Ausgabe 
20.11.1906 Zweites Blatt
 
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Diese Zahlen sind sehr günstig, tt>enn man bedenkt, daß

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e8 dem Könige, den Dr. Dinitsch zu bewegen, wenigstens das Amt eines Leibarztes beim Könige beizubehalten, wenn er auch von dem Posten als Privatsekretär des Königs zurücktreten will. (Dieser Tage wurde aus Belgrad ge­meldet, der Kronprinz sei wahnsinnig geworden. Die Meldung wurde aber sofort von offiziöser Selle wider­rufen. Aber es wird durch dieses Dementi niemand davon

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überzeugt werden, daß der serbische Thronfolger normal Aus dem Sündenregister des Zwanzigjährigen sei hier rekapituliert, daß er schon seit seinem 16. Lebensjahre zügelloseste Don Juan zweifelhaftester Varietedamen zugleich, der Schrecken der niedrigsten Tingeltangel Daß seine Liebesbravouren auch vor Klostermauern nicht zurückschrecken. Daß' er den Thronsaal im Belgrader

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egung der 1905 bei der Volkszäh- n ergibt sich in einigen oberhesf.

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Bezüglich der Tätig keit der Gemeinden auf dem Gebiet positiver Wohnungsfürsorge kann im allge­meinen gesagt werden, daß 6c den hessischen Gemeinde­verwaltungen das Verständnis für eine Betätigung auf dem Gebiet des Wohnungswesens schon erheblich gewachsen ist.

Die Unterstützung der Bauvereine durch die Gemeinden hat erhebliche Fortschritte gemacht, doch haben befriedigende Verhältnisse noch nicht erzielt werden können. Namentlich stoßt die im Wohnungsfürsorgegesetz vorgesehene Beschaffung der Geldmittel für die Bauvereine bei den Gemeindeverwaltungen auf große Schwierigkeiten, während eine andere Betelligung der Gemeinden (Zeichnung von Geschäftsanteilen, Hergabe von Grundstücken zu billigen Preisen, Uebernahme von Bürgschaften für Hypotheken) weit eher zu erreichen ist. Die cntgegenstehenden Anschauungen und Einflüsse sind so zahlreich und vielgestaltig, daß ihre Widerlegung außerordentlich mühevoll und undankbar ist. Der Berichterstatter ist der Ueberzeugung, daß die Stellung­nahme manches Gemeinderatsmitgliedes nicht frei von per­sönlichen Interessen ist. Das ist um so bedauerlicher, als gerade die Wohnungssiage eines der wichtigsten sozialen Probleme ist, das seiner Äsung nur näher gebracht werden lärm, wenn ihm von allen Seiten ein gewisses Wohlwollen entgegengebracht wird, weil ferner tatsächlich berechtigte Interessen dabei nicht verletzt werden sollen und auch nicht verletzt werden.

Von den oberhessischen gemeinnützigen Bauvereinen haben Förderung durch die Gemeinden gefunden Hom­berg a. O. (durch Nebcrlassung von Grundstücken und Ueber­nahme eines Geschäftsanteils von 200 Mk.), Butzbach, Gießen und Schotten (Burg in diesen 3 Städten durch Bürgschaft, bezw. Geldbeschaffung, Grundstücküberlassung oder Zeich­nung von Geschäftsanteilen'', Unter-Schmitten (Bürgschaft), Zwiedberg (3000 Mk. Anteilscheine und geringere Heran­ziehung zu den Straßenhersteltungsarbeiten) und Lauter­bach (durch Hergabe billigen Leitungswassers). In Alsfeld wurde eine Beteiligung an dem Bauvereine abgelehnt, in Hungen noch kein Beschluß gefaßt. Die Gemeinde Steinfurt hat selbst Kleinwohnungen für Minderbemittelte errichtet.

