Ausgabe 
4.8.1906 Erstes Blatt
 
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hegen die öffentliche Ordnung, Vergehen nach § 196 bis 197 des Strafgesetzbuches, Vergehen gegen das Reichsgesetz über die Presse, sowie alle polizeilichen Strafen bis zur Höhe von 20 Mk. erlassen werden.

Köln, 3. Aug. DieKöln. Volksztg.* will aus mili­tärischen Kreisen erfahren haben, daß Fürst Bülow bei der im Anschluffe an die Besichtigung des UebungSplatzcs in Wahn stattfindenden Parade dem Kaiser das Bonner Husaren reg im ent vorführen werde. Der Kaiser beab­sichtige, den Reichskanzler bei dieser Gelegenheit zum (£ b e : dieses Regiment 8 zu ernennen. Das Blatt giebt die Meldung nur unter Vorbehalt wieder.

München, 3. Aug. Kammer der Abgeordneten. Bei der Beratung des Eisenbahnetats erklärte Verkehrsminister v. Frauendorfer u. a., daß bereits ein Projekt über den Uebergang der bayerischen Bahnen zum elek­trischen Betriebe fertig sei. Ueber die Ausnutzung aller Wasserkräfte Bayerns müsse ein einheitliches großzügiges Projekt durch einen Fachmann allerersten Ranges aufgestellt werden. Eisenbahngemeinschaften abzu­schließen sei Bayern bereit, wenn sie Vorteil brächten, aber nicht auf Kosten der Selbständigkeit Bayerns. Die von einem sozialdemokratischen Redner gemachte Bemerkung, Preußen sei ein sozialpolitisches Kamerun, bedauere er, der Minister, auf das tiefste. Bayern habe in Berlin das größte Entgegenkommen gefunden, besonders bei der Frage der Mainkanalisation. Zu einer Eisenbahn­gemeinschaft mit Bayern habe Preußen kaum ein Bedürfnis. Bayern würde daraus nicht gleiche Vorteile erzielen können, wie Hessen, auch könne die bayerische Negierung sich nicht zu einer solchen Entäußerung ihrer Selbst­ständigkeit entschließen.

Aus StaSt uns Luno.

Gießen, den 4. Aug.

** Der Turnverein Gießen begeht heute und morgen seinen Ehrentag, das Jubelfest seines 60jährigen Be­stehen?. Er wurde zu einer Zeit begründet, in der mit dem immer mehr zunehmenden Drang des deutschen Volkes nach Einheit und Freiheit auch die Turnerei mehr diesen idealen politischen Zielen nachstrebte, als der eigentlichen Pflege der Leibesübungen, die von den Turnern jener gährenden Zeit mehr als Mittel zum Zweck betrachtet wurden. So konnte eS nicht auSbleiben, daß auch die Turngemeinde Gießen, wie der Verein in den ersten Jahren hieß, sich an den politischen Bestrebungen jener Zeit beteiligte und infolgedeffen mit seinen hessischen Brudervcrcinen der Auflösung verfiel. Das Jahr 1848 brachte neben vielen anderen Errungenschaften auch das Wiederaufleben des Turnvereins und eine ungeahnte Aus­dehnung des Turnwesens in unserer Stadt, das in der Gießener Bürgerschaft stets eine feste Stütze fand. Das Scheitern der deutschen Freiheitsbewegung brachte auch im Turnwesen aber­mals einen Rückschlag, aber in der trüben Zeit der Reaktion hielt der Gießener Turnverein allezeit seine Ideale, die sich mit den Worten Vaterland und Freiheit am besten bezeichnen kaffen, aufrecht und suchte in diesem Sinne eine starke und wehrhafte Jugend heranzuziehen. Das Wiederaufleben der nationalen Bewegung in den sechziger Jahren erweckte auch den Turnverein zu neuer Blüte. Er wurde Mitgründer des mittelrheinischen Turnkreises und seine Mitglieder standen in ihren turnerischen Leistungen auf Kreis- und deutschen Turn­festen fast stets in erster Reihe. Das Jahr 1870 brachte den deutschen Turnern die Erfüllung ihres Sehnens und Träumens von einem einigen deutschen Vaterland und damit andere und neue Ziele. An Stelle der politischen Bestrebungen trat die hohe Aufgabe, die Leibesübungen mehr und mehr zu verbreiten, um so dazu beizutragen, das deutsche Volk gesund und stark zu erhalten. Der Gießener Turnverein hat alle­zeit an dieser Aufgabe nach besten Kräften mitgearbeitet und vereinigt heute in seinen Reihen nahezu 700 Männer, die teils durch eigene Arbeit, teils durch finanzielle Unterstützung in diesem Sinne wirken. Und wie in der Gießener Bürger­schaft, so steht auch in den näheren und ferneren Turner- krcisen unser Turnverein als eines der geachtetsten Glieder ehrenvoll da und mit dem Jubelverein werden morgen Hunderte von Turnern aus Nah und Fern Zeugnis ablegen von den hohen idealen Bestrebungen der deutschen Turner. $=5 öge der Geist der Vaterlandsliebe und des Brudersinnes, der im Gießener Turnverein seit 60 Jahren waltete, ihm auch in Zukunft erhalten bleiben zum Heil des Vaterlands, zum Segen der Stadt Gießen und zum Nutzen unserer Heran­wachsenden Jugend! In diesen» Sinne wünschen wir seinem Jubelfest den besten Verlauf.

