bamung angenommen, in welcher dem Ministerium daZ Mißtrauen des Hauses ausgesprochen und sein Rücktritt, sowie die Einsetzung eines vor der Duma verantwortlichen Ministeriums verlangt wird.
Die Lage in Kronstadt ist nach Angabe der Marinc- fretfc sehr gespannt. In Pcterhof blickt man mit Unbehagen auf die gefährliche Nachbarschaft von Kronstadt, weil es nicht ausgeschlossen ist, daß zufällig ein zwölf- zöNiges Geschoß einmal nach Peterhof herein fliegt. Einige Tage dachte Trepow daran, den Hof nach Zarskoje Sselo übersiedeln zu lassen, bis der Marineminister kategorisch jede größere Revolte für unwahrscheinlich erklärte. Die Zarcnfamilie beabsichtigt in nächster Zeit auf der Jacht „Polarstern" den schon angckündigteu lOtägigen Aus- flug nach den finnischen Schären zu unternehmen.
Im 10. Sappeur-Bataillon iu Warschau ist eine gefährliche Meuterei ausgebrochen. Zwischen zwei In- fanterie-Offizieren und zwei Sappeur-Unteroffizieren kam es zu einem Zwischenfall. Tie Sappeure verweigerten die lAusfolgung der meuternden Genossen sowohl dem Bataillons- wie Brigade-Offizier gegenüber. Dem Obersten wurde ein Ziegelstein an den Kopf geworfen, wodurch er zu Fall kam. Der Brigade-Kommandeur forderte nun abermals die Aüsfolgung der Schuldigen. Die Sappeure lehnten dieses Verlangen erneut ab, und als die Militärbehörden zur Entwaffnung schreiten wollten, stellten sie Wachen aus und ließen niemand in das Lager hinein. Zu gleicher Zeit einigten sie sich über ökonomische und politische Forderungen.
Ans dem Ministerium des Innern verschwand die Kopie einer von Trepow unterzeichneten Proklamation gegen die Duma und eine verfassungsmäßige Regierung. Dieses Dokument gelangte offem bar durch Vertrauensbruch eines Beamten des Ministeriums des Innern in den Besitz hervorragender politischer Führer Und ruft große Sensation hervor.
Juden verlassen in großen Massen Rußland und flüchten hauptsächlich nach England.
Mit Rücksicht auf die Möglichkeit eines nahe bevorstehenden Generalstreiks der Eisenbahnen wurde vuf dem Bahnhof in Moskau die militärische Bewachung erheblich verschärft. Größere Truppenteile wurden nach den wichtigsten benachbarten Bahnstationen entsendet. In einem Vorort fand eine Versammlung der st r e i k e n d e n S ch u Hirn ach er statt, die von 500 Personen besucht war. Auf die wiederholte Aufforderung der Polizei, auseiuauderzugehen, erfolgten seitens der Menge Stcinwürfc und Revolverschüsse. Militär feuerte. Bon den Arbeitern wurde einer getötet, zwei verwundet.
Die „Times" meldet aus Petersburg, daß große Bauern- Mruhen im Gouvernement Kiew ausgebrocheu sind. Dauern ermordeten mehrere Gutsbesitzer und steckteir die Gutshöfc in Brand.
Ein in Wien aus Bjelvstor eingetroffener Arzt, der Zeuge der dortigen Vorgänge war, behauptet, daß der Eigentliche Urheber der blutigen Ereignisse der alte pensionierte General Bogdanowitsch sei. Dieser sei Leiter der berüchtigten schwarzen Bande mit) habe schon Lor Monaten durch Verbreitung von Broschüren und Flugschriften zur Ermordung der Juden aufgefordert.
