Ausgabe 
26.3.1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 72

Zweites Blatt

156. Jahrgang

Erscheint «-Nch mit Ausnahme des Sonntags.

DieOletzener Lamtlienblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigclegt. Der dHelftlch« Laidwirl" erschein» monatlich einmal.

Gießener Anzeiger

Montag 26.MarziSv6

Rotationsdruck und Verlag der Srühl'ich»

UnwersULtsdruckeret. R. Lange, @te6au

Redaktion,Expedition u.Druckerei' ©cbufftr-t, Tel. Nr. 6L Toi eg r.'Adr.: Anzeiger Qttfom.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.

Bekanntmachung.

Au die Großh. Bürgermeistereicu Altendorf an der Lnmda, Allertshausen, Alten Buseck, Beltershain, Burkhardsfelden, Climbach, Dorf-Gill, Ellerstadt, Ettingshausen, Garllcnteich, Geilshausen, Langd, Sich, Lumda, Nonncnroth, Ober-Hörgern, Ovenhausen, Rabertshausen, Rüdvingshausen und Stockhausen.

Zur Erledigung einer früheren Bekanntmachung ersuchen wir Sie, nn§ recht bald die Zahl der iin Jahre 1905 in Ihren Gemeinden lebend geborenen Kinder, getrennt nach männlichem und weiblichem Geschlecht, mitzutcilen.

Gießen, den 22. März 1906.

Großh. Krcisgesundheitsamt Gießen. Dr. Haberkorn.

Deutsches Reich.

Berlin, 25. März. Ter Kaiser tvohnte gestern einer Versammlung des Deutschen Segler-Verbandes bei, in der Professor Tr. Busley über das internationale Meßver- fahren der Rennjachten sprach. An der dem Vortrag fol­genden Diskussion beteiligte sich mit kurzen Ausführungen auch der Monarch persönlich.

"Tie chinesische S t u d i e n k o m m i s s i o n wurde gestern vom Kaiser in feierlicher Audienz in Gegenwart der Prinzen des königl. .Hauses, des Reichskanzlers und des Hauptquartiers empfangen. Tie Herren wurden in Gala-Karossen zum Schleiß geführt. Um 1 Uhr fand ihnen zu Ehren eine Frühstückstafel statt. Tie Mission überbrachte dem Kaiserpaare kostbare Geschenke, die aus Seiden­stoffen, Schnitzereien, Porzellan- und Glasgegenständen be­standen. Tie Unterhaltung während der Tafel lvar äußerst lebhaft. Ter Kaiser erkundigte sich bei den Chinesen, was sie in Berlin in Augenschein genommen haben und was ihre Aufmerksamkeit und ihr Gefallen besonders erregt habe. Ueberhaupt trug der Empfang einen überaus herzlichen Charakter. Zum Schluß verlieh der Kaiser den beiden Führern der Mission sowie dem hiesigen Ge­sandten den Kronenorden 1. Klasse.

Zu dem Tiner beim Reichstagsprasidenten Grafen Balle st rem, an dem der Kaiser teilnahm, waren er­schienen der Reichskanzler, Staatssekretär Gras Posadowskv, die Gesandten (9raf Lerchenfeld, Frhr. v. Varnbühler und von Hohenthal, die Vizepräsidenten des Abgeordnetenhauses 5fraf Udo Stollberg und Tr. Paasche; die Reichstaasabgg. b. Normann, v. Kardorsf, Büsing, Tr. Spahn, Frhr. von Hertling, Tove und Schmidt. Ter Kaiser, der die Uniform der Breslauer Kürassiere trug, traf im Automobil ein und blieb bis V2II Uhr. Er war in ausgezeichneter Stimmung und vergnügte sich aufs beste an den Anekdoten, die Graf Balle st rem aus dem Kriege 1 R 70 71 erzählte. Bei der Abfahrt begrüßte er den Hausinspektor des Reichs­tages v. Bornstädt und schüttelte ihm alsaltem Bekannten" die Hand.

- Ter Zentralausschuß der freisinnigen Volkspartei toählte den Abg. ll e r - Sagau einstimmig zum 1. Vor­sitzenden des geschästsführenden Ausschusses. Sein Stell­vertreter bleibt F i s ch b e ff.

