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28/04/1906 Viertes Blatt
 
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Samstag ÄS* Slpril 1906

156. Jahrgang

Viertes Blatt.

Nr. 99

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

ütfotMotnttumbeiir

in Würfeln zu 10 Pfg. für

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vom Vesten

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Rotationsdruck und Verlag der VrS blick« UnwerfttätSdruckcrei. R. Lange. Vtetzen.

Redaktion, Expedition u. Druckerei i SckzuMr L. Tel. 91t. 61. re1egr.-Adr.: An-eig« Siebe»

Erscheint «gNch mit Ausnahme des Sonntags.

DieOietzener $amilienbiattcrM werden dem .Anzeiger vrermal wöchentlich beigelegt. Der JHIRIdK Cantwtrr erscheint monatlich einmal.

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Die Russische Anleihe.

Eine kleine Finanzzeitschrift namens ^Intern. Information^, die in Paris in deutscher Sprache, also in erster Linie wohl für die Deutschen in Frankreich bestimmt, dreimal monatlich erscheint, geht von Zeit zu Zeit deutschen, auch Gießener Kleinkapitalisten zu. Bisher hat sie, wie uns ein Gießener Empfänger heute initteilt, audauernd ihren Lesern die rusi. Anleihe aufs dringendste empfohlen unb den Stand der rusi. Finanzen bis über den Schellendaus gelobt. In ihrer neuesten Nummer nun finden wir einen Artikel, der im

j-arlarnentarische-.

Berlin, 27. April. Die Budgctkommission de§ Reichstages setzte die Beratung des Offizierpensions­gesetzes fort und beendete dessen erste Lesung. Die Kom­mission beschloß, die Zeitbestintmung über das Inkrafttreten des Gesetzes noch offen zu lassen und als Absatz 2 in den § 31 einzufügen, daß mit dem Inkrafttreten des neuen Ge­setzes die bisherigen Dtilitärpensionsgesetze und das Unfall­fürsorgegesetz für Beamte vom 18. Juni 1906, soweit es Offiziere und Sanitätsoffiziere und Beamte betrifft, außer Kraft treten sollen. Bei der Beratung des Gesetzentwurfes, betreffend die Abänderung und Auslegung des Schutztruppcn- gcsetzes, wurde die Resolution Erzbergcr angenonmren, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, tunlichst bald eine Neu­regelung des SchutztruppcngesetzeS und der Wehrpflicht in den Lchutzgebieteu vorzunehmen.

An Einnahmen durch Zölle find 86V$ Millionen Mark mehr, bei der Zuckersteuer 17 Millionen weniger und bei der Po st­und Telegraphenverwaltung 8 Millionen we­niger eingegangen. Die au5 dem Jahre 1904 angestun­deten Matrikularbeiträge sind mit 16s/* Millionen rückständig, davon kommen 6 Millionen an dem Mehr­ertrag der Ueberwcisuna^steuer in Abzug; auS dem Jahre 1905 sind an Matrikularbciträgen einschließlich der nach­träglich gestundeten 55 Millionen rückständig. Tas voraussichtliche finanzielle Ergebnis der Bcschlüsie der Kom- Mission bezifferte der Staatssekretär wie folgt: a) auS der Brausteuer 29 Millionen, hiervon noch für daS 2. bis 4. Quartal 1906 5 Millionen, b) auS der Zigaretten- Steucr 14 Millionen, hiervon noch für dak 2. biS 3. Quartal 1906 4 Millionen, c) aus Stempel auS Frachturkunden 14 Millionen, für 1906 11 Mill., d) Personenfahrkartensteuer für 1906 kann noch nicht eingestellt werden, e) Automobilsteuer 3 Mill., für 1906 2 Millionen, f) Tantiemenstcucr 10 Mill., für 1906 7 Millionen, g) Erbschaftssteuer bei einem Drittel Zuweisung an die Einzelstaaten im BeharrungS- zustande für die Reichskasse 48 Millionen für die Einzel­staat c n 2 4 Millionen, für 1906 8 Millionen, h) an Erhöhung der Postgebühren im Ortsverkehr 2C. 12 Millionen, für 1906 9 Millionen, i) bet der Branntweinsteuer ist einstweilen nur eine Aenderung der Maischbottichsteuer vorgesehen, sie kann also im Betrage noch nicht angegeben werden. Im ganzen 1) für den Be- harrungszustand 120 Millionen Mark, 2) für 2. bis 3. Quartal 1906 46 Millionen.

