Ausgabe 
19.12.1906 Zweites Blatt
 
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LS6. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 298

<hnd>ftm Af 90 mtl HuBna6mt des Sonntags.

General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen

-71/28 Uhr abdS.

Sprechstunden der tz^edack

Eisen »verte hat den Albeitern der

Budern 8' schen

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Werke eine hübsche Weihnachtsüberraschiing bereitet.

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hatte die Gründung der sich die Pflege stellt. Am Sonntag fommen beschlossen, beraten werden soll.

eme6 KaoallerieoerelnS zum Gegenstand, der Kameradschaft zur ersten Aufgabe nach Neujahr ist ein weiteres Zusammen- indem über die weiteren Maßnahmen SlUe ehemaligen Kavalleristen werden

®te w«1efienet Samlllenbiatter werden dem yUn^cigei viermal wöchentlich betgekegt. Ter CaiOwtrr erscheint moruulut einmal.

A. K 0 rell, Pfarrer zu Kömgstädten.

D-Ünterricbt tfn Tieihnbcn, erttilt irtnolfWilh.SchlHIer llrof.6noo$)t?rmfliin, ikrqer Ltr. 41 II.

Koburg, 18. Dez. Der Großfürst und die Großfürstin Cyrill von Rußland sind gestern zum Besuch der Herzogin- Witwe Alane hier eingetrofsen. Der Großfürst wird mit seiner Gemahlin, die im Februar ihrer Entbindung entgegensieht, längere Zeit in Koburg Aufenthalt nehmen.

Stuttgart, 18. Dez. Bei 26 Nachwahlen zum Landtage wurden gewählt: 3 Nationalliberale, 4 Bauern- bündler, 12 Volkspartei, 2 Zentrum und 6 Sozialdemokraten. Ter Kammerbestand beträgt insgesamt 11 Nationalliberale (bisher 10), 11 Bauernbündler (bisher 9), 20 Bolksparte» (bisher 26), 21 Zentrum (bisher 18), 11 Sozialdemokraten (bisher 7) und ein Parteiloser.

München, 18. Tez. Tie Regierung soll den Beschluß gefaßt haben, künftig die Geistlichkeit auch zu Fort- bildungsschulprüfungen zuzuziehen. Tie Veröffent­lichung dieser Entschlleizung ist biü zur Stunde nicht erfolgt.

Rücksicht auf den' günstigen Jahresabschluß der Werke wurde er auf seinen Antrag vom Aufsichtsrat ermächtigt, den sämt­lichen Arbeitern eine besondere WeihnachtSbelohnung zu geivähren. Es sind für diesen Zweck Mark 34 000 zur Ver­fügung gestellt worden, die nach folgenden Grundsätzen zur Verteilung gebracht werden. Es erhält bei einem Dienstalter unter einem Jahre, jeder ledige Arbeiter M. 5. und jeder verheiratete Arbeiter M. 7.50, bei einem solchen von 15 Jahren M. 7.50, M. 10., von 510 Jahren Ai. 10., M. 15. und über 10 Jahren 9)1. 15., M. 20.. Die Belohnung wird an alle Arbeiter gezahlt, die mindestens seit dem 1. Dezember d. Js. m den Werken tätig sind und am AuSzahlungstage noch in ungekündigtem TienstoerhältniS stehen. Die Auszahlung der Belohnung erfolgt am

22. Dezember. Auch die sämtlichen Beamten erhalten die seither übliche WeihnachtSbelohnung.

" Nochmals derFall Korell. Zu der Behauptung, Pfarrer Korell habe 1898 bei der ReichütagSwahl sozial­demokratische Stimmzettel verteilt, veröffentlichen die Pfarrer Bernbeck in Okarben und Korell zu Künigstädten in der Darmst. Ztg.> folgende Erklärung:

Ter »nilunlerzeichnetc Pfarrer Korell-Königstädten hatte die bei der lebten Tagung der Evangelischen Laudeslynode »viederholt ausgesprochene Angabe, er habe 1698 in einem Tarmsiädler Wins- lolat fozialdemolraiifche Stimmzettel ocrtcilt, in össenllichen Blauem für eine glatte Unwahrheit erklär!, unter besonderer Beziehung auf diesbezügliche Aussagen des nulunterzeichnelen Piarrers Bernbeck-

Em'Antrag des Plärrers Karell, gegen ihn (Korell) deshalb Tisziplinarmilerfuchung einzulelten, »vurde vom Cbeitoiififtonum abgelehnk.

