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24.4.1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 95

Zweites Blatt

Dienstag 34, April s.906

L 56. Jahrgang

Eichener Anzeiger

Erscheint EtzNch mit Ausnahme des Sonntags.

Redaktion. Expedition u. Druckerei? Schulst?. U, Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr.: Anzeiger «Lieh«.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lebe» UnwersitätSdruckcrei. R. Lange, (Btefcee.

Eie ..Stehener Zamttlenblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Landwirtt' erscheint monatlich einmal.

General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Aas stolze Amerika.

Ueberrascht und verblüfft hat unS kulturbeleckte Euro­päer die Meldung, daß sich Präffdent Roosevelt alle Spenden für dre Geschädigten von San Francisco ebenso bestimmt als höflich verbeten hat. Für den ersten Augenblick mutet dieses Vorgehen recht protzenhaft an; der geldstolze $nnfec, der nicht einmal bei so riesenhaftem Unglück sich von anderen Leuten helfen lassen will cs ist kein schönes Bild! Und zudem ist die Legitimationdcs Präsi denten Roosevelt zu solchem Handeln bestreitbar. Wie fommt er dazu, die Spenden zurückzuweisen, die doch nicht den Ver­einigten Staaten von Nordamerika, sondern den geschädigten Privatpersonen zugedacht sind? Wir können diese Frage auf ihre Berechtigung nicht prüfen, zweifeln aber nicht daran, daß viele Geschädigte mit dem Vorgehen des Präsidenten nicht einverstanden sein dürften. Dagegen hat der Präsident in der Union die große Mehrzahl der Bevölkerung unzweifel­haft hinter sich.

ES wird in unserer Zeit mehr in öffentlicher Wohltätig­keit gemacht als gut ist. Und cS ist leider nicht immer das menschliche Mitleid, die christliche Charitas allein, die Anlaß zu den Spenden gibt, sondern es spielen da menschliche, allzumenschliche Schwächen eine übergroße Nolle. Das Wort von der dekorativen Wohltätigkeit ist nur zu be­rechtigt, und in vielen Fällen, in denen der Klingelbeutel umgegangen ist, haben sich trotz der zusammengcbrachten großen Summen so häßliche Begleiterscheinungen gezeigt, daß man an manchemmilden Werke der Barmherzigkeit" keine sonderliche Freude haben kann. Mancher gibt, weil sein Vorgesetzter cs so wünscht, ja dieses Geben dem Unter­beamten gewiffcriilaßen zur Pflicht macht, und das offizielle Deutschland gibt nach dem Auslande oft nur aus rein polit. Gründen. Beides würdigt Geber wie Empfänger herab. Mancher lechzt bei seiner »milden Spende* nach dem Ruhm, der erste gewesen zu fein, dec seine Hand auftat, und das Wortbis dat, qui cito dat (doppelt gibt, wer schnell gibt) erhält dadurch einen häßlichen Beigeschmack. Mancher rechnet auch zu sehr auf Dankbarkeit. Unser Vertrauen in die öffentliche Wohltätigkeit wird darum immer geringer.

Roosevelt ist ein Mann von klarem Blick. Er ,vill, wie es scheint, die Vereinigten Staaten vor dem Schicksal bewahren, von aller Welt beschenkt zu werden, um sein Vaterland vor einer Demütigung zu bewahren. Freilich, fein Land der Welt sonst könnte sich das leisten, nur Amerika, das Land der Milliardäre. Die großen Vermögen, die kürzlich vom Präsidenten nicht gerade günstig beurteilt wurden, haben letzt Gelegenheit, zu zeigen, daß sie besser sind als ihr Ruf, und sie werden sichs auch nicht lange überlegen. Schon meldete man von gespendeten Millionen, und wenn die Ver­sicherungsgesellschaften ihre Pflicht tun, so wird von den Bc° droffenen niemand auch nur einen Dollar verlieren und Labei doch dem Ausland keinen Dank abzustattcn brauchen.

