Ausgabe 
2.8.1906 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

L 56. Jahrgang

Donnerstag 3. August 1906

VLr. 179

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt ffir den Kreis Sichen

Rotationsdruck und Vertag der Brüht'sch« Universitütsdruckerei. R. Lang«, Gtehe».

Redaktion,Expedition «.Druckerei: Schulftr.^I.

Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr. r Anzeiger Dtetzes,

«r1.-eint «gNtz mit Ausnahme deS Sonntags.

DieSiehener Kaviilienblätter- werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^tffHdte tanbwttt" erscheint monatlich einmal.

Amtlicher Heil.

SekmmwlachMg.

Ter Kciegerverein zu Rödgen hält am 5. August l. I. em Scheibenschießen auf dem Gelände vor dem Ziegenberg etwa 400 Meter oberhalb des Ortes ab.

Wir bringen dies hiermit zur öffentlichen Kenntnis und warnen vor dem Betreten des fraglichen Geländes.

Gießen, den 1. August 1906.

Großherzogliches Kreisamt Gießen. i

I. V.: Dr. Wagner.______________

KekamttmachMg.

Betr.: Gesuch des Zimmermanns Karl Hübner zu Langd um Erlaubnis zur Aufstellung eines feststehenden Dampfkessels.

Karl Hübner in Langd beabsichtigt auf dem Grund­stück Flur I Nr. 1903 der Gemarkung Langd einen fest­stehenden Dampfkessel zu errichten.

Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet, auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Langd zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen "sind binnen dieser Frist bei Meidung des AusschluffeS bei Großh. Bürgernieisterei Langd vorzubringen.

Gießen, den 30. Juli 1906.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Dr. Wagner.

politische Lage-sehan.

Fischer-Tippelskirch und Pnttkamer.

In der Affäre Major Fffcher v. Tippelskirch ist vom Kriegsgerichtsrat Dr. Sölle eine große Anzahl Zeugen ver­nommen worden, darunter in erster Reihe Tippelskirch und Frau, die den Stein ins Rollen gebracht hat. Wie die ',Berl. Morgenpost" erfährt, werden, wenn die Untersuchung zu einem gewissen vorläufigen Abschluß gelangt ist, die Akten der Staatsanwaltschaft übergeben werden, damit diese aus ihnen entnehmen kann, inwiefern für sie Veranlassung vorliegt, um gegen v. Tippelskirch wegen aktiver Bestechung strafrechtlich vorzugehen.

Wie verlautet, hat Oberst Ohnesorg von der Kolo- nial-Schutztruppe ein Sanatorium aufgesucht. Gegen Ohnesorg werden bekanntlich Vorwürfe in der Richtung er­hoben, daß er obwohl in Kenntnis von der prekären finanziellen Situation deS Majors Fischer eS doch an der notwendigen sorgfältigen Kontrolle der Tätigkeit seines Unter­gebenen habe fehlen laffen. Der Kaiser hat über den Obersten einen besonderen Bericht eingefordert.

Gouverneur Jesko von Puttkamer, der während der Festspiele in Bayreuth weilte, erklärte dort einem Jour­nalisten, daß er niemals in irgend welcher Form Ehren­anteilscheine oder Anteilscheine von Kameruner Gesell­schaften erhalten Habe oder ber diesen unter irgend einem Vorwand auch nur int geringsten beteiligt gewesen zu sein. Zu der Behauptung, daß er im Falle der Dienstentlassung eine hoch dotierte leitende Stellung in einer derjenigen afrikanischen Gesellschaften einnehmen würde, die ihm als Gouverneur von Kamerun nahe standen, bemerkte Putt- kamer, daß er mit keiner der Gesellschaften einen sich hierauf beziehenden Vertrag abgeschlossen habe und daß hierüber nicht einmal Vorbesprechungen stattgefunden hätten. Vor einer'Reihe von Jahren habe ihm der Präsident der 9Lord- Kameruner Gesellschaft, Fürst Hohenlohe-Oehringen, einmal scherzhaft gesagt, daß er, wenn er nicht Gouverneur von Kamerun wäre, auch eine vortreffliche Kraft für die Nord- Kameruner Gesellschaft sein könnte. Er habe erwidert, daß er eben Gouverneur von Kamerun sei. Das sei alles, was sich auf eine eventuelle Uebernahme einer leitenden Stelle beziehe.

