Ausgabe 
20.2.1906 Erstes Blatt
 
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Nr. 43

rffteiet «L-ttch aiifeer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfischea Landwirt die Siebener Kamillen- Mitt er viermal m der Woche betgelegt

Rotationsdruck n. Ver­lag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u. Stein- druckeret. R. Sange. Red al turn, ^ rve ditiov und Druckerei:

Schulstratze 7.

Redaktion 112

Verlag u.Exved.LqAbl Adresse für Deoeschen:

Anzeiger Gießen.

Erstes Blatt 156. Jahrgang

Dienstag 2V. Februar 1006

Gietzener Anze

w General-Anzeiger 69

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen

E

VczugüpretS: monatlich 75 Pf., viertel« jährlich Alk. 2.20, durch Adhole- ii. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Pik.2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnuinnier bis vorniittags 10 Uhr. Zeilenprets: lokal 12Pf^ auSwäNS 20 Psg.

Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wrttko: hlr Stadt und 2anb" und Gcrichtssaal*: Ernst Heß; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Z)ie heutige Nummer umfaßt 8 Herten.

Aeutschtanv unö Amerika.

Beim Reichskanzler haben, wie uns gestern aus Berlin gemeldet wurde, vertrauliche Besprechungen mit den Führern der Mehrheitsparteien des Reichstags stattgefun­den. Tas ist ein vom Fürsten Bülow wiederholt mit Er- tolg angewandtes Mittel, in kritischer parlamentarischer Situation die maßgebenden Herren zu sich zu bitten. In minder wichtigen Fullen genügt es, daß der Zylinderhut des Dr. Spahn vom Zentrum in dem Palais der Wilhelm- straße abgegeben wird. Dr. Spahn setzt dann dem Zentrum in der Heimlichkeit des Fraktionszimmers auseinander, was der Kanzler für wünschenswert halt, daß es vom Zentrum angeregt" werde. Aber die ausschlaggÄcnde Partei kann sich nicht für alles stark machen, selbst wenn sie einig ist roas in letzter Zeit nicht stets zu bemerken war. Das Zentrum mag gewillt sein, seine Leute für ein Ja zu stellen; es mag dahin Übereinkommen, in der Diskussion Punkte nicht zu erörtern, deren Evlvühnung der Regierung aus schwerwiegenden politischen Gründen nicht wunschenslvert erscheint. Doch dafür ist selbst das Zentrum nicht mächtig genug, eine Gewahr zu übernehmen, daß auch die Ver­treter der anderen Mehrheitsparteien die Opposition kommt nicht in Betracht, weil sie ja stets derBosheit verdächtig ist die gleiche Diskretion üben. Ta hilft nichts anderes, als daß die Mehrheitssührer samt und sonders ins Vertrauen gezogen werden. Jeder der Teilnehmer wird zu einer Entscheidung berufen, bei der es auf jeden Ein­zelnen ankommt; jeder Einzelne kann den stolzen Gedanken hegen, für einen Augenblick die Geschicke des Reiches in der Hand zu haben. Hier zeigt sich der Einfluß des Parla­mentariers in seiner ganzen Große. Die Regierung kann nicht weiter ohne die Zustimmung dieser Führer; das Schwungrad stockt, wenn ihr starker Arm es will. Der Reichstag, den man im vorigen Jahr jählings nach Hause schickte, der überschlechte Behandlung" häufig erzürnte Klage fuhrt, wird zum entscheidenden Faktor. Das gewahrt ein gewisses Gefühl des Triumphes, das auch in die Herzen erhabener Männer (Eingang findet.

