=■ Krofdorf, 12.
’' 7—«/.8 Uhr abds.
Sprechstunden der Nebelt' ;
L)ecr und Flotte.
— In der letzten Präsidwisigung deS Deutschen FlottenoereinS wurde Seine Exzellenz General der Infanterie z. D. v. P f a f s in Berlin in daS Präsidium und an Stelle des von seinem Amt zurückgetretenen Generalmajors z. T. MengeS zum geschäftsführenden Vorsitzenden gewählt. Neue Ortsgruppen deS FlottenoereinS sind in Hessen in den letzten Monaten gebildet worden in Biblis, Dietzenbach, Seligenstadt, Groß-Bieberau, Ober-Noden, Schaafheim und Echzell (Kreis Büdingen).
Neues aus Rußland.
In den Provinzen deS Nordens, deS Westens und deS NordwestenS, in denen die agrarische Agitation nur wenig entwickelt ist, macht die Tätigkeit der örtlichen Agrar- ko mm issionen mit Unterstützung der von dem Ministerrat besonders entsandten Beamten beachtenswerte Fortschritte. Die Bauern zeigen großes Interesse und sehen, da sie nicht von Agitatoren aufgereizt werden, die Kommissionen als das Mittel zur Lösung der Agrarfrage an. An mehreren Orten haben die Kommissionen schon tatsächliche und ernst zu nehmende Ergebnisse gezeitigt. Umfangreiche Besitzungen, die von den Eigentümern zum Kauf angeboten worden sind, sind auf der Stelle von den Bauern angekauft worden, die auf den Farmen wirtschaften wollen. Es sind ganze Distrikte in Farmen aufgeteilt worden.
In Odessa drangen am 12. dS. MtS. acht Bewaffnete in das Tabaklager von JSkowitsch ein und raubten 200 Nubel auS der Kasse. Als die inzwischen alarmierte Polizei sich dem Lager näherte, warfen die Räuber eine Bombe und eröffneten ein Gewehrfeuer. Es gelang ihnen, zu entkommen. Getötet wurde ein zufällig vorübergehender Bursche; verwundet wurden ein Polizeisergeant und ein Wächter. ____________________
Deutsche» Nelch.
Berlin, 13. Dez. In den Industrie-Festsälen fand gestern eine von etwa 1500 bis 2000 Männern und Frauen besuchte öffentliche Versammlung deS fortschrittlichen IngendvereinS „Eugen Richter" statt, in dem der Abg. Dr. Müller-Meiningen über Knltursragcn, insbesondere über die Zentrumswirtschaft in Deutschland unter stürm. Beifallskundgebungen sprach. Tie imposante Versammlung zeigte, daß man auch in Kreisen, die den klerikalen Teilen fern stehen, der jetzigen Zentrumsrcgierung gründlich überdrüssig ist. (Franks. Ztg.)
— Wie verlautet, wird in den nächsten Tagen eine von Herrn v. Kardorff herauSgegcbene Broschüre unter dem Titel „Bebel oder Peters" erscheinen, welche die Amtstätigkeit deS kaiserlichen Kommissars Tr. Karl Peters im Kili- mandscharogebiet vom Jahre 1891 bis 1902 beleuchtet.
— Ter BundeSrat erteilte in seiner heutigen Sitzung die Zustimmung zu den Ausschußberichten über die Vorlage, betr. die Verlängerung der Frist für den steuerfreien Verkauf von Zigarettenblättchen, zur Vorlage betr. den Entwurf zum BesoldungSpensiontzetat für die NeichSbankbcamten mit Ausnahme der Mitglieder deS ReichsbankdirektoriumS für 1907.
Wildpark, 13. Dez. Der Kaiser ist heute nachmittag hier eingetroffen und begab sich nach dem Neuen Palais.
Stuttgart, 13. Dez. Die bürgerlichen Kollegien be- schlossen heute, den städtischen Beamten, Unterbcamten und sonstigen Angestellten Teuerungszulagen zu be- willigen, und zwar beträgt die Erhöhung des Mindestgehalts bei Beamten 250 Mk., Assistenten, Assistenzärzten usw. 120 Mk. Unlerbeamten 120 Mk., Gebilsen und Gehilsinnen 60 Mk. Die Zulagen aelten vom 1. Oktober ab.
