Ausgabe 
29.9.1906 Zweites Blatt
 
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Schuhwarerimrsteigerung.

Dienstag, den 2. Oktober d. IS., vormittags 8'/, Nhr anfangend, ocrf! tigere ich im Auftrage wegen Geschäftsaufgabe im kleinen Saale des HotelsEinborn" «links parterre, Eingang vorn Linden- eine große Pnrtie Scbnhwaren, als:

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______Carl Geißler, KesWAenl.

ße«»erB$©sGhisle ääidda.

Unter Staatsaufsicht stehende dreikIassige,gewerbl.Fach6chule.

Beginn deS Winterhalbjahre« am 29 Oktober. Aemeldungen sind bis zum 20. Oktober mündlich oder schrittlich an die Schulleitung zu richten, woselbst auch Programme mit Anmeldeformularien kostenfrei zu haben sind und weitere Auskünfte erteilt werden. D9/e

Für den AuffichtSrat: Die Schulleitung:

C. RingShausen, Vorsitzender. Höhn, Großh. Hanptlehrer.

Die glückliche Geburt eines gesunden

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Forstassessor Kutsch & Frau Minna |!

geb. Duohardt

Grün berg, den 29. Sept. 1906. 11

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geb. Vogt

im Alter von 57 Jahren.

Lieh, den 29. September 1906.

Lsudwig Glöckner.

Marie Glöckner, geb. Kahl.

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Wieseck, den 29. September 1906.

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben, unvergeßlichen Gatten, unseres (ieben Sohnes, Bruders, Schwiegersohnes, Schwagers und Onkels

Hm» Pilipp Oßwald

soivie iür die vielen Bliimeiisvenden, insbesoiidere für die liebevolle Pflege der evanglischen Schwester uiid für die trostreichen Worte des Henn Pfarrer Hellwig am Grabe, sagen unsereir herzlichen Daiik.

Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:

Sophie Ostwald geb. Kaiser

Die Bluttat von Dortelweil vor den Geschworenen.

th. Gießen, 29. Sept.

Anacklaat wegen Totschlags, mußte sich gestern der 26- fahrige, zweimal wegen Körperverletzung mit geringen Geldstrafen vorbestrafte Milchkutscher Fri e d r i ch B u ß aus Niederhausen. Kreis Dieburg, zuletzt in dienst aus Dem Y-ronauer-Hof bei Dortelweil, verantworten. Der Ange­klagte erzählt, baß er am Sonntag, den 29. Juni, wie sonst täglich, vom Gronauer Hof nach Frankfurt mit Milch ge­fahren sei. Er habe dort und auch auf dem Rückweg einige Flaschen Bier getrunken und sei um 4 Uhr nachmittag auf den S5of zurückgekommen, wo er auch eine Flasche Bier zu sich genommen hat. Er habe dann von einem Mitknecht vernommen, daß sein Herr einen anderen Milchkutscher angenommen hätte, und da habe er sich gesagt, daß man ilni los sein wolle. Darum habe er sein Zeug zusammen- gcpackt, um seinen Dienst zu verlassen. Gegen abend sei er mit seinem Mitknecht nach Dortelweil gegangen, dort in der Metzgerei und Wirtschaft von Steuer eingekehrt, wo man Bier getrunken hat. Wie viel dies gewesen, könne er nicht mehr angeben. Aus der Steuerschen Wirtschaft sei man in die von Bloch eingekehrt. Der andere Knecht habe darauf von Bloch nach Haus gewollt; er habe ihn aufgefordert, doch mit in die Linde zu kommen, weil dort was los sei. In der Linde will der Angeklagte mit dem Schlosser Ängerstein einen Wortwechsel gehabt haben, doch wisse er nicht mehr, weshalb und wie die Sache gewesen und gekommen sei. Später habe er nach Haus gehen wollen, und als er die Straße betre!en habe, sei ein L-oldat aus der Gartenwirtschaft auf ihn eingedrungen und habe ihm mit seinem Seitengewehr drei Hiebe bei- gebracht, wobei dieser die Hand getroffen hat. Zn gleicher Zeit seien mehrere Mann über ihn hergefallen, und er habe darauf, um sich zu wehren, zum Messer gegriffen. Er konnte nicht unterscheiden, wer ihn schlug, und habe dann von seinem Messer Gebrauch gemacht. Auf Befragen des Vorsitzenden, wie viel Personen denn an ihm waren, erklärte der Angeklagte:Etwa drei bis vier." Später seien noch mehr Leute dazu gekommen, die alle auf ihn geschlagen hätten. Derselbe gesteht auch zu, daß er auf dem Gronauer .Hof seinem Dienstherrn 52 Mark 60 Pfg. unterschlagen hat.

frage wegen

Totschlag

gestellt.

Auf Antrag des Justizrats W e i d i g , welcher die Verteidig- des Angeklagten übernommen hat, wird noch für den Fall, daß die Geschworenen die Totschlagsfrage verneinen sollten, die Schuld» frage gestellt, ob vorliegt eine Körperverletzung mit tödlichem Erfolg, und für beide Fälle die Fragen nach mildernden Um­ständen.

Der Anklagevertreter bittet die Geschworenen, die Frage des Totschlags zu bejahen.

Der Verteidiger, Justizrat W e i d i g , plädiert dahin, daß im vorliegenden Falle nur eine Körperverletzung mit tödlichem Er­folg vorliegt, daß aber, gleichviel welche Schuldfrage die Ge- schworeuen bejahen merben, seinem Klienten mildernde Umstände auf alle Fälle zugebilligt werden können.

