Nr. 168
Je
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Artikel
abzugeben.
M Bansbnrscbe
»pich
unb Wallenfels.
MittMuogen.
Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulftr.U, Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Dieb«.
aufftand mit der Zeit niedergeschlagen würde. Aber — wie viele Opfer müßten erst unter der bestialischen Grausamkeit der schwarzen Horden verbluten, ehe es gelänge, der Schwarzen Herr zu werden? Denn das ist sicher, wenn der insgeheim wohl längst vorbereitete Aufstand losbricht, dann ist die erste Tat der Aufständischen die Hinschlachtung der Weißen, deren sie habhaft werden können.
Freitag 30. Juli 1906
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sc-e» UntverfitätSdruckerei. R. Lange. Gtetze».
Erscheint «Ach mit Ausnahme des Sonntags.
Die „HKtzener gamnienblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^yeffisch« tflWbwfrT erscheint monatlich einmal.
ül- und istrasse
08t*
Der Gleibergverein ladet nochmals zuln Besuch seiner oin Samstag stattfindenden Generalversammlung ein.
Nektar Hahn hat der Stadtverwaltung schriftlich seinen Dank für das »hm bei seinem 50jährigen Dümsijubiläum überreichte Ehrengeschenk und die herzlichen Worte der An-
' "O Psg. 'wichfe 38
Quid novi ex Africa?
WaS gibts Neues aus Afrika? Das war einmal die ständige Frage im alten Rom. Man wollte wissen, ob die sieggewohnten Kohorten neue Fortschritte gemacht, ob die Schiffe neue Schätze des schwarzen Erdteils bringen würben, dec ja den Römern so interessant war, weil er ihnen viel Geld einbrachte. Heute fragen wir auch, ,wa§ gibt es Neues aus Afrika?" O, es gibt des Neuen genug. Nach einem soeben eingetroffenen Bericht des Hauptmanns Freih. von Wangenheim vom 29. Juni ist die Unterwerfung des Bezirks M ah enge vorläufig abgeschlossen und durch fünf militärische Posten gesichert. „S)a die Nebellenführer noch nicht ergriffen sind, ist die Haltung der Bevölkerung noch nicht gewährleistet."
Es scheint also, als hätten wir einen ewigen Krieg in Deutsch-Südwestafrika und der schwarze Erdteil hört nicht auf, für uns verhängnisvoll zu bleiben.
Aber das ist noch lange nicht alles. Aegypten, Abessinien, .Marokko, Natal — dem deutschen Zeitungsleser sind auch diese Worte längst geläufig, er kennt Fez und Tanger, Adis Abeba und Johannesburg, .Kairo und Karthum, fast wie Frankfurt und Darmstadt. Augenblicklich ist Natal besonders aktuell. Die britischen Truppen haben den Negeraufstand niedergeschlagen, wie es heißt, und sie sind dabei mit jener ausgesuchten Barbarei zu Werke gegangen, deren die Engländer fähig sind. Seit Kitchener, der Schlächter von Omdurman, die Parole ausgegeben hat, daß in Afrika keine Gefangenen gemacht werden, gilt diese Parole, und getreu dieser Parole haben die Engländer, wenn im Unterhause auch diese Tatsache nach Möglichkeit bemäntelt und anderes frech und fest Behauptetes einfach abgeleugnet wurde, alle Schwarzen, die ihnen in die Hände gefallen sind, niedergeknallt, wie Vieh. Man hat den Führern außerdem die Köpfe abgeschnitten und sie zum warnenden Exempel auf Stangen spießen lassen, wie das die Marokkaner wachen, wie es die tapferen Truppen des christlichen Menelik mit den Italienern machten. Man wird noch andere Schauderdinge zu hören bekommen, wenn erst einmal die überseeische Post über diese Heldentaten der großmütigen Nation eingetroffen ist — überraschen kann dieses Verhalten Englands niemand.