Vertreter der jüdischen Gemeinden von Homel und Vobruisk depeschierten an die Wgg. Wiueawer inib Rosenbaum, daß der russische P a t r i o t c n b u u d mit 'ber Polizei öffentlich und energisch neue Juden- iverfolgungen vorbereite. । ♦
Nach Londoner Meldungen soll König Eduard an Len Zaren eine Depesche gerichtet haben, in welcher ■er seinem lebhaften 53 c bau cm ü b e r die grauen- tvollen Vorgänge in Bjelostok Ausdruck gab und Zugleich auf die große Entrüstung hinwies, welche sie in der ganzen zivilisierten Welt hervorgerufeu haben. Er wünsche im eigensten Interesse des russischen Reiches und seiner Stellung unter den europäischen Mächten, daß diesem unmenschlichen Gemetzel ein für allemal ein Ende bereitet werde.
Eine von zionistischer Seite in Berlin einberufeue Volksversammlung von mehr als 2000 Teilnehmern, in der u. a. Dr. Nathan vom Hilfsverein der deutschen Juden, Redakteur Klausner namens der Alliauee Israelite, Professor Phitippson und Tc. Klee sprachen, nahm einstimmig folgende Resolution an: „Die von der zionistischen Vereinigung einberufene, bon über 2000 Juden besuchte Volksversammlung drückt ihren Abscheu aus gegen die verbrecherischen Barbareien der russischen Macht- haber, die zur Unterdrückung der freihei..ichen Bewegung
ein Phantasiegebilde. Jeder Deutsche aber wird das Buck mit Interesse lesen. Hochinteressant aber sind auch die Gründe, welche der Verfasser für den Niedergang englischer Mannestüchtigkeit anzuführen hat. Auch wir Deutsche können daraus lernen und manche gewichtige Parallele ziehen. Kurz, das Buch bietet eine Fülle von Anregungen, gibt uns eine Fülle von Stoff zum Nachdenken, reizt unsere Pbantasie und unseren Na- tionalstolz.
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— Eine.Erweiterung desDarmstädterLandes- ewerbemuseumS hat sich in aller Stille vollzogen und in! nächster Zeit dürsten die ueugeschaffeneu Räume eröffnet werden. Der frühere Hof des Gebäudes ist überdacht worden, wodurch man einen hübschen Saal gcivonncn hat, der hauptsächlich zur Aufnahme von vorübergeb.'nden Ausstellungen dienen soll. Diese Ausstellmrgen konnten bisher nur dadurch Platz finden, daß man diesmal einen Teil der Museumssammlungen entfernte. .Gleichzeitig hat man int Keller des Gebäudes Räume für die ständige Maschinensannnlung der hessischen Handwerker-Zentral- genossenfchast hergerichtet. Es werden dort die in den verschiedenen Handwerkszweigcn nötigen Maschinen im Betrieb vor- 'geführt. Für später ist die "Abhaltung von Meisterkursen dort geplant, da diese Maschinen nicht jedem Handwerker in seiner eigenen Werkstatt zur Verfügung stehen können. Diese Verbinb ung des Landesgewerbemuseutns mit der Ausstellung der Handwerker-Zentralgenossenschaft ist im Interesse der von diesen Einrichtungen Gebrauch machenden Handwerker aus allen Teilen des Landes zu begrüßen.
Essen, 23. Juni. Da das hiesige Stadttheater, das :ituT 800 Plätze enthält, auch im Bühnenraum unzulänglich ist, beabsichtigt die Stadtverwaltung, das jetzige Magazin hinter der .Bühne zum Bührtenraum hinzu zu ziehen. Es soll bann ein neues .Kulissenhaus mit einem Aufwand von 192000 Mark hinter dein 'Stadttheater erbaut und durch eine Brücke über der Straße mit demselben verbunden werden. I-ür spätere Zeiten ist die Erbauung eines Opernhauses in Aussicht genommen, so daß bann das jetzige Stadttheater nur mehr als Schauspielhaus Verwendung finden wird. Mit Rücksicht hierauf haben die Stadt verordneten die Erweiterung des jetzigen Zuschauerraumes, lueit ungenügend und zu kostspielig, abgelehut.