Die Handhabung einer praktischen Bodenpol i- tik der Gemeinden gewinnt in Hessen immer mehr an Boden und hat auch im Berichtsjahr erhebliche Fort­schritte gemacht. In Oberhessen haben sich auf diesem Gebiet bisher betätigt Gießen, Friedberg und 9lleder-Flor- stadt. Die An- und Verkäufe von Grundstücken für Rech­nung der oberhessischen Gemeinden mll über 2000 Einwoh­nern stellt sich 1903/04 und 1904/05 folgendermaßen:

Alsfeld: angekaust 4921 Qm. Gelände zu Straßen und Plätzen für 9120 Mk., verkauft 1288 Qm. Bauland für 6440 Mk.

Heuchelheim: angekauft 1523 Qm. Bauland, 933 Qm. Wiese und Weide, 800 Qm. Ackerland, 100 Qm. Gelände zu Straßen und Pläßen für insges. 3720 Mk., ver­kauft 107 Qm. für 254 Mk. '

Lauterbach: angekauft 2711 Qm. Ackerland für 517.46 Mk., verkauft 3100 Qm. Bauland und 258 Qm. sonstiges Gelände für zus. 4575 Mk.

Wieseck : angekauft 9009 Qm. Ackerland für 4070 Mk.

Gießen: lieber die Verwaltungs-Ergebnisse des Stadterweiterungsfonds für 1904 wird mitgeteilt: Erworben wurde eine Wiese links am Schwarzlachweg 2295 Qm., ein Hofraum mit Oekonomiegebäude und Stall in der Schloß­gasse 143 Qm., eine Hosreite mit Grabgarten in der Mühl­gasse 469 Qm., ein Grabgarten am alten Schlag 652 Qm., eine Hosreite mll Grabgarten in den Neuen Bäuen 1159 Qm., 27 Grundstücks-Parzellen bei der Taubcntränke, am Wall­brunnen und rechts des Wiesecker Weges 104 327 Qm., ein Äcker im Neustädter Feld 3347 Qm. und eine Hofrelle mit Grabgarten und Wiese im Gänswinkel und am Mittelweg 4976 Qm. Hierfür wurden 189728.95 Mk. ausgegeben. Zur Verstärkung^ des Fonds tour6e aus 'der- Stadtkasse ein weiteres Darlehen von 100 000 Mk. gewährt. Die Wert­schätzung des Grundvermögens am 1. April 1905 ergibt 1136 941.79 Mk. Das reine Vermögen des Fonds stieg um 21991.46 Mk. auf 197 343.61 Mk.

lieber die Bodenpolitik der fünf größten hessischen Städte spricht sich der Bericht wie folgt aus: Das Hauptbestreben hat in einer planmäßigen Ver­mehrung des städtischen Grundbesitzes bestanden. Die Frage, ob damit auch eine Einwirkung auf die Bodenpreise im Sinne einer Mäßigung oder besonders die Förderung des Kleinwohnungsbaues angestrebt worden ist, muß jedoch ver­neint werden. Zum Teil müssen die Städte das Gelände für eigene Zwecke zurückbehalten, zum Teil ist es erst ver­hältnismäßig kurze Zeit her, dcch eine planmäßige Boden­politik aufgenommen worden ist, und so steht wohl zu hoffen, daß das an sich gewiß erfreuliche Vorgehen der Städte später auch dem Wohnungsbau, insbesondere auch für Kleinwohnungen, zu gute kommt.