Doch man vergegenwärtige sich auch, wie groß die Gärung ist, die durch ganz Afrika geht, und die vielleicht mit einemmal zum verheerenden Feuer anschwillt, das alles weiße Element aufzehrt. Die Warner, die einen großen afrikanischen Aufstand voraussagen, sind lange an der Arbeit, und sie haben auch willige Ohren gefunden. Es ist doch wohl, mögen das zehnmal die europäischen Regierungen nicht wahr haben wollen, weil sie der Menge nicht gern Unangenehmes sagen möchten und weil anderseits ihre offiziellen Vertreter, wie so oft, ungenau orientiert sein dürften, allzu vielen Privatmeldungen zufolge ein panislamitischer Rassenkampf , wie man ihn in Deutsch-Ostafrika schon entfesseln wollte, im Anzug, und dieser Nassenkampf wird entbrennen, wenn die Völker Europas die schwarzen Horden nicht mit eiserner und blutiger Faust niederhalten. In Aegypten ist der Teufel los. Dort dehnt sich die panislamitische Gärung immer weiter aus und die Türkei will anscheinend diese Gärung unterdrücken, und die Engländer müffen Truppen schicken, um den Ausbruch der Unruhen hintanzuhalten.
In Abessynien herrscht vorläusig Ruhe, aber niemand weiß, was Majestät Menelik tun wird, wenn die Engländer, Franzosen und Italiener gemeinsam angerückt kommen, und ihre „schützende Hand" über sein Land breiten wollen. Wir würden nicht überrascht fein, wenn in solchem Fall dieser König mit den Mohammedanern gemeinsames Spiel machen wollte, um die „weiße Pest" aus seinem Lande zu vertreiben. Hebet- Marokko hat der italienische Deputierte Malmuk sich sehr pessimistisch geäußert, Nach seiner Ansicht ist es um j Abdul Azizs Herrlichkeit schlecht bestellt. Er glaubt, daß der Prätendent siegen wird, und dann helfen die Akte von Algeciras vermutlich den Mächten recht wenig. Das marokkanische Volk haßt die Europäer, unb der europäerfreundliche Sultan kann sich nicht halten. Die englische Presse bespricht die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Marokkokonferenz, iveil die deutsche Regierung die Absicht habe, die Aktien der marokkanischen Staatsbank, welche jetzt im Besitze von Marokko sind, .felbft in die Hand zu bekommen. Es heißt, daß England und Frankreich dieses Vorgehen als einen Versuch betrachten, die Beschlüffe der Marokko-Konferenz zu umgehen. Pariser Korrespondenten übermittelten nach Landon scharfe Aeußerungen der französischen Presse, ivelche in solchen Angelegenheiten tonangebend für die eugllschen Blätter ist. Auch in London ist Mißstimmung bemerkbar in liberalen und konservativen Kreisen. Es scheint sich auch wieder um Stimmungmache gegen Deutschland zu handeln.
Das sind schlimme Situationen, und man begreift die Nervosität, die in den europ. Kabinetten herrscht, wenn es sich um afrikanische Dinge handelt. Wenn aber dem Aus- -bruch einer gewaltigen Empörung von Gibraltar bis zum Kap der guten Hoffnung vorgebeugt werden soll, dann wird Las nur möglich sein, wenn alle Mächte in der Bekämpfung Ler Gefahr einig und ohne Eifersüchtelei vorgehen. England hat zwar, wie vor einigen Tagen berichtet wurde, Hottentottenfamilien von der Grenze des deutschen Gebietes uveggezogen, weil diese Familien eine ständige Gefahr bildeten, da die Aufständischen sich bei ihnen neue Waffen und Munition, sowie Lebensmittel besorgten. Aber das war ein überraschender Ausnahmefall.
Die afrikanische Gefahr ist, das läßt sich nicht übersehen, vorhanden. Es ist freilich ebenso sicher, daß Europa mit dieser Gefahr fertig werden könnte, daß ein allgemeiner Neger-
Rückkehr nach Samoa.
Es scheint kein Zweifel mehr zu fein, daß der Gouverneur von Samoa, Dr. Solf, demnächst auf seinen Posten zurückkehrt. Damit kann wohl der Konflikt zwischen Solf und einem Teil der Pflanzer auf Samoa als erledigt gelten. Ob auf Grund einer Untersuchung, weiß man nicht. Der Gouverneur wohnte zwar der letzten Etatsberatung im Reichstag bei, aber die fragt Angelegenheit wurde in der Debatte nicht berührt. Die Negierung muß aber die Ueberzeugung gewonnen haben, daß die gegen Dr. Solfs Amtsführung erhobenen Beschwerden unbegründet sind. Es wäre eben wünschenswert gewesen, darüber Aiithentisches zu hören.
liirdic urrd Schule.