'Hut beiderseitigen Wunsch taub hierauf m den Amtsraumen de? Cberronfifioriiunä vor Berlretern der obersten Kirchenbehörde eine verlranliche Bejprechiiiig der Beteiligien statt.

Im Bertaut dreier Besprechung wurde als gemeinsam ge- wonnene Ueberzeiigung tolgeiides sestgestelll:

Im Jahre 1898 ereignete sich in einem hiesigen Gaslhause ein Borlall, der in der bei Tagung der Synode ermähnlen Weise miß- veistandeu werden koniue und misjverstanden ivorden ift. Em Verleiten" .sozialdemokratischer Stimmzellet hat damats nicht und überhaupt nicht statlgefunden.

Ter Ausdruckglatte Unwahrheit" wird auf Grund dieser

Mittwoch 19. Dezember 1906

Rotationsdruck unb Oertag bet CrOWIAei Unu>erfildl8bcudcreL 8L Langs,

Bi K Redaktion. Txvedttron a. Trudevrt: GchukVtt.^

HR V V Tel. Nr. 6L ielegt^flbt.1

Feststellung zurückgezogen.

H. Bernbeck, Pfarrer zu Clarbcn.

lftk-Lrto

Deige und Tromrete) sich hir Festlichkeifen mndiKeiem. [09035 ? DammOrnüc 19.

.der dcs flinbernnrten? nmerslae, d. 20. De- abds. 5 llhr nn-otel rzosi' statt. Tie Ment, Jn.'fireiinbei>-bekannt wilickfl e^eladeii- n Termine «ortoug Kinder^rlnem^,

Deutsche» Neietz.

Berlin, 18. Dcz. ^cr datier, der mit der Kaiserin heute morgen von Plön im Neuen Palais emtraf, hörte den Vortrag des Chefs deS 9.1lditäcfabmelt5. Heute abend nahm er an dem Pariorce-Jagd-Dmer in den Räumen des Kaiser- lichen Ariiomobilllubs in Berlin teil.

Ter frühere Bezirksamtmann von Togo Geo H. Schmidt veröffentlicht einen offenen Bries an den Ober­landesgerichtsrot Roeren, worin er ihn ausfordert, seine im Reichstage erhobenen Beschuldigungen gegen ihn in der Oeffentlichkeit zu wiederholen. Am Schluffe des Briefes heißt es dann:

Unter dem sicheren Schuß der Immunität toben Sie einem OoTtouridiicicii Beamten, ber unter den schwierigsten Bedingungen in Afrika seine Pflicht getan fct, die Ehre a b g e f cf> n 111 e n , weil er zu viel Rückgrat hatte, um sich unter das Joch des Zentrums zu beugen. Sie wagten das, wert Sie mich fern in Afrika wähnten, aoer ich bin h-er, Herr Ober­landesgerichtsrat, und toeibe vor ber gesamten Oeffentlichkeit be- meisen, daß Sie wider besseres Wissen die Beschul­digungen erhaben hoben. Hatten Sie sechst den geringsten Glauben an die Wahrheit Ihrer Beschnldiguiigen und vertrauten Sie selbst auf Ihre Zeugen, was würde Sie denn hindern, öffentlich bervorzutretcn, nachdem Sie und Ihre Schützlinge mich seit dem Jahre 1903 verfolgt, jedes Gerichtsverfahren ver­schleppt und nach jedem freisprechenden Urteil Mich von neuem an gefallen haben? Run haben Sie auch die Reichs- tagstridüne mißbraucht und entziehen sich der Verantwortung. Ob Sic des preußischen R i ch t e r a m t e s noch würdig sind nach den Rechtsbeugungen, die Sie im Kolonialamt gewagt haben, mag die preußische Regierung von amtSwegen entscheiden. Der Zweck dieses offenen Briefes ist zu erreichen, daß vor der deutschen Oeffentlichkeit der Vor­wurf der frivolen Ehrabschneidung, den ich hiermit gegen Sie erhebe, als berechtigt anerkannt werde. 17. Dez. 1906. G H. Schmidt, Bezirksamtmann a. D."

