind und die deshalb wohl auf ein weiteres Bekanntmacheu hätte verzichten können, hatte bis­her für ihre Inserate einen Etat von 2 Millionen Mark jährlich ausgeworfen. Das Ergebnis war, daß die Ge­sellschaft 1820 Proz. Dividende an ihre Aktionäre ver­teilen konnte. Man glaubte nun, die Seife sei derart ein­geführt,' daß man die Inserate einstelten könnte, und strich den Reklameetat. Jetzt war das Ergebnis, die Gesellschaft konnte im letzten Jahr überhaupt keine Dividende verteilen, und zwar, wie ausdrücklich angegeben wurde, weil man das Inserieren unterlassen hatte.

rittiversitäts-Nachrrchten.

Der zweite Roosevelt-Professor, der im nach-, sten Winterhalbjahr an der Berliner Universität Vorlesungen halten wird, wird der Präsident der Pate-Universität Arthur T w in in g in Hadley sein.

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Ständige Mnsferküehe -----

Die Konfusion in der Musik. In dem ersten Heft des 28. Jahrgangs der Neuen Mnsik-Ztg. (Ver­lag Karl Grüninger in Stuttgart) wendet sich der bekannte Dresdener Tondichter und Musikgelehrte Felix Dräseke in einem geistreichenMahnruf" gegen die mehr und mehr überhand nehmenden revolutionären Strömungen in der modernen Tonkunst. Dräseke schreibt:

^Verständnislos wird man angeblickt, wenn wir die jugendlichen Hörer aufmerksam machen aus eine edel ge­staltete Melodik, ein fein gefügtes Harmoniengewebe, inter­essant gegliederte Rhythmik, glatte und abgerundete Form, schön vermittelte oder uverrafcherwe Wiedereinführung von Themen. Ali diele ehemaligen .Schpnhe.itsmerkmale er-v

scheinen ihnen wie böhmische-rflt-' die sis nie nennen gehört, und nur wenn 'von Instrumentation die Rede ist, horchen sie auf, weil nach ihrer Meinung dies neu hinzu­getretene Element der Farbe die drei alten Hauptelemenle der Musik weit überwiegt, und gut instrumentieren mit gut komponieren für gleichbedeutend angesehen wird. Darüber ist die Melodik fast versiegt, die Harmonik nach einer über­triebenen Verfeinerung durch immerwährende Steigers ungen schließlich bei der absoluten Unmusik anae-, langt, während, wie dies leider in Deutschland von jeher der Fall gewesen, die Rhythmik zu wenig gepflegt, ja geradezu vernachlässigt erscheint. Instrumentieren alle jungen Künstler meist vortrefflich, so übertreiben sie doch auch nicht selten die Farbgebung und verletzen uns sogar manchmal durch schreiende und grelle Klänge. Auch lieben sie in geradewegs unzulässiger Weise eine Häufung der Mittel, die sich in dieser Zahl auch gut besetzte Orchester nicht leisten können, und wirken mit ihren zahlreichen Hör­nern, Trompeten, neuerfunbenen Holzblase- und den vielen Schlaginstrumenten dann insoweit recht ungünstig auf das allgemeine Musikleben, als dieser außerordentliche Reich­tum die Ohren der Zuhörer verwöhnt und für besck)eidenere Orchesterklänge abgesrumpst. Da gegenwärtig in der Pro- grammusik fast das alleinige Herl gesucht wird, erscheint die Bevorzugung der Jnstrumentationskunst natürlich be­greiflich, rudern sie bei der Darstellung der verschiedensten Objekte sich als unentbehrliches und sehr nützliches Hilfs­mittel erweist."

Soweit^ der greife Tondichter, dessen Ausführungen noch eine Fülle aus überlegener ästhetischer Einsicht ae- borener Gedanken enthalten, die der Interessierte nachlejen mag. Hoffentlich fallen feine Mahnworte auf fruchtbaren Boden.

Au» Stadl und Land.

Gießen, 3. Nov. 1906.

** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Da die Volksvorstellung desweißen Nößl's" am ver­gangenen Mittwoch sich so starken Zuspruchs zu erfreuen hatte, daß viele Theaterlustige zurückgewiesen werden mußten, hat die Direktion aus vielseitiges Ersuchen hin für Sonntag, den 4. d. M., nachmittags SVa Uhr eine Wieder­holung des beliebten Lustspiels angesetzt. Die Preise sind sehr ermäßigt (Parkett 50 Psg.). Sonntag abend geht Heinrich LaubesGraf Essex" in Szene. Die Titelrolle spielt diesmal Direktor (Steingoetter, der die Partie früher üu größeren Bühnen mit schönem Erfolg gespielt hat.

Butzbach, 1. 9tob. Die Erinnerungs­medaille zum Trachtenfest wurde dieser Tage an die Personen verteilt, die das FestspielDie Hütten- berger" aufführten. Die Verteilung nahm Kreisrat Fey vor; gleichzeitig erhielten die Darsteller des Festspiels von Hauptlehrer Storch das Festbuch. Ein Teil des Überschusses vom Trachtenfest wird zum hiesigen Altertums- und Trachtenmuseum benutzt; es sind dies ca. 500 Mk.

(1.) Lauterbach, 2. Nov. Die Erbauung des Aus- sichtsturmes auf dem Hainigberg hat dank des günstigen Wetters bereits so große Fortschritte gemacht, daß dre Fertigstellung größtenteils noch dieses Jahr erfolgt. Der Trrrm ist jetzt schon 20 Meter hoch, während die Gesamt- hohe nur 211/s Meter betragen wird. Die Einweihung des Turmes erfolgt im nächsten Frühjahr. Im Laufe des Winters kommen hier die Werningscheu Krieas­sest spiele zur Aufführung.

(§) Wetzlar, 2. 9tov. Das Verständnis für die Not- wendrgkert her Fortbildungsschulen wächst bei nu­ferer jungen Landbevölkerung, was der gute Zuspruch zu den bereits bestehenden Schulen und die verschiedene in dieser Woche getroffene Neuerrichtung derselben beweist. Es ist auch eine durch die Selbsterhaltung gebotene Pflicht des Bauern- und Handwerkerstandes, daß beide gleich andern Berussklafsen ernstlich bemüht find, auf der Höhe ber Zeit zu stehen. Dabei find die finanziellen Anforder­ungen an die Besucher sozusagen gleich 9tull, da die ein­zelnen Gemeinden die unterrichtenden Lehrer bezahlen Das Stundenhonorar beträgt durchschnittlich 1,50 Mk. Für Beleuchtung, Heizung usw. kommt ebenfalls die Gemeinde auf. Als Unterrichtsfächer treten im Lehrplan auf: Rechnen, Deutsch, Schreiben, Gefellschastskunde.

L t u d e u f e l s i. O., 1. 9tvv. Die hiesige Autogesell - sch ast stellte heute den Winterbetrieb ein, da er, wie die Erfahrung aus vorigem Winter zeigte, unrentabel ist. Die Ernnahmeu betragen seit dem 1. April nahezu 18 000 Mark, während die Eimrahmen des vorigen Jahres von der Eröffnung des Betriebes im Juli 1905 bis Ende März 1906 mit 15 000 Mk. abfchlossen. Nicht nur die hiesige Auto­gesellschaft machte die Erfahrung, daß ein derartiges Unter­nehmen unrentabel ist, sondern bei allen Gesellschaften toirb diese Klage laut, und nicht wenige solcher Verbin­dungen wurden aus diesem Grunde wieder ganz aufge- geben. Um die Hindernisse, die der Rentabilität entgegen» stehen, möglichst zu beseitigen, beschlossen e<ine Anzahl Motor- derkehrsgesellschaften eineVereinigung süddeutscher Mo- »orverkehrsgesellschasten" zurFörderung gemeinsamer Jnteresseri" näherzutreten. Zu diesem Zwecke fand vorige Woche zu Titisee in Baden eine Versammlung statt, wobei Dr. Weißmann-Lindenfels über die auf diesem Gebiete der Autoverbindungen bestehenden Mißstärrde referierte. Zweck ber Vereinigung wird fein gemeinsamer Einkauf von Benzin Del und Gummi, Erzielung billiger Preise für Ersatz­teile, Reparaturen usw.

