Ausgabe 
3.8.1906 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Erstes Blatt

Freitag 3. August 1906

L8W

Iie heutige Kummer umfaßt 8 Seite».

iOM M

die Mitte

begieriges Volk, die Berliner, von einer

en Energie, die

das Bor- daß der

156. Jahrgang

abermaligen Besuch des Kaisers in Norderney um dieses Monats.

Charakter- und Jntriguantensachs; er bestätigt den alten Satz, daß die besten Schauspieler nicht beim Theater sind.

Wenn Pfannkuch jetzt in Sachen des Massenstreiks in dem bezeichneten Sinne tut, so spiegelt sich darin natürlich die ganze Stimmung des Parteivorstandes, die wohl wieder von der Stimmung unter den Berliner Genossen abhängig ist. Es soll beim Jenaer Beschluß bleiben. In Worten wenigstens. Wenn die Taten nicht mit den Worten überein­stimmen, so geniert dieser Umstand die Berliner Genossen weniger.

Zur Verteidigung Bebels hat auch derVorwärts"- Redakteur Ströbel in einer Berliner Versammlung das Wort genommen. Er ist von den Redakteuren des Zentral­blattes der berufenste dazu, denn er ist Pfannkuchs Schwiegersohn. Er hat die Verteidigung so ungeschickt ge­führt, daß ihm bedeutet worden sei, er möge sich künftig nicht für den Parteivorstand in Unkosten stürzen.

Bebel und Pfannkuch.

In einer Berliner Ver>ammlung versicherte

wie nirgends im Lande! Ein gewaltiges Drängen, die fort­schreitenden Kräfte in den Künsten zu verstehen, ein kultur-

:r Stelle zu leihen gejucht, mb.Anfragen unter 05481 Tietz. Anz. erbeten.

Kultur und Kunst tu Deutsch ands Städten.

In der ersten Nummer der von uns kürzlich in den Fam.-Bl. behandeltenFlugblätter für künstlerische Kultur" (Verlag von Strecker und Schröder, Stuttgart) beigegebenenRund­schau" finden wir eine der Feder des Herausgebers Willy Leven entstammende Charakteristik der verschiedenen deutschen Kunststädte, die wir unseren Lesern wortgetreu iibermitteln wollen. Es möge dazu bemerkt sein, daß wir uns mit den Urteilen Levens nicht in allen Fällen identifizieren möchten und auch die kleine Ungerech­tigkeit störend empfinden, die darin liegt, daß Kunstzentren wie Dresden, Stuttgart, Karlsruhe mit keinem Worte erwähnt werden. Troydem kann man den feinsinnigen Ausführungen Levens leb- haftes Interesse entgegenbringen.

Die Süddeutschen sind wärmer, wir im Norden willensstärker, gegen Sentimentalitäten der Kultur besser gepanzert! Dieser Wesensunterschied von Nord und Süd trifft auch in künstlerischen Fragen zu: Der Wille ist im Süden heftiger und auch herz­licher, aufrichtiger, die Tat im Norden schneller und von festerer Dauer! Ein München wird immer seine größte Bedeutung als erster Werber für deutsche künstlerische Kultur behalten, ein Frankfurt immer jene nur ihm eigene glückliche Mischung von Geldgerst und alter ehrlicher, Stadlkultur zeigen, die auch heute, in den Tagen Steinhaufens, der Cronberger und mancher jungen Baumeister, der alten Kaiserstadt noch nicht verloren ge­gangen ist. Vielleicht das schönste deutsche Stadtbild: der Blick von den Mainbrücken über die Ufer der weiten turmreichen Stadt,Sachsehüse"" gegen­über; gleich ein seltsamer Kulturkontrast: hier eine eifernde, strebende, dort eine beharrende, aber auf eine alte schlichte Kultur ehrlich pochende Kullurgemeinde. Das Frankfurter Geld hat einen starken Anteil am Wachsen deutschen Geschmacks. Wir hoffen für die Frankfurter: auch das gut altftank- furterische Herz!