__ Die ,Berl. Korresp.* meldet über die Einfuhr oon lebenden Schweinen, Schweinefleisch aus Dänemark, Schweden und Norwegen: Durch die im /Reichs- anj/ bereits veröffentlichte Bekanntmachung deS preußischen Nimisters für Landwirtschaft über die Einfuhr von lebenden Schweinen unb Schweinefleisch aus Dänemark, Schweden und Norwegen sind die von einzelnen Regierungspräsidenten über die Einfuhr oon lebenden Schweinen und Schweinefleisch auL den genannten drei Ländern erlaffenen Verbote ab 20. Dezember aufgehoben. An ihre Stelle ist, um volle Klarheit über das gellende Recht zu schaffen, em einheitliches, aus bie Einfuhr lebender Schweine beschränktes Verbot getreten, foöaö nunmehr für die Einfuhr von frischem und zubereitetem Schweinefleisch keinerlei oeterinärpolizeiliche Beschränkungen mehr bestehen. Damit ist die in der Reichstagssitzung vom 11. Dezember seitens des Reichskanzlers bezüglich der Zulassung von frischem Schweinefleisch abgegebene Zusage in ihrem vollen Umfange für Preußen erfüllt worden. Aehnliche Vekanntmachimgen der übrigen Bundes­staaten stehen bevor. n

__ Wie die .Rational)." erfährt, soll neu mS Land kommenden Ansiedlern m Südwestafrika nach einer Verfügung des Gouverneurs gegen Gewährung freier Ver- pflegung und Unterkunft Gelegenheit gegeben werden, auf den Regierungsfarmen sich mit dec Eigenart dec Vieh­zucht bekannt zu machen. Ter Aufenthalt soll neun Monate nicht übersteigen. Die während der Ausbildungszeit oon den Ansiedlern auf den VersuchSfarmen geleisteten Arbeiten werden nicht honoriert.

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'N kurzer Zeil gckmW 0M947 Halfer, Mknri-qp; ii, roirb auch zum wenammen.

Gießen, den 19. Dezember 1906.

- Vom Großherzoglichen Hofe. S. K. H. der Groß Herzog begab sich n. d. Darmst. Ztg. am Dienstag nach Dorn berg zur Fasanenjagd.

D i e Prinzessin Ludwig von Batten» berg nahm mit den Prinzen Georg und Ludwig Diens­tag mittag an dem Frühstück im 9leuen Palais teil.

** Ntilitärpersonalien. Sachs, Lt. a. D., als Lt. der Res. des Jnf.-Rgts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) 9tr. 116 angestellt und vom 1. Jan. 1907 ad auf ein Jahr zur Tienstlelstimg bei diesem Rgt. kommandiert. Gr. von Hardenberg (Rudolf), Lt. im Garde-Trag.-Regt. (1. Gr. Hess.) Nr. 23, zunr Oberlt. befördert. Gr. von West­arp, Oberst u. Kommandeur des Großh. Art.-KorpS, 1. Gr. Hess. Feldart.-Regts. 9lc. 25, mit der Führung ber 16. Feld- art.-Brig. beauftragt. v. Müller, Obersllt. und Abteil.- Kommandeur im Gr. Mecklenburg. Feldart.-Rgt. Rr. 60 zum Kommandeur des Großh. Art.-Korps, 1. Gr. Hess. Feldart.-RgtS. Nr. 25 ernannt.

♦♦ Herr Alfred Bock schreibt unS:

Geehrte Rcb-.ktion! Meine Verleger, die Herren Egon Flsischel u. Co. in Berlin, teilen mir mit, dieKölnische Zeitung", die ich selbst nick)t lese, habe am 16. Dezember die Nachricht gebracht, ich sei gestorben. Ich bitte Sie höflichst, durch den Abdruck dieser Zeilen zu bezeugen, daß ich noch am Leben bin.

Hochachtungsvoll!

Alfred B0ck."

