hat sich nicht erfüllt. Gegenüber den düsteren Prophezeiungen, die an die Handelsverträge geknüpft wurden, sehen wir heute einen außerordentlichen Aufschwung der deutschen Industrie. Einen Handelsvertrag muß man nach der gesamten Lage der vertragschließenden Staaten zu einander beurteilen. Das Verhältnis, in welchem wir aus Grund der von beit deutschen Seeuferstaaten abgeschlossenen Verträge zu Schweden stehen, hat den Nachteil, daß Schweden ans Grund der Meistbegünstigung alle Konzessionen kostenlos zufielen, die wir dritten Staaten in unseren Vcrtragsverhandlungen machten. Schweden dagegen hatte volle Freiheit, seine Zölle beliebig zu regulieren. Bei der Ordnung des handelspolitischen Verhältnisses mit den Nachbarstaaten erschien es uns deshalb erwünscht, zu einer vertragsmäßigen Grundlage zwischen dem Deutschen Reiche und Schweden zu gelangen. Die Bestimmung, daß Schweden während der Vertragszeit keinen Ausfuhrzoll auf Erz einführen darf, ist nicht genügend gewürdigt worden. Die Gefahr, daß ein solcher Zoll eingeführt werde, lag nicht ganz fern. Ich glaube, daß diese Bestimmung für uns eine recht wertvolle Kompensation bietet. Mit der Aufrechterhaltung des Pflastersteinzolles wäre ein Vertrag mit Schweden nickt zustande gekommen. Wenn wir mit Schweden keinen längeren Vertrag erhalten konnten, so lag dies nicht am deutschen Zolltarif, sondern an den ganz besonderen innerpolitischen Verhältnissen Schwedens. Wenn die Frist abläuft, können wir mit der ganzen Wuckt unseres autonomen Zolltarifs neue Verhandlungen mit Schweden führen. Was die erwähnten Verhandlungen mit Spanien betrifft, schweben diese schon recht lange und ich glaube, man wird sich in Spanien doch schlüssig machen müssen, welchen Weg die spanische Handelspolitik Deutschland gegenüber gehen will. Unsere Bemühungen, mit Spanien zu einem Abkommen zu gelangen, haben zu einem Resultat bisher nicht geführt, aber lange kann dieser Zustand der Ungewißheit unter keinen Umständen mehr bauern. Was unser Verhältnis zu Amerika betrifft, so haben wir lediglich von der gesetzgeberischen Körperschaft des Reiches die Vollmacht bekommen, bis zu 17 Monaten den Vereinigten Staaten unseren Konventionaltarif einzuräumen. Selbstverständlich haben wir jederzeit das Recht, auch von dieser Vollmacht nicht Gebrauch zu machen. Es handelt sich nicht um eine Tarifmaßregel, sondern um eine rein provisorische, die in der Hoffnung getroffen wurde, daß es in diesem Zeitraum möglich sein wird, zu einem Ab- kommen mit den Vereinigten Staaten zu gelangen, bas den berechtigten Interessen Deuffchlands einigermaßen Rechnung trägt. Von den Vorrednern würbe auch das System der Meistbegünstigung kritisiert. Straft der allgemeinen Meistbegünstigung fallen auch Deuffchland zahlreiche Konzessionen zu, für die wir Gegenleistungen nicht bezahlt haben. Wenn man den Wert der allgemeinen Meistbegünstigung im ganzen betrachtet, muß man doch anerkennen, daß dieses' System nützlich ist. Man wird ein anderes 'Stiftern für einen Staat, der Handelsbeziehungen mit der ganzen Welt hat, kaum einführen können. Ein Vorredner fragte noch an, wie weit es mit den Verhandlungen stände, die auf Grund des deutsch-italienischen Handelsvertrages gepflogen worden seien über Arbeiterversicherung. Deutschland hat an der Vertiefung und Ausdehnung dieser Klausel das größte Interesse. In anderen Staaten, die die Konkurrenten Deutschlands sind, hat sich eine Bewegung dahin geltend gemacht, ihre Arbeiterversicherung in ähnlichem Sinne auszubauen, wie es seitens Deutschlands geschehen ist. Wir werden alles tun, um diese Bewegung unsererseits kräftig zu unterstützen.
