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19.10.1906 Erstes Blatt
 
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srr. 246

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Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Univers.-Buck-u.Stein- bntderei. 8t Lange. Redaktion, Erpedttion und Druckerei:

Schul st ratze 7.

Redaktion 113

Verlag u.Exped.^^bl Adresse sür Depeschen: Anzeiger Gießen.

Erstes Blatt

156. Jahrgang

Freitag 19. Oktober 1906

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Gletzener Anzeiger

** General-Anzeiger &

v beit polit. und allgern.

Amtz- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen 8MZ

zetgenteilr Hans B«L

Are heutige Yumwer umfaßt 10 Seite».

polttische Lages?chatt.

Die französische Ministerkrifis.

Nach derAgenze Havas" scheint, obwohl jetzt das Gut­achten der Aerzte beruhigender lautet, Ministerpräsident Sarrien dennoch den Entschluß, sein Amt nieder zu­leg en, endgültig ausrecht erhalten zu wollen. Sarrien hatte mit Giömencenu nach dessen Rückkehr eine lange Unterredung.^ Dieser suchte Sarrien zu überreden, int Amt zu bleiben, Sarrien erklärte aber, sein Entschluß sei un­widerruflich. Er übersandte dem Präsidenten Fal- liörcs sein formelles Entlassungsgesuch.

In dem heute stattsindendcn Ministerrate wird Sarrien seinen Kollegen die offizielle Mitteilung machen, daß er aus Gesundheitsrücksichten seine Demission einreichte. «Seine Kollegen werden aus dem Rücktritte des Ministerpräsi­denten die Folgerung ziehen, auch ihrerseits ihre Demission einzureichen. Der Wiedereintritt Bour­geois' in das neue Kabinett wird nur von der Partei der Republikaner gewünscht. Im Falle seines Wiederein­trittes würden auch Ron au, Briand und Thomson auf ihren Po st en bleiben.

In Pariser parlamentarischen Kreisen wird dem W. T.-B. zufolge erzählt, «Sarrien habe Fallisres geraten, zu­nächst Bourgeois mit der Neubildung des Kabi­netts zu betrauen. Bourgeois werde jedoch wahrscheinlich dieses Anerbieten abstehn en, und es sei sogar wahr­scheinlich, daß er die Kabinettskrise benützen werde, mit sich vollständig zur ü ckz u z i ehe n. Poinearö werde gehen, schon weil seine Aussichten betreffend die Anwendung des Trennungsgesetzes denen des Kultus­ministers Briand schroff zuwiderlaufen. Clemenceau würde in diesem Falte das Finanzportefeuille dem Depu­tierten Caillaur, dem ehemaligen Finanzminister im Kabinett Waldeck-Rousseau, anbieten. Ferner habe Cle­menceau den Senator und Generalresioenten in Tunis, Pichon, sowie den unabhängigen sozialistischen Depu­tierten Bi Viani, welche beide journalistische Jünger an seinem seither eingegangenen BlatteJustice" waren, sowie Jean Dupuy, den Aüerbaumlnister int Kabinett Waldect lüousseau. und Herausgeber des starb verbreitetenPetit Parisien", für das Aeu fiere, für den Handel und für die öffentlichen Arbeiten in Ausficht genommen.

DasJournal des Däbats" schreibt unter anderem:

Im Hinblick auf den Gebrauch, welchen Clämenceau von seiner politischen Eigenschaft gemacht hat, glauben wir nicht, baß er sich zum M in ist e r p r ä s id e n t e n eignet. Wir sind nicht in der Lage, tut Innern oder nach außen irgend ein Aben­teuer zu riskieren, und Clemenceau wäre gleichbedeutend mit einem Abenteuer. d ,

