Ausgabe 
21.9.1906 Zweites Blatt
 
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mann Bech gelang es noch ant 13. d. M, bei Kvmchanas in den östlichen Karasbergen eine größere Hottentotten- Lande zu überfallen und zu zersprengen. Bei diesem Ueber- sall fielen fünf Hottentotten, neun wurden gefangen.

Nach Aussage Gefangener leidet der Feind unter N a h r u n g s n o t, da er bei der steten Hetze durch unsere Truppen fast alles Vieh verloren hat. Es gelang den Hottentotten, am 11. d. M. bei Bpstek, nördlich Keet- manshoop, etwas Vieh abzutreiben. Sonst find sie jedes­mal durch Wachen und die Truppen abgewiesen und ener­gisch verfolgt worden. Wurden sie eingeholt, so entzogen sie sich der Verfolgung durch Auseinandcrtaufen. Bei der Abweisung von Viehdieben und deren Verfolgung fielen im ganzen ein Unteroffizier und zwei Mann: ein Manu wurde fchwer, ein Mann leicbt verwundet. Der Gegner hatte erheblich größere Verluste.

Eine angebliche Verschwörung gegen da8 Zarenpaar.

Unbestimmte Gerüchte, welche in den letzten Tagen in Anknüpfung an die Seereise des Aarenpaares und ihre Verlängerung in Umlauf waren, haben sich nun zu der Meldung verdichtet, daß man in Petcrbof einer Verschwör­ung gegen das Leben des Kaisers auf die Spur gekommen sei. Ob diese angebliche Entdeckung nur auf übergroße Aenastlichkcit der für die Sicherheit des Aaren verant­wortlichen Behörden zurückzusichren ist, oder ob ihr tat- fächliche Vorgänge zugrunde liegen, läßt sich fchwer be­urteilen.

Ter nicht gerade zuverlässige PetersburgerTuily Expreß"-Korrespondent will von autoritativer Seite er­fahren haben, daß eine Verschwörung zur Ermordung des Zaren und seiner Familie, die bei General Trepows Be­gräbnis ausgeführt werden sollte, entdeckt wurde, und daß der Zar deshalb nicht an der Feierlichkeit teilnahm. Ein halbes Dutzend im kaiserlichen Haushalt anacstellter Per­sonen sei beteiligt, darunter zwei frühere Dienstboten der Kaiserin-Witwe "und ein Offizier, der zu Trepows Stab gehörte, als dieser Palastkommandant war. Vor sechs Wochen hätten die Terroristen einen kaiserlichen Angestellten, wie es heißt, einen Gärtner, für sich gewonnen, und seit der Abreise des Zaren hätten sie rapide Fortschritte gemacht. Tie Verschwörung sei schon reif gewesen, ehe Trevow starb. Es sollen sogar Bomben in den Palast geschafft wor­den fein. Der Offizier, der sich bestechen ließ, weil er nach Trepows Tod Entlassung fürchtete, habe Selbstmord begangen. Einer der Dienstboten habe die Verschwörung verraten, und Stolypin habe darauf dem Zaren sofort telegraphiert, er möge vorläufig nicht nach Peterhof zu­rückkehren. Eine Bestätigung diefer Meldung fehlt.

Die Zarensamilie verbleibt in den Schären bis Ende September.

Ausland.

London, 20. Sept. Shannon", der längste und wahrscheinlich schnellste Panz erkreuzer der Welt, ist heute in Ehatham vom Stapel gelaufen. Der Riefendampfer der White Star LineAdriatic" und der Niesenturbinendampfer der Ennard-Line Mauritania" sind heute in Belfast bezw. Wallsend vom Stapel gelaufen.

.Mailand, 20. Sept. Der Friedenskongreß nahm einen Antrag an dahingehend, daß alle nationalen Verbände eine Volks Universität gründen und sich zu einem großen internationalen Bnnde vereinigen sollen. Bemerkenswert ist eine gesellige Zusammenkunft der deut- fchen und französischen Delegierten. Prof. Dr. Quidde- München und Passy-Paris toastet"n auf ein Ein­vernehmen beider Länder, Ruch et-Paris auf Kaiser Wilhelm und Stadtrat H c ilb er g-Breslau auf Fal- liöres.

