Sedantag und Schulfeier.
Man schreibt uns: Der Gedenktag der Schlacht von Sedan naht und mit ihnr eine Erinnerungsfeier, die kaum noch gefeiert wird, außer in den Schulen. Schon in den letzten Jahren hat man in Lehrerkceisen stets erwartet^ daß endlich diese Siegesfeier aufhören werde, aber alljährlich erscheint im Äugust wieder die bekannte amtliche Verfügung, die dem Lehrer die Abhaltung einer Schulfeier zur Pflicht macht. Vaterlandsliebe soll da in die Herzen der Jügend gepflanzt werden. Die wahre Vaterlandsliebe erkennt aber als höchstes Ideal den Frieden an, nicht den Krieg, und danach richte sich unsere Schulfeier. Der echte Vaterlandsfreund wird daher bei der Sedanfeier nicht den „Erbfeind" mit Spott und Hohn überschütten, Kricgsbegeisterung, Mordlust und damit Menschenhaß predigen, nicht den nationalen Hochmut in die Kindesseele einflößen, zumal dieser für andere Völker nur Geringschätzung und Verachtung übrig hat und immer tatendurstig bereit ist, loszuschlagen. Ter Lehrer soll der Jugend vielmehr wahre Sittlichkeit und Nächstenliebe, Ächtung vor Leben und Eigentum des Nächsten einpflanzen. Durch Kriegsdusel erweckende, säbelrasselnde Phrasen werden diel Köpfe leicht erhitzt und die Jugendeindrücke haften meistens fürs Leben. Darum sollte der Lehrer wohl überlegen, tuie* er eine solche Feier abhalte. Wenn mittelalterliche Vorurteile inbezug auf Krieg und Kriegsnotwendigkeit noch so manches Gehirn umdunkeln und wenn heutzutage so viele den Friedensbestrebungen so wenig Verständnis entgegenbringen, dann kommt man kopfschüttelnd zu dem Schluß, daß nur gewisse Jugendeindrückc, von denen sie sich nicht mehr losmachen konnten, zu solchen 'Ansichten führten, ja bestimmend wirkten für seine ganze Entwicklung nach dieser Richtung. Eine rechte Sedanfeier — so lange sie gehalten werden'muß — sollte nicht das betonen, was die Völker trennt, sondern was sie eint, was sie hinführt zu den gleichen Zielen der Humanität. Man erwecke Abscheu gegen den Krieg, dieses „furchtbar wütende Schrecknis" durch lebendige Schilderung all des Elends, das er über tausende von Familien und Kriegern, ja über ganze Völker bringt. Und dazu bietet gerade die deutsche Geschichte Anhaltspunkte genug, war doch Deutschland Jahrhunderte lang der Tummelplatz mordender und zerstörender Kriege. Ter Freude darüber, daß Deutschland besonders seit dem letzten Kriege wieder einig, groß und mächtig geworden ist, kann gewiß auch Ausdrtrck gegeben werden. Doch die Greuel und Schrecken des Krieges sollen mehr und mehr das Sehnen nach dauerndem Frieden wecken, den die Friedensfreunde anstreben. 'Auf diese Weise kann man den Boden vorbe- rerten, der Nächstenliebe, Menschenliebe und Duldsamkeit erfreulich sich entfalten läßt, aber nationaler Selbstüberhebung und Kriegslust keinen Raum bietet.
Ein Lehrer.
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In der Fohanneskirchc.
Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche.
Vormittags 9*/3 Uhr: Pfarrer Euler.
Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Jo- hannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Nach allen Gottesdiensten Kollekte zum Besten der K a i s e r W l l h e l m - S t i f t u n g für deutsche Invaliden.
Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche.
gouverneurs von Moskau Maximowitsch, be§ damaligen Gouverneurs von Ssaratow, jetzigen Ministerpräsidenten Stolypin und des Vizegouverneurs von Ssaratow Knoll, im Jahre 1905; des Gouverneurs von Minsk Kurlow, des Kommandanten von Sebastopol Nepliujew, de§ General- gouverneurs von Tiflis Timofejew und des Kommandierenden der Truppen des Odessaer Militärbezirks Baron Kaulbars im Jahre 1906. _______________________________
Äirche rind Schule.
