156. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 19
General-Anzeiger. Amtr- und AnzeigeLlati ßr den Kreis Eietzen
lerer,
deutend sein.
Märkte.
Fleischpreise in Gießen
Getreidepreise in M a n n h e i m
Meteoroloflistke Beovachtnugen
d8/, te
Ochsen
Kälber Schweins
w. 9iäV$;my°^ Äa* uCa
Tie Marktpreise für Vieh und Frucht nnd die Gießener Fleisch- und Brotprerse am 22 Januar 1906.
iülilt sich nach Gebrauch von !Pe 0*4^5'12- min und
wunderbar gekräftigt. Daher werden diese Präparate von den bedeutendsten Professoren und Acrzteu seit Jahren mit den besten Erfolgen angewendet.
a 2,50 31. in den Apotheken.
ttgNch mit Aufnahme deS Sonntags.
Di« ^Gießener Zamtlienblätter- werden dem An^'gei D'ermol wöchentlich beigeleqt. Der ^elstichs tanODlrt" erscheuu monatlich eünnal.
Weiten 100 51g. 19.00 uJif.
SRoggen 100.0 a 17 50-00.00 <01 f.
Höchste Schlachwießpreise in Frankfurt o. M.
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/ , 76-00 n
Zlus Sterdt und Land.
Gießen, den 23. Januar 1906.
** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Mitglied der Eisenbahndircktion in Mainz, Eisenbahn- Bau- und Betriebsmspeltor Hch. Kilian den Charakter als Eisenbahndirektor mit dem Rang deS Ncgicrungsrals verliehen. S. K. H. der Großherzog haben den Lehramts- assessoc Dr. Hch. Massing zu Alzey zum Oberlehrer an der Realschule und dem Progyninasium zu Alzey und den Lehranitöassessor Dr. Reinh. Strecker zu Bad-Rauheim zum Oberlehrer an der höh. Bürgerschule zu Bad-Nauheim ernannt. Uebertragen wurde dem Schulamlsaspiranten PH. Lmil Michel aus Gundheim, im Kreise WormS, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sponsheim, im Kreise Bingen.
•* Das Ehrenzei.chen für Mitglieder freiw. Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung S. K. H. des Großherzogs den Mitgliedern der freiw. Feuerwehr zu König Hirsch Wolf Frank, Moses Herz selb und Wrlh.
Pandur irlsckast.
— Bezirks-Genossenschaftstag zu -setzte. Wie schon im Jahre 1903 hält der Verband der rheinpreußifchen land- ivirischa'tlichen Genossenschaften wiederum einen Bezirks-Genoßen- schafistag zu Wetzlar (fcotel Kessel) ab. Generalsekretär Sperling wird über die ländliche A r b e i t e r w o b n u n g s s r a g e vrechen und Ihre Förderung durch genossenschaftlichen Zusammen- chluß erläutern. Bei der großen Zahl der im Kreise Wetzlar bestehenden Berufsgenossenschaften wird auch der zweite Dortrag übenden qemeinfamon Bezug und satz lan d w t rt- ch a f t l i ch e r Bedarfs» fikel der größten Aufmerkfamkeit begegnen. Diesen Vortrag bat der Geschäftsführer der Haiwt» bezugs-Genosienschaft Hiller übernommen. Ferner wird der Ge- ichäflslührer der Hauvlaenoßenfchaftskaffe für Rbenwreuven Feldmann, über den Geschäftsverkehr mit der Hauptgenossenschaftsrasse 9lu■jfimft geben. __ r
gas' von
R u g.
Sein 25jährige8 Jubiläum als Geschäftsreisender begeht am Mittwoch, 24. dS. Ntts., der zurzeit in Kassel wohnende Kaujrnann Friedrich Stooß, ein geborener Gießener.