Wie anders da Hamburg: Da ist all die Herrlichkeit an künstlerischen Taten und lünstlerischeni Streben auf eine paar- wenige Auserwählte beschränkt, hier sind Führer, die Besten im Reiche, aber kein Heer, kein Troß, die ihnen folgen! Wo bleibt der Anschluß an das unermeßlich weite Gebiet des Handels? Wer schafft hier die Verbindungslinie zwischen der Theorie des Anregertums und der immer noch entsetzlich konservativen Praxis der nur Geld häufenden, aber niemals Geld in Kulturwert urn- setzenden Hamburger Kaufleute? Der Hamburger Handel in seiner einzigartigen Weltbedeutung könnte hier, wenn er nur einmal Verständnis für unsere Bestrebungen zeigte, damit eine der größten und weittragendsten Kulturtaten aller Zeiten vollbringen, sein Wille reicht über die Meere, was also vermag er für unsere deMche künstlerische Zukunft?. Am Rhein die Metropolen: Ja

helkursU- maibti *9nmb.

Nr. 180

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem GießenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'scheu Unioers.-Buch-u. Stein- bruderet. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei:

Tch ulst raße 7.

Redaktion 112

Verlag u.Exped.^^51 Adresse für Depeschen:

Anzeiger Gießen.

politische Lagesschart.

Zn den Kolonialaffären

bringen ,Rordd. Allg. Ztg." und /ReichSanz." auch heute noch keine Auslassung. DieN. A. Z." hat den Fall Fischer-Tippelstirch bisher überhaupt nicht erwähnt. Doch dürfte die Annahme unzutreffend sein, daß die Regierung Erklärungen nicht zu geben beabsichtigt. Wahrscheinlich wird der Abschluß der Untersuchung abgewartet, die sich aller­dings noch eine Weile hinzieht, da ein außerordentliches um­fangreiches Material, Jahre zurückreichend, zu prüfen ist. Rätselhaft ist, daß die doch recht auffälligen Beziehungen zwischen dein Major Fischer»und Tippelskirch so lange un­beachtet bleiben konnten. Die bündlerisch? »Deutsche Tages- zeitg." nimmt den preußischen Landwirtschaftsminister in Schutz gegen die Forderung, daß Herr v. Podbielski auf seine oder seiner Familie Gewinnbeteiligung bei der Firma v. Tippelskirch verzichten müße. DieTagesztg." meint, nicht eben glücklich, schließlich würde ein Minister keine Aktie, keinen Anteilschein eines industriellen Unternehmens besitzen dürfen. Trotzdem gelangt die »Tagesztg." zu dem etwas überraschenden Schluß, es sei für den Ministerbequemer und auch besser", wenn er auf die Beteiligung an der Fir>na Tippelskirch verzichte.

Wie das ,B. T." hört, steht ein neuer Besuch des Kaisers beim Reichskanzler Fürsten Bülow bevor, ivas mit der bevorstehenden Begegnung des Kaisers mit König Eduard und mit den Vorgängen in der Kolonial-Lerwaltung in Zusammenhang gebracht wird. Fürst Bülow erwartet den

!WiC?Äe tz 20 Wn das L Kolonial. SefdiaU betrieben wurde ,nw6itOrlm pachten.' 1- "'Uller 111 m tzchzcll.

(9 * ewK

für viele andere deutsche Städte vorbildlich werden müßte.