, Der Kabinettskrise steht dte deutsche polittsche Welt ebenso wie die Börse kühl gegenüber. Mag nun Cle­menceau das Ziel seines Ehrgeizes erreichen, oder ein anderer Radikaler dte Sarriensche Erbschaft antreten: in der auswärtigen Politik dürfte sich kaum etwas andern, selbst wenn ihr friedfertiger Leiter, Herr Bourgeois, zu- rüdtreten sollte. Dessen Politik hat langsam, aber sicher eine Entwicklung genommen, das; Bourgeois heute sehr wohl durch Pichon, ja selbst durch Delcasss ersetzt werden könnte, ohne daß dies eine merkliche Verschiebung der politischen Richtlinie bedeuten würde. Wahrscheinlich würde Delcasss bei seinem antideutschen Wirken heute weniger geräuschvoll zu Werke gehen, als im J-rühsommer vorigen Jahres. Man hat ihm längst verständnisvoll verztehen, daß er damals die Republik dem Kriege nahebrachte; darf sich doch der als Friedensfreund einst gepriesene Clömenceau jetzt erlauben, im Lande umherzuziehen und r e g elr ech te Stichelreden gegen Deutschland zu führen. Aber auch ein Minister-Präsidium Clemenceaus würde uns weiter nicht aufregen. Wer freilich immer die Politik an der Seine leitet, für Deutschland kann es dem westlichen Nachbar gegenüber politisch nur eines geben: Miß­trauen.

Deutsches Neich.

Der Kaiser hat auf eine Huldigungs-Drahtung des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geisti­ger Getränke" antworten lassen:

S. M. der Kaiser und König haben den treuen Gruß der Jahresversammlung desDeutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" huldvollst entgegen- genonrmen und lassen vielmals danken. Seine Majestät rreuensich über den bisherigen Erfolg der Bekämpfung des Mißbrauchs des Alkohols und werden die fegens- r e i ch e Ar b e it des Vereins auch ferner mit Allerhöchst- ihrem Interesse begleiten. Auf Allerhöchsten Befehl der Geh. Kabinettsrat v. Lucanus."

Bezüglich des dritten Bandes derGe­danken und Eriunerungen" hat Maximilian Har­den tu seinerZukunft" behauptet, daß der erste Kanzler ursprünglich die Absicht gehabt habe, die Veröffentlichung dieses Bandes gleichzeitig mit oder unmittelbar nach der Ausgabe der beiden ersten Bände zu bewirken. DieDtsche. Tagesztg." behauptet dagegen zu wissen, daß der Fürst später den Gedanken der gleichzeitigen Veröffentlichung aufgegeben und bestimmt hat, daß die Veröffentlichung erst dann erfolgen solle, wenn die in Betracht kommenden Hauptpersonen nicht mehr am Leben seien. Auch Fürst .Herbert Bismarck sei der gleichen Anschauung gewesen.

Landesökonomierat Wmkelmann, der Präsident des Westfal. Bauernvereins, ist heute früh 6 Uhr im Hedwigs krankenhaus zu Berlin gestorben.

Der Bundesrat überwtes in seiner heutigen Plenar­sitzung die Vorlage, betr. den Entwurf des Gesetzes über

die Vornahme einer Berufs- und Betriebszähl­ung im Jahre 1907, dem zuständigen Ausschuß.

Die Neuregelung der Pensionsverhält- nissederverabschKedeten Reichsbeamten dürfte noch in diesem Jahre die Parlanteute beschäftigen. Wie derLok.-Anz." von parlamentarischer «Seite erfährt, sind die Vorarbeiten zu diesem Entwurf soweit gediehen, daß seine Einbringung im Bundesrat im Laufe des Winters, vielleicht schon vor Weihnachten erwartet werden darf.

P o t s d a ui, 18. Oft. Ans Anlaß des Geburtstages weiland Kaiser Friedrichs erschien die Kaiserin in Begleitung des Prinzen Joachim und der Prinzessin Vik­toria Lui;e im Mausoleum. Letztere legte einen Strauß von weißen Chrysanthemen am Sarkophage nieder. Später traf 'Prinz Oskar ein, der einen Strauß Chrysanthemen, Veilchen und Rosen niederlegte. Am Nachmittag legte Prinz Eitel Friedrich im Auftrage des Kaisers am Sar­kophage einen Kranz nieder.

