Mmrhmc wie seither zum! Teil fetzt schon an der Grenze feiner Leistungsfähigkeit angekangt ist. ES wird deshalb beabsichtigt, die jetzt für den Bedarf von 30000 Einwohnern berechnete Schkachthofanlage so zu erweitern, daß sie für 50 000 Einwohner ausreicht. Die Neuanlagen und Ver- größernngsbauten sollen so eingerichtet werden, daß einer späteren weiteren Vergrößerung bis zum Bedarf für 100000 Einwohnern auf dem jetzigen Platz nichts int Wege steht. Die Vergrößerttug soll nicht sofort auf einmal erfolgen, sondern nach dem sich ergebenden Bedürfnis, sodaß die Er- weiterttng der Groß- und Kleiuviehschlachthälbe zunächst unterbleibt. Die Kühlanlage soll 60—70 Zellen erhalten und spater bis zu 100 Zellen erweitert werden können. Sie wird eine möglichst zentrale Lage erhalten, und die übrigen Gebäude sollen ev. durch gedeckte Gänge mit ihr verbunden werden können. Dte Kosten der geplanten Neubauten sind auf 435 000 Mk. (einschließlich Einrichtung) veranschlagt, die .Kühlanlage allein auf 315 000 Mk. Die Schlachthofdeputation schlägt vor, sich tnt allgemeinen mit diesem vorn Stadtbauamt aufgestellten Projekt einverstanden zu erklären und auf Grund desselben die genaueren Pläne ausarbeiten zu lassen.
Stadtv. Krumm fragt an, ob vorgesehen fei, die Kühlanlage auch für andere Gewerbetreibende als Metzger nutzbar zu machen, z. B. Geflügelhändler. Der Vorsitzende teilt mit, er stehe auf dem Standpunkt, daß dies geschehen solle, aber die Metzger hätten sich entschieden dagegen ausgesprochen, da dos Fleisch von den anderen Waren leicht den Geruch annehme. Eine weitere Frage fei, ob man Fleisch, das von ouswärts geschlachteten Tieren stamme, in der Kühlanlatze zulassen solle. Stadtv. Krumm hält es nicht für angebracht, die anderen Gewerbetreibenden auszuschließen, und beantragt, daß sich die Deputation mit dieser Frage beschäftigen solle, insbesondere auch damit, ob int Falle der Zulassung anderer Interessenten die geplante Anlage ausreichen werde. Der Vorsitzende ist der Ansicht, daß letzteres der Fall ist. Gießen habe zurzeit 58 Metzger, die wohl nicht alle Zellen nehmen. Auch Stadtv. Kirch bittet, auf dte anderen Geschäftsleute Rücksicht zu nehmen. Vielleicht könne beim Bau die Möglichkeit einer Trennung der Kühlräume für Fleisch tmd andere Waren berücksichtigt werden. Weiter fragt er nach der Rentabilität der Erweiterungsbauten. Der Vorsitzende ist der Ansicht, es bestehe wohl nirgends Zweifel, daß die entstehenden Kosten durch Gebühren zu decken seien. Die Kosten für die Kühlhalle könnten allerdings wohl nicht ganz aus den eigenen Einnahmen gedeckt werden, aber dank des Umstandes, daß das jetzige Schlachthaus fast ganz abgeschrieben sei, werde es dennoch möglich sein, bei Beibehaltung der jetzigen Schlachtgebühren — die die niedrigsten in Hessen seien — die Kosten aus den Schlachthauseinnahmen zu decken, ohne die Stadtkasse zu belasten. Eine Trennung der Kühlanlage sei nur möglich, wenn man zwei völlig ■getrennte Anlagen errichte. Stadtv. Löb er hält es nicht für angebracht, heute in Details einzugehen und macht bezüglich der Kühlanlage darauf aufmerksam, daß eine finanzielle Entlastung der Metzger durch die Zulassung anderer Gewerbetreibenden ein trete. Stadtv. Haubach bittet um genaue Prüfung der Frage, ob däs Schweineschlachthaus nicht am zweckmäßigsten jetzt schon neu errichtet werde, anstatt sich für jetzt mit einer Erweiterung des jetzigen Gebäudes zu begnügen. Der Vorsitzende bittet ferner um die Ermächtigung für sich oder die Dchlachthof- deputation, einen für1 die Bearbeitung der Pläne und die Bauleitung bestimmten Techniker anzunehmen. Dadurch könne die Angelegenheit so gefördert werden, daß vielleicht schon im Oktober die Baupläne zur definitiven Genehmig- ung vorgelegt werden könnten. Beig. Heyligenstädt bittet, über die Frage der Schw'eineschlachthalle eine nochmalige genaue Prüfung eintreten zu taffen. Zu beachten sei dabei, daß eine Neuanlage wohl teurer komme, aber auch der Betrieb in einer solchen sich wesentlich biMger stelle. Stadtv. Löb er ist für Vergrößerung der jetzigen Schlachthalle. Stadtv. Hau buch hält die Frage der Vergrößerung oder Neuerrichtung der Schweineschlachthalle für rein rechnerisch und Bittet, sie danach zu beurteilen.