Teheran, 20. Sept. Nach dem Erlaß betr. die persische Nationalversammlung haben das Aktiv Wahl­recht alle männlichen Staatsangehörigen im Mter von 30 bis 70 Jahren, die lesen und schreiben können, unbestraft sind i'.nd nicht im Staatsdienste stehen. Persien wird in 12 Wahlbezirke eingcteilt. von denen ieder 6 bis 19 Abgeordnete entsendet. Teheran bildet den 13. Wahlbezirk. Das Wahlverfahren ist in den Provinzen indirekt, in Teheran direkt. Die Wahl erfolgt durch Abgabe von Wahl- Zetteln in geschlossenen Kuverts. Die Mgeordneten ge­nießen Unverletzlichkeit der Person, unterstehen mit ihren schriftlichen oder mündlichen Aeußernngen nicht der Zensur, sind jedoch strafbar, wenn sie gegen Religion. Moral und die öffentliche Ordnung verstoßen, derartige Fälle werden von der Nationalversammlung abgeurteilt. Die den Abgeord­neten zu leistenden Entschädigungen werden vom Parlament festgesetzt. In der-ersten Sitzung wird der Schah den Vorsitz führen.

Ar«s Sta-t uns £ano.

Gießen, den 21. Sevt.

Justizpersonalien. Se. Kgl. Hoh. her Groß- Herzog haben den Landrichter bei dem Landgericht der Pro­vinz Rheinhessen, Nich. Härtner, zum Landgerichtsrat bei diesem Gericht ernannt

** Landgerichtsrat Möbius t- Ein in weiteren Kreisen bekannter und hochgeschätzter Richter, Landgerichts­rat i. P. Dr. Friedr. Wilh. Möbius, ist heute vormittag gestorben. Der Verstorbene, der seine ganze richterliche Laufbahn in seiner Heimatprovinr Oberhessen zubrachte, wurde am 22. Febr. 1842 zu Trais-Horloff geboren, be­suchte das Gnmnasium zu Büdingen und studierte dann von 18601863 an der Universität Gießen die Rechte. 1863 promovierte er als Doktor der Rechte. Nach der wei­teren juristischen Vorbcreitunaszeit erhielt Dr. Möbius 1871 am Bezirksstrasgericht Gießen seine erste Anstellung als^ Sekretär. 1872 wurde er zum Landgerichtsassessor in Grünberg ernannt Bei der Einführung der neuen Gerichts­organisation im Jahre 1879 wurde er zum Amtsrichter in Grünberg befördert und im März 1885 erfolgte seine Be­rufung als Landgerichtsrat an das hiesige Landgericht. Seine richterliche Tätigkeit fand 1897 die Anerkennung des Landesherrn durch die Verleihung des Ritterkreuzes 1. Kl. des Verdiensstordens Philipps des Großmütigen und 1902 (bei seiner Pensionierung > durch die Verleihung der Krone zu diesem Orden. In feinen Mußestunden widmete sich Dr. Möbius mit großem Erfolg der Dialektdichtung; unter dem Namen Friedrich von Trais ist er als ober- hessischer Volkspoet in weiteren Kreisen bekannt und be­liebt geworden. Sein Andenken wird allezeit in Ehren ge­halten werden.

"Vom Gießener Feld schütz. Vor einigen Mo­naten erschien im v®ieö. Anz.^ ein Bericht über eine Sitz­ung des Feldgerichts, in dem u. a. dem Vertreter der Anklagebehörde die Bemerknng zugeschrieben wurde, das Gießener Feldschutzpersonal erstatte häufig Anzeigen, die jeder Begründung entbehrten und beim gerichtlichen Austrag der

Sache zur Freisprechung führten. Beig. Curschmänn wies darauf in einer öffentlichen Stadtverordnetensitzung nach, daß solche Fälle gerade in Gießen nur in geringem Maße vor­gekommen seien, und erhob beim Oberstaatsanwalt deshalb Beschwerde. Nach dem nunmehr bei der Bürgermeisterei ein» gegangenen Bericht der Staatsanwaltschaft bezogen sich die betr. Aeußerungen de§ Beamten überhaupt nicht aus Gießen, er hatte speziell die Zustände in zwei Landgemeinden im Auge. Der Artikelschreiber habe, anscheinend in tendenziöser Absicht, seine allgemeinen Ausführungen speziell auf das Gießener Feldschutzpersonal zugeschnitten. Wir haben dem Artikel seinerzeit im Vertrauen auf die sonst immer vorhandene Zuverlässigkeit unseres Berichterstatters Ausnahme gewährt, da er einen öffentlichen Mißstand zu berühren schien und uns die Erörterung solcher Angelegenheiten eine der wichtigsten Aufgaben der Presse zu sein scheint. Es lüäre selbstverständlich nicht geschehen, wenn wir hätten annehmen können, daß der durchaus den Eindruck der Objektivität machende Bericht, sei cs nun absicht­lich oder unabsichtlich, tendenziös zuaeschnitten war. Wir freuen uns, daß die im Jntereffe der Feldschutzbeamten dringend nötige Klarstellung der Angelegenheit uunmehr erfolgt ist und bemerken noch, daß es nicht an uns lag, daß diese Klarstellung erst jetzt erfolgte. Durch persönliche Rück­sprache hätte sich diese Angelegenheit, die vom größten Teil unserer Leserschaft zweifellos längst vergessen ist, sofort er­ledigen lassen.