Ueber das Vovgeyen der übrigen Gemeinden, die prak­tische Bodenpolitik getrieben haben, äußert sich der Bericht: Sie sucht ebensall durch Geländeankauf den Grundbesitz zu vermehren, einige treiben insofern Bodenpolitik, als sie vor eintretender Notwendigkeit &ut Erweiterung des« Ortsbauplans unter der Hand die in Betracht kommenden Grundstücke zusammenkaufen, alsdann in den Ortsbauplan einbeziehen und parzellieren. Dies Verfahren ist aller­dings nur da möglich, wo die Bodenpreise an sich noch niedrig sind. Immerhin ist es bemerkenswert, daß mit diesem Verfahren eine Niedrighaltung der Bodenpreise er­zielt worden ist. Es äst in diesen Gemeinden gewissermaßen Gewohnheitssache geworden, daß der OJruno und Boden einen bestimmten mäßigen Preis nicht übersteigen darf und ein höhere Preise fordernder Grundbesitzer würde nicht nur keine Käufer finden, sondern sich auch die Wertschätzung seiner Mitbürger mehr oder weniger verscherzen. Diese Beispiele gehen übrigens, den Sozial- und Wohnungspoli-

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z. B. in Worms 25 Proz., in Nem-Jsenburg 26 Proz., in Mainz 31 Proz., in Darmstadt 44 Proz. und in Offenbach gar 75 Proz. aller Familien umgezogen sind. Man darf nur an die Kosten der Umzüge, an die Beschädigung von Möbeln, Wohnungen und deren Zugänge denken, um zu ermessen, welche große wirtschaftliche Bedeutung den Um­zügen beizumessen ist, gar nicht zu denken an die sozialen und moralischen Schäden, die mit dem ewigen Wechsel ver­bunden sind, der kein Heimatgefühl aufkommen läßt und stets von großen Mühen und Unbequemlichkeiten, in vielen Fällen nach von Aerger und Verdruß begleitet ist.

In den Schlußbetrachtungen des sehr ausführlichen Berichts wird u. a. folgendes ausgeführt:

Besonderen Wert glaubt der Berichterstatter auf das wachsende Verständnis für die große Bedeutung der Woh- nungsreform in der Bevölkerung legen zu sollen. Denn die Wohnungssiage kann durch obrigkeitliche Anordnungen allein bei weitem nicht gelöst werden, dazu gehört, daß sich in der Bevölkerung selbst Quellen erschließen, die die Bestrebungen auf Hebung der Wohnungsverhältnisse be- siuchten und zur Reife bringen. Bei einem so wichtigen und großen Gebiet wie die Wohnungsfrage, die in der vielgestaltetsten Weise die verschiedensten Interessen berührt, kann diese Mitwirkung weiter Volkskreise durchaus nicht entbehrt werden. Der Berichterstatter hat sich deshalb be­müht, derartige Bestrebungen zu pflegen und zu fördern, und es wäre sehr erwünscht, wenn dies auch von allen anderen Behörden geschähe, die in der einen oder anderen Weise damit befaßt werden. Die Mitwirkung weiterer Volks­kreise hat sich in erster Linie in der Betätigung von Wohnungsfürsorge, durch Gründung gemeinnütziger Bau­genossenschaften, in der Praxis gezeigt und das hierbei zu tage getretene Interesse ist außerordentlich groß und es kann gesagt werden, daß kaum in einem anderen deutschen Landesteil soviel für die Wohnungsfürsorge geschehen ist, als in Hessen. Ferner ist die Tatsache, daß abgesehen von wenigen Fällen die Durchführung des Wohnungs­aufsichtsgesetzes nicht auf Schwierigkeiten gestoßen ist, ein deutliches Zeichen für das wachsende Verständnis der Be­völkerung in der Wohnungsfrage. Man darf daraus den Schluß ziehen, daß auch die Wertschätzung einer guten und gefunden Wohnung in der Bevölkerung immer mehr an Boden gewinnt.

Nach wie vor muß daran festgehalten werden, daß bet Beurteilung der Wohnungsfrage stets zwischen ländlichen und städtischen Verhältnissen zu unterscheiden Ast. Bei der Durchführung der Wohnungsgesetze ist vermieden worden, auf dem Lande mit Schärfe vorzugehen. Vielmehr ist die Tätigkeit des Berichterstatters stets darauf gerichtet gewesen, in der Bevölkerung das Verständnis für die Wichtigkeit und Notwendigkeit des (guten Wohnens zu heben. Im übrigen ist die Tätigkeit des Berichterstatters von der Ueber­zeugung getragen gewesen, daß eine wirkungsvolle soziale Fürsorge auf dem Gebiete des Wohnungswesens nicht nur in sozialer, gesundheitlicher, sittlicher und wirtschaftlicher Beziehung von Bedeutung ist, sondern auch geeignet er­scheint, in nationaler und kultureller Beziehuna gute Früchte zu tragen.