Die Essersche Gewerkschaft erklärt gleichfalls, daß sie Herrn von Puttkamer keine Anteilscheine zugewiesen habe und auch für den Fall eines Dienstausscheidens keine Stellung angeboten habe. DerPost" zufolge begibt sich der Untersuchungsrichter in der Disziplinarsache Puttkamer nach Kamerun, um persönlich das zur Aufklärung des Sach­verhaltes Erforderliche festzustellen.

DieGermania" schreibt:

Wir ünd überzeugt, daß diese Sache noch weite Kreise ruhen und die wirklich Schuldigen ans Tageslicht bringen muß, ehe das Vertrauen zurückkehren kann. Wir sind auch über­zeugt, daß die Vernehmung von einzelnen Abgeordneten als Zeugen dahin führen wird, daß noch ganz andere Per­sonen in die Untersuchung einbezogen werden und dann auch andere Abgeordnete sich melden werden, um über mancherlei Dinge Ausschluß zu geben, die man bisher im Interesse des deutschen Ansehens nicht an die Oeffentlichkeit bringen wollte.

Iie Lage in Nußland.

Ein rätselhafter Mord

hat sich in dem auf sinnländischem Boden gelegenen Bade­orte T e r j o k o abgespielt, der, von Petersburg in kurzer Zeit erreichbar, in den letzten Jahren eine gewisse Be­rühmtheit dadurch erlangt hat, daß die russischen revo­lutionären Organisationen ihn vielfach zur Abhaltung ihrer Kongresse und Kvnferenzen gewählt haben. Dort wurde das frühere ReichsdumamÄglied Herzen stein, als er mit Frau und Tochter am Meeresstrande spazieren ging, durch zwei aus einem unbewohnten Gebäude abgefeuerte Schüsse getötet. Die Tochter wurde an der Hand ver­wundet. Der Mörder entkam. Bemerkenswert ist, daß ein Moskauer Blatt die Nachricht von seinem Tode bereits vor der Verübung der Tat gebracht hatte.

Herzenstein wär aus das Programm der Kadetten- partei gewählt worden und gehörte in der Reichsduma dem linken Flügel dieser Partei au. Er hat in der Duma wieder­holt das Wort ergriffen. Besonders lenkte er durch sein Auftreten in der Agrarfrage die Aufmerksamkeit auf sich. Ep verfocht hierbei die extremsten Forderungen und kam

infolgedessen auch mit Mitgliedern des rechten Flügels seiner eigenen Partei in Konflikt. Sein Mandat für die Duma hatte er von Moskau erhalten, wo er mehrere Jahre hindurch eine leitende Stellung in der Verwaltung einer Agrarbank innegehabt hatte. Die Blätter der Rechten warfen ihm in ihrer Kritik seiner Tumareden vor, daß die Praxis, die er in seiner Bankstellung den Bauern gegenüber an den Tag gelegt habe, keineswegs mit den von chm in der Duma vorgetragenen Theorien in Einklang gebracht werden könnte.

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Der frühere Abg. S o l o m k o , der bei der Schließung der ZeitungMysl" als Redakteur derselben nicht verhaftet werden konnte, ist bei seiner Rückkehr von Sudscha fest genommen worden.

Der ehemalige Dumapräsident Muromzew begibt sich Anfang nächster Woche zu seiner Familie in die Schweiz.

Die Meuterei in Swcaborg und Weiteres ans Finnland.

Offiziös wird heute gemeldet:

In Sweaborg hat die Kanonade am Dienstag und Mitt­woch fortgedauert. Das Eintreffen frischer Truppen gibt zu der Hoffnung Anlaß, daß es innerhalb kurzer Zeit gelingen wird, die Militärrevolte auf den Inseln und in der Festung niederzuwerfen.

