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5.6.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Dienstag 5. Juni 1906

156. Jahrgang

Schul st ratze 7.

Redaktion 112

Verlag u.Exped.^^51

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt fiir den Kreis Gietzen

Vez«g*pre»Si monalttch7bPi., viertel- jädrlich Mk. 2.20; durch Abyolo- u. Zweigstellen inovatlicb 66 Pf.; durch diePost Mk. 2. Viertel­jahr!. auöschl. Besleüg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnuinmer biS vormittags 10 Uhr. ZeilenprelS: lokal ILPf« auSwärtS 20 Pig.

Verantwortlich füt den polit. und allgem. Teil: P. Witt ko: für ,Stadt und ßanb' und .GerichtSfaal'. Ernst petz; hir den An­zeigenteil: HanS Beck.

Nr. 139

erscheint täglich außer Sonntag«.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der B r ü h l'sehen Univers.-Buch-u. Stein- druckeret. 9L Lange. Redaktion. Expedition

Aie heutige Hummer umfaßt 8 Seiten.

politische Wochenschau.

Großen, 5. Jttni 1906.

Das Pfingstfest, das für Tausende die erfte Gelegenheit bildet, der neu erwachten Natur iHre Huldigung zu zollen, das Tausenden Erholung und Freude bringen soll und das für andere Tausende eine Haup-temncchmecfUelle für das ganze Jahr geworden ist, von deren Bedeutung ihre Existenz zuni Teil ab hängt, es ist vorüber. Die großen Erwartungen, bie an das Fest gestellt wurden, sind aufs schmählichste enttäuscht worden. Das Pfingstfest, von dem ein feinhöriger kleiner Dreijähriger meinte, der seine eigene Laut-Ety­mologie treibt, er müsse, wie vor Wochen vom Osterhasen, so nun vom Buchfink Pfingsteier bekommen, hat sich dies- rnal ganz und gar nicht so aufgeführt, wie es von ihm von Rechts wegen erwartet wird. Wohl brachte es Fcststimm- ung, buntblühende Bbumenpracht, freudegierige Menschen­kinder und hier und da auch Sing und Sang und Klang aber das Wetter, das Wetter. Wenig versprechend sah schon der mit grauen Dunstschleiern verhängte und in kurzen Absätzen immer neue Iwgenschauer herabgießende Himmel am F-estvorabend aus. Trotzdem ließ sich mancher fri'ch- lingsdurstende Naturschwärmer nicht äbhälten, schon am Samstag hinauszuKiehen in die Berge. Leider blieb aber die Sonne fast den ganzen ersten Feiertag über höchst un­gnädig. Nur am Abend hat sie einen unachtsamen kurzen, die Wiesen doch mit goldigem Glanze überflutenden Blick auf das Festtagsgewimmel aeworfen. Am zweiten Feier­tage zeigte sie sich zwar bedeutend wohlwollender. ?lber ein geradezu eisiges Mailüftchen rüttelte heftig an den Fensterladen und schüttelte ivilo die Bäume. Mancher lieber» zieher und mancher Damenmantel, deren Dispositionszeit schon begonnen hatte, mußten wieder in Aktion treten. Ein nasser Sommer ist von Wetterkundigen geweissagt worden, und diese Cassandraprophezeiung scheint sich er- füllen zu wollen. Jedenfalls ist das Pfingstfest arg miß­raten, und dem sauren Feste folgen saure Wochen der Mühe und Arbeit.