Diesmal haben die vertraulichen Besprechungen beim Fürsten Bulow der Verlängerung des Handels­provisoriums zwischen Deutschland und den Verein. Staaten gegolten. Ter Kern der Sache ist: das freie Amerika gewahrt^nichts und empfängt alles. Ursprünglich hatte man sich das ganz anders gedacht. Die Ver. Staaten, nachdem sie lange Jahre hindurch herrlich und in Freuden auf Ko st en Deutsch­lands gelebt, die deutsche Einfuhr ausgesucht schlecht und chikanös behandelt, aber jeg­lichen Vorteil unserer Handelsverträge ge­nossen hatten, die Ver. Staaten sollten nun einmal eine Gegenleistung bieten, oder von der ganzen Schärfe des deutschen Zouschwerts, eigens geschliffen gegen eigensinnige AuslandSmüchle, getroffen werden. Graf Posadowsky ver­kündete das im Reichstag, zwar in diplomatisch höflicher Umschreibung, aber im Toneunbeugsamster Entschlossen­heit". Als es aber ans Unterhandeln mit den Ver. Staaten ging, wurde man bald um eine Enttäuschung reicher. Der gute Freund Präsident Mosevelt bedauerte unendlich, hier nicht helfen zu tonnen. Kurzum, die Ver. Staaten sind für Zugeständnisse nicht zu haben, wie sie doch jede andere Macht gewähren mußte, um in den Genuß der Vor­rechte des deutschen Zolltarifs zu gelangen. Es ist ein eitler Wahn, daßetwadie Union späterhin,nach Ablauf des Provisoriums, mehr (Entgegen» 'kommen bezeigen werde. Memand bezahlt etwas, das er umsonst haben kann.

Die Agrarier hätten einen frischen fröhlichen Zoll­krieg mit den Ver. Staaten, diesem energischen Kon­kurrenten auf dem Markt für landwirtschaslliche Produkte, nicht ungern gesehen. Aber die Regierung führt politische Grunde ins Feld : Wir können jetzt keinen wirtschaftlichen Krieg brauchen, jetzt, wo der politische Horizont so um wölkt ist, daß jeden Augenblick ein ernster Kon­flikt entstehen kann. Siehe Marokko, Algeciras, das Einvernehmen Frankreichs und Englands, die nicht mehr pupillarisch sichere Haltung Italiens usw. Diese politischen Erwägungen dürften denn auch den Ausschlag geben und den Reichstag zur Annahme des Provisoriums bestimmen.

Mit bemerkenswerter Schärfe spricht sich das Organ des Bundes der Landwirte gegen dasungemein pein­liche und niederdrückendeErgebnis"der deutsch- amerikanischen Verhandlungen aus. TieTagesztg." er­klärt, es würde weder der deutschen Regierung noch der deutschen Industrie schaden, wenn der Reichstag das Pro­visorium rundweg ablehnte. Fürst Bülow wird diesen Rat nicht tragisch nehmen, denn abgesehen vom ALg. Oldenburg gehören Führer des Bundes der Landwirte dem Reichstag nicht mehr an. So wird der in der Regierungs­vorlage über das Provisorium optimistisch alsUebergangs- stadium" bezeichnete Zustand in Kraft treten und voraus­sichtlich dauernd sich gestalten.

*

Zum Handelsprovisorium mit Amerika.

wird uns' aus t a u s m a n n i j cy e n Kreisen geschrieben: In der Politik sind Zugeständnisse am Platze, wenn sich Aussicht auf eine spätere, größeren und nachhaltigeren Vorteil versprechende Vereinbarung eröffnet. Bei der Be­ratung des deurscts-,amerikanischen Handelsprovisoriums im Reichstag wird Fürst Bülow die Oefsentlichkeit wohl dar­über aufftären, ob er solche Aussicht für gegeben hüll. Möglich, daß die Diplomatie die Tinge in feinerer Struktur sieht, als die kommerziellen Kreise es vermögen. Tenn darüber tonn fein Zrveisel sein, daß bei letzteren die Meinung

überwiegt, es werde ein Tarifvertrag mit Amerika in Jahresfrist ebensowenig Zustandekommen, wie gegenwärtig. Um zu diesem, für die deutsche Geschäfts­welt wenig nutzbringenden Provisorium gelangen, hätte es wahrlich nicht so langwieriger und umfassender Ver­handlungen zwischen Berlin und Washington bedurft. Man tonn sich des Gedankens nicht erwehren, daß Frhr. Speck von Sternburg von den klugen Geschäfisleuten im Weißen Hause mattgesetzt worden ist, daß die Taktik der Amerikaner nichts weiter ist als eine gelungene Speku­lation auf Deutschland Friedfertigkeit und Nachgiebigkeit.

