Samstag 22. Dezember 1906
156. Jahrgang
Drittes Blatt
Nr. 301
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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ICIcuks Feuilleton.
<0. Geburtstage.
mit Ausnahme des Sonntags.
Die „etefitnet jfamtllenblätter* werden dem ,Sln)ictgeT mermal roddienthd) beig-legk. Der „WftldK U16ettF etldjetnt monatlich einmal.
RotarionSdrucf tm» 6erlag her ttrfl 61 Id*» UnwerülätSdruckeret. 9L Lang«.
Redaktion. Expedition n. TrurferH: Mufftr Del. 91 l 6L Izlcgt/flbt. i Ln-eige» ÄK&m.
wollte. . .
fragen wir uns nun heute, toie unjer Thaer ferne Ausgabe löste, so wird die Antwort schon durch die äußeren Zeichen der Anerkennung gegeben, die ihm zuteil wurden. Im Jahre 1883 verwaltete er das Dekanat der philosophischen Fakultät und erlebte die Freude, für das Jahr 1884/83 durch das Vertrauen seiner Kollegen als Rektor der Landesunivecsität an deren Spitze gestellt zu werden. 1894 erfolgte seine Ernennung zum Geheimen Hofrat und allgemein war die Teilnahme seiner Kollegen, als er 1898 seinen 70. Geburtstag und 1901 sein öOjährtges Toktorjubi- läunt feiern konnte. So konnte ec mit voller Befriedigung auf sein Lebenswerk blicken, als er im Herbst 1901 in den wohlverdienten Ruhestand eintrat. Er konnte ruhig sich der Hoffnung hingeben, daß die feste Grundlage, bie er geschaffen hatte, es feinen Nachfolgern gestatten werde, daraus in seinem Sinne weiterzubauen.
Unermüdlich wie in seinem Lehramte war er auch in seiner literarischen Tärrgkeit. In zahlreichen größeren und kleineren Schriften behandelte er eine Reihe von Tomaten aus verschiedenen Gebieten, alle mit der gleichen Klarheit und Schärfe erfassend; ivte bewundern sein vielseitiges Interesse für alle interessanten Fragen, sowie seine außergewöhnliche vielseitige Begabung, wenn wir seine Darstellungen der altgrrechifchen und attagyptischen Landwirtschaft lesen, wenn wir ihn eine Reihe von Einzelfragen aus den verschiedenen Gebieten seines Fachs behandeln sehen. Ganz besonders waren es indessen manche Abschnitte der Betriebslehre, die er in seinen Schriften näher erörterte. Immer behandelt er die gewählten Themata mit groß- lüqiqer Klarheit und Einfach!) >.it und in knapper und schöner Schreibweise. Eine Reihe seiner Werke hat mehrfache Auslagen erlebt, vor allem sein „System der Landwirtschaft" und seine „Wirtschastsdirektion des Landgutes", sowie das 1903 in dritter Auflage erschienene kleinere Werk „Die
Abbildungen wieder.