In den nächsten Tagen versammtzLt sich in Darm­stadt die 2. hessische K/ammer zu emsiger Arbeit, wenn auch nur für wenige Tage. Der Reichstag aber hat seinen Sommerurlaub angetreten. Ein bemerkenswerter Moment in seinen letzten Sitzungen war der heftige An­griff des Sozialdemokraten Bernstein gegen den Breslauer Polizeipräsidenben wegen der Affäre des Arbeiters Biewald, dem eine Hand von einem offiziell noch nicht ermittelten Schutzmann äbgehauen wurde. Bernstein aber bla­mierte sich unsterblich damit, daß er eine uu ab ge­schossene Patrone auf den Tisch des Hauses niederlegte, an die er eine grausige Geschichte knüpfte, die aber von der ganzen sozialdemokratischen Presse, auch der in Hessen, unterdrückt wurde! Putzig war das burschi­kose Gebahren des Herrn von O l d e n b u r g -'I a n u s ch a u, der den süddeutschen Bundesstaaten wegen chrer populären Wahlrechtsreformbemühungen den Text zu lesen sich unter­fing und die preußische Retorsionspolitik als die allein­seligmachende Kulturpolitik eines starken Deutschland em­pfahl. Ter bayerische Bundesratsbevollmächtigte gab auf diesen Ueberhebungsausbruch des reaktionären Junkers die gebührende Antwort. Ein schlimmes Spiel trieb der Reichs­tag mit dem Erbviinzen zu Hohenlohe, der nun seit 6 Monaten auf seine etatsmäßige Anstellung als Kolonial­staatssekretär wartete, dessen Gehialt aber bei der dritten Etatsberatung endgiltig verweigert ivurbe. Damit war das Kvlonialsekretariat überhaupt gefallen, und es blieb schließ­lich bloß noch der Antrag auf die Medereinstellung der Kolonialverwaltung in das Auswärtige Amt mit einem Kolonialdirektor an der Spitze übrig. Dieser Antrag ge­langte denn auch zur Annahme. Der Erbprinz wird trotz­dem in seiner bisherigen Stellung verbleiben, nachdem ihm eine weitgehende Selbständigkeit in der Ausübung seiner Funktionen zugesichert worden ist. Auch in den kolonialen Ergünznngsetats hat der Reichstag starke Abstriche vorge­nommen. Das Auftreten des Obersten v. Deimling dem Reichstag gegenüber, die sensationellen Nachrichten des Abg. Semler über die Verquickung der Truppenzurückziehung mit der Bahnbewilligung und die Tiraden des Abg. Dr. Arendt koimten die Stimnnuig des Reichstag« nur ungünstig be­einflussen. Die letzte positive Tat des Reichstags war die Annahme des deutsch-schwedischen Handelsver- tag es Die Vertagung dauert bis zum 13. ÄLovember.

Das preußische Abgeordnetenhaus nahm vor der Pfingstferienpause das Schulunterhaltungs- qesetz an. Minister Studt pries dieses Ereignis als ein Derk des Friedens, dürfte aber mit seiner Auffassung ziem­lich allein stehen. Allen Beeinflussungsversuchen der öffent­lichen Meinung zum Trotz hält die liberale Presse ihr Urteil über die nun im Abgeordnetenhause vorläufig zum Ab­schluß gebrachte Schulaktion aufrecht. Die gesetzmäßige Ein­führung des konfessionellen SchulftistemS anstelle des Simul­tan sckmlprinzips und die schiverwiegenden Bestimmungen über die Verkürzung der Rechte der Sewbstverwaltung stem­peln das Gesetz als reaktionär. Weiter stimmte das Ab­geordnetenhaus der Vorlage über die Mainkanalisier- u n g zu.

Die Reise des deutschen Kaisers nach Wien mid Schönbrunn findet im Lause dieser Woche statt. Auch Prinz Heinrich von Preußen begibt sich am 9. d. M. nach Wien. Während der Prinzrege-»t von Dai)ein und ein Vertreter der württernbergischen Armee gleichzeitig mit bem Grasen Moltke in Wien weilten, werden der König von Sachsen und Prinz Ludwig von Bayern in den nächsten Taaen in Sa^wedel zusammen treffen, lieber die Bedeut­ung aller dieser Zusammenkünfte ist etwas Authentisches noch nicht veröffentlicht worden.