TieDeutsche Tagesztg." veröffentlicht einen Brief des Vorsitzenden des Bundes der Landwirte, Tr. R ö ficke an seine Wähler im Wahlkreise Kaiserslautern, in welchem er diese auffordert, bei der Stichwahl fürden liberalen Kandidaten Bürgermeister Schmidt zu stimmen.

Tie in der Presse seit Jahren vielfach erörterte. Frage der Schaffung eines 25Pfennigstückes wird demnächst im Reichstag von dem nationalliberalen Abg. Ortet-Thorn durch einen Antrag in Fluß gebracht werden.

Potsdam, 24. Mürz. Die Herzogin Wilhelm von Mecklenburg, geb. Prinzessin Alexandrine von Preußen, ist auf Schloß Marly bei Potsdam gestorben.

4?arla«iciitari(cbes*

Berlin, 24. März. Bei der Etat-Beratung in der Kommission bc§ Herrenhauses wurde betont, daß die größte Vorsicht bei der Aufnahme von Auslän­dern auf den Universitäten und technischen Hoch­schulen namentlich mit Rücksicht auf den fragwürdigen politischen Charakter eines Teiles dieser Studenten geboten sei. Kultusminister Dr. Studt erwiderte, daß die Unterrichts­verwaltung nicht ohne Erfolg bemüht gewesen fei, lästige ausländische Elemente von den Hochschulen und technischen Hochschulen fern zu halten. In letzter Zeit seien die wissen­schaftlichen Anforderungen bei der Aufnahme erheblich erhöht worden, wodurch man eine große Zahl der russischen Stu­denten, die wegen der dortigen Wirren zu uns gekommen seien, nach Frankreich und der Schweiz abgelenkt habe.

Derbem Reichstage zugegangene ErgänzungS- Et a t forbert 6 362 200 Mk. unb zwar 31.700 Mk. zur Um- wanblung der Gesandtschaft in Tokio in eine Botschaft und 6 330 500 Mk. für die Vervollständigung des Eisen­bahnnetzes im Interesse der Landesverteidi­gung.

Für die durch den Tob Eugen Richters not- wenbig geworbene Nachwahl im NeichstagSwahlkreise Hagen will bie freis. Volkspartei den Ingenieur Dr. Koll- mann als Kandidaten aufstellen.

Heer unt Flotte.

London, 24. März. Der greise Feldmarschall Lord Roberts hielt gestern abend einen Vortrag über die Not­wendigkeit der Einführung der allgemeinen Wehr­pflicht in England. Roberts führte aus, die englische Armee sei gänzlich ohne Reserve, die einen praktischen Wert hätte. Die deutsche Armee und alle anderen Heere Europas besäßen eine Reserve waffengeübter junger Männer. Dec jetzige Zustand sei eine 6)efahr für den Bestand des englischen Reiches.

Ttirche und Schule.

Dem Vizepräsidenten des preuß. evangelischen Obcr- kirchenrots Frhr. von der Goltz wurde der Charakter als Wirkl. Geh. Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen.

Kamerun.

Prinz Akwa tritt mit Lebhaftigkeit der Annahme entgegen, daß die bekannte Beschwerdeschrift der Akwaleute von ihm direkt auSgegangen sei. Sein Vater habe von den ihm befreundeten Häuptlingen den Auftrag erhalten, bei ihm, dem mit den deutschen Verhältnissen vertrauten Sohn, anzu- 'ragen, was sie zweckmäßig tun könnten, um dem von dem Gouverneur eingeführten unheilvollen Regiment ein Ende zu machen. Er habe darauf schließlich den Rat erteilt, sein Vater möchte die im Jahre 1902 von ihm im Auswärtigen Amt mündlich vorgetragenen Wünsche in einer Eingabe an den Reichskanzler und den Reichstag richten. An der Friedensliebe Kaiser Wilhelms könne niemand zweifeln, und er könne seinem Vater und seinen Leuten nur raten, eine loyale, treue Haltung zu bewahren, wie ja überhaupt die Stimmung unter seinen Landsleuten vollkommen deutsch sei. Sein Vater habe ihn beauftragt, bei der Regierung zu beantragen, das er, der König Akwa, nicht mehr in Kamerun vernommen werde, weil ihm dort keine Gerechtigkeit wider­fahre; er wollte in Deutschland aussagen und sei bereit, die Kosten der Reise nötigenfalls selbst zu bestreiten.

