Ausgabe 
28.9.1906 Erstes Blatt
 
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Hoffmann ruft: Man macht auch ohne.) Bebel: Wie ein Abgeordneter so etwas Dum m es sagen kann, be­greife ich nicht. (Sehr richtig.) Würde Deutschland so etwas tun, so wäre das. ein revolutionärer Akt, der andere revolutionäre Akte nach sich ziehen würde. (Zustimmung.) Stimmen Sie für meine Resolution mit dem Zusatz Legten. (Lebhafter Beifall.)

Heute nachmittag fand der Parteiausflug nach Hei- d e l b e r g statt.

jpolitifc^c Tagesscharr.

Futterreichtum und hohe Fleifchpreise.

In ähnlicher Weise wie der .Fränkische Bauer" (verql. unsere gestrige Nummer) läßt sich eine aus landwirtschaftlichen Kreisen stammende Aeußerung in derTrier. LcmdcSztg.* vernehmen:

Die Viehbestände in den einzelnen Bauernwirtschaften sind im Verhältnis zu früheren Jahren reichlich, und jeder Viehzüchter ist mit Rücksicht auf die überreichen Futtervorräte bestrebt, feine Be­stände an Vieh noch zu vermehren. Die unmittelbare Folge davon ist, daß dem Viehhändler oder dem Metzger wenig Vieh zum Kaufe angeboten und dieses wenige nur zu hohen Preisen losgeschlagen wird. Der Landwirt glaubt, durch dieses Verfahren sein Interesse am besten zu wahren. Aber er befindet sich ganz entschieden im Irrtum. Die Futterpreise sind in diesem Jahre niedrig, und der Verkauf des Futtermaterials ist nicht lohnend; das muß anerkannt werden. Daraus folgt aber nun nicht, daß im laufenden Jahre die vorhandenen Futtermengen im eigenen Wirlschasts- betriebe verbraucht werden müssen. Man sollte sich doch an das Notjahr 1893 erinnern, in welchem nur diejenigen Landwirte vor dem äußersten Schaden bewahrt wurden, welche noch Futter- vorräte aus dem Vorjahre hatten. Wer garantiert dafür, daß wir auch im kommenden Jahre eine gute Futterernte haben? Wenn aber, wie im Jahre 1893, eine schlechte Futterernte eintritt, dann wird der Landwirt doppelt schwer getrosten. Jetzt, bei den hohen Viehpreisen, hält er mit dem Verkauf zurück und verbraucht durch den großen Viehbestand seine ganzen Futtermengen: wenn es im Jahre 1907 eine schlechte Futterernte gibt, dann muß er für teures G?ld Ersatzsutter kaufen, um den notwendigsten Viehbestand zu ernähren, und er muß das überschüssige Vieh für einen Spottpreis auf den Markt bringen. Der kluge Landwirt wird anders handeln: er wird das jetzige reiche Futterjahr benutzen, um sich für das kommende Ja hr einen großen Vorrat aufzu­speichern. Neichen dazu die Räume in ©cbeiine und Futter- speicher nicht aus, dann setzt er das Heu im offenen Feloe unter strohgedeckte Diemen; zugleich wird er die heutige günstige Kon­junktur ausnutzen, d. h. alle scklachtfähigen und auch Halbwegs schlachtfähigen Tiere auf den Markt bringen. Wenn die Preise hoch sind, soll man verkausen! Wenn jetzt alle Bauern tüchtig Vieh aufziehen und fast nichts verkaufen, dann wird nach kurzer Zeit eine große Masse schlachtreifen Viehes vorhanden sein, welches dann gleichzeitig aus den Markt gebracht wird. Und dann gehen die Viehpreise plötzlich ganz tief herunter; alsdann wird der Bauer, der heute den Verkauf seines Viehes trotz der hohen Preise ablehnt, sich genötigt sehen, sein Vieh zu wahren Spottpreisen zu verkaufen; denn alsdann wird jeder Bauer dem erberen im Ver­kaufe Konkurrenz machen. Also: die Ställe auf! Auf den Markt gefahren ! Wir sind überzeugt davon, daß bei Befolgung dieser Regel die Fleischpreise heruntergehen werden. Wenn sie nicht heruntergehen, dann wird die Regierung gezwungen sein, die Grenzen zu öffnen. Das aber würde gerade den Land­wirt am allerschwersten treffen.