- Für das Weißbinder-, Maler- und Lackierergewerbe bestehen seit dem 1. Januar 1906 besondere Bundesratsvorschriften, welche die Arbeiter gegen die Einwirkung des beim Betrieb entstehenden giftigen Staubes von Bleifarben und ihren Geiiiischen schützen sollen. Auch sind darin Maßnahmen angeordnet worden, die zur Diirchführting der unentbehrlichen Reinlichkeit unumgänglich notivendig sind. Außerdem enthalten sie eine Belehrung der Arbeiter über die ihnen drohende Gesundheitsgefahr, über die Kennzeichen ocr Bleikrankheit nnd die Drittel zu ihrer Abwehr. Mil 'Rücksicht auf die in den genannten Gewerbezweigen vorherrschenden Kleinbetriebe und den häufigen Wechsel der Arbeitsstätten, sowie der Arbeiter mußte auf verschiedene an sich sehr lvünschenswerte Anforderungen z. B. die Forderung heizbarer Wasch- und Ankleideräume, die Einrichtungen §ur Verwahrung der Kleidungsstücke usw. verzichtet werden. Das so gefährliche Anreiben des Bleiweißes mit der Hand ist zukünftig schlechthin verboten, da das Oelbleiweiß fertig gerieben durch Blei- weißfabrlken in den Handel gebracht wird und ohne Cchädi- gilng ausbewahrt werden kann. Für das Anreiben anderer Bleifarben, besonders Mennige, die melstens nur in kleinen Mengen verwendet werden und angerieben nicht zu habeit sind, enthalten die Vorschriften bestimmte Ausnahmen. Zur Lieferung von Arbeitskitteln ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet. Rur wenn der Arbeiter keine Arbeitskleider zu be- jchaffen imstande ist, tuirb bet Arbeitgeber zur Lieferung genötigt sein. Um den Arbeitern Gelegenheit zu geben, die im Interesse ihrer Gesundheit tmerläßliche Reinlichkeit zu beobachten, ist dem Arbeitgeber die Bereitstellung von Waschgefäßen und Bürsten zum Reinigen der Hände und Nägel, von Seife und Handtüchern vorgeschrieben morden. Tie Bereitstellung von Waschräiunen und Wasser ist im allgemeinen nicht verlangt, da die Arbeiter großenteils auf wechselnder Arbeitsstätte beschäftigt sind. Wo aber Arbeiter auf Neubauten oder in einer Werkstatt an dauernder Arbeitsstelle beschäftigt sind, muß denselben ein fcostsreier Ort zum Waschen und zum Aufbewahren der Straßenkleider angewiesen werden. Da ein Erfolg der erlassenen Vorschriften vornehmlich von dem Verhalten der Arbeiter, insbesondere von ihrer Sauberkeit abhängen wird, so muß der Arbeitgeber diejenigen Arbeiter, die Bleifarben verwenden, auf die Gefahren, denen i-c hierbei ausgesetzt sind, Hinweisen und ihnen, sofern sie es nicht schon
Dienstag 23. Januar 1906
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'Ick« UrnversilätSdruckeret. R. Lange, Gieß«.
Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr tL TLl. 91t. ÖL Telegr.-Adr.; Anzeiger Greß«.
politische Tagesschau.
Aa8 der neuen Ctbnunß zur Wertzuwachssteuer in Berlin seien nachstehend einige wichtigere Paragraphen wiedergegeben:
§ 7 lautet: Zu der Umsatzsteuer wird eme Wertzuwachssteuer erhoben, wenn der gegenwärtige Erwerbszweifl, bezw. der aememe Mert des Grundstückes den für den früheren Eigentumswechsel m Betracht kommenden zuzüglich der Anrechnungen deS § 9 um mehr als 10 Prozent übersteigt. § 8. Die Wertzuwachs,teuer betragt 6 Prozent der Wertsteigerung, wenn diese mehr als 10 Prozent bis einschließlich 20 Prozent ausmacht, 6 Prozent bis 30 Prozent der Wertsteigerung, 7 Prozent bis 40 Prozent, 8 Prozent bis 50 Prozent und 9 Prozent der Steigerung, wenn diese mehr als aO bis einschließlich 60 Prozent des früheren Erwerbspreifes, bezw. des ge- meinen Wertes znr Zeit der letzten Eigeutumsubertragung ans- macht u. f. w.. je 1 Prozent Wertsteigerung bis zum Höchstsätze von .20 Prozent. Für bebaute Grimdstücke kommen diese Satze nur zur Erhebung, wenn seit dem früheren bis zum fetzigen Eigentuins» wcchsel höchstens fünf Jahre verflossen sind. Betragt der Zettraum inebr als 5 Jahre nnd höchstens 10 Jahre, so werden zwei Drittel, 'beträgt er mehr als 10 Jahre, so wird ein Drittel der vorgenannten «Satze erhoben. Für unbebaute Grundstücke tritt eine Ermäßigung Ler Wertzuwachssteuer auf zwei Drittel der Sätze ein, wenn mehr ,ols 10 Jahre bis höchstens 20 Jahre, und auf em Drittel, wenn -mehr als 20 Jahre seit dem früheren bis zum letzigen Eigentums- >,bergang verfloßen sind. Läßt sich der frühere Erwerbszweifl oder der gemeine Wert nicht ermitteln, so treten an die Stelle der Wer ° pmnach§fteuer Zuschläge des gegenwärtigen Erwerbspreises, yeie Zuschläge betragen bei bebauten Grundstücken nach 10 bis 20 Iahten "1 Prozent, nach 20 bis 30 Jahren IV, Prozent, über 30 bis 40 Jahre 4 Prozent. - § 10. Für die Wertzuwachssteuer nach Sj 7 haltet nur der das Eigentum Uebertraacnbc; bei Zwischenverträgen werden die aus den Einzelvertragen sich ergebenden AertserhöHungen ermittelt und, zu einer Steuersumme zusammen- rgeiaßt, von den einzelnen Uebertragenden versteuert. Bet Schenk- mngen trägt die Wertzuivachssteuer der Beschenkte. — § 11. -tie Wertzuwachssteuer gelangt bei Zwangsversteigerungen nicht zur «Erhebung.