P a r is, 22. Juni. Gel-geutlich der Sonnenwende hielten die Mitglieder der astr o no m isch e n Ge se l ls ch a f t ihre Jahres .Versammlung ab. Auf dem Eiffelturm sand ein Bankett statt. Die Gelehrten verbrachten die ganze Nacht auj dem Turm, mn den Sonnenaufgang zu beobachten.
tn Rußland Judenmassakres an stiften. Sie versichert die geknechteten jüdischen Bürger in Jtußland treuer Anteilnahme und erwartet, daß die gesamte zivilisierte Welt durch einmütigen Protest und Verweigerung jeder finanziellen Hilfe diesem frevelhaften Morden Einhalt zu gebieten versucht."
Washin gtou, 22. Juni. Der Senat nahm einen Beschlußantrag an, in dem erklärt wird: Tas Volk der Vereinigten Staaten ist entsetzt über die Berichte der Metzeleien, die an den Juden Rußlands wegen ihrer Rasse und Religion verübt worden seien. Alle diejenigen, die davon betroffen wurden, hätten die herzliche Sympathie des Volkes der Vereinigten Staaten.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 23. Juni 1906.
DaS kommende dritte Quartal sollte jeder, der noch nicht Abonnent unserer Zeitung ist, benutzen, um sich durch die Bestellung des „Gießener Anzeigers" davon zu über- zeugen, baßes in ganz Oberhessen und bem angrenzenden pceuß. Lahngebiet feine Zeitung gibt, die hinsichtlich der Reichhaltigkeit des Inhalts ihm gleichkommt. Angesichts besten ist auch ber äußerst niedrige Bezugspreis sehr zu beachten. Alle wirtschaftlichen nnb politischen Vorgänge finden im „Gieß. Anz." eingehende Beachtung und freimütige Würdigung; ein sich ständig vermehrendes Berichterslatternetz setzt ihn in den Stand, alle wissenswerten Vorgänge in Stobt und Land rasch, zuverlässig und in ausreichender Weise zur Kenntnis seiner Leser zu bringen. Dem Bedürfnis nach Unterhaltung wird durch die „Gießener Familienblätter", die insbesondere auch den heimischen Verhältnissen ihre 9(uf= mecksomkeit zuwenden, Rechnung getragen und die Interessen ber Lonbwirtschost finden in dem die landwirtschaftlichen Verhältnisse ber Heimat desonbers berücksichtigenden „Hessischen Landwirt" sorgfältige Beachtung. Hierzu kommt als besonderer Vorzug das frühe Erscheinen des „Gießener Anzeiger", sodaß er im weitaus größten Teil seines ausgedehnten Verbreitungsgebietes noch am Erscheinungstog zur Ausgabe gelangt. Eine Probebestellung für doS 3. Quartal wird sicher dazu führen, dauernder Leser des „Gießener Anzeigers" zu werden.
** Fünfzigjähriges Berufsjubiläum. Dem Rechtsouwolt Justizrot Hirschhoru, der heute feilt 50- fähriges Dienstjubiläum feiert, wurde vou S. K. H. dem Großherzog der Charakter als Geh. Iustizrat verliehen. Der Jubilar hat sich iu seiner Bescheidenheit durch Abreise von hier der von den Gerichten und den Anwälten geplanten Ovation entzogen. Er ist der älteste aktiv tätige Rechtsanwalt in unserer Stadt. Er wurde 1833 in Gießen als der Sohu eines Tuchhändlers geboren. Als ein scharfsinniger Jurist vou hervorrageudeu (^eistesgabeu, als eiu nicht nur in der Fachliteratur außerordentlich belesener Mann von ungewöhnlicher Gedächtnisstärke, gehört er seit Jahrzehnten zu deu erfahrensten, gesuchtesten und geoch- tctsteu Anwälten nicht nur Gießens, sondern der ganzen Provinz Oberh'esscn. Noch heute besitzt er eine erstaun lache geistige und körperliche Frische und seinen mit Eleganz und Feuer vorgetrageneu Ploidohers zu lauscheu, ist uoch heute namentlich für jüngere Juristen so belehrend als genußreich.
