Ausgabe 
20.10.1906 Zweites Blatt
 
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Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen UniversitLtsdruckeret. R. Lange, Dießen.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr.; Anzeiger Dießen.

Nr. 247 Zweites Blatt 156. Jahrgang Samstag 20. Oktober 1906

Erscheint »glich mit Ausnahme des Sonntag«. E-V >» a AA A X AA

DieSiebener FamillenblStter" werden dem M DHH & JM gll O g 4g

.Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ® yL R kj vL . M, M R M l ä 8 fcC

hessisch« Landwirt" erscheint monatlich einmal. V ö Ml V 'v v ® V- g8 NsF

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe«.

Bekanntmachung,

die landwirtschaftliche Winterschule in Lich betreffend.

Die landwirtschaftliche Winter'chule in Lich, welche am Dienstag, den 6. November d. Js., ihren nächsten Winter- kursuS beginnt, verfolgt das Ziel, jungen Landwirten die­jenigen Kenntnisse zu vermitteln, welche heute zur Bewirt­schaftung bäuerlicher Güter notwendig sind.

Ausgenommen werden junge Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren, welche daS Unterrichtsziel der Volksschule erreicht haben.

Aeltere Landwirte können als Hospitanten aufgenonnnen werden.

Die Schüler können in ^Lich Wohnungen in bürgerlichen Familien mit Heizung und Licht zum Preise von 35 Mk. monatlich, Schüler, welche nicht übernachten, Mittagstisch von 60 Pfg. an erhalten.

DaS Schulgeld beträgt für das Winterhalbjahr 20 Mk.

Anmeldungen sind an den Schuloorsteher, Gcoßh. Oekonomierat Weitzel in Lich zu richten.

Gießen, den 6. September 1906.

Der Vorsitzende des AufsichtSratS.

I. V.: Dr. Merck.

Kekminimiiklumg.

Die unter dem Schweinebestand des Heinrich Keil II. zu Ettingshausen auSgebrochene Rotlaufseuche ist er­loschen.

Die angeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden.

Die unter dem Schweinebesiand deS Emil Schlag zu Hausen auSgebrochene Rotlaufseuche ist erloschen.

Die angeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden.

Der bet einer Kuh deS Kaspar Becker IX. zu Alten - Buseck auSgebrochene Rauschbrand ist erloschen.

Die angeordneten Eperrmaßregeln sind aufgehoben worden.

Gießen, den 15. Oktober 1906.

Großh. KrelSamt Gießen.

I. V.: Dr. Wörner.

Amtliche Nachrichten über Viehseuchen.

Die in einem Gehöft zu Büßfeld (Kreis Alsfeld) auS- gcbrochenen Backsteinblattern sind erloschen. Die verhängte Gehöftsperre ist wieder aufgehoben.

Unter dem Schweinebestand des Heinrich Hartmann zu Naunheim (Kreis Biedenkopf) ist Rotlausseuche (Back­steinblattern) amtlich festgestellt worden. ES ist Stallsperre angeordnet.

Dom Posener Schulstreik.

P o sen, 20. Oft.

Nach Beendigung der Herbstferien hat der Schülerstrcik auf der ganzen Linie begonnen. Während es bis vor kurzem noch nicht gelungen war, eine allgemeine Opposition der polnischen Schulkinder in8 Werk zu setzen, ist es nach deui letzten Rundschreiben deS Erzbischofs plötzlich zu einer überall gleichmäßig einsetzenden Obstruktion ge­kommen. Es wird behauptet, daß der Erzbischof sich plötzlich auf die Seite der Streikenden gestellt habe, während er in Wirklichkeit empfohlen hat, daß der polnische Religions-Unterricht, da ihnr in der Schule Schwierigkeiten bereitet würden, nun um so eifriger in Haus und Kirche gepflegt werden solle. Aus der Provinz laufen fortgesetzt Meldungen über den Schulstreik, über polnische Versammlungen und über Reibereien mit den Sicherheitsbeamten ein. In Gostyn wurde eine Versamm­lung, an der sich auch der Abg. von Koscielski beteiligte, aufgelöst, weil ein Redner zu offenem Widerstande aufforderte.

