Ausgabe 
19.5.1906 Erstes Blatt
 
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j aber nur in Maschen, wo Ulakale aushängen.

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Sonntag 4D Uhr 206

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Urnnkfurter Börse. 19. Mai, 1.15 Uhr.

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Berliner Börse, 19. Mai. Anfangskurse.

219.00

Für die gesamte Redaktion verantwortlich in Vertr. Ernst Heß.

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Harpener Bergwerk Laurahiitte . . Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd. . .

Türkenlose .

87.85

100.00

87 95

Berliner Handelsges Darmstädter Bank . .

Deutsche Bank .

Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenl ahn .

Gotthard bahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Gesten. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn

. 2470 . 145.70

. 152.25

4% Öesterr. Goldrcnte. . 4l/Ä% Oesterr. Silberrente

3M 7, 3%

3M 7( 3% 3M7c W,

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: ruhig.

Reichsanleihe do.

Konsols . .

do. . .

Hessen . .

Oberhessen

Elektriz. Schnckert . . . Esch weil er Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg- Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahiitte......

Nordd. Lloyd.....

Oberschles. Eisen-Industrie

4M°/o russ.Staatsanl. 1905 4M0'« Japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903

3°/0 Mexikaner . .

4M°/o Chinesen . .

Aktien

Bochum Guss . . .

Bnderus E. W . .

Tendenz: fest.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 20. Mai 1906: Zunächst noch trüb und geringer Regen, spater Aufheiterung und wärmer.

Näheres durch die Siebener Wellerkarte.

tektorat des Großherzogs stehende allgemeine Geflügel- ausstellung im Großh. Orangeriegarten ist' heute mittag eröffnet worden. Der 1. Vorsitzende, Schlachthausdirektor Dr. Garth, hielt eine Begrüßungsansprache an bte Fest­versammlung, zu der auch Bürgermeister Dr. Glässing und zahlreiche andere behördliche Vertreter erschienen waren, und schloß mit einem dreimaligen Hoch auf Se. Kgl. Hoh. den Großherzog. Die Ausstellung ist in dem prächtigen Rahmen des schon früher für die Gartenbauausstellung benutzten Orangeriegebäudes in origineller Weise arrangiert und trägt auch eine reiche dekarative Ausstattung zwischen den einzelnen Ständen und Käfigen. Im Innern deS Gebäudes ist beson­ders die äußerst reichhaltige Sammlung von Tauben und Hühnern der verschiedenartigsten und seltensten Nassen zu be­wundern und ein tempelartig gebautes japanisches .Hühner­haus aus Rohrgeflecht und Palmen beherbergt eine Reihe der wertvollsten japanischen Naffentiere. Neben zahlreichen Voliörenbauten für Fasanen, Truthähnen?c. und acht großen Hühnerhofen, Sing< und Ziervöqel-Kollektionen sind auch drei ausgedehnte Bassins mit herrlichem Wassergeflügel vorhanden, die einen prächtigen Anblick darbieten. Die Ausstellung ist

100.40

100.60

96.50

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69.30

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92.00

95.25

94.80

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 18. Mai.

