156. Jahrgang
Zweites Blatt
dir. 830
Samstag TO. September 1906
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger. Amtr- md Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen
Urlchrint EzNch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „•lefotHtr SamMenblStler" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der •friniti Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Rotationsdruck und Verlag der Vrühl 'lchem UntversitätSdruckeret. 9t Sang«, Vietze«»
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poletifctye Tagesschars.
Herr von Podbielski.
Man schreibt uns aus bem preuß. Landwirtschafts- niinifter nicht fern stehenden Kreisen:
Exzellenz von Podbielski wird nach Ablauf seines Urlaubes seine AmtSgeschäste wieder auf nehmen. Die Kur in Renndorf und die Herbstjagd habe>r sich dem schweren Gichtleiden gegenüber, das rhir quälte, als erfolgreich erwiesen. , t
Falls der Minister sich noch vor Schluß dieses Jahres dafür entscheiden sollte, sein Abschiedsgesuch einzureichen, so wird mau diesen Schritt nicht mit ben Affären Tippels- kirch, Fischer usw. in Verbindung bringen dürfeil. Der Minister hat sich nicht durch die öffentlichen Angriffe und die Aergernisse berührt gefühlt, die diese Affären für ihn im Gefolge hallen, — jedenfalls hat er diese Aergernisse langst überwunden. Wenn Herr v. Podbielski geht, so tut er es, um auszuruhen und sich nur noch der Bewirtschaft u n g seines ländlichen Besitzes ; n widme n. Minister v. Podbielski ist, seine Tätigkeit als Staatssekretär der Neichspost eingerechnet, von allen feines Ranges am längsten im Amte.
Deutsches Reich.
Berlin, 28. Sept. Der Aufenthalt des Kaiser- paareS in Rominten ist nicht von besonders gutem Wetter begünstigt. Die Kaiserin durfte auf ärztliche Anordnung dieser Tage das Zimmer nicht verlassen, da sie sich bei »hren Spaziergängen eme leichte Erkältung zugezogen hatte. Ihr Befinden hat sich indes bereits gebessert, sodaß die gewohnten Ausflüge wieder unternommen werden konnten.
— Die bei der ReichSpost-Berwaltung schwebenden Erwägungen über eine Beschränkung bezw. Aufhebung der Gelbbestellung an Sonntagen sind abgeschlossen. Die Entscheidung steht unmittelbar bevor.
— DaS Reichsversicherungsamt hat an alle deutschen Berufsgenossenschaften Anfragen darüber gerichtet, welche Schritte sie unternommen haben, um dem Mlß- brauch geistiger Getränke unter ben Arbeitern der ihnen unterstellten Betriebe entgegenzutretcn. Gleichzeitig werden die Berufsgenossenschaften aufgefordert, dleser Angelegenheit fortgesetzt ihr Augenmerk zu schenkest.
— lieber den zukünftigen Herrenmeister des Johanniter.Ordens schreibt man: In erster Linie mar wohl für die Nachfolge deS verstorbenen Prinzen Albrecht der Bruder des Kaisers, Prinz Heinrich ausersehen. Nachdem aber dieser den Wunsch zu erkennen gegeben hat, nicht gewählt zu werden, lenken sich die Wünsche der Nitterschaft auf den Prinzen Friedrich Heinrich von Preußen, den ältesten Sohn deS verstorbenen Prinzen Albrecht.
— ES verlautet zuverlässig, daß der Präsident des Reichstages die Absicht hegt, die nächste Plenarsitzung des Reichstages für den 13. November an zu- bera urnen.
Thorn, 28. Sept. Unter dem Verdacht der Spionage wurde hier ein Herr verhaftet, der von dem Fort „Her- mann Balk" eine Skizze aufzunehmen versuchte. Ein Radfahrer, der den Fremden beobachtet hatte, erstattete Anzeige bei der Wache, worauf die Festnahme des Verdächtigen erfolgte.
Stuttgart, 28. Sept. Der von der Volkspartei angestrebte Zusammenschluß mit den in der Deutschen 'Partei organisierten Nationalliberalen ist gescheitert.
Die Revolution in Kuba.
Havanna, 28. September.
