Ausgabe 
29.12.1906 Drittes Blatt
 
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Aeibnachtrleienng i,< w Marburg' Debet. Hut und Stock vcr. Es wird gebeten, die Jleuenrocg 50, 2. Stock wn.|09265

ben 30. Dezember: tdhalle, fRobbnmrrStr. boachtdbeschernng = nlolung und Donjat, Infaug 8 ntjr. 09280 in Pb. Sinpp.

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>g, den 2V. Dezember abend» 9 Ubr WpM rrn Lauer (SJleuftabl). Tagesordnung', orllandtwahl, echnungSablag^ tfdiiebtnfi.

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Samstag 29, Dezember 1906

156, Jahrgang

Drittes Blatt

Nr. 305

Gichmer Anzeiger

Urfchewl Bg!!ä} mit Ausnahme deS SormtagS.

fRotQhonSbmd tm6 Berlag ber BrflblldW

UntDerftiätSbrucfereL 8L Sange,

Rebakttan, Exvebitton a. Trutferei: Bdfufftr.t,

XeL Nr. 5L Zelegt^ttbt.; tUyetfl«

Die ^Wietzener Zamilltndlälter" werden dem ,An,e'qer mermai wöchenckich betgelegt Der ^clflldX Caiöottr erscheint mxmatltd) einmal.

General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

zur

Verlobte

6400

(.salve) carissime amice!

A. Lindenborn.

bei

gestellt, überdies werden die Januar fälligkeiten, welche für Amerika in Betracht kommen, auf etwa 150 Millionen Dollar taxiert, und unter diesen Umständen glaubt die Börse im Januar wesentlich bessere Geldverhältnisse erwarten zu dürfen. Daß der Zinsfuß im Januar zurückgehen wird, unterliegt keinem Zweifel, aber man wird gut tun, an die Erleichterung des internationalen Geldmarktes keine allzu großen Hoffnungen zu knüpfen. Die Position der Zentralnoteninstitute ist noch eine recht schwache, namentlich jene der Neick>sbank, die schon in der dritten De­zemberwoche mit 191.80 Millionen Mark in die Notensteuer geriet, während sie im vorigen Jahre um diese Zeit noch über eine kleine steuerfreie Reserve verfügte und da infolge der Spannung auf dem Geldmarkt auch viele Bedürfnisse zurückgestellt wurden, die Befriedigung suchen, sobalo der Zinsfuß zurückgehen wird, so dürfte eine größere Abundanz auf dem Geldmarkt nicht sobald zurück- kehren, umsoweniger als die Industrie nach wie vor größere Mittel in Anspruch nehmen wird. Die Wirtschaftslage bleibt vorerst günstig und ein rascher Abfall derselben wird auch nicht befürchtet, denn vorläufig ist der Konsum überall noch groß und wenn er etwas abnehmen sollte, dann werden die verschiedene, t Syndikate und Vereinigungen durch rechtzeitige Einschränkung der Erzeugung eine Ueberprodultwn verhindern. Die Unstimmigkeiten, die gegenwärtig im Kohlensyndikat herrschen, dürsten wohl bald gehoben werden und auch an der Erneuerung des Stahlwerks­verbandes wird nicht gezweifelt. Bemerkenswert ist, daß daS Kursniveau im.allgemeinen trotz der günstigen Wirtschaftslage sich im lausenden Jahre kaum gehoben hat, von einzelnen Werten natürlick) abgesehen. Die Börse stand zu sehr unter dem Drucke politischer Vesürchtungen und der Geldteuerung, als daß die Speku­lation sich hätte Ausschreitungen zu schulden kommen lassen können. Und dies ist natürlich gut, weil uns dadurch die Reaktion erspart bleiben kann, bie aus spekulative Ausschreitungen stets folgt. In der verflossenen Woche begegneten russische Fonds auf dem außerordenttich günstigen Kassenausweis stärkerer Nachfrage und erzielten Avancen bis über 2 Prozent. Oesterreichisch-ungarische Fonds wurden für Rechnung des Heimatlandes aus dem Markte genommen. Die leitenden Bankaktien zogen durchweg an, mehrprozentige Kursbesserungen weisen auch Montanpapiere auf. Auf dem B a h n e n m a r k t waren Staatsbahnaktien weiter gefragt. Von Jnd ustriep apieren waren chemische Aktien fest. Privatdiskonto 53/a Prozent.