Abg. Graf Kanitz (Kons.) bekämpft das System der Meistbegünstigung und bedauert, daß gewisse Schutzzölle in dem Vertrage eine weitere Herabsetzung erfuhren.
Abg. Bernstein (Soz.) spricht sich gegen eine Kommissionsberatung aiis. Konzessionen müßten bei jedem Handelsvertrag gemacht werden.
Der Direktor im Auswärtigen Amt Körner erklärt, der Vorwurf, daß der Vertrag dem Reichstage nicht früh genug zugegangen sei, sei unbegründet.
Abg. Garnp (Reichspartei) tritt für Kommissionsberatung ein.
Geheimerat v. S ch ö n s e l d gibt eine Ausklärung über mehrere Einzelheiten des Vertrages. Es sei allerdings zu bedauern, daß nicht mehr erreicht worden sei. Jedenfalls sei der abgeschlossene Vertrag eine Sicherung des Absatzgebietes.
Abg. Wolff (wirtsch. Vg.) tadelt, daß die deutschen Unterhändler zu viel Konzessionen gemacht hätten.
Abg. Beumer (natl.) bittet, von einer Kommissionsberatung abzusehen, damit dieses wichtige Werk schnellstens zum Abschluß komme.
Abg. Dasbach (Ztr.) macht Eimvendungen gegen den Vertrag im Interesse der deutschen Basaltindustrie und wegen der Zollfreiheit auf Preißelbeeren.
Abg. W a l l a u (natl.) bekämpft die Zollfreiheit für Pflastersteine.
Die Vorlage wird daraus einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen.
Donnerstag mittag wurden verschiedene Vorträge gehalten, die hauptsächlich das Lebenswerk Chrysanders nach verschiedener Richtung beleuchteten.
Den Schluß des Festes bildete Freitag abend ein großes Festmahl, das die Liedertafel ihren auswärtigen Gästen zu Ehren gab. Der Großherzog, der mit den Herren seines Gefolges an dem Essen teilnahm, war bis' 2/41 Uhr bei dem Feste anwesend.
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— Historische Kommission fürHcssenundWal- deck. ^m Senatssaale der Universität zu Marburg fand am 19. Mai die 9. I a h r e sv e r s a m m l un g der Historischen . i f f i ° n für Hessen und Waldeck statt. Ihr ging eme 'Sitzung des Vorstandes am gleichen Tage vorauf. Neben den in Marburg ansässigen Patronen und Mitgliedern waren von, auswärts ein getroffen Oberbürgermeister Dr. Antoni, Fulda; Graf v. Berlepsch, Schloß Berlepsck; Pfarrer D. Tr. Diehl, General Eisentraut, Kassel: Baron F. von und zu GUsa, Gilsa; Geh. Hvfrat Prof. Dr. Haupt, Gießen; Oberlehrer Helmke, Friedberg: Pros. Dr. Köhler, Gießen; Ober- lehrer Dr Küster, Hanau: Prof. Tr. Röschen, Gießen: Geh. ^ustizrat Prof. Dr. Sckmidt, Gießen; Bürgermeister Baurat ^tahl Friedberg; Akademielehrer Zimmermann, Hanau. Der Vorsitzende, Prof. Frhr. v. d. Ropp, begrüßte die Anwesenden und gedachte zunächst der im verflossenen Berichtsjahre verstorbene,! Mitglieder, der Herren Rudolf v. Buttlar auf Elber- berg und Geh.Hvfrat Pros. Dr. W. Dürfen, Gießen. Zu ihren ^yren erhob na, die Versammlung von ihren Sitzen. Zu Mit- gliebern der Kommission wählte die Versammlung die Herren Geh. Baurat Hvfstnann, Prof. Dr. Leimbach, Prof. Dr. Richter und Hauptlehrer Vonderau in Fulda: Prof. Dr. H. Dnrfen in Gießen und Oberlehrer Becker, Prof. Dr. Brarfmann, Dr. Huckens und Dr^ Wiese in Marburg. - Die Rechnung des schatzmeistns Geh. Archwrat Dr. fi'önncrfe, dem die Versamm- die Entlastung für leine Rechnungsführung erteilte, ergab -^Emnahme von 12112 Mark gegenüber einer Ausgabe von o,98 Morst — Erschienen ist im Laufe des Berichtsiahres das in Gemeinschaft mit der Historuchen Kommission für die Provinz wachsen und das Herzogtum Anhalt herausgegebene Werk von Dr. H. Buchenau „Der B r a c t e a t e n f u n b von Seega" Im Druck weit vorgeschritten ist der erste Band der he ssi s ch e n S6rnnifen, d--n $r»f. Dr. Ti-mar beatbetet. unb rabere Unternehmungen gehen un Laufe des kommenden Jahres in den 'Latz. Nähere Auskunft hierüber und über geplante neue Publikationen wird der in Bälde erscheinende Jahresbericht erteilen
— Die Badische Kämmersängerin Frau Luise N e u ß - B e l e e von Dresden beging kürzlich ihr 25 jährig es Bühnenjubiläum, zu dessen Feier sie im Hoftheater zu Karlsruhe der Stätte ihrer langjährigen erfolgreichen Wirksamkeit, die „Drünnhilde" in der „Götterdämmerung" sang. Die Künstlerin die in dieser Rolle einen außerordentlichen Erfolg davontrug und aufs lebhafteste gefeiert wurde, wurde durch Verleihung der großen goldenen Medaille am Bande des Zähringer Löwen- Ordens ausgezeichnet. Frau Reuß-Belee wird bei den diesjährigen Bayreuther Bühnenfestspielen wieder die Partie der „Fricka" singen.
Es folgt die zwecke Beratung der MilitarpensionS- g e s e tz e.
Es liegt ein Kompromißantrag vor, gewisse Paragraphen der Vorlage in der Debatte zu verbinden, und den Rest en bloc zu verhandeln.
Abg. Graf O r i 0 l a brachte einen Antrag aus Abänderung einiger Paragraphen ein. Es entspinnt siel; eine längere Geschäfts- ordnungsdebatte. Schließlicl, findet eine Einigung statt, wonach über einige Paragraphen betr. Anspruch auf Pension, Betrag der Pension, Verstümmelungszulagen und Uebergangsvorschriften zusammen debattiert werden soll.
Abg. Erzberger (Ztr.) berichtet über die Kommissionsverhandlungen.
Abg. Graf O r i 0 l a (natlib.) zieht seinen Antrag auf Abänderung einiger Paragraphen zurück.
Abg. S ch ö p f l i n (Soz.): Die Bedenken, welche meine Partei schon bei der ersten Lesung hatte, • bestehen auch gegenüber den Kommissionsbeschlüssen fort.
Abg. Graf O r i 0 l a (natlib.) tritt für die Vorlage ein und erklärt, seine Partei wünsche, daß auch für die Pension der Zivilbeamten diejenigen Verbesserungen eintreten, welche die notwendige Konsequenz der Militärpensionsgesetze sind, und daß die bestehenden Unbilligkeiten des Reliktenwesens beseitigt werden. Möge das Gesetz zum Segen unseres Landes, des Heeres und der Flotte dienen.
Abg. v. Mass 0 w (kons.) enipfiehlt die Annahme der Koni- nüssionsbeschlüsse. Wir stiminen dem Gesetze zu, das eine wichtige Verbesserung gegenüber den bisherigen Verhältnissen bedeutet.
Abg. M 0 m m s e n <srs. Vg.) sagt: Trotz mancher Bedenken werden meine Freunde dem Gesetz zustimmen.
Abg. Gamp (Reichsp.) bemerkt: Tie Verabschiedung der Pensionsgesetze wäre das schönste Pfingstgeschenk für unsere Offiziere und Mannschaften.
Abg. M u g d a n (frf. 93pt.) erklärt die Zustimmung seiner Partei zu der Vorlage, ebenso
Abg. Liebermann v. Sonnenberg, welcher bemerkt: Wenn auch nicht alle Wünsche erfüllt wären, so sei es doch nicht angebracht, durch Abänderungsanträge die Annahme der Vorlage zu gefährden.
Damit schließt die Diskussion.
Die einzelnen Bestimmungen des O f f i z i e r-P e n s i 0 n s- gesetzes werden gegen die Stimmen der Sozialdemokraten äuge n 0 m in e n.
