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Altbewährtes Soolbad.
**E hr't eure deuts^en.Meister. In der Nibelungen- stadt Worms ist aus Anlaß der Ausführung von Hebbels Nibelmzgen: „Der gehörnte Siegfried^, „Siegfrieds Tod" (9. Juni und „Kriemhilds 3ladye" (10. Juni) durch das Mannheimer Hos- und National-Thsater am Vorabend (8. Juni) eine Hebbel feier im Stöbt. Festspielhaus geplant. Der neue Intendant der Mannheimer Hofbühne Dr. Hagemann wird hierbei über Hebbel sprechen, Hviscbauspielcr Paul Wiecke-Dresden, der vorzüglill-e Jmerpret Hebbelsänr Dichtungen, wird aus Hebbels Lyrik und Balladenschatz eine Blütenlcse geben. Die Feier leitet Lrgelspiel ein uni> beschließ diese auch, wofür Fritz Stein, der Lächler unb Adlatus Philipp Wolfrums von Heidelberg, ge- ivonnen ist. Tie Veranstaltung geht vom Wormser Rojengarten- Ausfchuß und Heidelberger Hebbelverein aus. Einladungen sollen an alle Hebbelfreunde, literarische Vereinigungen und an dir akademische Jugend erlassen werden.
— Aus Tarmftadt wird uns geschrieben: Die Auflösung der Künstlerkvlonie darf als ausgeschlossen gelten. Zur Zit besteht die Absicht, neue t ü ch t i g e K ü n st le r p berufen. Die MDtonic in so stabil wie je zuvor. Olbrtch denkt nicht daran, Darmstadt zu verlassen und Habich werd sehr wahrscheinlich auch bleiben.
Kleine» Feuilleton.
— Tas Mostaucr lüustlerifche Theater, das tu Berlin, Wien und Wiesbaden ganz ungewöhnlich große Erfolge errungen hat, weilt zurzeit in Fran Eflirt Am Donnerstag hat es dort sein Gastspiel begonnen und heute soll es mii einer Aufführung des Gordischen „Nachtasyls" schon zu Ende gehen. Am Donnerstag war das Schauspielhaus bei erhöhten Preisen fast vollständig ausveriauft.. Die Mostauer Künstler haben sich manche Maxime der einst berühmten Meininger angeeigucd Sie zeigen sich uns als getreueste Nachschöpfer einer vergangenen rufhlajen Kultur- epoche. Vor uns entfaltet sich das bunte Leben am Hofe des Zaren Feodor, dem am Ausgange des 16. Jahrh. das russische Reich zu regieren oblag. Das russische Hofleben jener verschollenen fernen Zeit ist es, was uns, die wir die melodiöse Sprache dieses Volkes nicht verstehen, zunächst ganz wundersam fesselt. Es erscheinen im kaiserlichen Lhronsaal die Großen des Reiches, die hohe Geistlichkeit, Deputationen von Bürgern und Bauern usw., und der gesamte seltsame Zeremonicnapparat mit Fußfall, Erd- und Kleidersaum tuß, dreifachem Wangenktlß usw. usw. spielt sich mor uns in würdevoller Feierlichkeit ab. Sf)äter werden woir dann u. a. in das Schlafzimmer^ der Zarin, in die Eail'ei Liclne Hofkirche und noch zu manchen anderen in ter» esssanten Stätten geführt. Das technische Beiwerk: djie mittelalterliche tostümelle Prachtentfalchng, die reichen und tiinstlerisch mit auserlesenem Geschmack zu feinen Farbenharmonien gestimmten TekoraLionen, bie nicht inur durch ihren überaus großen Personenreichtum, son- dWM, mehr durch Lhr gleichsam elementares, intuitives
nur in den Armen der treuen und starken Gattin Ruhe findenden Zaren, des von feinen Paladinen beherrschter Scheinherrschers, dessen weiches, an zartesten Eigenschaften reiches, in allem Unheil heilig gebliebenes ^rz in allen seinen Zuckungen vor unseren Augen geöffnet liegt, sodaß wir dem Edlen, aber gar so Schwachen hilfsbereit beisvringen möchten, — dieser Künstler Namens Moskwin hat auf den deutschen Bühnen außer Kainz keinen ihm Ebenbürtigen. Tas Moskauer künstlerische Theater wird dem, der es sah, unvergeßlich bleiben. —o.