— Eine Aufsehen erregende Meldung bringt die „N e m s ch d. Ztg" Danach hat das Konsistorium in Verbindung mit dem Synodalvorstand bereits am ö. Juli beschlossen, das; die Wahl des Pfarrers Roemer kassiert werden soll, und daß der evangelische Oberkirchenrat in Berlin gebeten werden soll, gegen Pfarrer Traub in Dortmund wegen seiner -Lym- pathiedepesche für Pastor Roemer gleichfalls d i ü z i p l i n a r i, ch vorzugehen. .....
polififd^c Tagesschau.
In Vertretung des Reichskanzlers.
R. Berlin, 19. Juli.
Während Fürst Bülow die Heilkraft der Nordsee auf sich wirken läßt und Staatssekretär Frhr. v. Tschirschky im Gefolge des Kaisers die skandinavischen Gemässer durchkreuzt, weilt Graf P o sadowsky-noch immer in der vom schwülen Dunst erfüllten Neichshauptstadt. Seine geistige Spannkraft ist ungeivöhnlich. Gestern wohnte er beispielsweise einer Sitzung der Berliner Medizinischen Gesellschaft bei, um sich über die Bedeutung der Blinddarmentzündung als Volkskrankheit zu informieren. Es scheint, als werde Gras Posadowsky durch die Geschäfte des Stellvertreters des Reichskanzlers in Berlin zurückgehalten, da er sonst um diese Zeit im Ausland zu weilen pflegte. Vom Fürsten Bülow kann ja auch nicht angenommen iverdeu, daß er bereits jetzt die amtlichen Obliegenheiten wieder in vollem Umfange selbst erledigt, die zahlreich unb vielseitig sind, mag die Jahreszeit politisch auch still erscheinen.
"vadc 38
Lual. 38
Eine Aufgabe für Lord Kitchener.
Nach Meldungen aus London besteht dort in politischen Kreisen die Ueberzeugung, das binnen kurzem ablaufende Oberkommando des Lord Kitchener über die indische Armee werde nicht verlängert, sondern dem aus dem Burenkriege bekannten General F r e n ch übertragen werden. Sollte das zu- treffen, so wäre es aber wohl verfehlt, daraus auf eine Unzufriedenheit der Londoner Regierung mit der Kommandoführung Lord Kitcheners zu schließen. Seine militärische Autorität i)t in Altengland zu fest begründet, als daß er der Möglichkeit einer Art von Maßregelung sich ausgesetzt sehen könnte. Es dürsten vielmehr politische Erwägungen der Regierung die Ablösung Kitcheners ratsam erscheinen lassen. Man bemüht sich nämlich, den Emir von Afghanistan für die Freundschaft mit England zu gewinnen. In dieses Programm paßt die durch Kitchener vertretene militärpolitische Tendenz nicht mehr hinein, die. in einer Kette starker Befestigungen an der asghanisclren Grenze das Heil sieht. Man wird diese Anlagen, die 20 Millionen gekostet haben, zwar nicht abtragen lassen, glaubt aber wohl, durch einen Wechsel im Oberkommando daS Mißtrauen der Afghanen zerstreuen zu können. Des weiteren erscheint ein Hinweis auf die Verschärfung der Lage in Aegypten am Platze. England will der panislamitischen Gefahr begegnen durch Errichtung neuer Bataillone der ägyptischen Armee, und es könnte nicht überraschen, wenn die Regierung sich mit der Absicht trüge, Lord Kitchener, dem „Helden von Omdurman und Khartum", das Oberkommando über die ägyptische Armee zu übertragen. Auf die blutige Niederwerfung der Jslamiten versteht sich Kitchener, wie kaum ein anderer englischer Heerführer. Das hat er in den Feldzügen gegen die Mahdisten gezeigt.
. f*6"!
“S? Hi*
, unb emP^e
Sitzrriig der Stadtverordneter,.
Gießen, 19. Juli.
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, Beigeordnete Curschmann unb Heyligenstaebt, die Stadtverordneten: Brück, Eichenauer, EmmeliuS, Euler, Faber, Gabriel, Dr. Entfleisch, Dr Haberkorn, Haubach, Heichelheim, Helm, Huhn, Jann, Jugharbt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig
erkennung für seine Dienstführung, die der Oberbürgermeister namens der Stadt ihm aussprach, ausgebrückt.
Baugesuche, städtische Arbeiten und bergt
Emil Schön hat für bie verlängerte Wilhelmstcaße ein Baugesuch eingebracht. Es wird abgelehnt, hauptsächlich, weil bie bemnächstige Feststellung des dortigen Bebauungsplans wahrscheinlich eine Abänderung der Straßenfluchtlinie bringen wird.
