Handel
des
3x7.
. . 129 10
Oberschles. Eisen-Industrie 128.50
Berliner Handelsges. .
3?o Portugiesen Serie I .
39s
. . 211.30
113.80
Tendenz: ziemlich fest.
Börse, 20. Februar. Anfangskurse.
Wo8?e
Wo^e
WoSle
Markt 16.
Markt 16.
3M
»■Pi»
Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn
Ungar. Goldrente Italien. Rente .
4 96
4%
101-
101.60
96.30
Laurahtitte . .
Nordd. Lloyd .
4% Oesterr. Goldrente. . 47s 9s Oesterr. Silberrente
. 173.70
. 149.70
. 2490
. 144.30
. 134.OQ
Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . .
Harpen er Bergwerk Laurahntte . .
Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Tiirkenlose . . .
Darmstädter Bank .
Deutsche Bank .
Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit.
Dresdner Bank Kreditaktien . . .
Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . .
Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn
68.75
69.80
92.35
94.60
9340
146 20
53.70
92.20
67.50
96.60
101.1'
89.15
101.45
89 20
100.—
246.20
132.—
. 174.75 . 149.50 . 241 90 . 182.60 . 189.— . 166.00
3 3?s 3M7<
144.00 133.50
260.00 227 30 186 00 216 50 246,00
Reichsanleihe do.
Konsuls . . do. . .
Hessen . . .
Oberbessen
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
DoranSsichtlicke Witterung iu Hessen für Mittwoch bett 21. Februar 1906: Meist heiter, trocken, nachts stellenweise leichter Frost, am Tage Temperatur meniq verändert.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
4-s7o russ. Staatsanl. 1905 4XA° n Japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......
4% Griech. Monopol-Anl. \% äussere Argentinier . 37g Mexikaner . . . .
4M7o Chinesen . .
Aktien :
Bochum Guss.....
Buderus E. W.....
Telefonische Kursberichte
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.
Frank fnrter Börse. 20. Februar, 1.15 Uhr.
. 89.10
. 166.20
Berliner
Canada E. B. . . .
Darmstädter Bank .
Deutsche Bank . .
Dortmunder Union C.
Dresdner Bank . .
Tendenz: ruhig.
Frieda*. Teipel
Nur kurze Zeit!
, . 246 40
. . 2490
. . 129.00
. . 146.40
Portugiesen T III
iiiing wurde allgemein bemerkt, das König Eduard, als er nach dem Thronsessel im Hause der Lords schritt, sich schwer auf einen Stock st ü tz t e.
Paris, 20. Februar. Aus Algeciras meldet dec „Matin", bai die Antwort Deutschlands auf die französischen Vorschläge ein getroffen sei. Deutschland weise darin die französischen Vorschläge zurück. Gegen 7 Uhr abends begab sich Fürst Ra dolin zu Nevoil, um diesem den Inhalt der Antwort mitzuteilen. Ter Korresvondcnt deS „Watin* fügt hinzu, er sei in der Lage, den Inhalt der deutschen Antwort mitzuteilen. Die deutsche Antwort besage, der französische Vorschlag entspreche nicht den allgemeinen Prinzipien der Unabhängigscit des Sultans, der Integrität Marokkos und der internationalen Handelsfreiheit. Die deutsche Rote verwirft aus diesem Grund den Vorschlag, spanische und französische Offiziere mit der Polizeiorganisation in den Häfen zu beauftragen. Deutschland mache keinerlei Gegenvorschläge. Revoil erwiderte, er werde den Inhalt der deutschen Rote nach Paris berichten. — Verschiedene Delegierte in Algeciras sind nach den hierher gelangten Nachrichten der Ansicht, daß auch eine Verständigung der Staatsbankfrage schwierig sei, und empfehlen, die Polizeisrage sofort der Konferenz vorzulegen. Mehrfach wird erklärt, das; die Lage nicht derart sei, um Besorgnisse für einen ungünstigen AnSgang der Konferenz hegen zu müssen.