In der Nähe der Bahnstation Richimjaki ist die Brücke gesprengt worden. Auch zerstörte dieRote Garde" die Gleise zwischen zwei weiteren Stationen.

In Helsingfors faßte der Bürgerstand des fiun - ländischen Landtages eine Resolution, nach der es unter den gegenwärtigen ernsten Verhältnissen jedem sinnländischen Bürger zur Pflicht gemacht wird, sich jeder ungesetzlichen Hand­lung zu enthalten, sowie die Behörden bei der Aufrechterhaltung und Wahrung der Ordnung zu unterstützen. Die übrigen Land­stände haben sich der Resolution angeschlossen.

Die Schriftsetzer in HelsingfSrs beschlossen, in den Ausstand zu treten.

Privatmeldungen behaupten, daß vier meuternde Schiffe auf Kronstadt zudampfen, um die dortige Garnison zum Meutern zu veranlassen. Im Hinblick auf die Gefahr haben die Behörden in Kronstadt umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen, zumal rev. Delegierte unter den dortigen Soldaten und Matrosen eifrig Propaganda zu gunsten der Meuterei in Sweaborg unternommen haben. An Bord verschiedener in Kronstadt anwesender Kriegs­schiffe haben tragen der Unzuverlässigkeit der Matrosen Jn- fanteriesoldaten die Wache bezogen. Verschiedene Geschütz­verschlüsse sind entfernt worden, um die Geschütze gebrauchs­unfähig zu machen.

Das Geschwader des Großfürsten Alexander Mi ch ail o w i t s ch soll in Sweaborg eingetrofsen sein. Die Bewohner der Stadt haben sich den Revolutionären an­geschlossen, welche ihnen Waffen und Munition lieferten. Zwei Jnfanteriekompagnien machten mit den Revolutio­nären gemeinsame ^ache. Der LcsehlshiOber General Laiming ist von meuternden Matrosen verhaftet worden. Die Revolte begann, weil ein Torpedomatrose an Mißhandlungen seiner Vorgesetzten ge­storben ist. Als die Unruhen sich bemerkbar machten, nahm der Kommandant mehrere Verhaftungen vor, worauf in der Nacht zum 31. Juli eine-Empörung bei der Festungs- artillerie ausbrach. Die Empörer ergriffen von drei starken Forts mit 40 Maschinenkanonen Besitz und beschossen die Forts auf der Kommandeur-, auf der Lager- und Alexander- insel, bis die beiden letzten zu den Aufrührern übergingen.

Nach den letzten Privatnachrichten von der Festung Sweaborg ist die Sage dort höchst beunruhigend. Sweaborg befindet sich in den Händen der Meuterer. Die Kanonade dauert an. Auch alle" Inseln außer zweien sind ebenfalls im Besitz der Meuterer. Den aus Wiltnanstrand zur Unter­werfung des Aufruhrs h'erbeigerusenen Truppen war die Landung unmöglich. Sie beschädigten selbst die Maschinen­gewehre, um nicht aktiv gegen die Meuterer eingreifen zu müssen. .Zwischen allen großen Städten Finnlands ist der Eisenbahnverkehr unterbrochen. Kapitän Kock, der An­führer der roten Garde, wollte den Generalstreik inszenie­ren, der aber mißlungen ist. Der Gouverneur hat alle Kreischess aufgesordert, Maßnahmen zu treffen, um einer Gärung in der Bevölkerung vorzubeugen.

Nach einer Meldung derVoss. Ztg." aus Petersburg war gleichzeitiger Ausbruch der Militäraufstände in Swea­borg, Kronstadt und Sebastopol geplant. Der Ausbruch in Dweaborg erfolgte zu früh.

Weitere Meutereien und Unruhen.

In dem im kaukas. Dorfe Daschlag ar stehenden Ssamur-Jnf.-Regt. meuterten am 30. Juli 5 Kompag­nien, wobei der Regimentskommandeur, ein Bataillonskomma'ndeur und zwei andere Offiziere, sowie der Negimentsgeistliche ge­tötet wurden. Aus Grosny wurden Truppenteile zum Zwecke der Niederkämpsung der meuternden Truppen ab­gesandt. Zu demselben Zwecke wurde das vierte Schützen­bataillon abgeschickt.