Unter der Anklage des Verb recke ns im Amte stand der seit einiger Zeit vom Dienst sussi"ndierte Polizciwachtmeister Eh. M. IV. ' von B' ad - Nauheim vor der Strafkammer. Es ist ihm zur Last gelegt, daß er Zwangsmittel zur Er­pressung eines Geständnisses angeweudet hat,, inbcm er einen Lehrling, der wegen Sackbesckädigung in lluteriuchilng stand, in eine Zelle des Pvlizeigefängnisscs verbrachte und ihm drohte, falls er nicht eingestehe, die Tat verübt zu haben, er ihn über die Weihnackstsfeiertage in der Zelle behalte, Wetter lautet die Anklage auf Urkundenfälschung, die er tu der Weise begangen Hot, daß er Zeugenprotokolle bte er aus­genommen hatte, nochmals abschricb, die Unterschriften nad.)= ahmte und diese als echt beglaubigte. Der gegen ihn im Lause der Untersuchung vollstreckte Haftbefehl, wurde utrolgc K'autwns- leistung außer Vollzug gesetzt. Seine VernelMung ergab, daß er früher als Weißbinder und Metzger tätig war, spater erhielt er die Stelle eines Polizeidieners zu Bad-Nauheim, dann war er einige Jahre Sckmtzmanu, bis er im vorigen Jahre zum Po- lizciwachtmeister und Kkiminalschutzmann ernannt wurde Eine Prüfung zu diesen Stellen hat er nicht abgelegt: auck habe er weder bei seinem Dienstantritt noch später eine Instruktion über seine Dienstobliegenheiten erhalten, sodaß er keine Ahnung von den Befugnissen eines Polizeibeamten hatte. Nach fernen ?In- gaben hielt er sich für berechtigt, den Lehrling, den er sur dringend verdächtig hielt, aus diese Weise zu einem Geständnis zu veranlassen: er fand auck nichts dabei, den Jungen trotz der llnsckuldsbeteuerungen aus kurze Zeit in bic Zelle emzw schließen, zumal die Frau seines Lehrmeisters der Anpatt Urar, dem Jungen könne eine Aufcnthaltsveränderung walnend der Feiertage' nichts schaden, es würde wenigstens soviel erreicht, daß er niemand ärgern könnte. Tatsächlich scheint die Schutz- Mannschaft hierbei nichts Unrecktes gefunden zu haben, bettn ein stäbtiscker Beamter, ber früher Schutzmann war, erklärte: Ich glaube, bas hätte jeber von uns getan, ohne an eine straf­bare Hanblung zn bcnfcn.,z Bezüglich ber gefälschten Protokolle gab ber Angeklagte an, baß bie Satzbilbung nnb Orthographie bei ihm Viel zu wünschen läßt: er habe nach Fertigstellung ber Protokolle Rabierungen nnb Aenderungen vorgenommen, die zwar an bem Jnlwlte nichts änberten. Da er aber biefe Protokolle in diesem Zustande ber Staatsanwaltschaft nicht vorlegen wollte, habe er sie nochmals geschrieben unb fick bemüht, bic Unter­schriften einz"holen: er habe bie Zeugen aber nicht angetroffen, weshalb er sich entschloß, bic Unterschriften nachzualMcn Auck hier scheint er sich ber Tragweite seiner Hanblung. nickt bewußt gewesen zu sein, bemt er zeigte einem hingen schreib geht lfen bie Schriftstücke mit ben Worten:Siehst Du, so macht maus!' Trot'bem objektiv ber Tatbestand eiucij strafbaren Handlung ge­geben war, konnte sich das Gericht zu einer Verurteilung bezüglich der Erpressung bcS1 Geständnisses unb ber Freiheitsberaubung nicht entschließen, ba es' ber Ansicht war, es habe bem Angeklagten das Bewußtsein der Rechtswidrigkeiten gefehlt. Die Urkunden­fälschung jedoch, wurde mit einer Gefängnisstrafe v o n 2 Tagen geahndet, bie burch bie erlittene Untersuckungshatt als verbüßt erachtet würbe. Das Gericht konnte sich bes Aus­drucks nickt entwehren, baß es eigentümlich sei, baß ber An­geklagte als Polizeibeamter sich so wenig Kemttmfie angeeignet hat, an wem die Schulb liege, sei an ber Genckttsstellc nickt zu erörtern. Trotzdem er vertretungsweise Vorsteher bes Poli­zeiamts war, sah ihn bas Gericht nicht als Hilfsbeamten ber StaotsanwalUckast an, ba es ihm an einer bicsbezüglichen eidlichen Vervslicktmw fehlte. Der 'm Vorverfahren erlassene Haftbefehl