Jubelfeier des Turnvereins. Der heute abend 7 */, Uhr stattfindende Zapfenstreich nimmt folgenden Weg: Ludwigsplatz, Ludwigstraße, Bismarckstraße, Südanlage, Seltersweg, Kreuz, Mäusburg, Marktplatz, Kirchenplatz, Lindenplatz, Walltorstraße, Asterweg, Nordanlagc nach dem Festplatz. Der Weckruf bewegt sich morgen früh 6 Uhr vom Torhaus Neuenbäue durch Neuenweg, Weidengaffe, Neuen- baue, Diezstraße, Ostanlage, Walltorstraße, Lindcnplatz, Kirchenplatz, Marktplatz, MäuSburg, Kreuzplatz, SelterSweg, Westanlage nach dem Festplatz.

* Entdeckter Brand. In einer Bäckerei in der Neustadt machte sich seit einigen Tagen Rauch bemerkbar, der einer hinter dem Backofen besindlichen Wand entquoll. Gestern ließ man nun die Stelle aufbrechen und entdeckte unter dem Mauerwerk des Backofens Holzschwellen, von denen eine angekohlt war. Die Schwellen dürften bereits 100 Jahre an dem Orte liegen, ein später neu gebauter Backofen war auf das alte Mauerwerk des früheren Ofens gesetzt worden. Es handelt sich somit um einen vor ca. 10 0 Ia h re n begangenen Bau fehler.

Prämiierte Oberhessen. Auf der 3. deutschen Knstgewerbe-Ausstellung zu Dresden erhielt Möbel­fabrikant H. Bindewald in Friedberg das Diplom für die Goldene ^Medaille und Kunsttöpfer Leonhard Bauer in Lauterbach das Diplom für die Silberne Medaille.

** Fernandos Kinematograph gibt während des Turnfestes auf dem Juxplatze Vorstellungen. Die Vor­führungen des Herrn Fernando, sowohl auf ernstem wie auf heiterem Gebiet, haben wie wir aus vorliegenden Preß- äußcrungen ersehen überall lebhaften Beifall und starken Zuspruch gefunden.

** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Hungen fand die Ehefrau der Heinrich Fritz

einen schrecklichen Tod dadurch, daß sie von einem Krampfanfall betroffen wurde, in eine Waschbütte stürzte und er traut Der 39 Jahre alte Landwirt Peter Sauer aus Boden heim wollte gestern, als sein Schweinestall einstürzte, zwei Schweine retten. Dabei fiel er in eine Jauchegrube und fand darin den Tod. Er ist Vater von 7 Kindern. In Mainz hat die Stadtverwaltung beschlossen, angesichts des ausge­zeichneten Verlaufs des diesjährigen ersten FrühjahrspferdcmarkteS für die Folge alljährlich zwei Pferdemärkte und zwar im Frühjahr und im Herbst abzuhalten.

vermischtes.

* Feuer in der Mailänder Ausstellung. Am 3. August brach in der Ausstellung zu Mailand ein Groß­feuer aus. Den Anstrengungen der Feuerwehr im Verein mit Truppen gelang es, den Brand zu lokalisieren, sodaß die übrigen Abteilungen gerettet werden konnten. (Änige Feuerwehrleute wurden verletzt. Man alaubt, daß der Brand auf Kurzschluß in der elektrischen Leitung zu­rückzuführen ist; der Verdacht eines Verbrechens scheint ausgeschlossen. In den Abteilungen für dekorative Kunst sind die deutsche, englische, russische, niederländische, per­sisch-türkische und japanische Sektion unversehrt geblieben, während die ungarische und italienisch eSektion vernichtet wurden. Auch der Pavillon der Abteilung für, italienische Baukunst i st zerstört. Der Schaden wird auf etwa 15 Millionen Lire geschätzt. Der Vollzugs­ausschuß der Ausstellungskommission beschloß nach ge­meinsamer Beratung mit dem Bürgermeister den sofortigen Wiederaufbau der Galerie für dekorative Kunst, und gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß alle Aussteller au der Wiedererrichtung dieses Teils der Ausstellung Mit­wirken werden. Etwa die Hafte der verbrannten Gegenstände scheint versichert gewesen zu sein. Unter den Geschädigten befinden sich mehrere Künstler, darunter ein Norweger, der allein an 100 000 Franks an Kunst-, Bijouterie-, Bronze- und keramischen Werken einbüßte.