Kirchliche Nachrichten«

katholische Gemeinde.

Montag, den 31. Dezember.

Nachmittags uni 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit

Nachmittags um 5'/, Uhr: Predigt; darauf Silvester-

Börseu-Wochenbericht

Frankfurt a. M., 28. Dez.

Das Jahr klingt in etwas freundlicherer Stimmung aus. Das Schlimmste auf dem Geldmarkt dürfte nun überwunden fein, die Bank von England kam weit mit ihrer 6 prozentigen Rente aus, Newyork wird eine neue Hülle oes Suwtzsekretärs m Aussicht

Aus StaSt und Land.

Gießen, den 29. Dezember 1906.

Gedenket der hungernden Vögel!

** Eine dichte Schneedecke liegt jetzt über ben Straßen der Stadt und breitet sich vor den Toren über Gärten und Felder. Dee Menschen freuen sich des schönen Winterbildes, aber die Vögel leiden bittere Not. Da ist es wieder Zeit, ummilde Gaben" für unsere gefiederten Freunde zu bitten.

"Der £ 1 d) e r Club d e r Stadt New-York hielt, wie wir in der,,Hessen-Darmlt. Ztg * lesen, amLonn- tag, 2. Dezember, unter dem Vorsitze des Präsidenten Chas. Heß seine halbjährliche General-Versammlung, verbunden mit Beamtenwahl, unter starker Beteillgung der iDlitglieber, im Vereinslolal, Nr. 164 Ost 4. Straße, ab. Zuvörderst kam der Finanzbericht zur Verlesung und Annahme. Aus ihm war zu entnehmen, daß der Club in finanzieller Beziehung sehr gut steht. Hierauf schritt man zur Beamtenwahl. Die altbeivährten Beamten wurden sämtlich per Akklamation für das Vereinsjahr 1907 wiedergewählt, wie folgt: Chas. Heß, Präsident; Gottlob Rapp, Vize-Präsident; Jacob Buethe, Schatzmeister; Chas. Volz, Sekretär; Chas. F. Müller, Trustee; John Endres und Veit Pfister, Reoistons-Commlttee. Des Weiteren waren nur Routine-Geschäfte zu erledigen. Der Versammlung schloß sich die übliche Nachsitzung an, die recht gemütlich verlief.

In Amerika verst 0 rbene Hessen. Frau Margarethe Deibel, geb. Reuter, aus Wieseck, 52 Jahre alt, zu Allegheny, Pa. Frau Elisabeth Schmitt, aus Heppenheim a. d. W., 72 Jahre alt, zu New-Pork. Philipp Schultz aus Darmstadt, 60 Jahre alt, zu Plttsburg. Jakob Helbig aus Heimersheim, 49 Jahre alt, zu Cleveland, O. Peter Lantenschläger aus Gadernheim,

dergleichen mehr. ~ t ,

Amseln, Drosseln, Stare ulw. werden herangezogen dura, getrocknete Hollunder- und Heidelbeeren, Trauben von wildem Wem, Hagebutten, durch kleinzenchuittene Aep,el oder Birnen, ietn geschnittene Stückchen Fleisch (gekochtes, und womöglich mi- ae alzenes). Rohes Fleisch sollte man nie geben emerieits, weck dies des kleinen Vögelchen sästidlich werden kann andererfeils, weil sich die Amseln dadurch verwöhnen und im Sommer junge Vögelchen als Leckerbissen betrachten. .