Selten ift uns Gelegenheit gegeben worden, etwas Lieberes zu bezeugen, als daß Herr Alfred Bock, ber vor­treffliche hessische Bauernd ich ter,n 0 dtf' am Leben ist. Und wenn die Erde um ein Menschenalter weiter ihre Bahn gerollt sein wird, dann wird Alfred Bock, Her sich, heute in der schaffenssrohesten Vollkraft seiner Jahre stellend, bester Gesundheit erfreut, hoffentlich ebensonoch" den Lebenden angchören, wie heute.

* WeihnachtSbelohnung. Der Vorstand der

politiid>e Tagesscban.

Rücktritt des Ministers von Studt?

Wenn nicht alte A: zeimen trugen, fo füjreibt man uns aus Berlin, so sind bic Tage des preuß. Kultusmmtfters d. Studt nun doch gezählt. Allgemein erwartete man den Rücktritt des Herrn v. Studt schon gleichzettig mit brr Demission Podbielslis; der Minister hatte zudem den Schwarzen Adler-Orden und, damit verbunden, den erblichen ribel erhalten, also mehr erreicht, als der frühere starke iann im preuß. Landwirtschastsministerium. Herr von Studt aber blieb im Anne, wohl weil im Osten die Schul- verhältnisse immer kritischer wurden und man annahm, er werde der Situation dort Herr werden. Dies^Hofsnung ist bisher enttäuscht worden, vielleicht hat man auch das o t) |t e m Althof f-Studt als unzw eckmäßtg er­kannt, kurz, man behauptet in Kreisen, die es wissen tonnten, Herr v. Studt werde jetzt gehen. Die Nachricht ist aber um so wahrscheinlicher, als nut dem eigentlichen Kultusminister Exz. Althoff, der schwer krank dar­nieder liegt, auf Lange Zeit nicht zu rechnen ist. Allem aber wird Herr 0. Studt gar nicht regieren wollen. Wohl möglich, daß der neue Herr im preug. Kultusministerium ein mehrnroderner", jüngerer Policiker fein wird.

Tie letzte Geduldsprobe.

AIS .bedenklich und bedauerlich- bezeichnet es die ,Tisch. TageSztg.-, daß das de u ts ch - sp a n is che Ha n d elS- ablommen nochmals verlängert werden soll. Die Wetteigewäbrung der deulschen MetslbegünsUglmg _ an den Pyreiiäennaat ohne angemessene Gegenleistung wäre aller- dmgs nicht erfreulich, doch im Hinblick auf die inncrpolilische Lage in Leulschland erichemt dieser AuSweg für die Regie­rung als Notbehelf unabweisbar, um den Ausbruch eines Zollkrieges zum Jahreswechsel zu verhüten. Erwünscht ist natürlich die Beschränkung der Fortdauer des ProvisoriumS auf kürzeste Frist, etwa bis zum 1. April n. I. Bis dahin muß sich die spanische Regierung klar werden über die Herabminderung ihrer zollpollt. Forderungen. Beharrt sie auf dem hochjchutzzüllnerlschcn Standpunkt, dann mag Deutsch­land es auf einen vertragslosen Zustand ankommen lasten, der jedenfalls Spanien mehr treffen würde, weil besten Ausfuhr nach Teutschland die Einfuhr von dort um das Doppelte übersteigt. Für Teutschland kann eS sich nur um die letzte Geduldsprobe gegenüber Spanien bandeln.

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** Zur Erhöhung ber Le^rergehalte schreibt bieDarmst. Ztg." wohl offiziös:

Tie Regierungsvorlage über bie Gehalte ber Volksschullehrer wirb in der Press: mehrfach abfällig beurteilt. Tas war voraus- zusehen. Denn bie Lei,rer vereine haben bekanntlich tobe ü"or- berungen gestellt; unb ba bie tKegierung neben den Interessen der Lehrer doch auch bie Interesten ber Steuerzahler zu bt> rudiiujtigen halte, so mußten die Sätze ber Vorlage hinter den Wünschen ber Lehrer zurüableiöen. Trotzbem werben bie h.jjischen Lehrer, wenn bie Vortage Gesetz wirb, eine bevorzugte Stel­lung unter ihren Amtsgenossen im 2! e r ch e e in- nehmen. Bei dieser Sachlage ist cs nicht begründet, wenn ber Regierung Mangel an Wohlwollen für ben Lel/rerstanb vot> gciuorien ivirb. Gewiß hatte man auch höhere Gehaltssätze vor­sehen unb damit größere finanzielle Anforderungen an das Land stellen Können. Aber die Voraussetzung für eine solche iveiter» gehende Vorlage wäre entweder eine beträchtliche Steuer^'rl»hung oder eine stärkere Belastung der Gemeinden (über das Gesetz von 1878 hinaus) gewesen. Es ist ein Beweis praktischen Wohstoollens der Sitgicrung für den Lchrerstand, daß sie von bet Einbringung einer solchen Vorlage abgesehen hat.

