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156. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 17
Erscheint tiglid) mit Ausnahme des Soimtags.
Die „Siebener Kamilienblätter" werden dem e9rWiQet otcrmal wöchentlich beigelegt. Der ^lstjch« Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Samstag 20. Januar 1906
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ick« UnwersULtsdruckeret. R. Lange. Gtev«.
Redaktion. Expedition u. Druckerei: Dchulstr.K.
Tel. Nr. 6L Telegr.-Ädr.; Anzelg« Ltetze».
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen.
Markt^eit 8—2 Uhr
Verlobte
Rüde!
loäerne
verlangen von der Darmstädter Möbelfabrik, Hoflieferant, Heidelbergerstr. 129, Preisliste mit Abbrldimgen. 300 Z'M'ner nr allen Preislagen ausgestellt unb stets ltefersertig. Bedeutendes Einrichtunasbans Minelbei'N.''lmids. . ° h
191>6 ** erhält ——
Aus und C^rnd.
Gießen, den 20. Januar 1906.
— Ordensangelegenheit. S. K. H. der Großherzog haben dem Kunstkeramiker I. I. Scharvogel in Darmstadt die Erlaubnis znc Annahme und zum Tragen des ihm von dem Priuzregenten Luitpold von Bayern verliehenen Verdienstordens vom heiligen Michael 4. Klasse erteilt.
* * Personalien. Ernannt wurde der Schrcibgehilfc Ludw. Hannewald zum Registrator bei dem Amtsgericht Darmstadt I. . .
• • Wie hilft sich der Mittelstand gegen seine Feinde? liebet dieses Thema wird auf Veranlassung des Deutschen Vereins am Dienstag abend der Generalsekretär der deutsch-sozialen Partei hier einen Vortrag halten.
• * Konzert-Verein. Wir werden ersticht, hiermit besonders darauf' hinzuwe'sen, daß das morgen slattfindende Konzert der zweite, nicht der erste K ü n st l e r a b e n d ist, und der große Genuß, den berühmten Pianisten Backhaus zu hören, auch den Inhabern von roten Karten (Sechser- Abonnement) zuteil wird.
* » Kun stveretn. Nunmehr können rote den Mitgliedern unb Freunden des Vereins mitteilen, daß es den Bemühungen des Vorstandes gelungen ist einen Teil der in Darmstadt ab» gehaltenen Ausstellung, der Freien Vereinigung I Darmstädter Künstler, auch für die hiesige Ausstellung
zu gewinnen. Die Ausstellung weist diesesmal neben dem üblichen Mittelgut recht tüchtige, zum Teil bedeutende Letst. ungen und nach Form und Inhalt für den Kenner wie den Laien interessante Stücke auf. In der AuSstelltlng sind vertreten E. Brach-Dresden, E. Harburger-München, P. Meyer- München, M. Kern-München, Karl Schmoll v. Eisenwerih- München, H. Schwegerle-München, H. Rettig-München, E. Preetorius-Weimar, A. Bcrtrand-Düffeldorf, K. Küstner-, Guntersblum, A. Beyer und Anna Beyer-Becker-Darmstadb usw. Auch heute sei wieder darauf hingewiesen, daß diese Ausstellung nur bis zum kommenden Donnerstag so vei> bleiben kann, indem ein weiterer Teil von Gemälden becj Ausstellung der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler^ sowie 2 größere Kunstwerke von dem Verein für historische' Kunst zur Ausstellung gebracht roerben muffen. Ein baldiger: Besuch ber sehr interessanten Ausstellung sei daher aufs an*
Heer und Flotte.
— Vom lenkbaren Luftschiff. In Frankreich hält man nach den erfolgreichen Fahrten des „Lebaudy 1905" im vergangenen Jahre bas Problem des lenkbaren Luftschiffes für endgiltig gelöst. Dies neue Transport- unb Nachrichtenmittel soll sofort miltärisch verwendet werben, inbeni man nach und nach alle wichtigeren Festungen mit einem Luftschiff ausstatten will. Der .Lebaudy 1905" ist bereits endgiltig der Festung Toul, von der aus er ferne letzten größeren Fahrten unternahm, zugewiesen worden. Als „Hafen" dient ihm eine frühere Reitbahn, in der man den Boden genügend tief auSgehoben hat, um dem »rahrzeug Raum zu geben. Hier bleibt das neuartige Verteidigungsmittel zur Verwendung bereit. Man rechnet drei Tage, um daS Luftschiff fahrtbereit zu tnachen. Als Führer des Fahrzeuges bei Hebungen und im Kriege ist der Kapitän Voyer designiert, der bei den meisten Fahrten an Bord war. Nach französischen Nachrichten ist bereits mit dem Bau eines neuen Lenkbaren" begonnen worden, bas ben Namen ,Lebaudy
werden.