Aus Stadt und Land.

Sprechstunden der Redaktion 111 Uhr vorn., V;?V28 Uhr abds.

Gießen, 20. Nov. 1906.

** Fleischabschlag. Die hiesigen Schweinemetzger haben am 19. ds. den Verkaufspreis des Schweine­fleisches sowie einzelnerWurstsorten (wie z. B. Lcber- unb Blutwurst) um 10 Pfg. daß Pfund reduziett. Be­merkenswert ist, daß in Gießen höhere Einkaufspreise wie in Frankfurt bezahlt werden; wie uns von gut orientierter Seite mitgeteilt wird, ist dies darauf zurückzuführen, daß die hiesigen Metzger gezwungen sind, auf längere Zeit Vorrat zu kaufen. Noch vergangene Woche wurden 78 bis 80 Pfg. für daS Pfund Schlachtgewicht angelegt, um nicht in die gleiche Not­lage zu kommen wie im vorigen Jahre. Der Einkaufspreis der Schweine betrug gestern 72 Pfg., wogegen Frankfutt 70 Pfg. notierte. Vereinzelte Abschlüsse für 70 Pfg. und darunter liegen für Dezember lieferbar vor, doch wollen die Landwirte hiesiger Gegend von dem Sinken der Preise nichts wissen, sie halten, in der Hoffnung, höhere Preise zu er­zielen, mit dem Verkauf zurück.

Die Handelskamm erwählen finden morgen statt. Für die Stadt Gießen liegt nur ein Wahlvorschlag vor, der vom Detaillistenverein auSgeht und auf die Namen Adolf Klingspor (nicht Karl Klingspor, wie eS in einem gest­rigen Inserat hieß) K. C. W. Nowack, Karl Röhr und Emil Schwall lautet.

0 Sie Reichsbank ist morgen, Mittwoch, wegen baulicher Veränderungen nur bis 12 Uhr mittags geöffnet.

* Diebstahl. Mittelst Einschleichens wurde vor einigen Tagen einem Bewohner der Marburgerstraße von einem unbekannten Dieb ein neuer blauer Anzug und ein neues Winterüberzieher aus dem Kleiderschrank gestohlen.

tilern recht, die die Erweiterung der OrtsbaüPläne zu einem öffentlich-rechtlichen Geschäft machen wollen. Sie zeigen, daß Gemeindeverwaltungen tatsächlich einen erheb- lichen Einfluß ausüben können, wenn sie die Erschließung neuen Baugeländes, die Anlagen neuer Straßen und Plätze, selbst in der Hemd behalten und damll ben Einfluß der Privatspekulation in erheblichem Maß beschränken. Das Vorgehen der Gemeinden wirkt also sehr wvhltättg auf das Wohnungswesen ein, und so lange die bisherige Ge­wohnheit bleibt, ist die Sache einwandssiei. Sollten aber später die Grundstückspreise stechen, so hätten die Gemein­den trotz der verwendeten großen Mühe hiervon nicht den geringsten Vorteil. Er würde lediglich den Besitzern zu­fließen, denen seinerzeit durch die Gemeinden der Ankauf recht bequem gemacht wurde. Es wäre zu erwägen, ob die Gemeinden ihr Vorgehen nicht dadurch ergänzen sollten, daß sie sich vertraglich einen Anteil an einer etwaigen Werterhöhung der von ihnen parzellierten Grundstücke vor- behalten sollten.