Zum Schluß nach den Gemälden ein paar herzige Miniatur- Pastelle ernstesten deutschen Kunstgeistes: Weimar und D a r m- st a d t. Die beiden 'in einem Atem? Die Sitte von gestern und die Tat von morgen unter einem Gesichtspunkte? Gewiß, in der traditionellen Ruhe hier und dort ist der ftuchtbare Boden für die Kulturkeime, die dann in den Großstädten reifen. Weimar hat diese seine Aufgabe immer unbewußt erfüllt bis zum heutigen Tage, da man in den ruhigsten Straßen vor den unscheinbarsten Schauläden zwischen den Stätten der Vergangenbeit die ersten Zeichen modernen Kunstringens zum erstenmale erblickt. Weimar war immer der Ort der stillen Vorbereitung der Tat, wie es Darmstadt, die Residenz des Jdealcharakters unter den deutschen Fürsten, jetzt allmählich zu werden beginnt. Auch hier eine Abgeschlostenheit des Lebens bei freiester Raumgebung künst­lerischen Strebens! Und eine Einheit zwischen Zielen! So werden Darmstadt, das winzigere Weimar immer eine besondere Rolle im Kulturkonzert der deutschen Städte spielen: Sie tragen die Bausteine zusammen, die die andern dann entweder zum herrlichen Werke aufbauen oder aber zur einheitslosen Lügentat künst­lerischer Kultur."

standsmitglied Wilhelm Pfannkuch treuherzig, Standpunkt von Jena unverrückt festgehäÜ6n werde; der Massenstreik sei unter die Kampfmittel der Partei aus­genommen und er werbe zu gegebener Zeit auch angewandt weriden. Bekanntlich dreht sich der ganze Streit darum,

Berr^oarderobe

welche? Hier überbietet die eine Schwesterstadt die andere, hier haben wir wie nirgends in Deutschland: einen eifernden, immer schlagbereiten Willen zum Kampf um die Kulturvormachlstellung. Uvs zum Besten. Wir können lachen; wenn sie wetteifern, schaffen sie Leistungen, die eine immer stärker als die andere. Deutschland besitzt in der Städtekolonie des rheinischen Jndustriebezirks so recht seinen Vorkämpfer für Kickturbestrebungen, seine mutigsten Mannen, da wo es gilt, für eine werdende Sache einzutreten; hier ist der Weg von der Industrie zur Kultur in unserem Sinne wenigstens schon gebahnt. Und eine jede von ihnen pocht mit Fug und Recht auf ihre eigene Kultur: Köln, die einzige Stadt, da fromme Menschen auch freie Menschen sind, frei für alles, was der neue Tag bringt und verheißt. Siehe die Erfolge moderner Musik, moderner Martersteigscher Schauspielkunst, und auch ein Beginn in architektonisch-malerischen Fragen: die neueste Profanarchitektur, die letzte Ausstellung int Falkeschen Museum. Und Düsseldorf: Hier wird nun wohl wir stich die Stadt der Reinkultur im ästhetischen Sinne, die Stadt heranwachsen, da man von anderwärts herbeieilen wird: sehet her und lasset uns ein Gleiches tun! Krefeld, dessen neue Husaren wieder frische, bunte Farben in die künstlerischen Seiden­moden, die Krefeld diktiert, hineinttagen dürften: Auch hier, dank Denekeu, ein Zusammenhang zwischen Schaffendem und Besitzenden zu spüren!

Breslau, des deutschen Osten zielbewußter Kulturvorort, ist die literarische Stadt par excellence, es ist die Stadt der eifrig» sten Bücherleser und Vortragsbesucher, brauchen wir noch mehr? Und Berlin, nach kurzsichtigen Statistiken, die Aermfte Deutschlands an Kunstsinn? Nur das eine als Bescheid: Wenn Berlin nur Hauptstadt des Deutschen Reiches und nicht auch Residenz wäre, dann wären wir hier das deutsche Paris, der Mittelpunkt der Reichskultur. Die Kultur vom Hof aus stört die schöne Perspektive und raubt uns regelmäßig die besten Wirk­ungen in dem Augenblicke, da wir uns einmal tüchttg geregt haben. In der Reichshauptstadt bedeutet die Kultur durch Privat- hand aber auch alles, mit der offiziellen machen wir uns auch bei der lleinsten deutschen Provinzstaöt lächerlich! Das ist denn immer der nämliche Konflikt: Der Kulturschaffende drängt stets nach der reichsten Quelle, sie wird ihm nie versagen, aber er wird mild und krank werden und sich nach dem langsameren, aber freieren gilt es, sich von Staats wegen zu regen Süden heimseynen! Heber diesen Zwiespalt werden wir nicht Hinweg­kommen; Berlin wird immer nur die Stadt der Quantitäten bleiben. Und wenn es noch so allgewaltig gärt, wie jetzt im Kunstgewerbeverein. Die Willenskreise, statt sich zu berühren, hemmen sich hier von Tag zu Tag mehr. Hier kann nur ganz allein die Einzelleistung erfreuen! Denn dri Wille zu künst­lerischen Taten, zum künstlerischen Genießen ist hier so. stark!