In der Franziskanerkirche in Gnesen ist für heute ein Gottesdienst der Kinder angeordnet worden, um die Hilfe GotteS im Schul streik zu erflehen.

Es bestätigt sich, daß man polnischerseits tatsächlich eine Hilfsaktion des päpstlichen Stuhles zu veranlassen sucht. Der Probst Jakubowski aus Golajewsko ist nach Rom abgereist, um den Papst über den Stand der Obstruktion und die Gefährdung der Religion durch daS Verhalten der preußischen Regierung Bericht zu erstatten. Weiter bestätigt sich die Meldung, daß der Oberpräsident von Posen zu einer Konferenz mit dem Kultusminister von Studt nach Berlin abgereist ist, nachdem er mehrfach Unterredungen mit Herrn von StablewSki hatte.

In der Druckerei deSDziennik KujawSki* erschienen Polizeibeamte, um eine Durchsuchung nach den Schul­streik betreffenden Drucksachen vorzunehmen. DerDziennik" teilt hierzu seinen Lesern mit, daß den Beamten die Tür gewiesen worden sei, da sie keinen Auftrag des Staats­anwalts hätten vorweisen können. Was die Polizeibeamten hierbei getan haben, ist nicht bekannt.

Russisches.

Rach Kopenhagen brachte ein Kurier vom Zaren Nachricht mit, wonach es sehr unwahrscheinlich ist, daß der Zar und seine Familie den in Aussicht gestellten Be­such am Königshofe noch in diesem Herbst abstatten werden.

Ueber ein gegen den Kronstädter Festungskom­mandanten und die Mitglieder des Kriegsgerichts ge­plantes Bombenattentat wird gemeldet, daß zwei nach Petersburg mit einem Dampfer dort eingetroffene Personen, ein Mann und eine Frau, den Verdacht von

Geheimagenten erregten. Diese brachten in Erfahrung, daß der erstere eine geladene Bombe mitbrachte und in der Wohnung, wo die andern Teilnehmer an der Verschwörung zusanrmenkamen, gelassen hatte. Am 15. d. M. wurden beide in dem Augenblick ihrer Abreise nach Petersburg verhaftet, ebenso ein aus Dem Verschwörerhause kommen­der Soldat des 2. Kronstädter Festungsbataillons, der eine Bombe unter dem Mantel ttug. In seinen Taschen wurde auch Zündschnur vorgefunden. Die in einem Laboratorium entladene Bombe wog über 5 Pfund und ihre Sprengkraft wäre imstande gewesen, ein Gewicht von 4000 Pfund em­porzuschleudern. In dem Hause wurden keine Sprengstoffe und auch kein Laboratorium gefunden. Die Verhafteten sind nach Petersburg gebracht worden.

In Moskau wurden Unterschlagungen in Höhe von einer Million Mark festgestellt.

Bei Oka fand ein Zusammenstoß zwischen einem leeren Per so neu zu g und einem Güterzug statt, wo­bei zwölf Wagen zerttümmert wurden. Mehrere von diesen, welche mit Petroleum befrachtet waren, gerieten in Brand. Das Feuer verbreitete sich schnell. Vier Eisenbahn- bedienstete wurden getötet und neun schwer ver­letzt. Zahlreiche andere Personen wurden leicht verletzt.

In Lodz wurden zwei Fabrikanten, die durch Auszahlung von Löhnen an ihre Arbeiter während der Dauer des Ausstandes gegen die Verfügung des ^neral- gouverneurs verstoßen hatten, verhaftet. Gegenwärtig ruht der Betrieb in 49 Fabriken, die zusammen 6000 Ar­beiter beschäftigen.