-d. Cronberg i. T., 1. Nov. Ein von Herrn Fritz Neutlinger aus Frankfurt a. M. gesteuertes und noch von Zwei Damen besetztes Automobil rannte so heftig gegen 1 eine Telegraphenstange, daß diese am Stumpf ab- , brach. Eine Dame erlitt schwere Verletzungen im Gesicht und mußte ins Krankenhaus gebracht werden, während die übrigen Insassen mit dem Schrecken davon kamen.

h. Hana u, 1. Nov. Die Eingemeindung K es sei­st adts wurde gestern abend im Kesselstadtec Gcmeinderat >

drittes Matt 156. Jahrgang Samstag 3. November 1906

©iqjeitcr Anzeiger

Durch Erpressungsversuche und Bedro­hungen seitens seiner früheren Geliebten ist der Haupt­mann a. D. von H., der ats Zeuge vor der siebenten Slraikannner des Landgerichts I zu Berlin erschien, wiederholt in sehr fatale Situationen gekommen. In einer mehrere Stunden währenden Verhandlung mußte sich die 45jährige Modistin Marianne B. wegen versuchter Erpressung und Beleidigung vor dem Strafrichter ver­antworten. Der Anklage liegt eine ziemlich romantische Liebes­geschichte mit Eheirrung, Scheidnng, Wiederver» h e z r a t n n g e n zugrunde. Im Dezember 1896 betrat eine Tarne das Geschäft eines Schlächternteisters. In dem Laden bemerkte sie einen Herrn, der sie scharf fixierte, und welcher ihr spater in aus­fälliger Weise folgte. Bald saß man beim Sekt in dem Hinter- zimmer einer Weinstube. Tiefe Bekanntschaft setzte sich in den pälcren Jahren fort, bis die zarten Bande eines Tages einen argen Riß bekamen. Hauptmann von H. hatte verschiedene Briefe o schlecht ausbewahrt, daß seine Gattin sie fand. Tie Folcse war ein Ehescheidungsprozeß, der mit der Verurteilung des Haupt- inanns endete. Nunmehr nahm er feine alten Beziehungen zu der

handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft.

Berliner Banken im Jahre 1906. Unter dieser Ru­brik beginnt die F. Z. ihre Dividendenschätzungen der Berliner Banken noch etwas früher als sonst. In den allgemeinen Be­trachtungen hebt sie hervor, daß über den Geschäftsgang des laufenöen Jahres ein Ueberblick diesmal nicht besonders schwer ist. Tie geschäftliche Entwicklung zeigt,bei Industrie und Handel ein glänzendes Aussteigen, im Börsenverkehr aber und im Banken- betrieb eher ein skeptisches Zucückdämmen. Tie Zurückhaltung der Börse wird damit bestätigt, daß der ReichSfrempel aus den Umsätzen für die ersten neun Monate des Kalenderjahres 1906 um 3,16 Mill. Mk. oder 17,2 Proz. weniger als im freilich hohen Vorjahrsertrag lieferte. Die Einnahme aus dem Effektenstempel ist in der Summe der ersten drei Quartale ds. Js. ein wenig hinter dem gleichen .Vorjahrsabschnitt zurückgeblieben. Die Emissionen waren in der ersten Hälfte des laufenden Jahres sehr umfangreich, sie blieben mit 2023,83 Mill. Mk. fvst ganz auf der ungewöhnlichen Höhe, die der gleiche Vorjahrsabschnitt erreicht hatte. Die Gewinne aus Konsortien werden nicht überall die vorjährigen Resultate erreichen. Von den alten Effekten- beständen hat sich wohl manches anbringen lassen, doch ist einst­weilen das KUrsniveau für zahlreiche und ins Gewicht fallende Papiere niedriger als i. B. Tas lausende Bankgeschäft dürfte sich durchweg als sehr ertragreich erwiesen haben. Zum ein-, seinen übergehend, ist die F. Z. in betreff der Deutschen Bank jedenfalls in Uebereinstimmung mit der Geschäftsleitung selbst, wenn sie schreibt, daß die Stabilität der Dividenden, die seit Jahren praktiziert wurde, aufrecht erhalten wird, man wird sur 1906 wieder auf 12 Proz. zu rechnen haben. In betreff der Dislonw-Gesellschaft wird der alten Schulden gedacht: Venezuela- Anleihe, Popp-Engagement, bi?r Beziehungen zu Rumänien, spe­ziell industrielle Beteiligung an der Petroleumproduktion usw. Reiche Ertragsgewinne, wie das Vorjahr sie aus der 41/2 Proz. Russenanleihe bot, und aus der rumänischen Konversion, werden diesmal nicht zu verzeichnen fein. Die Schätzung der Dividende darf wohl wieder auf 9 Prozent gehen. Daß natürlich nicht wiederum so starke Gewinn-Anteile wie damals intern zurück-, gefreHt werden, ist zu erwarten.