Es folgt die Beratung des Antrages Kanitz auf Einführung eines Ausfuhrzolles auf Kohlen, Kali und Lumpen. Kanitz ändert den Antrag in eine Reso­lution um und begründet seinen Vorschlag. Staatssekretär Graf Posadowsky führt aus: Diese Frage dürfe nicht lediglich vom finanziellen Standpunkt aus betrachtet werden. Die Ausfuhrzölle seien s. Zt. auS guten Gründen abgcschafft worden. Man dürfe zu dieser Politik nicht zurückkehrcn. Staatssekretär Frhr. v. Stengel hebt hervor, daß Ausfuhr­zölle in dem Steuerbouquett der Regierungen nicht enthalten gewesen sind. Er habe schon in der ersten Lesung betont, die Reichsfinanzreform bezwecke eine dauernde Besserung der Finanzen. Es sei aber zweifellos, ob bei der Einführung von Ausfuhrzöllen dieselben nicht schon bald aus Handels- politischen Gründen wieder aufgehoben werden müsien.

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Börsen-Wochenbericht

von Baruch Strauß, Bankgeschäit.

Tie vergangene L.':che unterschied sich in vorteilhalter Weife von ihrer Vorgängerin, mbent nach langer Unterbrechung wieder einmal eine ircundlichcr-', zuversichtlichere Beurteilung der Stmallo»i und damit ein lebhafteres Geschält Platz greifen konnte, ^msch hat man sich von der Betäubung, welche die Schreckensnachricht ouu San Francisco hervorgerulen, erholt utib es entspricht ganz der Eigenart der Amerikaner, wenn sie bei der Berechnung des unge­heuren Schadens auch die großen Vorteile in Betracht ziehen, die Handel und Industrie aus bent Wiederaufbau des Zerstörten jjugutc lommen werden. Diese optimistische Auffassung, iuic der inzwischen qeHärtere politische Ausblick verlchllen nicht, auch aus die euro­päischen Börsen ihren stimuliereiiden Einfluß auszuübcn u,rd man sängt hier an, günstigen Momenten Beachtung zu schenken, welche bis dahin eindruckslos blieben. Speziell für unsere Industrie, die an und für sich schon glänzend beschäftigt ist, erwartet man große Vorteile, da verlautete, daß der amerikanische Stahltrust nicht m der Lage sei, allem San Francisco zu versorgen und der Kongrest deshalb beabsichtige, den Einfuhrzoll für deutsches ^truEiureiien nach Kalifornien auszuheben. Zum Schluß der Woche ivirkte noch der faiun erwartete Erfolg der russischen R i e s e n a n l e r h e und der Gedanke, daß die für diesen Zweck gesperrten großen Summen auf den Geldmarkt znrückfließen und diesen elastischer gestalten. . , ri -

Banken ohne größeres Geschäft, doch bestand eher Neigung nach oben. ,

Renten lagen ruhig; nur im Russenmarkt vollzogen sich größere Verschiebungen. Man beobachte^ den Eintausch der nie­driger verzinslichen Kategorien in die neue 5 prozentlge Anleihe und es wird angenommen, daß gerade Deutschland, obschon direkt unbeteiligt, als Hauplsubslribent auftrat.

Montan- und Hüttenwerke sehr fest auf den glanzen­den Geschäftsgang, speziell die führenden Werte imc Bochumer, Laura, Gelsen, Harpen, Rheinstahl usw. Bon Rebcnwerten be­merkte man gute Käufe in Wissen, Mühlheim, Phönix, Buderus und Gelsenkirchen Munscheid, welche sehr günstig gearbeitet haben °I[C © chisfabrtSwerte leiden unter dem SeemannSstreik, doch besteht nach rote vor gute Meinung. r r v p

Fndustriewerte in guter Beurteilung, besonders Gries­heim Electron und Tynamite Triist.