Wir haben hier nicht zu untersuchen, ob die Wohltätig- cit der amerikanischen Krösusse etwa reiner und christlicher ift als die Allerweltswohltätigkeit; das geht uns nichts an. Tatsache ist: die Vereinigten Staaten können sich selber Helsen und verbitten sich infolgedessen jede Spende aus der übrigen Welt. Tas mag uns verschnupfen, aber cs ist verständlich. Roosevelt kehrt eben auch hier den Nationalstolz heraus. Erfreulich finden wir eS, daß von allerhöchster deutscher Seite diesmal noch keine Geldspende erfolgt ist eine Zu­rückweisung wäre unter allen Umständen für uns sehr demütigend gewesen und hätte andere Leute riesig gefreut.

Eine weise Lehre aber können roic aus dem Vorgehen des Präsidenten der Vereinigten Staaten ziehen: in Zukunft nicht mehr zu voreilig zu sein mit der milden Hand. Für die Hamburg-Amerika-Linie ist es doch blamabel, daß sic ihr Geld zurückkommt, und die Konkurrcnzlinien werden darüber einige geheime Freude empfinden. Es wird sich in Zukunft empfehlen, erst einmal abzuwarten, ob man unsere Hilfe braucht, und ob man fie zum andern auch annimmt. Es ist ja nicht jeder Staat so stolz wie die Union, aber Vorsicht ist jedenfalls am Platz. Und dann sollten wir auch die Gesinnung kontrollieren, alis der heraus wir geben, sollten die aus dem Falle Mirbach genügend bekannte dekorative Wohltätigkeit sein lassen; sie ziert uns ivirklich nicht.

Nem-Dork, 23. April. Eine Versammlung von Deutsch­amerikanern bot dem Freiherrn Speck von Sternburg bas Ehrenpräsidium des neugeblldeten Komitees zur Er­richtung eines Hilfsfonds für Sau Francisco an. Der Botschafter hat telegraphisch mit Tank angenommen.

politische Tagesscha«.

Der Reichstag

ist heute (Dienstag) wieder zusammengetreten, um noch die Menge des Beratungsstoffes, der ihm vorliegt, in den rest­lichen Teilen der Tagung zu erledigen. Die Arbeit ist keine geringe, freilich trägt der Reichstag ja selber bekanntlich Schuld daran, daß es dahm gekommen ist. Einen großen Raun» der Erörterungen wird die dritte Etatslesung cin- nehmen, weil man diesmal im Gegensatz zu sonst sich beim Etat des Reichskanzleramtes, wie auch des Kolonialetats ziiemlich lange aufhalten dürfte. An erneuten Anklagen gegen die Kolonialverwaltung wird es nicht fehlen u iid die Schaffung eines selbständigen Reichskolonialamtes ist n och nicht völlig gesichert, da diese Position leicht Ablehnung fi.nbcn kann, wenn die gegnerischen Parteien in voller Stärke jmc Stelle sind. Noch weit ergiebiger wird sich aber die Be­ratung des Etats des Reichskanzler- und aus- nvärtigcn Amtes gestalten, iueit man hierbei die in der znociten Lesung infolge der Erkrankung des Reichskanzlers abgebrochene Diskufsion im umfangreichsten Maßstabe wieder

aufnehmen und namentlich die Situation des Dreibundes erörtern dürste. Ob stcilich Fürst Bülow in der Lage sein wird, selbst Rede und Antwort zu stehen, scheint bei der langen Ausdehnung seiner Krankheit fraglich, und man wird dies wohl dem Staatssekretär des auswärtigen Amtes überlassen müssen, wobei Herr v. Tschirschky Gelegenheit haben wird, sich die parlamentarischen Sporen zu verdienen. Den Hauptraum der Parlamentsverhandlungen wird aber die Steuerreform einnehmen, wenngleich man an ihre zweite Lesung noch nicht einmal sofort herantreten kann, löcil die Kommission ihre Beratungen noch nicht beendet hat. Das erste Drittel des Mai dürfte verstreichen, bis das Plenum in die Lage kommt, sich mit den großen Steuervorlagen zu be­fassen; da aber die dritte Lesung des Etats erst dann be­gonnen werden kann, wenn die zweite Beratung der Steuer­gesetze, die mit dem neuen Etat in innigem Zusammenhang stehen, beendet ist, so dürfte man Gefahr laufen, den Etat kaum bis zu Pfingsten fertig zu stellen, wenn man die Be­ratungen nicht ungemein beschleunigt und die Redner sich größte Einschränkungen auferlegen, was leider nach den bis­herigen Erfahrllngcn kaum anzunehmen ist.