Erstehen verblüffenden szenischen Effekte — das zusammen bildet den Hauptreiz dieses russischen Theaters. Tas glänzt und gleißt, das blinkt und olitzt, wie in einem Märchen aus Tausendundeinernacht. Im nächtigen Dunkel des von zarten Birken bestandenen Gartens des Fürsten Iwan Petrowitsch Schujski, des mittelstandsfreundlichen russ. Großen, der unter dem Szepter des Willensschwächen, aber edel- herzigen Zaren Feodor von dessen herrschlüsdernem absolutistischen Schwager in den Tod getrieben wird, geben z. B. Nachtigallen ein Konzert, während ein Liebespärchen seine Neckereien treibt; das ist eine ungemein anziehende Nuance, die uns die Lyrik des nächtlichen FrühLingswaldes empfinden läßt. Freilich fingen die Nachtigallen mit allzu großem Eifer. Besonders bewundertiswert aber ist die straffe, einheitliche Regiesuhrung, die in den kleinsten Statisten Bewegung bringt, ja tiefste, innerste Anteilnahme an den dramatischen Vorgängen in ihm erweckt zu haben scheint, ist die ungemein feine und diskrete Abtönung des Mienen- und Geberdenspiels jedes Einzelnen, ist diese Sonderart einer veredelten realistischen Darstellung, die sich von allen brutalen Effekten fern halt, die vor uns warmes, blühendes Leben erscheinen läßt, ohne uns die Illusion zu rauben, ohne unser ästhetisches Gefühl durch überflüssige nüchterne Simplizitäten zu verletzen. Nichts Kleines und Kleinliches stört uns, nur die Herzen ergreifende bedeutende Bilder von großem Menschenlcide und gewaltigen seelischen Erschütterungen, nur das Auge durch ihren Reichtum an Farbe und Schönheit fesselnde 'oilber werden uns vorgeführt. Und unter den Darstellern befinden sich, wie es scheint, Kün'ller von wahrhafter Genialitar. Der Darsteller z. B. des ganz und gar energielosen, ewig wankenden und schwankenden,
General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulst*. V. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gieße».
Nr 29 Zweites Blatt 156. Jahrgang Samstag 28. April 1806
«r,ch^, ,.gnq mUNu-Em- be. Sonntag«. . Rotattontbn.tr unb Karla, bn trübtW.
Die „«ithener L-nnMrnblatter" werden dem B b X WZOTr Unlversttätsdruckeret. R. Lange. Greben.
»Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der IV Jl|l WlZ ■; 1 J ti / w SS 5 CT M
«hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. ▼ V** H 8 ü fl 9 vä v V*
Politische Tage.scha^
Monarchenbegegnuugell?
Meldung emes englischen Blattes von einer für den September bevorstehenden Z u sa m m e n kn n ft des d euts ch e n Kaisers mit König Eduard und dem Zaren in Darmstadt wird als Erfindung bezeichnet. Möglich allerdings, wie die »Tägl. NundschauE erfahrt, daß schon in biefem Iah« ein Zusammentreffen zwischen dem Kaiser und König Eduard stattfindet. Beide Monarchen haben den Wunsch geäußert, Gelegenheit zu einer persönlichen Aussprache zu haben. Die ,Voss. Ztg.- stellt aber auch das m Abrede. Auch das Erscheinen König Eduards zu den Kaisermanövern in Schlesien im Herbst d. Js. wird man noch sehr in Zweifel ziehen müssen. Am Ende liegt d,e Annahme der Wahrheit am nächsten, daß z. Zl. überhaupt keine bindenden Vereinbarungen zwischen den Höfen von Berlin und London getroffen sind. König Eduard, der ivie seine Gemahlin am Freitag in Neapel eingetroffen ist, reift nach wie vor in weitem Bogen um Deutschland herum. Zu den freundschaftlichen Gefühlen für Italien, von denen der König durch Besuch der Malländer Ausstellung erneut Zeugnis ablegen will (allerdings bringt jetzt der „Sortiere della Serra" eine Ableugnung des Mailänder Besuches des englischen KönigSpaareS, das von Genua direkt die Heimreise über Frankreich antreten werde, um in Paris beim Präsidenten Falliöres zu dinieren und dann schon am 2. Mai in London einzutreffen), gesellt sich eine lebhafte Sympathie für Griechen- land, die in Athen in einem überschwänglichen Trinlspruch Ausdruck fand, zur freudigen Ueberrafchung der hellenischen KönigSsamilie. ES sind offenbar nicht alle „Unstimmig- feiten' zwischen Berlin und London behoben, trotz der fortschreitenden Befferung in den Beziehungen der beiden Ölationen. Die Vermutung, der Zar trage sich mit dem Gedanken, zu oennilteln, findet keinen Rückhalt in der gegen- roärtigen Stellung Rußlands zu Deutschlands. Es heißt also auch weiterhin van König Eduard: „Kommt er ober kommt er nicht?*
Deutsche» Reich.