In Oe st erreich-Ungarn kam die lang hintange­haltene Reichskrisis zum Ausbruch Bei der Bildung des ungarischen Kabinetts Wekerbe gestand Kaiser Franz Josef den Ungarn yi, Has österreichisch-ungarische Zollbündnis durch einen Zollvertrag zu ersetzen. Demgemäß brachte Minister Wekerle im ungarischen Reichsrat das österreichisch- ungarische Zollabkommen nicht als gemeinsame Reichsvor­lage, fonbam als ungarische Vorlage ein, wie er auch die auf Grund der Zollunion abgeschtossenen Handelsver­träge nicht als gemeinsame Reichsvorlagen, sondern als einseitige ungarische Gesetzesvorlagen vor den Reichsrat brachte. Damit fiel prinzipiell die wirtschaftliche Reichs­einheit von Oesterreich und Ungarn. Der österreichische Ministerpräsident, Prinz zu Hohenlohe, trat infolge dieser zugunsten Ungarns ausgefallenen Entscheidung des Kaisers zurück, mit ihm sein gesamtes Kabinett. Die Neubildung des österreichischen Kabinetts wurde dem Sektionschef o. Beck übertragen. Das neue Kabinett findet aber vorläufig keines­wegs die begeisterte Aufnahme, die ihm als einem Kampf­ministerium gegen Ungarn in Aussicht gestellt war. Die Ursache der Zurückhaltung ist das allgemeine Mißtrauen der Parteien untereinander. Es ist der Kabinettsbildung nicht eine Verständigung über alle strittigen Fragen vor­ausgegangen, die Parteien haben nur dem ungeivöhnlich starken, von oben geübten Druck nachgegeben, um, wie ein tschechisches Blatt sagt, die drohenden Straßendemonstra- tionen während der Anwesenheit des deutschen Kaisers zu verhüten. Darum mußte das Kabinett noch vor Pfingsten fertig werden und feine Programmbeschränkung auf die zwei populärsten Forderungen, Ausgleich und Wahlreform, ]o laut ausgerufen werden. Es ist immerhin möglich, daß man sich nun im Kabinett wirklich über die W a h l r e f o r m einigt und dann auch im Hause ein Kompromiß gelingt. In seiner jetzigen Zusammensetzung und bei dem jetzigen Gemütszustand der Parteien ist das Kabinett Beck noch nicht das ersehnte Erlösungsministerium für Oesterreich.

I» Christ i a n i a wurde am 1. Juni Hendrik Ibsen nach einer Trauer feier, an welcher König Hakon teilnahm, $ur letzten Ruhe bestattet. Am Abend desselben Tages fand eine Gedächtuisvorstellung im Nationaltheater, das gänz­lich ausverkauft war, statt.

Die Pforte richtete an die Vertreter sämtlicher Groß­mächte eine Note- worin sie über die zunehmende griechische Bandenbemegung in Mazedonien ernsteste Klage führt. Die Pforte hebl hervor, daß alle ihrerseits m Athen ein­geleiteten Schritte fruchtlos bleiben, weshalb sie an die Mächte appelliert, damit diese in Athen vorstellig werden. ES geschieht zum ersten male, daß die Pforte wegen ihrer Beziehungen zu einem unabhängigen Staate um die Dienste der Großmächte ersucht.

Alle Anzeichen sprechen dafür, daß das Elend der russischen Bauern weiter um sich greifen werde. Die Mißernte ergreift fast alle Gouvernements, die im ver­gangenen Jahre davon betroffen wurden, in noch größerem Maße als damals. Im Gouvernement Kasan ist durch die Dürre die Frühjahrs- wie Sommersaat vernichtet, ebenso im Gouvernement Saratow, wo der Sommerweizen ganz ver­nichtet ist. Im südlichen Teile des Tongebietes hat der Sonnenbrand die ganzen Felder und Wiesen auf ungeheure Strecken vernichtet. Seit Anfang des Frühjahrs ist dort fein Regen gefallen. Wann die Regierung Hilfe organisieren wird und wie, ist noch ihr Geheimnis, zumal das 93er- pflegungS-Kapital aufgebracht ist. Alle Kasten sind leer. In mehreren Städten sind gefährliche Streiks ausgebrochen.