Daily Mail" meldet aus Odessa, daß dort am 31. Juli neue Unruhen stattsanden. Kosaken kämpften auf der Straße gegen eine große Volksmenge. Demselben Blatte zufolge soll auch die Sage in Sewastopol wieder ge­fährlich sein. Die Juden flüchten, weil sie einen neuen Pogrom befürchten.

Zur Finanzlage.

Finanzminister Kokowzew erklärte in einem Interview über die gegemvärtige F i n a n z l a g e R u ß l a n d s u a., er beurteile die gegenwärtige politische und finanzielle Lage Rußlands recht günstig Die Agrarunruhen hätten in den letzten Tagen stark nachgelassen. Für den Rest des Jahres brauche Rußland 80 Millionen Rubel. Dazu kamen ungefähr 50 Millionen Rubel für Hilfsleistungen an die Notleidenden Der Ueberschuß der ersten Hälfte dieses Jahres betrage bekanntlich 90 MilUonen Rubel. Er hoffe, durch Ersparniffe m den einzelnen Ressorts noch 10 bis 12 Millionen dazu zu getonnten Alle Anlerhegeruchte sind erfunden. Japan habe die Entschädigung für die Kriegs­gefangenen noch nicht fixiert; man schätze die Schuld aus 50

Dies? Zuversichtlichkeit des Ministers hindert nicht, daß sich die russischen Papiere an den deutschen Börsen wieder etwas ab­wärts bewegen. Man nimmt die Darlegungen des Finanz­ministers, der erst vor gar nicht langer Zett m der Duma er­klärte, daß sie das diesjährige Depztt im Staawhau^ilt ver­größern werde, wie dieF. Z-".in ihrem Börsenbericht schreibt, cum arauo ialis cmL und LM rm ubngeii an der abwartenden

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Aus Stadt und Land.

Gießen, den 2. Aug. 1906.

** Truppenschau in Mainz. Nach den bisher ge­troffenen Dispositionen werden, wie dieDarmst. Ztg." mit­teilt, S. M. der Kaiser und S. K. H. der Großherzog Ende dieses Monats, nach dem 21., einer großen Truppen­schau in Mainz beiwohnen. Der Soifer wird voraussichtlich auch an einem vom Großherzog im Palais zu Vlainz ge­gebenen Frühstück teilnehmen.

"Vom Urlaub zurückgekehrt ist Finanzminister Gnauth. Er hat seine Tienstgeschäfte wieder übernommen.

*# Bezüglich der Einschränkung im Fleisch­genuß, die sich unsere durchschnittlich wohlhabendere Be­völkerung wegen ber hohen Fleischpreise im letzten Winter auferlegt hat, geben nachstehende Zahlen, die wir dem Bericht des Oktroi-Inspektors Moeser für 1905/06 und dem Jahresbericht der Großh. Handelskammer für 1905/06 ent­nehmen, ein anschauliches Bild. Die Einnahme an Oktroi für Schlachtvieh, frisches Fleisch und Fleischwaren blieb um 2307.30 Mk. hinter die des Vorjahres zurück. An Schlacht­gebühren und Gebühren für Trichinenschau ist ein Weniger vnn 628.30 Mk. gegen 1904/05 zu verzeichnen. Der Oktroi- Inspektor konstatiert, daß bei den Schlachtungen an Großvieh eine wesentliche Veränderung nicht eingetreten sei, dagegen wurden infolge der hohen Schweinepreise des letzten Winters im letzten Jahre 738 Stück Schweine weniger geschlachtet. Wegen der tatsächlichen Durchschnittspreise für Schweine in den letzten drei Jahren gibt der Handelskammerbericht folgende, auf un­antastbarer Unterlage beruhende Tabelle:

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DerKöln. Ztg." wir aus New-York telegraphiert: Briefliche Nachrichten aus Samoa vom 9. Juli, die in San Francisco am 31. Juli eintrafen, besagen, daß die Lulkane auf Savaii noch tätig sind. Die Insel nimmt an Umfang zu. Mehrere Quellen traten an Stellen auf, wo es bisher kein Wasser gab. Neue Land-Ansprüche wurden bei der deutschen Regierung erhoben. Ein bekannter Räuber namens Sitivia ist auf Sainoa getötet worden.