Wachtmeister Kasper hat darum tiachgesucht, seine seitherige Abortgrube im Hause Griinbcrgerstr. 35 belassen und als Sammelgrube für Rcgcnivasser benutzen zu dürfen. Nach den bete. Bestimmungen ist vorgesehen, daß seither vorhandene S a m m e l g r u b e n fü r R e g e n w a f f e r aus-, nahm sw eise mit Genehmigung des Bürgermeisters auch fernerhin belassen werden können, wenn sie wasserdicht verputzt und mit einem an den städtischen Kanal angeschlossenen Heb erlauf versehen werden. Die Deputation schlägt, da hierüber bis jetzt keine Bestimmung vorhanden ist, nunmehr vor, die Umwandlung von Abortgruben in Regenwasser- Sammelgruben ausnahmsweise zuzulassen, wenn sie gut desinfiziert und die bei den übrigen Sammelgruben vorgeschriebenen Bestimmungen erfüllt werden. Stadtverordn. Krumm fragt an, ob durch diese Zulassung nicht übel riechende Gruben erhalten blieben, deren Entfernung im allgemeinen sanitären Interesse liege. Stadtv. Heichelheim führt einen Fall an, in dem vom Wasserwerk erklärt worden sei, Regenwasserzysternen seien nicht mehr zulässig. Auch Stadtv. Kirch bittet unter Bezugnahme auf einen Einzelfall um Aufklärung, ob die Hausbesitzer das Recht haben, das Regenwasser so abzusiihrcn, wie sie wollten. Der Vorsitzende erläutert die sragl. Bestimmungen da-, hin, daß bestehende Regenwassergmbeu ausnahmsweise verbleiben könnten, Neuanlagen dagegen nicht gestattet seien. Beig. Heyligenstädt befürwortet das vorliegende Gesuch Kaspars, während Stcchtv. Eichenauer dem Antrag der Deputation zustimmt. Ter Vorsitzende erklärt auf Anfrage des Stadtv. Heichelheim, daß er persönlich Gegner der vorgeschlagenen Aendcrung sei. Schließlich findet der Antrag der Deputation Annahme.
Für die Verlegung der Wasserleitung in der Dreihäusergasse und die Auswechslung des Gasrohrs dort werden 160 Mk. bewilligt.
Für die bessere Entlüftung der Wasserleitung von Queckborn, durch die eine Vermehrung der Wasserförderung von 3600 auf 4900 Kubikmeter täglich erzielt wurde, werden die nachträglich angeforderten 800 Mk. bewilligt.
Gemeinnütziges.
Der Hess. Landesverein gegen den Mißbrarrch geistiger Getränke hat bei Gelnhausen 123 Morgen ehemaliges Bergwerksgelände angekaust und in einem darauf befindlichen Gebäude die Trinkerheilstätte Burgberg bei Bieber errichtet. Die Anstalt soll nunmehr erweitert werden, wofür ein einmaliger oder ein ständiger Beitrag erbeten wird. Man beschließt mit Rücksicht auf den gemeinnützigen Charakter der Anstalt, die ev. auch dazu dienen kann, die städtischen Armenlasten zu erleichtern, für jetzt einen einmaligen Beitrag von 200 Mk. Im Falle einer günstigen Entwicklung der Anstalt iverden erforderlichenfalls weitere Bewilligungen in Aussicht gestellt.
Ein Gesuch des Roten Kreuz-Vereins um Unterstützung für das süd west afrikanische Expeditionskorps wird dagegen ab gelehnt, da man der Ansicht ist, daß die Liebestätigkeit für unsere Afvickakämpfer nicht Sache der Gemeinden ist, sondern der privaten Fürsorge überlassen bleiben muß.
Stadtv. Eichenauer bemerkt bei dieser Gelegenheit, daß der seinerzeit bei der Bürgerschaft gesammelte Unterstützungsfonds für die ausreisenden Soldaten der China-Expedition nicht völlig verbraucht worden sei. Der Fonds werde bis heule weiter verwaltet von dem damals gewählten Komitee, und aus seinen Mitteln ist bisher allen Teilnehmern des deutsch-südwestafrikanischen Expeditionskorps, soweit dieselben unserem 116. Jnfanterie-Regt. angehören, bei der Ausreise eine Unterstützung gewährt worden, und auch zurückkommenden erholungsbedürftigen Soldaten ist eine solche zuteil geworden. Der Fonds gestattet noch auf einige Zeit eine weitere derartige Verwendung.