** Heber den Kaliberabau in Oberhefsen finden wir, so schreibt die , Darm st. Ztg", in hessischen Blättern die iedenfalls auf eine Notiz derDeutschen Bergwerkszta." sich stützende Bemerkung, daß die hessische Regierung am Abschluß einer Reihe von Verträgen, die für sie von großer Bedeutung seien, gehemmt sei, weil das neue Berggesetz noch der Genehmigung durch die zweite Kammer harre: sonst hätte zweifellos die Re­gierung sich durch Vertrag bereits das Recht der Ausbeutung der Kalilager in Oberhessen gesichert. Hierzu möchten wir be­merken, daß ein Abschluß von Verträgen unter Berück­sichtigung des neuen Gesetzes doch a u ch j e tz t s ch o n s e h r w o hl möglich, ia für die Bohrgesellschaften eigentlich notwendig ist. Das neue Berggesetz wird aller Voraussicht nach die parlamen­tarische Genehmigung finden und dabei zugleich eine rückwirkend? Kraft bis zum 1. April b. I. erhalten. Es wäre daher geradezu töricht, wenn bei jetzt vorgenommenen Bohrungen die Veranstalter sich nicht jetzt schon auf Grund des zu erwartenden Gesetzes die Mutung für später sichern würden. Nach dem Gesetzentwurf ist eine Mutung nur dann gültig, wenn die Schürfarbeiten auf Grund einer besonderen Erlaubnis vorgenommen wurden: diese Er­laubnis kann fraglos auf Grund eines Vertrages erteilt werden, und die hessische Regierung ist durchaus in der Lage, solche Ver­träge schon jetzt mit dem Vorbehalt der Annahme des neuen Berggesetzes durch die Kammern abzuschließen.

** V o m M a n ö v e r d e r 25. ih e s s i s ch e n) Division. Die 49. Infanterie-Brigade (Reg. 115 und 116, ohne Reg. 168) bezog am 17. Sept, abends auf dem Gefechtsgelände bei Groß- Bieberau Viwack. das 2. Bat. 116 wurde als Vorposten bis Brensbach und Wersau vorgeschoben. Das Viwack fand bei schön­stem Wetter statt und war deshalb von zahlreichen Schlachten­bummlern besucht. Tas Biwack der 50 Infanterie-Brigade (Reg. 117, 118 und das ihr zugeteilte Rgt. 168) erfolgte bei Longen- und Kirchbrombach und Rebbach. Am Dienstag früh 5 Uhr traten die Regimenter den Vormarsch noch der feindlichen Stellung gegen Böllstein-Brombach an. Es war bitter kalt und sehr nebelig, sodaß die Gegner erst bei etwa 500 Meter Abstand sich erkannten. Auf den Höllen zwischen Rebbach. Kirch-Brom­bach und Nieder-Kainslmch entwickelte sich ein hartnäckiger Kampf. Die rote Partei (49. Brigade) wurde nach längerem Hin- und Herfchwonken des Gefechtes nördlich zurückqedröngt. Um^l.2 Uhr erstürmten die Regimenter 117 und 118 die feindliche Stellung und warf die rote Partei vollständig zurück. Die 49. Brigade mußte den Rückzug antreten, den das 25. Artillerie-Regiment durch lebhaftes Feuer zu decken suchte. Rot stand unter Führung des Obersten von Werder, die 115 er hatten den rechten, die in­zwischen wieder zu Rot kommandierten 168 er den linken Flügel, die 116 er das Zentrum, zugeteilt waren die 25 er Mtillerie, 23 er Dragoner und drei Kompagnien 21 er Pioniere. Blau wurde von Generalmaior von Nieder befehligt, der 50. Inf.-Brigade (117 er und 118 er') war zuoeteilt die 24 er Dragoner und 61 er Artillerie. Die einzelnen Regimenter hatten an diesem Tage anstrengende Marschleistungen zurückzulcoen. teilweise bis zu 40 Kilometer, so die 116 er, die in Groß-Umstadt <3. Bat), Leng­feld (2. Bat), Hering, Wiebelsbach und Heubach (1. Bat.l erst um 4 Uhr ins Quartier Tarnen. Die 168 er und 115 er waren in Grost Umstadt, Klein-Umstadt, Richen, Semd und Umaeaend einguartiert. Am Mittwoch und Donnerstag wurde das Gefecht fortgesetzt, es zog sich mit Rückdrangung der raten Partei nord­wärts in den Kreis Dieburg nach dem Gersprenztal. Die Truppen bezogen von Mittwoch ab fast nur noch Viwack oder Notguartier, um die. Uebunaen möglichst kriegsmäßig zu aestalten. Am Freitag schließt das Divisionsmanöver, und am Samstag geht die gesamte Division gegen einen markicten Feind vor, den ein Regiment stellt, dies Gefecht wird sich südöstlich von Dieburg abfvielen. Noch eine wichtige Tätigkeit werden dann diealten Leute" ausführen, nämlich das am Ende des Ma­növers übliche ..Löffelbegraben". Mit Stolz singt dabei der alte Mann"Nicht lange mehr, nicht lange mehr, dann hat die Qual ein Ende". Die Regimenter werden in Dieburg und den nächsten Statinen verladen. Die 116 er um 5.30 Uhr, sie treffen um 9 Uhr in Gießen ein.

