Ausgabe 
27.6.1906 Erstes Blatt
 
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Frankfurter Börse. 27. Juni, 1.15 Uhr.

Prince-Henri-Eisenbabn . 153.53

254.50

Berliner Börse, 27. Juni. Anfangskurse.

M. hat erst ge- Ruhe zu lassen, aus einem voll- scinem Begleiter

Berliner Handelsges Darmstädter Bank .

Deutsche Bank . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . Gottbardbahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn .

Harpener Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . .

Türkenlose .

99.75

88.15

99.75

88.00

98.40

. 159.90

. 138.70

. 235.40

. 83.70

. 158.10

. 170.20 . 13925 . 236.40 . 185.40 . 183.25 . 158.20 . 210.40

. 117.40

3425 . 145.50

3K7o 3% 3^70 3% 3VU 3X7n

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: träge.

Reichsanleihe do.

Konsols . . do. . .

Hessen . . . Oberhessen

erkannt.

Wegen Diebstahls im Rückfall wurde der Handelsmann I. -i. ans Bergtheim zu der Minimalstrafc von 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hat einem Bäckermeister zu Butzbach ein Gebnnd Stroh entwendet, dos er für sein Pferd, welches naß geworden war, nötig hatte. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft bedauerte, daß für einen solchen Fall nicht ein Paragraph existiert, nach welchen man die Sache, ähnlich dem Mundraubc beurteilen kann. Es wurde ihm der Gnadenweg an» empfohlen.

Die Ehefrau des Dienstknechts F. H. von Hof Konradsdors war beschuldigt, die Frau eines andern Knechtes mit einer Erdscholle geworfen zil haben. Sie erhielt einen Strafbefehl über 1 Mark, den das Schöffengericht Ortenberg, nachdem sie Einspruch erhoben hatte, auf 2 Mark erhöhte. Der Ehemann der Verurteilten focht das Erkenntnis an und versuchte nachzuweisen, daß die Anzeige auf Rache beruht. Da tatsächlich ein feind­seliges Verhältnis zwischen der Angeklagten und den Zeugen besteht, auch diese im Widerspruch stehen, ließ das Berufungsgericht, trotz hohen Ver­dachts Freisprechung mangels Beweis antreten.

100.40

100.60

95.90

104.70

70.00

70.75

89.00

95.20

96.20

148.20

54.00

89.00

70.00

97.30

Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . . Eschweiler Bers'werk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg- Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte......

Nordd. Lloyd . . . . . Obeischles. Eisen-Industrie

147.40

130.60

264.50

219.20

161.00 216.50

241.25

127.20 127.00

Gießener Strafkammer.

)( G' eßen, 26. Juni.

Gerichtssaal.

H a n a u , 26. Juni. Der Gastwir-t Friedrich Megger aus Fechenheim, Pächter des Bootshauses des Offenbacher Ruderverems, der wegen B r a n d st i f t n n a angeklagt war, wurde heute vom hiesiaen S ch w u r g c r i ch t s r e i g e s p r o ch e n. .

Dortmund, 26. Juni. Im Prozeß gegen den Oberst a. D. H ü ger hat sich die Staatsanwaltschaft auch entschlossen, Revision anzmnelden, nachdem Hnger Revision eingelegt hat.

der Stadtverordneten-Versammlung. _ _

** Parlamentarisches aus Hessen. Eine der 2. Kammer zugegangene Vorstellung der Kreisvete- rinärärzte und Kr e i s v e t e r i n i r a s s i st e n z ä r z t e ersucht um Neuregelung ihrer Besoldung im Sinne der Gleichstellung mit den übrigen Beamten. Der Vorstand des hessischen Landesverbandes gegen den Mißbrauch geistiger G e t n k e ersucht um Bewilligung eines ein­maligen größeren staatlichen Beitrags oder um ständige jährliche Beiträge für die T ri n k e r h e i lst ä t t e Burg­berg-Bieber.