* * Iuristische Faknltätsprüfung an ber Laubesun iv ersität. Der juristischen Fakultätsprüfung unterzogen sich in diesem Sommer 34 Kandidaten. Davon bestanden 3 das schriftliche Examen nicht. Von den übrigen erhielt je einer die Note „sehr gut" und „gut", 8 erhielten die Note „im ganzen gut", 14 „genügend", 7 „ungenügend".
'* * Pfarrer Korcll legte heute laut „Dariust. Togbl." gegen die Disziplinierung durch das Obeikonsistorium Beschwerde beim Großh. Ministerium ein.
* • Kunstverein. Die gegenwärtige, seit acht Tagen vollständig neue Ausstellung hotte sich am Sonntag, sowie in ber Woche fortgesetzt eines regen Besuches zu erfreuen. Die Ausstellung Hot sehr viel Gutes oufzuweiscn. Leider konn sie nur noch ocht Tage, einschließlich zweier Sonntogc, so verbleiben, da dann ein Teil der Bilder zur Weitersendung gelangen muß. Am 2. Juli wird ein teilweiser Wechsel ber Gewölbe vorgenommen. Ein Besuch ist um so niehr zu empfehlen, da es voraussichtlich bie letzte Ausstellung vor den üblichen Ferien ist.
* * Kaufmännischer Verein. Der VereinSvorstand Hot große Vorbereitungen getroffen, den Vereinsmitgliedern und Gästen in seinem Anwesen morgen ein genußreiches Gartenfest zu bieten. Die Musik wird von ber Kopelle bes Dormstäbter Drogoner-Regiments gestellt, im Freien ist ein großer Tanzboden aufgeschlagen, außerdem ist eine effektvolle Beleuchtung der beiden Gärten vorgesehen. Zum rechten Gelingen des Festes bedarf es nur noch „gut Wetter", das hoffentlich nicht ausbleibt; rechnen doch so viele Veranstalt- ; nngen morgen darauf.
* * Ein kunsthistorisch interessantes Haus wurde diefer Tage hier entdeckt. Es ist das in der Sonnen st raße, gegenüber dem vor einigen Wochen unter Denkmalschutz gestellten Weisel'schen Hanse gelegene Haus des Gastwirts Minke.
• * Verhaftet wurde gestern, ein hier seit kurzem, arbeitender Schriftsetzer aus Donzig, weil er sich tn letzter Zeit hier gegen § 176 pos. 3 des Reichs-Strafgesetzes vergangen hat.
" Einen geisteskranken Mann brachten gestern Leute aus Beuern auf einem Wogen hierher. Weil sic nicht mit den erforderlichen Papieren versehen woren, wurde ihnen ber Kranke in der Klinik nicht nbgenommen. Da auch ber Versuch, ihn bei ber Polizei abzusetzen nicht gelang, mußten sie den Krönten wieder mit noch Beuern zurückneluuen.
* * Ein neues modernes Geschäftshaus. Mehr und mehr verwandelt sich der Seltcrsweo zu einer modernen Geschäftsstraße, bie, wenn erst einmal bie noch vorhanbenen Ecken beseitigt siub, den Straßenbilbern größerer Stäbte nicht nachstehen wirb. Heute Nachmittag wirb abermals ein neues Geschäftslokal eröffnet werben, nämlich bas ber Firma Robert Haas 9tachf. (Inhab. Konrad Schmidt, Seltersweg 18, das an Stelle eines alten kleinen Hauses tritt. Trotz seiner schmalen Straßen- front präsentiert sich das Haus durch fein schmuckes äußeres Aussehen recht stattlich und innen fällt namentlich die praktische Raumausnutzung angenehm auf. Hohe Schaufenster im Laden und im Kellergeschoß vermitteln eine sehr günstige Beleuchtung der Geschäftsräume und
auch die künstliche Beleuchtung ist so gewählt, daß sie in ihrer Wirkung dem Tageslicht möglichst nahe kommt. Das ganze Haus ist mit Niederdruck-Dampfheizimg versehen, die von der Firma Schaffstaebt eingerichtet wurde.
