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19/05/1906 Zweites Blatt
 
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mitten in herrlicher Gebir&swaldunQ,

Grösstes

Altbewährtes Soöfbad:

Nr. 117

Vrfchttnt ßG^Iich mit Ausnahme d«S Sonntags.

General-Anzeiger, Amt§- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Redaktion, Expedition «.Druckerei: Tck)ukNr.U» Lei. Nr. 5L Lelegr^-Lür. r Anzeiger tiefem.

Rotationsdruck und Verlag der vrü hl'sck)«

UinversuätSdruckeret. 9L Lang«, Vietze«.

Zweites Blatt IStz.Jahrgang Samstag IN. Mai 1906

Die Lietzener FomNienblStter- werden dem | O* Ua pZ ü O A

,»nze«ae, viermal wöchentlich beigelegt. Der Ü f! B Vj E.\ l;4 bj P Vi v-L $ u1- Ü H

JWUKfc tae^etrr erscheint monatlich einmal. V XX V > 'NT V V V Q I g V ' > <Z

Aufzählung der der Exprovriation unterworfenen Lände­reien noch die Kirchen-rLändereien hinzugesügt werden. Der auf die Arbeiterfrage bezügliche Teil Würbe unverändert nach dem Entwürfe der Kommission angenom­men, ebenso der Teil, der von dem öffentlichen Unter­richt handelt. Bei der Prüfung des auf das Staats­budgets bezüglichen Teils fügte die Kommission eine Be­stimmung über die formelle Verpflichtung zur Vorlegung des jährlichen Budgets ein. Es wurde auch dieser Teil angenommen. Als die Duma darauf zur Prüfung des von der Rechtsgleichheit der Nationalitäten han­delnden Teiles der Adresse überging, beantragte Kvnze- Witsch-Wolhynien folgende Worte hinzuzufügen:Da­mit Rußland seine Originalität und sogar seinen Namen oertiert". (Beifall, Gelächter, ironischer Beifall.) Das Haus nahm darauf noch diesen Teil der Adresse an. Vor Schluß der Sitzung wurde noch ein Dringlichteitsantrag von 50 Mitgliedern eingebracht, an den Minister des Innern eine Anfrage zu richten über eine Veröffentlichung in der Presse, die das Polizeidepartement in der Rolle eines Anstifters politischer Verbrechen erscheinen läßt. Das .Haus beschloß einstimmig, eine solche Anfrage an den Minister zu richten.

. Die dritte Lesung des Adressenentwurfs in der eud- giltigen Fassung wird in der wiederbegonnenen Nachtsitzung vorgenommen. Graf Heyden (Rechte) erklärt/ der Adresse nicht zustimmen zu können, und verläßt den Saal. Ihm folgen Nachwitsch, Fürst Wolkonski und drei andere Abgeordnete. Die Adresse wird einstimmig angenommen. Nabokow beantragt, den Präsidenten, beide Vizepräsi­denten und einen Sekretär damit zu beauftragen, die Adresse zur Kenntnis des Kaisers zu bringen. Der Präsident erklärt, das Resultat der Sitzung werde dem Kaiser un­verzüglich gemeldet.

Der Präsident der Reichsduma Muromzew hat eine Einladung erhalten, sich morgen nach P e t e r h o s zu begeben, um dem aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers stattfindenden Gottesdienst beizuwohnen und an der kaiserlichen Tafel teilzunehmen.

Neichsrat.

Petersburg, 18. Mai. Der Text der Adresse des Reichsrates lautet:

Der durch den Willen Eurer Majestät umgestaltete Reichs­rat entbietet Eurer Majestät den Ausdruck seines getreuen Dankes für deren gnädige DcgrüßungSworte und für die Verwirklichung der Volksvertretung, durch welche Rußland fid> den parlamen­tarischen Staaten anschließt. Durch Ihre gnädigen Worte hat Eure Majestät den neuen Einrichtungen die Richtung gewiesen, der sie folgen sollen. Wenn der Reichsrat jetzt an die Aus­führung der von Eurer Majestät vorgezeichneten Probleme heran­geht, fo wird er dabei das Wohlergehen des ganzen Volkes im Auge haben und wird seine ganzen Kräfte in den Dienst des teuren Vaterlandes stellen mit dem festen Glauben an die glän­zende Zukunft des umgestalteten, ungeteilten und unteilbaren Rußlands. Bei seiner uneingeschränkten und eifrigen Bereit­willigkeit zum Zusammenarbeiten mit der Reichsduma hofft der Reichsrat, daß die neuen gesetzgeber­ischen Einrichtungen, durchdrungen von der Liebe zum Vater­lande ihre Kräfte vereinigen werden zur Herstellung der Ordnung und des Friedens im Staate, zur Einführung des allgemeinen DolksuMerrichts, zur Verteidigung der Rechte und Freiheiten des Volkes, die ihm dienen sollen zur Ent­wickelung aller schöpferischen Kräfte des Landes und zur Sicher­ung des Wohlergehens aller Klassen der Bevölkerung, nament­lich der zahlreichen Ba u ern k l a sse. Der Reichsrat ist der festen Ueberzeugung, daß die Einführung der Grundgesetze einer den Eigentümlichkeiten der zahlreichen Völker unseres ausgedehn­ten Vaterlandes angepaßten ^>elb str e g ier u n g in den Ort­schaften, die diese bis jetzt entbehrten, dazu beitragen wird, eine gefestigte gute Organisation eines zivilisierten Staates zu schaffen zum Ruhme Eurer Majestät und zum Wohl der freien Bürger des russischen Reiches. tvrvß und unauslöschlich wird die Tat der Erneuerung Rußlands durch die Initiative Eurer Majestät, des Eintritts Rußlands in die Bahn der auf das Recht gegründeten Freiheit und Ordnung fein. Durch die Jahrhunderte hindurch find alle großen historischen Ereignisse Rußlands durch Guaden- beweise feiner Herrscher gegen Gefangene und Verbrecher in das Gedächtnis des Volles eingegraben worden. Obgleich den Neichs- rat tiefe Entrüstung erfüllt gegen die Verbrechen, die im Sturm und Drang des pvkitifchen Kampfes begangen worden sind, er­kennt er die außergewöhnliche Bedeutung des gegenwärtigen Augenblickes an und hat sich entschlossen, der großmütigen Ent- schsiduug deS Kaisers das Schicksal derjenigen zu unterwerfen, die, sei es unter dem unwiderstehlchen Drange, die Freiheit früh­zeitig zu erlangen ober fei es bei der Verteidigung der Ordnung die Grenzen überschritten haben, die vom Gesetze gezogen sind, ohne daß sie jedoch Leben und Eigentum irgend eines Neben- menschen angetaftet haben.

Wftte über die Amnestie.

Graf Witte schloß sich im Reichsrat in einer langen Rede der im Ad-reßentwurf ausgesprochenen Ansicht an, daß der Reichsrat mit der Reichsduma Zusam­mengehen müsse. Das allein ermögliche die Durchführ­ung der vom Volke so ersehnten Reformen. Ohne Einig­keit seien Reformen undenkbar. Witte trat rückhaltlos der bei der Ltnmestiedcbatte in der Reichsduma geäußerten Ansicht bei, daß die Amnestie völlige Ruhe schaffen Werde. Er bezweifle aber sehr, daß tne Amnestie den Haß, welcher die wahre Ursache der Revolution fei, be­seitigen könne. Aus den Reden der Dumaabgeordneten folgerte Witte, daß die Ursache der Revolution nicht in irgendwelchen Repressio maßnahmen zu suchen sei, sondern in dem Bestreben, die Klassen- und Bcrmögeusuntcrschiede zu beseitigen. Geschehe das, so würde die zivilisierte Welt in Entsetzen geraten. Die Geschichte biete nur wenige Bei­spiele dafür, daß eine Amnestie den Haß beseitige, der die rcbolutwitären Wirren hervorrust. Weir mehr Beispiele biete die Geschichte dafür, daß eine Amnestie nicht das erwartete Resultat ergab. Nur das Schwinden des Hasses könne Ruhe schassen, was aber nur möglich sei bei Einbürgerung der Achtung vor der Person und dem Eigentum, der Wissenschaft, den Gesetzen und der Kultur. Vor allem müßten mir gutem Beispiel diejenigen vorangehen, welche die Amnestie fordern. Ihre erste Pflicht sei es, gerecht zu sein, doch werde das Gerechtigkeitsgefühl nicht in von Leidenschaften geleiteten Parteien^ erworben. Ohne der Amnestie die ihr beigemessene Bedeutung beitzulegen, stimmte der Redner doch der Amnestie zu, abe in Grenzen, die die Staatsordnung nicht ver- letzcn. Er sei der Meinung, cs könne von Amnestie nur für diejenigen die Rede sein, die verführt und irregeleitet

Rußland.