- Gründung eines RaöallerieoereinS in Gießen. Am vergangenen Sonntag fand in der Restauration ,Zum Stcphanseck^ eine Zusammenkunft einet großen Anzahl ehemaliger Kavalleristen statt. Die Vereinigung

Oandel und verkehr, voLkswirrtzchaft.

Budernssche Eisenwerke. In der am 13. Dez. in Wetzlar abgehallenen A"u f s i ch t s r a t s s i tz u n g bcnd)Ltl der Vorstand über das voraussichtliche Ergebnis des mit bem 31. Dezember abschließenden Geichchlsjahoes. Aus ; d ber gemaajten Festsreilimg beaosickstigt bie Verwaltung ix uyt» Versammlung demnächst, wenn bci.nbere imgän i;e Za i . L c nia>t eintrct.n, eine Dividende von < '/z P r 0 z. gegen ö im Vorjahre bei erhöhten Zurückstellungen in Vorschlag zu brmgelu

AusLasrS.

Madrid, 18. Dez. Der J-inanzminifter verlaS in ber Kammer einen Gesetzentwurf, woburch aus Getreide unb Mehl, das aus dem Ausland« kommt, ein Zoll gelegt werden soll. , t .

Slom, 18. Dez. In der Kammer gab der Minister des Aeußern Tittoni eine erschöpfende Erkwrung über Italiens Auslandspolitik ab. Er sagte u. a.: Ich kann mich Vock und herzlich der ebenso warmen wie Wirtsamen Verteidigung an- Ichlieven, meldje F"irst v. Bülow und Freiherr v. A ehr en- thal dem Dreibünde zuteil werden lieben. Der Dreibund wird nach wie vor bie Basis unserer Voickck )eui, ihm wollen wir treu bleiben. Bezügckch des VerhäitngfeS zwischen Italien unb Deutschland dementiert Tittoni aus das entschiedenste bie Gc- rüdjte, daß Dentsck)land bei den Verhandlungen Italiens mit anderen Äiächten wegen Tripo.itanien unb Abeiiynien irgend.oie interveniert h.tte. Was bte Angelegenheit ber Ävusenmz von Algeciras betrefjc, jo tobe Fürst v. Büloio die Korrekt- beit Italiens und icines Vertreters aus der Kvnserenz anertannt. Der sJjnniucr betont, daß b.e Bundcsbeziehangen zu Teutichland unb Oesterreich»Ungarn auf der Grundlage völliger Gleichheit unb größter gegenseitiger Achtung berutoiu Lreiindschaftliche Beziehungeii mit England tu unterhalten, sei für Italien nötig. Außerdem seien Italien und Lesterreich-llngam berufen, bie An» näherungsbewcgung zwischen 5Leutschlanb unb England zu er» leiujlcrn. Die Voickik Italiens müsse darin bestehen, den Drei­bund ausrechtzuerhalten, die Freiiiib',ch.isten mit England unb Frankreich zu icftigcn. In den Beziehungen zu Deutchstand unb örunlrcicq müsse Itacken die größte Aufrichtigkeit und Loyalität beobachten. , , .. ..

Wien, 18. Dez. Wie verlautet, besitzt d.e Regierung im Herren Hause bereits eine Majorität gegen da s Plu­ralwahlrecht. .Der Referent, Professor Lamarsch, hat im Einblick auf die Kundgebungen deutscher llniversitäts- prosessoren zugunsten der unveränderten An- nähme der Mahlresorrn daS Liejcrat niedergelegt.