Der Venezuela-Konflikt.
C a ft r o fühlt wieder einmal das Bedürfnis, von sich reden zu machen, indem er seinem Haße gegen Frankreich die Zügel schießen ließ imb Beleidigung auf Beleidigung gegen den Vertreter Frankreichs häufte. Der Streit dreht sich um die Kabelgesell'chatt, welche sieh in französischen Händen befindet, was Herrtt Castro unangenehm ist, weil auf diele Weise bas Ausland von knien „Taten" erfährt, da sich das Kabel nicht in feiner Macht befindet. Unverschämt, wie der Präsident dieses Rattbstaates ist, flimmert er sich nicht um die Drohungen der Großmächte, wie ja wohl auch das Vorgehen Englands, Deutschlands und der Veremtgten Staaten erinnerlich ist, welche brirch ihre gemeinsame Flotteiidemonstration erst Castro zur Raison bringen mußten. Von selbst zeigt der tvürdige Herr keinerlei Entgegenkommen, er laßt die ^.mge au die Spitze treiben, als wolle er den Machten einen Lchabeniack spielen, weil er ja eben nichts zu riskieren hat. Schulden werden nicht bezahlt oder man läßt sie so lange anstehen, bis cm frostiger Druck nun Zahlen nötigt, und so geht das ad infnntnm.
So glaubte auch diesmal Castro der ranzoickchen Regiennifl tnitfpielen zu können. Allein diese versteht fernen epatt. Nachdem man den französischen Vertreter, der sich «um Empfange von le peschen auf ein Schiß begeben hatte, verboten hatte, wieder an Land zu gehen, war dem Faise der Boden Aufschlagen worden und die französische Regierung tat das Einige, wvs sie im Jmercsse ryrer Würde tun tonnte, sie stellte dem oenezolanrschcn
besitzen, beim Antritt des Arbeitsverhältnisses bas vom Kaiser!. Gesundheitsamte verfaßte Blei-Merkblatt aushändigen, das sowohl die Kennzeichen der Bleivergiftung als auch die zu ihrer Verhütung notwendigen Maßnahmen kurz schildert.
•* In Amerika verstorbene Hessen. Frau Anna Marg. Weleker, geb. Platt, aus Alsfeld, 67 Jahre alt, zst Newyork; Gabriel Schade aus Frankenberg, 85 Jahre alt, z11 Brooklwi, N -P._________ _______
Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Russische Za hlungsstockungen. In Warschau ist die altanfleichene Bankier-firrna Xavery Radziszewski in 3ahlunfl«- tockung geraten. In einer Gläubiger-versammlimg wurden die Passiven ans 384 000 Rubel, die Aktiven auf 700 000 Nudel sest- neftcllt. Es wurde der insolventen Firma ein dreijähriges Mora- torium bewilligt. — Die Banksirma Schaaß-Wolzonn L Co. nr Riga hat ihr- Zahlungen eingestellt. Tie Passiven sollen be-
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Käuferin §
ilt per l.D- ,
Gießen, 23. Jan. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkte osteten: Butter pr. Pfd. 090.-1.00 Alk., Hühnereier 1 St. S-W'bfcu 9 etef 00—00 Pfg., 6)änseeier 00—00 Pfa., Enteneier 0—0 Pffl., Syl* nr Stck. 6—8 Pi., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Pinfen nr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar0,80- l,00Mk„ Hühner pr.L>^ 1 00—1,60 Aik., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 M., Enten pr. Stuck 1 80—2.20 Mk.. Gäule nr. Pfd. 60-75 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 74—82 Pfg., Kuh- und ffiindfleiich pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweme- fleifrf) pr. Pfund 80-86 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen pr. P und 90 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70-80 Pfg., Hamme fleisch vfimb 00—76 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoßeln pr. 100 Kg. 5 50—6,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., yievrel per Pfund 18 dis 30 Pfg., m Korben 00 Pfg., Nüße 100 Stück 30-40 Pfg., Birnen per Pid. Mk. 0.15—0.20, Weißkraut per Stück 10-30 Pfg., per Zentner Mk. 0.00-0.00. — Markt -.eil K—2 wn.________ -
Arbeiterbewegung.