Marokko.

Sehr bemerkenswert ist eine deutschfeindliche Auslassung der sehr geachteten und gelesenen Petersburger Nowvje ÄZrcmja". Sie ist mit dem Kommunique der Petersb. Telegrapheuagentur in Sachen der Instruktion an den Grafen Cassini (vgl. die heutigeWochenschau") unzufrieden. Tas Blatt führt aus, diese scharfe Widerlegung desTemps" werde in Paris einen sehr unangenehmen Eindruck machen und als ein Buhlen um die Gunst Berlins auf- gefaßt werben.

Wie die römischeTribuna "aus Mgeeiras meldet, sagte ein Delegierter, der sich viel Mühe gibt, eine Ver­ständigung cherbeizuführen, zum Grafen Tattenbach:Tie großen Nationen dürfen Nachgiebigkeit zeigen". Graf Tattenbach antwortete:Allerdings, aber durch zu viel Nachgiebigkeit wird man schwach".

TerTemps" behauptet neuerdings, der deutsche Bot- schafter in London habe in einer Unterredung mit dem Minister des Auswärtigen Grey die Haltung der Kvnferenzmächte, insbesondere Rußlands, gegenüber Frank­reich unrichtig dargestellt. Unter dem Eindruck dieser Unter­redung habe sich Grey veranlaßt gesehen, dem britischen Delegierten Nicholson jene viel besprochene Weisung zu geben, damit sich Frankreich nicht völlig isoliert fühle. Auch der deuischc Botschafter in Washing­ton habe gleichfalls von einer Isolierung Frankreichs ge­sprochen. Endlich hält derTemps" es für wünschenswert, daß Botschafter Fürst Radolin anläßlich feiner nächsten Unterredung mit Bourgeois gewisse Acußerungen, welche französische Berichterstatter dem Grafen Tattenbach in den Mund legten, für unzutreffend erklärt.

Rußland.

Ein neuer Einkommensteuer-Entwurf läßt die bi» plomatiscken Vertreter des Auslandes steuerfrei, zieht aber die anderen in Rußland lebenden Ausländer zur Entrichtung dieser Steuer heran, insoweit sie mehr als! ein Jahr in Rußland leben oder zu Erwerbszwecken hierherqekommen sind. Die Ein­kommensteuer für diese Ausländer beträgt mindestens 0,7 Prozent und steigt progressiv bei zu 5 Prozent des Einkommens. Die Ein­kommen unter 900 Rubel bleiben steuerfrei.

Die Wahlen zur Reichsduma vollziehen sich nach offiziöser Verlautbarung überall, auch in Polen, in guter Ordnung.

Aus Petersburg wird die Verhaftung zweier Pro­fessoren der Universität gemeldet, des National-Oekonomen Kvwalewski und des Literaten Boborykin.

In Reval wurden in den letzten Tagen vom Kriegsgericht zwölf Bauern zum Tode verurteilt, neun wegen der Verwüstung von Gütern, die andern wegen Ermordung des Guts­besitzers Baranow. In Rundalen stellte sich ein Agitator frei­willig : er wurde ebenfalls erschossen unb fein Besitz eingeäschert. Massenhaft werden Personen verhaftet, in Jncobstadt allein sind 250 politische Verbrecher interniert.

In Riga wurden zwei Individuen, welche am Raube in d e r M 0 s? a u e r Kreditbank beteiligt waren, auf dem Bahn- Hofe in dem Augenblicke verhaftet, als sie den aus Moskau kommenden Zug verließen. Man fand bei ihnen falsche Pässe, sowie eine große Summe baren Geldes. Die Moskauer Polizei Hot infolge der ausgesetzten hohen Belohnungen so viele An- haltspunkte über die Bankräuber, daß die Verhaftung sämtlicher Beteiligten in kürzester Zeit erfolgen dürfte.