Kleine Mehlwürmer mit eaigeor lief teil Kopsen, Arney enpuvoen und etwas Mohnsamen sind für den Zaunkönig em Leckerbmen.

Bei Verabreichung von Schwarz- und Weitzorottrümchen (nicht Stückchen) an die Vögel und klein zerdrückten Kartoffeln mm; , beachtet werden, daß diese, sobald sie feucht geworden sind, nicht langer als höchstens einen Tag aus der Futterstelle liegen bleiben hülfen, weck )ie leicht Säure erzeugen, unteren Schützlingen tun Magen verderben und den Tod herbeisühren tönnen.

Will man nicht besondere Futterplätze emricoten ober tfutter= breiter anbringen, so streue man wenigstens m den Garten, auf Dein »Die, vor oder hinter dem Hause von vorgenannten Futter- [ Mitteln, und man wird wahrnehmen, daß stch bald die ge- lieber teil Gäste einfinben.

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----. Ständigo Ulnsterkiiche =====--

Gedenket der hungernden, frierenden Bügel.

Wenn Wald und Flur in Eis erstarrt sind, dann tritt den Vögeln die bitterste Not em.

Einzelne Distelstöckchen und einzelne Lamenahren des Wege­richs oder die wenigen Beeren, welche an den Bu chen hangen vermöaen nicht den Hunger der Vogel zu stillen. S^e Not treibt die Tiere in die Nähe unserer Wohnungen. Aus chren Augen spricht die Bitte:Gebt uns zu elfen. ^re Tierschutz- oeieine betagten ei als eine ihrer wlchtMen Aukab-n ,nr die Linderung der Not um er er Vogel einzutreten. Nicht allem dadurch, daß sie geeignete ^utterplatze anlegen, Aer Bittev- bretter an geeigneten Crtcn anbringen und mit «A^r beschicken, das den Vögeln zu,agt, lonbcrn aua) babiud), bafc Üe anbere zur S|Jiitbülie zu bewegen. Und m erfreulicher Weile wird von vielen edlen Äenjchen der darbenden Bögel gedacht und |ur

flC 9$aI8aber manche Gab-, di- den Vögeln darg-r-icht ch-i^, für sie schädlich sein kann, so erachten wir es auch Heuer ur an­gebracht, in nachfolgender Ausführung über die geelgnetste u den Vögeln zuträglichste Wintersütterung /uu^s Mitzuteilen.

Die Anlage der Futterpiatze und da- Anh^ten von tfutter- brettern muß an solchen Plätzen geschehen, wo vonuiden (Gärten, Zäune, mehrere Baume, Urnmtt G^MchnswO. Auch empfiehlt es «ich, die ^mterptatze mit Dornen und anderem Gehölz zu umzäunen und zu oebeden, ^veck dies den /Üogein das Gefühl der Siaierheit gibt und ne >-a>utz vor Aaubv^eln und anderen ungebetenen Gasten haben. Wud) l|t^3 '

wenn die Fickertstellen sich m der Nahe eines Gewaffers be-

Bewegungssähigkeit. Indes, trotz aileoem mußte die Liebe und Treue der ©einigen ihn zu erfreuen, zu trösten, leine dunkeln Stunden zu erhellen. Wir standen lies trauernd am Grabe des Freundes, und auch hier rufen wir ihm em öaoe pia aiuma nach und mit seinen Worten, die wir oft vernommen: We

icfunden.

O Lauterbach, 27. Dez. Einige Bierkellerbescher inb feit heute beschä,tigt, ihre Eisvorrate für b-en Sommer einzuheimsen. Das Unternehmen hätte n a h e z u ein M e n - chenleben gekostet. Der Eisarbeiter Oito Zimmer aus Villingen glitt von einer Eisscholle, bie er tm Schwanen­teich (Schloßgarten) ab jagte, ab unb fiel ins Wasser, in bem er etwa fünf Minuten lag. Wären die zwei hiesigen Ar­beiter Kaiser und I o ch e m nicht herbeigeeilt unb hätten ihm, sich auf ben Rand einer Eisscholle legenb, eine Hand gereicht, so wäre Zimmer, ber Vater von brei Kindern ist, da er auch bes Schwimmens unkundig ist, unrettbar ver­loren gewesen. Das kalte, nasse Bad nötigte ihn, sich sofort nach Hause zu begeben.