Hieraus vertagt sich das Haus auf morgen 1 Uhr. Rechnungs- sachen, Ergänzungsetat, Rest der heutigen Tagesordnung.
poStHfcbc Tagesschau.
Evaugelischsozialer Kongreß in Jena.
Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag der Pfingst- woche (5.-7. Juni) wird der Evangelisch-soziale Kongreß seine diesjährige (17.) Tagung in Jena abhalten. Aus dem jetzt zur Versendung gekommenen Programm heben wir die folgenden Vorträge, die sämtlich in dem berühmten Volkshaus gehalten werden, hervor: Mittwoch 9 Uhr: Pfarrer Dr. Rittelmeyer (Nürnberg): Der Jenseitsglaube und die soziale Arbeit; nachm. 4 Uhr: Privatdozent Dr. Harms (Tübingen-: Der Maximalarbeitstag. Donnerstag, 9 Uhr: Frl. Dr. Gertrud Bäumer und D. Friedrich Naumann (Berlin): Die sozialen Forderungen der Frauenbewegung im Zusammenhänge mit der wirtschaftlichen Lage der Frau; nachm. 5 Uhr: Professor Dr. Pierstor ff (Jena): Tas Zeißwerk und seine Bedeutung. Vorher Besichtigung des Zeißwerks. Eintritt zu den Vorträgen für Nichtmitglieder 1,50 Mk.
Aus SeaSt uns iatto.
Gießen, den 22. Mai.
• • Der Verein Großh. Hess. Geometer 1. Klasse beging am Samstag und Sonntag in Darmstadt sein 25jähriges Jubiläum. Es waren dazu etwa 100 Mitglieder, zum großen Teil mit ihren Damen, eingetroffen. Am Samstag nachmittag fand die 24. ordentliche Generalversammlung statt. Den Vorsitz führte der erste Präsident des Vereins, Bergan er - Darmstadt. Auf der Tagesordnung standen meist interne Vereinsangelegenheiten. Unter anderen: wurde Mitteilung über den Stand der Unterstützungskaffe gemacht, der gut ist, und ferner zur Hauptversammlung des deutschen Gcometervereins Stellung genommen. Die nächstjährige Generalversammlung wird in Mainz abgehalten. Die Danien mack)ten nachmittags einen Spaziergang nach der Ludwigshöhe und abends vereinigte man sich auf dem „Heiligen Kreuz". Heute vormittag fand im Fürstensaal ein Festakt statt ui dem als Vertreter der Regierung Geh. Finanzrat Lauer, £ jinanzrat Dr. Knell, Landeskulturrat Dr. Klaas )inb Ministerialsekretär Reinhardt erschienen waren. Rach einigen Musikstücken hielt der Vorsitzende die Festrede. Er wies auf die gute Entwicklung des Vereins hin, der mit 20 Mitgliedern gegründet wurde und heute 150 zählt, dankte den vorgesetzten Behörden für ihr Interesse an dem Verein und schloß mit einem Hoch auf den Großherzog. Es folgten Ansprachen des Oberfinanzrats Dr. Knell, der ein Schreiben des Ministerialrats Dr. Becker zur Verlesung brachte, des Geh. Finanzrats Lauer und des Landeskulturrats Dr. Klaas. Hierauf wurden den seit der Gründung dem Verein ange- hörcnden Mitgliedern eine Ehrenurkunde überreicht, und zwar den Revisionsgeometern Engroff, Hiemenz, Scheid in Darmstadt, den Kreisgeometern Battenfeld-Darmstadt, Jochim- Schotten, Keil-Dieburg, Wallmanach-Pfeddersheim, Wasserbaugeometer i. P. Betz-WormS und Stadtgeometer Fleckenstein in Darmstadt.
* * Zentralgenossenschaft der Hess, landwirt- schaftl. Konsunivercine. Die 16. ordentliche Generalversammlung der Zentralgenossenschaft fand am Montag in Darmstadt unter dem Vorsitz des Direktors Dr. Heidenreich statt. Die Versammlung war gut besucht und es wurden in der Hauptsache interne Angelegenheiten behandelt.
* ’ Erledigt ist die Forstwartei Ruhlkirchen der Oberförsterei Wahlen.