Das Handelsprovisorium mit Amerika ist am Montag dem Reichstage zugegangen und wird voraussichtlich am Donnerstag erledigt werden.___________________

Kersiändlgung in Algeciras.

Im Gegensatz zu alarmierenden Depeschen aus Algeciras ist eine Auslassung der , Nordd. Allg. Ztg." zur marok­kanischen Polizeifrage sehr ruhig und versöhnlich ge­halten. Es wird der Hoffnung auf Verständigung Ausdruck gegeben. Das offiziöse deutsche Organ teilt mit, sie könne die Angaben der ,Agence Havas* dahin ergänzen, daß die deutschen Delegierten, da Deutschland auf das von franzö­sischer Seite angeregte Doppelmandat an Frankreich unb Spanien nicht eingehen konnte, beauftragt wurden vorzuschlagen, der Sultan solle verpflichtet werden, die Polizei mit Hilfe selbstgewählter fremder Instrukteure unter Ueberwachung durch das diplomatische Korps selbst zu organisieren. Die fr an- zösifche Antwort lehnte den Vorschlag, der doch hinaus- Üefe auf die frühere Forderung des Doppelmandates, welches Deutschland nicht bewilligen könne, ab, weil em solches Frank­reich einen fast ausschließlichen polit. Einfluß am atlantischen Küstengebiet verschaffen würde. Erscheint uns, schließt die Norbb. Allg. Ztg.", auch die französische Antwort nicht befriedigend, so wollen wir doch die Hoffnung nicht aufgeben, daß eine Verständigung auch in der Polizeifrage erzielt wird.

Bemerkenswert ist, daß selbst der LondonerDaily Graphic* zugibt, Deutschland habe hier das Recht aus seiner Seite. Ein Glück, oaß Balfour und Genossen nicht mehr im Amte sind l Sonst würde sicherlich Frankreich von London aus zum äußersten Widerstand ermutigt werden.

Der PariserFigaro" schreibt über den Plan, Italien mit der Kontrolle der französisch-spanischen Organisation zu betrauen:

Wir legen besonderen Wert aus die französisch­italienische Freundschaft. Deshalb kann es uns fein Vergnügen machen, daß man zwischen Italien unb Frankreich eine Rerbungsfäche schafft. Alan tauft Gefahr, die An­strengungen von 10 Jahren zu Nichte zu machen unö dem g e - schmachten Dreibund die verlorenen Kräfte zurück zu geben. Man beschäftige Italien in Marokko und gleichzeitig beruhige Kaiser Wilhelm den Sultan Abdul Hamid, welcher wegen Tripolis besorgt ist. Man lenke Italien vom Abriatischen Meer und dem Balkan ab unb leiste so Oesterreich-Ungarn einen Freundschaftsdienst, unb es gelinge vielleicht, in einem anderen Punkte Nord-Anikas em ähnliches Mißverhältnis hervorzurufen, wie es vor der Erobe­rung von Tunis durch Frankreich bestand.

DieTimes* meldet aus Tanger, in ganz Marokko herrsche eine Hun gersnot, die durch einen Getreide - ring verursacht werde, dem der Sultan und der Maghzen nicht fern stehen. Die Not der bejammernswerten Bevölke­rung sei furchtbar. In Fez werde die sich zufammenrottende Bevölkerung mit Gewalt auseinander getrieben. Die einzige Hoffnung der ausgebeuteten Marokkaner beruhe auf auf den Prätendenten, von dem erwartet werde, daß er der Sache bald ein Ende mache.