größten Malers der venezianischen D in Reproduktionen vor Augen führen. Es gewährt einen reizvollen und zugleich die ästhetische Erkenntnis fördernden Genuß, das gesamte, un­endlich reiche Schaffen des unsterblichen Meisters in allen Phasen seiner Entwicklung Schritt für Schritt zu verfolgen, wie es die Eigenart derGesamtausgaben" ermöglicht, und es wird jedem, der Interesse für die Klassiker der bildenden Kunst und ihre Schöpfungen hat, eine Freuds sein, hier neben den weltbekannten Meisterwerken Tizians auch diejenigen Werke zu finden, die, zumeist nur weil die Originale weniger leicht zugänglich fmd, bis jetzt nicht all­gemein bekannt geworden sind. Erne von Oskau Fischet verfaßte biographische Einleitung, die in den vorliegenden Lieferungen mitenthalten ist, gibt außer einer allgemeinen Würdigung des Meisters eine instruktive Analyse der ein­zelnen Werke; außerdem werden über diese in einer Reihe von Spezialerläuterungen fachliche und kunstkritische Te- tailauffchlüsse gegeben. Von den drei Registern finden wir hier das chronologische und das nach den Aufbewahrungs­orten und den Besitzern der Gemälde zusammengeftellte beigegeben.

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Seiten s" undbetreffe n d".Seitens eines sprachkundigen Lesers erhält dieBoss. Ztg."betreffend" nufere Schriftsprache folgende Kundgebung: Die deutsche Sprache betreffend, wird seitens vieler noch immer nicht genügend beachtet, daß wir, besonders betreffend die Prä­positionen, sehr günstig gestellt sind. Betreffend die heu­tigen Zeiten, wo seitens aller Einsichtigen der Ruf betreffend Sparsamkeit und Knappheit erhoben wird, sollte seitens niemandes verkannt werden, was uns, betreffend diese Forderung, die Zauberworteseitens" undbetreffend" zu leisten vermögen. Denn feilens dieser beiden hübschen Wörter werden alle Präpositionen, die, den Stil betreffend, unS belasten, überflüssig gemacht. Es gibt feine Präposi­tion, die sich nicht seitensbetreffend" oder seitensseitens" ersetzen ließe, weshalb man sich seitens vorbildlicher Schrift­steller nicht genug wundern kann, daß seitens des Pu­blikums, betreffend diese Sprachvereinfachung, noch immer nicht genug ge,chieht. Seitens des Amtsstils, der sich, wie bekannt, betreffend Schönheit hervorragend auszeichnet, wird uns, diese Frage betreffend, jederzeit ein gutes Beispiel gegeben, wenn man auch betreffend beffeu Be­folgung noch mehr tun könnte als bisher. Und auch be­treffend parlamentarische Gesetzvorlagen ist seitens jedes Unbefangenen das Gleiche zu bemerken. Deshalb glauben wir, betreffend die Verschönerung der deutschen Sprache, dringend empfehlen zu sollen, daß seitens des Parlaments ein Gesetz beschlossen loerde, die Vertilgung aller Präposi^ tionen und deren ausschließliche Ersetzung durchseitens" undbetreffend" betreffend.

Bon der Lieferungsausgabe derKlassiker der Kunst in Gesamtausgaben" (Stuttgart, Deutsche Berlagsanstalt) sind fdL« weitere Lieferungen (47 vuf 52; erschauen, die uns d,i,e W zum. Jahre 1560. euMarchsnen