Amerikaner zurückhaltend, nur bleibt man fest für Steelwerie.___ _______

wesentlichen folgendes besagt:

Die Staatsschuld Rußlands beträgt jetzt 22 Milliarden Francs, die eine Verzinsung und Amortisation von jährlich 723 Millionen erfordert. Demgegenüber steht die Staatsjcluld Frankreichs mit 30, jene Englands mit 20 Milliarden Francs. Rußland rnngkrt somit an zweiter Stelle unter den verschuldeten Staaten. Von den russischen Staatsschulden befinden sich ungefähr 15 Milliarden Francs im Auslände. Tas ist die größte auswärtige ^schuld, die ein Staat jemals gehabt bat. Auch feine, weiteren An­leihen wird Rußland im Auslande aufnehmcn müssen, und diese großen Anleihen werden unvermeidlich sein, weil Rußland m den nächsten Jahren ganz enorme Rückzahlungen zu leisten hat. 3nt Öttober und Rovember 190(5 sind 400 Millionen Rubel Schatzwechsel fällig. Ferner muß die russische Regierung am 12. August 1908 150 Millionen Rubel Remenbillets, die pe am 12. August 1904 begeben hat, einlösen, ^lm ll.^Mai 1909 hat Rußland 800 Millionen Francs 5 proz. Schatz-Scheine, bte tn Baris untergebracht worden waren, zurückzuzahleu. Am 1- >zuli 1911 ist die deutsch-l»lländijche Anleihe vom vorigen Jahre im Betrage von 500 Millionen Mark, wenn die Besitzer die Kün­digung verlangt haben, zu amortisieren. Bom Oktober 1900 bis Juli 1911 bat also Rußland an Schatzwechsel und Anlehen cnsgesamt 2288 Millionen Mart bar zurückzuzahlen. Tas Geld dafür könnte sich der Staat nur durch neue Anleil-cn §u harten Bedingungen verschaffen, und er würde hierfür miudeflenS drei Milliarden Mark ausgeben müssen. .

Tatsächlich brauckst aber Rußland viel größere Anlechen zur Deckung seiner laufenden Bedürfnisse. Der Budget-Vorschlag für das Jalw 1906 weist ein Defizit von 481.1 Millwnen Rubel ober 1.039 Millionen Wart auf. Infolge der Revolution »mrd aber dos Defizit viel größer sein, und zwar schätzt man dasselbe auf eine weitere Milliarde. Im Jahre 1906 müssen allo für Defizit, Moften der Revolution und Rückzahlung der ^chatz- wcchset 3 Milliarden Mark durch eine Anleihe aufgebracht werben.

Im Jahre 1907 wir das Defizit mit 2 Milliarden Marl veranschlagt. Für jedes bet folgenden Jahre ist die ole icke Summe de» Defizits anzunehmen. Bis zum Jahre 1911 hatte Rußland zum Ausgleich seines Etats 12 Milliarden und für Rückzahlungen 3 Milliarden, somit in 6 Jahren 15 Milliarden Mark durch Anleihen aufzubringen. Durch die Trubel^hat stch aber die Finanzlage Rußlands wesentlich verschlechtert, ^ettbem Beginn der revolutionären Bewegung dürste melw als? 1 Millrardc Mark an Kapital aus Rußlaird ausgeführt worden ww. Dic Rev-Mution dürfte durch Unruhen, der ländlichen Bevölkerung, Zerstörung der Petroleumgruben, usw. das staatliche und private Nationalvermögen um mindestens 1 Milliarde Mark vermindert haben. Die größte Täuschung in der Budget-Geschichte war das russische Budget für das Jahr 1906. Das Ordinarmm ver­anschlagt den Ueberschnß mit 9.7 Millionen, während cs aber gewiß ist. daß das Defizit mehr als 1 Milliarde Mark betragen wird. Dazu kommt das eingeftanbene Defizit im Extraordinarium mit 481 1 Millwnen Rubel. Diese Verhältnisse mußten in dem Voranschläge für das Jahr 1907 in verschärftem Maße zum Ms- druck kommen, da vorher bereits daS Budget des Jahres 1904 dos Defizit von 317 Millionen Rubel ergeben batte, das aus den freien Barbesrnnden gedeckt wurde. Zur Deckung des 'Abgangs im Bndgci dcs Jahres 1905 wurden 730 Millionen Rubel aus verschiedenen Anleihen und 400 Millionen^ Rubel aus der Ver­äußerung der ^chatzwechsel verwendet, solche Zuflusic,fehlen in den folgenden Jahren, int Gegenteil mußten die Erforder nisse für Rückzahlung der Sckmtzwcchscl aufgebracht werden, -ter runifebe Staat müßte siw die gewaltigen Summen zur Bestreitung seiner Vervfliünung und Deckung des Defizits durch neue Mllliar- den-Anleihen beschaffen, es sei aber ausgcsckllosien, daß die Aus­bringung fv gewaltiger Summen durch Anlethen so leicht ge-

Heer nnd Flotte.