Wien, 19. Febr. (Abgeordnetenhaus.) In her Beantwortung der Interpellation Kram rcz bezüglich der Marokkoaffäre erklärte der Ministerpräsident, derzeit liege kein Anlaß zu einer Interpretation des Allianzver- trages mit der deutschen Rcichsregierung vor. Eine nähere Erörterung sei umsoweniger angebracht, als kein triftiger Grund zu Befürchtungen vorliege, daß auS der gegenwärtigen Lage zwischen den Ländern Europas! Komplikationen entstehen könnten, die den Frieden, dessen; Erhaltung allen Mächten gleichmäßig am .Herzen liege, ernstlich gefährden würden.
Marokko vor dem englischen Parlament.
London, 19. Februar.
Chamberlain brachte nach der Thronrede seine Be« Tiiebißiing über die auswärtigen Angelegenheiten zum Ausdruck. Das .Haus würde erfreut sein, wenn die Regierung versichern könnte, daß bei der Konferenz i n A l g e c i r a s Fortschritte gemacht würden. Wir wissen, daß wir als Freund Frankreichs zur Konferenz gegangen und daß wir als Freund Frankreichs das Abkommen getroffen haben, welches für uns zufriedenstellend ist, und von welchem -wir hofften, daß es für andere Länder annehmbar sein werde. Wenn wir durch diplomatische Mittel das fördern können, was wir für das gerechtfertigte Interesse Frankreichs halten, so bin ich sicher, daß dies mit den Wünschen des Hauses übereinstimmt. (Beifall.)
Campbcll-Bannerman, Ministerpräsident, führte aus: Soweit der Negierung bekannt, schreiten die Angelegenheiten in langsamer, aber z u f r i c d c n ft e l l e n d e r Weise fort. Die Beziehungen Englands zu der französischen Regierung blieben genau dieselben wie sie waren. Die britische Regierung lasse der französischen jede diplomatische Unierstübung angedcihen, die iu ihrer Macht stehe und gebe sie ohne die geringste Präjudiz, nicht nur für ein vollkommenes gutes Einvernehmen, sondern sür die direkte Freundlichkeit Englands zu allen in Betracht komme n den Mach t c n. Es sei recht und angebracht, daß dem britischen Volke immer und immer wieder gesagt werde, daß die Verständigung, mit Frankreich in voller Stärke unverändert fortbestehe und keine schlimmen Absichten geg en irgend eincan» dercNation oder Regierung in sich schließe, daß die britische Regierung in dieser Verständigung nur ein Mittel zu finden! wünsche, jene freundlichen, sozusagen herzlichen Gefühle zwischen England und Frankreich zu bekräftigen, die sie zu fördern..bedacht sei.
Grosser Posten aussortierter Wolle per 10 Lot 50 Pfg.
Günstigste Gelegenheit, sich bei augenblicklich hohen Wollpreisen billige Wolle zu verschaffen
Gesetzeskunde usw. zu kehren. Äehnlich sei man im Königreich Sachsen verfahren, sowie in Bayern, Württemberg, Baden usw. Für Hessen sei daraus folgendes zu lernen: Es habe obligatorischen Fortbildungsschuluuterricht, sei also in dieser Beziehung weiter vorgeschritten als die meisten anderen Staaten. Das sei eine ausgezeichnete Grundlage, auf der man sehr gut arbeiten könne. Es sei unter keinen Umständen zuzugcben, daß die Landwirtschaft so zurückgegangen sei, als daß nicht die gesamte ländliche Bevölkerung von einer solchen Einrichtung Nutzen haben dürfe. In Langsdorf z. B. seien 60 Proz. der Fortbildungsschüler Landwirte und weitere 10 Proz. trieben die Landwirtschaft mindestens nebenbei. Auch der Rest der Schüler werde Vorteile von einem solchen Unterricht haben. An eine Ersetzung der landw. Dinterschulen durch die landw. Fortbildungsschulen sei nicht gedacht, die landw. Winterschulen würden vielmehr durch das Bestehen von ländl. Fortbil- ungsschulcn gefördert, da diese zwischen der Zeit der Volksschule und der landw. Winterschule die Schüler geistig weiter bilde, in