§ Vom oberen Vogelsberg, 28. Dez. Hoher Schnee bedeckt jetzt bie Berge. An manchen Stellen liegt derselbe meterhoch, bebeutenbe Wmdweben haben sich an vielen Stellen aufgetürmt. Der Schneeschuhsport und Schlittenfahren werben eifrig betrieben. Die Vogelwelt hat durch den hohen Schnee schon sehr gelitten. Feldhühner, Häher u. a. kommen bis in bie Wohnungen. Die Bevölkerung hat, durch Schule und Presse angeregt, ein Verständnis für den Schutz ber gefieberten Sänger und jedes HauS läßt sich die Fütterung der hungrigen Vögel angelegen fein. Ver­einzelt sieht man auch Stare tn Nistkästen nächten.

Mühlheim a. M., 27. Dez. Hier wurde das Ge- meinderatsmüglieb Peter Zahn III. heute zum zweiten­mal zum Beigeordneten gewählt. Zahns erste Wahl wurde vom Kreisausschuß für ungültig erklärt, und dies Erkenntnis wurde von der hessischen Regierung bestätigt, weil Zahn als Sozialdemokrat in Vertretung des Bürger­meisters die Polizeigewalt zugunsten seiner Partei an­wenden könne. Wenn bie Regierung auf ihrem Stand­punkt beharrt, dann tritt der Artikel 34 der Laiidgemeinde- orbnung in Wirksamkeit, wonach nach Anhörung des Kreis­ausschusses die erledigte Beigeordnetenstelle von amtsiocgen durch Ernennung eines Beigeordneten aus drei Jahre be­setzt werden kann. (Kl. Pr.)

Wildungen, 28. Dez. Die auf der Reise aus dem Eisenbahnzuge heraus erfolgte Verhaf­tung des Wilduuger angesehenen Badearztes Dr ReinholdRörig ll. erregt in den beteiligten Kreisen peinliches Aufsehen. Es handelt sich in der Hauptsache um ein geheimnisvolles Geschehnis, um den plötzlichen Tod der früherenKrankenschwesterFrl.MeyerauL' Minden, die sich in die Behandlung des Arztes im Herbj. dieses Jahres begeben hatte und infolge von Eingriffen operativer Art plötzlich verstarb. JedensuILs schwebt gegen Tr. Rörig II. seit längerer Zeit ein Strafverfahren aus § '218 des R.^Str.-G.-B. sowie wegen fahrlässiger Tö­tung.

64 Jahre alt, zu Rocky Rldge, O. Bernhard Löwen­stein aus Groß-Gerau, 67 Jahre alt, zu New-York.

X Wißmar, 27. Dez. llnser Dorf hat bei einem Flächeninhalt von 1411,4 Hektar allein 690 Hektar Wald. In ihm wird alljährlich viel Holz geschlagen, daß aus dem Erlös die Gemeinde alle Ausgaben bestreiten kann. Wißmar ist der einzige Ort in der Bürgermeisterei Krofdorf, in dem keine Umlagen erhoben werden. Die Vollendung der Quellwasserleitung, die schon bis zum Dorfe gediehen ist, sowie eine modernen Anforderungen entsprechende Kir­chenheizung stehen für das neue Jahr in Aussicht.

(g.) Bad-Naubeim, 28. Dez. Unter großer Betei­ligung fand heute bte Wahl zweier Stadtverord­neten statt. Mit großer Stimmenmehrheit gingen aus der Wahlurne hervor Weißbinbermeister Jean Klinker­fuß und Hotelbesitzer Jean Peter Aletter.