Gießen, den 14. Dezember 1906.
** Ordensverleihungen. S. K. H. der Großherzog haben daS Komturkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Generalmajor Grafen o. Bünau, Inspektor der Jäger und Schützen, seither Kommandeur der 49. Infanterie-Brigade (1. Großh. Hess.); das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens dem Rittmeister v. Becker im Garde-Dragoner-Regiment (1. Großh. Hess.) Nr. 23, kommandiert nach Japan, das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen dem seitherigen Feldwebel iin Leibgarde-Jnfanterie-Regiment (1. Großh. Hess.) Rr. 115, Kaiser, und dem seitherigen Vizefeldwebel im Insanterie-Regiment Prinz Carl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, Nebeck, verliehen.
** Personalien. Ernannt wurden der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitz in Laubach, Feiling, zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in WormS, der Gerichtsschreiber- gehilse Greb in WormS zum AktuariatSassistenten bei dem Amtsgericht WormS, der Gerichtsschreibergehilfe Jüngling in Darmstadt zum Attuariatsassistenten bei der Staatsan. waltschaft am Landgericht der Provinz Starkenburg, der Kanzlist i. P. Schröder in Darmstadt zum Kanzlisten am Oberlandcsgericht und der Schreibgehilfe S om mer in Fried- berg zum Registrator bei dem Amtsgericht Friedberg.
" Eine Sitzung deS Provinzial-Ausschusses findet Mittwoch, den 19. d. Mts., vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Unterhaltung der Lahn auf der Preußisch-Hessischen LandeSgrcnze. 2. Aufbringung der Kosten des Ge lande erwerb s für die Nebenbahn Laubach- Mü cke. 3. Gesuch des Heinrich Klehm zu Heegheim um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. .
— Ausstellung von Schülerarbeiten. Samstag und Sonntag findet wie alljährlich in der Handarbeitsschule von Frl. Landmann eine Ausstellung der Schülerarbeiten statt, die wieder viel Sehenswertes, und in Handarbeiten sowohl, als auch in der Technik der Liedhaberkünste, mancherlei Neuheiten aufweisen wird. Wir verweisen auf daS Inserat in heutiger Nummer.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters wird unS gemeldet: Birts neues Drama -.Der Erst- geborene* hat gestern in Marburg einen großen Erfolg davongetragen. Der Autor wird der hiesigen Premiere heute abend ebenfalls beiwohnen.
-Die Beseitigung deS StadtbacheS, der schon öfters zu Klagen Veranlassung gegeben hat, wird im Laufe des nächsten Jahres vorgenommen. Da erst em
kleiner Teil der an den Stadtbach angrenzenden Grundsiücks- besitzer ihre EntwässerungSpläne vorgelegt und die HauS- abwässer den Straßenkanälen zugeführt hat, ist eS unbedingt erforderlich, daß die noch rückständigen Grundstücksbesitzer alsbald daS bisher Versäumte nachholen. Nur nach Abtrennung der bisher nach dem Stadtbach geführten Abwässer und ihrer Einleitung in die Straßenkanäle ist eine vollständige Beseitigung möglich. Es liegt daher im Interesse aller Anwohner des StadtbachS, die Stadtverwaltung in dieser Sache weitgehendst zu unterstützen und Entwässerungspläne und Anlage in kürzester Zeit zur Ausführung bringen zu lassen.
•* Schlagfertige Leute. Ein Kohlenhändler von einem benachbarten Dorf wollte am Güterbahnhof Kohlen auSladen. Ta gewahrte er zwei arme Kinder, die Kohlen lasen. In der Annahme, daß sie auch seinem Wagen einige der schwarzen Diamanten entnommen hatten, begann er die Kinder zu züchtigen. Auf das SchmerzenSgeschrci der Kinder eilten zwei gerade am Güterschuppen haltende Fuhr- knechte herbei und nach kurzem Wortwechsel mit diesen ergriff der Kohlenhändler das Sielscheit, um die Ankömmlinge „willkommen" zu heißen. Doch diese verstanden keinen Spaß und ließen ihre Peitschenstiele ans seinem Rücken so lange spazieren gehen, bis sie entzwei gingen. Jammernd bat der
Jom sranzöstschen Ku turkampf.