lieber die Bodenbesitzverhältnisse der Ge­meinde n und die Gru ndstückspreise wurden wie im Jahre 1903 Ermittelungen angestellt, die bei 61 Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern in einer besonderen Zu­sammenstellung Verwertung fanden. Von diesen 61 Ge­meinden besitzen von ihren Gemarkungen bis 10 Proz. ,13 (in Oberhessen 1), 10 bis 20 Proz. 8 (Oberhessen 2), 30 bis 40 Proz. 7 (Oberhessen 1), 40 bis 50 Proz. 5, 50 bis 60 Proz. 7 (in Oberhessen 1) und 70 bis 80 Proz. 2 (Groß- Steinheim und Heppenheim). Unter dem Gemeindebesitz sind am stärksten die Waldungen vertreten.

An Bauland, also innerhalb des Ortsbauplans lie­gendes Gelände und Gelände, das fünft im Weichbild der Gemeinde liegt und in absehbarer Zeit für die Bebauung in Bettacht kommt, besitzen die Gemeinden auf je 1000 Ein­wohner: in 29 Gemeinden unter 1 Hektar, bei einer Ge­meinde 1 bis 2 Hektar, bei 2 Gemeinden 2 bis 5 Hektar, bei einer Gemeinde 6,6 Hektar und bei einer Gemeinde 1 Hektar. 17 Gemeinden besitzen gar kein Bauland. Sonach haben ein Drittel der Gemeinden überhaupt kein Bauland in Besitz und sind also gezwungen, bei jedem Gemeindebau Bauland von Privaten zu kaufen. Die größere Hälfte der Gemeinden hat weniger als 1 Hektar in Besitz, kann also auf den Baustellenwert nicht den geringsten Einfluß aus­üben. Es bleiben also von den in Betracht kommenden 51 Gemeinden nur 4, die mit ihrem Grundbesitz einen mäßigenden Einfluß ausüben können. Eine Prüfung der Frage, ab sich 6te Geländepreise gegen die bei der Er­hebung des Jahres 1903 festgestellten verändert haben, er­gibt folgendes Bild: ungefähr gleich blieben sie in 19 Ge­meinden (darunter Butzbach nnd^Wieseck), erheblich niedriger stellen sich in 11 Gemeinden (darunter Alsfeld und Bü­dingen) und erheblich höher in 7 Gemeinden( darunter Bad- Nauheim) die Preise.

, Die Hauptgeldgeberin für die gemeinnützige Bau­tätigkeit ist wieder die Landesvcrsichernngsanstalt Großh. Hessen. Sie hat 1905 an Darlehen 410100 Mk. zu 31/» Proz. an die Vereine gegeben, davon entfielen u. a. auf den Bauverein Butzbach 35 000 Mk. und auf den Vauverein Gießen 77 400 Mk. Von der Landeskreditkasse wurde an 3 Gemeinden die Summe von 81000 Mk. zu 3,13 bis 3,66 Prozent bewilligt. Die Hessische Landeshypothekenbank hat 1905 Darlehen an Bauvereine nicht bewilligt, dagegen wur­den einigen industriellen Firmen 48 Darlehen im Gesamt­betrag von 119198 Mk. zur Erbauung von kleineren Ar- beitcrhäusern gegeben. Ihre Aufgabe, besonders den mitt­leren und lleinen Grundbesitz zu unterstützen und zu ent­schulden, hat die Bank auch 1905 nachkommen können, lieber die Hälfte aller Hypothekendarlehen überschreitet nicht den Bettag von 6000 Ml., über zwei Drittel nicht den von 10 000 Mk. und über acht Neuntel nicht den von 25 000 Mk. Die Bank weist in ihrem Bericht daraus hin, daß namentlich die Beleihung von Arbeiter-Wohnhäusern stark angewachsen sei (240 gegen 1904: 125). Nach dem Stand verteilen sich die Anleihen wie folgt: Handwerker 497, Landwirte 317, Arbeiter 240, Beamte, Aerzte, Apotheker, Rechtsanwälte 93, Kaufleute 55, Sonstige 161.