Totschlag an einem Dragoner vor Gericht.

(sd.) Darmstadt, 3. Aug. Der Totschlag an einem Dragoner, der in der Nacht zum Fastnachtsmontag den 26. Febr. d. I. begangen wurde, beschäftigte heute das Kriegs­gericht der 25. Division. Angeklagt sind 6 Dragoner, als Haupt- beteiligter Eugen Deckhuth aus Hornbach bei Zweibrücken, Aug. Schmidt IV. aus Lützel-Wiebelsbach i. O., Heinrich Phi­lippi aus Worms von der 2. Schwadron des Drag.-Regts. Nr. 23 (rote Dragoner), sowie der Gefreite Alois Merkel aus Bretzenheim, und die Dragoner Phil. Rattzgeber aus Jugen­heim und Otto Neuhaus aus Berg-Neustadt, sämtlich von der 3. Schwadron des Drag.-Regts. Nr. 24. Die weißen Dragoner kamen an dem genannten Abend in die Wirtschaftzum Anker" in der Altstadt und brachten die in der Nähe bedienstete Rosa Kolb mit. Die ebenfalls anwesenden roten Dragoner forderten das Mädchen auf, sich zu ihnen zu setzen, was dies auch tat. Darüber gerieten die Weißen mit den Roten in Streit. Die Wirtin entfernte die hübsche Rosa, um die sich die Dragoner stritten, und bald verließen diese das Lokal, erst die Weißen, dann die Roten. Draußen wurden dann die Worte zu Taten und es ent­wickelte sich eine große Schlägerei, bei der die Soldaten ihre Säbel benützten. Am schlimmsten kam bei der Sache der Dra­goner M a s s o n aus Mainz weg, der schwer verletzt wurde und bald danach im Garnisonlazarett starb. Auch ein Bursche namens Seipp, der bei den Roten war, wurde erheblich verletzt. Dragoner Deckhuth erzählte beim Nachhausegchen, er habe einen Weißen mit einem Stein geworfen, daß der Mann glatt umfiel. In der heutigen Verhandlung erllärte er jedoch, er habe einen Gefreiten getroffen. Die Sachverständigen Oberstabsarzt Dr. Eichel, Medi­zinalrat Dr. Reisinger-Mainz, sowie Oberstabsapotheker Dr. Krause vom 18. Armeekorps und Gerichtssachverständiger Chemiker Dr. Popp aus Frankfurt waren einmütig der Ansicht, daß der Tod des Masson durch einen Steinwurf herbeigcführt worden sei. Man ' hat in der Schädelwunde Sie.inteilchen gefunden, woraus zweifel­los auf einen Wurf mit einem Backstein geschlossen werden kann. Der Vertreter der Anklage beantragte gegen Deckhuth 1 Jahr Gefängnis, gegen Philippi und Schmidt je 2 Monate Gefängnis. Die Verteidiger plädierten für Freisprechung. Der Gerichtshof verurteilte Deckhuth wegen Raufhandels, verbunden mit rechts­widrigem Waffengebrauch, sowie Körperverletzung mit tödlichem Erfolg zu 9 Monaten Gefängnis, abzüglich drei Monaten Unter» üchungshaft, Philippi und Schmidt erhielten je eine Woche Ge- ängnis. Die weißen Dragoner wurden freigesprochen. Gegen die Zivilisten, die bei der Sache beteiligt waren, den erwähnten Seipp und einen anderen namens Orth wird auch ein gerichtliches Ver­ehren eingeleitet werden.

Festgrnß

zum 60 jährigen Stiftungsfeste des Gießner Turn-Vereins gegründet 1846.

Willkommen wackre Turnerschar! Schon prangt die Feststadt Gießen In Flaggenschinnck und Tannengrün, Euch herzlich zu begrüßen Mit Trommelklang und Paukenschlag Zieht frisch, fromm, fröhlich ein. Zu feiern gilts den Ehrentag VomGießner Turnverein".