ähnlicher Weise, wie dies das Turnen für die körperliche Entwicklung tue. In welcher Weise der Unterricht in den ländlichen Fortbildungsschulen zu erteilen sei, müsse durch die Erfahrung gelernt werden. Als Lehrer- personal kämen im wesentlichen die VolkSschullchrer in Betracht, auch in Preußen seien 96 Proz. der ländlichen Fortbildungsschullehrer Angehörige des Volksschullehrerstandes, der Rest bestehe aus Geistlichen und wenigen anderen Leuten, und darunter seien nur 4 Landwirtschaftslehrer. Es komme dabei nicht nur daraus an, daß die betr. Lehrer ein gewisses Maß von Kenntnissen auf den in Frage kommenden Gebieten erwerben, sondern daß sie auch in den Stand gesetzt werden, die Sache methodisch und pädagogisch zu verwerten. Er sei bereit, am landw. Institut zu Gießen versuchsweise in diesem Sommer einen Kursus für eine Anzahl Volksschullehrer abzuhalten, damit zunächst im nächsten Winter an etwa 10 Orten des Kreises Gießen versucht werden könne, ob die gedachte Einrichtung sich für unsere Verhältnisse bewährt. Es batten dieserhalb auf Anregung des Geheimerats Dr. Breidert Konferenzen unter Beteiligung des Bürgermeisters Köhler stattgefunden, und es liege jetzt zunächst am Kreise Gießen, den Lehrern die Mittel für die Teilnahme an dem Kurs zu schaffen. Tann müsse man abwarten, wie der Versuch sich in der Praxis gestaltet. Weitere Vorschläge wolle er nicht machen, denn es sei Sache der Regierung und des Landtays, hier Bestimmungen zu treffen. Er hoffe, daß unter Zustimmung der gesamten Bevölkerung dieser Versuch gemacht werde und zum Segen der gesamten Landwirtschaft ausschlagen werde. (Lebhafter Beifall.) _______________________(Schluß folgt.)
Gerichtssaal.
sd. Darmstadt, 19. Febr. Der 24 Jahre alle Lehrer Karl Krug in Bauschheim hatte sich heute vor der Strafkammer wegen Vergehens aus § 176, 3 des Reichsstrafgesetzbuchs zu verantworten, dessen er sich in vier Fällen an kleinen Mädchen schuldig gemacht hat. Die Strafkammer verurteilte ihn zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis.
B e l g r ad , 19. Febr. Der Gerichtshof hat den früheren Ministerpräsidenten Wladan Giorgjewitsch wegen Preisgabe von Staatsgeheimnissen zu 6 Monaten Gefäng -- n i s verurteilt. Staatsanwalt und Verteidiger haben sich vor- behalten, Berufung einzulegeu.
Gingesan-t.
(Für Form und Inhalt nher . utci die, • Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Warum findet im B ü r g e r v e r e i n der schon vor längerer Zeit angekündigte Vortrag des Herrn Ob erbau rat Schm ick über die K a n a l i s a t i o n nicht statt? Bei dieser Gelegenheit kann der Bürgerverein doch zeigen, daß cs ihm ernst ist, die bei seiner Gründung gegebenen Versprechen zu halten. Oder sollte er etwa durch besondere Ereignisse daran verhindert worden sein? x-
GrigittaL-Drahtmel-nngen.
Berlin, 20. Febr. Die Zentralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen erließ eine Erklärung, worin sie dem Provisorium mit den Vereinigten Staaten zu- stimmt und die Hoffnung ausspricht, daß cs auch der Reichstag baldigst annehme.
Berlin, 20. Febr. Eine allgemeine Amnestie wird, wie verlautet, am Tage der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares in Kraft treten. Ohne Rücksicht auf den Anlaß der Straftat soll mit Wirkung vom 27. Februar an ein Straferlaß gegen diejenigen Verurteilten eintreten, gegen welche wegen eines Vergehens oder einer Uebertrctung auf eine Gefängnisstrafe bis zu 6 Wochen oder auf eine Geldstrafe bis zu 15 0 M k. erkannt ist.
Bautzen, 20. Febr. Ein galizischer Arbeiter erschoß seine Geliebte, um sich ihrer zu entledigen. Der Mörder wurde verhaftet.