In sehr anerkennenswerter Weise gehen immer mehr Sparkassen dazu über, den gemeinnützigen Wohnungs­bau zu unterstützen. 1904 konnte dies aus Friedberg, Gießen, Erbach, Schotten und Worms berichtet wer­den, 1905 kamen Nidda und Heppenheim hinzu. Die Be- zirkssparkasse Nidda hat der dortigen Baugenossenschaft bis­her 36 900 Mk. zu 3,8 Proz. geliehen, während sonst der Zinsfuß 4 Proz. beträgt. Die Bezirkssparkafse in Schotten hat dem 1904 errichteten Fonds, der zum Schutz der Be­zirksgemeinden vor Verlusten bei Darlehnsvermittelungen in Ausführung des Wohnungsfürsorgegesetzes dienen soll, 349.75 Mk. zugeführt, sodaß er jetzt 506.il Mk. beträgt.

Die 34 Sparkassen, die hierüber Angaben gemacht haben, haben 1905 2122 Hypotheken im Gesamtbettage von 15 273 993.08 Mk. bewilligt. Beji be*c* Erhebung, wieviel davon zum Wohnungsbau und namentlich zur Errichtung kleiner Wohnungen verwendet wurde, konnten 11 Kassen keine Angaben machen und eine Kasse hat keine Gelder auf Neubauten geliehen. Die übrigen Kassen gaben 451 Dar­lehen im Betrage von 5 225 820 Mk. für Neubauten, davon entfielen 291 Darlehen im Betrage von 1273 620 Mk. auf neue Häuser mit Kleinwohnungen. Der Zinsfuß beträgt bei den Sparkassen gewöhnlich 4 Proz. Die Baugenossen­schaft Friedberg erhielt vom Reichsamt des Innern ein Darlehen von 12 000 Mk. zu 3 Proz. zugesichert.

Von den sonstigen Bestrebungen zur Hebung des Klein­wohnungswesens wird u. a. auch die Tätigkett des allgem. Vereins für Armen- und Krankenpflege in Gießen her- vorgeboben, der eine sehr verdienstvolle Wohnungsfürsorge nach oem System von Oktavia Hill in London betreibt.

Tie Erbauung von Wohnungen für hessische Eisenbahn- bedienstete aus den bewilligten 500000 Mk. wird demnächst beginnen. Gemäß der gegebenen Anregung hat sich der preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten bereit erklärt, hier­bei dem lleinen Haus für ein bis zwei Familien den Vor­zug zu geben. Die Häuser werden neben praktischer Innen­einrichtung ein geschmackvolles Aeußere erhalten.

Was die Wohnungsfürsorge von Arbeit­gebern für ihre Arbeiter anbelangt, so haben das Eisen­werk Buderus in Lollar ein weiteres (das 12.) Familien- wohnhaus errichtet. Letzteres Werk Ijoit Außerdem für die Unterbringung von etwa 30 bis 40 Arbeitern 10 Logier­stuben, sowie eine Speiseanstalt für _bie Arbeiter errichtet. Es werden täglich etwa 70 Mittagessen für 30 Pfg. ver­ausgabt. Das Essen besteht in der Regel aus Suppe, Fleisch, Kartoffeln und Gemüse. Außerdem wird auch Vier und zwar das Viertelliter zu 5, düs halbe Liter zu 10 Pfg. verabreicht.

Die Tätigkeit der drei öffentlichen Wohn­ung s n a ch w e i s e in Hessen ist recht bescheiden, am besten funktioniert noch der in Gießen, soweit es sich um Fa­milien wohmMgen handelt. Beachtenswert ist, daß wie. tu.

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Konak zum Schauplatz gemeiner Schweinereien gemacht hat. Daß er, pm seine Treffsicherheit zu zeigen, einem armen Teufel von Maeedonier ein Auge ausschoß re. ?c. D. Red.)

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