Hamburg, 22. Jan. Tie Werftarbeiter nahmen heute sämtlich die Arbeit wieder auf. Tie^Wiedereuistettung der ausgesperrtcn Arbeiter vollzog sich m aller Nahe. Das Leben und Treiben in der Stadt und im Hafen, sowie die Tätigkeit auf den Wertteil bietet das altgewohnte Bild.
Budapest, 22. Jan. Streikende Arbeiter der Eisenwbrik m Nandorhegti im Komstat Kraßo-Szöreny griffen die zur Aufrechterhaltung der Orduung anwesenden zehn Gendarmen an. Diese qaben eine Salve ab, wodurch sieben Arbeiter getötet und 40 verwundet mürbem________
sicht fiivF 4*S?eet,gV»l ^Eadcbei
uuZcr iiaufmauii bet p
'2el)r.teitLhie|.lloloiiialnv nöl beendet, sucht Stetig, gleich, brauche.
ii'iche Angebote unterlM Kichenet Anzeiqer erbeten.
qeb.Müdch., in all.^iveifl. °h. tri1 sucht Ct. als rtiitzi i&bSlL p.hMtjod.Ipouc, i'tliche Angebote mit. (UH AieftenerAnieiaer erbeten.
(Scfcnbten in Paris feine Pässe zu. Der Minifterrat bat weitere S-cpritte beschlossen. Die drei französischen K r i e gs5 schisse, die sich gegeitn-yrtig unweit der venezolanischen K'iistc befinden, sollen mit zwei weiteren französischen K'rieMchinen vereinigt werden, sobolb diese von Europa cinlreffen können. Die Schivierigkeit der Lage hat sieh erheblich vergrößert infolge der Meldung über die kühle Haltung des' venezolanischen Präsidenten Castro gegenüber dem Gesandten der Vereinigten Staaten Rüssel. Wetm in dieser Haltung keine Aenderung eintreten sollte, itTÜrbe es möglicherweise erforderlich fein, cm amerikanisches Kriegsschiff naher an die venczolanJäte Stufte Herangehen zu lassen, als guigenbliellich beabsichtigt ist. Dem Präsidenten Castro wird aus Washington zu verstehen gegeben werden, daß es nicht geduldet werden würde, wenn Rüssel in ähnlicher Weise behandelt wurde, wie der französische Geschäftsträger Taigny. In Frankreichs Programm ist die Forderung einer umgehenden bündigen Abbitte wegen der Behandlung Taignhs vorge,eyen. Die Erledigung der übrigen Deschn-erden Frankreichs soll so lange vertagt werden, bis die Abbitte geleistet ist. Frankreich erb hat darin, daß Taigny die Erlaubnis verweigert wurde, wieder tu Sa Gucira an Land zu gehen, eine kriegerische Handlung. Es stellt sich heraus, daß drei wichtige Instruktionen enth?Heute Depeschen Taigny nicht erreicht haben. Rüssel ist damit be- sclstiftigt, diese Angelegenheit, die als ernst angewhen wird, zu untersuchen. Eine am Sonntag an Rüssel gesandte Depesche war ihm ebenfalls, als er seine letzte Depesche nach Washington panbie, noch nicht ausgehändlgt worden.
Castro ließ 20 venezolanriche Rotabeln hum Teil frühere Deputierte, die wegen iljrcr französisch sreundliwen Gesinnung bekannt sind, verhaften und ohne jedes Urteil ins Gefängnis toersen. Man fürchtet, daßersie iiach einem Schern- vrozesse erschießen lassen wird. Ein Telegramm aus Willemstad berichtet, daß Venezuela eifrig damit beschäftigt ist, Truppen in den Hafenstädten zu sammeln und ans-
^Ji?La'Giiayra traf Castro Vorsorge, um die Annäherung französischer Kriegsschiffe zu verhindern. Die Stimmung der Ausländer in Carraeas ist infolge der von Castro uüpuieiten Hetz- artifcl keineswegs zuversichtlich. Der französische Geschättstrager Taigny wird am 25. dS. nach Washington abuifen. Tas etaats- bfpartement zu Washington hat dem französischen Botscha'ter Jufferand endgiltig die Versicherung gegeben, daß die Peremigten Staaten eine Demonstration von Seiten Frankreichs in den venezolanischen Gewässern nicht als eine Verletzung der Monroedoklrm betrachten wurden. _________
sbermau'PlL^.M nn, w yefm ütl ^LftfliVaie unter M
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empi. sich im tUeivw |(u macheu in unö cuis aulr. Eäiüttslr. 7, U.