Butzbach, 25. Juni. Bei dem großen Alldrang gelegentlich des Trachtenfestes verschwand auf dem hiesigen Bahnhof ein fast neues Fahrrad, Marke Hammonia", das einem Wetzlarer Gymnasiasten gehörte und von diesenl zur Aufbewahrung daselbst abgegeben worden war. Jetzt stellt sich heraus, daß ein fast wert­loses Rad seit dieser Zeit herrenlos auf dem Güterschup­pen steht, das offenbar mit Absicht gegen das neue ver- tauscht wurde. Durch verschiedene in der Ledertasche des alten Rades vorgefundene Notizen, durfte sich der falsche Eigentümer verraten haben und man soll ihm dadurch bereits auf der Spur sein. Die Verwechslung wurde dadurch erleichtert, daß die Nummern der beiden Räder fast gleich sind.

Butzbach, 27. Juni. Wie verlautet, besteht die Absicht, ein einen Teil der Teilnehmerinnen des Trachtenfest- zuges Gedenkmünzen zu überreichen. Ebensolche sollen auch die am Festspiel beteiligten Damen und Herren er­halten. Die gestrige Aufführung der Hüttonberger", zu welcher die Festzugteilnehmer der Umgegend freien Zutritt hatten, war nur mäßig besucht, da die definitive Bekannt­gabe des Tages erst tags zuvor erfolgte und die Landleute ivährend der Heuernte inmitten der Woche nur ungern in die Stadt kommen. Dem Wunsche unserer Landbevölkerung wäre man gerecht geworden, wenn die Aufführung auf Ende

Wien, 26.Juni. In der heutigen Sitzung der Öfter» reichlichen Delegation beantwortete der Ministerpräsident Beck eine Anfrage dahin, daß die erste Kardinal-Grundthese der österreichischen auswärtigen Politik sei: 1) das Fest­halten Oesterreichs an dem einen defensiven Charakter tragenden Dreibund, 2) die Forderung der freien Ent­wickelung der Balkanstaaten und zwar ohne jede terri­toriale Ausbreitung. Das Betreiben einer solchen sei sowohl von anderer Seite wie von österreichischer gänzlich ausge­schlossen. Die öfterr. Politik sei einzig und allein auf die Erhaltung des Status quo im Orient gerichtet. Bei der Fortz'etzung der Verhandlungen über das Heeresordinarium tritt Delugau für Unterstützung der A brüstnn g s b e- strebunqen im Einvernehmen mit den anderen europäischen Staaten ein. Fürst Schönburg betont, die alldeutschen Pläne auf Angliederung der deutschen Provinzen an das Deutsche Reich würden um so weniger ver­wirklicht, als dadurch ein blutiger Krieg zwischen den Germanen und Slaven entstehen könnte und weil sie bei den maßgebenden Faktoren des Deutschen Reiches kein-n An­klang fänden. Stein spricht sich für eine vollständige Trennung der beiden Reicbshälften aus.

. . 216.40 . . 242.40 . . 33.80 . . 126.60 . . 148.20

Tcunst ttttö Wissenschaft.

Josephine Rottmann, die Heroine des Frank' f u r t e r Stadttheaters, wurde, wie man aus München meldet, vorbehaltlich eines Probegastspiels von diesem Herbst an für das dortige Hoftheater verpstichtet.

zu feinem Vorgehen nicht den geringsten Anlaß hatte; ein zn Gewalttätigkeiten reizender vorbestrafter Mensch, schlagen als alle Aufforderungen, den alten Mann in n chtS fruchteten. Das Urteil fand seine Bestätigung.

Der Mechaniker L. H. hier hat eines Abends gestopften Briefkasten zwei Briefe entnommen. Bon darauf aufmerksam gemacht, diesen Unsinn zu lassen, äußerte er, er wolle sich, da er doch kein Geld habe, wenigstens die Freimarken abmachen. Er nahm die Briefe mit und bemerkte weiter, eS könnte sich auch Papier­geld oder Marken darin befinden. Auf Drängen deS Begleiters, warf er die Briefe unversehrt in einen anderen Briefkasten. Die Beweisaufnahme ließ dem Gericht keinen Zweifel, daß der Angeklagte die Absicht hatte, sich sowohl die Marken als auch eventuell die sich in den Briefen befind­lichen Wertgegenstände anzueignen, zumal er ein schlecht beleumundeter, trotz seiner Jugend, mehrfach bestrafter Mensch ist. Ec wurde wegen Diebstahls und vorsätzlichem BeseiteschaffenS von Gegen­ständen aus amtlichem Gewahrsam, zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Zwei früher erkannte Strafen von 2 Monaten und 8 Wochen wurden einbezogen und auf eine Gesamtstrafe von 5 Monaten Gefängnis