Braunschweig, 20. Febr. Die von Kopenhagen aus verbreitete Meldung von einer angeblichen zcugenlosen Aussprache zwischen Kaiser Wilhelm und dem .H er zogvou Cumberland ist absolute Erfindung. Dem Kaiser wurde nur kurz vor der Tafel durch den König der.Herzog von Cumberland vorgestellt. Beide Fürsten verbeugten sich stumm und begrüßten sich durch .Handschlag. Irgendwelche Worte zwischen dem Kaiser und dem Herzog sind sowohl während dieser Vorstellung wie auch während der Anwesenheit beider Herrscher in Kvpenhagen überhaupt nicht gewechselt worden.
Straßburg i. E., 20. Febr. Der 23jährige nervenkranke Student Montrier umfaßte bei einem Spaziergange am Rhein-Rhone-Kanal plötzlich seine Mutter und sprang mit ihr in den Kanal. Schleusenwärter retteten die Mutter, der Student ertrank.
L o'n d o n, 20. Febr. Bei der gestrigen Parlamcntseröff-
Schülerinnen hatte, betrugen 21" 065,97 Mark, die Ausgaben 20 695,67 Mark. Tie Mitgliederzahl des Vereins beträgt jetzt 246 Dos Vermögen ist aus 124 089 Mk. angewachsen. Tie Grvßber-.ogin dankte zmn Schluffe dem Vorstand sür seine
> Bingen, 19. Febr. Gestern fand hier eine große öffentliche Versammlung d'-s Weinbau Vereins der Provinz Rheinhessen statt, die außerordentlich gut besucht war. U. a. sprach Redakteur Mattern Mainz über ,.Weinsteuer und Weingesetz" in Anlehnung au die jüngsten Reichstagsversammlungen, woraus sich die Versammlung entschieden gegenjeglicheArtWein- heuer aussprach. .
Saiger, 18. Februar. Sen heute morgen zeigen nm auch auf der anderen Seite des Einschnittes bei Würgendorf große Erdrisse. Mit fieberhafter Tätigkeit wurde den ganzen Sonntag über gearbeitet, um die in Bewegung befindlichen Erd- und FelSmaffen zu entfernen. Die Beamten der Bahnmeisterei und Verkehrsinspektion wurden telegraphisch an Ort und Stelle gerufen. (Anz. f. d. Tillt.)
' * (c; n e T7 i tf r;"'' aus .Hessen, und den
Nachbarstaaten. Das Residenztheater in Kassel wechselte am 15. d§. zum dritten Male innerhalb zwei Jahren die Direktion. Diele geht jetzt in die Hände eines Herrn Helm über. — Ter Durgwirt Nidergall in Gleiberg feiert am 20. Februar feine silberne Hochzeit. — In Langd ereignete sich in einem Steinbruch ein bedauerlicher Unglücksfall. Beim Stein» brechen flog dem Arbeiter Schäfer ein abgebrochener eiserner Keil ins Gleficbt und verletzte ihn schwer. Er wurde sofort nach Gienen in die Klinik verbracht, wo konstatiert wurde, daß das linke Auge verloren ist. — In Dorheim starb der Bürgermeister Gotthard Heinrich R e u ß im 72. Lebensjahre. — Ter 1879 für die Aufseher und Arbeiter der Farbwerke zu Höchst a. M. von Wilhelm Meister, Dr. Eugen Lucius und Adolf v. Brüning ins Leben gerufenen Kaiser Wilhelm- und Auguste-Stiftung für Arbeiterinvaliden, Witwen und Waifen haben die die Familien der Stifter vertretenden derzeitigen Mitglieder des Aussichtsrats der Farbwerke aus Anlaß der silb. Hochzeit de? Kaiservaares weitere 100 000 Mk. zugewendet. Auch die Beamtenvensionskasie erhielt 100 000 Mk.
F?ersammlung des tcrndwirilchafttichen ZS zirks- vereins Hießen.
(Original-Bericht des Gienener Anzeigers.) Grünberg, 19. Febr.