* * Athletik. Bei dem am 20. Mai auf der Schönen Aussicht stattgefundenen Vereinswettstreit des ersten Gießener Stemm - und Ring-Klub errangen folgende Mitglieder Preise: Im Stemmen L. Rühl 1. Preis, L. Lorenz 2. Preis, K. Portugal 3. Preis, Ehr. Berg 4. Preis, Th. Erb 5. Preis, H. Schneider 6. Preis, A. Hoos 7. Preis. Im griechisch-römischen Ringkampf: Ehr. Berg 1. Preis, L. Lorenz 2. Preis, A. Hoos 3. Preis, Th. Erb 4. Preis. Im Stein stoß en: L. Rühl 1. Preis, Ehr. Berg 2. Preis, A. Hoos 3. Preis, Th. Erb 4. Preis, L. Lorenz 5. Preis, fl'. Portugal 6. Preis und H. Schneider 7. Preis. Die am Abend gestellten Pyramiden fanden großen Beifall.
Die Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Postpaket ad resse ist für die Zeit vom 27. Mai bis einschließlich 3. Juni im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet. Auch für den Auslandsverkehr empfiehlt
eS sich im Jntereffe des Publikums, während dieser Zeit zu jedem Pakete besondere Begleitpapiere auszufertigen.
” Photographische Ausstellung. In den Geschäftsräumen der Firma Heinrich Roll, MäuSburg 7, veranstaltet die Kodack-Gesellfchaft, Berlin, zur Zeit eine recht sehenswerte Ausstellung. Sie umfaßt eine große Anzahl prächtiger Vergrößerungen auf Kodack - Bromsi'lber- Papier; auch sinden in den Vormittag- und Abendstunden von dem Vertreterder Gesellschaft, Ingenieur Sürth, interessante Vorträge, verbunden mit praktischen Vorführungen, statt, und zwar über alle für den Kodack-Amateur in Betracht kommenden Gebiete. Recht interessant ist namentlich die Vorführung des „Tageslicht-Kübel-Entwickelungs-Apparates" der eine Dunkelkammer vollkommen unnötig macht, sowie die Verarbeitung des in wenigen Minuten ein Bild ergebenden „Dekko"-Papieres, ferner die Ton- und Kopierprozeffe von Platin- und Bromsilberpapieren. Auch die epochemachende Erfindung der Premo-Film-Packs, die aus einem federleichten Pappkasten, zwölf Einzelfilms und der sinnreichen Wechselvorrichtung befielen, wird den Besuchern in allen Einzelheiten vorgeführt. Diese Erfindung dürfte namentlich allen Besitzern von Glas- platten-Cameras hochwillkommen sein, da sich die Film-Pack- Kaffette an jede beliebige GlaSplatten-Camera anpaffen läßt. Interessant ist auch eine im Ausstellungslokale befindliche Serie aus dem südafrikanischen Kriege, ausgenommen von Kriegs-Berichterstattern. Der Besuch der Ausstellung, die auch für Richt-Amateure recht sehenswert ist, kann jedermann empfohlen werden. Der Eintritt ist frei. Morgen, Mittwoch abend, ist Schluß der Ausstellung.
— Lich, 21. Mai. Bei der heutigen Beigeordnet en-Stichwahl erhielt Jakob Heller 19Ä Stimmen und sein Gegenkandidat 198 Stimmen. Heller ist mit einer Stimme Mehrheit gewählt.
A Münzenberg, 21. Mai. Der hiesige Militärverein begeht am 1. und 2. Juli sein Fahnenweihfest verbunden mit dem Kriegerbezirksfest Butzbach. Der Großherzog hat dem Verein genehmigt, das Landeswappen in der Fahne zu führen.
8. Ulfa, 20. Mai. Bei der heute hier stattgefundenen Versammlung der Kir ch e n gemei n d ev e rtr etung wurde der Landwirt Joh. Gg. Jakob als Kirchenvorstandsmitglied gewählt. Auch wurde beschloffen, die Konfirmation künftig nicht mehr an Pfingsten, sondern am Sonntag nach Ostern abzuhalten, wie dies jetzt in den meisten Orten der Fall ist.