4% Oesterr. Goldrente. . 4V8 % Oesterr. Silberrente 4 % Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen III 4^°/0 russ.Staatsanl. 1905 4%0,n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

4% Griech. Honopol-Anl.. 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . . 4^% Chinesen . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W . .

Tendenz: fest.

Das Schöffengericht Butzbach hatte den Taglöhner G. St. von Ob. - Roßbach wegen Betrugs zum Nachteil eines Landwirts zu Dorheim zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt Er focht das Urteil an, erschien aber zum Verufungstermin nicht, wdshalb seine Berufung verworfen wurde.

Bei einer BereinSfestlichkcit zu Borsdorf gerieten mehrere Teil- nehmer in Meinungsverschiedenheiten, weshalb sich der Makler A. W. veranlaßt sab, einen älteren Mann zum Lokal hinauszubefördern, wöbe, er diesen mißhandelte. Der Taglöhner O. M. kam dem alten Mann zu Hilfe und hieb dabei dem Angreifer einen Stock über den Kopf, daß eine Wunde entstand. Das Schöffengericht Nidda nahm im letzten Falle Notwehr an und sprach M. frei, während es ' gegen W. auf 2 Wochen Gefängnis erkannte. W. focht das Urteil an, desgleichen die Staatsanwalt­schaft bezüglich beS frcigcsprochenen M. Wie das Schöffengericht, so stellt auch die Strafkammer fest, daß W. den Streit hervorgerufen hat, da er " außerdem ist er

der Woche verschoben worden ivärc.

Friedberg, 26. Juni. Die Automobil- Personenpost von hier noch Ranstadt wird jetzt kreis­amtlich angezeigt und soll Mitte Juli anstelle der jetzt ver­kehrenden zweispännigen Fahrpost in Kraft treten. Der Kraft­wagen wird zehn Sitzplätze haben und auf der Strecke täglich dreimal verkehren. Die Fahrt erfolgt über Fauerbach, Ossen­heim, Nieder-Florstadt, Ober-Florstadt, Staden, Stammheim, Nieder- und Ober-Mocksladt.

§ Laubach, 26. Juni. Immer bestimmter tritt hier das Gerücht auf, daß die Süddeutsche Gas gesell- schäft in Frankfurt a. M. sich von dem Bau der pro­jektierten Gaszentrale wegen allzu geringer Beteili­gung der interessierten Gemeinden zurückzilziehen beab­sichtigt. Dem Vernehmen nach stnden dieserbalb eben Ver­handlungen zwischen der betreffenden Gasgesellschaft und dem hiesigen Stadtvorstand statt.

k Lauterbach, 26. Juni. Der vor längerer Zeit von seinem Amte enthobene Gemeindeeinnehmer Werner Nceb II. von Udenhausen wurde gestern wegen Unterschlagung im Amt in Untersuchungshaft ge­nommen und ins Hastlokal nach Lauterbach verbracht.

r Steindorf bei Wetzlar, 26. Juni. Dos gestrige Gewitter hat durch den Hagel, den es mit sich brachte, in unserem Felde erheblichen Schaden angcrichtet.