Der Jahresbericht des Deutschen FlottenvereinL für das Jahr 1905 ist erschienen. Ter herein besitzt heute annähernd eine Million Mitglieder. An Flugblättern, Werbe­schriften und sonstigen Mitteilungen Hal er fast 5 Millionen Stück verteilt. Die Schlußbilanz ergibt eine Einnahme und Ausgabe von über 550 000 Mark und einen Vermögensbe­stand von rund 155 000 Mark, außer dem Ehinafonds in Höhe von 125 000 Mark.

Vermischtes.

* Im Pensionat beraubt. Ein Berliner junges Mädchen ist einer auswärtigen Unternehmerin, die in Berlin Opfer für ihre mit großer Sorgfalt erdachten Betrügereien suchte, in die Hände gefallen. Dor einiger Zeit stand in Blättern eine Anzeige, in der eine Frau, die sich v-orüber-- gehend in Berlin aufhalte, für eine Konditorei in München eine junge Verkäuferin bet freier Verpflegung und gutem Gehalt suche. Es meldeten fielt viele Mädchen. Eme $ einer b er in, ein junges Mädchen von tadellosem Ruf, bej tont eine Einladung nach einem Pensionat, nm sich vor-- zustelten. Eine Frau empfing sie und erzählte ihr, daß ite mit einem Hutgeschäft in München nicht zurccht gekommen fei und jetzt ihrer Schwester dort in ihrer großen Kon­ditorei helfe. Für diese suche sie eine junge Berlinerin als Verkäuferin. Ta ihr ein gutes Gehalt in Aussicht gestellt wurde, nahm sie die Stellung sofort an. Tie Frau, die sich Marie Herzog nannte, ging nun zu einigen Besorgungen mit ihr ans und empfahl ihr bann, zur gemeinsamen Fahrt nach München mit dein nächsten Frühzug ihr Gepäck nach dem Anhalter Bahnhof zu bringen. Tas Mädchen kam bann auch mit dem großen Reiselorb nad) dem Pen­sionat, um die Frau abzuholen. Diese wartete schon draußen, meinte aber, es fei noch viel zu früh und schlug vor, daß das Mädchen den <l*orb zur Gepäckannahme bringen lasse und dann noch ein paar Stunden bei ihr im Zimmer schlafe. Tamit war die junge Berlinerin gern einverstanden. Sie nahm auch das Anerbieten ait, im Bett zu schlafen, während die Frau sich angelleibct auf das Schlassofa legte. Am nächsten Morgen war die Schwester ber_ Lwnditorer- besitzerin verschwunden, mit ihr der größte Teil der Kleidung, der Hut, der Schirm, das P o c t e m o n n ai c mit dem Geld und dem Gepäckschein und die goldene Uhr des Mädck>enZ. Auch der Reisekorb war bereits ab­geholt. So k a m d a s M ä d ch e n u m a l l e s, was es besaß, auch um seine ganze Aussteuer im Werte von 700 Ma r k. Um zu verhüten, daß das Mädchen bei vor- reirigem Erwack>en ihr Bcrschwinden gleich inerte, hattki die Schwindlerin die von der Wirtin in das Zimmer gestellten Streichhölzer weggenommen, sodaß c5 kein Licht anzünden konnte. Wahrscheinlich hat die Fremde mit einem Helfers- l;elfer ist Verbindung gestanden.

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äen Lindenplatz 1

KUrhavS. eine neue Tiefbohrung nach, warmen AOwmllcn eine bcsiere finanzielle und orgnmiatorndy? Verbindung des Bades mit Bad-Nauheim. h. r..,

** Nieder-Gemünden, 2<. ?lpril. Die Gememde be­absichtigt die Herstellung einer Wassetver |orgungs-An­lage. Ein geeignetes Qucllwancrgeb'.ct ist vorlMrdm, von dmr das Waffcr zu einem Lwchibehälter von 1000 Kubikmeter Inhalt geleitet wird. Die Arbeiten werden unter der Lenung der GrvM. ^lulturinspcltion Gießen ausgcführt, voti der auch btc Blanc auSgearbeitet sind. . ... o . . . _

Darmstadt, 27. April. Prtnzesltn Ludwig von Battenberg mit Familie i|t gestern nachmlltag 1-50 llhr über München nack Dencdia abaereist. <D. Ztg. >___

Dic Ltcucrkommilsion.