Schahsekretär v. Stengel erklärt, daß auch die verbündeten Negierungen dringend wünschten, d'ß über die Vorlage eine Einigung im Reichstage erzielt werde. Er wendet sich dann gegen to$ Verengen nach Verallgemeinerung mit ruawirrender Kraft. Das ginge zu weit.
Mg. L e s ch e (Sozst erklärt, seine Freunde seien für Ueber- weisung des Gesees an die Dudget^onungiion. Die,Zahl,der pensionierten Offiziere schnelle ungeheuer an und es wage nm, ob bi< ic Pensionierungen immer m cinw. ndsfreier Wege vor ’1$ Abg^v. Massow (fotn? tritt für die, Vorlage ein und beantragt Ueberweirnng an eine besondere iVomnuhion.
AsÄ- Mugdan ifr. Vp.) bemängelt, daß für die unteren
Klassen nicht in dem Maße gesorgt sei wie für die höheren Offiziere.
Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antis.) errtan, seine Freunde seien für den Antrag Oriola.
Abg Mommsen (fr. Vp.' beantragt Vorweisung an die Budget-Kommission. 2lbg. Werner (Antis.) Verweisung an eine besondere Kommission. , . ,
Mit Ausnahme der Rechten und der Nationastibaralen wird Ueberweisunq an die B n d g e t k v m m i s s i o n beschlossen.
Es folgt die erste Lesung des Geldes über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Auslande.
Abg Beumer (nl.) zollt der Vorlage rückhaltlose Anerkennung. Sie schaffe bedeutende Fortschritte in der Statistik und verdiene daher im Plenum erledigt zu werden. Die 2Ivgg. Gras Kanitz lkous.' und Kämpf (fr. Vp.) treten den Mssührungen des Vorredners bei.
Damit schließt die erste Lesung der Vorlage und es folgt die Beratung des Gesetzes über die Wertbemestung der Emftihr- cheine in erster Lesung. „ „ . _. w
Montog 2. Lesung der heute tn erster Leinng erledigten Vorlagen, ferner 1. Lesung der Vorlage betr. Reichsbanknoten zu 50 und 20 Mark. Morgen fällt die Sitnmq wegen der Leichen- fZierlichkeiten für den Freiherrn v. Rickthofen aus.
— Märkte.
Gießen, 20.Jan. Marktbericht. Aus heutigem Wocbenmarkte osteten: Butter pr. W 090.-1.00 Mk Hühnereier 1 St. 8-10 Big. 2 Stcl. 00-00 Psg., Gänseeier 00-00 Mg., Enteneier 0-0 W, käse nv. Stck. 6-8 Pf.,' Käsematte2Stck. 5—6 Big. Erbten vr.Ltter 21 Psg., Linien vr. Liter32 Pia., Tauben pr.PaarO,80-1,00All., Hühner pr.Sll 100-1W fflit-, Bäiine pr. S.flct 0,80-180 Bit. °n'°» pr Smck 1 80—°,20 Ätk., Gänie r>r. Pfd. 60—7o Psg., Ochsenstetsch pr. Bid. 74-82 Ma., Kuh-und Rindfleisch pr. Pstrnd 70-72 Psg., Schweine- fleisch pr. Mund 80-86 Psg., Schweinefleisch, ge'alzeri, pr. Dnmd 90 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 70-80 Psg., Hammelfleisch pr.^Vnmd 60—76 Big. Welsche per Pfund —Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,50—6,00 Mk., Zwiebeln pr. Zrr. 6,00—8,00 Mk., Milch per -Her 20 Psq., Aepsel ver Mund 18 bis 30 Ptq., m Körben 00 Mg., Nüsse 100 Stück 30-40 Big. Birnen per dkd. Mk 0.15-0.20, Weißkraut per Stuck 10-30 Psg-, per Zentner Mk. 0.00-0.00. —
^olZtische Sage5?chau.
Zur Verlobung des Königs von Spanien.