Nach kurzer Beratung bejahen die Geschworenen die Frage auf Totschlag, verneinen aber das Vorliegen mildernder Umstände.

Das Urteil, dessen Rechtskraft Verteidiger und Angeklagter sofort anerkennen, lautet auf 7 Jahre Zuchthaus. Der An­klagevertreter hatte 7 Jahre 6 Monate Zuchthaus beantragt.

Die Zeugenvernehwung ergmt; dass Dngerstctn am Abend der Tat in der Linde am Büffet gestanden hat und ein Glas Bier getrunken hat, während Buß int Lokal war. Der letztere bat ohne Mund und Ursache im Beisein des­selben auf diesen geschimpft und gemeine Worte gegen denselben gebraucht. Angerstein hat darauf nicht reagiert, er wollte offenbar mit dem angetrunkenen Menschen sich nicht einlassen und ließ sich einen Lump über den andern heißen. Ter Angeklagte hat darauf die Wirtschaft verlassen, Angerstein ist demselben arglos gefolgt, weil er nach Haus gehen wollte. Offenbar ist er draußen auf der Straße aus den Angeklagten gestoßen, und dieser hat ohne Zaudern sein Messer, welches eine zirka 9 Zentimeter lange Klinge hat, seinem Opfer mit einem starken Stoß in den rechten Unterkiefer gestochen. Der Ver­letzte ist keine zehn Schritte von der Stelle, wo er den Stich erhalten, blutüberströmt todcsmatt zusammengebrochen und hat nur noch wenige Minuten gelebt. Eine Reihe Zeugen des Vorfalles bekunden, daß unmittelbar vor der Tat niemand den Angeklagten bedroht oder angefaßt hat.

An die Geschworenen wird durch den Gerichtshof die Schuld-

~ Darmstadt, 28. Sept. (Schwurgericht.), stuck Räuberromantik brachte die heutige Verhandlung aeaen den 18jährigen Fabrikarbeiter Otto Spiegel und bat 19 jährigen Gürtler Georg Lust in Offenbach wegen Brand» ttiitung. Die Angeklagten gehören zu der Offenbacher Gilda der log.Marktsteher". Sie trieben sich in den letzten Augusttagen m Weil de herum und führten ein regelrechte- Räuberleben, bei dem auch Rinaldim Lust's Brant, die als Zeugin austretende Helene Lindner nicht fehlte. Am Sonntag Abend wollten ste sich nun ein Extravergnügen leisten und so steckten sie eine sogen. Pechhütte in Brand, an dcffen Anblick sie sich, der Aussage gemäß, weideten. Die Hütte war ein Ban in Holz und Steinscichwerk mit einem Pappdach. Ausschließlich des zerstörten Mobiliars beziffert sich der Schaden am etwa 900 Mark. Tie beiden Angeklagten sind Parias der Gesellschaft. Der eine ist ein uneheliches Kind, der andere hatte einen inzwischen verstorbenen tuberkulösen Vater. In der Zwangserziehungsanstalt lernten sie sich kennem Mangel einergeordnetenErziehungimd jedes Halts in einem geordneten Familienleben ließ beide in das Fahrwasser der freien, zügellosen Lebensweise hineingleiren, daS schließlich zu dem Verbrechen führte. Die Angeklagten sind in vollem Um­fange geständig, sodaß sich die Verhandlung höchst einfach ge­staltete und auf den größten Teil der Zeugen verzichtet werden konnte. Der Sachverständige, Medizinalrat Tr. Psannmüller, erklärte, die Tat trage nicht den Stempel der Minderwertigkeit, die Angeklagten müßten als verantwortlich gelten. Die Ge­schworenen bejahten für beide Angeklagte die Schuldfrage, ebenso bie Frage nach mildernden Umständen. Das Gericht erkannte gegen Spiegel auf 1 Jahr 6 Monate und gegen Lust auf 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung von je 3 Wochen Untersuchungshaft.

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Nur EngeB-ßpotheke offen.

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Die Beerdigung findet Montag, den 1. Oktober, nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause (Holländischer Hof) aus, statt.

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städtischer Arbeitsnachweis Kietzes.

Gartenstrabe Nr. 2, Zimmer Nr. 2.

Es können eingestellt werden:

2 landwirtschastl. Arbeiter, 1 Gartencnbeitcr, 3 Zwgeleiarbeiter, 8 Steinbrecher(answärts), 8 Schlosser, 2 Schmiede,! Spengler (aus­wärts), 3 Schreiner (auswärts), 1 Wagner, 3 Waich- u. Putzsrauen, 1 jung. Glaser, 1 Anstreicher, 1 Installateur, Erdarbeiter, 1 jung. Schneider, 1 Küchenmädchen, 2 Dienstmädchen, 2 Laussrauen, 2 Laustnädchen, 3 Hausburschcn, 1 Kutscher, 1 Fuhrknecht, 1 Haus­hälterin, 1 Stütze der Hausirau.

Lehrlinge:

2 Schlosser, 1 Schmied gegen Vergütung, 1 Elektromonteur, 1 Spengler (auswärts), 2 Schreiner, 1 Bäcker (auswärts).

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1 Maschinist oder Hei,er, 1 Maschinenwärter, 1 Kutscher, zwei Schreiner, 1 Schmied, 1 Flickerin, 1 Kleidermachcrin, 1 Büglerin, 1 Auslauser, 1 Lagerarbeiter, 1 Fahrbursche, 1 Hausbursche, 3 Lauffrauen, 1 Haushälterin, 3 Wasch- und Putzfrauen, 2 Packer, 1 Kassier oder Bureaudiener. 1 Bureaugehilfe.