dem DampferZappvtt", nach Stettin unterwegs, zusam­men. Beide Dampfer sind schwer beschädigt worden. DerZop- pott" mußte Blissingen,Konsul Poppe" Terncuden anlaufen. Aus Lille wird berichtet: Eine Explosion schlagen­der Wetter erfolgte auf bem Schacht 5 ber Grube von Noeux. Zwei Arbeiter würben getötet unb mehrere erheblich verletzt. In ber Umgebung von Hazebrauk (Frankreich! verhaftete bic Genbarmerie gestern 18 Personen, welche einer Einbrecher- banbe angehörten, bic in ben letzten Tagen eine große Anzahl von Mvrbtaten verübt hat. Die FischseglerElf a", Jupiter" unbSeerose" sinb nach einer Meldung des Sceomtes in Cur Hafen untergegangen. Die gesamte Bei atzung von 25 Mann ist ertrunken. In Braunschweig wurde über bas Vermögen bes Leutnants von Tampskh vom 17. Husarenregiment, ber für, bic Spielschulden eines ms Ausland gereisten Kameraden gutges-nft lyat, der Konkurs er­öffnet. Während eines Leichenbegängnisses in Koniaku (Oesterreich) schlug b-r Blitz in bas Trauergefolg^ 13 Per­sonen würben getötet, 22 meist schwer verletzt. In N cwhork finben fast täglich Totschläge in ben Werken ber Untergrund bahn zwischen Jrlänb-'m unb italienischen Arbeitern statt, -ver­anlaßt würben bie Rcib-'reien burch einen löblichen Unfall eines Jrlänbers. In Tremessen (Poscnl sinb brci Kinber cinc5 Schuhmachermeisters an echten Pocken erkrankt. Ein Mäbcticn ist bereits aestorben

bis zum 21. d. Mts. abends geöffnet.

Darmstadt, 19. Mai. Heute fand die Schluß- ziehung der nunmehr vollständig aiifgelösten Hessisch- Thüringischen Staatslotterie statt. Eine Prämie von 100 000 Mk. fiel auf die zuletzt mit einem Gewinn von 2000 Mk. gezogene Nr. 16296 (nach Offenbach), sechs Prä­mien zu je 50 000 Mk. auf die zuletzt mit je 1000 Mk. ge­zogenen Nummern 19406 35146 (beide nach Mainz) 45088 (nach Darmstadt) 59797 (nach Roschütz) 81312 (nach Mainz und Käthen) 84870 (nach Weimar), zehn Prämien von je 10 000 Mk. auf die zuletzt mit 400 Mk. gezogenen Nr. 4384 (nach Alzey) 14368 (nach Sondershausen) 15324 (nach Friedberg) 55924 (nach Alzey und Bückeburg) 70225 (nach Oldenburg) 74257 (nach Gotha und Meiningen) 76874 (nach Eöthen) 79611 (nach Worms) 85000 (nach Darmstadt) 95342 (nach Weimar und Blankenhain), ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 31453, Gewinne von je 2000 Mk. auf Nr. 35710 40733 43193, Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 14801 15023 17606 26861 32055 3329. (Ohne Ge­währ.) Am Schluß hielt Geh. Justizrat Hallwachs eine Abschiedsrede, in welcher er auf die Verschmelzung der Lotterie mit der preußischen hinwies.

Orrgrnal-Drahtineldnngen.

sd. Da rm st a dt, 19. Mai. Heute abend findet zu Ehren des Geburtstages des Kaisers von Rußland

Türkenlose ..... 147.00 4% Griech. Mbnopol-Anl. 54.30 4% äussere Argentinier . 90.80

Te?ef®msche KurshepicMe

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

wurde aufgehoben. , ,

Wegen schweren Diebstahls wurde der Dienstknecht L. Sck. aus Dingelstädt zu 1 Ia hr 6 M o u a t c n G e f ä n g u i s unb 5 jährig. Ehrverlust verurteilt. Er hat auf bem Hof Allrnc- rob seinem 72jährig. Mitkneckt bic Ersparnisse in Höhe von 36 Mark entwendet, indem er ihm den Koffer aufbrach.