Reichsduma.

Petersburg, 17. Mai. Die Beratung über den die D m n e st i e betreffenden Teil der Mresse, der einstimmig angenommen wurde, begann mit der Behandlung von An­trägen, welche die Person en gruppen, für die die Amnestie gewünscht wird, genauer bezeichnen, besonders jene, die sich politische, religiöse oder Agrar-Vergehen zu schulden kommen'ließen. Stach owitsch schlug vor, die Adresse durch einen Ausruf an das Volk zu ergänzen, der die Hoffnung ausspreche, day d c PolitischcnMordeauf- hören. Redner sagte, das würde keine Verurteilung der Morde sein, sondern lediglich der Ausdruck des Wunsches, in dem erneuerten Rußland den Frieden wiederhe^uftellen. (Beifall.) Roditschew erwiderte, er märe selbst be­reit, die Worte Stachowiftch zu unterzeichnen, er glaube aber nicht, daß es Sache der gesetzgebenden Versammlung sei, selbst eine indirekte Verurteilung von Verbrechen aus- zusprechcn. Wenn man dre Morde verurteile, müsse man auch die Verschwendung Der Staatsgelder verurteilen, die gehe die Gerichte an. Ausgabe der Duma sei es, die Ver­brechen 511 beschwören durch Beseitigung der Ursachen, durch die sie hervorgerufen wurden, wie die gegenwärtig durch gesetzwidrige Gewalttaten der Regierung entstandene Volks­erregung. Redner gab unter stürmischem Beifall eine Schil­derung aller Regierungshandlungen, die zu Verbrechen An­laß gegeben haben. Botcharow schlug vor, in die Adresse den Ausdruck der Gesinnungen treuer Untertanen von feiten der Duma einzufügen. Nowikow erklärte, die Adresse sei ein Progranrm der künstigen Tätigkeit und vertrage keine Mitteilung von Gesinnungen. Der die Agrarfrage betreffende Teil wurde vom Hause ange­nommen mit einem Abänderungsantrage, nach dem bei der

Der ilaifer im Neichsland.

Urville, 18. Mai. Der Kaiser ist heute vormittag um 9.30 Uhr im Automobil mit seinem Gefolge abgefahren. Zum Abschiede waren der Kreisdirektor, der Pfarrer, der Bürgermeister, die Schloßwachkompanie, Schulkinder und Schülerinnen des Auguste-Victoria-StifteS anwesend. Der Kaiser dankte der Schuljugend für die freundlichen Abschieds­grüße.

Die den Hofen, 18. Mai. Die Stadt ist festlich ge­schmückt. Die Schulkinder, die Vereine und die Garnison hatten auf dem Festplatz am Metzer Tor Aufstellung ge­nommen. Die Beamten und Arbeiter der CarlShütte haben sich in der Banngrenze von Diedenhofen aufgestellt, um dem Kaiser den ersten Gruß zu entbieten. Das Wetter ist trüb.

Der Kaiser traf unter dem Geläut aller Glocken und von Stanonenbonnec von den Festungswallen begrüßt, um 104 Uhr vormittags hier ein. Auf dem ganzen langen Wege von Urville nach Diedenhofen am linken Moselufer entlang hatten alle Ortschaften reichen Flaggen- und Guir- landenschmnck angelegt. Die Bevölkerung begrüßte den Kaiser mit begeisterten Ovationen. Auf dem Platze am Metzer Tore hatten sich der Statthalter von Elsaß-Lothrmgen, der Bezirks- präfibent und andere eingefunden. Der Bürgermeister von Diedenhofen hatte sich mit dem Gemeinderat und den Ehren­jungfrauen aufgestellt. Die Schuljugend begrüßte den Kaiser mit Gesang. Eine der Ehrenjungfrauen überreichte unter dem Vortrage eines kurzen Gedichtes einen Blumen­strauß. Der Bürgermeister hielt eine Ansprache, in der er dankend der kaiserlichen Depesche vom 22. März 1903 ge­dachte, durch die die Niederlegung der Befestigungswerke be­fohlen worden war. Der lebhafte Wunsch der Bevölkerung gehe auf Vermehrung der Garnison, Inangriffnahme der Moselkanalisatwn und Verlegung von militärischen Anstalten nach Diedenhofen. Der Bürgermeister erbat am Schluffe seiner Rede vom Kaiser die Erlaubnis, daß die bisherigen nördlichen und südlichen Kriegsstraßen, welche die Verbindung der Bastionen an der Mosel mit der Feste ©entringen Her­stellen, die Namen deS Kaiserpaares tragen, und brachte dann ein Hoch auf den Kaiser aus. Zwei Ehrenjungfrauen traten vor und kredenzten dem Kaiser den Ehrenbecher. Die An- sprache des Bürgermeisters erwiderte der Kaiser mit folgen­der Rede:

Ich spreche Ihnen für Ihre Worte meinen herzlichen Dank auS utfb bitte Sie, der Dolmetscher meines Dankes zu sein der Bevölkerung gegenüber für den schönen Empfang, den sie mir bereitet hat. Ich freue mich, daß sich die Erwartungen erfüllen, die ich an die Erlaubnis der Nicderlegung der Wälle geknüpft habe, und ich |ebc zu meiner Freude, daß der Sinn der Lothringer der weiteren Entwicklung schöne neue Bahnen aufgeschlossen hat. Ich hoffe, daß es der Stadt Diodenhofen beschieocn sein möge, daß daS Stadtbild bald in f chönster Weise sich ändern und entwickeln möge, und daß die großartige in der Umgebung blühende Industrie auch zur Hebung der Stabt beitragen möge. Was Ihre Bemerkung betrifft, daß die Stadt neuer Bürger bedürfe, fo kann ich nur nach oberflächlicher Beurteilung darüber jedenfalls meine Freude aus­drücken, daß an jugendlichem Nachwuchs in Diedenhofen an­scheinend fein Mangel vorhanden ist, sodaß ich hoffe, daß die Stadt aus sich selbst in der Lage sein wird, ihren Bürgerstand zu vermehren. Daß die Stadt sich nur entwickeln kann, ebenso wie die Industrie, wenn wir den Frieden behalten, das ist gewiß. Aber wie es dem lieben Gott gefallen hat, auch im vorigen Jahre ihn uns zu erhalten, so bin ich fest überzeugt, daß es auch fernerhin mir gelingen wird, gestützt auf unsere Wehrkraft, dem deutschen Reiche den Frieden zu erhalten und zu verbürgen, daß die Lothringer ungestört ihrer Arbeit nackgehen können. Ich trinke auf das Wohl der Stadt Diedenhofen.

Der Kaiser leerte bann den Becher bis zur Nagel­probe. Daraus sand der Vorbeimarsch des Jnsanterie- RcgimenteS Nr. 135 statt. Der Kaffer bestieg wieder das Automobil, fuhr die gesamte neue Straße bis zur Feste ©entringen ab, besuchte von ©entringen aus Illingen und fuhr dann unter andauernder Begrüßung von Seiten der Bevölkerung nach dein Bahnhof. Hier erfolgte die Abfahrt über Gießen, wo der Kaffer mit der Kaiserin zusammen­zutreffen gedenkt. (S. u. »Aus Stadt und Land".)

worden seien. Auch sei die Amnestie zu billigen für alte diejenigen, die unschuldig oder mehr als sie verdienten, gelitten hätten. Er billige die Amnestie in dem von dem Adreßentwurs gezogenen Grenzen, es sei jedoch notwendig, in der Adresse die Amnestierung der erwähnten Kategorien von Personen zu empfehlen. Er werde gegen jede Maß­nahme eintreten, die eine neue Revolution Her­vorrufen könne, die das größte Unglück für Rußland wäre. Die Adresse weise zweifellos Lücken auf. Der ReichsraL muffe Maßnal)men unterstützen, die geeignet seien, die Ord­nung aufrechtzuerhalten, ohne die eine Vervollkommnung unmöglich sei.

*

Petersburg, 18. Mai. Der Präsideut und der Vizepräsident der Reichsdnmn sollen heute die Adresse dem Zaren in Petcrhof überreichen. Der Zar hat, wie verlautet, bereits gestern mit mehreren hervor­ragenden Staatsmännern und Politikern über die Haltung der Reichsduma konferiert. Graf Witte wurde auch vom Zaren empfangen und riet dringlich die Gewährung einer umfassenden Amnestie an. Andere Rad­geber dagegen empfahlen eine r'lblehnung sämtlicher For­derungen der Duma. Der Zar befindet sich wieder zwischen ganz e n t g e g en ge s etz t en Slr ö m un gen. Memand ist imstande, zu sagen, wie die Beziehungen zwischen Hof und Parlament sich entwickeln werden.