Bei der Abstimmung wird das Projekt int allgemeinen gutgeheißen, die Frage der Schweineschlachthalle soll nochmals geprüft werden. Bezüglich des Technikers wird die erbetene Ermächtigung erteilt.
Aus Stadt uno Land.
Gießen, den 20. Juli.
•* Vom DünSberg. Der Erweiterungsbau der Schutz Hütte auf dem Dünsberg geht seiner Vollendung entgegen. Der neue Raum ist mehr als doppelt so groß wie der ältere und in demselben Stile ausgeführt.
x Rod heim a. d. Bieber, 19. Juli. Die hiesige rührige Ortsgruppe des Vaterländischen Frauen- v er eins veranstaltet gegenwärtig Bügelkurse unter der aufopferungsvollen Leitung unserer Gemeindeschwester. Da der Andrang von Teilnehmerinnen sehr groß war, mußten zwei Doppelkurse, also im ganzen vier Kurse, eingerichtet werden, und zwar in den Monaten Juni-Juli und September- Oktober. Die gesamte Einrichtung hat sich gut bewährt und befriedigt allgemein. Im nächsten Jahre beabsichtigt der Verein einen Haushaltun gskursus zu veranstalten. Derartige Veranstaltungen sind in unserer Gegend besonders wichtig, da die meisten Mädchen als Fabrikarbeiterinnen im Haushalt wenig Ausbildung erhalten.
I. Nidda, 18. Juli. Unter Leitung des Schulrats Scherer von Büdingen fand heute hier die diesjährige Sommerkonferenz der Lehrer des Bezirks Nidda statt. Lehrer Bopp führte das Mod ellieren in Ton in seiner Unterrichtsklasie vor. Eine Reihe schön angefertigter Tonmodelle gab Zeugnis von dem Fleiß, dem Geschick und der Hingabe, womit sich Lehrer und Schüler diesem Fache widmen. Daran schloß sich eine Besprechung neuer, für den Unterricht gegebener Richtlinien. Damit war der amtliche Teil geschloffen. Um 2 Uhr nachmittags erschienen die Familien der Lehrer zum geselligen Beisammensein. Schon im Vorjahre war auf Anregung des Schulrats Scherer der amtlichen Konferenz eine Familienzusammenkunft angeschloffen worden. Auch in diesem Jahre war diese Veranstaltung durchaus gelungen. Ein Lehrer-Streich-Orchester unterhielt durch gut vorgetragene Tonstücke. Auch ein Tänzchen fehlte nicht. Humoristische Vorträge, vorzüglich vorgetragen durch Herrn Lehrer Pauli aus Bingenheim, boten Abwechselung. So floß ein angenehmer Nachmittag dahin, bis endlich die Abendzüge die Gäste in ihre Heimat entführten.