KriegSsekretär Taft erklärte heute nachmittag, er sei davon überzeugt, daß die Vereinigten Staaten heute abend oder spätestens morgen ihre Truppen landen lassen müssen, in welchem Falle dann die Proklamierung der prov. Regierung erfolgen würde. Ec habe zu den Vorschlägen keiner Partei Vertrauen, da überall Unaufrichtigkeit hervortrete, und Patriotismus, wie die Amerikaner das Wort verstehen, überhaupt nicht vorhanden sei. Die Regierungstruppen siyd für die Intervention Amerikas. Die Führer der Gemäßigten, Liberalen und Nationalisten sind entschlossen, alles zuzugestehen, um eine Intervention zu vermeiden.
Deutsches Eigentum ist während des Aufstandes geschädigt worden, doch ist dies in geringerem Maße der Fall als bei anderen Ausländern. Bevor nicht geordnete Verhältnisse auf der Insel eingetreten sind, kann auch kein Schadenersatz durch den deutschen Generalkonsul gefordert werden. Dies wird in nachdrücklichster Weise geschehen, sobald die Ruhe wiederhergestellt ist.
Rußland außen und innen.
Wenn das Wort auch aus die Staatsmänner bezogen werden darf, daß diejenigen die besten seien, von denen man am wenigsten spricht, dann gehört in diese Kategorie — im nationalen Sinne — der Minister des Auswärtigen v. Iswolski. Sein Name wird in der Öffentlichkeit ausfallend selten genannt, und doch hieß es bei seiner Berufung in die Regierung, er sei einer der hervorragendsten russischen Diplomaten. Seine ungewöhnliche Be- gabung soll die Aufmerksamkeit Kaiser Wikhelms ge- legentttch eines Besuches in Kopenhagen erregt haben, wo Herr v. JswolsA vordem Gesandter war, und zwar dergestalt, daß der Kaiser den Diplomaten feines „wohlwollenden Interesses versicherte". Hieraus leiteten gewisse Politiker die Berechtigung her, Herrn v. Iswolski als „Kandidaten Kaiser Wilhelms" zu bezeichnen und seine Ernennung zum Adin-ister im Sinne eines Sieges der deutschfreundlichen Richtung am Zarenhose auszulegen. Positive Beweise solcher Gesmnung ist der Minister v. Iswolski bisher schuMg gebneben, es lassen sich aber, trotzdem er sorglich im Hintergrund bleibt, „Ben-eise aus dem Gegenteil" anstellen und zu dem Schluß verdichten, daß Herr v. Iswolski sein deutschfreundliches Herz noch zu ent- f>eäen hat..
Da ist beispielsweise im Baltenlande der deutsche Reich s an gehörige Fabrikant Schmidt ermordet worden. Die Reichsregierung verlangt Sühne dieser Freveltat, aber Mnister v. Iswolski hat noch nicht für nötig befunden, dafür zu sorgen, daß die russisch Staatsgewalt eingesetzt wird für Erfüllung des berechtigten Verlangens Deutschlands. Ist diese Staatsgewalt zurzeit ihrer Ausgabe nicht gewachsen, dann wäre es Pflicht des Ministers, die örtlichen Regierungsorgane anweisen zu lassen, daß sie den von Räuberbanden unausgesetzt bedrohten baltischen Deutschen keine Hindernisse bereiten beim Einkauf und beim Tragen von Waffen. Herr v. Iswolski aber läßt den Dingen ihren Lauf, unbekümmert um die Stimmung, die notwendigerweise in Deutschland gegenüber Rußland platzareist. Man hat auch noch nichts davon gelesen, daß der Minister v. Jswvlski dem d eu t sch en Botschafter in Petersburg, Herrn v. S ch ö n, sein B e d a u e r n über das Vorkommnis ausgesprochen hätte.