Landwirtschaft und Mctzgergewerbe.

Bei der Ständigen Tarifkommission der deutschen Eisen­bahnverwaltungen wurde der Antrag gestellt: die Fracht Lr r i f $ e § Fleisch herabzusetzen (das heißt: Fleisch als Eilgut für den gewöhnlichen Frachtsatz zu be­fördern.) Der Antrag war in folgender Weise begründet worden:

Es sei bei den gegenwärtigen Fleischpreism erwünscht, daß gemeinsam mehrere Familien oder Konsumvereine, Einkaufs-Ver­eine usw. sich zu dem Zwecke organisieren, frisches Fleisch o Z r e kt v o n d e n Landwirten z u beziehen, die ihrer­seits sich zu Schlacht- und Verlaussgenossenschaften zu organisieren harten, um durch diesen direkten Fleischverkauf und Fleischeinkauf auf das Viehhändler- und Fleischergewerbe einen Druck auszuüben. Voraussetzung dafür sei aber, daß durch die beantragte Taris- matzregel die Möglichkeit geboten werde, frisches Fleisch regel­mäßig während des ganzen Jahres aus den ViehproduktionA- gegenden nach den Verbrauchsorten schnell und billig beziehen können. Die Maßregel soll, um die Ausnutzung durch Groß- schlächtereien zu verhüten, nur aus Stückgutsendungen beschränkt bleiben und auf Wagenladungen nicht ausgedehnt werden."

, Gegen diesen Antrag hat sich der Bund der Land­wirte mit einer Eingabe an die zuständigen Behörden ge­wendet, worin u. a. dargelegt wird:

Wir halten es für die deutsche Landwirtschaft nichts ür rötlich, Schlachtgeno ssenschaften zu grün- cdafür erforderlichen handwerksgewerblichen Kenntnisse fehlen den Landwirten, und es ist für sie nicht rötlich, sich dabei einer fachlichen Leitung anzuvertrauen, deren wirkliche Tüchtigkeit sie nicht kontrollieren können.

,, *n der vorliegenden Frage allein berechtigte und wirt­schaftlich erwünschte Organisation hat sich u. E. darauf zu kon­zentrieren: den Handel mit lebendem Schlachtvieh zwischen den Landwirten einerseits und dem Fleischergewerbe andererseits besser zu organisieren. Dieser Weg ist vollkommen hinreichend, um aus dem deutschen Fleischmarkt diejenigen Faktoren unberechtigter Verteuerung auszuschalten, die zurzeit hierin noch wirksam sind.

,j®om Standpunkt der Interessen der deutschen Landwirtschaft spricht gegen den hier erörterten Antrag insbesondere auch noch die auf die bisherigen tatsächlichen Erfahrungen sich stützende Vermutung: daß die ganze Maßregel in erster Linie nur der Entwickelung der Einfuhr ausländischen Fleisches dienen wurde.

Dasiir spricht die Tatsache, daß genau die gleichen Erfahr- nngen bisher bei allen solchen Detarisierungen gemacht worden sind die ursprünglich mit ganz ähnlicher Begründung als ledig­lich dem inländischen Produktenverkehr nützlich einqeführt worden sind.

Tatsächlich aber ging die wirtschaftliche Entwicklung unter J.CILdieser Frachtbegünstigung dahin: daß an den ®ctrH)erf®infu|jrbäfen große Mehlfabriken entstanden, die nun frachtgünstige Tarifierung zum Versand von Mehl aus aus­ländischem Getreide bis tief, in die binnenländischen Verbrauchs- gebletL und noch darüber hinaus bis in die Getreideproduktions­gegenden hinein ausnutzten, so daß hier nicht eine Erleichterung, sondern, nur eine Erschwerung des Msatzes die Folge war.