Tie Prinzessin Ena von Battenberg ist mit ihrer Mutter, der Prinzessin Beatriee, nach einem Aufenthalte von mehreren Tagen in Paris, in Biarritz angekommeu. Sie wohnt dort in der „VMa Monriscot" als Gast des Frei- Herrn Alfons von Pawel-Rammingen und seiner Gemahlin, der Prinzessin Friederike von Hannover. Wie es heißt, wird König Alfons XU! am 24. d. M. in Biarritz eintreffen, um offiziell um die £>anb der Prinzessin Ena anzuhalten. Von Biarritz werden die Prinzessinnen sich nach Spanien begeben und zunächst einen ^Aufenthalt von mehreren Wochen m Algeciras nehmen, wo sie mit der P r i n z e s s i n L u d w i g von Battenberg (bekanntlick) der ältesten Schwerer unseres Grohherzoas) zusammentrcsfcn, und sie beabsichtigen dann, die Gräfin von Paris auf ihrer Besitzung Villa- manrique in der Nähe von Eadix zu besuchen. Von dort begeben sie sich zu der Kaiserin Eu genie, Mit der sie übrigens die Reise von London nach Paris gemcinschaftltch zurückgelegt haben, und sie werden den 80. Geburtstag der Witwe Napoleons III. bei dieser in ihrer Billa Cyrnos am Cap Martin verleben.
König Eduards FrühlingSplane.
Englische Hofjourtiale wissen zu melden, daß König Eduard VII. im April den Höfen von Madrid und Lissabon einen Gegenbesuch abzustatten beabsichtigt. Es steht noch nicht fest, ob der König von Portsmouth aus artf seiner Jacht „Viktoria and Albert" zu Wasser nach der iberischen Halbinsel reifen oder ob er den Landweg über Paris wählen wird. Bei der Vorliebe des britischen Monarchen für die französische Hauptstadt dürfte das letztere wohl das Wahrscheinlichere fein. In diesem Falle würde der König sich erst in einem spanischen Seehafen an Bord seiner Jacht begeben. ..,
Von echt englischer Taktlosigkeit zeugt die höchst überflüssige Erklärung, diese Fahrt des Königs werde jedenfalls nicht mit einer etwaigen Mittelmeerfahrtdes deutschen Kaisers zeitlich kollidieren, - eine Begegnung zwischen den beioen Monarchen bet dieser Gelegenheit sei daher a ii s g e s ch l o s s e n.
Deut-cyer
(2 4. Sitzung vom 19. I a n r> a r.)
Zunächst wird dem Halise eine Mitteillina des Reichskanrlers unterbreitet mene» ©mbcnihmq einer Kommission zur l^eur- teilunq der Rechte und Pflichten und der bisherigen Tätigkeit der ; Bergwerks-Gesellschaft in SLdwest a ir i k a. — Aus einen Antrag des Greven Hompesch wird beschlossen, 14 Mu- «lieber in diese Kommission zu wählen. .
Tami wird in der erften Lesung der Kameruner ©ifen- bahn-Garantie-Vorlage sortgesabren.
Abg. Erzberger (Zentr.s kommt auf den Streit mit der Kolonialverwaltung wegen der Kameruner Ei'enbahn zuruck, um sestzust^llen, daß alle seine Angaben wahrheitsgeman gewesen seien. Zum Schluß wendet er fiel) gegen den Abg Goller, der von Psaffeiuvirtsebaft gesprochen und damit einen eil des Zenliiuns persönlich verletzt habe. Goller scheine von seiner Reise den Tropen* koller mit nach Hause gebracht zu haben.
Präsident Grai Ballestrem rügt diesen Ausdruck gegenüber einem Mitglieds des Hauses.
Ko-oniülleiter H o h c nlo he-L an g en bürg erwart, da,; er gestern von einem in Kamerun drohenden Aufstand nicht S- man habe. Er habe nur sagm wollen daß eine mögliche irlnng auf Ostafrika nicht außer Acht gelassen werden darf und daß Wachsamkeit notwendig sei.
Abg Sebebour (Soz.) wendet sich nochmals ^egen eine Ausbeutung der Eingeborenen in unseren und den ^edelungs- Kolonien ainderer europäischer Völker Weiter polemisiert er gegen den ^geordneten Goller und fahrt fort, die^Vorlage zu bekämpfen. Unaufgeklärt sei noch immer, ob die ^umme von 50 000 Mark, welche Direktor Ren6 als Mündung iur feine Tätigkeit erhalten habe, auch in die Entschädigung für Baukostea einbegriffen worden sei.