*

Potemkinsche Dörfer.

Im vergangenen Jahre hat die gewaltige Ucber- schreitung der vom preußischen Landtage bewilligten Kosten für den Umbau des Königl. Schauspielhauses in Berlin Aufsehen gemacht, denn die Summe betrug nicht weniger als 1 0 8 7 000 Mark. Wäre das Abgeordneten­haus eine wirkliche Volksvertretung, so hätte es die Geneh­migung des geforderten Mehrbetrages wohl rundweg abge­lehnt, so aber concedierte es nachträglich noch 763 000 Mk., für den Rest kam die Krone auf. Erst jetzt erfährt man die Ursachen dieser enormen Mehrkosten, und ohne Uebcrtreibung kann man davon sagen, daß hier ein Stückchen geliefert worden ist, das an die Potemkinschen Dörfer erinnert. Als cndgil- iiger Termin für die Fertigstellung des Umbaues wurde der 21. Mai 1905 festgesetzt, weil einen Tag später Kaiser Wilhelm seine Mittelmecrreife antreten wollte. Aber trotzdem eine Unmasse von Arbeitern Tag und Nacht beschäftigt wurde natürlich bei entsprechend höheren Löhnen als den sonst üb­lichen, stellte sich doch bald die Unmöglichkeit heraus, den Umbau zur rechten Zeit fertig zu bringen. Anstatt jedoch dem Kaiser hiervon Mitteilung zu machen, befahl der Inten­dant von Hülsen, da§ Haus einstweilen provisorisch fertig» zustcllcn, d. h. alle die Arbeiten, die in echtem Material, als Marmor ober Bronze auszuführen gedacht waren, wurden in Stuck hcrgestellt. Frischer Putz hatte kaum einige Tage unter Einwirkung von künstlicher Hitze duich Koksöfen halb trocknen können, so wurden auch schon teure Wandbe- kleidungSstoffc darüber gespannt. Und hinterher kamen Bi al er und Vergolder, um die Illusion vollständig zu machen. So war es denn tatsächlich ein Potemlinsches Dorf, das man den kaiserlichen Herrschaften am 21. März vorführte. Erst als am 10. Juni die Theaterferien begannen, ging man daran, die provisorischen Stuckarbeiten, Wandverzierungen 2c. durch echte Materialien zu ersetzen. Mit anderen Worten: Ter Umbau be$ Königs. Schauspielhauses wurde zweimal ausgeführt, weil sich niemand fand, der dem Kaiser die Unmöglichkeit vorgestellt hätte, zu dem bestimmten Termin fertig zu werden. Und die preußischen Steuerzahler müssen nun 7 63 000 Mark mehr aufbringen! Uebrigens soll derselbe Geh. Hofbaurat, der diesen famosen, auch künstlerisch mißlungenen Umbau leitete, mit der Erbauung deS geplanten neuen Opernhauses betraut werden.

Tas Erdbeben in Kalifornien.

San Francisco, 23. April.

Tas Feuer ist um Mitternacht nördlich des Fähr­hauses von neuem ausgcbrochen und nahm heute in der Richtung der Werstanlagen eine gefährliche Aus­dehnung an. Tie Kohlenbunker nördlich des Fährhauses brennen heftig und bilden eine ernste Gefahr. Tas Feuer droht sich einen Weg durch die Docks nördlich des Fähr­hauses zu bahnen und das große Fährhaus zu erreichen. Tie Hälfte dec Bevölkerung hat die Stabt verlassen.

300 Wohnhäuser sind vom Feuer verschont geblieben, weil die Besitzer die Vorsicht gebraucht hatten, wollene Decken in Wem zu tauchen und hiermit die Tücher zu schützen.