,, frstchen Gemüsen wurde, auchim Interesse des heirni- schen Gemüsebaues" im Jahre 1900 eine ähnliche Detarifierung eingeffiljrt. Statt aber dem deutschen Gemüsebau wirklich zu nutzen, bewirkte diese Maßregel erst recht eine starke Erschwer- n9 leiner Absatzmöglichkeiten, denn es stieg z. B. die Einfuhr holländischen Gemüses von 500 000600 000 Doppelzentner vor der Detarifierung sbis 1899) auf 1 000 0001 200 000 Doppel­zentner nach der Detarifierung (seit 1900).

Nun wird zwar gegen die Möglichkeit, daß wir eine gleiche Erfahrung auch bei frischem Fleisch machen würden, eingewendet: dl,e starke Erhöhung der Fleischzölle im neuen Zolltarif stünde dieser Entwickelung entgegen. Die Einfuhrstatistik seit dem 1. März 1906 £tgt aber, daß diese Ansicht nicht zutrifft. Denn im neuen Vertragstarif sind die Zölle für lebendes Schlachtvieh pro- ??böht, als die Fleischzölle. Infolgedessen zeigt die -Aatistlk seit dem 1. Marz 1906 wohl einen Rückgang der Lebendvieh-Einsuhr, aber ein Gleichbleiben bezw. bei einigen Sorten eine Steigerung der Fleischeinfuhr.

Diese Entwickelung würde durch die beabsichtigte Detarifier­ung der Fleischfrachten sicher noch weiter begünstigt werden."

vermischtes.

"Vom Münchener Münzraub ist nunmehr auch der Rest des gesamten Geldes von 130 000 Mk. gefunden worden und zwar ohne Zutun der Verhafteten. Es wurde, mit Reisig und Holz bedeckt, im englischen Garten gefunden, ivo es die Zeit über gelegen hatte. Der Münzräuber König, Soldat beim Bekleidungsamt, ist der Sohn eines verstorbenen Beamten der Münchener Ortskrankenkasse. Er war ein mit den Münzverhältnissen vertrauter Feinmecha­niker. In dein seiner verwitiveten Mutter gehörigen, beim Vorort Haar im Walde versteckt gelegenen Wohnhaus, wohin er heimlich einen Teil des geraubten Geldes gebracht hatte, war eine mechanische Werkstatt eingerichtet, in der König und sein Anstifter, der gleichfalls verhaftete Münzarbeiter R u f, in ihrer freien Zeit Motorräder reparierten. Ob sie dort auch Falschmünzerei betrieben haben, ist bis jetzt nicht fest- gestellt.

* Erd beben in Amerika. In der Stadt San Juan auf San Nigo erfolgten kurz hintereinander mehrere heftige Erdbeben, die unter der Bevölkerung große Panik hervor­riefen. Ferner wird uns aus Santiago de Chile berichtet, daß neue Erdstöße in Coldera und Cociabo verspürt worden sind. Sie waren von einem plötzlichen Temperaturwechsel begleitet.

* Störche als Räuber. In Unterliederbach (Hessen- Nasiau) geriet das unter dem Schornstein einer Kunstmühle stehende Storchnest durch Funkenflug in Brand. Als die Feuerwehr das Storchnest herunterholte, fand man darin Unterjäckchen, Kinderhemdchen, Höschen und Gott weiß was alles, was zum Auspolstern der Adebarschen Wohnstube ver­wendet worden war; es ist geradezu staunenswert, mit welcher Schlauheit die alten Störche diese Diebereien von den Bleichen ausgeführt haben müssen, denn niemand hatte davon bisher etwas gemerkt.

'Von Schweinen getötet. Der Besitzer Jandl in Oberdorf bei St. Kathrein i. M. hatte ein kleines Mädchen, Namens Josefa Schwaiger, in Pflege. Als die Kleine eine Zeitlang ohne Aufsicht war, lief sie zum Schweinestall. Kurz nachher hörte die Frau von dorther ein fürchterliches Ge­schrei. Sie eilte hin und sah zu ihrem Entsetzen das Kind am Boden des Stalles blutüberströmt liegen. DaS Mädchen war von den Schweinen überfallen und gebissen worden. Das ganze Gesicht war bereits zerfleischt. Die sonst gut­mütigen Tiere waren durch das Geschrei eines kranken Schweine? wütend geworden und hatten das Kind, als es zrim Stalle kam, zu Boden gerissen. Unter fürchterlichen Schmerzen starb die Kleine am nächsten Morgen an ihren Ver­letzungen.