Geb., Le-gatiousrat 5) elsferich erklärt, bei den 50 000 Mark handle es sich um einen Teil von Abmachungen, für welche die Kvlonialverwaltung nicht die geringste Berantwortlich- feit ffijlacfen (Ztr.) legt dar, daß ebenso wie Kbllege Em,- berger auch alle ihm na bestehen dm kaufmännischen Kveise die Höhe der gezahlten Provision mißbilligen
Abg. Goller (Hosp, der rr. Vg.) bemerkt gegermber imu Abgeordneten Erzberger, dieser solle es ihm selbst überlasten, sich mit seinen freisinnigen Freunden an^inanderzusetzen wegen seines gestrigen Angriffes auf seine Freunde. Er )ei sich eines solchen AngriffeZ nicht bewußt. ,
Weiter zollt ?lbg. Goller den Miffwiren in ihrer Tatigkeu volle Anerkennung. Seine Worte von der Pfaffenwirtschast habe er nur von der politischen Seite aufgefaßt wissen wollen.
Es folgen dann noch Auseinandersetzungen der Abgg. Storz und Eickhoff mit dem Abg. Sebebour.
Abg. Erzberger (Ztr.) polemisiert gegen ton Liberalismus Gollers, tor den Myfionen ihre volle freie Betätigung nicht lassen wolle. , „ „ , —
Damit schließt die Debatte unb es folgt noch eine Reihe persönlicher Bemerkungen. U. a. bemerkt Abg. Lenz m a n n , daß die Meinung seiner Frei-.nto von ihm und nicht von Etckhost zum Ausdruck gebracht worden fei
Dann geht die Vorlage an die Bu dg e t-Komm i ss ivn.
Es folgt die erste Lesung des Militär-Pensivns- gesetzes für Offiziere und Maunschasten
Kriegsminister v. Einem erklärt, die Vorlage decke sich mit der des Vorjahres, er brauche deshalb nicht näher darau einzugehen, und bitte das Haus, der Vorlage Wohlwollen entgegen zu bringen. L .
Slog. Hompesch (Ztr.) erklärt, leine Freunde hielten es nicht für angezeigt, sich an der Debatte zu beteiligen. Sie^be- schrankten sich darauf, Verweisung an die Budget-Kommistwn
zu beantragen.
Abg. Gras Oriola (nL): Die Mißstimmung darüber, toß der Reichstag im vorigen Jahre so plötzlich geschlossen wurde, anstatt vertagt zu werden, war ganz besonders berechtigt mit Rücksicht auf d'e Arbeit der Kommission in der schwierigen Materie ber Revision der Mililärvmsiousgesetze. Wir, die wir uns redlich hemüht hatten, diese Gesetze zum Mschluß zu, bringen, waren ganz besonders enttäuscht, als es auf einmal hieß: Alle Eure Arbeit ist vergeblich. Die Regierung war sich auch der vollen Bedeutung der Gesetzentwürfe bewußt, i'.ud trotzdeni geschah das! Wenii die Regierung:' vom Reichstage so ost Rücksicht verlangeii, so kann wohl auch der Reichstag einmal eine größere Rücksicht von den Regierungen fordern. Ich habe es lebhaft bedauert, daß im vorigen Jahre, diese G>itwürfe der Budgetkommission überwiesen waren, die so sehr mit Arbeiten überlastet war. Wenn man damals unferen Anträgen ^gemah die Entwürfe einer besonderen Kommission überwiesen hatte, so wären sie wenigstens dort zum Mschlusse gelangt; dann hätten wir heute eine fertige Kommissionsarbeit vor uns und brmichten nicht wieder von vorn anzufangen. Deshalb beantrage ich auch jetzt wieder im Gegensätze zum Olrafcn Hompesch die Ueberweisung an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Die neue Vorlage weicht im allgemeinen nickst von der vormhrigen ab. In wenigen Punkten sind die Beschlüsse der Kommission,berücksickisigt worden, in anderen nicht. Ich habe schon im Vorjahre so eingehend und so ausführlich meinen Standpunkt dirgelegt, daß ich diesmal darauf verzichten kann. Nur das eine muß ich wiederholen: daß wir in dem Entwurf vor allem eine genügende Berücksichtigung der sckwn letzt pensionierten Militär Person en vermissen. Gerade die Rot dieser Altpensionierten hat die gahl- reichen Anträge und Interpellationen veranlaßt, die zu diesem Entwurf führten. Was die Vorlage in diesem Punkt bringt, ist gänzlich ungenügend. Einmal wird man da statt des ^iechts- anspruchs auf ton Gnatomveg verwiesen und außerdem ist die Umschreibung tos Begriffs Kriegsteilnehmer vielfach ungenau Hier muß die Kommission noch Wandel schaffen und Härten und Unbilligkeiten gegen die Altpensionierten beseitigen. Zum Schluß noch Eins: Besondere Harten bestehen auf dem Gebiete des Reliktenwesens Es ist uns gesagt worden, das Relntenwesen kami nicht in der Revision der Militärpenfionsaesetzgebung geregelt werden, sondern bedarf eines besonderen Gesetzes. Daher möchte ich die dringende Bitte an die Regierungen richten, uns ein solches Gesetz baldigst vorzulegen. Hoffentlich kommt nun endlich das Pensionsgesetz zustande. Die etwas dunkle Erklärung des Vorsitzenden der Zentrumspartei ist hoffentlich. nicht derart aiifzufassen, daß wir von dieser einflußreichen Partei nicht ernsthafte Schwierigkeiten bei Verabschiedung des Geietzes begegnen
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gelegentlichste empfohlen.