Der Oberkommandant von O b_c s s a Baron. Kaulbars gab dem Redakteur der Südruss. Rundschau Beilesvhn die Ver­sicherung, . daß alle Maßregeln zur Verhütung von Judenmetze­leien anläßlich der Osterfeiertage getroffen seien. Kürz nach dieser Audienz wurde Beilesobn von der Polizei verhaftet!!!

Im schlesischen Städtck^i Myslowitz wurde eine Frau ver­haftet, als sie falsches Geld in Zahlung gab. Die Frau stammt aus dem Pvlenorte Sosnow ice, wo ein ganzes 7^alsck- m ü n z e r n e st, bestehmd ans einem P 0 lizeiwacktmeister, einem Polizisten, einem''oster, einem .Handelsmann und zwei Frauen, verhaftet wurde. Eine Unmenge falscher, deutschen und russischen Geldstücke und Prägeformen wurde dabei vorgeftinden.

Am 23. VLärz wurden in einem Fort von Wladiwostok zwei Matrosen der j a va n i s ch e n Handelsmarine verhaftet und bei ihnen Pläne des Forts und Notizen darüber gefunben.

Ausland.

London, 24. März. Bei dem I ahr es f c stessen der deutsch en Wohltätigkeitsgesellschaft brachte Felix Schuster einen Trinkspruch auf König Eduard, Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef aus, betonte die Notwendigkeit des Einverneh­mens der Deutschen und Engländer zum beider­seitigen Wohle und wies aus die Verehrung hin, welche der deutsche Kaiser auch an der Themse genieße. General Sir Alfred Turner sprach den Wunsch rms, die Deutschen

und Engländer, die so sehr aufeinander angewiesen seien, möchten in gutem Einvernehmen zusammen leben.

P aris, 25. März. Nach einer Meldung aus St. Etienne ist der von einem landarmen bei der Jnventurauf* nähme in Monregard verwundete Arbeiter Rgsie seinen Verletzungen im Spital erlegen.

Belgrad, 25. März. Offiziös verlautet, daß die Ein­uhrbewilligung für den ersten Transport serbischer Schweine näch Oesterrcich - Ungarn von 5572 Stück erwirkt wurde.

K 0 n st a n t i n 0 p e l, 24. März. Der Präfekt voll STcmt stantinopel Redwan-Pascha ist von zwei Personen aus Privatrache getötet worden.

N e w l) 0 r F, 25. März. Auf 'Samar (Philippinen) hatte der Bundeskonstabler einen Kampf mit wilden; Palnjanen, von deuen mehrere getötet wurden. Der Gouverneur wird vermißt.

Das Unglück von CourriLrcs und die französischen Ausstände.

Der Kampf gegen den Grnbenbranb wirb immer noch eifrig fortgesetzt, leiber ohne sichtlichen Erfolg. Währenb ber Arbeiten entstaub eine heftige Panik, veranlaßt burch das plötzliche Unroohlwcrbcn eines Ingenieurs und eines Feucr- wchrnwnncs, welche infolge Ausströmcns giftiger Gase auZ der Grube geschaffen werben mußten. Ein Arbeiter, der be- inerkt hatte, wie bie beiben zu Boben fielen, vermutete eine neue Katastrophe unb rief:Rette sich, wer Fann!' Ter Ingenieur, sowie ber Feuerwehrmann konnten jeboch nach kurzer Ruhepause die Arbeit roicber ausnehmen. Täg­lich treffen fretnbe Ingenieure ein, welche Aufklärungen über bie Ursache ber Katastrophe sammeln. Unter ben Fremben befinben sich viele Deutsche. In Lens würben umfassende Maßregeln getroffen, um zu verhindern, daß anläßlich beS Zusammentritts ber Delegierten ber Grubenbirektorcn Unruhen entstehen.

Die Löschungsarbeiten ziehen sich baburch in bie Länge, baß bie überhitzte Kohle entfernt werben muß, damit sie nicht von neuem in Brand gerat.