h. Frankfurt a. M., 26. Juni. Ein neuer Auto- mobilunsall, der sich gestern in Frankfurts nächster Nähe ereignete, hatte den Tod eines Kindes zur Folge. Auf der Landstraße Wischen Niederursel und Heddernheim wurde gestern nachmittag der neunjährige Knabe des Gärt­ners Tops aus Heddernheim von einer Frankfurter Auto­mobildroschke überfahren. Tas Kind war sofort tot. Die Eltern des verunglückten Kindes sind unlängst von Offen­bach gezogen. Es soll direkt in den Wagen hineingelaufen sein. In Sossenheim erlitten gestern zwei Kna­ben durch die Explosion einer Gewehrpatrone, mit der sie gespielt hätten, schwere Verletzungen. Ter achtjährige Fladung wurde an den Augen verletzt und mußte in die Augenklinik nach Wiesbaden gebracht werden, der 18jährige Lakalli erlitt erhebliche Verletzungen im Gesicht. Ter wegen Raubmord verdachtes verhaftete, aus Amerika nach Teutschland zuimcktransportierte Möbel- Händler Meyer hat bei seiner heute im Stadthause zu Hamburg erfolgten Vernehmung folgendes ausgesagt: Er habe seine Tante, als er von einem Ausflüge zurückkehrte, tot in ihrem Schlafzimmer ge fand en. Aus Angst, des Mordes verdächtigt zu werden, habe er die Leiche erst einige Tage in der Wohnung behalten, ohne die Behörden von" dem Tode der Frau in Kenntnis zu setzen. Tann habe

Kinder. Nach einem Ausschreiben des Großh. Ministeriums de§ Innern müssen Kinder, die zu Botengängen, Zeitungs­tragen, landwirtschaftlichen Arbeiten ?c. gegen Entgelt be­schäftigt werden, auch wenn ihre tägliche Beschäftigung nur 23 Stunden dauert, zur Krankenversicherung herangezogev werden. Infolgedessen erläßt die Ortskrankenkasse Gießen jetzt ein Rundschreiben an die Arbeitgeber, um diese zur An­meldung der versicherungspflichtigen Kinder zu verankassen.

** Korell. Die Blättermeldunq, Pfarrer Korel habe gegen den ihm vom Ober-Konsistorium wegen seiner Haltung bei der Stichwahl erteilten Verweis Beschwerde beim Ministerium erhoben, ist, wie uns aus Darmstad

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

gemeldet wird, unrichtig. Korell hat eine Beschwerde nicht eingereicht und, wie das Groß-Gerauer Kreisblatt mitteilt, beabsichtigt er eine solche auch gar nicht. Wohl schon aus dem einfachen Grunde, weil das Oberkonsistorium dem Ministerium nicht untergeordnet, sondern koordiniert ist. Das Ministerium ist deshalb auch nicht zuständig für Beschwerden gegen das Oberkonsistorium, das in geistlichen Angelegenheiten die höchste Instanz im Groß­herzogtum ist. Es ist in der Presse behauptet worden, daß das Oberkonsistorium insofern einen formellen Ver­stoß begangen habe, als es sein Disziplinenurteil veröffent­licht habe und es ist in dieser Hinsicht auf Art. 4 des Hess. Kirchengesetzes über den Mißbrauch der geistl. Amts­gewalt vom 23. April 1875 hingewiesen worden, wonach die Verhängung der nach Art. 3 zulässigen Strafen und Zuchtmittel nicht öffentlich bekannt gemacht werden darf." Hierbei wird jedoch übersehen, daß diese Gesetzesbestim­mung durch eilt neueres Gesetz vom 7. September 1889 aufgehoben ist. Es dürfte daher dem Oberkon- sistorium auch kein formeller Verstoß zur Last fallen.

** Butzbacher Trachtenfest Letzte Auf­führung oes FestspielesDie Hüttenberger". Nach Beendigung der Aufführungen des Volksschauspieles, die Hüttenberger" v. A. Storch in Butzbach selbst, findet noch eine einzige Aufführung des Werkes außer­halb Butzbachs statt und zwar am Sonntag, 1. Juli, nachmittags V? 5 Uhr im Kurtheater zu Bad-Nau- heim. Die Aufführung erfolgt von den Butzbacher Darstellern, mit Original-Dekorationen, Möbeln, Kostümen usw. Billetbestellungen werden auch telephonisch und schriftlich vom Kurhausaufseher Horn (im Kurhause) ent- gegengenommen.