— Weihnachtsnummer der Musik für Alle. Preis 50 Pfg., Verlag Ullrich u. Co., Berlin. Emgelettel wird das Heft durch eine Weihuachtsphantaiie von B.. BoUmg, die alte, bekannte WeihnachtZneder ui neuer munkalilcher Prägung verwendet Das Glöächenlied von Kohlmann tniit m 1 einer stillen Einfalt glücklich den Volkston. Lauderts Wiegenlied zeigt alle die Vorzüge dieser funitir-rild) ausgerei.ten Persönlichkeit. Reineckes Ziupr echt! red, das Mr zwei Kindcrslimmen geschrieben ist, schildert rock)l brackig den Ein trat des alten Graulenmachcrs. Eine beiondcrs ichöne Gabe 1 teilt Humperdincks Engellied dar, das einem kürzlich erwne- lienen melodramatischen Puppernpicw Bübchens Weihnachtvtraum entnommen ist. Zu sinnigen Venen des bekannten Hamburger Lor ikers Gustav Falke komponiert, \\t cs um er er Kran- Prinzessin aus Anlag der Geburt dr.s Kaiferente.s S^wwmet. Es folgen ein paar ganz leichte Kmoieritucte, Kienzl: Die Puppe tanzt, und Klefsei: 'Der Schugengel. Den lustigen Ablchlust des Heckes bringt Heubergers Struwelpeter-Galopp, der in seiner Ausgelaifenheit diesen „Bösen Buben" aufs trenenbue
|d)hb—' Die Darstellung der Frau in der modernen Kunst von Lothar Brieger-Wasscrvogel. Mit 21 Kunstbeilagen. (Sammlung Tie Frau, Band vlll/iÄJ 3 Mk. Friedrich Rothbarth, Leipzig. — Nachdem in den letzten Jahren mehrfach Bücher erschienen sind, die Jid) nut der Darstellung oec Frau in den verschiedensten Epochen der Vergangenheit beschäjtigen, ver,ucht L. Brieger-Wajser- vogel in seinem neuen Buche zum ersten Male die Rolle der Frau in der mobernen Kunst weiteren Kreisen zu schildern Tie feinsten Ausstrahlungen twr Kultur smd m diesem Buche gesammelt, das di.e Wiederspiegelung des Frauenideals der verschiedenen Zeiten und Länder in der Kunst zum Gegenstand hat. Die Delikatesse der,Behandlung wch her Illustration ist dem Reize des Stosses voll
kommen ebenbürtig. Zeigen die ersten Abschnitte den Ernst und die Eindringlichkeit des Stils, die wir als spezifisch deutsch zu empfinden gewöhnt sind, so ist das letzte Kapitel „Die Frau in der modernen Karikatur" nut eurer wahrhaft französischen Grazie geschrieben. Wir haben hier eins der seltenen Bücher, die die Dinge von einem sehr hohen Gesichtspunkt aus betrachten und doch durch die Ein- facyheit und Prägnanz ihres Stils dem Verständnis we> tester Kreise zugänglich sind. Tas überreiche Bildermaterial unterstützt die Darstellung in vorzüglicher Weise und bietet dem Kenner reizvolle Beispiele des Typus „Mo-
cknkräuter".
Die Schlichtheit und Bescheidenheit unseres Geheimrats Thaer haben für den oberflächlichen Zuschauer manchmal die Bedeutung dieses Mannes verdeckt; wir wissen es besser und können heute nur mit Bewunderung zu Dem And euren eines Mannes aufbücken, der mit solcher Klarheit und Sicherheit sein Ziel sich selbst steckte und verfolgte, und der uns allen darin ein Vorbild Ulid Muster war. Wir wollen aber auch der starken und warmen Liebe gedenken, mit welcher er seine Schöpfung, das landwirtschajrliche Institut
Bioderne Verlobte Möbel kaufen keine Einrichtung ohne vorher das grosse Ma’ter-Haopt- ansstellungshaas der Darnndlidter Möbelfabrik, Heidelberger- «trasse, welches als Sehenswürdigkeit I- Ranges und bedeutendstes .aus seiner Art bekannt ist, besichtigt zu haben Man verlange Preisliste mit Abbildungen. (Perspektiv-Aufnahmen von com^letten Zimmern). ____________________________________—