K. Vom Vogelsberg, 30. Aug. Das Schulwesen unseres höchstgelegensten und kleinsten KreiseS Schotten hat in den letzten Jahren auf allen Gebieten erfreuliche Fortschritte gemacht, und wenn auch noch manche? bester sein könnte und einiges zu wünschen übrig bleibt, so bat hieran wohl fast ausschließlich der seit ca. acht Jahren herrschende Lehrermangel schuld. Seit dieser Zeit hat auch eine stets zunehmende Flucht der älteren Schulverwalter und Lehrer eingesetzt, und nur wenige ältere Lehrer entschließen sich, dem Vogelsberg ihre gesamte Dienstzeit zu widmen. Es hat dies einerseits seinen Grund in der großen Entfernung von den höheren BildungS- anstalten, anderseits in den seither vielfach noch ungünstigen WohnungS- und Schulverhältnisten. Aber gerade in letzter Beziehung ist in den letzten Jahren viel geschehen, allenthalben werden zweckentsprechende Schulsäle und geräumige Lehrerwohnungen gebaut und fortgesetzt weitere Schulklassen errichtet. Außerdem erhalten die Lehrer in den abgelegensten Orten seit ca. fünf Jahren sogenannte Höhenzulagen von 100 Mk. jährlich. Trotzdem kommt es fortgesetzt vor, daß Schulstellen zur Besetzung ausgeschrieben werden, ohne daß sich ein Bewerber findet. Der Kreis Schotten besitzt 51 Schulen und 2 Privatschulen; eS wirken daran 74 Lehrkräfte, 60 Lehrer und 14 Schulverwalter. Die meisten Schulen, nämlich 35, sind einklassig, 11 zweiklassig, 2 dreiklassig, 3 (Schotten, Laubach, Gedern) mehrklassig. Die Schülerzahl beträgt 4403, wovon 4320 evangelisch, 8 katholisch und 70 israelitisch sind. 14 Gemeinden erheben noch Schulgeld. In 51 Orten wurden 819 Fortbildungsschüler unterrichtet, in 23 auch Unterricht in der Landwirtschaftslehre erteilt.
fc. Darmstadt, 30. Aug. Vergangene Nacht starb, wie schon tel. berichtet, im 66. Lebensjahre Geh. Negierungsrat Dr. Wolf, Vorsitzender der Großh. Brandversicherungskammer. Der Verstorbene war früher Krcisrat des Kreises Lauterbach und dann Negierungsrat bei der Prooinzialdirektion der Provinz Nheinhesscn. Während seiner Lauterbacher Tätigkeit kam Kaiser Wilhelm II. im April 1891 zum ersten Male nach Schlitz zum Besuch beim Grafen Görtz. Bei dieser Gelegenheit wurde auch Wolf dem Kaiser vorgestellt. Der Kaiser unterhielt sich mit Wolf und fragte schließlich, wo er früher Stellungen bekleidet habe. Wolf erwiderte: „Ich war Redakteur der Darmstädter Zeitung und später Amtmann in Darmstadt." „Haben Sie studiert?" fragte der Kaiser, der offenbar schon damals hinter einem Zeitungsredakteur den „verbummelten 22jährigen Gymnasiasten" sah. „Selbstverständlich!" erwiderte Dr. Wolf in einem Tone, der wenig salonfähig war.
[ ] Marburg, 30. Aug. Nach dem Jahresbericht der Marburger Kreisbahn hat diese im ersten Jahre ihres Bestehens 99 140 Personen und 10 582 Tonnen Güter befördert. Die Einnahmen betrugen 40 964.68 Mk., die Ausgaben 26 580.66 Mk. Die Gcsamtkosten der 16,64 Kilometer langen Strecke, die vom Kreis-Kommunalverband und Staat aufgebracht werden, betrugen 1 243 355.35 Mk. Das Projekt, die Bahn bis nach Mücke an der Bahn Gießen—Fulda weiterzuführen, wird eifrig gefördert.
s) Laasphe, 30. Aug. Die näheren Feststellungen der gemeldeten LiebcStragödie haben jetzt ergeben, daß eS sich um eine Eifersuchtsszene handelt. Das Mädchen wollte nämlich einen anderen jungen Mann heiraten. Geitz hat es nicht erschossen, sondern durch Dolchstiche getötet. Dann schoß er sich eine Kugel in den Kopf.
Vermischtes.