Bant in Oldenburg, 18. Okt. Der Gemeinderat be­schloß, das Staatsministerium um Zusammenfassung der 45000 Einwohner umfassenden Vororte von Wil­helmshaven Bant, Heppens und Nenende zu einer Stadt erster Klasse zu bitten.

Karlsruhe, 19. Olt. Heule wurde im Jung- liberalen Verein durch Referat des Kammersteno­graphen Frey über den Goslarer Parteitag vom Standpunkt der oppositionellen Minderheit die Frage er­örtert: Was tun wir Jungliberaten nach dem Goslarer Parteitag unter dem Hinweis, daß zu den 14 000 organi­sierten Jungliberalen des Reichsverbandcs das kleine Baden allein über 5000 stellt. Die Jungen wollen der oppo­sitionelle linke Flügel der Ge.samtpartei bleibe n, möglichst diese ganz auf ihren liberalen "Standpunkt i) er u b e r z i e h e n, sich nicht ducken, nicht nach Preußen blicken, wo n i ch t s V o r b i l d l i ch e s mehr sei. In der Diskussion wurde der Unterschied zwischen Süd und Nord definiert. In Süddeutschland arbeitet die Sozialdemokratie an der Gesetzgebung positiv mit, in Norddeutschland ist sie durch die Gesetzgebung davon ausgeschlossen und daher dort radikaler. Das hätte Basser- mann erwähnen sollen, als er die Ursachen des sozial­demokratischen Wachstums erörterte. Heute wurden erneute Beschwichtigungsversuche der Vertreter der alten Richtung, auch des Parteisekretärs, zwückgewichen und die Haltung des Karlsruher nationalliberalen Parteiorgans wiederholt scharf mißbilligt.

Straßburg i. E., 18. Okt. Der Statthalter geneh­migte das vom Bezirkspräsidenten Prinzen Alexander von .Hohenlohe eingereichle Entlassungsgesuch.

Urach, 18. Okt. Die Deutsche (natl.) Partei Württembergs hielt hier ihre Hauptversammlung ab. Prof. Dr. Iacov - Tübingen bewnte, daß die M i ß st i m m- ung gegen das Verhalten der Reichstags- fraktion berechtigt gewesen sei. Daß gerade Die liberalen Aufgaben der Parteien Ijeute besonders betont worden seien, sei erfreulich. Es sei heute nicht mehr wie vor 20 Jahren, daß alles, wa§ links von der naü-lib. Partei stehe, also auch die Volkspartei, dem Radikalismus angehöre. Tie liberalen Einigungsbestrebungen hätten sich in Bayern, Baden, Elsaß-Lothriugen bereits bewährt, und sie ständen auch in Württemberg im Vordergrund der politischen Tagesfragen. Für die nächsten Landtagswahlen ist übrigens die Sache praktisch erledigt: das Zusammen­gehen zwischen der Deutschen Partei und der Volkspartei ist leider gescheitert.

Aus dem Kolonialamt.

Mit dem 1. Januar 1907 wird die Leitung der Schntz- truppen-Transporte für Südwestafrika auf die See-Trans- port-Abteilung des Neichs-Marincamts übergehen.

lieber die koloniale Eisenbahn-Politik wird im Kolonialamt eine Denkschrift ausgearbeitet, die die Frage der wirtschaftlichen Erschließung der Kolonien und der Rentabilität der emzelnen in Frage kommenden Linien erörtert, um ein grundlegendes Einverständnis mit dem Reichstage herbei zu führen.

Aehnlich wie der Fall Fischer scheint die Affäre Putt- kamer ihre Erledigung finden zu sollen. Kammergerichtsrat Strähler, der sich als Untersuchungsrichter nach Kamerun begeben hatte, kehrt demnächst zurück. Sein Bericht muß ab­gewartet werden. Schon jetzt kann indes nach den »Ham­burg. Nachr." als feststehend gelten, daß der bedenklichste der ernsthaft gegen Puttkamer erhobenen und bisher noch nicht endgültig widerlegten V o r m ü r f e, nämlich der finanzieller Beziehungen zu Kameruner Interessenten, als gegen­standslos erkannt ist.