Durch bas Sckösfenaerickt m der Schreineraeselle B. W. hier wegen Diebstahls zu brci Tagen Gefängnis ver­urteilt worben. Er soll aus einer Mansarbenkammer bie Dackverschalung entfernt unb bie so gewonnenen Bretter als Brennholz benutzt haben. Da bic Kammer auch onberen zugäugig war, hielt cs das Gericht nicht für ausgeschloffen, daß bie Ent­wendung von anderer Seite erfolgt sein könne, weshalb Frei- p r u ch erfolgte. ,

Dem Landwirt G. Gr. von Ockstadt ging wegen unterlassener Straßenreinigung ein Strafbefehl in Höhe vbn 2 Mark zu, dessen Einspruch vom Schosfengircktt verworfen wurde. Er erhob Be­rufung unter der Behauptung, bie Gemeinde sei Anlieger der fraglichen Straße, diese habe für bie Reinigung zu sorgen. Diese Angaben bestätigten sich nicht, weshalb bas Urteil seine Mstättg- vng saud________

ALtbekterbeMeg-rng.

Berlin, 18. Mai. Der Verband Verliner Metall- Jndustrieller beschloß in ber heutigen Hauptversammlung einstimmig, am 2. Juni 60 Prozent ber sämtlichen in seinen Betrieben beschäftigten Arbeiter a u s z n s v e r r e n , vornchrn- iick die Mitalieder tzes de"tfcs^77 lGrlu'fter-V-'rbanbes.

Ungar. Goldrente . . Italien. Bente . . . Portugiesen Serie I . Portugiesen III

Märkte.

)( Grünberg, 18. Mai. Nicht säuberlich gutes Wetter herrschte an unserem gestrigen Walpurgismarkte, rm Volks mundeWalpenmarkt" genannt. Dessenungeachtet waren bock Rinbvieh- wie Sch wein emar kt stark befahren. Wie­wohl ber Schweinemarkt ein Zurück gehen ber Preise zeigte, stehen letztere bock burchaus nickt im richtigen Verhältnis zu den­jenigen, die jetzt für Mastschweine bezahlt werben. Es ist eme eigentümliche Erscheinung auf bem Schweiuemarkt, baß meist bte Preise ber Jungschweme in gar keinem Verhältnis zu ben fetten Schweinen stelvu. Das Paar Ferkel geringster Sorte kostete immer noch 60 Mark, bessere 6575 Mark, beste 7580 Mark und 8090 Mark. Letztere Sorte kam allerdings denLäufern nahe. Der Handel zeigte sich jedoch in seiner Tendenz etwas uachgebend, während er bei beut Rinbvieh unter ben seither gewohnten hoben Preisen reckt flott ging.

Vermischtes.

Meiningen, 18. Mai. In Willmars (Franken) starben gestern nach Genuß von Klößen ein Mann, dessen Frau unb eine Tochter unter V e r g i f t u n g s e r s ch e i n- ungen. Ein Enkelkind und der Schwiegersohn liegen im Sterben. Mehrere Haustiere, die Speisereste verzehrt haben, sind gleichfalls gestorben.

* Neue Erdbeben. Am gestrigen Freitag morgen gegen 9 Uhr wurden in Martirano und Eonflenti (Italien) zwei starke Erdstöße -erspürt. In Eervera (Spanien) wurde ebenfalls ein Erdbeben verspürt. Meh­rere Häuser sind 'ein gestürzt. Der Materialschaden ist be­deutend.

