Erstes Blatt
Samstag 19. Mai 1906
zeigenteil: HanS ®ed,
*re heutige Kummer umfaßt 20
Verantwortlich für den poliL und allgem.
156. Jahrgang
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Teil: P. 'Wittko: für .Stadt und 2anb* und
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Nr. 117
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Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Univers.-Buch-u.Stein- druckeret. 9t. Lange. Redaktion, Erveditioa und Druckerei:
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Redaktion 113
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Gietzener Anzeiger
w General-Anzeiger w
Kraf Ko-Hen über den Aufwand in Kstafrika und die Zukunft unserer Kolonien.
Der bisherige Gouverneur von Deutschostafrika, Graf von Goetz en, der an einem Magenleiden schwer erkrankt sich zurzeit in Meran aufhält, hat dort einen Mitarbeiter der „9t. G. C." empfangen und ihm auf die Frage, ob er den Aufstand in Oftafnka als beendet und die Lage dort als gesichert an sehen könne, folgendes erwidert :
„Bei meiner Abreise, Anfang April, war der Aufstand überall im Abflauen und unter der Kontrolle der Truppen. Daraus folgt aber noch nicht, daß nicht in den nächsten Monaten noch Kämpfe stattfinden würden. Sie müssen bedenken, daß die Führer des Aufftandes einen Verzweiflungskampf kämpfen, denn sie wissen, daß sie der verdienten Bestrafung entgegensehen. Einen abermaligen baldigen Auf st and in ähnlicher oder größerer Ausdehnung, wie der soeben niedergerungene, halte ich in den nächsten Jahren für sehr unwahrscheinlich. Die jetzt erlittenen Lektionen wirken sicherlich eine Weile nach. Aber das Gedächtnis des Negers ist kurz, sein Solidaritätsgefühl wird ständig wachsen und mit der europäischen Kultur nx^b er sich in den nächsten Jahrzehnten noch nicht absindcn. Das „Wilde" in seiner Natur wird, wenn er sich die Möglichkeit eines Erfolges einbildet, immer wieder hervorbrechen. Die Verwaltung muß daher mit aller Energie für ausreichende militärischeSicherheit sorgen, und der einzige Punkt, der mich bei meinem aus Gesundheitsrücksichten leider notwendigen Rücktritt von meinem Amt mit schwerer Sorge erfüllt, ist die Befürchtung, daß die heimischen maßgebenden Kreise jetzt, wo der Aus md nicht mehr gefährlich ist, sich wieder dem alten Glauben hingeben, die deutschen Kolonien könnten billiger in Ordnung und Ruhe gehalten werden, als fremde Kolonien. In sorgfältigster Berücksichtigung der ganzen neuen Lage, der Bevölkerungsverteilung und zweckmäßigster Dislozierung der Truppe, sowie nach Berechnung aller Möglichkeiten hatte, ich fünfzehn farbige Fcldkompagnien zu 150 Mann, eine Maschineugewehrabteilung und eine weiße Kompagnie als notwendige militärische Besatzung Deutsch-Ästafrikas für die Zukunft verlangt, unter der Voraussetzung, daß mit den Bahnbauten ein schnelleres Tempo eingeschlagen würde. Vom militärisch-politischen Standpunkt aus und nach meinen Erfahrungen konnte ich zu keinem anderen Resultat kommen. 