Der Turnverein, an Siegen reich Trotz sturmbewegter Zeiten, Mög' lange noch auf seiner Bahn Zu neuem Ruhme schreiten.

Die Turnerei beseelt ein Geist: Er soll die Jugend mahnen An deutsche Einheit, deutsche Macht Die Sehnsucht unsrer Ahnen.

Willkommen, wackre Turnerschar! Schon prangt die Feststadt Gießen In Flaggenschmuck und Tannengrün, Euch herzlich zu begrüßen Mit Trommelklang und Paukenschlag Zieht frisch, fromm, fröhlich ein Und stimmt mit ein, auS voller Brust Gut Heil dem Turnverein!

Louis 31 o! o f f.

Märkte.

Gießer», 4.Ang. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkte kosteten: Butter pr. Psd. 1.101.20 Alk., Hühnereier 1 St. 78 Pfg., 2 Stck. 0000 Pfg., Gäitseeier 0000 Vfg., Enteneier 0 Psg., Käse vr. Stck. 68 Pf., Kasematte 2 Stck. 56 Psg. Erbsen p.Pßmd 22 Psg., Linseit p. Pfund 32 Pfg., Tauben vr. Paar 0,801,00 Alk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gänse vr. Psd. 00-00 Pfg., Ochseusteisch pr. Pfg. 7886 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 7072 Pfg., Schweine- leisch pr. Pfund 8094 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 8084 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 6080 Psg. Welsche per Pfund. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,007,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,008,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Pftlnd 00 bis 00 Pfg., in Körben 00 Psd., Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg., Birnen per Psd. Mk. 0.000.00, Kirschen per Psd. 0000 Psg., Weißkraut per Stück 00 Psg., per Zentner Mk. 0.00-0.00. Marktzeit 71 Uhr.

Original-Drahtinel-Uttgen.

fc* Frank urt a. M., 4. Aug. Heute morgen */, 8 Uhr kam der 18jährige Hilfsarbeiter A. E. Schäfer aus Flörsheim im hiesigen Güterbahnhof zwischen die Puffer zweier Wagen. Er war sofort tot.

Frankfurt a. M., 4. Aug. Die hiesige Eisenbahndirektion

hat eine eigene Selterswasser- und Limonadenfabrie eingerichtet, die den Bedarf für das gesamte Bahnpersonal liefert. Die dort beschäftigten Arbeiter haben nun die Arbeit nieder- gelegt, weil ihnen die versprochene Zulage nicht ausgezahlt wurde. Die Abgabe von. Wasser und Limonaden an Bahnbeamte mußte infolgedessen gestern eingestellt werden.

Berlin, 4. Ang. Der Kaufmann Riebert verübte auf seine Braut ein Revolver-Attentat und verletzte sie leicht, worauf er sich eine Kugel in die Brust jagte. Riebert ist schwer verletzt.

Herne, 4. Auglist. AuS Uebermut warfen einige rüde Burschen einen elfjährigen Schlilknaben in den Kanal. Der Knabe ertrank.

Paris, 4. Ang. Petit Parisien berichtet, daß es drei d e n t s ch e n K o l o n n e n n i ch t gelungen ist, die H o t t e n - totten beiJolsdrift zu umzingeln. Es fanden Kämpfe am Montag und Donnerstag statt. Auf deutscher Seite sind drei Offiziere und 5 M ann getötet worden.

Mailand, 4. Aug. Die Ursache der gestrigen Feuers­brunst in der Ausstellung ist nach Behauptung des Personals auf Brandstiftung zurückgeführt. Nach der Untersuchung scheint Kurzschluß der elektrischen Lichtleitung ausgeschlossen zu sein. Für Brandstiftung spricht auch der Umstand, daß das Feuer gleichzeitig an zwei verschiedenen Stellen ausbrach.

Bozen, 4. Alig. Ein Dresdner Tourist namens Stückl fiel in den Zillertaler Alpen in eine Gletscher­spalte und lvurde, mehrfach verletzt, von seinen Begleitern gerettet.

Prag, 4. Aug. Bei einem Wirtshausstreit in Sellowa in Böhmen kam es zu einer furchtbaren Kirchweihschlacht, in deren Verlaus mit Biergläsern. Messern und Revolvern ge­kämpft lvurde. Die Gendarmerie ging mit dem Bajonett vor, um die Streitenden auseinander zu treiben. Drei Personen blieben tot auf dem Platze. Außerdem wurden viele ver­wundet. Als die Gendarmerie erschien, wollten verschiedene Rauf­bolde durch das Fenster in den Garten flüchten, wobei sie vier Bienenstöcke umwa'-fen und von den Bienen furchtbar zugerichtet wurden. 20 bis 30 Personen sind mehr oder minder schwer verletzt.