Paris, 13. Dezember.
Die gesetzliche Anzeige zur Abhaltung von Kulmsdienst in der Kirche St. Germain de Charonne in Paris ist gestern gemacht Morden vom Pfarrer dieser Gemeinde, A b b 6 M o i- In a u x. Dieser erklärte Folgendes: „Ich bin Franzose und Republikaner und Sie können sich versichert halten, daß viele Priester meine Ueberzeugung teilen. Der Papst ist weit von hier und wird nicht für unseren Lebensunterhalt sorgen. Wir wollen nicht Opfer der ManöverRomswerden. Mr wissen, daß der P a p st der Sptelball deutscher und östreichischer K a r d i n ä l e ist. Aus diesem Grunde weigereichmich, f e inen Instruktionen nachzukommen. Sollte der Erzbischof mich bestrafen, so werde ich mich auf Clemencecm stützen und die Regierung um Schutz bitten."
Bis jetzt sind in Frankreich 1060 Kultusvereinig- ungen gebildet worden, davon 80 katholische, 902 pro* testantische und 78 jüdische. _
Keyeimrat Waer f.
Gießen, 14. Dezember.
Am Donnerstag abend um ll1/* Uhr starb hier im 78 Lebensjahre Herr Geh. Hofrat Professor Dr. Thaer. ^m Kahve 1871 von Berlin an unsere Universität auf den damals neu begründeten Lehrstuhl der Landwirtschaft berufen, hat er bis zu seiner vor sechs Jahren auf seinen Wunscy erfolgten Pensionierung hier mit großer Begeisterung und Hingabe für dieses damals noch neue Fach gewirkt und sich mit Erfolg bewahrt, ihm seinen Platz unter den alteren Wissenschaften zu erobern. Dazu war er ja auch als Enkel des berühmten Schöpfers der modernen Landwirtschaft, Albrecht Thaer, von dessen Ruhm und Verdienst schone Denkmale in Berlin und Leipzig zeugen, besonders berufen Zahlreiche Schüler aus aller Welt saßen m diesen (ast dreißig Jahren ihm zu Füßen, und blicken mit dankbarer Verehrung zu ihm auf. Er war ein Mann von tiefem sittlichen Ernst, von wirklich lebendiger Frömmigkeit, von un- bedinatem Pfü"tgefühl. Dabei eigneten ihm eme ganz ungewöhnlich reiche und ausgebreitete Bildung und Belesenheit
lingen zurücktritt.
△ Butzbach, 18. Dez. Eine elegant gekleidete Dame erschien vorgestern abend bei einer hiesigen Familie und gab sich als eine nahe Verwandte des Ehemannes auS. Da der letztere zufällig dienstlich abwesend war, so ging man daran, eS der „Xante' ohne Bedenken so bequem als möglich zu machen. Als sie nun von der Ehefrau hörte, daß ihr Mann erst am nächsten Mittag dienstfrei sei, entschloß sie sich, im Hause der „Verwandten* zu Übernachten. Die Fremde gab Auskunft über alle Vettern und Basen und wußte auch durchaus vollständig Bescheid in der Heimat deS Ehemanns, einem Dorfe im Odenwald. Am andern Morgen nach einem guten Frühstück siel der Fremden plötzlich ein, daß sie bereits auf dem Wege nach hier ihre gefüllte Geldbörse verloren und an der Bahn für nachträglich ent» richteteS Fahrgeld ihren wertvollen Umhang versetzt habe. Mit der Bitte um ein Darlehn von 20 Mark, die ihr bereit» willigst gewahrt wurde, um da? versetzte Kleidungsstück ein* zulösen, verschwand die „Tante" auf Nimmerwiedersehen. — DaS vorgestern berichtete Nenkontre zwischen einem betrunkenen Spenglergehülfen und seinem Meiller stellt sich nach einer späteren Vernehmung wesentlich harmloser bar, Ter Gehülfe bat andern TagS den Meister um Verzeihung und entschuldigte sein Benehmen mit sinnloser Trunkenheit.. Der Meister hat daher von einem Strafantrag abgesehen.