Die Königshochzeit in Spanien ist nicht ohne Attentat vor sich gegangen. Ruchlose Hände schleuderten bei der Rückkehr des jungen Ehepaares aus der Kirche ins Schloß dicht in der Nähe des königlichen Wagens eine Bombe; das Königspaar selbst blieb unverletzt. 24 Anwesende wurden getötet und 76 verwundet, von denen noch drei gestorben sind. Welche furchtbare Perspektive für die junge Königin, der am Tage ihrer Vermählung ein solcher Empfang bereitet wird! Der Täter des Mordanschlages ist, entgegen früheren, sehr bestimmt auftretenden Meldungen, noch un» ermittelt. Trotz eifrigen Suchens beginnt man zu fürchten, daß, wie bei den drei letzten Attentaten in Barcelona, der Schuldige nicht gefunden werden wird. Der verhaftete Eng» länber Hamilton hat sich als unschuldig erwiesen und wurde auf freien Fuß gesetzt. Der Minister des Innern bietet persönlich 25 000 Pesetas dem, der eine solche Aus­kunft giebt, daß zur Verhaftung MoraleS' geschritten werden kann. Die Untersuchung wird auch in London mit Eifer fortgesetzt. Im Generalquartier der englischen Sicherheits­polizei wird erklärt, daß der Name des Attentäters nicht be­kannt sei. Man vermutet, daß es ein falscher ist. Der spanische Geschäftsträger Graf Praden in London erklärte, baß der Attentäter ein Italiener sei. Auch sei wenig wahr­scheinlich, daß das Komplott in London ausgearbeitet wurde. Man vermutet vielfach, daß der Urheber des Attentats durch die Explosion der ersten Bombe getötet worden ist. Dian hat nämlich auf dem Balkon des dritten Stockes des be­treffenden Hauses einen Mann tot aufgefunben. Die Polizei glaubt, daß die beiden Bomben nach 9lrt der früheren Retten- kugeln durch eine Kette verbunden waren und daß die erste Bombe auf dem Balkon, die zweite in' der Luft explodierte. __ Am 2. Juni kurz vor Sonnenuntergang fand die Bei- setziing der Getöteten statt. Eine große Drenschenmenge, ferner die Jnfanten Carlos und Ferdinand, sowie die gesamten Der- tretcr der auswärtigen Mächte, die zu den HochzeitSseierlich- kecken nach Madrid gekommen waren, nahmen an der Bei­

setzung teil. Auf Anraten der Regierung wohnte der König der Beisetzung nicht bei. Er besuchte aber die Verletzten in den Spitälern. Er ging von Bett zu Bett, unterhielt sich mit ihnen und tröstete sie. Die spanische Regierung beab­sichtigt, die Hinterbliebenen der Opfer mit Geldmitteln zu unterstützen. Vielfach verblüfft und empört hat es, daß die Festlichkeiten ihren Fortgang nehmen. So hat am Pfingst­sonntage in Madrid ein großer Stierkampf stattgefunden, zu dem Hunderte von Einladungen ergangen waren. Des Königs Absicht ist ja klar, er will dem Volke Freude bereiten; eine Landestrauer aber würde doch wohl selbst von dem Geringsten im Lande bester verstanden werden.

Deutsch Afrikanisches.

Berlin, 2. Juni. Amtlich. Nach dem Gefechte bei NukaiS am 25. Mai war der Gegner zunächst nach Osten ab­gezogen. Unter der Einwirkung der von Duurdrift vorgehenden 9. Kompagnie des 2. Feldregiments und da den Hotten­totten vermutlich auch die Besetzung der Wasserstellen am Geiab Revier bekannt mar, wandten sie sich wieder nach Norden, erreichten nördlich von Tsarnab abermals den Hann Revier, und zogen dann über Nagais und Dakeib in west­licher Richtung nach Gabis. Die Abteiliing des Majors v. Freyhold, die am 28. Mai, vom Fischfluste kommend, in Halb eingetroffen war, stellte durch ihre Patrouillen fest, daß etwa 250 Hottentotten Pad Haib--Warmbad nach Süden zu überschritten hätten. Sie nahm sofort die Verfolgung auf. Major Siebner, der unter äußerster Anspannung der Kräfte die Verfolgung bisher durchgeführt hatte, steht jetzt nut feiner Abteilung bet Warmbad. Major Rentei übernahm das Kommando an der Ostgrenze. Rittmeister Ermekeil hält den unteren Fischfluß besetzt. Hauptmann v. Bentivegni vertrieb gelegentlich einer Streife durch die großen Karasberge am 26. Mai nach kurzem Gefechte eine Hottentottenbande und nahm ihnen Vieh ab. Vereinzelte kleinere Banden traten am Lowenfluß bei Stampftet, am Fischfluß bei HonS und in der Gegend südlich von Churutabis auf.