Wäre der Betroffene englischer Staatsangehöriger, dann würde Herr v. JSwolsli vermutlich anders verfahren, denn der englische Botschafter in Petersburg, Sir Nicolson, erfreut sich der Gtmst des Ministers. Diesem Umstande ist es auch wohl zuzuschreiben, daß Rußland dem Vordringen Englands in Persien so geringen Widerstand 'entgegensetzet, zum Verdruß des russischen Gesandten in Teheran, der Rußlands. Interesse energisch wahrzunehmen sich bestrebt, aber von Petersburg aus nicht genügend unterstützt wird. Die englische Regierung hat eben in Sir Nicolson einen ihrer gewandtesten Diplomaten nach der Newa entsandt, der seine befonbere Befähigung, bei schwierigen internationalen Situationen Englands Prestige uno Vorreil zu wahren, auf der Konferenz von Algeeiras nachgewiesen hat. Es wird abzuwarten sein, ob Minister v. Iswolski den .Vertreter Englands politisch richtig zu behairdeln versteht, ooer ob er der in Wirtlichkeit „Geschobene" sein wird. Ein Gerücht will wissen, es entspreche einem dringenden Wunsch der Zarin, daß Minister v. Iswolski die Beziehungen zu England pflegt. Serbst wenn das zurrifft, ]o dürste daraus doch nicht der Schluß zu ziehen sem, der Minister entspreche ebenfalls einem Wunsche der Zarin, wenn er die Beziehungen Rußlands zu Deutschlands bestenfalls „korrekt" sein läßt. Ist doch die Zarin als Schwester unseres Großherzogs gewiß eher deutsch, als englisch gesinnt.
Ein Kaufmann aus der deutschen Stadt Pleschen wurde in der poln. Grenzstadt Kalisch durch einen russischen Gendarmen mit den Worten angehalten: „Ich verhafte dich, denn du wirst dich erinnern, daß du vor zirka einem Jahre in einem Eifen- bahnzuge aus "der Strecke Jaroschin—Posen abfällige und start beleidige!: de Aeußerungen über den russischen Kaiser getan hast; ich saß damals in Zivil in demselben Wagen und erkenne dich genau wieder." Der Kaufmann beteuerte seine Unschuld, wurde aber trotzdem zur Wache gebracht und daraus unter scharfer Bewachung zum Gendarmerieobersten Kettow transportiert. Dieser nahm ein eingehendes Verhör mit ihm vor, entließ aber den Deutschen, da die angebliche Bcklewigung aus deutschem Boden getan war. Er gab jedoch den ausdrücklichen Befehl, daß oer Kaufmann ru, fischen Boden nicht mcijr betreten ducke. Hiergegen hat der Kaufmann Schritte bei der deutschen Behörde getan.
Kirche und Schule.
M a i n z, 28. Sept. Anläßlich der jüngsten Feier von Gr o ß- herzogsGeburtstaa batte gelegentlich einer größeren Schulfestlichkeit eine Volksschülerm der Oberklasse ein Gedicht vorgetragen, das zwar patriotisch war, aber in politischer und religiöser Beziehung freiheitliche Tendenzen verfolgt. Daran nahm eine Lehrperson Anstoß, brachte die Sache zur Kenntnis der katholischen Geistlichkeit, die daraufhin bei dem GroH. Kreisamt heftigen Protest einlegte. Infolge dieser Beschwerde hat die Großh. Kreisschulkommission nunmehr bestimmt, daß künftighin bei jeder an Großherzogs Geburtstag stattsindenden Schulfeier ein Verzeichnis der zur Deklamation durch Schüler bestimmten Gedichte dem Kreisfchulinspetwr vorzulegen ist. (Frkf. Zig.)
Ausland.
London, 28. Sept. Der „Standard" veröffentlicht einen Erlaß, betreffend den demnächst in Angriff zu nehmenden Tunnel unter dem Aermelkanal. Die Verfertiger des Planes haben den Uebelsländen abgehoifen, welche sich der Verwirklichung des Gedankens bisher entgegen- stellten. Sie befürworten, daß beide Ausgänge des Tunnels von Truppen bewacht werden sollen. Das Projekt wirb'noch in bieser Session bem Parlament zugehcn.