(-) Friedberg, 20. Sept. Zur Krisis in der hiesi­gen Gewerbeakademie sei noch mitgeteilt, daß das Küra- torium der Akademie in mehreren Sitzungen zusammentrat und das Direktorium der Akademie, einen Dozenten und eine Abord­nung der Studierenden anhörte. Es ist aber dem Kuratorium weder gelungen, eine Einigung zwilchen Direktor und Dozenten zu erzielen, noch die berechtigten Wünsche der Studierenden in irgend einer Weise zu erfüllen. Eine Verhandlung der Stadt­verwaltung mit dem Kuratorium hat bis jetzt nicht stet gesunden, es muß aber im Interesse der Stadt und ihrer Bürger geschehen, um die Krisis zu lösen. Das wird nach dem Anspruch des Bürgermeisters auch geschehen, der in der letzten Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung erklärte, daß er d-'s nötige Akten­material nun gesammelt habe und Verhandlungen mit den maßgebenden Faktoren ankuüpfen werde. Hoffentlich werden so­wohl die Bürger wie auch die Studierenden, welche die Ver­handlungen mit Spannung abwarten, in ihren Erwartungen nicht getäuscht.

p. Hohensolms, 20. Sept. Tätlich verunglückt ist heute der 32jährige Arbeiter Christian Haus von hier ans dem Nohrwerk zu Wetzlar. Glühendes Blei ergoß sich über den Bedauernswerten. Man wollte ihn sofort zur Gießener Klinik verbringen, doch war er nach Aussage des Arztes nicht mehr transportfähig. Man übergab ihn deshalb sofort dem Wetzlarer Krankenhaus und rief telephonisch die Angehörigen hinzu. Ter Verunglückte ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Die drei mitverunglückten Arbeiter wurden nach Gießen gebracht.

** Kleine M ig u r m § Hoffen und den Nachbarstaaten. Air Bad-Nauheim feierte der älteste Bürger, Friedrich S ch i e r nm 19. Sevt. seinen 97. Geburtstag. Heinrich H ohmeie r von Frauro nt b a ch wurde zum B n r - 0 ernte i ft er gewählt, bestätigt und in den Dienst eingewieseu. Von dem Dache der Eiusteigehalle des neuen Wiesbadener Bahnhofes stürzte ein junger A n strciche r herab unb trug jo schwere Verletzungen davon, daß au feinem Auskoinmen gezweifelt wird.