Utfnte'nen R.t

Nebnu *

Kaisergeschenke in der Rumpelkammer. Aus New York wird berichtet: Kürzlich wurde in amerikanischen Zeitungen viel darüber geschrieben, daß das Kaiser bild nis, das der Kaiser dem Brookliner Institut für Kunst und Wissen­schaft zum Geschenk gemacht bat, nicht schön genug ausgefallen sei. Man fand es daher für passend, das Bild in einem Korri­dor unterzubringen, wo es nicht gerade die Ausrnerh'arnkeit des Publikums zu erregen pflegt. Jetzt klagt die St. LouiserWestl. Poft" über die schlechte Behandlung, die einem anderen kaiser­lichen Geschenk zu teil wird. Bekanntlich hat der deutsche Kaiser der Universität Harvard wertvolle Nachbildungen von Erzeugnissen deutscher Kunst zum Geschenk ge­macht. Diese Schenkung des Kaisers verstaubt ungeordnet in einem scheunenartigen Gebäude! Ein Studium dieser deutschen Kunstschätze ist, da sie niemand zugänglich sind, vollständig ausgeschlossen.

Lyon, 2. Ang. Heute wurde hier dir Versammlung der Association Fran^aise pour lavancemeiit des Sciences eröffnet. Als Ehrengäste nehmen unter anderem die vom Kongreß und der Stadt Lyon geladenen deutschen Professoren Laffar (Berlin) und Kessel (Heidelberg) an den Verhandlungen teil.

wann der Augenblick für den Massenstreik gegeben sei.

Darüber sagt Pfannkuch gar nichts. Für eine Berliner Wahlkreisversammlung mag die Erklärung Pfannkuchs aus­reicht haben; auf dem Parteitag mürbe sie dagegen vermut­lich mit Heiterkeit ausgenommen werden.

Pfannkuch hat einen besonderen Beruf zur Verteidigung Bebels. Er ist von diesem vor Jahren als Polizei­spitzel bezeichnet worden. Seitdem gibt er sich radikal; denn das ist in der Sozialdemokratie das sicherste Mittel, Vertrauen zu erlangen. In den Parteivorstand ist Psann- kuch gewählt worden, als sich Richard Fischer mißliebig gemacht hatte und ausgeschieden war. Der ihn vorschlug, war der kürzlich verstorbene Abg. Heinrich Meister. (£r wollte dem schlauen Taktiker Auer einen Kontrolleur geben und dazu schien chm Pfannkuch geeignet. Einmal im Vor­stand, wurde Pfannkuch das getreue Werkzeug Auers, dessen Ideen er ausdrückte, dessen Wünsche er befürwortete, ohne sich des fremden Ursprungs seiner Gedanken überhaupt bewußt zu werden. Herrn Meister ging es übrigens ebenso. Ignatz Auer ift eben einer der besten Schauspieler des

Krea!t

Mllsabnd

0.101.