Im Oktober 1870 wurde er als Ordinarius für Landwirtschaft an unsere Landesuniversität berufen mrd 1871 mit der Begründung eines Landwirtschaftlichen Instituts betraut. Mit klarem und sicherem Blicke erfaßte er die in Gießen ihm gestellte Ausgabe und legte sie in seiner Antrittsrede bar, in der er das Thema besprach „Die Landbau-Wissenschaft als Universitäts-Disziplin". Er machte es zu seiner Lebensaufgabe, seinem Fache das Bürgerrecht an der Landesuniversität zu erwerben. Schon 17?, hatte au unserer Universität ein Lehrstuhl für Landwirtschaft bestanden ; er war aber später mit der einstigen staalswissen- schaftlichen Fakultät eingegangen. Es galt nun, der Land- wirtschastswisjelischaft einen dauernden Platz unter und neben den anderen Schwester-Disziplinen an unserer Universität zu erwerben und sie in streng wissenschaftlicher Tätigkeit an ihr heimisch zu machen. Keineswegs war der fange Professor Thaer jo wenig weitsichtig, eine Erweiterung des neu begründeten Instituts Gießen nicht später voraussehen und erhoffen zu wollen. Im Gegenteil regte er sehr bald nach seiner Berufung nach Gießen den Geoanken an, eine weitere Ausgestaltung des Instituts, die Errichtung von Bauten und Laboratorien, die Schaffung eines Versuchsfeldes und die Berufung von sechs Professoren ins Auge zu fassen. Gleichwohl aber erkannte er alsbald, daß bie)e Ideen damals noch nicht durchführbar waren, und daß
^cbäiütnidrrhe
für Hetz. Koftat Professor Ar. Iharr, gehalten in der Versammlung studierender Landwirte in Gießen am lö. Dezember 1906 von Prof. GifeoiuS - Gießen:
Meine Herren Kommilitonen! Eine schmerzliche Nachricht führt uns heute in den Räumen unseres Instituts Neubaues zusammen, die Trauerbotschaft von dem gestern früh 1 Uhr erfolgten Heimgänge des Begründers und ersten Direktors des Laudwirtschastlichen Instituts der Landes- umüerjität, des Herrn Geheimen Hofrats Professor Dr. Thaer. Wollen Sie mir gestatten, einmal mit wenigen Worten heute in unserer Mute die Bedeutung dieses von uns so hochverehrten Mannes hervorzuheben, andererseits desjen zu gedenken, wie er unserem Institut auch nach seinem Eintritt in einen wohlverdienten Ruhestand sein warmes Interesse stets bewahrte, und endlich dem Dan! Ausdruck zu geben, den wir mit unserem Institute dem Begründer desselben entgegenbringen.
Konrad Wilhelm Albrecht Thaer, am 6. August 1828 zu Lüderdorf geboren, studierte in Heidelberg, Berlin und an bet Akademie Möglin 1846 bis 1850 Naturwissenschaften, Landwirtsck ast und ^Nationalökonomie und wurde 1831 von der philosophischen Fakultät der Universität Berlin zum Doktor promoviert. Er führte später die landw. Verwaltung des Gutes Rüdersdorf und war sodann als Lehrer an der Akademie Möglin tätig, die sein Großvater Albrecht Thaer begründet und sein Voler fortgesührt hatte. Der Tendenz solgend, die getrennt liegenden Akademien aus- zugeben und das Studium der Landwirtschaft an die Uni- üei|itäten zu verlegen, habilitierte sich der junge Dozent 1860 an der Universität Berlin und wurde an derselben 1866 zum Extraordinarius jur Landwirtschaft berufen.
berne Frau".