Berlin, 26. April. Der Kaiser trifft am 12. Mai auf Schloß Ur Dille in Lothringen ein und bleibt bis zum 17. Mai. — Auf Einladung BallinS wird der Kaiser einige Tage vor der Kieler Woche auf der „Amerika' oder „Augusta Viktoria' Wohnung nehmen, um diese neuen modernen Schiffe eingehend zu besichtigen.
— Der Reichskanzler machte heute einen längeren Spaziergang im Garten des Reichskanzlerpalais. Fürst Bülow verbringt täglich mehrere Stunden im Arbeitszimmer, ruo er lieft und arbeitet. Dispotionen über eine Erholungsreise sind bis jetzt nicht getroffen, da sich der Fürst vorläufig hier sehr wohl fühlt.
— Zum preußischen Gesandten am sächsischen Hofe ist, ivie man aus Dresden schreibt, der seitherige Ge- sandte in Darmstadt, Prinz Johann Heinrich Georg von Hohenlohe ernannt worden.
— Die sozialdemokratische Maifeier am Dienstag wird nach den jetzt vorliegenden Beschlüffen in den Versammlungen verschiedene Gewerbe stark in Mitleidenschaft ziehen. Im Baugewerbe lauten die Beschlüße überall auf Ruhenlassen der Arbeit. Das gleiche.gilt für die Holzindustrie. In der Bekleidungsindustrie wird ein Teil der Arbeiter bestimmt feiern. Die in den mechanischen Schuhfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen haben vollständige Arbeitsruhe beschlossen. In der Metallindustrie wird damit gerechnet, daß ein Drittel der Arbeiter am Dienstag aus den Betrieben fern bleibt. Vollständige Arbeits- ruhe wird bei den Tabakarbeitern eintreten.
c^andw. Arovlnztalverein für Klieryeffen.
(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) Gießen, 27. April.
Eine Ausschußsitzung des landw. Vereins der Provinz Oberhessen sand unter dem Vorsitz des Oekonomie- rat S ch l e n t e geftem (26. April) im Easo Ebel hier statt.