X Kinzenbach, 22. Juni. Am 1. Juli feiert ber Gesangverein „Fortuno" sein 30jäImgc§ Stiftungsfest. Dos Fest, bos anfangs im engsten Rohmen ge- plont war, wirb nun boch größere Dimensionen onnehmen, zumal 11 benachbarte Gesangvereine ihr Erscheinen zugesagt haben. Für reiche Abwechselung in Gesangsvorträgen nsw. ist gesorgt. Als Festmnsik wurde die Marburger Stadt- kopelle engagiert.
— Bad-Nauheim, 23. Juni. Bis zum 21. Juni sind 1 19 7 0 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 6025 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 21. Juni — 135 214 abgegeben.
X Friedberg, 20. Juni. Dos Programm für bie Hauptfeiek des Maintals ängerfeste 8 am Sonntag, 1. Juli, ist nunmehr fettiggestellt. Von 9 Uhr ab werden die ous- wärtigen Vereine au der Bohn obgeholt. Die baierischen Sanger aus Aschaffenburg, Miltenberg, Klingenberg ufiv. treffen mit Extrozng ein, ebenso nehmen bie Darmstädter, Offenbacher und Frankfurter je einen Extrozug. Um 11 Uhr findet die Hauptprobe auf deut Festplotz statt. D.er Festzug wird um 2i/3 Uhr noch dem Festplatz marschieren. In bem Zuge werden 3 Musikkapellen mitwirken und 67 Vereine nehmen daran teil. Auf bem Festplatz konzertieren bie Negimeutskopelle ber 168 er ttnb bie Bataillonskapelle des Regiments von Gersdorf Nr. 80. Bei ben Chören tritt noch bie Frankfurter Sängervereinigung hinzu, sobaß ein Massenchor vou co. 3000 Sängern gebilbct wirb, ber von dem Bunbeschormeister Musikdirektor Schmidt geleitet wird. Für Sonntag abend ist vorgesehen Jnstrumentalkonzert ber Kapelle bes Regiments Nr. 168. Bei eingetretener Dunkelheit wird ein Blillantfeuerwerk abgebrannt. Zwischen ben einzelnen Musikvorträgen spielt bie Musik Tänze, damit auch die tanzlustige Jugend zu ihrem Recht kommt.
m Schotten, 5. Juni. Zu dem Plakate das am 23., 24. und 25. Juni hier stattstndenden Gauturnfestes hat ein Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie, Dr. D. Greiner-Traisa eine prächtige Kopfleiste ge- gezeichnet, die unsere Stadt, vom Festplatzc, dem Bockzahl, ausgeseheir in moderner Kunst darstellt. Dr. Greiner hat damit seine Zlnhänglichkeit an seine alte Wirkungsstätte bewiesen. Er hat früher hier als evangelischer Geistlicher und Rektor mehrere Jahre gewirkt, bevor er diesen Berus aufgab, um sich ganz der Kunst zu widmen.