DieKöln. Zig." meldet aus Berlin: Tas Erniittelungs- verfahren gegen den von dem vom Dienste suspendierten Beamten W i st u b a beschuldigten Bezirksamtmann Dr. K e r st i n g hat keinerlei belastende Momente ergeben. Es ist daher angeordnet worden, daß Dr. Kersting anfangs No­vember feine Ausreise nach Togo antritt.

NMch-s.

Der Moskauer Stadthauptmann erhielt folgende Verfügung vom Ministerpräsidenten Stolypin:

Durch den Bericht der Abordnung der M o s k a u e r Uni­versität und den Bericht über die gegenwärtige Lage der Universität genau informiert, habe ich es für möglich gesunden, die Wiedereröffnung der Universität auf Grund der vom Prosessorenrat ausgearbeiteten Statuten zuzulassen und die. Polizeipatrouillcn sofort von der Universität zu entfernen im Vertrauen auf die nwralische Autorität des Professorenkolle­giums und darauf, daß dieses imstande sein wird, die Juaenb

zu überzeugen, daß der Professorenrat der Wahrer ihrer Interessen ist. Ich bin überzeugt, daß der Professorenrat ver­hindern wird, daß Studenten-Versammlungen zu Konspirations- MeetingS werden und daß dadurch die Einmischung der Be­hörden unnötig gemacht wird.,. Sollten trotzdem die Studen­tenversammlungen einen die öffentliche Ordnung bedrohenden Charakter annehmen, und sollte die Universität zu verbrecher­ischen Zwecken benutzt werden, liegt es der Lokalbehörde ob, dem sofort energisch ein Ende zu machen.

Auf Verwendung des Marinekriegsgerichts für die in der Angelegenheit der Uebergabe des TorpedobootesBjedowy" ver­urteilten Offiziere ist Anordnung ergangen, die festgesetzten Strafen für die Kapitäne Baranow, Ctapier unb de Colongue in Ausschließ­ung aus dem Dienst und für den Oberst Filippow und den Leut­nant Leontiew in Verabschiedung umzuwandeln. Die Freisprechung des Vizeadmirals a. D. R o s ch d j e st w e n s k y und der anderen Angeklagten ist b e st ä t i g t worden.

In der R e f o r nl k o m m i s s i o n zur Agrarfrage ist eine Spaltung entstanden. Die Großgrundbesitzer traten für freie Vereinbarung beim Land Sauf ein, die Bauern für Zwangsenteignung des Großgrundbesitzes zu gunsten der Land­losen und für Regulierung der Landfrage durch Landeinricht- ungSkommissionen. Die Verständigung scheint schwierig.

Die Nuss. Korresp. erhält aus Helsingfors folgendes Tele­gramm : Es laufen sehr beunruhigende Nachrichten aus Wiborg ein. Da dort sich zahlreiche Russen aufhalten, die für ihr Leben außerhalb Finnlands fürchten und die die russische Negierrmg gern dingfest machen möchte, so scheint man einen Putsch in Wiborg iszenieren zu wollen. Es wurde das Gerücht verbreitet, daß rusfische Revolntwnäre sich der Wiborger Festung bemächtigen wollten. Provokationen fanden statt. Es wurde Befehl erteilt, an die Orts-Gendarmerie Gewehre zu ver­teilen. Man fürchtet einen Zusammenstoß, der künstlich herbei­geführt wird, um die Russen zu verhaften. Die Stadt ist in Aufregung.

AusLand.

London, 18. Okt. Die Exchange-Telegraphen-Comp. meldet ans Tanger, daß 2000 fanatische Anhänger des Thron-Prätendenten sich erhoben Häven und beabsichtigen, den Sultan i n G e s a u g e u f ch a s t zu setzen unb s ä m t- liche Europäer zu massakrieren. Der Sultan, der die große Gefahr erkannte, ließ eine Truppe von 3000 Bürger zusammentrommeln, um sich zu verteidigen. Eine große schlacht steht bevor. Man behauptet, daß europäische Offiziere die Aufständischen kommandieren, die über Ar­tillerie und moderne Waffen verfügen.