Die Regierung war vertreten durch die Herren Ministerial- rat Tr. Ufingcr und Oberregierungsrat Hölzingcr, der Hess. Landwirtschaltsrat durch feinen Generalsekretär Oekonomie- ral Tr. Müller. Die reiche Tagesordnung hatte es nötig gemacht, die Sitzung scbon um 1 Uhr mittags beginnen zu lassen. Es wurde eine Anzahl Mitglieder ausgenommen. Die Kreisziegenzuchtverein e erhielten erhebliche Unterstützungen zur Einrichtung von Weiden resp. Tummelplätzen für die Ziegen, damit besonders die jungen Tiere lich in Luft und Sonne zu guten und gefunden Zuchttieren entwickeln können. — Ter Provinzialverein hatte geplant, einen Z e n t r a l z u ch t v i e b m a r k t für die Provinz Oberhessen zu errichten. Auf ihn: sollen Herdbuchtiere des Simmentaler und Vogelsberger Rindes an Züchter zum Verkauf event. zur Versteigerung kommen. Ta noch in diesem Herbst der Provinzialverein durch die Land- »virtschastst'ammer abgelöst werden wird, so will man dieser die Errichtung dieses Marktes Überlassen und beschränk: sich heute darauf, einen erheblichen zur Verfügung stehenden Geldbetrag den bestehenden Zuchwiehmärkren der Kreise Friedberg, Alsfeld-Lauterbach und Schotten zuziiwenden unter Bedingungen, die die angeinessene Verwendung der Mittel gewährleisten. — Tie Aufstellung des Voranschlages für 1906, Teil 1, wird vom Ausschuß gutgeheißen. — Für Entwässerungsarbeiten auf dec Jungviehweide Zell-Romrod werden 472 Mk. bewilligt, für Errichtung eines Schuppens für Fohlen auf der Jungviehweide Lauterbach 2800 Mk., für bauliche Veränderungen auf der Fohlenweide Hungen 830 Mk. Mit Genehmigung des Ausschufses brachte dec Vorsitzende den Arrtrag des Kreisrats Fey-Friedberg als Vorsitzenden des Komitees für das hessische Heimatspsiege- und Volks- trachten fest zu Butzbach zur Sprache, welcher befürwortet, der landw. Provinzialverein möge eine Summe zur Förderung dieses bäuerlichen Festes zur Verfügung stellen. Nachdem Kreisrat Fey diese Forderung begründet und damit allgemein Beifall gefunden hatte, beschloß man einmütig, die Summe von 500 Mk. zu bewilligen. — Nachdem noch eine Anzahl anderer Angelegenheiten Erledigung gesunden Ijattcn, die kein allgemeines Interesse haben, tarn man zur Neuwahl der sämtlichen Ausschüsse. Ta diefe"gnt vorbereitet war, erledigte sich dieselbe rascher, als man hatte erwarten können. Es handelle sich um nicht weniger als 18 Prämiierungskommissionen für die verschiedenen vierfüßigen landwirtschaftlichen Nutztiere, von denen die Pferde auszunehmen sind, da die Begutachtung dieser Tiere dem Landespferdczuchtverein obliegt. — Es handelte sich weiter bei jenen Wahlen um die Verwaltungslommissionen der Jungviehweiden, für ein Schiedsgericht für die Versicherung der auf die Provinzialjungviehweiden aufgetriebenen Tiere, für die Acker bau ko m- mission, die Hutweidenkornrnifsion für den hohen Vogelsberg, die Aufsichtskommission für die Zuchtviehhöfe, die Aussichtskommission für die Ziegenzuchtstation Lauterbach, die Verwaltmigskommission für den Versicherungsfonds. Wer in den rührigen Betrieb des Pr^oinzialvereins keinen Einblick hat, könnte leicht auf die Vermutung kommen, alle diese Konlmissionen ständen lediglich auf dem Papier. Nein, alle diese Kommissionen haben lahraus jahrein streng geregelte Aufgaben zu erfüllen. Tie Mitglieder dieser Kommissionen wohnen auch in den entlegensten Ecken der Provinz. Kein Teil der Provinz bleibt von ihrer Tätigkeit unberührt. Tas landwirtschaftliche Vereinstvesen pulsierte auch durch alle Waldtäler des Vogelsberges. Ter Verein kann den Herren, die ihre Zeit und ihre Kräfte in seinen Dienst stellen, nicht dankbar genug fein für die zu bringenden Opfer. — Ter Vorsitzende schloß am Spätnachmittage die Sitzung mit Worten des Tankes an die zahlreich versainmelten Aus- schußmitglieder.______________________________________________
Gießener Strafkammer.
* )( Gießen, 27. April.
Der Maurer I. A von Mardorf war bei dem hiesigen Wasen meister als Erdarbeiter beschäftigt. Ms fein Geld zur Neige ging, veranlaßte er den Schweizer H. G. von Dön- hausen, den er in einer hiesigen Wirtschaft traf, mit ihm aus den Wasenplatz zu gehen, wo sich in der Hütte zwei Kalbsfelle befanden. Sie nahmen die Felle mit und vertranken den Erlös von 6 Marl alsbald. A., der rückfällig ist, tvurde in eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten, abzüglich eines Monats UntersuätungÄMft verurteilt; der seither uirbescholtene und von seinen Genossen verführte G. kam mit einer durch die erstandene Untersuckwngshast als verbüßt erklärte Gefängnisstrafe von einem 9)conat durch.