* Kleine Tageschroni f. 'Au, r Hohe von Vlck- sing en stieß der deutsche D am ps e rKonsul Po pp e" mit

- Die Revision de§ Vizepräsidenten der hessischen zweiten Kammer, Köhler-Langsdorf, der wegen Beleidigung der Untersuchungsbehörden bei der Kmdes- mordaffäre in Eberstadt bei Lich zu drei Monaten Gefängnis von der Strafkammer der Provinz Oberhessen verurteilt worden war, wurde am Donnerstag vom Reichsgericht verworfen. . .

** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwill. Feuerwehren wurde verliehen dem Mitglied der freiwill. Feuerwehr zu Hungen Hch. Sam es, dem Mitglied der freiwill. Feuerwehr zu H e ii ch e l h e i m Ludw. Adolph und den Mitgliedern der freiwill. Feuerwehr zu Gau-Alges- heim Phil. Hellmeister und Jak. Luckas.

Kreisverein Gießen der Gemeinderechner. Zu dem gestrigen Bericht, der uns von einem außerhalb des Vereins stehenden Gewährsmann zuging, sei noch naehgetragen, daß die Kreisvereine Alsfeld, Friedberg und Schotten durch die Rechner Schaaf-Heimertshausen, Dreffel-Vilbel und Rendant Wolfschmidt-Schotten vertreten waren. Das verlesene Schreiben des Großh. Ministeriums des Innern über die Gehaltsver- hältniffe, Penfions- und Hinterbliebenenfürsorge für die Rechner der Landgemeinden vom 25. Juli 1905 fand allgemeine Anerkennung der Versammlung.

* Zwei Konzerte der Darmstädter Garde- Dragonerkapelle finden morgen im Neuen Sa al bau statt, worauf umsoniehr hingewiesen sei, als der Kapelle cm guter Ruf vorausgeht.

Oberbayrische Sänger, Humoristen und Schuhplattler, die Schrammelkapelle Gg. Lechner, treten morgen im Eafs Ebel, am Montag im Eafö Elges und am Dienstag im Hotel Schütz auf.

" Elektrische Zentrale Lißberg und die Wasserwerke Lauter und Inheiden. Die im Auf­trag der Großh. Regierung ausgeführten Vorarbeiten für die Elektrische Zentrale Lißberg sind soweit vorge­schritten, daß vor kurzem in Gegenwart des Landtagsabg. Oberförster Dr. Weber-Konradsdorf und des Oberingenieur Schöberl-Darmstadt, in Salzhausen eine eingehende Besprechung über die weiteren Schritte in dieser Sache stattfinden konnte. Zunächst ist notwendig, daß die Leitungen hergestellt werden. Hierbei ist es zur möglichst einfachen und billigen Ausführung der Leitiingslinien unvermeidlich, daß die Masten der Leitungen auf Privateigentum ausgestellt werden. Bei dem hervorragenden Interesse, das alle Gemeinden und ihre Bewohner an dem Zustandekommen des Unternehmens haben, darf erwartet werden, daß die beteiligten Gemeinden die Durchführung ber Starkstromleitung von Lißberg durch ihre Orte und Gemarkungen und bic Ausstellung der Masten genehmigen, und daß auch die Privateigentümer die Auf­stellung der Masten aus ihren Grundstücken unentgeltlich ge­statten. Auch die Vorarbeiten für das Wasserwerk Lauter sind nahezu beendet. Eine Reihe von Gemeinden hat sich der Wasserleitung bereits angeschloffen, mit anderen sind die Verhandlungen im Gange. An dem Jnheidener Projekt wird eifrig gearbeitet. Heute mittag findet eine Besichtigung der Quellen bei Inheiden statt, an welcher sich mehrere Herren aus der Provinz beteiligen.

R.-B. Darmstadt, 18. Mai. Die unter dem Pro-

im Palais des russischen Gesandten eine Festtafel statt, an welcher it. a. das Großherzogliche Paar, Prinzessin Battenberg, das Prinzenpaar, Franz Josef von Battenberg, und die Vertreter der Gesandtschaften geladen sind.