(fc.) Ass en he im, 28. Dez. Im Alter von 85 Jahren starb gestern in Frankfurt nach kurzer Krankheit der gräfL Solms-Rvdelheim'sche Kammerdirektor Dr. jur. Georg Ernst G e y g e r. Der Verstorbene war ein tüchtiger Verwal­tungsbeamter und besonders geschätzt wegen seiner ein­gehenden Kenntnis der Rechtsveryältnijse der ehemals reichs­unmittelbaren fürstlichen und gräflichen Familien. Er trat, nachdem er zu Beginn der 40 er Jahre des vorigen Jahr­hunderts in Gießen Jura studiert hatte, üt bte Dienste des Grafen Maximilian zu Solms-Rödelheim in Assenheim. Nach dem Tode seines Vaters, der ebenfalls in Solms'schen Diensten in Assenheim gestanden hatte, übernahm der Ver­storbene die Leitung der Verwaltung der Solms-Rödelheim- schen Standesherrschaft. Mehr als 50 Jahre leitete er ste nut Geschick und Erfolg. Viel hat Geyger für bie Hebung ber Wetterauer Landwirtschaft getan. Bor einigen Jahren hatte er sich von den Geschäften zurückgezogen, um in Frankfurt den Rest seiner Tage zu verbringen.

= Aus ber We11erau, 27. Dez. Dte Wasser- leitungsarbeiten in Schwalheim, Dorheim, Melbach, Söbel und Berstadt sind jetzt so weit ge­diehen, daß die Ortsleitungen liegen. Bei gelindem Wetter sollen noch im Winter die .Hausanschlüsse hergestellt wer­den, sodaß nach Vollendung der bereits begonnenen Hoch­behälter im Frühjahr die Dörfer aus dem Hauptrohrstrang Lauter-Bao-Nauheim mit Wasser versehen sein werden.

Ein Freundeswort über Prof. Dr. Biudewald.

Da die Aussprachen von Freunden unb Kollegen bei der Be­stattung von Prof. Otto Bindewald nicht in ber Grabkapelle was sehr im Winter äu wünschen wäre, fobalb eine Familie ben betr. Wunsch ausspricht gehalten wurden, so dürfen wohl an diesem Orte einige Worte in memoriam ihren Platz finden.

Die Freunde von Prof. Bindewald erkannten vor allem feine qtofce Anspruchslosigkeit, Treue unb Zuverlässigkeit an; in seiner Lreue unb der Festigkeit seines. Charakters blieb er sich stets gleich, auch in ben letzten drei Jahren seines Leibens. Mit einem herzlichen salvite caristiimi amici begrüßte er vom Kranken^ smhl aus die ihn besuck-enden Bekannten, und mit welcher Freudig­keit und mit wie sicherem treuem Gedächtnis griff er in feinen reichen Sprachschatz, sei es in ben alten Sprachen: -atem, Griechisch, Hebräisch ober in den modernen: franzonich' englisch, italienisch, spanisch! Der Schlaganfall, ber leider Otto Bindewald int September 1903 gelähmt, beeinträchtigte nicht bie Frische seines Gedächtnisses, auch nicht das Interesse ^an sprachlichen unb geschichtlichen Forschungen, noch auch sein >Lprachvermögen. Man erfreute ben nun Entschlafenen in hohem Maße durch Voi> lesen von Abschnitten aus ben genannten Sprachgebieten, besonders auch aus bei heil. Schrift Alten wie Neuen Testaments (Hebräisch, Griechisch). Saß er, wie er früher so gern Pflegte., im abenk^ lichen Kreise ber Freunde (bei Andres), so war Bindewald in der Regel die letzte Instanz, die die Entscheidung gab in seinen von ihm beherrschten Gebieten: in ben Sprachen, "I G^w)chte unb Literaturgeschichte. Die Reichhaltigkeit von Bucherschatzen in Otto Binbewalds Bibliothek gab lebendiges Zeugnis von \ einer Vielseitigkeit auf den Gebieten des Wissens unb von feinen grünblichen, vielseitigen Studien. <