Dcmbrowa, 4. Juli. Fünf mit Revolvern bewaffnete Männer drangen in die Stationskasse der Weichsel­bahn ein und zwangen die Kassenbeamten zur Herausgabe der Kassenbestände von 1079 Rubeln. Sie hinterließen eine Quitt­ung mit dem Stempel PPS.

Reval, 4. Aug. Als das meuternde Kriegsschiff Pa mjat Asowa in Reval eintras, geriet die ganze Stadt in heftige Aufregung, da man eine Beschießung befürchtete. Alles strömte am Ufer zusammen, um die Vorgänge auf hoher See beobachten zu können. Man hörte Gewehrfeuer und sah, wie Menschen über Bord geworfen wurden. Als die Meu­terer überwältigt waren, fand man an Bord 5 Offiziere und 15 Matrosen tot sowie viele Verwundete vor.

Samara, 4. August. Gestern wurde eine Bombe gegen den Gouverneur geschleudert, die ihm Kopf und Beine abriß. Der Attentäter wurde verhaftet.

N e w y o r k, 3. Aug. DerSun" meldet die bevorstehende Abtretung der Insel Tahiti an England. Die fran­zösische Garnison von Paputo wurde abgerusen und sogar das einzige Kanonenboot, das der Gouverneur befehligte. Frankreich soll durch englisches Gebiet in anderen Regimen entschädigt' werden. Der Tausch erfolgte, weil Frankreich keinerlei Nutzen aus dem Archipel zu ziehen vermöge und die Ein- ioofrncr überwiegend die englische Herrschaft v o r z ö ge n.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Boranssichtlichc Witterung in Hessen für Sonntag, den 5. August 1906: Langsame Aufheiterung, meist trocken, nachts kühler, nm Tage etwas wärmer. Schwache westliche Winde.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Heute wurde uns ein kräftiger Junge geboren.

Dr. med. Wagner und Frau

Minna, geb. Balser.

Hungen, den 3. August 1906.

mitten in herrlicher Gebir&swaldun£,

nhaiatorium Deutschlands.

1 Grösstes

I <6000011 nhaiatorium

| pWcrra^

I

Die nach- * am7|a sind Sonntaff, den 6. Anff. von stellenden A v 1 £i l ü 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher anzntreffen. [D6/8

Dr. Geyer, Seltersweg 64. Dr. Richter, Frankfurt. Str. 4. __Dr. Stuhl, Bahnhofstr. 26.________________

Sonntaff 49 Uhr 354

Nur PeBikan«ftpotheke offen.

Telefonische Kursberichte

Handel

Frankfurter Riirsp. 4. August, 1.15 Uhr.

99.10

3% Portugiesen

III

. 118.40

. 242.60

. 127.00

4%°/0 rnss.Staatsanl. 1905 4 XA0 japau. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903

100.50

100.50

95.30

103.55

69.50

70.70

84.30

94.85

95.80

. 68.20

. 98.25

Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahtttte......

Nordd. Lloyd.....

Obeischles. Eisen-Industrie

. 139 20 . 237.00 . 175.50 . 182.10 . 157.25 . 210.40

34 30 144.00 142.80

87.35

99.20

87 35

98.30

143.12

127.80

254 10

226 00 159.00 210 80

230.90

127.60

125.50:

68.90

Beichsanleihe do.

Konsols . . do. . .

Hessen . . . Oberhessen

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fflr und Industrie, Giessen.

Berliner Handelsges . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . .

Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kominandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien.....

Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn .

Gotthard bahn.....

Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Henri-Eisenbahn .

3°/n Mexikaner . .

4^°/o Chinesen . .

Aktien

Bochum Guss . . .

Buderus E. W . .

3K6/< 3%

3K7c 3%

3A°/c

3'A°/f

Türkenlose......145.00

4% Griech. Monopol-Anl. 54.15

4% äussere Argentinier . 90.50

4% Oesterr. Goldrente.

4l/8 Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I .

Tendenz: schwach.

Rerliner Rörse, 4. August. Anfangskurse.

Canada E. B.....

Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwach.

. 164.60

. 138.70

. 237.00

.' 15730

Harpener Bergwerk. Laurahütte . . . Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . . .

Türkenlose . . .

. 210.50. . 230.90

' 127 JO . 144.70