* Schweinekauf nach dem Metermaß. Ein un­gewöhnlicher Schweinehandel fand in einer Wirtschaft in Kiel einen Abschluß. Ein Landwirt aus der Umgegend und ein Viehhändler konnten um 6 Schweine, die ersterer zum Ver­kauf hatte, nicht Handelseins werden, bis schließlich folgende merkwürdige Abmachung zustande kam: die Schweine sollten meterweise und zwar zum Preise von 150 Mk. pro Meter in den Besitz des Händlers übergehen. Die sechs Borstentiere, von letzterem sorgfältig befühlt und abgeschätzt, versprachen ihm nach seiner Meinung einen ansehnlichen klingenden Ge­winn, und so verstand er sich auch noch zur Zahlung einer Zeche in Höhe von 5 Mk. Die Tiere waren verladen, nach der Wage gefahren, und der Knecht kam mit dem Wiege­zettel zurück. Nun wurden die Tiere hintereinander in eine Reihe ausgestellt, vom Schwanz- bis zum Kopfende sorg­fältig gemessen, und sie ergaben eine Gesamtlänge von 10.80 Meter. Der Meter zu 150 Mk. ergab 1620 Mk. Der Wiegezettel wies dagegen ein Gewicht von 2443 Pfund auf; berechnet zum gegenwärtigen Marktpreis von 53 Pfg. pro Psd. ergibt 1294.79 Mk. Mithin hatte der Händler dadurch, daß er sich auf das eigenartige Geschäft einließ, außer der Zeche noch einen Schaden von 325.21 Mk. Mit wütendem Gesicht zählte er, wie dieKieler Neuest. Nachr." zu berichten wißen, das Geld auf den Tisch, schlug dröhnend mit der Faust auf und rief:Eenmal hettst du mi ansöhrt, obers tom tweeten Mal . . . !" Lächelnd strich sein Gegenüber die Summe ein und meinte:Na, mien leimen Hein, wenn du ensmel wedder gode Swien brukst, du weetst ja, wo ick wahn?"Dat di de Düvel Hal mitsamt bin Swin!"

* Kleine T n g e 3 dj r o n i f. In Pforzheim wurden der Auslauser Engelhofe und seine beiden Söhne unter V e r - gif t u n g s e r s ch e i n u n g e n erkrankt nttfgefitnben. Wie ver­lostet, hatten sie eine von ersterem zubereitete Milchsuppe genossen, die vergiftet war. Tie Frau E. war schon früher unter Umstanden gestorben, die auf Vergiftung schließen ließen. Damals wurde Engelhofe in Untersuchung gezogen, ober mangels Beweise wieder frei gelaßen. Der frühere Landgerichtsrat Blumenberg aus G l o g a u ist zur Verbüßung feiner vierjährigen Gefängnisstrafe in das ©leimiger Gerichtsgefängnis überführt worden. In Rom beging die Prinzessin 9)1 argbe rite 93 a t er n o Selbstmord, indem sie sich aus einem Fenster ihres Palais stürzte. Sie war wegen ihrer Schönheit bekannt und sollte sich demnächst mit einem Herzog verloben. Das 9)lotio der Tat ist unbekannt. Aus den Südstaaten Nordamerikas find Meldungen eingetroffen über schweren Schaden, den t r o v i s ch e Stürme namentlich in den Staaten Louisiana, Mississivvi und Georgia angerichtet haben. In den Straßen von New-Orleans steht den Meldungen zufolge das Wasser vier Fuß hoch. Auch die telegraph. Verbindungen sind unterbrochen, da die Telegraphendrähte in den von den Stürmen heimgesuchten Gegenden größtenteils hernnter- geriffen wurden.

UiNverMäts-Ncrchrichteri.