Wie im Freundeskreis feine Treue herzliche Erwiderung fand, so auch inmitten feiner Familie. In nie ermüdender treuester Pflege standen ihm die Kinder zur Seite, vor allem bie -rochter, die noch beim Vater weckten, und die treue Wienerin bes Leicht war zuweilen der Krankendieust keineswegs; das Augenlicht versagte fast ganz, und der vom Schlag Gelahmte entbehrte der

in der Entwicklung ober beim Lernen ClJWdO/llCI/C zuiückbleibenbe Kinder, sowie blut­arme, sich mattfnhlenbe unb nervöse überarbeitete, leicht erreg­bare frühzeitig erfeböpite Erwachsene gebrauchen als Kräftigungs­mittel mit großem Erfolg Dr. Hommcl's Hacmatogen

Der AvpetU erwacht, die geistigen und körperliche» «raste werden rasch gehoben, daS Gesamt-Rervensystem

Man verlange ,eboch ausdrücklich bas echteDr. Hommel'S" Haemato gen unb lasse sich keine bet vielen Nachahmungen auf- reben.__________ __

sinden. Wo dieses nicht möglich zu machen ist, da darf man es nicht versäumen, den Vöglein mit Wasser gefüllte, flache Gesäße nebenan zu stellen; denn wenn die Flüsse zugefroren sind, haben die Vögel oft mehr unter ben Qualen bes Durstes als unters den Qualen des Hungers zu leiden. _

Für alle Meisenarten, die Heineren Spechte, Baunckauser, Finken usw., auch Amseln, empfiehlt sich für die Winterfütte­rung- Kürbis-, Gurken-, Sonnenblumenkeriie, ganz kleine Stückchen Nußkerne, Hanfkörner, klein zerschnitteiies, gekochtes Fleisch (etwa erbsengroß), kleine Krümchen von Talg ober ungesalzenen Speck nur nicht Stearin ober Paraffin).

Zeische, Golbammcrn, yäniiutge, Haubenlerchen, Stieglitze mw. nehmen fürlieb mit Heusamen, Scheunenabfall, alten, übrig ge* bliebenen Gartensämereien, Rapsab'älle, Mohn-, Hanfsamen unb

(?) Aus dem Ohmtal, 27. Dez. Der dritte Weih­nachtsfeiertag gehört seit alter Zeit dem Gesinde­wechsel. Er vollzieht sich Heuer viel stiller wie früher. Die Löhne sind heute in chrer Höhe so bekannt, daß es nicht nötig ist, sie namhaft zu machen. Wenn dessenungeachtet der Zug nach der Stadt stark ist, so bleibt es doch Tatsache, daß die Dienstboten auf dem Lande mit ihren Löhnen viel Wecker kommen, wie ihre Kameraden in den Städten.

t. Burkhardsfelden, 28. Dez. Die vier Ge­meinden Burkhardsfelden, Reiskirchen, Hatten­rod und Oppenrod beabsichtigen von dem hier bei der Hoffmann'schen Wirtschaft gelegenen Brunnen eine Wasserleitung zu bauen. Sie soll so gebaut werden, daß das Wasser durch Maschinen auf das bei Reiskirchen gelegene 9tou getrieben wird und von da durch besondere Leitungen in die vier Gemeinden. Bereits weilte eine 5^ommission von Gießen zur Untersuchung des Wassers hier und es wurde für sehr gut und reichlich vorhanden

Andacht.

Dienstag, den 1. Januar 1907.

Neujahr. Fest ber Beschneidung bes Herrn.

Vonntttags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichle.

um 7 Uhr: Tie eilte heil. Messe, vor und m derselben Ansteckung ber heil. Kommunion.

um 8 Uhr: Tie zweite heilige Blesse. Atllilärgottesbienst mit Prebigt.

v um 91/. Uhr: Hochamt mit Prebigt.

Nachmittags um 5'/, Uhr: Andacht mit Segen.