1. Herbst-Zttchtviehmarkt und Pscrdeschau zu Butzbach. /\ Butzbach, 20. September.

Ter zum ersten Male heute hier abgehaltcue Herbst- Zuchtviehurarkt erfreute sich eines ziemlich guten Besuches. Vedauerlicheriveise kamen wegen der Abwesenheit der jüdischen Handelsleute, die heute hohen Feiertag haben, wenig Handels­geschäfte mit Rindvieh zustande, obwohl es an schönem ver­käuflichen Zuchtvieh nicht fehlte. Schlachtvieh war nicht auf- getrieben. Tie von der Marktkommission des Landw. Bezirks- Vereins vorgenommene Prämiierung hatte folgende Resultate:

a) Bullen: 1. Preis (25 Mk.) Konrad Häuser XV., Niederweisel; 2. Preis (20 Mk.) Bürgermeister Fauerbach, Okarben; 3. Preis (10 Mk.) Joh. Heinr. Geibel, Klein- karben, Anerkennungen von je 5 Mk. erhielten: Joh. Konrad Philipps, Fauerbach, Hans Konrad Werner III., Fauerbach.

b) Kühe mit höchstens 4 Kälber: 1. Preis (30 Mk.) Bürgcrn'.eister Moscherosch, Burggräfenrode; 2. Preis (je 20 Mk.) Jakob Bieber, Okarben, und Johannes Fenchel, Gambach; 3. Preis (10 Mk.) Heinr. Jakob Straßheim, Griedel. Anerkennung von 5 Mk. erhielt: Friedr. Wilh. Wetz, Griedel.

c) Kühe mit hoch st ens 2 Kälbern: Drei 2. Preise von je 20 Mk. an Rich. Moscherosch-Burggräfenrode, Wilh. Betz, Melbach, und Peter Häuser XL, Niederweisel; drei 3. Preise (je 10 Mk.) an Karl Tilge?, Fauerbach, Jakob Tröster, Griedel, und Phil. Hildebrandt L, Niederweisel. Anerkennungen von je 5 Mk. erhielten: Jakob Tröster, Griedel, Wilhelm Löbrich II, Ostheim, Joh. Karl Bill, Niedcrweisel.

d) Rinder: Drei 2. Preise (je 20 Mk.) an Karl Erle, Melbach, Wilh. Altvater, Melbach, und Nich. Moscherosch, Burggräfenrode. Vier 3. Preise (je 10 Mk.) an Karl Studt, Niederweisel, Friedr. Häuser III., Niederweiscl, Bürgermeister Fauerbach, Okarben, und Joh. Hildebrandt, Niederweisel. Drei 4. Preise (je 8 Mk.) an Peter Häuser XI., Niedcr­weisel, Heinr. Jak. Haub, Niederweisel, und Nich. Moscherosch, Burggräfenrode. 4 Anerkennungen (je 5 Mk.) an Wilh. Gäbel, Pohlgons, Jakob Tröster, Griedel, Heinr. Jak. Straß- heim I., Griedel, und Phil. Schindel, Niederweiscl.

Folgende Besitzer von Ziegen wurden mit Prämien bedacht: al für ältere Böcke: Gemeinde Hausen (1. Preis), Gemeinde Niederweisel (2. Pr.), Gemeinde Butzbach (An­erkennung). b) für jüngere Böcke: Wilh. Heyer III., Wölfers­heim, und Eberh. Gillmanu-Butzbach (1. Preise), Karl Nagel-Gambach und Joh. .Haub-Niederweisel (letzterer zwei­mal) 2. Preise, Konrad Mathäus-Niederweisel und Friedr. Baumart-Niedererlenbach 3. Preise, Konrad Mathäus-Nieder- weisel 1 Anerkennung, c) Milchziegen: Joh. Heinr. Bartel- Butzbach 1. Preis, Eberh. Gillmann-Butzbach und Karl Jüng- Ostheim 2. Preise. Heinrich Winter-Niederweiscl, Heinrich' Streng-Butzbach, Joch. Haub VIII., Niederweisel, Georg Aimmer-Niedcrwcisel 3. Preise, d, Ziegenlämmer: Adam Studt-Niederweisel und Tierarzt Mörlcr-Butzbach 1. Preise, ferner kamen zur Verteilung für diese Abteilung noch fechs 2. Preise und zwei Anerkennungen.

Ter Schweinemarkt war flott und der Absatz ein guter. Die Preise sind seit dem letzten Markttage aus ihrem! seitherigen Stand geblieben: nur ganz junge Ferkel zeigten einen geringen Rückgang im Preis. Man bezahlte für 57 Wochen alte Tiere für das Paar 3045 Mk., 810 Wochen alte kosteten 4560 Mark. Einleger von 1216 Wochen waren nur einige aufgetrieben und erzielten der heutigen Marktlage entsprechend unverhältnismäßig höhere Preise. Im ganzen waren etwa 700 Schweine ungefähren, davon etwa 120 Zuchttiere.