Genf, 28. Sept. In ber heutigen Plenarsitzung ber Internat. Konferenz für Arbeiterschutz würbe bas Bureau beauftragt, bie Sektionen einzulaben, über ben Um- ang ber gewerblichen ftinberarbeit für bie nächste Versammlung einen Bericht vorzubereiten. Die britte Kommission berichtet über bie Nachtarbeit ber Iugenb- l ich en. Nachtarbeit soll bis zum 13. Jahre verboten sem. Das Verbot ist absolut bis zum 14. Jahre, v. Berlepsch spricht energisch für eine Einschränkung der Nachtarbeit im allgemeinen. Der Antrag v. Berlepsch auf Er- Nennung einer internationalen Kommission mit bem Auftrag, die Ausführung ber soeben angenommenen Bestimmungen zu kontrollieren, würbe angenommen.
Wien, 28. Sept. Die Teilnehmer am Deutschen Historikertage wurden gestern nachmittag im Wiener Rathause empfangen und bewirtet, wobei Bürgermeister Lueger eine Rede hielt, in ber er es als bie Aufgabe ber Historiler bezeichnete, Geschichtslügen zu «überlegen. Eine solche historische Lüge sei auch bie Behauptung, baß bie europäische Kultur burch Ungarn verteidigt worben sei. Auf Luegers Rebe antwortete ber Präsident bes Hisiorikertages, ber Geh. Archivrat Bai Herr-Berlin, ber unter anberem sagte, Geschichtslügen gingen nicht von ben Geschichtsschreibern, sondern von einer gewißen Klaffe von Zeitungen aus, bie auch bie
allgemein anerkannten Verbienste bes Wiener Oberbürgermeisters Lüeger herabsetztcn.
Aus S^adt uno rano.
Gießen, ben 29. Sept.
•• Die Vertrauensmännerwahlen zur Land- wirtschaftskammer ergaben, soweit bis jetzt bekannt ist, folgeubcs Resultat: Ob er Hess en: Im Bezirk Gießen (b. h. Stadt Gießen und Klein-Linben) wurde Sägewerkbesitzer Phil. Euler IV. zum Vertrauensmann gewählt. Im Bezirk Hungen wurden bie Vertrauensmänner für Köhler-Langsdorf (Bauernbb) gewählt; im Bezirk Bübingen bie Vertrauensmänner für Bürgermeister Roß in Wolf (Bauernbunb); im Bezirk Nidba für Pachter Schuch-Hof Schlotfeld (Bauernbb.)'; im Bezirk Vilbel für Lanbwirt Kalbhenn (Bauernbunb); im Bezirk Großen-Buseck für ben Lunbtagsabg. Leun-Großen- Linben (Bauernbunb); im Bezirk Homberg a. b. O. für ben Lanbtagsabg. Brauer (Bauernbund); im Bezirk Gedern für Lanbtagabg. Bähr (Bauernbund); im Bezirk Gießcn-Land für den Landivirt Wilhelm Weil-Lang-Göns (Bauernbund); im Bezirk Friedberg für den Landwirt Adolf Hensel- Dortelweil (B. k Landw. und Ver. Landwirte von Frankfurt a. M. u. Umg.). Starkenburg: Im Bezirk Offen- bach-Langen für den Hofgutspächter Wichmann-Rumpenheim (B. d. L. und 23er. Landw. f. Franks, u. Umg.). — In ganz Rhein Hessen scheint man ber neuen lanbw. Institution nur geringes Interesse zu schenken. In Mainz war zur Vertrauensmännerwahl von ben etwa 60 Wahlberechtigten nicht ein ein einziger Wahlmann an ber Wahlurne erschienen. — W orms war in vier Bezirke eingeteilt. Jrn ersten Bezirk haben von 111 Wahlberechtigten 8, im zweiten von 114 Wahlberechtigten 5, im brüten von 110 Wahlberechtigten 9 und im vierten von 112 Wahlberechtigten 7 sich an der Wahl beteiligt. Im ganzen haben also von 447 Wahlberechtigten nur 29 gewählt (= 6V2 Proz.). Ungefähr ebenso viele Personen waren bei ben Wahlbureaus tätig. — Da Graf Orio la unterlegen ist, so beabsichtigt man, wie wir von interessierter Seite hören, als (Segenfanbibaten gegen Geheimrat Haas eine anbere Persönlichkeit für ben Präsibentensitz zu nominieren, und es sind bereits dahingehende Bemühungen im Gange. — UebrigenS besteht die Absicht, die landw. Provinzialvereine nach Konstituierung der Landwictschaftskammer keineswegs eingehen zu lassen. Rian hofft vielmehr auf ein größeres Aufblühen deS Vereinswesens im Lande, nach dem Beispiele Preußens. Die Vereine sollen die vorbereitenden Arbeiten erledigen, Anträge bei der Kammer stellen und überhaupt eine Art Kontroll- instanz für bie Kammer bilben, ohne etwa von vornherein in einen Gegensatz zur Kammer treten zu wollen. Vielmehr wirb auf ein alle lanbw. Kreise besriebigenbes Zusammenarbeiten von Kammer unb Vereinen gehofft zum Besten ber gesamten hessischen Lanbwirtschaft. — Wie viele Wähler übrigens in Gießen ihre Stimme abgegeben haben, können wir nicht sagen. Man hat uns barüber an zusiänbiger Stelle keine Auskunft gegeben. Es besteht die Absicht, bie LanbwirtschaftAammer in ber zweiten Hälfte bes Oktober, etwa in ber mit dem 22. Oktober beginnenden Woche einzuberufen.