Russische Mte.

Der Notenumlauf der S taats bank hat sich neuer­dings um 25 Millionen Nudel vermindert, welche dem Verkehr entzogen und vernichtet wurden.

In Petersburg ereignete sich im Sedensky-Lyceum eine Bomben-Explosion, wobei ein Schutzmann und vier Frauen schwer verletzt wurden. Während einer Schlägerei töteten zwei Revolutionäre einen Schutzmann. Die Verhaftung von sechs Anarchisten in einem Chambre garni in Petersburg hat zur Entdeckung eines ganzen Kom­plottes geführt gegen eine Reihe reaktionärer Minister. Bisher sind 26 an diesem Komplott beteiligte Personen ver­haftet worden, jedoch sind die Leiter des Komplotts und fünf Hausverwalter entwischt.

In Rudno (Polen) wurde der Gemeindevor- teher Jankowski, als er die Kirche verließ, durch Revolverschüsse getötet Die Täter entkamen.

In Tschita (Transbaikalien) wurden der Gouverneur und der Vizegouverneur vom General Rennekampf wegen Unfähigkeit von ihren Aemtern ad gesetzt

Deutsches Reich.

Berlin, 19. Febr. Heute hat hier zivischen dem Unter* taatssekretär im Auswärtigen Amte und dem österreichisch- ungarischen Botschafter der Austausch der Ratifikationen des Gesetzvertrags vom 25. Januar 1905 zum bestehenden Handelsverträge zwischen dem Deutschen Reiche und Oesterreich-Ungarn, sowie des Viehseuchen-Ueber- einkommens vom gleichen Tage Uattgefunben.

Zur ReichstagLdiätenfrage erfährt die »Sagt,

Rundschau": Im Gegensatz zu den süddeutschen Bundes­staaten hat Preußen bis in die neueste Zeit an seinem Widerspruch festgehulten. Es liegt augenblicklich die ganze Frage dem preußischen Ministerium zur Prüfung vor. 9ln der Zustimmung Preußens ist nicht zu zweifeln, aber man will wenigstens mit der Gewährung der Diäten auch ivirtlich das erreichen, was für ihre Notwendigkeit stets an­geführt wurde, beschlußfähige Neichstagssitzungen. Aus diesem Grunde wird das Diätengesetz ziemlich scharfe Kontrollmaßregeln enthalten.

Kiel, 19. Febr. Die kaiserliche Flotille passierte heute nachmittag Korsoe. Die Schiffe ankern heute nacht in der Marshalbucht.

München, 19. Febr. Gestern abend verstarb in­folge eines Herzschlages der frühere langjährige Kriegsminister Frhr. v. Asch._____________________________________________

Ausland.

Kopenhagen, 19. Febr. Der deutsche Kaiser ernannte König Frederik zum Ehrenaomiral der deutschen Flotte; der König verlieh dem Kaiser daS Ehren­zeichen des TanebrogordenS.

London, 19. Febr. Nach einer Meldung aus Söul mürbe gestern der forcan. Kriegsminister auf bet Straße von mehreren Männern angegriffen, welche beabsichtigten, ihn zu ermorden. Ter 9)hnifier wurde durch mehrere Säbel­hiebe verwundet. Die Angreifer entkamen.

Paris, 19. Febr. Loubet erklärte, er werde an den Beratungen des Senates teilnehmen, um die dringenden Forderungen der ländlichen Arbeiter unb kleinen Besitzer zu unterstützen. In gewiffem Sinne sei ec Sozialist, weil in Frankreich viel Unrecht gegen bie Lanb- bevölkernng gutzumachen sei.