9hin hat der Reichstag die weiße Kompagnie abgelehnt. Wvr wo ist der Ersatz? Da die Ablehnung der weißen Kompagnie, die übrigens meiner Ueberzeugung nach unter dem Druck der Verhältnisse, welche die vermehrten Ansiedlungen bringen werden, in späteren Jahren sicherlich rückgängig gemacht werden wird, für mich ein gegebenes Faktum war, beantragte ich sofort den entsprechenden Ersatz durch farbige Soldaten und verlangte die Erhöhung der farbigen Kvmpagniezahl von 15 auf 19. Wie mein Nachfolger die Verantwortung für die Sicherheit des Landes übernehmen soll, wenn auch das ihm verweigert werden sollte, weiß ich nicht, glaube im übrigen aber noch nicht an diese Ablehnung, denn ich kann mir kaum vorstellen, daß man nach den Erfahrungen der letzten drei Jahre wagen wird, das l^pcriment der falschen Sparsamkeit zu wiederholen. Ich habe auch volles Vertrauen, daß die wirtschaftliche Entwicklungen des Landes den Erwartungen solcher Leute entsprechen wird, die die Einflüsse von Zeit, Bevölkerung, Areal, Klima und Bodenverhältnisse nur einigermaßen richtig in Rechnung stellen. Je länger ich daö Land kenne, und das ist seit 15 Jahren, desto^ mehr komme ich zu der Ueberzeugung, daß Deutsch-Ostafrika unser wertvollster Besitz über See ist. Ml das Gerede über die Wertlosigkeit des Landes würde verstuinmen, irrenn es nicht infolge seiner traurigen Verkehrsverhältnisse den meisten Menschen unzugänglich wäre. Vollstes Vertrauen habe ich vor allem zu der Zukunft der Kolonie als Ansiedlungsgebiet für Deutsche. Aber auch dazu gehören erst Eisenbahnen! Die Arbeiterfrage kann nicht von der Regierung allein gelöst werden. Sachgemäße Organisation der Anwerbung, auf gemeinsame Rechnung der Plantagen, und geleitet von hoch bezahlten und bei den Negern beliebten weißen Werbern wird sicherlich helfen. Asiaten- einfuhr ist die „ultima ratio", vor der man auch nicht zurückschrecken sollte; denn das investierte Kapital kann nicht darauf warten, bis der Neger zur Arbeit im Laufe der Jahrzehnte erzogen sein wird. Das alte Problem, letzterem größere Bedürfnisse anzuerziehcn und dadurch seinen Erwerbssinn zu steigern, betrachte ich noch als ungelöst."
Auf den bevorstehenden Besuch der Re ichstags - geordneten i n D e u t s ch -O st a f r i ka hingewiesen, bedauerte Graf Goetzen, daß er die Herren dort nicht mclyr selbst empfangen könne. „Cs ist schade", meinte er, „daß die Herren gerade in den trockensten Monaten das Land besuchen, wo die Natur in Normaljahren alles Grau in Gcau malt und alles nach Regen lechzt, der dort ganz andere Veränderungen für das Auge in der Natur hervorruft als in gemäßigten Klimatcn. Die Augenweide an einer üppigen tropischen Vegetation, die auf biefe, Weise den Herren entgehen wird, findet aber einen Ersatz an kühlem Wetter, und dafür ist man dort besonders dankbar."
ans Hessen.
R. B. Darmstadt, 18. Mai. Tie zweite Ständc- ka mm er wird, wie jetzt feftsteht, am Mittwoch oder Donnerstag nach Pfingsten zu einer kurzen Beratung zusammentreten und sich alsdann bis zum Herbst vertagen^ die Kammer wird also auch am Freitag, den 8. Juni, zur Feier des 25jährigen Abaeordnetenjubiläms des Kammerpräsidenten Haas beisammen "sein. Bis dahin werden die einzelnen
Ausschüsse noch fleißig arbeiten, um olles in der Vorbereitung befindliche Beratungsmaterial für das Plenum fertigznstellen. Der Finanzausschuß tritt, wie schon erwähnt, an: 23. Mai vormittags wieder zusammen, um sich zunächst mit der Wahl seines neuen Präsidenten an Stelle des verstorbenen Abg. Möllinger zu beschäftigen. Dann soll die Regierungsvorlage inbetreff des BadeS Salzhausen und eine Reihe anderer Gegenstände, wie die Vorstellungen des hessischen Richter- vereinS um Gewährung freier Dienstwohnungen, der mittleren Justizbeamten um WohnungSgeldzuschuß und der Bureaugehilfen bei der Großh. Zentralstelle für die Landesstatistik um Erhöhung ihrer Vergütungen, ferner die Anträge Dr. Schmitt und Ulrich in Betreff der Aufhebung