§ Dauter, 21. Mai. Vorgestern wurde das im Bau befindliche staatliche Wasserwerk unter Führung des Baurats Eser-Bad-Rauheim von mehreren Herren aus Friedberg besichtigt. Friedberg hat sich zum Anschluß entschloffen.
ID Alsfeld, 21. Mai. Mit Rücksicht auf die Schweinepest, die in mehreren Orten der Kreise Alsfeld und Lauterbach in bösartiger Form aufgetreten ist, wurde behördlicherseits der auf heute festgesetzte Schweinemarkt verboten. Die Schweinepest ist durch auswärtige Händler eingeschleppt worden und hat unter den Schweinebeständen mehrerer Nachbarorte viel Schaden verursacht. Strenge sanitäre Maßnahmen sind verfügt worden.
fc. Mainflingen, 21. Mai. Der PrivatierA. Reuter hat sich gestern nacht vergiftet, indem er eine große Menge Streichholzkästchen in Milch auflöste und dann diese Flüssig- keit trank.__
Spiegln« der «reinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Dienstag den 22. Mai'): „Ter Bettelstudent." Mittwoch beit 23. Mai, abends 6 Uhr: 12. Vorstellung im Zyklus: „Der Ring des Nibelungen." 1. Tag. „Die Walküre." Donnerstag den 24. Mai: „Carmen." Freitag den 25. Mai, abends 6 Uhr: 13. Vorstellung int Zyklus. „Der Ning des Nibelungen." 2. Tag. „Siegfried." Samstag den 26. Mai: „Der Freischütz." Sonntag den 27. Mai: „Cavalleria rusticaua.“ Hierauf: „Der Bajazzo." Montag den 28. Mai: 14. Vorstellung im Zyklus." „Figaros Hochzeit."
Schauspielhaus.
Dienstag den 22. Mai: Schiller-Zyklus. 6. Abend. „Wallensteins Tod." Mittwoch den 23. Mai: „Mamsell Nitouche." Donnerstag den 24. Mai, nachmittags 3 Uhr: „Der Verschwender." Abends halb 8 Uhr: „Mamsell Nitouche." Freitag den 25. Mai: Schiller-Zyklus. 7. Abend. „Don Carlos." Samstag den 26. Mai: „Der Raub der Sabinerinnen." Sonntag den 27. Mai, nachmittags 3 Uhr: „Judith." Abends 7 Uhr: „Der Raub der Sabinerinnen." Montag den 28. Mai: Schiller-Zyklus. 8. Abend. „Die Räuber." Dienstag den 29. Mai: „Der Biberpelz.„
* ) Anfang, wenn nickt anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Alrchliche Nachrichten«
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Himmelfahrttag, den 24. Mai:
In der Stadtkirche.
Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Kraus.
Ju der JohanneSkirche.
Vormittags 91/, Uhr: Repetent Waas.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johcmnes- gemeinbe. Pfarrer Euler.
In der alten FriedhosSkapelle.
Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Euler.
Katholische Gemeinde.
Mittwoch b e n 23. Mai:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegenheit zur heil. Beicht.
Donnerstag den 24. Mai: Christi Himmelfahrt.
Vormittags von 61/» Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
* um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
■ um 8 Uhr: Die zweite heilige Meße. Militärgottesdienst mit Predigt.
„ um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags nm 2 Uhr: Fest-Andacht mit Segen.
hv28/12 Komm lieber Mai und mache jA die Bäume wieder grün, damit der gefährliche Nachwinter
endlich ein Ende nimmt. Alle Welt ist erkältet und wenn ▼ man nicht Fay's ächte Sodener Mineral-Pastillen hätte, A dmm müßt' ich wahrhaftig nicht, was man ansangen sollte.
Die Sodener sind eben doch eine rechte Wohltat, die man Y aar nicht warm genug empfehlen kann. Wer sie nicht A kennt, der ist es seiner Gesundheit schuldig, einen Versuch damit zu machen. Tie Schachtel kostet 85 Pfg. Zu haben ▼ in allen Apotheken, Drogen- und Mineralwasferhandlunqen.
ÄmWltt MelWik.
stets liefert, borrötm. Man verlange Preisliste und Abbildunaen. [b*8/^