Im Gasthaus zum Hirsch fand heute mittag IV2 Uhr eine von den Mitgliedern sehr gut besuchte Versammlung des landw. Bezirksvereins statt. U. a. waren zu der Versammlung erschienen der Präsident des Ministeriums des Innern Braun, Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert, Kreisamtmann Dr. Merck, Professor Dr. Gisevius und die LandtagSabg. Köhler und Leun. Geheimerat Dr. Breidert eröffnete die Versammlung mit herzlichen Worten der Begrüßung und hieß insbesondere Ministerialpräsident Braun herzlich willkommen. Dieser dankte mit herzlichen Worten und gab die Versicherung ab, daß er auch in seinem neuen Amt der Landwirtschaft das Recht der Erstgeburt wahren werde und die Fürsorge sür sie als seine ureigenste Domäne betrachten werde. Auch sein Nachfolger werde nach seiner festen Ueberzeugung alles tun, um das Interesse der Landwirtschaft wahrzunehmen. Nach diesen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Worten des Ministers begrüßte der Vorsitzende den treuen Freund des Bezirksvereins Dr. Gisevius-Gießen und die Mitglieder des Stadtvorstandes von Grünberg. Er gedachte ferner des Ablebens des auch um die Landwirtschaft hochverdienten Staatsministers Rothe, sowie des Todes des eifrigen Vercinsmitgliedes Bürgermeisters .Heller von Lich. Zum ehrenden Andenken an beide Verstorbenen erhob sich die ^rsammlung von den Sitzen.
Hierauf ergriff Professor Dr. Gisevius das Wort zu einem Vortrag über den naturwissenschaftlichen Unterricht in der Fortbildungsschule unter Berücksichtigung der Landwirtschaft. Um diese Frage in ihrer ganzen Bedeutung zu würdigen, müsse man, so führte der Redner aus, die Verhältnisse in anderen Ländern berücksichtigen, denn bei uns sei ein derartiger Unterricht bis jetzt nur versuchsweise eingeführt. Vor allem kämen die Einrichtungen Dänemarks und Schwedens auf diesem Gebiete in Betracht. Dänemark habe nach dem Verlust Schleswig-Holsteins begriffen, daß es etwas außerordentliches für die Landwirtschaft tun müsse, wenn es seine Bedeutung behalten wolle. Es habe die landwirtschaftlichen Volkshochschulen gegründet, die etwa unseren landw. Winterschuleii entsprächen, und verwandte Anstalten. Mit welchem Erfolg, lehre der Aufschwung der dänischen Landwirtschaft feit jener Zeit. Seinem Beispiel sei dann Schweden gefolgt und auch Schleswig-Holstein, und zwar mit gleich gutem Erfolg. Auch in Preußen habe man in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts damit begonnen, zunächst dem regelmäßigen Volksschulunterricht Fortbildungsschulen anzugliedern. Die vorerst nur private Tätigkeit erfuhr anfangs der 70er Jahre eine mächtige Förderung durch einen Ministerialerlaß. Seit 1890 wurde als Ziel der Fortbildungsschule gesteckt, die Schüler für ihren Beruf vorzubereiten. Seit jener Zeit nahm das ländliche Fortbildungsschulwesen in Preußen einen großen Aufschwung, ihre Zahl stieg in den letzten 10 Jahren von 800 auf 1427, und es werden jetzt jährlich über 20 000 Schüler in ihnen unterrichtet. Ter Staat leistet jährlich 186 000 Mk. Zuschuß und die Kosten für den einzelnen Schüler belaufen sich int Winter auf 9 Mk., also in drei Jahren auf 27 Mk. Am besten ist das landwirtschaftliche Fortbildungsschulwesen im Westen, namentlich in Hessen- Nassau und Rheinpreußen ausgebildet. Als man int Jahre 1895 mit der Umwandlung der Fortbildungsschulen begonnen habe, habe man versucht, nur berufliche Dinge zu lehren. Aber es habe sich herausgestellt, daß dies nicht durchführbar sei, denn die Zeit reiche dazu nicht aus, einen vollen landwirtschaftlichen Unterricht zu erteilen. Man habe sich deshalb dahin entschieden, außer der Wiederholung des in der Volksschule Gelernten, neben etwas landw. Unterricht naturwissenschaftlichen Unterricht, Staats- und