— Rode, Geibel und der Beginn der national- politischen Dichtung. Leipzig, Dürriche Buchhandlung. 140 S- — Das Luch ist eine Sammlung politischer Lyrik von 1840 bis 1871. Keine in der Geschichte b« volitifchen und nationalen Lyrik toiaftige Persönlichkeit fehlt: Becker, ^a>necken- burger, Arndt, Freiiigrath, Herwegh, ö'eobor Lowe, Hossmann von Fallersleben, Heine, Prutz, Jordan, Singeijiebt, Grün und Gottschall (Rhein) sind m 36 Gedmsten vorgesuhrt, denen 65 politische Sänge Geibeis gegcnüberuehen. ^er bworzugte Geibq ist für die politische Dichtung wichtiger, als man gewöhnlich annimmt, und zudem ein wirtlicher Dichter, den Rode in einer feßi guten Biographie, die be.onders auf die Herausaroeitung der für den Pockkiler charakteristischen Züge angelegt ijt, duro)- aus nicht überschätzt. Ebenso sind die vorher genannten Mchter mit knappen Lebensabrissen in oöiektiv ^ruhigem Ton „bedacht, wobei nur Grün und Jordan, von dessen 44)be der Versaner >elt- samerwcise noch nichts weiß, allzu turz wegkommen. Sachliche Erläuterungen, eine Bibliograph.e über Gewels SBerfe reifen sich an. Der „Literaturnachweis" ist nicht ganz vollständig. Bei dem Charakter cus Schulbuch und dem, wie die Erläuterungen -eigen durchaus nickst radikalen oder oppositionellen ^uin Rooes ist der Freimut in der Auswahl und der Äaurationen aus „sittlichen" oder „politischen" Gründen ganz abho.de gute Ge- faimaä anzucrtennen. So begegnet man Jordan^ „Verzweiflung , Herweg Hs „Huldigung", „Zuiunstslied", ^ffmanns „Bcutfchen liialionalreichtum", Freilugrcckhs , „<Lchwarz-Rot-Gold , Lrlitz
Konstitution" usw. Heine allerdings luirb jalfdM) em „Ver- Lüfter deutschen Wesens" genannt. Der Sang er irre it auf oer Wanburg ist nicht „um das Jahc 1300' (S. Iu9; anzwetzcn.
— Wieder liegt uns eine neue Reihe der bekannten „B i b 1 i o- thek der Gesamt 1 iteratur" tHalle^a. L., Otw Hendel) vor. Daß in diesem Jahre die 2003. Jubiläums-) Nummer erscheinen konnte, ist em Beweis für den Ankiang, den d.efes Unternehmen ßcfunbeu hat. Ars erstes Bändchen der diesmaligen Serie erscheint S ch 1 e i e r m a ch e r s „W e i h n a ch t s s e i e r. Ein Gespräch." (Preis drosch. 0,23 Mk.). Die „SBeifoiadjt»- leier" wurde im Jahre loü6, während Sch«.eiermacher- .lu,.ick- hack in Halle als Professor an der dortigen Unwerickat, zuirst veröi jentlicht. Eine Ausgabe von Luthers Tuch red en «Preis brofch. 0,<3 Mk.) wckd Dic.cn wiliwmmen fein — -^ie 3ubcinuninicr 2L00 enthält Goethes und .Schillers Genien (Preis drosch. 0P3 Mk.). provenaMifa,e i Richters Frederic Nristra 1, „Mireöio" (Pre.s btofa). 0,/o Mk.) bilpct OuS nächste Bandch.n. „^iirsio" ist eine der giDBanigiien ,cyen Schopfu..gen. Ein neuer Bar^ von enedix, Hauv- t h e a t e r , scyließt sich an. Den Schluß der Serie bildet or. Wendenburgs lieberle^una von phokles An11gone (preis btofa). 0,2a jJut), gewidmet Pros. .Dr. S eß ermann zu 1 einem
*♦ Unser Marzipan ist ein Iwo ilar von einem < halben Tausend Jahre. Ein sächsischer-Chronist weiß über den Ursprung des Sankt Mariusbrotes, also „Marei Panis" eine recht erstaunliche Entdeckung zu vermelden. Danach soll das allbeliebte Luxusgebäck unserer weihnächtlichen Schlarassenzeit — bei einer Hungersnot entstanden sein, wenigstens als Erinnerungszeichen an eine solche. Im QQhre 1407 war Deutschland von einem so kalten, verregneten Sommer he.mgeiucht, daß alte Feldfrüchte mißrieten und verfaulten. Die iMenschen mußten Gras und Heu essen, und in Sachsen rostete der Bissen Schwarzbrot, io groß wie eine weliche Nuß, drei Pfennige. (Für damalige Begriffe ein unerhört hoher Preis.) Diese kleinen Brothappen wur- den später zur Erinnerung an die Schreckenszeit von 140 < jedes Jahr am Markustage, den 25. April, gebacken, in !hrer ursprünglichen Größe, aber aus Mandeln, Nusten und Zucker Der Name Markusbrotel oder „Marlstortchen" war noch vor 50 Jahren in Sachsen recht wohl bekannt für ein Gebäck, das Aehnlichkeit mit Makronen hatte. Aas heutige Vaterland der edelsten Marzipansorten ist Nord- beutsmland, besonders Königsberg, Lübeck und Danzig, wenigstens dem Weltrufe naa). Die Rezepte hat srey rund um den Erdkreis jeher strebsame Zuckerbäcker zu eigen gemacht, Rezepte, die nunmehr feyon seit sünfhunoert fahren Weihnachtstisch und Festtafel zieren, ein Naichwert ^ur leckeren Gaumenweide — unb doch ent|tanben durch eine vjeit des tieifren Elends und der Entbehrung!