Ueber 300 Personen sind bei dem Zusammensturz des Bo.ru ns wich- Hotels um gekommen. In dem Hotel, daS 300 Zimmer hatte, entstand sofort nach dem Zu­sammensturz eine Feuersbrunst. Ter vom Erdbeben berührte Distrikt von San Francisco umfaßt 25 Quadratmeilen. Wie weiter berichtet wirb, erschossen gestern Soldaten zwei Männer, die sich an einer Frau vergreifen wollten.

Tie Zahl der Tölen kann noch nicht einmal an­nähernd festgestellt werden. Man will sie jetzt auf 25 0 00 veranschlagen. Tie Postbehörde l/at die Verfügung erlassen, daß alle Briefe, Pakete ic. aus San Francisco bis auf roeü tercs unfrankiert beförderr werden. Tie Beschaffung von Wasser ist noch sehr schwierig. Tas Rauchen ist nach Sonnen­untergang verboten. Personen, welche diese Verbote nicht achten, in erben ohne weiteres verhaftet. General Funston ist uneingeschränkter Diktator und übt seine Gewalt mit Strenge aus. Tausende von Kindern sind in den letzten Tagen an Hunger und Kälte gestorb en.

Zahlreiche Arbeiter sind mit dem Aufräumen der Trümmer und mit der Wiederherstellung der Kanalisation, GaS- und Wasserleitung beschäftigt die ersten An­zeichen des Wiedererstehens der Stadt. Zur Besser­ung der l^-esundheitsverhältnisse werden die kräftigsten Maßnahmen getroffen, iir Gesundheitszustand unter den Obdachlosgewordenen ist oemertenswert gut. Tie Gefahr einer Hungersnot ist baut der gro-Hilfeleistung vorüber. Tre Besichtigung der vom ^.rauoe tzeungefuchten Straßen ergab, daß die aus Stahl gebauten ^user, darunter

das große Haus des BlattesCall" fast unversehrt stehen geblieben sind. Mair hofft, einige derselben unverzüglich wieder in Stand zu setzen.

Ter Sachschaden wird jetzt von Vcrsichernngsfach- leuten auf 300 Millionen Dollars angegeben, toto von die Versicherungsgesellschaften detwa 175 Millionen Dollars zu tragen haben dürften.

Ter Schaden der europäischen Versicher­ungsgesellschaften wird, wie folgt, geschätzt: Deutsche Phönix-Gescllschast 2u Millionen; Hanrburg-Bremer Vcr- sicheruugsgesellschast 50 Millionen, Norddeutsche Versicher­ungsgesellschaft 36 Millionen: Preßburger VcisicherungS- gesellschaft 40 Millionen Mark. Bei Oesterreichischen Ge­sellschaften sind Versicherungen in Höhe von 10 Millionen genommen, bei englischen Gesellschaften etwa 200 Millionen, zusannnen 400 Millionen.

Einem Telegramm zufolge nimmt die TyphnS-Epi­demie, die unter den Flüchtlingen in Oakland aus- gebrochen ist, großen Umfang an.

Die Stabt Fortbragg ist burch eine Feuersbrunst, welche nach dem Erdbeben entfand, größtenteils zerstört worden.

Ein neuerErdstoßist im Staate Oregon verspürt worden.

P i t t s b u r g, 23. April. Hiesige Stahlsachlcute sind der An­sicht, San Francisco werde sich iDegen der Beschaffung von B a u- stahl nach England und D e u l s ch l a n b wenden müssen, da die Pittsburger Stahlwerke mit Aufträgen ohnehin überhäuft seien. Sie setzen hinzu, infolge der Hoheit Frachtsätze von Pittsburg zur Pacisischen Küste werbe cs ben ausländischen Werken möglich fein, zu Wasser gesandte Waare billiger zu liefern als bic Pittsburger Werke.

Telegramme aus Santiago de Chile berichten, daß die Vulkane der Kordilleren und Anden wieder in Tätigkeit getreten sind. Gleichzeitig sind Erdstöße in Chile und Jndochina verspürt worden.

In Innsbruck wurde am 22. bs. MtS. ein kurzer Erdstoß verspürt, ebenso im Ampczzotalc, im Vasatale, im Val Travignolo, sowie in Gabino (Tirol).