** Wegen Majestätsbeleidigung und Sitt­lichkeitsvergehen hatte sich in der gestrigen Straf kammerverhandlung der Redakteur der sozialdemokratischen Mitte lde utsch e n So n n t a gs zei t un g" , F. A. B., HU verantworten.' Die Verhandlung fand unter Ausschluß

er die Leiche in einen Koffer gepackt unb' mit Kleidungs­stücken überdeckt. Den Koffer mit dem Leichnam habe er schließlich nach Frankfurt gesandt. Nach Amerika sei er nicht aus Furcht vor Strafe gereist, fonbem wegen zerrütteter Geschäftsverh ältnisse. Er habe beabsichtigt, den Behörden- von dort aus Nachricht über den Verbleib der Leiche zu geben, sei aber durch seine Verhaftung daran gehindert worden. Auf das Bestimmteste leugnet Meyer, den Mord verübt zu haben.

h. Wiesbaden, 26. Juni. Ein im Sekretariat der königlichen Regierung beschäfticster Tiätar Namens Ull--> rich wurde wegen Verrats militärischer Geheim-, nisse verhaftet. Der Verhaftete hät von zahlreichen geheimen Mobilmachungsakten Abschriften angefertigt, um- sie einer auswärtigen Macht zu verkaufen. Nach einer polizeilichen Mitteilung wurde der Vorsitzende derWies­badener Gesellschaft für ethische Kultur", Zahnarzt Friedr. Stieren, der zurzeit eine Erholungsreise in Italien machte, auf der Bahnstrecke von Genua nach Spezia von einem Eisenb "hnzug erfaßt und ge­tötet. Stierer war ein angesehener Vertreter seines Faches und bis vor einiger Zeit Redakteur desVereinsblattes deutscher Zahnärzte". Auch politisch ist er hervorgetreten. Wie von anderer Seite behauptet wird, soll Stieren einem Verbrechen zum Opfer gef/rpn sein. (Frkf. Ztg.)

* Kleine M i t t e i I " n a p r ans Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In W e tz l a r stürzte die 70jährige Witwe Gries bei einem Hnstenansall ans dem Fenster ihrer Wohnung auf die Straße und erlitt ?o schwere Schädelverletzungen, daß sie alsbald st a r b. Nickt der Kronvrinz, sondern Prinz Eitel Friedrich wird als Vertreter des Kaisers derl000-Jahr- Feier der Stadt W e i l b u r a beiwohnen.

der OeffentLchkett statt. Nach dem öffentlich verkündeten Urteil hat er einen Druckfehler in einem Artikel des Hom­burger amtlichenTaunusboten" über die Silberhochzeit des Kaiserpaares dazu benutzt um dieses dem öffentlichen Gespötte preiszugeben. Das Gericht hält die Minimalstrafe von zwei Monaten Gefängnis für ausreichend. Mle Exemplare der betreffenden Nrrminer, die sich im Besitz des Verfassers und des Verlegers befinden, sowie sämtliche Platten und Formell sind zu vernichten.