Washington, 18. Dez. Der Senat h.t ben neuen Sekretär {fit Handel und Gewerbe, Strauß, ermächtigt, eine Unter- suchung über die moralische und physische kraft bet in der Industrie tätigen Frauen und Kinder anzustellen.

Au» unc tano«

cingelaben. Ort und Zeit der Versannnlung werden im Gießener Anzeiger noch bekannt gegeben werden.

Fulda, 18. Dez. Die BischofS-3te uwahl findet am 29. Dezember statt. (Fr. Ztg.)

Gießener Strafkammer.

X Greßen, 18. Dezember. Folgen deS AlkoholgeuusseS.

Im verflossenen ibionat hat der A. H. I. hier in Gemein­schaft mit dem Agenten Sch. einen Geschäftsabschluß zu Grün­berg ermittelt, wofür letzterer vom ersteren verabredungsgemäß 300 Mk. zu bekommen Halle. Sie gingen am Abend in eine hiesige Wirtschaft, in der F. wohnt und wo das Geld zur Auszahlung gelangen sollte. Die Wirtsfrau h..tte in der fraglichen Ange- . legenheit auch eine Reise nach Grünberg gemalt, weshalb ihr F. auch 50 Mk. zuwenden wollte, die an bem Bettag des Sch. in Abzug gebracht roetben sollten. Dieser wat aber damit nicht einverstanden und c5 entspann sich ein Wortwechsel, in den sich ein inzwischen hinzugckommenet Händ.er mischte. F. wurde ärget.ich, da der Händler Partei für Sch. ergriff, und nun ge­rieten diese zwei in einen Wortwechsel, in denen Verlauf Z. auf den Händler losging. Dieser sprang zurück, um sich eine Waffe wegen d s bev^r,.ehenden Angriff zu sichern unb in demselben Augenblick verätzte F. dem neaen ihn stehenden Sch. mit feinem Taichenmesset einen Stich nach der Brust, sodaß er sofort zu- sammenstürzte. Er entfernte sich sofort ans der Wirtichaft mit bem. Bemerken, er habe sich unglücklich gemacht, da er Sch. in das Hetz gestochen have. Die Staatsaiiwalticha,t erhob gegen F. Anklage wegen schwerer Körperverletzung und der Verletzte schloß sich dieser als Nebenk.äger an. Der Angeklagte bestritt vorsätzlich gestochen zu haoen unb be­hauptete, als er im Begriff gewesen sei, sich eine Zigarre ab­zuschneiden, fei er um sich gefahren, wobei er den Verletzten unbeabsichtigt getroffen habe. Der behandelnde Arzt stellte lest, daß der Stich zwisckUm Brust und Rippen sitzt, das Wiener ift an der Rippe abgeglitten und hat sich nach unten gedreht, wo­durch das Eindringen in die Brusthöhle vermieden wuroe. Wäre der Stichkanal nach innen stall nach unten verlausen, so wäre Sch. wohl sck)werckch mit dem Leben baüongeßommen. Auf Grund der Beweisaufnahme war das Gericht nicht im Zweifel, daß eine vorsätzliche s.örpecvir.etzung vor.iegt wenn es auch der Ansicht war, daß der Angeklagte eine \o ungemein gefährliche Verätzung nicht beabsichtigt habe. Angesichts ber Tatsache, daß sicy ber Vorfall in hoher Angetrunkenheit sämtlicher Beteiligten abge­spielt hat, ließ tos Gericht Milde walten. Es verurteilte F. zu einer Gefängnisstrafe von 5 Monaten und zu einer an den Verhetzten zu zahlenden Geldbuße von 100 Mark. Das bei der Tat gebrauchte Messer wurde eingezogen. Das Gericht hob hervor, daß dieser Vorfall, wie so Die.e andere vermieden geb-ie-en wäre, wenn bie Beteiligten im Genüsse des rilkohols madiger gewesen wären.

2000 Mk.

rtn EkschWmim pn Sin­ar fitem Sfarft Sidfr'iit in Ifibrn atinthl EchE unter 0M>3 an ben ueiatr erbeten.

MckM ttittti Adrnd von bet ht bis zur SubmiqitraBe lorben. Neqen BelohM SttbjölfiMUr -----09109

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