Degen Beilegung ecnes ihm n i ü' t ö " komm enden Titels wurde der Metzgermeister H. S. vmt BadMauheim zu 3 Mark Geldftrafe verurteilt Als im verflossenen Jahre eine Anzahl Friedberger Gewerbeschüler zu Bad-Nauheim Ruhestörung verübten, wurde er bei der Sistierung zur Wache zwecks Hllseleiftung herangezvgcn. Ilm Weiterungen zu begegnen, bemerkte er einem Festgenoininenen, der sich wrdersetzte und mit Tätlichkeiten begann, er sei Kriminalbeamter. Seine Eingaben, er habe nicht gewußt, daß er sich hierdurch strafbar madjc, hielt das Gericht nicht für flid;haltig; doch hielt es angesick)lts der Geringfügigkeit eine milde Geldstrafe für ausreichend.
Die 18 jährige L. B. aus Volkardingshausen war mehrere Jahre bei einer hiesigen Beamtenwitwe in Stellung. Sie ivar in der letzten Zeit anfeheinend in schlechte Gesellschaft geraten und mußte wegen eines Fehltritts ihren Dienst verlesisen. Unter den vbwalteirden Umständen nahm sie an, daß sie nicht in ihr Elternlwus zuruckkehren dürfe. Sie fand bei einer recht ziveifel- haften Person Untertunit, ehe ihre Aufnahme in die Entbindungsanstalt erfolgte. Während dieser Zeit eri'chnrindelte sic sich auf Grund eines von ihr gesälscksten Schriftftüctes, das sie mit dem Namen der Tollster ihrer früheren Dienstherrin unterzeichnet hatte, in einem Chokoladegefchäst mehrere Pfund deS feinsten Konfekts. Um die nämliche Zeit versuchte sie bei einem Bankier unter denselben Umständen 100 Mark zu bekommen, was biefer aber, da er Schwiirdel vermutete, ablehnte und das Schrisinück zurückbehielt. In einem Wäsclstwarengeschäft erschwindelte sie sich unter der Angabe, sie sei von der Frau eines Arztes geschickt, um Wäsche zur Auswahl zu holen, für etwa 35 Mark Waren. Wegen Urkundenfälschung Betrugs und Betrugs-Versuch wurde sie zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Sfrrc Jugend und 9uoUage wurde strafmildernd berücksichtigt.
Gelegentlich der Ausführung von Arbeiten an dem Laust, eines Gastwitts zu H e.l d e n b e r g e n , hat der Tüncher L. 9c von Bönstadt, ein Jagdgewehr entwendet. Während alle Anzeichen darauf schließen ließen, i>aß er die Tat durch Einsteigen verübt hat, will er das Gewehr vom Gerüst aus durch Hiueinreichen m den betreffenden Raum verübt haben. Tas Gericht hielt einen schlveren Diebstahl nicht für erwiesen, doch wurde mit Rücksicht auf seine Vorstrafen für den einfachen Diebstahl eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten angesetzt und unter Einbeziehung einer früher erkannten Strafe, eine Gesamtstrafe von 3 Monaten und 2 Wochen au^gef pro eben.
Urtier der Anklage, in einem hiesigen Gasthausie verschiedenes Silbergeschirr, eine Lampe und eine Kette mit Schloß entwendet zu haben, hatte sich der 16 jährige Hausbursche ju K. vor dem Schöffengericht zu verantworten. Bezüglich des Silbergeschirrs war der Beweis des Diebstahls nicht zu erbringen, sodaß nur wegen den anderen Gegenständen Verurtellung eintreten tonnte. Gegen das auf 3 Tage Gefängnis lautende «Urteil hatte der Vater des Angellagten Berufung erhoben, die er aber im Termin, weil aussichtslos wieder zurückzog.
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Man verlange jedoch ausdrücklich das echte „Dr. Hommel'S" Haematogen und lasse sich keine der vielen Nachahnzungen auf- reden.