** F u r die Sitzung der Stadtverordn eten-Ver. s a m m lang am Donnerstag, 28. Juni, uachm. 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung vorgesehen: 1. Auslosung von Schuldver­schreibungen des 1890er Änlehens. 2. Desgl. des 1892er Anlehens. 3. Gesuche um Befreiung von baupolizeilichen Vorschriften von a) Karl Sckwan für die Mäusburg, b) Ehr. Bieker für die Große Muhlgasse, c) Firma W. Zurbuch für die Eichgärten, d) L. Werner für Wolken- gaffe 20, e) W. Gerhard für den Schiffenberger Weg, f) Joh. Gq. Pfaff für die Goethestraße, g) Emil Schon für die Roonüraße, h) Belitz für die Wilhelmstraßc. 4. Gesuch von Forlsch um lieber- lassung von Stadtbachgelände. 5. Anlage einer Kegelbahn im Hof der städtischen Kaserne. 6. V-rtrag mit der Militärver­waltung weaen Errichtung eines Familienhauses. 7. Kaufnotul mit Aug. Nöding Eheleuten und Heinrich Wilhelin Pfeiffer Ehe­leuten. 8. Beschaffung von Vorsenstern für das Forflhaus an der Licker Straße. 9. Beschaffung von Markisen für das Realgym­nasium. 10. Tas Einsangen herrenloser Hunde, hier Mete für den Hundestall. II. Beschaffung eines Fahrrades für das Tiefbau­amt/ 12. Geländeerwerb für die Ederstraße, Weserstraße, Schott­straße und den Asterweg. 13. Desgleichen für die Liebigstraße. 14. Gesuch der Deutschen Kleinbahn-Gesellschaft um Geuehnngung eines Anschlußgleises nach der Hardt. 15. Anstrich des Mafckmen- hanses in Queckborn. 16. Gas- und Wasserleitung m der Großen Mühlqasse. 17. Gas- und Wasserleituna in der Liebigstraße und Schützenstraße. 18. Wasserleitung in den Eickgärten. 19. Gesuch der Brnhlschen Druckerei um Ermäßigung des Preises für elek­trische Energie. 20. Ergänzung des Trosckkentariss. 21. Vertrag mit d"m Inhaber des Gießener Festsaales, Kaiser, und bem Theaterdirektor Steingoetter. 22. Gesuch um Schankerlaubnis von a) Peter Gaub für Bahnhofstraße 43, b) Karl Loth für Braugasse 7, c) Georg Klar! für Marktplatz 5, d) Peter Helfer für Walltor­straße 35, e) Wilhelm Beuchert für Seltersweg 40. 23. Die Ferien

Ans und Lsnd.

Gießen, den 27. Juni 1906.

** Ordensverleihungen. S. K. H. der G r^o ß- herzog haben gnädigst geruht, den Oberhoflakai Joh. Kempf auf fein Nachfuchen unter Bezeugung der Aller­höchsten Zufriedenheit für langjährige treu _ geleistete Dienste in den Ruhestand versetzt und demselben die Silberne Medaille des Ludcwigs-Ordens verliehen. S. K. H. der Großherzoq haben dein Vorsitzenden des Wafferversorgungsverbandes für das Selz-Wiesbachgebiet, Bürgermeister Phil. Christ zu Wörrstadt zum 23. Juni 1906 das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone verliehen. Das Ehren­zeichen für Mitglieder freiw. Feuerwehren wurde ver­liehen den Mitgliedern der freiw. Feuerwehr zu Mainz Joh. Baumann, Joh. S chn ei der, Jgn. Maner.

* * Personalien. Der Gcrichtsschreibcrgehilse Gg. Knierim aus Herbstein und der Bureauassistent i. P. bei der vormaligen Direktion der Hessisch-Thüriligischen Staatslotterie Eduard Medicus wurden zu Assistenten bei der Landeshypothekenbank ernannt.

* * Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu be­setzende Lehrer stelle an der Gemeindeschule zu Ztlten- hain, Kr. Schotten. Mit der Stelle ist Organisten-, Kantor- und Lektordienst verbunden. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden.

* * Reichs automobil steu er. Nach einer Bekannt­machung des Großh. Hallptsteueramts Gießen haben die Be­sitzer von Kraftfahrzeugen, die der Personen- besörderllng dienen OAlltomobile, Motorräder) die Fahrzelige in der Zeit vom 26. Juni bis 3. Juli d. I. bei der ge­nannten Behörde anzlimelden und die Reichsstenlvelabgabe zll entrichten. Die Steuer beträgt für jährliche Erlcmbnis- karten bei Motorrädern 10 Mk., bei Kraftwagen I. mit bis zu 6 Pf.-St. 25 Mk., II. 6 bis 10 Pf.-St. 50 Mk., III. 10 bis 25 Pf.-St. 100 Mk., IV. über 25 Pf.-St. 150 Mk., außerdem kommen bei Kraftivagen für jede Pferde­stärke oder einen Teil derselbeil binzll für die I. Klasse 2 Mk., für die II. Klasse 3 Mk., die III. Klasse 5 Mk. lind für die IV. Klasse 10 Mk. Der für das laufende Kalenderjahr nach­weislich entrichtete Automobilstempel kann zur Hälfte auf die Reichsstempelabgabe angerechnet werden.

** Krankenkassen - versicherungspflichtige