-I- Friedberg, 14. Dez. (Telegramm.) Gestern fand hier eine vom Bürgerverein einberufene stark besuchte Bürgeroersammlung statt, die sich in erster Linie mit der beabsichtigten Verlegung des Bahnhofes beschäftigte. Nach einer Besprechung hierüber wurde eine Resolution angenommen, daß mit allen Mitteln bei der Bahnverwaltung dahin gewirkt werde, mindestens eine Haltestelle an der Stelle deS jetzigen Bahnhofs für den Lokaloerkehr und den Verkehr mit Bad« Nauheim zu belassen. Weiter beschäftigte sich die Versammlung mit der Vorlage über die WohnungSzuschüsse für Beamte, die Friedberg mit den Landorten gleichstellt. Auch hierüber wurde eine Resolution beschlossen, in der um Gleichstellung Friedbergs mit den übrigen Städten gebeten wird. In der Diskussion wurde festgestellt, daß die WohnungS» mieten in Friedberg teuerer sind als in Gießen und mindestens so teuer wie in Bad-Nauheim.
§ M ü ck e, 13. Dez. Dem Dieb, der vermutlich den kürzlich hier in der Neitzschen Gastwirtschaft auSgeführten Einbruch verübte, ist man auf den Versen. Seine Fest» stellung dürfte sicher zu erwarten fein. In der auSgeleerten Kasse befand sich auch ein Revolver, den die Gendarmerie itn Besitze eines Burschen wiedergefunden hat.
e. Geiß-Nidda, 12. Dez. Bei dem gestern in unserer Gemarkung abgehaltenen Treibjagen wurden 212 Hasen und vier Rehe erlegt, ein Resultat, mit dem sich die Pacht bezahlt macht. Abgesehen von der erforderlichen Zeit ist also hier die Jagd durchaus fein teures Vergnügen.
e. Aulendie back, 12. Dez. Dem Plan der Errichtung einer Gemeinde-Wasserleitung haben sich unerwartete Hindernisse entgegengestellt. Tie in Betracht kommenden Quellen haben sich alS nicht genügend ergiebig obei? als nicht hoch genug liegend erwiesen. So erörtert man jetzt den Vorschlag, mit dem benachbarten Rohrbach eine gerneinfam e Leitung von dem im Hochwalde liegenden Dörfchen Dudenrod anzulegen. Hoffentlich stellt sich diese Sache nicht zu teuer.
O Villingen, 13. Dez. Nächsten Sonntag findet Nachmittags in hiesiger Kirche ein Volks kirchen kon- zert statt, in welchem Orgel-, Violin- und Gesangsvortrage der Herren von der Au aus Gustavsburg und Otto Weinmanns aus Mainz abwechseln. Ein seltener Genuß wird damit bargeboten; dafür bürgen schon die das Programm ent-!
Aerrnste um Schonung.