Berlin. 27. April.

Staatssekretär Frhr. °. Stengel gab salzende Hebet- sicht: Der Ueberschnß im eigenen Hauschalt des Reiches aus dem Jahre 1905 betrage minus 62 Mill. Die Ausgaben stellen sich um 12i/i Million?n Höher, darunter 6*/3 Millionen für die Ergänzung der Reichsschuld.

lmgen wird. _ . .

Unter der Einwirkung dcr revolulivnaren 'Strömung werden die ordentlichen Emnahmcn Rußlands in wenigen Jahren von 4 Milliarden Mark auf die fcätftc zusammensinken. Die Nieder­werfung be-5 Aufstande» kostet dem rufsis0:en Staate enorme Mittel ebenso die ihitcrtjaltim.l der Armee und die Ruckbcsörder- üna der Truppen. Tie Belastung auf Bier und Tabak betragt dag 3__4 fache der Steuern in Deutschland und ist nicht steigere

unasfäkna Die Einwmmettsteuer dürfte dem Staate raum mehr alS 100 Millionen Rubel eintragen Die russischen «taatsbahnen sind passiv und arbeiten fast in jedem ^ahie mit Verlust. Der Staat musste in den 18 Jahren d i. »wn l887 biS 1904 bon den Kosten der Erbauung abgeiehen, Zuichum von mogesamt 1637 Millionen Maik, durchschnittlich n(|o mtzrlich 186 Mlllivnen Mark, leisten. Für die nächsten 10 Jahre wird dieses Defizit der Bahnen mit 2 Milliarden Mark vcramchlaat. Dtc ruffstchc Goldwährung ist durch die enormen Ruckzahlungserfordernisic sehr gefährdet und müsste, wenn die Anbringung der grotzen Anleihen im Aus'lande nicht gelingen loUtc, zuiammcnbrechen. " Also m Frankreich ist man erst letzt, nach Emission der Anleihe, dazu geneigt, dem so lange irregeführten Publikum reinen Wein einzuschenken. Aus Paris wird heute offiziös gemeldet, daß sieben Achtel der Besitzer der Schatz,cheme von ihrem Bezugsrecht Gebrauch gemacht haben sodaß nur 500 Millionen für die anderen Zeichner übrig blieben. Die ~ln» leihe sei mindestens 20 bis 25 mal überzeichnet worden!!__

Stadt und Land.

Gießen, den 28. April 1906.

** Ordensaugelegenheit. S. St. $>. der Groß­herzog haben dem vertrag. Rat bet der Abteilung für Finanz- wirtsämst und Eisenbahnwesen des Ministeriums der Finanzen, Geh. Qberfinanzrat Dr. Ferd. Rohde^die Erlaubnis zur An­nahme und zum Traget! des ihm von o. ä'. H. dem Herzog von Sachsen-lloburg und Gotha verliehenen Komturkreuzes 2. 51t. des Herzog sich Sachsen>Ernestinischen Äausordcns erteilt.

** An der Bahnstrecke Gießen-Gelnhausen soll bei Äilom. 11228, auf Posten 10 und 46, zur Sturheit je ein Dlockwärterhäuschen noch im Laufe dieses Sommers errichtet iverden.

** Kun ft verein. Tie datier der gegenwärtigen Ausstell­ung, welche nur bis zum 22. d. M. bauern sollte, ist des fort­gesetzt regen Besuches wegen iw<b bis zum 6. Mai verlängert irorden. Tie 5kollckiionen von H. Batujckick, M. Brandenburg- Berlin und die Aquarelle von O. Günther-Raumburg, Eharlotten- bnrg, sind ebenfalls noch vollständig ausgestellt.

** 3 euer rocl)r. Tie ordentliche 5^auytvccfammlung der Gießener Freiw. Feuerwehr wird am Montag abend 8 2 llhr im fcotd Einhorn abgehalten. Ä

** Zur besseren A u s g e st a l t u n g d e s B a d e s a i z - Hausen. Eine bem hesiischen Landtag zugegangenc Vorlage der Großh. Regierung eriirebt dic Vermehrung der vorl-andencn Badezellen von 15 auf 37, Ein'ührung von Zentrall-eizung im

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