1. Aule «die bach, 18. Juli. Nach vielen „Für-und Widerreden" ist nun die Ueberzeugung auch hier durchge- drungen, daß die Anlage einer Wasserleitung für untere
Bewohnerschaft ein bedeutender Nutzen sei. Da auch das benachbarte Rohrbach unter sehr mißlichen Wafferverhalt- uisien leidet, so ist eine gemeinsame Leitung vorgesehen. Eine gut gelegene Quelle wird nun auf ihre Wafferabgabe in Quantität und Qualität untersucht, unb da die vorläufigen Ergebniffe günstig sind, wird die Ausführung des Projekts wohl demnächst in die Wege geleitet werden.
(fc.) Mainz, 19. Juli. Die Eingemeindunas-Kommt ssion von Mvmbach hieß die von der Stadt Mainz gestellten Bedingungen gut. — Der Bildhauer Kl a u in der Wallaustraße gab gestern abend in seiner Wohnung im Streit auf seine Frau fünfRevolverschüsse ab, ohne zu treffen. Dann lief er davon. An der Micekaserne wurde er fest genommen, nachdem er auch seine Verfolger mit dem Revolver bedroht hatte. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, da er vermutlich geisteskrank ist. — In Weisenau erhängte sich heute morgen in seiner Werkstatt der Zimmermeister Jakob Peter Veith. ES schwebte eine strafgerichtliche Untersuchung gegen ihn.
(fc.) Frankfurt a. M., 19 Juli. Gestern abend erlitt im Großen Hirschgraben der 35 Jahre alte Kellner Debes einen schweren Hitz schlag. Bewußtlos wurde er in seine Wohnung gebracht, wo er heute verstarb. — Beim Ueberschreiten der Mainzer Landstraße wurde die Schülerin Karoline Schüll, Tochter des Arbeiters Schüll, Wickererstraße 9, von einem Automobil umgefahren und schtver verletzt. Der Chauffeur, Jean Hartmann aus Berlin, wurde angezeigt. — Im Heiliggeist-Hospital starb der 13 jährige Franz Ruppert aus der Weidenbornstraße, dem im Kinderhort in der Löwengasse beim Schaukeln ein Balken auf den Kopf gefallen war.
(fc.) Ems, 19. Juli. Ein vor einiger Zeit in Attenhausen ioegen Verdachts der Tollwut getöteter Hund hat, wie int kgl. Institut für Infektionskrankheiten sestgestellt wurde, nicht an Tollwut gelitten. Die über Attenhausen und 17 andere Ort verhängte Hundesperre wurde datier aufgehoben.
Unwetter.
Die vergangene Nacht brachte uns nach zweitägiger drückender Hitze reichen Regen und Abkühlung, und auch heute noch haben wir andauernd Regenwetter. Mehreren oberheff. Orten aber brachte der gestrige Tag schwere Gewitter. Uns liegen neben anderen, unwesentlichen Meldungen folgende Mitteilungen vor:
(GJ Angersbach, 19. Juli. Heute morgen gegen 4 Uhr schlug der Blitz in dem Wohnhause des Landwirts Heinr. Möller 16. ein, ohne zu zünden. Mehrere Fenster, Gefächer, ein im 2. Stock stehender Kleiderschrank und ntelyrere Balken wurden erheblich beschädigt; Menschen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen.
() Bleichen bach, 19. Juli. Die Familie des Zimmermannes Johannes Heinrich Kröll wurde in den Morgen- ftunben in großen Sckwecken versetzt. Während der Entladung eines starken Gewitters schlug der Blitz ein. Das Wetter kam von Norden und brach plötzlich mit solcher Heftigkeit los, daß sich die ältesten Leute kaum eines solchen Gewitters entsinnen. Nachdem ein heftiger Regen mit Hagel eingesetzt hatte, folgten in kurzen Pausen Dounerschläge, daß Türen und Fenster llirrten. Ein Blitzstrahl fuhr dann auch am Schornstein nieder, setzte auf dem Speicher Kleider und Säcke in Brand, durchfuhr die obere Sttibe, in der einige Erwachsene schliefen, ohne etwas zu zerstören.^ Desto größer waren aber die Verwüstungen in der unteren Stube, in der die Kinder noch in den Betten lagen. Der Durchzugsbalken ist arg beschädigt, ein eiserner Träger, dem der Blitz folgte, ist krumm gebogen, Tapeten und Nägel herabgerissen und herausgeschleudert — die Spuren lassen sich bis in den Keller verfolgen. Kröll wollte sich gerade zu seiner Familie aus einer Stube des oberen Stockwerkes begeben, als ihn der Strahl auf der Treppe zu Boden warf. Feuerschein von oben, Brand- und Schwefelgeruch war sofort für Kröll ein Zeichen, daß der Blitz gezündet hatte. Er packte die brennenden Sachen zusammen; mit einigen Eimern Wasser war das Feuer, das bedenkliche Ausdehnung hätte gewinnen können, gelöscht. Vor einigen Jahren schlug schon einmal ein Blitz in der Nähe ein, damals ohne zu zünden.