Tie Beteiligung an der Pferdeschau war gut. Ter. 1. Preis (120 Mark und eine silberne Medaille) für ein Pferd mit Fohlen wurde dem Konrad Häuser XX., Nieder- weisel, erteilt. _

Arbeiterbewegung.

Berlin, 20. Sevt. Auf den Kohlcnplätzen haben heute die am Ausstand beteiligten K o h l e n k u t s ch e r und Arbeiter die Arbeit wieder n u f q e n o m m e n.

Stettin, 20. Sept. 9(u§ Kreisen der Reedereien wird zu dem ?l b s cb l ii ß des H a s e n a r b e i t e r a u s st a n d e s folgen­des bemerkt: Der Streik ist zugunsten der Reedereien ausgefallen. Der Schutzverband der Arbeitgeber bat sieb als durchaus wirksam erwiesen. Der Schiedsspruch des Gewerbegerichts, welcher vor zirka 14 Tagen gefällt wurde, wurde seinerzeit von den Reedern anerkannt, jedoch weigerten sich die Schiffsarbeiter, denselben anzu- nehmen. Nachdem jetzt die Schiffsarbeiter cmgesehen haben, daß fie mit ihren Forderungen nickt durchdringen, haben ste heute eine Petition an die Reeder gesandt, in der ste bitten, ihnen die Wieder­aufnahme der Arbeit zu gestatten. Früher arbeiteten die Schiffs- arbeiler nur mit Mitgliedern ihr-es Verbandes, jetzt müssen dieselben mit jedem Arbeiter, der von dein Reeder gestellt wird, zusammen­arbeiten: jetzt haben die Reeder, nicht wie früher die Arbeiter, über Art' und Weise der Arbeit zu bestimmen.

L e i v z i g, 20. Sept. Die hiesigen Barbier- und Friseur- g e h i l f e n bcfchlossen, da die bisherigen Verhandlungen erfolglos waren, die Lohnbewegung bis zum nächsten Frühjahr zu vertagen und dann gleichzeitig den A ch t u b r l a d e n s ck l n st zu erstreben.

Telefonische ^»rsherichte

des Giessener Anzeigers. imta-eteiN von der Bank fllr Handel und Industrie, fliessen.

Frankfurter Börse 3%°/0 Beichsanleihe . . 98.85 3% do. . . 86.50 3%°/0 Konsols .... 98.«0 3% do. . ... 8650 3^°fn Hessen 98.40

Oberliessen . . .. 4 Oesterr. Goldrente. . 99.60 4l/e Oesterr. Silberrente 100.00 4% TInsar. Gold reute . . 94.50 4 Italien. Rente . . . 103.10 3 % Portugiesen Serie I . 69.70 3% Portugiesen III 7060 4 %0/n russ.Staatsaul. 1905 85 45 4%n japan. Staatsanleihe 94.00 4 % Conv. Türken von 1903 95 65 Türkenlose .... . . 145.40 4% Griecb. Monopol-Anl. 54 00 4% äussere Argentinier . 89 70 3°/0 Mexikaner . . . 68.55 4)4 °/0 Chinesen .... 97 50

Aktien:

Bochum Guss 245.80 Bilderns E. W ... 125.00

Tendenz: fest.

Berliner Börse, 21.

Cauada E. B 179.40

T'anustädtcr Bank . . . 139.70 Deutsche Bank ..... Dortmunder-Union C. . . 84 60 Dresdner Bank .... 158.30

Tendenz; fest.

21. September, 1.15 Uhr.

Elelrtriz. Lahmeyer . .141.00 EleMriz. 8ehnck*rt . . . 130.50 Kschiveiler Bergwerk . . 258 00 fiel sänkt rohen Bergwerk - 225.00 Hamhuro--Amerik. Paketf. 158 75 Harpemer Bergwerk. . . 215 00 I anra-bütte 251.00 Nordd. Lloyd . - . 127.80 Obeisclfles. Eisen-Industrie 129.00 Berliner Handelssres . 173.70 DarmstfMter Bank . . . 139 90 Deutsche Bank . . < 239.40

Deutsch-Asiat. Bank . 174.00 Diskonto-Konunandit. . 183.30 Dresdner Bank . . . 158.50 Kreditaktien 209.80 Baltimore- und Ohio-

EisentaUn . - 126.10

Gotthardbahn Lombard. Eisenbahn . . 34.90 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.00 Prince-Hcnrr-Eiseubahn . 145.00

September. Aufangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 214.50

Lanrahütte 258.25 ( ombarden E. B. ... 34.70 Nordd. Lloyd- Türkenlose 115.10