Die Ministerkrisis in Italien.

Nom, 18. Mai. Ministerpräsident Sonnino teilte mit, daß die Reglerung demissioniert habe und daß sich der König seine Entscheidung oorbehiell. Die Kammer vertagte sich auf unbestimmte Zeit. In den Wandel­gängen der Kammer ist man der Ansicht, daß wahrscheinlich Gallo mit der neuen Kabinettsbildung betraut werden wird. Er dürfte mit Unterstützung von Maggiorino und Ferri ein Linke nm in isterium bilden, das bie Frage des Rückkaufes der Südbahnen zu Gunsten der südlichen Provinzen und die Untersuchung über die Marineangelegenheit erledigen werden wird. Der König hatte eine Unterredung mit dem Senatspräsidenten und reiste um 6 Uhr nach Domodoffola ab. In Begleitung des Königs befinden sich der Ministerpräsident und der Arbeitsminister. Der König ivird der morgen stattfindenden offiziellen Eröffnung des Simplontunnels beiwohnen. Die Rückkehr deS Königs nach Rom soll übermorgen erfolgen. Vor seiner Rückkehr ist eine Entscheidung über daS neue Ministerium nicht zu erwarten.

Die deutschen Städtcvertreter in England.

London, 18. Mai. Die deutschen Städteoer­treter wurden heute nach dem Buckmghampalast geleitet, dort von den LordS Acton und Farquhar empfangen und hecumgeführt unb dann vom König in Prioataudienz em­pfangen. Der König äußerte hierbei zu Lord Lyoedon, daß er vom Arrangement des Besuches sehr befriedigt sei. Non deil deutschen ©ästen schüttelte er jedem einzelnen die Hand und gab im Gespräch mit ihnen seiner großen Freude darüber Ausdruck, daß sie den Buckinghampalast und Windsor besucht hätten. Die deutschen Städteoertreter, die von der Herzlichkeit des Empfanges auf daS angenehmste berührt waren, fuhren sodann nach dem Mansionhouse zum Frühstück. Bei dem Frühstück hielt der frühere Lordmayor Sir Falidel Phi­lipps eine Ansprache in deutscher Sprache, in der er die Hoffnung aussprach, daß Deutschland England stets die Hand zur Freundschaft bieten würde. Tief eingewurzelt sei eine arifrichtige Wertschätzung der Deutschen in den Herzen ber Engländer. Der Redner schloß: Ich bin überzeugt, daß ewig Friede und Freundschaft zwischen den beiden Ländern herrschen werde. Der Prinz von Wales sandte ein Telegramm, in welchem er sein Bedauern aussprach, das; es ihm wegen anderweitiger Verpflichtungen nicht möglich sei, die deutschen Städtevertreter zu empfangen. Besuche dieser Art würden stets die besten Erfolge zeitigen. Oberbürger­meister Kirschner erwiderte mit einer Ansprache und erklärte, er wisse nicht, wie irgend ein wirklicher ©rund zu Zwist zwischen beiden Ländern entstehen könne. Der Besuch werde ohne Zweifel die guten Beziehungen zwischen den beiden Völkern festigen.

Für das Begrüßungstelegramm, das Lord Lyoedon im Namen deS britischen Komitees für das Studium städtischer Einrichtungen an den deutschen Kaiser gerichtet hatte, und in welchem die Genugtuung über den Besuch der deutschen Städteoertreter in London außgedrückt war, hat der Kaiser dlirch den Geschäftsträger Freiherrn von Stumm seinen kaiserlichen Dank aussprechen laffen.

-elegmhril geho­fftes Piltzgesch., leine Damm­einer Kreisstadt ehr günst. Beding. I zu übernehmen, agen unter 3146 r Anzeiger erbet.

nlhardsfelvcn. rett Sefjrern $116 ;e während der ens in unterer ebr mb Ächtung ilt erwarben iche» rcbewoht'.

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tritt frei

$stend. tag, den 20. M S, d.2» mz-teiK k Eintritt fr«.

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^21. Mai 1S06

V. 1885.

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Alimentatiouo- ,derl. Ehepaar der nflsfreifr adoptiert g, gesundes, hübsch ; Zahr alt, bester bv1^ 75045 DnSdcu, id erbeten.

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