Ein heftiges Gewitter zog in den Frühstunden des gestrigen Tages über Berlin. Während des Gewitters ist in einer Laubenkolonie ein Rirdorfer Arbeiter vorn Blitz erschlagen worden. Ferner schlug der Blitz in eine Arbeiterkolonne. Ein Arbeiter stürzte sofort tot nieder, ein anderer wurde schwer verletzt. Während des gestrigen Abendsturmes riß der Wind von dem Hause Kulmstt. 28 ein großes Stück vom Hausgesims los, welches den Sohn des Mechanikers Fiedler so schwer verletzte, daß das Kind nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus alsbald verstarb.
Durch einen orkanartigen Sturm wurde in Hamburg und in der Umgegend ernstes Unheil angerichtet. In St. Pauli wurde ein Kind von einem Ziegelstein am Kopse getroffen und schwer verletzt. Im Hafen wurden mehrere Schiffe mehr oder minder schwer beschädigt. In der Lübecker Bucht kenterte eine Gig des Kriegsschiffes „Schwaben", wobei ein Matrose den Tod in den Wellen fand. In Altona wurde der mit Reparaturarbeiten beschäftigte Dachdecker Burmeister vom Dach geschleudert unb getötet.
U e be r schwemmu ngen haben int unteren Japan! großen Schaden angerichtet. Der Eisenbahnverkehr ist teilweise unterbunden. In Nikko sind 600 Personen vom Wasser abgeschnitten. Der Bezirk von Ko-Fu bildet einen ungeheuren See. In Motzu- motu stehen 4000 Häuser unter Wasser. Die Bewohner haben sich auf die Dächer der Zelte geflüchtet, wo ihnen Hilfe gebracht wird. Die Kupferminen von Muntsumotv sind überschwemmt und werden auf Monate hinaus außer Betrieb bleiben müssen. Viele Zeitungen in verschiedenen Städten haben ihr Erscheinen eingestellt, da die Redaktionen und Druckereien überschwemmt sind. Große Bergrutsche haben ganze Dörfer begraben. Viele Menschen sind umgekommen. Der Schaden wird auf viele Millionen Beu geschätzt.
Vermischtes.
* Berlin, 19. Juli. Die jüngsten Raubanfälle im Eiseubahnzuge sind, wie bereits gemeldet, Gegenstand eingehender Untersuchungen im Ministerium der öffentlichen Arbeiten gewesen. In einem soeben crfdyienenen Erlaß au die Eisenbahn- Dircktion Berlin würdigt Minister Breitenbach die vielfachen Vorschläge, welche sichere Einrichtungen zur Vermeidung derartiger Vorkommnisse empfehlen. Angesichts der Bedeutung, welche der Sicherheit in den Eisenbahnzügen beizumessen ist, hält der Minister eine eingehende Prüfung für unerläßlich, ob Einrichtungen getroffen werden können, die den angestrebten Zweck sicher gewährleisten, ohne andererseits schwerwiegende Nachteile herbeizuführen. Die Eisenbahn-Direktion Berlin ist mit diesen Arbeiten beauftragt. — Heute vormittag wurde die eiserne Pendelsäule an der Ueberführung des Nebengleises des A n h a l t e r B a h n h o f e s über das Hallesche Ufer durch ein Lastfuhrwerk infolge Verschuldens des Kutschers umgesahren. Unter dem Gewicht eines die Brücke in diesem Augenblick passierenden Leerzuges senkte sich der der Mittelstütze beraubte Hauptträger. Verletzungen von Personen sind nicht üorgefontmen; es liegt nur eine , leichte Beschädigung des eisernen Ueberbaues vor. Die Arbeiten für die Hebung des Hauvtträgers sind bereits in Angriff genommen, sodaß die Brücke in wenigen Tagen wieder betriebsfähig sein wird.