Die Delegierten der Bergarbeiter sind am gestrigen Sonntag in Len8 zu einem Kongreß zusammengetreten. Der Deputierte BaSly, der den Vorsitz führte, erhob Protest gegen Gewalttätigkeiten ber Agitatoren, bie bie Gntfenbung von Truppen nolroenbig gemocht hätten.

Basly hielt vor etwa 3000 Zuhörern eine Rebe, in bet er erklärte, wenn bie Gesellschaften ihre Zusage betreffend bie Löhne für die Bergarbeiter hielten, würben biefe eS ihnen lohnen. Die Anwefenben nahmen eine TageSorbnung an, in der sie sich gegen bie Agitatoren aussprechen unb auf baS Syndikat, besten Präsibent Basly ist, zählen, um die Krise §11 lösen.

Der Kongreß ber Bergarbeiter beschloß ein Referendum wegen Wicberaufnahme ber Arbeit ober Fortsetzung bes Streiks mit 159 gegen 20 Stimmen.

Seit beni 24. Marz ist eine starke Wieberausnahme ber Arbeit zu verzeichnen. In Lens arbeiten alle Gruben­arbeiter, auch hat eine große Anzahl Strcikenber in Bethune bie Arbeit roicber ausgenommen.

In Becqucncourt gab ein Mitglied bes sog. gelben Syn­dikats auf einen streikenden Arbeiter einen Schuß ab, burch ben bieser schroer verrounbet rourbe. Es kam au9 dieser Ursache zu einem großen Tumult.

Paris, 25. März. Streikenbe Gärtnergehilfen verwüsteten mehrere Gemüsegärten im Süben von Paris unb hielten die nach Paris abgefanbten Gemüselabungen an. Die Gendarmerie verhaftete mehrere Ausständige.

Aus SiaSt uns £anO»

Gießen, den 26. März.

Die dritte Jahrhundertfeier unserer Lan­des-Universität. An dem schwarzen Brette lesen wir folgenden Anschlag, ber von bem in ben atabemischen Kreisen herrschenben Sinn für frohen Gesang unb eblen Wein be- rebteS Zeugnis ablegt.

Preis-An sich reiben.

Tie Universität Gießen begeht am Schluß bes Sommersemesters 1907 in Zierlicher Weise bas Gedächtnis ihres 300jährigen Be­stehens. Für bie Festlichkeiten ist u. a. ein großer Kommers in Aussicht genommen. Zur Gewillnring eines Fe st liebes s ü r daL L i e b e r b lr ch bes Abenbs wirb ein Wettbewerb er­öffnet unter allen denjenigen, bie bis zum 1. März 1907 Angehörige der Universität sind oder gewesen sind.

Ter Dichtung muß eine bereits vorhandene Melodie unter- gelegt werden.

Tie Lieber sinb vor bem 1. März 1907 bei dem Rektor ber LandeS'Umversität einzureichen.

Dem Liebe ift ein mit einem Kennwort versehener verschlossener Unlschlag beizulegen, ber Namen und Aufenthaltsort des Ven'asters enthält. Das Kennwort ist auf dem Text des Liebes zu verzeichnen.

Es werben drei Preise ausgesetzt, bestehend in edlem Weine und zwar

der erste Preis in 30 Flaschen , zweite ,20

dritte 10

Tas mit dem ersten Preise gekrönte Lied wird in das Fest­lieberbuch alisgenommen, bleibt aber Eigentum bes Verfassers.

Das Preisgericht ivirb gebilbet aus dem Rektor des Jahres 1907 unb den Herren Professor Tr. Krüger, Professor Dr. Biermann, Professor Dr. Strahl, Proscffor Dr. Behaghel, Professor Dr. Hansen. Professor Dr. GrooS.

Die Zuerkennllilg bes Preises erfolgt bis zum 1. Mai 1907. Der Rektor ber Universität Gießen.

Behaghel.

"Kreisamtspersonalien. S. K. H. ber Groß- herzog haben am 24. Diärz ben Kreisamtmann bei bem KrciSamt Gießen Paul Hechler zum Ministerialsekretär bei bem Ministerium bes Innern, ben Kreisanitmann bei bem Kreisamt Friedberg Tr. Paul Wörner zum KreiSamtmann