Sonntag

den

Baugesuch und spricht den Wunsch aus, daß das in Aus­sicht gestellte Ortsstatut über die Nichtgenehmigung ruhe­störender gewerblicher Anlagen in bestimmten Wohnstraßen möglichst bald kommen möge. Der Vorsitzende bemerkt, daß das Statut bereits in Angriff genommen sei. Stadtv. Löb er ist ebenfalls für Genehmigung des Gesuchs, dcy gegen die in Frage kommende Stelle kein Bedenken vorliege. Stadtv. Sch mall wollte mit seiner in der letzten Sitzungj gegebenen Anregung keinen Gewerbetreibenden in seinem Betrieb hindern, und erklärt, er könne nach der erhaltenen, Aufklärung für das Gesuch stimmen. Mit der Zusage be- züglich Erlaß eines Ortsstatuts sei er zufriedengestellt. Stadtv. Eichenauer bittet, das neue Statut auch auf gewisse Fuhrwerksbetriebe, die Geräusch verursachen, fotoie' Lagerplätze zu erstrecken. Stadtv. Huhn weist darauf hin,' daß überhaupt kein Grund vorliege, Bender die Genehmigung) zu versagen und ist der Ansicht des Stadtv. Eichenauer^ daß man, wie in anderen Städten, gewisse Gewerbebetriebe und Lager aus bestimmte Bezirke beschränken solle. Auf eine Bemerkung des Stadtv. Euler erklärt der Vorsitzende^ daß das Baugesuch Bender erledigt sei.

Gustav Bergen, Hofmannstr. 4, hat seine Abort­grube an den alten Kanal angeschlossen, ohne hierzu Erlaubnis einzuholen. Er erhielt Strafbefehl und die Auf­lage, den Anschluß sofort $u beseitigen. Er bittet nunmehr darum, den Anschluß vorläufig belassen zu dürfen, und er­bietet sich, bis zum ordnungsmäßigen Anschluß der Stadt die Kanalgebühr vom 1. April d. I. ab, mindestens aber 30 Mk., zu bezahlen. Das Gesuch wird abgelehnt.

Die Viehwagenreinigungsan st alt soll eben­falls an die Kanalisation angeschlofsen werden. Da die vorgeschriebene getrennte Abführung des Regen- und des, Schmutzwassers sich schwierig und kostspielig gestalten würde, erhält die Eisenbahnverwaltung die Erlaubnis, Regen- und Schmutzwasser an den Schmutzwasseriänal anschließen zu, können. Die für die Stadt entstehenden Mehrkosten durch vermehrte Pumpleistungen usw., die sich auf 1000 9)iart belaufen, will die Bähnverwaltung erfetzen. Äe Versamm­lung ist hiermit einverstanden.

Die auf der Tagesordnung stehende Entwässerung des Dr. Zinßerschen Grundstücks an der Goethe- straße soll abermals ausgesetzt werden, weil das Gesuch der Baudeputation nicht vorgelegen hat. Auf Antrag des Stadw. Kirch wird trotzdem darüber verhandelt. Es handelt sich dabei um einen Dispens von den bestehenden Vorschriften, daß die Entlüftungsröhren über das Dach zu führen sind, und nicht eingebaut werden dürfen. Stadtv. b er, Beig. Heyligenstaedt, Stadtv. Petri und Beig. Georgi sind für Genehmigung. Letzterer fragt, warum die Auf­sichtsbehörde den vorliegenden Verstoß nicht bemerkt habe. Der Vorsitzende erklärt, daß die Sache bei der Ab­nahme sofort gemerkt und gerügt worden sei. Er knüpfe die Warnung an die Architekten im allgemeinen daran, bet den Dispositionen über die Raumeinteilung auf die- bestehenden Vorschriften Rücksicht zu nehmen. Nach weiterer; kurzer Debatte wird das Gesuch genehmigt.

Der von der Militärverwaltung angeregte Entwässe­rung der städtischen Kaserne, die behufs Anlage anderer Aborte erfolgen soll, wird zugestimmt. Die Militärbehörde ist bereit, die dadurch entstehenden 1000 Mark Kosten mit 6 Prozent zu verzinsen.

Straßenangelegeuheiteu.