Major Johannes konzentriert seit Mitte Mai Teile seines Expeditionskorps, verstärkt durch Detachements von Mahenge, gegen die Landschaft Mgende, den Sammelpunkt der Auf­ständischen. In Tabora ist die Kompagnie Hirsch eingetroffen. Hauptmann Seyfried kehrte unter Belastung starker Posten in Nakindjimba Jlulu und Luagalla auf Makonde nach Lindi zurück._____________________________________________________

Das Bismarckdenkmal in Hamburg.

Ham bürg, 2. Juni. Die feierliche Enthüllung des BiSmarckdenkmals auf der Elbhöhe hat heute nachmittag statt­gefunden. Von der Familie Bismarck waren der Einladung zur Teilnahme an der Feier gefolgt: Die vier ältesten Kinder des verstorbenen Fürsten Herbert Bismarck, Graf und Gräfin Hoyos, Graf Hermann Kaiserkingk und Baron Merck. Bürger­meister Dr. Moenckeberg hielt die Festrde. In derselben führte er aus: ^Da» enthüllte Bild solle den ganzen BiSmarck zeigen, wie er noch nach Jahrhunderten in den Herzen des deutschen Volkes softleben werde, wenn daS Zufällige und Aeußerliche in seiner Erscheinung längst vergessen sein wird. In riesiger Gestalt mit den ernsten, festen Zügen, den tiefen gewaltigen Augen sehe man das Bild des starken deutschen Mannes, der außer Gott nichts auf der Welt fürchtet, der bei aller Unabhängigkeit und Selbständigkeit deS Charakters doch in echt deutscher Treue keinen höheren Ruhm kennt, als der erste Diener seines Kaisers und Königs zu fein, der mit unerschütterlicher Ueberjeiigung und unbeugsamer Energie auf das als richtig erkannte Ziel lossteuert. Das Denkmal werde so die Erinnerung an bie r große Zeit der Gründung des Reiches wachhalten und den kommenden Geschttchtern eine Mahnung sein, daß sie festhalten an der Treue an Kaiser und Reich/ Der Präsident des Senats Hamburg, Bürger­meister Dr. Burchard, übernahm das Denkmal mit einer Ansprache. NamenS des Senats und der Bürgerschaft nehme er dankbar daS in freudiger Begeisterung errichtete Denkmal entgegen. Wie Hermanns, des CheruskerS Standbild schaue es weit hinaus in die deutschen Lande, gleich ihm ein Mark­stein deutscher Kraft und deutschen Könnens. Wie einst der Pfingstgeist matte Herzen mit Begeisterung erfüllt habe, so möge em nationales Pfingsten dem deutschen Volke be- schieden sein._________________________________________

DcrTe l tow-Ka iial

ist am 2 d. M. durch den Kaiser feierlich eröffnet worben. Der Monarch durchschnitt bie traditionelle seidene Schnur mit dem Riel seines Schiffes, der Dampfjacht Alexandra, und damit war der Kanal eröffnet Während der Fahrt über­holte bieAlexandra* einen Schleppzug, der mit elektrischem Betriebe getreidelt wurde. An der Kanalstrecke sind zahlreiche Terraingesellschaften entstanden, die auf zukünftige Villen­kolonien und vor allem das Entstehen von Fabriken und industriellen Anlagen aller Art am Kanal rechnen. Der Rrei5 Teltow hat für annähernd zwei Millionen Mark Ländereien als .aussichtsvolle Kanalanlage* erworben. Die Preise für Grund und Boden sind an der ganzen Linie des Kanals schon riesig gestiegen; die Anlieger, kleine Bauern usiv. haben große Gewinne erzielt, und da­bei werden doch die Tcrraingesellschaften erst den größten Nutzen haben. Durch die heutzutage so beliebteAusschließung von Grund und Boden*, d. h. dtirch Verkauf von Land an