♦* Eine sehr hübsche Weihnachtsgabe für die reifere Jugend bietet die „Union, Deutsche Verlagsgesell- fdmft" in Stuttgart, mit dem Buche: „Aus der Zeit der Entdeckung Amerikas" von C. Falkenhorst. lRreis für das im hübschen soliden Gesrbenkoand gebundene Eremplar 7 Mk.) Der auf dem Gebiete der Jugenojchristen- ^iteratur bestens bekannte Verfasser geht auch bei die,em Wert wiederum von dem Grundsätze aus, an stelle der trüber so beliebten auf die jugendliche Phantasie verderb- lich wirkenden abenteuerlichen Erzählungen wertvolles historisches und geographisches Wissen zu bringen und ten Stos, dem jugendlichen Leser durch die Wahl einer hübschen erkühlenden Form anziehender zu machen Das ist dem Verfasser in dem stattlichen Band, der mit einer Reihe guter Bilder geschmückt ist, in trefflicher Weise gelungen. Er behandelt in drei spannenden reich belebten Erzählungen die Entdeckung Amerikas durch Eolmnbus, die Eroberung Mexikos durch Cortey und die Entdeckung des Goldlandes Peru, und zwar so, daß auch die erzieherifchen Au,gaben aebührenb berücksichtigt werden. Ate solide geschmui.volle Ausstattung des Suches macht es zu einem wirschen Sckimuck jeoen GesLyenktisches.
-in der Vojsischen Buchhandlung m Berlin 3V 62 erjchicn q Jahre Hofdame- von Irma Freiin von Waldstedt. Preis broschiert Aik.b.-. Tie Ber'afserm gibt eme aiiniiilige Schilderung des Levens an einem surilUchen Hme, des,en SZar die Zen begriffen und vonuteiteiret leinen Beruf e - fanni bat. Tas Buch aeiwnnt besonders an Snteieiie durch die
aroße Zahl an Persönlichkeiten aus allen Kreisen, mit denen die Bei'asserui im Laute der 30 Jahre zusammengeiuhrt worden i|t. Es seien nur erwähnt Kaiser Wilhelm L, Kaiserin AuguUa, Kaiser und Kaiserin Friedrich, Kaiser Wilhelm ll- und Kaiserin Augihle Viktoria, Kaiser Franz Joseph und die Kaiserin Elisabeth, König Georg mid die Königin Riarie von Hannover, deren Tochter, (Äroßherzog Karl Alexander von Weimar und Gemahlin, Herzog Wilhelm von Braunschiveig, P r i n z A 1 e x a n d e r von H e s j e >i und viele andere Fürstlichkeiten, Fürst Bismarck, Slaalsminilter Wiublhorst, Friedrich Haase, Ltidwig Barnay, Ernft Poliart, Aiarie Seevach Pauline Ulrich, Anna Schramm: aus der Berliner Ge° fellschaii u. a. Fürst Anton und Fürstin Marie Radz-will, Haus- mmlster und Frau v. Wedel, Gräfin v. d. Groeben, viele Mitglieder des diplomatischen Korps. Außerdem darf das Buch als eme Chronik der souveränen Fürftenhäuser gelten, da wohl tast alle in dem Zeitraum von 1870 bis 1900 vorkommenden Geburten, Vermählungen und Todes'älle Erwähnung stnden.