Ter deutsche Verein für Bekämpfung der Tuberkulose hat ein Tuberkulose-Merkblatt herausgegeben und regt an, eine größere Anzahl davon anzuschasfeu und in der Bevölkerung zu verbreiten. Die Deputation schlägt jedoch vor, wie vor 5—6 Jahren das vom Kaiserlichen Gesundheitsamt herausgegebene Merkblatt in 2500 Exemplaren zu beschaffen uni) durch die VolksschuMüder zu verbreiten. Die Kosten würden sich auf etwa 75 Mk. belaufen.
Stadtv. Jann regt an, es auch durch die Kinder der höheren Schulen zu verbreiten. Der Vorsitzende hält dies nicht für nötig, da in diesen Kreisen durch die Hausärzte mehr geschehen könne, als man durch das Merkblatt vermöge. Stadtv. Dr. Haberkorn tritt mit warmen Worten für die Verteilung der Merkblätter ein und teilt mit, daß der Kreis Gießen für schwere Tuberkulosefälle eine Anzeigepflicht durch die Aerzte einzuführen beabsichttge, insbesondere bei Todesfällen und beim Umzug Schwer- kranker, damit die betr. Wohnungen desinfiziert werden könnten. Bezügl. der Desinfektionen geschehe hier freiwillig schon sehr viel. Der Vorsitzende teilt noch mit, als weitere Einrichtung zur besseren Bekämpfung der Tuberkulose werde beabsichtigt, in dermedizinischenKlinik eine unen tgeltliche Sprechstunde für Tuberkulose einzuführen. Prof. Tr. Moritz unb seine Assistenten wären hierzu bereit. J-erner solle dort eine besondere Schwester für die Pflege Tuberkulöser angenommen worden. Der Staat ist bereit, die Wohnung und Beköstigung der Schwester zu tragen, wenn die Stadt ihren Geholt übernehme.'
Der Antrag auf Beschaffung der Tuberkulose-Merkblätter findet einstimmige Genehmigung.
Erweiterung des Schlachthofes und Errichtung einer Kühlhalle.
Wie der Vorsitzende mitteilt, hat sich bei den Vorarbeiten für die Errichtung der Kühlanlage herausgestellt, )aß Pas Schlachthaus bei einer weiteren Bevölkerungs-
Heer und Flotte.
Kiel, 19. Suli. Nach mehrtägigem Llufeuthalte an der Wasserkante kehrten über 200 Flottenfreunde aus dem Großherzogtum Hefsen in bie Heimat zurück. Die Hessen hatten bie Reise weiter ausgedehnt, als es üblich ist, und die geschichtlichen Stätten aufgeiiufä, bie für Schleswig-Holsteins Deutschtum und für.des Reiches Geltung zur See die entscheidende Wendung brachten. Sie fuhren nach Alfen, Sundewitt und bestiegen die Düppeler Höhen, die jetzt fruchtbare Kornfelder sind und fast nur durch die Denkmäler an die Tage des Sturmes erinnern. In der nächsten Woche erwarten wir aus allen Gegenden des Reiches, von der Königsau bis zum Bodensee, etwa 300 Lehrer der Volks- und Mittelschulen, eie wollen Hamburg, Kiel, den Kanal und Helgoland besuchen, um der Jugend aus eigener Anschauung über Deutschlands See-Interessen und See- wehrkraft erzählen zu können. Es ist die erste Fahrt dieser Art, die der deutsche Flottenverein veranstaltet.
Üfltjop Papigei
igei ßoppelgelbM
6. KV. 1885
Öle Preistoar
Zwei tüchtige (05188 Ictfmifm/Mcn jofoa ober fpäter bei freiet u. tyti unb hohem Caiair Sehdorf yW- WM leit bei Herrn L.
nMchm error,-.
wnäWn od.Krau gt flleidiitr. 29,1.
^.7.uoes Dienfmädcheu .42 Grünberqer Sir. 7,1 aosmödchcu iür den :aqperioiortgeiud)L M hriinberqer Straße öS.
WwiNtüMtoiii ioforiigem Eintritt gchcht. ° JnrM, Spezialgeschäft dec -eien- und Pcrde-Jnduslrie. 0 Sieuerrweg 50. Wl.Mk
von 14-16 Jahren such! Kngcu Sauffmaun, üamveniabrik. ji443
Hausbnrfche iidn. Neuer Laalbau. M
Zweites Blatt 156. Jahrgang
Gießener Anzeiger