Auf der deutschen Botschaft fand heute ein Diner statt, an welchein u. a. teilnahmen: Mmisterpräsibent 'Nouvier, Kriegsminister Etienne und 2)torineminifter Thomson mit ihren Gemahlinnen, ferner der italienische Botschafter Graf Tornielli mit Gemahlin, der neue Marine- aliachö bei bet französischen Botschaft in Berlin, Kontre- adnnral de Jenegniäres

AuS Kopenhagen wirb berichtet, der deutsche Kaiser hatte gestern an Bord der Preußen eine längere Unterredung mit Baron de Courcel, dein Chef der französischen Delegation bei der Leichenfeier für König Christian.

Budapest, 19. Febr. Heute vormittag verlas im Ab geordneten Hause der Vorsitzende das (Einberufung^- Reskript und gab bekannt, daß ihm zwei Schreiben des königlichen Kommissars zugegangen seien, bie er biesem jedoch zurückgesandt habe, weil sie nicht dem Abgeordnetenhause durch die verantwortliche Regierung überreicht worden seien. Dadurch sei bie Verfassung verle tzt. Sobann würbe bie Tagesordnung der Sitzung für Mittwoch festgestellt, worauf die Sitzung geschlossen wurde. Einige Minuten später erschien der Komrnanbant des 38. Infanterie-Regiments, Oberst Fcibricius, begleitet von 6 Soldaten mit auf- gepflanztem Bajonnet unb einer Abteilung Polizei. Er bestieg die Präsibenten-Tribüne und verlas bas Auflösungs- Dekret. Als von bet Journalisten-Tribüne einige Zurufe laut wurden, ließ er den Saal räumen. Die Türen des Parlaments sind gesperrt, das Haus ist von einer großen Menge Militär und Polizei umzingelt. In dem Beratungs­saale war während der Verlesung fein einziger Abgeordneter anwesend. Ein Kommunique der Regierung hebt hervor, daß das Auflösungsdekret auf eine baldige Einberufung des Reichstages hinweist. Man könne die Auflösung des Reichstages nicht als den Beginn eines Absolutis- mus bezeichnen. Mit Rücksicht darauf, daß das Abgeord­netenhaus da§ Verlesen des Auflösungsdekrets verhindert habe, habe Jabricius unter einer durch bie Umftänbe erforderten militärischen Bedeckung die Verlesiing des Dekrets im Ab­geordnetenhause durchgeführt, jedoch sei gegen das Abgeord- netenhaus keine Gewalt angewendet worden.__________

Ker si jsische KraaLssiausyatt für 1906.

Ter Staatsvoranschlag für das am 1. April beginnende neue Etatsjahr ist jetzt durch die gemeinsame Beratung zwischen Staarsregierung und Finanzausschuß soweit fertig­gestellt, daß seine endgiltige Erledigung durch die beiden Ständetommcrn glatt von statten gehen wird. Als Gesamt­ergebnis dieser Beratungen ist folgendes zu betrachten:

Tie Etcllsverhandlungen beftätigcn die zwar schon in der Einleitung des Voranschlags vom Finanzminister hervor- gehobene Tatsache, daß auch der neue Haushaltsplan unter dem Zeichen einer langsamen, aber ftetig fort- chreitenden Besserung der tvirtschaftlichen Verhältnisse steht, daß sich aber die früher ausge-, sprochene Hoffnung auf baldige, schrittweise Beseitigung der alljährlichen Fehlbeträge im Etat nicht erfüllt bat. Es stehen den steigenden Erträgen an Steuern, vesseren Holzpreisen und sonstigen kleineren Einnahmen o viel Mehrausgaben gegenüber, daß sich auch dieses Jahr ein Fehlbetrag von fast gleicher Höhe ergibt, wie im Vorjahr. Ter Finanzausschuß weist auf diesen unerfreulichen Umstand in seinem Bericht ausdrücklich hin und bemerkt:

In den letzten Jahren sind bie ordentlichen Ausgaben fast regelmäßig um je _ eine Million Mark gestiegen. Solllen sie in gleicher Weise wachsen, dann würden bis zmn Jahre 1910 wettere