Das Lodzer Börsenkomitee hat sich an den Handels­minister mit dem Gesuch gewandt, die Bestimmungen auf­zuheben, durch welche es Personen n i ch t ch r i st l i ch e r Konfessionen untersagt ist, Börsenämter einer örtlichen Börsenversammlung zu bekleiden.

Am 19. Oktober überfielen, neun Werst von Kischi- new entfernt, acht Bewaffnete, von denen drei Masken trugen, eine Gruppe von 50 Passagieren, die sich auf Fuhr­werken zur Danipferhaltestelle begaben, beraubten sie und verwundeten eine Anzahl von ihnen.

Das Petersburger Be,u ksgericht verurteilte die Re­dakteure derStrana", Max Kowalewski, uud Professor Iwan Iukow, wegen Beleidigung des Heeres zu zwei Mo­naten Gefängnis.

Wie jetzt bekannt wird, wurden zahlreiche polit. Gefangene, darunter ein verhaftetes Dumamitglied, im Petersburger Gefängnis in die Abteilung der Aus­sätzigen gesteckt. Viele Gefangene zogen sich infolge­dessen schwere ansteckende Krankheiten zu. Ein gewisser Luga, der Urheber dieser Maßnahme, sott zur Verantwor­tung gezogen werden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 20. Oft. 1906.

** Militär-Wochenblatt. Befördert zu Leutnants der Reserve die Vizeseldwebel bezw. Vizewachtmeisler Wiese (Flensburg), deS 1. Großb. Hess. Inf. (Leibgarde-) Regis. Nr. 115; Kranich (Schwerin), des 2. Großh. Hess. Feldart.- RegtS. Nr. 61; Hacker (Celle), des 1. Großh. Hess. Feldart.- Negts. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps): Wortmann (Worms), deS Jnf.-Negts. Marfgraf Karl (7. Brandenburg.) Nr. 60; Crome (Mainz), deS Drag.-Regts. König Albert von Sachsen (Ostpreuß.) Nr. 10; Fabrieius (Worms), deS 2. Großh. Hess« Feldart.-Negts. Nr. 61; Mahler (Worms), Leutnant der Landwehr-Feldart. 1. Aufgebots, zu den Neserveofsizieren deS 2. Großh. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 61 versetzt. Der Abschied bewilligt: Lahr (I Darmstadt), Hauptmann der Landw.-Jnf. 1. Aufgebots, mit der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform; Ebel (II Darinstadt), Hauptmann der Landw.-Jnf. 2. Aufgebots; Königer (Gießen), Ober­leutnant der Landw.-Feldart. 1. Aufgebots. Im SanitätS- korps: Befördert zum Oberarzt der Assistenzarzt der Reserve Dr. Weber (II Darmstadt). Der Abschied bewilligt dem Oberarzt der Landw. 1. Aufgebots Dr. Würth (II Darm­stadt).

'* Landwirtschaft Stamm er. Wie dieWorms. Ztg." vernimmt, hat Geh. Kommerzienrat Freiherr Hey l zu Herrnsheim auf verschiedene aus dem Lande an ihn er­gangene Aufforderungen, eine Wahl in das Präsidium der Landwirtschaftsfammer annehmen zu wollen, unter Ausdruck lebhaften Dankes für das darin bekundete Vertrauen, gebeten, von seiner Person 91 6 ft a n b nehmen zu wollen mit Rücksicht auf seine Reichstagspflichten.

" Die Beleuchtung des SelterSwegeS wird eine auf Dienstag, 23. d. Mts., nachmittags 5 Uhr an­gesetzte dringliche öffentliche Sitzung der Stadtverordnete n- Versammlung beschäftigen. Es handelt sich darum, ob elektrisches Licht eingeführt oder nur die jetzige Gasbeleuchtung verbeffert werden soll.