des Brückengeldes im Großherzogtum Hessen zur Erledigung kommen und eine definitive Entschließung inbetreff der beiden Anträge um Gewährung von Vergütungen an Schöffen und Geschworene erfolgen. In einer späteren Sitzung dürfte sich der Ausschuß auch noch mit den Vorstellungen des Hess. LandeslehrervereinS und des katholischen Lehrervereins iin Großherzogtum um Neuregelung der Gehaltsverhältnisse der hessischen V o l k § s ch u l l e h r e r und Lehrerinnen beschäftigen. — Am nächsten Dienstag nachmittag kommt auch der Gesetzgebungsausschuß zur Bcschluß- safiung über die fertiggestellten Berichte, betreffend die Abänderung des Berggesetzes und den Gesetzentwurf betr. ine Feldbereinigung zusammen und weiter wird sich am Dienstag und Mittwoch auch der Pc titi onsauSschu ß zur Erledigung seines Beratungsmaterials zusammensinden. Für die Plenarberatung wird alsdann für mindestens drei Tage hinreichend Stoff vorhanden sein.
Deutsches Reich.
Berlin, 18. Mai. Die „Rationalztg." bestätigt, daß Verhandlungen schweben, die auf eine Einigung über das Schulunterhaltungsgesetz hinzielcn. Zu einem praktischen Ergebnis hätten diese Verhandlungen bisher nicht geführt.
Wildpark, 18. Mai. Prinz Heinrich von Preußen traf heute abend hier ein und fuhr nach dem Neuen Palais.
Hamburg, 18. Mai. Hl'ute mittag fand im „Hotel de l'Europe" eine längere Präsidialsitzung des deutschen Jlottcnoereins statt. Heute abend werden die auswärtigen Gäste in den Klubräumen des norddeutschen Regattavereins empfangen. Die diesjährige Tagung des Flottenvereins wird sich bis zum 21. Mai erstrecken. Der erwartete Besuch des Prinzen Heinrich unterbleibt wegen der Hoftrauer um die Prinzessin Friedrich Karl.
Karlsruhe, 18. Mai. Die Budgetko in Mission des badischen Landtags stimmte den von der Negierung gemachten Vorschlägen bezüglich dec Personentarif-Nc- form, also auch der Aufhebung des Kilometerheftes, mit allen Stimmen bei drei Stimmenthaltungen zu.
München, 18. Mai. Die bayerische Abgeordnetenkammer lehnte nach längerer Debatte den Antrag der liberalen Vereinigung, daß Bayern im Bundesrat gegen die Fahrkartensteuer stimmen möge, mit den Stimmen des Zentrums gegen die aller übrigen Parteien ab.
Nolorrialpost.
Berlin, 18. Mai. Wie nunmehr an,tlich bestätigt wird, hat sich Moren ga mit sieben Mann der Kappo liz ei gestellt und soll nach Upington gebracht werden. Die aus den kleinen Karasbergen ausgebrochene Hottentottenbande hat sich, wie zu erwarten stand, in südlicher Richtung nach der unwegsamen Gegend des großen Fischflusies gezogen. Die von allen Seiten folgenden Truppen stellten fest, daß am 10. Mai Johannes Christian Morris und ein dritter Führer namens Viel ding bei Rosenbusch am großen Fischflusse vereinigt waren.
— Das Zentral-Hilfskoinitee für Deutsch- Südwestafrika teilt mit, daß ihm der Zentralausschuß der unter dem Protektorate des Kronprinzen und unter dem Ehrenvorsitz des kommandierenden Generals, General der Infanterie von Eichhorn, veranstaltet gewesenen „Reiter- feste 19 06 zu Frankfurt a. M." vom Reingewinn 5 0 00 0 M a rk überwiesen habe. Dieser Betrag soll nur zur Unterstützung an hilfsbedürftige Hinterbliebene von im Feldzug in Südwestafrika Gefallenen und infolge dieses Feldzuges invalide gewordenen Krieger, die nach Deutschland zurückgekehrt sind, Verwendung finden. Weitere Gaben und Unterstützungen sowie Gesuche sind zu richten an das obige Komitee zu Händen des Major z. D. Simons, Berlin W 62, Kurfürstenstraße 97.