')-( Daubringen. 19. Jan. Ein hiesiger Fort-- bild ungs schul er hatte sich in äußerst großmäuliger Art in den Spinnstuben über seinen Lehrer lustig gemacht und versucht, ihn bei der hiesigen Bevölkerung verächtlich zu machen, u. a. auch erzählt, der Lehrer fürchte sich vor ihnen („ben Herren Fortbildungsschülern-). Der hierüber zur Anzeige gebrachte Junge erhielt 6 Stunden Arrest gnbiftiert Tiefe Strafe zu verbüßen, dazu scheint jedoch seine Kourage nicht gereicht zu haben, denn heute Morgen wurde der junge Herr durch einen Gendarmen seinem Lehrer zur Strafverbüßung zugeführt.
r. Oppenrod, 19. Jan. Hier herrschen unter den Kindern die Röteln und Scharlach. Es fehlten heute 25 Kinder und die Schule soll, wenn es bis nächste Woche nicht besser ist, geschloffen werden.
Leusel, 17. Jan. Unser seitheriger Bürgermeister' Korell hatte infolge der Pachtübernahme in Angenrod seiw Amt niedergelegt. Heute nun stand Termin zur Neu» wähl an und e§ erhielten Heinrich Specht, OrtsgerichtS-i Vorsteher, 40 Stimmen; Heinrich Geisel V., Gemeindet Einnehmer, 23 Stimmen; Johannes Paul Zulauf, Land^ wirt, 16 Stimmen; Joseph Klein, Schuhmacher, 1 Stimme. Somit kommen Ortsgerichtsvorsteher Specht und Gemeinde- Einnehmer Geisel in die engere Wahl-, die auf den 25. Januav festgesetzt ist.
X Albach, 19. Jan. Eine Bäuerin von hier, die schon längere Zeit leidend war, stürzte sich diese Woche vom Speicher ihres Hauses auf die Straße, sodaß sio auf der Stelle tot bl.ieb.
△ Bad-Nauheim, 19. Jan. Die Stadtverordneten- Versammlung hat sich in ihrer heutigen Sitzung für alsbaldigen Anschluß eines städtischen Kabelnetzes an das neue staatliche Elektrizitätswerk entschieden, sodaß Anfang Mai die ganze Stadt mit elektrischem Licht versehen sei« wird.
X. Büdingen, 19. Jan. In letzter Zeit treten Scharlach und Diphtherie hier und in der Umgegend stark auf. Glücklicherweise ist der Verlauf der Krankheit irr den meisten Fällen ein gutartiger. Im benachbarten Bind- sachsen mußte die Schule geschloffen werden. — Trotz der starken Bautätigkeit in den letzten Jahren herrscht hier immer noch eine große Wohnungsnot. Besonders an 3 und 4 Zimmer-Wohnungen ist großer Mangel. Dies fommt daher, daß fast ausschließlich Villen und Einfamilienhäuser gebaut wurden. Eine natürliche Begleiterscheinung bilden die hohen Mietpreise. So wurden für eine anständige 3 Zimmer- mohnung 450 Mk. gefordert.
AUch liche ul a ch r t <1) t en. Evangelische Gemeinde.
Am 3. Sonntag nach Eviphanias, den 21. Januar, HottesdienH.
In der Johanneskirche.
Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Kraus.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst iur die Lukasgomemde.
Pfarrer E u ( e r.