— Von „T er Di e n s ch n n ö die Erd e', der neuen populär-wisienschajtlichen Publikanon Hans Kraemers tTeiitsches Verlagshaus Bong u. Eo., Berlin W. 57, 60 Pig. pro Lieierungs, sind die Lieierungen 11—13 erschienen. Ter Herausgeber hat sich mit einem Stab ebenso bewährter Forscher wie Fachmänner umgeben. Tas Werk gewährt em volltommenes Bild der gesamten prattischen Arbeit des Aieuschen von den Uraniängen dis zrir hemiaen Zeit und spiegelt diesen bedeutungsvollen Inhalt auch m einer Fülle von sorg'ältig ausgewählten und tresstich reproduzierten
Gießen and) fernerhin auf seinem Herzen - 3 a netter
Freude sah er es in den letzten Jahren auf den von ihm elbst geschaffenen sicheren und feiten Fundamenten weiter wachsen. Er sah mit lebhafter Freude die Zahl der Studierenden wachsen, er verfolgte die Entwickelung des Ver- uchsseldes und die Betätigung des Institutes an verschiedenen größeren Unternehmungen der landw. hessischen Körperschaften; er sah bie Zahl der Beamten des Instituts wachsen; er ließ sich über die wissenschaftlichen Arbeiten Bericht erstatten. Hellste Freude leuchtete aus seinen klaren Augen aber, als er Ende September dieses Jahres den Neubau unseres Instituts besichtigte, und als er sich nun idjtbar davon überzeugen konnte, wie seine Sck;vpsung nun wachsen und gedeihen wollte. Ich werde seine helle Freude und den warmen Händedruck nie vergessen, mit dem er sich an diesem Tage von mir verabschiedete uno. mir sagte, er wolle nun in Frieden scheiden, nun er sein Werk so röhlick) gedeihen sehen könne.
Mit unserer Landesuniversität, mit den zahlreichen landwirtschaftlichen Vereinen, die in ihm ein hochgeschätz- tcs Ehrenmitglied verlieren, stehen wir trauernd an der Bahre unseres Thaer. Wir freuen uns mit ihm seiner Schöpfung, wir übernehmen aber auch ein teures Vermächtnis sein Vorbild und Muster, dem jeder in seinem Kreise nacheifern möge. Dieses Bild zeigt uns das unermüdliche Pflichtbewußtsein und den rastlosen Fleiß des Lehrers und Forschers, das klare und zielbewußte Erfüllen eitler Lebensaufgabe und die Helle und dankbare Freude an dem Streben und Wirken im gegebenen Kreise.
Wir alle danken heute mit warmem Herzen unserm Geheimrat Thaer für die Stätte,, bie er uns in diesem Institute geschaffen hat, für Schrift und Wort unb für die Liebe und Treue, bie er seinem Institute und dessen Angehörigen bis zu seinem letzten Lebenstage hin bewahrte. Wir geloben ihm nachzueifern und sein Andeitten in Ehren zu halten; und wir rufen ihm trauernd ein „Ruhe in Frieden!" nach. Sein Gei't mag auch ferner in feinem Institute fortleben unb uns auch ferner führen.
seine Ausgabe war, zunächst bie Grundlage insofern zu jck)affen, als die Landwirtschastswissenschaft vorerst noch ihre Daseinsberechtigung als solche in Gießen erkämpfen müßte. In unermüdlicher Tätigkeit und Schaffensfreude hat er dieser Aufgabe mit seltener Treue und Gewissenhajtigkett gelebt, und erst als er nach dreißigjähriger Lehrtätigkeit >ie Zeit gekommen glaubte, fein Amt einem Nachfolger übergeben zu sollen, erst da griff er auf die alten Plane einer ersten Gießener Zeit zurück. Er erwirkte bei der Universität einen Antrag auf Errichtung eines zweiten Lehr- tuhles für Landwirtschaft. Er wollte damit seinem Amls- nachsolger die Wege für eine Erweiterung des Instituts ebnen und erleichtern; es war das zugleich ein Hinweis auf die Erweiterung, den er seinem Nachfolger geben
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