* Kleine Tageschronik. Ein Bootsunfall auf der Havel hat zwei Berliner Ingenieure namens Walter Müller und Karl Hermann von Heister als Lpfer gefordert. Beide in jugendlichem Alter stehende Herren haben den Tod in der Havel gefunden, nachdem das von ihnen geführte Segelboot gekentert war.In Berlin ist wegen Ver
übung eines schweren Sittlichkeits-Verbrechens der Bahnheizer Haupt in Untersuchungshaft genommen worden Der 52 jährige Mann wird beschuldigt, fick) an der elfjährigen Tochter einer befreundeten Familie vergangen zu haben. — Im Wilden Kaiser stürzte der Münchener Tourist Ebersberger ab und war sofort tot. — Vom Hohen Jfen ist der Tourist Dr. Hofer aus Koburg abge stürzt und 30 Stunden liegen geblieben. Touristen sand ihn und sorgten dafür, daß er nach Oberstdorf int Algäu gebracht wurde. Er hat schwere innere Verletzungen erlitten. — Auf der „Tete noire" verunglückte daß Ehepaar A Schvrring aus Paris. — Zwei Strolche überfielen ein 14jähriges Mädchen an den Schießständen bei Saarbrücken und vergewaltigtet: es. Sie versuchten es dann durch Meffev- fticfye zu töten. Auf den Hilfeschrei des Mädchen entflohen die Verbrecher. Das Kind ist schwer verletzt. — In Mül hausen lElsaß) wurde ein 72 jähriger Mann unter dem Verdacht verhaftet, zahlreiche Sittlichkeitsverbrechen an Heinen Kindern begangen zu haben. — In Konstanz verurteilte die Strafkammer den Feuerw-ehrdiener Lindegger wegen einer Reihe Sittlich- keitsverbrechen an Mittelschülern zu 5 Jahren Zuchthaus. —t In Hamburg verhaftete die Kriminalpolizei eine aus sechs Personen bestehende Hehler- und Diebesbande. Bei einem Pro- dultenhändler wurden für 30 000 Mark wertvolle Pelze beschlagnahmt. — Am 19. Juli ist die Lohmühle bei Neustadt an der Tafelfichte (SchlesO abgebrannt. 1 Mann und 2 Kinder kamen dabei um. — In Socorro in Texas wurden Sonntag morgen 52 Erdstöße verspürt und die aus 2000 Einwohnern bestehende Stadt gleicht jetzt einer Ruine. Die Bewohner leben andauernd in panikartigem Schrecken und enffliehen auf der SantafL- Bahn. Doch auch auf ihr sind sie ihres Lebens nicht sicher, weil die Erde in großen Massen abbröckelt und auf das Gleise fällt. Das Wasser der heißen Quellen ist seit Beginn der Erdstöße um 10 Grad gestiegen. Im ganzen Rio Grande Tal halten die Erdstöße an und die Bewohner müssen auf freiem Felde kampieren.