Aberdeen, 27. Sept. Aus Anlaß ihrer Vierhundert- lahrfeier hat die Universität an folgende auswärtige Gelehrte den Titel eines Ehrendoktors verliehen: Bulmerine-Dorpat, Deißmann-Heidelberg, Smend-Straßburg, Anschütz-Bonn, Diels- Berlin, (?^oldziher-Budapest, Hamburger-Groningen, Hüppe-Prag, Kielborn-Göttingen, Kobert-Rostock, Kvstanecki-Krakau, Liebreich- Berlin. Ostwald-Leipsia, Schivver-Wien. Trendelenburg-Leipzig.

Lcviidwsrischast.

** Ain Montag begannen die Ob st Versteigerungen an den Kreis st raßen, und zwar Gießen-Heuchelheim-Rod- yeim, Klein-Linben-Dutenhiofen, Klein-Linden-Großen-Linden. Die erzielten Preise waren recht hoch, da sich zahlreiche Händler aus der weiteren Umgebung cingesunden hatten. Es kamen nur vor­zügliche Tafeläpfel wie Goldparmänen, Schöner von Boskop, Pe- ping, graue Reinette, Ananas-Reinette u. dgl. zum Verkauf. Der Zentner kostete am Baum 813 Mark.

0 Marburg, 25. Sept. Heute wurde hier H e r b st- Pferdemarkt, verbunden mit Verlosung, abgehaltcu. Aus dem Pferdemarkt waren nur 140 Pferde und Fohlen auf gestellt.

** Hohe Weizenerträge werden außer durch ent­sprechende Bearbeitung und Einigung des Bodens durch die

richtige Auswahl der für die gegebenen Verhältnisse am passendsten und ertragsreichsten Weizensorten erzielt. Die Landsorten geben auf geringen Böden und in rauhen Lagen die höchsten Erträge. Sie werden aber noch üb er holt durch neuere Weizensorten, die teils durch Verbesserung der älteren Landsorten oder durch Kreuzung verschiedener Sorten entstanden sind. Für die befferen Böden sind die neuen hochgezüchteten Square head Zuchten bezüglich ihres Kornextrags an erster Stelle zu nennen. Die letzteren zeichnen sich noch besonders durch kräftiges gegen die Lagerung widerstandsfähiges Stroh aus. Saatgut unserer hoch­ertragsreichsten Weizensorten ist aus den Saatbaustellen des Hessischen Landwirtschaftsrats zu erhalten. Die Saatvermittel­ungsstelle des letzteren versendet Proben und Saatliste und erteilt Rat über die Auswahl geeigneter Sorten für gegebene Verhält, Nisse.

Ausnahmetarife für Düngemittel. Der auf den Preußisch-Hessischen Slaatsbahiien, sowie im direkten Verkehr dieser mit den meisten deutschen Bahnen bestehende Ausnahmetarif für Düngemittel und Rohmaterialien derKunstdüngerfabrikation, dessen Geltungsdauer am 30. April n. Js. abaelaufen wäre, bleibt zu­nächst weitere 5 Jahre bis einschließlich 30. April 1912 fn Krait. Diese für die Landwirtschaft überaus wichtige Maßnahme muß um so höher angeschlagen werden, als seit Bestehen des Aus­nahmetarifs die Anwendungsbedingungen nicht unwesentlich ver­einfacht wurden und das Warenverzeichnis eine derartige Er­weiterung erfahren hat, daß jetzt nahezu für alle zur Verwendung kommenden Tungemlttel die 20 Prozent Frachtermäßigung gewährt werden.

Nlrchttche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

16. Sonntag nach Trinitatis, den 30. September Kottesdrenft.

In der Stadtkirche.

Vormittags SV, Uhr: Pfarrer Schwabe.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.

_ Pfarrer Schwabe.

Nachstkunfttgen Sonntag, den 7. Oktober findet im HauvtgotteS- dienst Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemembe gemeinsam statt. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

An der AohauneSNrche.

Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler.

Beichte und heiliges Abendmahl für die LukaS- und die Jo- hannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Vormittags lP/4 U^r: Kindergottesdienst für die LukaS- gemeinde. Pfarrer Euler.

Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 2 9. September:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag, den 3 0. September:

17. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 61/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

, um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.

um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Andacht.