Ein Gesuch des Tapezierers und Dekorateurs August

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, 2. August.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, Beigeordnete Curschmann, Georgi und Heyligenstaedt; die Stadtverord­neten : Dr. Ebel, Eichenauer, Euler, Faber, Gabriel, Haubach, Helm, Huhn, Jann, Kirch, Krumm, Leib, Lüder, Loos, Orbig, Petri, Dr. Schäfer, Schaffstaedt, Schwall, Wallenfels und Wiiftmenauer.

Mitteilungen.

Das Polizeiamt hat fchristlich seinen Dank dafür ausgesprochen, daß die Stadt den Schutzleuten Kleidergeld bewilligt hat.

Das Ministerium des Innern, Abteilung für Schul­angelegenheiten, hat der Stadt mitgeteilt, daß es zurzeit nicht möglich ist, für eine austretende Schulder- walterin Ersatz zu schaffen, da keine Schulverwalter und Schuloerwalterinnen verfügbar sind. Vielleicht sei die Kreisschulkommissiou in der Lage, Abhilfe zu schaffen. Oberbürgermeister Meeum spricht die Hoffnung aus, daß dieser bedauerliche Zustand rasch vorübergehe, und bemerkt, es sei traurig, daß der Staat nicht in der Lage sei, die erforderlichen Lehrkräfte stellen zu können.

Baugesnche, Entwässerungen u. dergl.

Johann Gg. Pfaff will an einem Neubau in der Goethe st raße einen Balkon anbringen, der keine drei Meter vom Nachbargrundstück entfernt ist. Der hierfür not­wendige Dispens wird abgelehnt.

Wirt L. L ü t e r will in der Wolken gaffe einen einstöckigen Anbau errichten, wodurch der verbleibende Hof­raum zwar im Verhältnis zum Haus ausreichend sein, aber hinter dem vorgeschriebenen Verhältnis von ö zu L Metern zurückbleiben würde. Hierfür ist Dispens erforderlich, der befürwortet werden soll.

Stadtv. Wallenfels Bringt noch einmal das in der letzten Sitzung zurückgestellte Baugesuch des Schreiners Bender für die Ostanlage zur Sprache. Nach den Plänen solle die Werkstätte 50 Meter von dem Vorderhaus entfernt, in den Garten zu stehen kommen und überdies solle noch davor ein Wohnhaus errichtet werden. Eine Schädigung der Anwohner und eine Beeinträchtigung der Ostanlage als Wohnstraße sei völlig ausgeschlossen, sodaß man dem Baugesuch ruhig willfahren könne, zumal durch eine längere Vertagung der 6etr. Gewerbetreibende schwer geschädigt werde. Stadtv. Kirch hat nach Einsichtnahme in die Baupläne ebenfalls keine Bedenken mehr gegen das

mju leihen gesicht ' Mn Sicherheit, ms.kmonail.Rückzahlung. äsÜ. Angebote unter 05552 Meßener Anzeiger erbeten, seid. Zackctt in b. Zahnhos- gefuuden. Abzuholen bei !apv, Walltorsir. 19. >05549 i.,1,1 U^r, v.d.Mrger- :rei-Lüd-Aul. (Trottoir) MsiM Ittllltn n hohe Belohnung abzn- l Lvvwigsplatz 5,1. (05547 Ankauf wird gewarnt!

'agdhund artiger), aus den Namen i" hörend, xAXaufen. rfrw" Wum.

kocthcstraße Wa, »

11.1

Die Monalsvev simmlg. füibet nicht beute, (andern nach' skenTonnerstag,den 9. Mgust nn Hotel Schutz statt. __

- Sonntag, 5 August» IritW ,66*6*31* »ft 211 Uhr aus der Lahn- ,ot5-------

huimw Ä . Bezugspreis:

HA) Äjfr monatlich 75^.,viertel«

Gletzener Anzeiger

General-Anzeiger w

v den polit. und augem.

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

U i Kf zeigenteil: Hans Beck.

. Seental

Ad bequeme