Darmstadt, 19. Mai. Das G r o ß h e r z o g l i ck c P a a r nebst Prinzessin Battenberg kamen heute vormittag 10 20 Uhr von Mainz hier an und begaben sich in bic Geflugelausstell- ung im Ornngcriegarten. , . ,

(fc.) Renbe 1 bei Vilbel, 19. Mai. Gestern obenb kam e3 zwischen ben Brickern Heinrich u.tb Wilhelm Gunberlach in einer Wirtschaft zu einem Wortwechsel. Zwischen beiben Bru- bern bestaub seit einem Jahr ein gespanntes Verhältnis, da ber ältere nicht zugeben wollte, baß sich bet jüngere mit einem un- vermögenben Mäbcken verheiratete. Gegen 11 Uhr verließ Wil­helm Guiiderlack bic Wirtschaft unb begab sich, nach Hause. Kürze Zeit bnrnuf brang fein Bricker Heinrich in seine Kammer ein unb versuchte ihn mit einem Dolch zu erstechen. Wilhelm flüchtete in ein Nebcnhans. ergriff eine Flinte, unb gab einen blinden Schuß auf seinen Bruber ab. Als ber Bricker, bet stark nnnetritnfcn war, weiter auf ihn e;brang, gab et einen zweiten Schuß auf ihn ab. Die Ku a el br^ng in ben Kops und Hein- tick war sofort to t. Wilhelm Gunberlach würbe verhaftet.

Hamburg, 18. Mai. Zu der heute beginnenden 6. Hauptversammlung des Deutschen Flotten­vereins sind zahlreiche Teilnehmer eingetroffen. Heute vormittag statteten die Mitglieder des' Vorstandes Fürst zu Salm-Horstmar, Admiral Thomsen und Geh. Rat Prof. Busley den Bürgermeistern Dr. Burchard und Dr. Stam- man, dem Vorsitzenden des Hamburgischen Landesaus­schusses, Bürgermeister Dr. Moenckeberg, sowie General­direktor Ballin Besuche ab. Heute mittag sand im Hotel de l'Europe Präsidialsitzung statt. Heute abend wer­den die auswärtigen Gäste in den Klubräum.,n des nord­deutschen Regattavereins empfangen. Die diesjährige Tag­ung des Flottenvereins wird sich bis zum 21. Mai erstrecken. Der erwartete Besuch des Prinzen Heinrich unterbleibt wegen der Hoftrauer um die Prinzessin Friedrich Karl.

London, 18. Mai. Eine Abordnung der deutschen Städtevertreter legte heute nachmittag am Sarge der! Königin Viktoria in Frogmore einen Kranz nieder.

London, 19. Mai. Wie derDaily Telegraph meldet, wird die englische K a n a l f l o 11 c binnen kurzem, vor­aussichtlich im Juli nach den Manövern, Kronstadt be­suchen.

Fez, 19. Mai. Der Sultan weigert sich zwar nicht, die Akte der Konferenz von Algeciras zu unter- zeichnen, zögert aber, dies zu tun, solange nicht eine Spe­zi a l k l a u s e l hinzugefügt wirb, worin die Mächte sich ver­pflichten, bic europäischen Beamten und Offiziere zurückzu­ziehen. sobald der Sultan in der Lage sein wird, mit eigenen Mitteln die Reformen in seinem Lande durchzuführen. Der Sultan behauptet, die Zufügung dieser Klausel sei sehr wichtig unb notwendig, um die Unzufriedenheit seines Volkes wegen der Vormundschaft zu beschwichtigen, die ihm von Europa aufgedrängt worden ist.

New-Pork, 19. Mai. San Francisco wurde heute nacht wieder von einem Erdstoß erschüttert, der einige Trümmer niederlegte, aber wenig Schaden anrichtete. Die Bewohner flohen in höchstem Schrecken auf die Straße, wo viele die Nacht verbrachten.

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