* Ans dem Chicagoer Fleischsumpf. Den „Evening News" wird geschrieben: Zahllose Untersuchungen von Fabrikaten aus den Chicagoer Packhäusern wurden angestellt, wobei konstatiert wurde, daß nicht 10 Prozent der Nebenprodukte, wie Wurst, Büchsen- und Pökelfleisch, Schinken re. frei von Borax, Salicylsäure, Formaldehyde und anderen gesundheitsgefährlichen Chemikalien sind. Armour u. Co., Swift u. Co., Nelson Morris u. Co. und jede der großen Chicagoer Firmen hat sich durch den Verkauf solcher Produkte einer verbrecherischen Handlung schuldig gemacht. Ich selbst sah, wie alte Würste wieder verarbeitet wurden, und die Kommission des Präsidenten Roosevelt fand, daß ganze Quantitäten alten FlcischeS wieder zur Verwendung kamen und niit dem behördlichen Attest versehen wurden. In dem Skandal, der sich in Bezug auf die Proviantversorgung der amerikanischen Truppen während des spanischen Krieges erhob, wurde nachgewiesen, daß zwei große Wagenladungen von Konserven von den ProviantamtSofsizieren zurückgewiesen wurden, die Wagen, in denen die Konserven ankamen, stanken so fürchterlich, daß sie sofort geschloffen und wieder an Armour u. Co. zurückspediert wurden. Dort wurden, wie die Angestellten bezeugen, die Büchsen, die aufgesprungen und deren Inhalt verdorben war, auSgeschieden, diejenigen Büchsen, die nicht explodiert waren, wurden einfach geöffnet und umgepackt. Der Inhalt der aufgesprungenen Büchsen wanderte, wie Zeugen beweisen, einfach in den „Kochraum". Was damit geschah, erhellt sich auS den Aussagen von Offizieren und Mannschaften, die beim Oeffnen von Büchsen tote Maden darin fanden. ES ist das unbestrittene Verdienst des Schriftstellers Upton Sinclair, diese Uebelstände in seinem Buch „Der Sumpf" aufgedeckt zu haben.
* Das neue San Franzisko. In einem „Bulletin des Fortschritts" in San Franzisko werden über die Fortschritte, die während des Juli im Wiederaufbau der Stadt gemacht wurden, folgende Tatsachen mitgeteilt: Es wurden 470 Bauerlaubniste ansgegcben: Wert 14 056 000 Mk. In dem zerstörten Gebiet betrieben 6000 Firmen ihre Geschäfte. Provisorische Gebäude waren 4500 in Bau. Mit dem Aufbau waren 25 000 Mann beschäftigt. Täglich wurden im Durchschnitt 100 Wagenladungen Schutt aus der Stadt befördert. Die Zahl der Unterstützungsbedürftigen hat von 223 000 in der ersten Woche nach dem Unglück auf 17 000 abgenommen. Sieben Theater spielen und erzielen allabendlich volle Häuser, und andere Theater sind im Bau.
* Klassische Heiratsannoncen. Ein etwas angejahrtes Fräulein, das seit einer Reihe von Jahren eifrig die Heiratsannoncen in den Zeitungen flnbierte, hat daraus folgende Blütenlese zusammengestellt: „Fein gebildete Dame aus guter Familie möchte gleich dem Kätchen von Heilbronn einem Grafen Wetter vom Strahl ihr höchstes Glück zu verdanken haben." — Eine keusche Amilia im Besitz von mehreren Tausendmarkscheinen sucht einen Karl Moor, der chr das Geld und das Herz raubt." — „la Gretchen ohne Familienanhang wünscht die Bekanntschaft eines Doktor Faust zu machen, desten Kenntniste in der Magie ausreichend sind, ihr das Herz zu bezaubern." — Luise, 18 Jahre alt, blond, von stattlicher Gestalt, sucht einen Ferdinand, dessen Leutnantsapanage zur Hausstandsgründung ausreicht." — „Sofort verheiraten will sich arme, aber anständige Thekla mit edel- denkendem Picolomini, der gutgehendes Geschäft sein eigen nennt." — „Ein edler Prinz von Guastalla wird von Emilia Galotti im vorgerückten Alter begehrt. Kinderlose, wohlhabende Witwer werden bevorzugt."