handel und Verkehr, Volkswirtschaft, i
3Vr proz. Deutsche Reichsanleihe und Preußische K o n s v l s. Jüngst brachte die „F. Z." die Mitteilung» daß in den deutschen Staatspapieren Jnterventionskäufe für Rechnung des Konsortiums stattgefirnden haben und daß dev Bettag mehr als 200 Mill. Mark ausgemacht habe. Seither sind nun, wie das gleiche Blatt mitteill, größere Beträge wieder! verkauft worden. Gerade in letzter Zeit geschah dies in so erheblichem Umfange, daß sich die Gesamtsumme bedeutend verringert hat. Innerhalb der Zeit, bis der Rest abzunehnren sein wird, hofft man eine weitere Verminderung erreicht zu haben, sodaß dann der auf jeden Konsorten eventuell entfallende Bettag kaum noch besonders umfangreich sein werde. Der Termin bis zu dem die Einzahlungen auf die durch Intervention an- gesammelten Titel der Reichsanleihe und preußischen KonsolS! eventuell zu erfolgen haben wird, ist zunächst auf den 15. DEL1 festgesetzt. Die Seehandlung hat die gesamten Gelder verauslagt, sie zahlt jetzt auch an die Reichsbank einen Teilbettag der von dieser für die aufgenommenen Reichsanleihen verauslagten Sunv- men zurück.
Von der Berliner Börse. Die Gefahr wegen „Rußland" zieht sich immer mehr zusammen. Pariser Blätter sind der Meinung, daß eine Revolution nur Noch eine Frage der nächsten Zeit sei: aber auch der Zusammenbruch der Dynastie Romanow, wird befürchtet. Unter diesen Umständen gern mitt die Baisse die Oberhand und es herrschen Rückgänge auf allen Gebieten. Weder die Erneuerung des Roheisensyndikats noch die Erhöhung dtt Halb zeug preise, noch der günsttge ainerikanffche EisenbericÄ haben irgendwelche bessernde Einwirkung auf die Kurse. Rusienwerte gehen natürlich in erster Linie zurück. Banken verloren Bruchteile. In Lombarden vollzogen sich Realisationen und Wiener Verkäufe. Amerikanische Bahnen lagen schwach. Andere fremde Renten sehr still. Schiffahrtsaktien waren gleichfalls rückgängige Der PrivatdisÄmt schloß 3y8 Prozent.
Französische Gelder in Deutschland. Es wird' gemeldet, daß der Pariser Platz seine Goldguthaben in Deutschland zurückzieht, um für die wieder sehr notwendig gemottene Jnterventtonstätigkeit am Russenmarkt die nötigen Mittel zu haben. Trotz dieser Zmwckziehung hegt man in Berliner Bannkreisen die Hoffnung, daß diesmal für die Zwecke der Ultimo- Prolongation französische Gelder nach Deuffchland gelegt werdntl. — Wenn man sich nur nicht täuscht!
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
6. Sonntag nach Trinitatis, den 22. Juli. \ Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus dev Matthäüsgemeinde.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schwabe.
Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusge- meinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Vormittags 11'/. Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.
Pfarrer Schwabe.
Die Kinderkirche für die Matthäüsgemeinde am nächstkunftigen Sonntag, den 29. Juli, fällt aus.
In der JohanneSkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrafsistent Steiner.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten au§ der Johannesgemeinde.
Vormittags 91/, Uhr: Professor D. Dre >vs.
Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde im Hauptgottesdrenst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Vormittags ll‘/4 Uljv: Kindergottesdienst für die Lukas- gemeinde. Pfarrer Euler.
Abends 8 Uhr: Versammlung unb Bibelbesprechung im Konfirmandeusaal der Johamieskirche.
Am nächstfolgenden Sonntag, den 29. Juli, nach allen Gottesdiensten, Kollekte für die Innere Mission.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 21. Juli:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, den 22. Juli:
7. S o n n t a g nach Pfingsten.
Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
„ nm 9'/r Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.
Israelitische Religionsgemeinde.
Gottesdienst in der Synagoge (Südantage).
Samstag, den 21. Juli 1906:
Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr.
Predigt.
Nachmittags 4 Uhr.
Sabbathausgang 9.20 Uhr.
Universitäts-Nachrichten.
(sd.) Darmstadt, 19. Juli. Dem RegierungsbaumeistLi! Dr. ing. Georg W. Koehler zu Darmstadt wurde die venia legendi für „Lasthebemaschiuen unb Förderanlagen für Massengüter" an der Technischen Hochschule erteilt.
Hotel-Restaurant Kronprinz, Bad-Salzhausen.
Billigster, bester Kur- und Sommeraufenthalt. Prosp. Gratis. 392/