"Frauenturnen. In der Turnhalle des Turn­vereins Gießen findet morgen vormittag 8% Uhr unter der Leitung der beiden Gauturnwarte, Turn- und Tanzlehrer W. Will in Gießen und Lehrer K. Heuser in Bad-Nau- heim, eine Uebungsstunde für die Leiter von Frauenabteilungen im Turngau Hessen statt, an der auch Damen teilnehmen können. Da zahlreiche Turnvereine des GaueS Hessen be­reits Frauenabteilungen eingerichtet haben, ist ein zahlreicher Besuch der Uebungsstunde wahrscheinlich.

Gießener Stadttheater. Die gestrige Vorstellung brachte eine im allgemeinen recht befriedigende Aufführung des amüsauten VerSlustspielS von Cchönthan und Koppel- Ellfeld2)ie goldene Eva*. Die sehr dankbare Titel­rolle gab Fräulein Schuster vollauf Gelegenheit, ihre charakteristische Gestaltungskraft bestens zu zeigen. Die naive Liebenswürdigkeit, die diese mittelalterliche Evastochter gleich vielen ihrer neuzeitlichen Schwestern erfüllt, ihre Eitelkeit und Verliebtheit verwoben sich in Frl. Schusters Darstellung zu einem ansprechenden Gesamtbild, an dem man herzliche Freude

haben konnte. Ihr Pattner, der Geselle Peter, wurde von Herrn Kober flott und ohne Uebertreibung gespielt, so daß gesagt werden kann, daß unser jugendlicher Liebhaber in dieser Aufführung der Bezeichnung seines Rollenfaches alle Ehrs machte. Geradezu köstlich war die Wiedergabe des ewig durstigen und hungerigen Ritters HanS von Schwetzingen durch Herrn Reimer-Schlegel, und auch der Graf Zeck des Herrn Gronert konnte befriedigen. Aber seine Maske war zu klownhaft, um seinen Erfolg als Liebhaber einiger­maßen glaubwürdig erscheinen zu lasten. Einen allerliebsten Lehrjungen gab Fräulein Wiederstein, und auch die üb­rigen Mitwirkenden (Frau Bons als Barbara, Herr Schlottau als Altgeselle und Frl. Horn als Gräfin Agnes) waren mit Erfolg bestrebt, die Aufführung einheitlich und befriedigend zu gestalten. Ein Wort der Anerkennung ver­dient noch die stilgerechte szenische Ausstattung deS Stückes. Zu rügen ist der gestern in besonders starkem Maße be­merkbare verspätete Beginn und die allzu lange Ausdehnung der Pausen.

** Aus dem Bureau deS Stadttheaters. Morgen Sonntag abend geht der übermütig-lustige Schwank aus dem FranzösischenDer Schlafwagenkontrolleur* in Szene, der seit einer Reihe von Jahren hier nicht mehr gegeben wurde. In den Hauptrollen deS echten und falschen Schlafwagenkontrolleurs sind die Herren Reimer, Schlegel und Goll beschäftigt, daneben in größeren Partien die Herren Lippert, Herrscher, Gronett, sowie die Damen Schuster, Schellenberg, Bonö, Jagemann und Winderstein.

"Für die Anlage musik am Sonntag vormittag 11 V» Uhr in der Südanläge ist folgendes Programm vorgesehen: 1. Ouvertüre z. Op.Der Geiger aus Tyrol* von Genöe, 2. Ballsirenen, Walzer a. d. Op.Die lustige Witwe* von Lehar, 8. Potpourri a. d. OperetteDie Afrikareise" von Supps, 4. Armee-Marsch Nr. 205 von Voigt.

"Ein sehr begehrtes Geschäft ist die hiesige Bahnhofs-Restauration. Es sind im ganzen 99 Angebote eingegangen. Gestern wurden die bei der Eisenbahndirektion zu Frankfurt eingelaufenen Offerten geöffnet. Die Angebote ivarcn außerordentlich verschieden; daS höchste Gebot für jährliche Pacht betrug 3 5 000 Mk., daS niedrigste Gebot 6 00 Mk.! Die meisten Bewerber boten 16000 bis 20000 Mark. Der Zuschlag wird in vierzehn Tagen erteilt.