"Die Ueberkuh. 60 433 Liter Milch von einer einzigen Kuh, das ist ein milchwirtschaftlicher Triumph und Re- kort, den die Landwirtschaftsschule Plantahof bei Landquart (Graubünden) errungen hat. Die Kuh, die dieses geleistet, ist dieser Tage eingegangen, weil sie in ihrem Eifer, einen neuen Milchrekord zu erzielen, eine Haarnadel verschluckte, die ihr den Netzmagen durchbohrte. Sie hatte aber ihr Teil redlich geleistet und stand mit ihren 17 Jahren bereits an der für Milchkühe von der Natur festgesetzten Altersgrenze. Während der 4887 Tage ihrer Nutzungszeit lieferte sie täglich im Durchschnitt 12 366 Liter Milch, die mit 20 Centimes der Liter berechnet, einen Wert von insgesamt 12 086 Franken darstellt. Dazu hat sie noch zwölf Kälber zur Welt gebracht.
Mrchliche Nachricht?«.
Evangelische Gemeinde.
12. Sonntag nach Trinitatis, den 2. September: Kirchliche Feier des Sedantages.
Hottesdienst.
In der Stadtkirchc.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfinnierten aus der Matthäusgemeinde.
Vormittags 9'/, Uhr: Lic. theol. Glane.
Die Vereinigung der konfirmierten Jugend der Matthäusgemeinde versammelt sich um 23/t Uhr int Matlhaussaale zum Spaziergang, wozu alle Mitglieder eingeladen werden.
FainNien-Nachrichten.
G e st o r b e n. Frau Emilie Seel, geb. Zeh, Friedberg.
Verlobte. Fräulein Emma Herrmann, Wiesbaden, mit Herrn Philipp Frank, Schlitz.
Aus Stadt und £anfc»
Gießen, 31. August 1906.
- Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen nebst Gefolge passierten gestern früh 7.57 mit dem Schnellzuge Nr. 76 unsere Stadt. Während des kurzen Aufenthaltes wurde das vorher bestellte Frühstück im Salonwagen serviert.
— Militärpersonalien. Zum Nachfolger des in den Ruhestand versetzten langjährigen Stabstrompeters Stütze! vom Großh. Heff. Leibdragoner-Regiment Nr. 24 wurde Stabstrompeter Rübemann vorn 9. Ulanen-Regirnent in Demmin ernannt.
- Zahlung von Amerikanern. Zur Zeit sinbet auf Anorbnung der Regierung durch Vermittlung der KreiS- amter und Bürgermeistereien eine Zählung der Bürger der Vereinigten Staaten von Nordamerika statt, die sich im Großherzogtum Hessen dauernd niedergelassen haben. Die Zählung geschieht zu statistischen Zwecken.
— Hunde-Ausstellung. DaS Programm zu der am 23. September hier stattfindenden eintägigen Hunde-Aus- stellung ist uns vorgelegt worden, und wir weisen, den Besuch und die Beschickung der Ausstellung empfehlend, noch einmal. auf das Unternehmen hin. Es werden 12 auserlesene Preisrichter tätig sein, zahlreiche Ehren- und reiche andere Preise sind ausgesetzt, das in Aussicht genommene Lokal bietet bei jeder Witterung Schutz für die Aussteller, die Besucher der Ausstellung und die ausgestellten Tiere. Auch für das leibliche Wohl eines Jeden soll sowohl auf als auch in unmittelbarer Nähe des AuSffellungSlokales gesorgt werden.
X Bad-Nauheim, 30. Aug. Der 2 5000 Kurgast, Mr. E. A. Dorsey aus Baltimore, wurde gestern angemeldet.
Faue-rbach v. d. H., 30. Aug. Wie durch ein Wunder wurde dieser Tage das kleine Kind eines hiesigen Landwirts vor Schaden, ja vor dem Tode behütet. Der Landwirt hatte sein zweijähriges Kind auf dem Felde auf eine Garbe gelegt, wo es einschlief. Beim Hafermähen gingen ihm die Pferde durch und rannten mit der Mähmaschine über die Garbe, auf der das Kind lag. Der Vater glaubte seinen Liebling getötet oder doch schwer verletzt. Doch, o Wunder, ba§ Kind war unverletzt und lag noch im besten Schlaf.