= Trais» Ho rloff, 13. Dez. Hier hat eine junge Frau in einem Anfall von Geistesgestörtheit ihrem Leben durch Ertränken ein Ende bereitet
f Dez. Bürgermeister Braun aus Langenlonsheim a. d. Nahe zum Bürgermeister von A tz o a ch-L au n s b ach ernannt worden. Seine Einführung geschah heute mittag durch den Landrat Dr. Sartorius in Gegenwart des GesamtburgermeistereirateS. Unser rüherer Bürgermeister Lichtentäler wurde in gleicher Eigene chaft nach Langenlonsheim versetzt Seit dem 19. Dez. 1903 war die hiesige Bürgermeisterei verwaist Ihre Verwaltung war KreissekretLr Eymael übertragen, der nunmehr wieder in feinen früheren Wirkungskreis nach Son
vor allem auf philosophischem, geschichtlichem und literarischem Gebiet, und überhaupt sehr lebendige und geistige Interessen. Bis zu seinen letzten Tagen beschäftigten ihn die tiefsten geistigen Probleme, und neben den christlichen Gedanken waren Plato und Sokrates seine steten Begleiter. Bei seinem starken Interesse auch für öffentliche Angelegenheiten ist es kein Wunder, daß seine Kraft auch dafiir gesucht war. Vor allem war es ja die Landwirtschaft, der er diente. Nicht wenigen landwirtschaftlichen Vereinen und Gesellschaften hat er als Ehrenmitglied angehört, den hiesigen Lokalverein gegründet und lange geleitet, den Landes- und Provinzialvereinen stets mit Rat und Tat gedient. Lange Jahre war er außerdem ein sehr geschätztes Mitglied des evang. Kirchenvorstandes und der Stadtverordnetenversammlung.
In seiner langjährigen Ehe mit Ulrike, geb. Mannkoff, hat er viel Glück, aber auch viel Leid erfahren. Außer seiner geliebten Frau mußte er vier erwachsene Kinder vor sich in den Tod gehen sehen. Von seiner Tochter aufs liebevollste gepflegt, ist er sauft entschlafen.
Der „Gieß. Anz." beklagt in dem verstorbenen ehrwürdigen Gelehrten den schmer'lichen Verlust eines seines geschätztesten Mitarbeiters. Bald nachdem Geh. Rat Professor Thaer in den Ruhestand getreten war, da erschien er auf unserer Redaktion, um in seiner so bescheidenen als geradezu bestrickend liebenswürdigen Art uns seine Mitarbeiterschaft anzutragen, damit er „nach seinen schwachen Kräften", wie er sich ausdrückte, doch noch dazu beitragen könne, die breite Öffentlichkeit aufzuklären über Gewissensfragen. Und er hat uns in die Sage versetzt, einige Artikel unfern Lesern zu unterbreiten, die zu den besten gehören, die der Gieß. Anz. je veröfsentlicht hat, Artikel zumeist aus dem Gebiete der christlichen Ethik. In den allerletzten Jahren freilich ruhte seine Feder, was wir lebhaft beklagten. Wir werden das Andenken an diesen tüchtigen Gelehrten und wahrhaft hock-gesinnten, vortrefflichen Menschen stets in hoben Ehren halten, mit allen denen, die ihn naher gekannt haben.
Konrad Wilhelm Albrecht Thaer wurde am 6. Aug. 1828 zu Lüdersdorf (Prov. Brandenburg) geboren. In den Jahren 1846 bis 1850 studierte er an den Universitäten Heidelberg und Berlin, sowie an der landwirtschaftlick)en Akademie in Möglin Naturwissenschaft, Landwirtschaft und Nationalökonomie. In Berlin promovierte er am 2. April 1851 bei der philosophischen Fakultät. Er führte die landwirtschaftliche Verwaltung in Rüdersdorf (Prov. Brandenburg) und war dann als Lehrer an der landwirtschaftlichen Akademie in Möglin tätig. Im Dezember 1860 erfolgte seine Habilitation für Landwirtschaft an der Universität Berlin, im Jahre 1866 seine Ernennung zum außerordentlichen Professor und am 28. Oktober 1870 seine Berufung als ordentlicher Professor an die Landesuniversität. Jrn Jahre 1883 war er Dekan der philosophischen Fakultät und im Jahre 1884/85 Rektor der Landesuniversität. Am 25. November 1894 erfolgte seine Ernennung zum Geheimen Hofrat. Am 2. April 1901 tonnte er das 50jährige Doktorjubiläum feiern. Durch Dekret vom 20. Juli 1901 mit Wirkung vom L Oktober 1901 wurde er unter Verleihung des Komthurkreuzes 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen in den Ruhestand versetzt.
Aus S.aSt uno Luno.
Nr. 294 Zweites Blatt 156.Jahrgang Freitag 14. Dezember 1900
MMmr Amtiatk
General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.