Aus S.aSt uno Lano.

Gießen, den 24. April.

' Ordensverleihungen. S. K. H. der Groß* h erzog haben dem Fürstlichen Kammerfelretär Viktor Jllijg zu Büdingen daS Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Bürgermeister, OrtSgerichtS- vorsteher und Standesbeamten Becker II. zu Ober-Ofleiden das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür lang­jährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, und dem Förster Friedr. Haber zu Michelnau aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand bas Silberne Kreuz des VerbienstorbenS Philipps des Groß­mütigen verliehen. S. M. der Kaiser hat dem pens.. Lokoiiiotioführer Karl Lanzenbörfer zu Klein-Linden, bis­her in Betzdorf, das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.

** Das Gerücht, S. M. der Kaiser sei heute vor-? mittag durch die Stadt nach dem Exerzierplatz gefahren, gab einer größeren Anzahl Leute Anlaß, nach dem Trieb zu wandern, um den Kaiser zu scheu. Sie machten den Weg aber vergebens, denn weder war der Kaiser hier, noch ist bis jetzt etwas bestimmtes üben seine cd. Hierherkunst bekannt. Herr Oberst vow Lindenau ist gestern abend für etiva. 8 Täge nach Berlin gefahren, aus welchem Umstand entnommen werden kann, daß während dieser Zeit mit einem Besuch des Kaisers bei seinem Regiment nicht gerechnet wird.

'* Die Wegweiser und Ortstafeln, die vielfach eine unleserliche Schrift aufwcisen, sollen demnächst in Ord­nung gebracht werden. Verschiedene Gemeinden sind davon in Kenntnis gesetzt worden. In den kommenden Jahren soll ein gewisser Betrag für die Instandhaltung der Wegweiser und Ortstafeln in den Unterholtungsvoranschläg der einzelnen Gemeinden vorgesehen werben.

** Schulgeldsätze der höheren Lehranstalten- DaS Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Schul- angelegenheiten, hat nach einer offiziösen Mitteilung mit Wir­kung vom 1. April I. I. an die Schulgeldsätze an den Gym­nasien, Realgymnasien, Oberrealschulen und Realschulen einschließlich der Progymnasien wie folgt festgesetzt: süc die Klassen Ober-Prima bis einschließl. Unter* Tertia 108 Mk. jährlich; für die Klassen Quarta, Quinta, Sexta96 Mk. jährlich; für die Klaffen der Vorschulen,, deren Kosten zum Teil vom Staat getragen werden (bas sind die Vorschulen am Realgymnasium zu Darmstadt, an den Oberrealschulen zu Offenbach unb Gießen, sowie an ben Realschulen zu Groß-Umslabt, Michelstabt, Alsfeld, Fried-, berg, Alzey, Bingen und Oppenheim), ebenfalls 96 Mk. jährlich. Für die höhere Handelsschule in Mainz und die Landwirischaftsschule in Groß-Umstadt gelten die Schulgelb­sätze ber entsprechenden Real- ober Obcrrcalschulklassen. Für wahlfreien Lateinunterricht an ben Realschulen wird Schul­geld fortan nicht mehr erhoben. Die Vorschriften wegen Erhebung eines Schulgelbzuschlags für mchthessische Schüler bleiben in Kraft.

** San gertag. Ter im Entstehen begriffene Sänger­bundWetterau-Lahngau" hält nächsten Sonntag in Leihgestern seine konstituierende Versammlung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Leun-Großen-Linden. Zn den 14 Vereinen, die den Bund gründeten, haben sich in­zwischen einige weitere angemeldet.

() Lollar, 22. April. An dem von dem Mm ner- gesangvercin Licdertasel für den 24. und 25. Juni ver­anstalteten nationalen Gesangswettstreit nehmen zirka 1500 Sänger teil. 28 Vereine beteiligen sich am Preis" singen, cs sind größtenteils ländliche Vereine. TaS Preis- imgen wird in den Sälen zurGermania",Traube" und Linde" abgei,alten. Viele Ehrenpreise sind bereits ästet. Der Festplatz sieht 4000 Sitzplätze vor. Das Feix