□ Auf der Jungviehweide Lauterbach kamen am 29. August die durch den landwirtschaftlichen Provinzial- werein im Simmenthal angekauften Zuchttiere an die Besteller derselben zur Versteigerung. Es waren angekauft 14 Bullen, von denen mehrere erst 8—10 Monate alt waren, drei Kalbinnen, einige ca. I1/, Jahre alte Ziegenböcke und eine Anzahl Ziegenlämmer. Die letzteren waren zum größten Teil von der Ziegenzuchtstation Lauterbach großgezogen. — Die Preise für die Zuchttiere waren den Zeitverhältnissen entsprechende. Der höchste Steigerungspreis für einen Zuchtbullen — mehr Kalb als Bulle — von hervorragend schönem Bau und bester Abstammung betrug 2400 Mark. — Ein iV-jähriger Ziegenbock wurde gesteigert zu 180 Mark, ein Ziegenlamm, ca. 6 Monate alt, zu 80 Mk. — Der niederste Steigerungspreis für einen Bullen betrug ca. 1000 Mk., für ein Ziegenlamm ca. 40 Mk. — Man sieht, welche Summen auch aufgewendet werden müssen, um Zuchttiere von hervorragenden Eigenschaften zu erwerben, um so die Erzeugung an Molkereiprodukten und Fleisch zu heben.
r. Alsfeld, 30. Aug. Der hiesige Gewerbeverein veranstaltet in der Zeit vom 1. bis einschließlich 9. September in den Räumen der Gewerbeschule eine Ausstellung preisgekrönter Entwürfe zu billigen Wohnungen aus dem Wettbewerb des „Ernst Ludwig-Vereins". Wie die in den letzten Jahren hier gebauten zahlreichen kleinen und billig gehaltenen Wohnhäuser beweisen, lernt man auch hier den Wert eines eigenen Heimes immer mehr schätzen und sieht in den in Betracht kommenden Kreisen der Ausstellung mit lebhaftem Interesse entgegen. Da der Eintritt frei ist, dürfte der Veranstaltung ein zahlreicher Besuch sicher sein.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 1. September:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegenheit zur Herl. Beichte.
Sonntag, den 2. September:
13. Sonntag nach P f i n g st e n. S ch u tz e n g e l f e st.
Vormittags von 6'/« Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
* ,7., • Die erste heil. Messe, vor und in derselben
Nusteilung der heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
v um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Andacht mit Segen.
Vereitelte Anschläge auf das Leben: des Ober- prokureurS des heiligen SynodS PobjednoSzew, im Jahre 1901; deS Gouverneurs von Twastehus Popkow; deS Ober- polizeimeisterS von Moskau Trepow, deS General-
SniDHIPl'lail* ft er Kranke. (Geisteskranke ausge- ouillllienwr Tür schlossen.) Behaglich eingerichtete BISMTä kleine Anstalt (bis 30 Patienten).
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derbemittelte.) Prospekte franko.
nDr. MI. Schnlzc-ISnMeyss. Nervenarzt. Sanatorium Hofheim im Taunus.
YanScl uiit> Verkehr, Volkswirtschaft.
40 Millionen Ka p ita l s er hätzun g. Es will etwas besagen, daß die Börse, die sonst „das Gras wachsen hört", von der Kapitalserhöhung der vereinigten F i n a n z i n st i t u t e Dresdner Bank-Schaaffhausenscher Bankverein überrascht worden ist. Es war also ein richtiger „Husarenstreich", doch die Börsianer kargten gar sehr mit ihrem Beifall. Sie schritten flugs zu Verkäufen am Bankenmarkt, und die Vertreter der beiden Großhäuscr halten alle Hände voll zu tun, um den Kurs einigermaßen zu halten. Nicht so sehr der Vorgang an sich, als vielmehr seine Konsequenz beunruhigt die Börse. Man sagt sich: nachdem einmal der Stein wieder ins Rollen gebracht ist, werden andere Banken nachfolgen, und so steht vielleicht schon m naher Zeit eine weitere Kräftigung und Konzentration des Großkapitals in Aussicht, deren allgemein volkswirtschaftliche Zweckmäßigkeit zweifelhaft erscheint, auch im Hinblick auf die Lage des Geldmarktes. Im übrigen leiden auch die reinen Börsen-- interessen, weil die ständig kapitalskrästiger werdenden Großbanken die Geschäfte mehr und mehr unter sich erledigen, ohne Vermittlung deS Maklers. Jede neue Kapitalserhöhung der leitenden Institute führt außerdem zur Ausschaltung selbständiger Existenzen im Bankfach.