Stellung bez. der weiteren Entwickelung der russischen Verhält­nisse fest.

Stolypin.

Wie aus Baden-Baden berichtet wird, wurde der neue russische Ministerpräsident Stolypin dort Anfang der 60 er Jahre im damaligen Hause föifr geboren und verbrachte auch seine erste Jugend- und Schulzeit in Baden-Baden. Des jungen Stolypin erster Lehrer war Hofmeister Schubert aus H<üle, später der russische Professor Schulkin. Von diesen vorgebildet, trat Stolypin in das Baden-Badener Gymnasium ein. Hier war er Mitschüler bc5 derzeitigen Bezirkspräsidenten Grafen v. Zeppe­lin-Asch hausen' in Metz. Der junge Stolypin, der seinen Haus­lehrern übrigens nicht immer Freude machte, war ein liebens- würdiger, gemütlicher Mensch, ein lebensfroher Kamerad.

Ausland.

Konstantinopel, 31. Juli. Nach Informationen der Pforte wurde eine griechische Bande, welche das bulgarische Dorf Gernitscha niederzubrennen beabsichtigte, aufgerieben. 14 Mitglieder der Bande wurden getötet, ein Mann wurde gefangen genommen.

Rio de Janeiro, 1. Aug. Der panamerika­nische Kongreß hielt heute eine Sitzung zu Ehren des Staatssekretärs Root ab. Dabei hielt Root eine Rede, in der er darauf hinwies, daß der Kongreß die gegenseitige Unterstützung der amerikanischen Republiken organisieren und allein nach Siegen auf friedlichem Gebiete streben solle. Niemand solle ein anderes Land begehren als das {einige und eine andere Herrschaft als die über sich selbst. Die Unabhängigkeit und die Rechte der Kleinen mußten ebenso geachtet werden wie die der Großen. Die Amerikaner trachteten wohl danach, ihre Reichtümer auf kommerziellem Gebiete zu vermehren, sie wünschten aber dabei nicht anderer Leute Eigentum zu ver­nichten, sondern wollten Jedermann helfen zum Besten der allgemeinen Wohlfahrt. Root sprach dann die Hoffnung aus, in einigen Monaten auf der Friedens-Konferenz in Haag alle ameriL Staaten vertreten zu sehen und schloß damit, daß er die Gründung einer reinamerikanischen Union empfahl, um so die Mißstimmungen zu vermeiden, Kriegsursachen zu beseitigen, die freien amerikanischen Staaten vor den Lasten kriegerischer Rüstungen zu bewahren und den Anbruch der wahren Freiheit zu beschleunigen.

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Es sind dies Preise, wie sie für das Pfund Schlacht­gewicht durchschnittlich von den Metzgern beim Einkauf ge­zahlt sind. Stach dem Handelskammerbericht ist aber auch das Durchschnittsgewicht der wichtigsten Schlachtvieharten gegen das des Vorjahres wie folgt zurückgegangen:

(Zahlen des Gießener Schlachthauses.)

bei in 1905/06 geschlachteten 1904/05 1905/06

1176 Stück Ochsen m Kilogramm 278 260

281 g Kühe , 200 186

10657 Schweinen in Kilogramm 85 7o

Hiernach erhellt, daß 1905/06 außer den 738 Stück weniger geschlachteten Schweinen bei den tatsächlich ge­schlachteten Tieren 2131 Zentner Fleisch weniger für den Konsum vorhanden waren als in 1904/05; dabei muß man berücksichtigen, daß unsere Bevölkerung sich um 23 Prozent

vermehrt hat.

** Die Musik-Dilettantenvereinigung Gießen hatte gestern zu einem Konzert-Abend Einladungen in Bekannten- imb Freundeskreisen ergehen lassen, denen,