** Aus dem Bureau des StadttheaterS. Auch an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß am Dienstag, den 2. Oktober, die Eröffnung der Spielzeit mit einer Neueinstudierung von Schillers „Braut von Messina" beginnt. — Bei der lebhaften Teilnahme, die dieses Jahr für unser Stadttheater herrscht, dürfte es von Jntereffe sein, einiges über die neuen Mitglieder zu erfahren. Der neue Dberregiffeur unserer Bühne, Herr Hermann Bakof, speziell berufen zur Unterstützung des Direktors in Ausübung der Regie, kommt vom König!. Hoftheater in München, wo er die letzten drei Jahre tätig war. Er wird darstellerisch die ersten Eharakter- und Väterrollen geben. In ihm dürste unsere Bühne einen entschieden bas Durchschnittßniveau über* ragenben Künstler gewonnen haben, besten Leistungen bem Direltor übrigens aus mehrjähriger früherer gemeinschaftlicher Tätigkeit bekannt sinb. Für bas Fach ber ersten Helden ist Herr Conrab Kost verpflichtet, ein mit schönen Mitteln aus- gefiatteter Vertreter seines Fachs, bem von ben Bühnen, benen er bisher als erfolgreiches Müglleb angehörte, der allerbeite Ruf vorangeht. Die jugendlichen Helben werben von Herrn Erich Kober gegeben werben, bem Sohne bes Wiesbadener Hofichauspielecs Richard Kober; dem temperamentvollen, sympathischen Künstler, ber sich schon auf den bisherigen Proben als vortrefflicher Sprecher erwiesen hat, stehen die besonderen Empfehlungen von Joseph Kainz zur Seite. Von weiteren neuen Kräften fei Herr Hans Karl Greeff, der Sohn des renommierten Frankfurter Opernsängers, erwähnt, der für zweite Liebhaberrollen verpflichtet ist, sür die er vor allem ein hervorragend schönes Organ mitbcingt. — Ueber bie neuen Damen werben wir in nächster Nummer berichten.
•• Kaufmännische Krankenkassen. Man schreibt uns: Non ben vielen tausenb Handlungsgehilfen unb Lehrlingen, bie bei Eintritt ber Bersichecungspflieht sich ben Ar- beüertrankenkasten haben zuführen lasten, kommen immer mehr zu ber Einsicht, baß bie freien Hilfskasten von Berufsgenoffen mit voller Freizügigkeit im Deutschen Reiche doch bie geeignetste unb vorteilhafteste Versicherungsgelegenheit für junge Kaufleute sinb. In ben kanfmännifchen Krantenkassen, bie allerorten vom Versichecungszwange befreien, bleiben ihnen bie einmal erworbenen MilgliebSrechte ungeschmälert erhalten, wenn sie mit ber Stellung zugleich ben Ort wechseln, unb bei einigen -berartigen Krankenkassen ist zugleich barauf Bebacht genommen, baß sie sich ihrer sonstigen Lebenshaltung enlsprechenb gegen bie durch ernste Krankheiten hervorge- rufenen wirtschaftlichen Schädigungen angemessener versichern