Im Monat Oktober ist an den Werktagen abends um 61/, Uhr: Rosenkranzandacht mit Segen.

Israelitische Religionsgemeinde.

Gottesdienst in der Synagoge (Südansage).

Samstag, den 29. S e p t e m b er 1906:

Versöhn,rngssest.

Vorabend: 6.15 Nhr. Predigt: 6.45 Uhr.

Morgens : 7.30 Uhr. Predigt mit Seelenseier: 11.30 Uhr. Nachmittags Thoravorlesung: 3.30 Uhr.

Schlnßpredigt: 5.20 Uhr. FestesauSgaug: 6.55 Uhr.

IW. Während der Predigt ist der Eintritt nicht g e st a 1t e t. _________________

Israelitische Neligionsgesellschast. Gottesdienst.

Freitag, den 28. September 1906: Nachmittags 2.30 Uhr.

Samstag, den 29. September 1906: Bersöhnnngssest.

Vorabend 6.15 Uhr. Predigt.

Morgens 6.00 Uhr. Festesausgang 6.55 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 5.30 Uhr.

Eingesandt.

(Für den Inhalt der unter tiefer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Finanzbeamte, Kreisgeometer, VolkSschul- l e h r e r undmittlere* Baubeamte streiten sich über die Frage, ob der einen oder der anderen Kategorie der Vorrang ge­bührt oder ob sie alle unter einen Hut gehören. ES scheint bei den Herren Einsendern in der Tat wenig Einsicht zu bestehen, denn sonst hätten sie sich sagen müssen, daß sich die Regierung, die doch die Art der Vorbildung, die Anforderungen und die Ver­antwortlichkeit einer jeden Beamtenkategorie selbst vorschreibt, des­halb auch die einschlägigen Verhältnisse genau kennt, von ihrem eingenommenen Standpunkt nicht abbringen läßt und nicht ab- bringen lassen kann. Oder wollen sich die Herren Einsender, bezw. die SeamtenFafegorie, der sie angehören, bei dem Volke wichtig machen? Die Regierung wird sehr wohl wissen, welche Kategorie von Beamten ein wichtiges Glied in dem Staats- Organismus bildet.- Dem entsprechend wird sie für die einzelnen Kategorien die Anforderungen und Verantwortlichkeit schrauben und dem entsprechend wird sie die einzelnen Kategorien bet Bemessung der Gehalte bewerten. Und das mit Recht.

Auf Anmaßungen, wie sie in dem Eingesandt zu Tage getreten zu sein scheinen, dürfte die Regierung nötigenfalls den verschiedenen Herren Beamten die richtige Aittwort erteilen. Grundsatz der Staatsregierung wird es wohl sein:

Jedem das Seine!

gefügt sei noch, daß häufig gerade die Herren Saubeamten, wie manchem Geschäftsmann vielleicht zum Aerger bekannt ein dürste, Privatarbeitennicht oder nur in ganz geringem Um­fange", sondern in ganz erheblichem Umfange ausführen, sein soll dies allerdings nicht.

*

Internationale Hunde-AuSstellung.

In der gestrigen Nttmmer desGeneral.AttzeigerS* wurden die in der Hunde-Ansstellung ausgegebenen Preise veröffentlicht. Schreiber dieses ist meiner Ansicht nach nicht informiert gewesen über das Resultat der Ausstellung.

Es wäre sicherlich viel besser, wenn ein derartiger Schreiber lwd Hundefreund in seinen Kasematten liegen bliebe, als ein un- lares Verzeichnis in einem solchen hier in Gießen und Umgegend ehr viel gelesenen Blatte veröffentlichte. Eiiisender dieses, ein Mit­glied des Hundezuchtvereins, bittet den Verein, ein spezielles Verzeichnis der Preise aufzustellen und dasselbe bet weiteren Aus­teilungen beibehalten zu wollen.

Es würde dadiirch ein Wohlwollen des Publikums bewirkt und allen Fretiiiden des Hundesports damit eine Anregung gegeben, denselben in jeder Hinsicht zu fördern.

Einer für Viele.

Postpaket-Adressen mit Firma liefe. btUtgft vrW'jche Universitäts-Druckerei. Sieben.