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Müder i» Km« uuftu Näheres m d« chklle des büclu t-ien|tinuöd)eii geiucvi. ______ Neustadl 24.
Univsrfltäts-rrachrlcht-n.
— In Ai ü n ch e n ist der Gynäkologe Universitätsproseffor Dr. A m'a n gestorbe n. _ n . .
— Das „Leivz. Tagebl." erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß in allernächster Zeit em Erlaß veröffentlicht werden wird, wodurch das medizinische Studium in ganz ^eulschlano den Abiturienten der Oberrealschulenfreige- q e b c n wird, trotz deS Widerstandes Sachsens und Bayerns xm Bundesrat. _____ ________ ■
’/, Kg. 72-80 Pfg.
V, , 70-80 , M 76 86 ,
Arotpreise in Gießen
Weißbrot 2 51 g. 54 Ptg.
Schwarzbrot 2 Kg. f>0P'g.
ehi Bebel-Interview.
Ein Brüsseler Blatt veröffentlicht ein Interview mit Webel. Ganz entschieden sprach sich Bebel dagegen aus, ldoß der Generalstreik in die Reihe der Mionsnnttel »aufgenommen werden soll, die geeignet sind, den Kr reg nu verhindern. Wrr werden uns, so sagte Bebel, aus iber demnächst in Brussel stattfindenüen Konferenz bc3 intermattonalen sozialistischen Bureaus weigern diese Frage naher Zu diskutteren. Selbst wenn wir vvr einem Krie« fttindcn, yiDÜrbc sich unsere Ansicht nicht ändern, denn das sind Tinge, Bieren Diskussion nicht der internationalen, sondern jeder National organisierten Partei zusteht. Hier Vverden Fragen berührt, sagte Bebel, die ihr Belgter, weil nhr eine patriotische Tradition im eigentlichen Sinne uiicht habt, mich nicht einmal ahnungsweise beurteilen könnt. Gin Krieg brächte die Eventualität eines Verlustes Elsaß-Lothringens und des linken Rhein uferS. ES handelt sich hierbei um eine Frage nationaler Unabhängigkeit, die auf alle andere Fragen ibre Wirk- mng übt, die unwiderstehlich das Proletariat an die Grenze ttceibt, um die nationale Integrität, oder einfacher gesagt, mm seine eigene Haut zu verteidigen. Sie kennen {Die Straft des Stromes der öffentlichen Meinung nicht. Ms m ad) Sedan Liebknecht und ich wagten, uns gegen die 'Fortsetzung des Krieges aufzulehnen, erhielten wir nicht :nur von der Negierung zwei Jahre Festung, sondern unsere eigenen Arberter verhöhnten uns und trieben uns d urchs Fenster ans den Versammlungssälen. Die Arbeiterklasse ist wohl seitdem eine andere geworden, aber die Internationale ist noch nicht stark genug, um jedem Krieg Widerstand zu bieten, und die erste Bedingnna für die freie Entwicklung des Sozialismus in jedem Lande ist die Unab- hängigkeit und Autonomie der Nation.
Die Maro.ikokonferenz.
Algeciras, 22. Jan.
Den Vertretern der Presie wurde heute durch den zweiten spanischen Delegierten eine Mitteilung über den Verlauf der heutigen Sitzung zngestellt. Die vier ersten Artikel deL Reglements für die Unterdrückung des Waffenschmuggels wurden mit einigen Abänderungen angenommen. Diese Artikel betreffen das grundsätzliche Verbot der Einführung von Waffen, die Bedingungen, unter denen Waffen und Munition für den Maghzen eingeführt werden dürfen, die Bedingungen, unter denen für Privatpersonen bestimmte Luxus- und Jagdwaffen eingeführt werden dürfen und die Bestlmmungen, denen der Verkauf von Waffen zu unterwerfen ist.
Der marokkanische Delegierte cl Mokri hat sich nach Tanger begeben, um seinen Harem zu holen. Er kam nut dem Harem nachts hierher zurück, damit die Frauen nicht den Blicken der Neugierigen auSaesetzt würden.
Januar
1906.
Barcnncttcr auf 0° reduziert
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