" Strafe muß sein! Ein heiterer Vorfall hat stch kürzlich in dem kurhessischen Dörfchen H. zugetragen. Die Tochter des Bürgermeister? und Gastwirts wollte ihren Hoch­zeitstag begehen. Als sie ihren Brautstaat hervorholte, bemerkte sie zu ihrem Schreck, daß daS schöne Zeichen be- wahrter sittlicher Stärke, der Brautkranz, fehlte. Alles Suchen danach war vergebend, und da es sich in diesem Falle nur um einen von losen Buben auSgeführten Scherz handeln konnte, so kann man sich denken, daß der Zorn im bürgermeisterliehen Hause groß war. Die Tat konnte, wie dieHess. Ldsz.* mitteilt, nicht ungerochen bleiben. EL er­ging vom Ortsoberhaupte ein Erlaß, worin die Erlaubnis zur Abhaltung der diesjährigen KirmeS versagt wurde.

"Eine kleine Verwechslung. In Weimar soll angeblich der Staatsminister Rothe zurückzutreten beabsich­tigen. In verschiedenen Blättern, so z. B. im Wiesbadener Gen.-Anz.*, ist nun ein Bild deS angeblichen Staatsministers abgedrlickt. Es ist aber nicht der weimarische Rothe, sondern der hessische Staatsminister Rothe, der vor Jahresfrist in Darmstadt gestorben ist und auf diese irttümliche Weise in den Blättern aufersteht.

" Die Wünsche der hessischen Weinbauern. In der letzten Sitzung des UnterauSschuffes für Wein-, Obst­und Gemüsebau des rheinheff. Landwirtsch. Vereins wurde beschlossen, dem im nächsten Monat zusammentretenden Wein­parlament die Wünsche deS Vereins in Form der nach­stehend aufgeführten Resolution zu unterbreiten: Der Landwirtschaftliche Verein für die Provinz Rheinhessen for­dert im Interesse des reellen Weinbaues und WeinhandelS ausdrücklich: 1. Einheitliche Kellerkontrolle im Reiche. 2. Obligatorische Führung eines Lagerbuches. 3. Beschränkung des übermäßigen Zuckerivasserzusatzes. 4. Zeit­liche Beschränkung des ZuckerwafferzusatzeS auf die Zeit vom Beginn der Lese bis zum 31. Dezember desselben JahreS. 5. Deklaration des Verschnittes von Weißwein mit ausländischem Rotwein. 6. Ablehnung jeder Wein­st e u e r.

sd. Darmstadt, 19. Oft. Einen grauenhaften Fund machte dieser Tage ein hiesiger Hausbesitzer, als er frühmorgens seinen Hof betrat. Er entdeckte in einer offenen Halle, zu der von dem Tore aus frffche Blutspuren fühtten, die er verfolgte, einen Menschenkopf, der anscheinend noch nicht lange von dem Körper getrennt sein konnte. Mit Recht vermutete der Mann zunächst ein Verbrechen, doch klärte sich der Fall harmloser auf, als er glaubte, nachdem er der Polizei von der schrecklichen Entdeckung Meldung gemacht hatte. Hier stellte sich heraus, daß es der schon vermißte Kopf eines hiesigen Schuhmachers war, der sich in der Nacht von der Odenwaldbahn hatten überfahren lassen. Sowohl Bahnbeamte, wie die Polizei konnten sich über das Ver­schwinden deS Kopfes nicht klar werden, bis sich dann heraus­stellte, daß der große Hofhund des nicht in großer Ent­fernung von dec Bahn wohnenden Hausbesitzers, der m der Nacht im Freien geschwärmt hatte, bei seiner Exkursion das blutige Haupt gefunden und nach Hause getragen hatte.

Offenbach, 19. Oft. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung fand die Ver­eidigung des Beig. Eißnert durch Oberbürgermeister Brink statt. Nachdem dieser den neuen Beigeordneten auf seine Rechte und Pflichten aufmerksam gemacht und Eißnett