— Dem „Lokalanzeiger" wird aus parlamentarischen Kreisen mitgcteilt, Gouverneur v. Putt kämm er, dessen Gesimdheit durch die langjährige Tropendienstzeit angegriffen sei, beabsichtige, nicht nach Ka,nerun zurückzukehren; es verlaute vielmehr, daß er seinen Abschied erbitten werde.
ArrslcrirH.
Nancy, 18. Mai. Ter Gerichtshof sprach die wegen der bei der Kircheninventur in Saint Nicolas erfolgten Tötung eines Arbeiters angektagten Vikare Abbe Claude und Mb6 Lacour frei. Tas Publikum nahm das Urteil mit begeistertem Beifall auf.
Barcelona, 18. Mai. Tic katatonischen Senatoren und Deputierten richteten an die Regierung einen Protest gegen die Einmischung des Auslands in die Revision des Z o l l t a r i f e S und beantragen die sofortige Einberufung der Cortes behufs Beratung der am Zolltarif vorzunehmcnden Aenderungen.
Rom, 18. Mai. Die Vormittagsaudicnzen im Vatikan wurden verschoben, da der Pap st infolge eines leichten Gichtanfalles zu ruhen wünschte.
— Der W e l t p o st k o n g r e ß hieß in seiner heutigen Sitzung die Uebereinkünfte und Bestimmungen betreffend die Postanweisungen, die Behandlung von Poststücken mit Wertangabe und die Nachnahmesendungen gut, desgleichen die Annahme der Abonnements auf Zeitungen und Zeitschriften. Tie Höchstsumme für Postanweisungen wurde auf tausend Francs festgesetzt. Die Porto- gebühr für Postanweisungen wurde ermäßigt.
Wien, 18. Mai. Das Abgeordnetenhaus beginnt die Debatte über die jüngste Regierungserklärung. Plaezek sagt, die tsebeclüsche Politik habe unter Gautsch eine Niederlage erlitten, da sie alles bewilligte und nichts erreichte. Ter alldeutsche Herzog sagt, es wäre zu wünschen, daß Oesterreich sobald als möglich Mm Teufel geholt würde. Der Tscheche Choe sagt, der östreichische Kaiser bnbe Bö lernen den gegebenen Eid nicht gehalten. Daß der Kaiser für eine Wahlreform ein trete, mache daher auf ihn keinen Eindruck. Aus der Rede deS Ministerpräsidenten gehe hervor, daß der neue Kurs deutsch sein werde. Dafür sei bezeichnend, daß der deutsche Kaiser nach Wien komme, um dos' Regime zu stärken. Die Slawen müßten vorsichtig sein, damit der Schade, den der Besuch deS deutschen Kaisers in Wien ihnen zufügen könne, nicht großer sei als der, den Tr g loin Besuche fi.werö von refierreicli < i Haise.
Aus S.aöt uns tano.
Gießen, den 19. Mai.
Das Kaiserpaar Gießen.
Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin trafen gestern abend mit Gefolge, ersterer von Metz und letztere von Homburg kommend, mit Sonderzügen auf dem hiesigen Bahnhof ein und reiften nach einem Aufenthalt von 40 Minuten nach Station Wildpark weiter. Zum Empfang ant Bahnhofe waren u. a. Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert und Oberst v.Lindenau erschienen. DerSondev- zug mit I. M. der Kaiserin traf von Homburg über Friedberg kommend nm 7 Uhr hier ein. Zunächst wurde Oberst v.Lindenau in den Salonwagen befohlen,wo er ein Bi'men- bouquet überreichte. Kurz darauf fuhr der Zug weiter in ein anderes Geleise und wenige Minuten später, um! 7 Uhr 10. Min., lief von Koblenz der Sonderzug ein, in dem sich S. M. der Kaiser befand. Der Kaiser stieg alsbald aus und unterhielt sich längere Zeit mit JDberft von Lindenau, bis I. M. die Kaiserin auf dem Perron erschien. Tie Majestäten küßten sich und promenierten dann ettoal 1 । Stunde lang in lebhafter Unterhaltung auf "bem Perron, bis die beiden Sonderzüge zusammen rangiert waren, worauf sie wieder einstiegen. Vor dem Einsteigen überreichte Oberst von Lindenau den Majestäten zwei Albums mit den verschiedenen photographischen Aufnahmen gelegentlich der Besichtigung des hiesigen Regiments am 1. Mai. Um 7 Uhr 50 Min. erfolgte die Abfahrt der Majestäten nach Wildpark, wo die Ankunft heute morgen 7 Uhr 30 Min. erfolgte. Leider war wegen der Bahnhofsumbauten alles abgesperrt und es nur Wenigen vergönnt das Kaiserpaar zu sehen.
Von autoritativer Seite geht uns folgender ausführlicher Bericht über den Aufenthalt der Majestäten auf dem hiesigen Bahnhof zu:
Ihre Majestät die Kaiserin traf gestern abend 7Uhr im Salonwagen von Homburg v. d. H. kommend auf dem Gießener Bahnhof ein. In Begleitung der Kaiserin befanden sich die ^ofbame Gräfin Keller und Kammerherr v. Winterfeld. I. M. die Kaiserin befahl den Regimentskommandeur Oberst v. Lindenau und beit RegimentUadjutanten Oberleutnant MengeS in den Salonwagen, woselbst Oberst v. Lindenau der hohen Frau im Namen des Ofsizierkorps des Regiments einen Blumenstrauß überreichte, den Ihre Majestät huldvollst entgegenzunehmen geruhte. Nach längerem Gespräch, in welches auch der Regimentsadjutant gezogen wirrde, verließen die beiden Offiziere itrieber Iren Salonwagen, der alsbald uorge-yo^en wurde, um dem später eintreffenben Zuge Sr. Majestät des Kaisers Platz zu machen. Als' der Kaiser den Salonwagen verlassen hatte, begrüßte die Majestät zunächst den ebenfalls am Bahnhof anwesenden Provinzialdirektor Geheimerat Tr. Breidert und nahm darauf die Meldung des Regimentskommandeurs Oberst v. Lindenau entgegen. Dieser wurde von Sr. Majestät in ein längeres Gespräch gezogen, in dessen Verlauf Oberst v. Lindenau Sr. Majestät ein von der hiesigen Papierhandlung Heinrich Noll sehr geschmackvoll ausgestattetes Album mit Photographien vom Gießener Kaisertage am 1. Mai überreichte. In der Begleitung des Kaisers befanden sich Generaladjutant Exzellenz von Hülsen, Chef des Militärkabinetts, ferner der Chef des ZivilkabinettS Exz. v. Lucanus t:nb die Flügeladjutanten Chelius und v. Friedeburg. Die Majestäten promenierten in sehr angeregter Unterhaltung längere Zeit auf dem Bahnhof, verabschiedeten sich darauf in sehr gnädiger Weise von den zur Begrüßung erschienenen Herren und fuhren 7.50 Uhr zur Teilnahme an den Beisetzungsseierlichkeiten der jüngst verstorbenen Prinzessin Friedrich Kruck nach Berlin.
•* Eine Kaiserzusammenkunft in Darmstadt? Nach einer Meldung des Depeschenbureaus Herold wird in Petersburger Hoftreisen bestätigt, daß der Zar im Laufe des Sommers in Darmstadt einige Zeit Aufenthalt nehmen und dort mit Kaiser Wilhelm eine Zusammenkunft haben wird.