R. B. Darinstadt, 21. Juni. Das große B lsinarck- sest ber Darmstädter Studentenschaft, das ähnlich wie vor zwei Jahren beim Oberivoldhaus zum Besten des BiZmarckturmes auf bem Donnersbcrg veranstaltet worden ist, Hot heute 9kachmittog einen vielversprechenden Ansong genommen. Herrliches Somniersonnenwettcr begünstigt bie zohlreichen originellen ttnb mit echtem Stubentenhumor burch- geführten Veronstoltungen, bie mit gerodezu bewunbemswertem Eifer in kurzer Zeit vollenbet würben; jebe einzelne Korporation ber Technischen Hochschule trot in Wetteifer mit ben andern, um bos Publikum in ihrq Räume zu fesseln. Da ist ein „Akademisches Uebcrbrettl" vom „Wingolf" errichtet, ber „"Akademische Chor" hat eine „Theater-Menagerie" aufgetan, die „Ghibellinen" A. T.V. bieten ein sehr flottes und eifrig frequentiertes Tanzzelt, die „Moenania" brilliert mit einem hochgiebeligen Elsässischen Bauernhaus, ber D. S. C. zeigt eine Reithalle mit vorzüglichem Pferdcmaterjal, der Chemische Verein hat ein Cofe-Restauront, ber Akabemische Verein eine Singspielhalle, einige andere Verbindungen betreiben ein sehr eifrig frequentiertes Bockbierzelt „Hannsbal", ber Verein „Deutscher Studenten" ein großes Schiffsrestaurant usw. Den Teich hat der D. M. 8. C. für Gondelfahrten mit Lampionbeleuchtung hergerichtet, auf einer „Liebesinsel" im Teich wird von holden Nymphen Sekt kredenzt und mitten auf dein Fcsiplatz kann man nach eingetretener Dunkelheit einen Zyklus von Lichtbildern aus bem Leben des Fürsten Bismarck bciüiinbern, dazu entwickelt sich namentlich in ben späteren Abendstunden ein reich bewegtes Bazortreiben und eine feuchtfröhliche Behaglichkeit, die bei dem milden Sommerwetter bis zur 9Nitternacht audaucrte und voraussichtlich morgen eine ebenso angenehme, wie einträgliche Fortsetzung finden wird.
HR. Rüsselsheim a. M., 22. Juni. Für Restaurierungsarbeiten in der alten Festung Rüsselsheim sind vom hessischen Staate 2000 Mark bewilligt worden. Die Arbeiten werden demnächst in Angriff' genommen, u. a. wird der Wartturm der inneren Kotzen- ellenbogener Burg neu überdacht werden.
Biebrich, 22. Juni. Bei ber Ausiohrt des Güter- zugs 6358 aus Gleis 4 des Bahnhofs Biebrich-Moosbach entgleiste 8.10 nachmittags auf noch nicht aufgeklärte Weise bie Maschine mit Packwogen und neun 6c» lodenen Wagen, welche stark beschädigt wurden. Vom Personal wurde niemonb verletzt. Tas Hauptgleise iü frei: bie Dauer der Aufgleisung beträgt voraussichtlich zehn Stunden. Der Moteriolschoden war noch nicht festzustellen.
Worms, 21. Juni. Die Schuakenplage, die gegenwärtig das Verweilen im Freien, namentlich in Baumbeständen, fast unmöglich macht, wird hier wahrscheinlich zu einem Stadtverorbneten-Beschluß führen, daß bie Vorkehrungen zur Schnakenvertilgung durch die Stabt, also zwangsweise, zu erfolgen haben. (Frkf. Ztg.)
FC. Frankfurt a. M., 22. Juni. Der 65jährige Schlosser H. Werner hier, schnitt sich mit einem Rasiermesser den Hals ab. Er sollte in eine Nerenheilanstalt gebracht werden. Dem zog er ben Tod vor. — In seiner Wohnung in der Nidbastraße erhängte sich ber 48jährige Maurer Johannes Henkel aüs Oberreichenbach. Henkel war ein Trinker. — Der in ben 20er Jahren stehenbe Schiffsmatrose Stephan Kogler aus 9liersteiu, ber in Main; wohnte, stürzte vom Schiff in ben Main unb ertrank. Seine Leiche würbe heute Morgen an ber Hntermainbrücke gelanbct. In ber Nähe würbe eine zweite männliche Leiche gefunbeu. Mau vermutet, bas; es sich um ben seit 12. Juni ver- schwunbenen 22 Jahre alten Schiffsheizer Johann Evangelist Keller aus Wandorf, handelt. — In ber Maiuzer- lanbstraße würbe gestern ein junger Schlosser vom