Paris, 18. Okt. Llus Tanger berichten hiesige Blätter: Beim letzten nattonalen und religiösen Fest trat eine deutsch-feindliche Haltung der Vcarokkaner zutage. Man befürchtet das Ausbrechen einer Bewegung gegen die Ausländer.

DieLibertä" meldet, daß der russische Minister des Aeußcrn Iswolsky heute vom Minister Bourgeois empfangen worden sei und wahrscheinlich demnächst mit den Vertretern der an den russischen Anleihen inter­essierten Banken eine Besprechung haben werde. Sollte Bourgeois gehen, so würde Iswolsky seinen Aufenthalt verlängern, um mit dem Nachfolger Bourgeois' in per­sönliche Beziehung treten zu können.

Madrid, 18. Okt. Ein Gesetzentwurf betr. die relig. Vereinigungen, der vom Ministerrate angenommen wurde, untertmrft alle Ordensgesellschaften der Ge­nehmigung des Staates, untersagt ihnen den öffentlichen Unterricht und ermächtigt die Gerichts­behörde, gegebenenfalls Haussuchungen in den Klöstern vorzunehmen.

Tokio, 18. Olt. Die deutschen Reichstags­abgeordneten haben heute ihre Studien in Ja- bau beendet. Unter anderem wurden noch unter freund­lichstem Entgegenkommen des Kriegs- und Marinemmisters Armee- und Marineeinrichtungen besichtigt. Die Abgeord­neten sind von der allseitig freundlichen Aufnahme hoch befriedigt und bezeichnen Tokio als Glanzpunkt ihrer Reise.

Aus ScaOt uuo Luus.

Sprechstunden der Ncdaltion 111 Uhr vor.n., y27Vt8 Uhr abds. Gießen, den 19. Oktobet 1906.

Fortbildungsschule und Landwirtschaft. Nach Abschluß der im Laufe deS Sommers und Frühjahrs am Landwirtschaftlichen Institut zu Gießen durch Professor Dr. Gisevilis für 10 Nolksschullehrer des KonferenzbezirkeZ Li ch-Hungen gehaltenen Vorlesungen zwecks Erteilung landwirtschaftlichen Unterrichts in den länd­lichen Fortbildungsschulen, fand am Mittwoch den 17. d. Di. im Regierungsgebäude zu Gießen unter dem Vorsitz deS Herrn Provinzialdwektors Geheimerat Dr. Brei- dert eine Besprechung statt, zu der Landtagsabg. Köhler- Langsdorf, Prof. Dr. Gisevius, Schulrat Kleinschmitt und Oekonomierat Weitzel eingeladen waren, ferner waren noch anwesend Lehrer Leidig-LangSdorf, sowie die 9 Kursusteil- nehiner. Die Besprechung ergab ein höchst befriedigendes Resultat. Jin Gegensatz zu anderen Meinungen in Deutsch­land bildet sich hier die Idee, ,baf? den Bauernjungen in den ländlichen Fortbildungsschulen nichts anderes zu lehren fei, als das scharf umriffene Fundament des Ackerbaues, das sich darstellt alS: Bodenkunde, Pflanzenbau und Tierzucht. Man legt besonderen Wert darauf, daß von allem Nebensächlichen und Speziellen, wie Buchführung, Maschinenkunde, Betriebslehre 2c. von vornherein abzusehen sei. Es soll nun im Laufe hes Winters an den 10 Schul­fiellen der Kursusteilnehmer: Landwirtschaftlicher Unterricht nach diesen Grundsätzen erteilt werden. Eigens zu diesem Zweck sind von der Behörde einschließlich der Lesc- stunden bis zu 40 Unterrichtsstunden vorgesehen. Um sich an den 10 Schulen von der Lehrarbcit auf diesem Gebiet m