Are heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.
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ßndct gute Pflege 08817, EderslrageW.
Der Parteitag der Botschafterpartei.
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Hen empfiehlt sich im oachen im Hause. Lteinstraße 70, UL L
Dieser .Fall Kardorff" ist übrigens kennzeichnend für den auf Kompromiffe weisenden Grundzug des Wesens der NeichSpartei. Radikal gibt sie sich eigentlich nur, wenn Forderungen für Flotte und Kolonien in Frage stehen. Hier ist sie unerreicht an Geneigtheit zu Bewilligungen. Herrn v. Kardorff, den nimmermüden Befürworter weitgehender Aufwendungen für die Marine, gesellt sich als Kolonial- anwalt der Abg. Dr. Arendt hinzu, der gegenwärtig auf der Heimfahrt von seinem Studienbesuch in Ostafrika begriffen ist und wahrscheinlich auf dem Parteitag im Oktober als Hauptredner zu dem Thema .Kolonialpolitik*, das ja die NeichSpartei ganz besonders interessiert, auftretcn wird. AuL seinen Reisebricfen spricht eine begeisterte Zuversicht in die koloniale Entwicklung. Es läßt sich also ohne weiteres annehmen, daß ec auf dem Parteitag einer mit großen Geld«, Mitteln zu betreibenden Kolonialpolitik das Wort reden wird. Ob er dabei uneingeschränkte Zustimmung findet, bleibt ab* zuwarten. Auch die Herren von der NeichSpartei dürften sich veranlaßt sehen, die Tatsache gebührend zu beachten, daß der „Zug nach links" im deutschen Bolte gefördert ivird durch die kolonialen Erfahrungen. Ehe das Volk hier wieder Vertrauen gewonnen haben wird, darüber können Jahre vergehen, denn auch Herr Dernbürg ist kein Hexenmeister, _ der im Handumdrehen in der Verwaltung Klarheit schafft und in den Kolonien neues Leben erblühen läßt. Der doch gewiß deutschfreundliche britische Kriegsminister Haldane hat zudem grade den auf Weltpolitik eingeschworenen Deutschen — und dazu zählen außer den Alldeutschen die NeichSparteiler — einen bemerkenswerten Hinweis gegeben in seiner letzten Rede, wenn er erklärt, daß koloniale Rüstungen Deutschlands das Mißtrauen der in ihren afrikanischen Interessen sich bedroht glaubenden Engländer reizen, also eine Gefahr für den Frieden bedeuten. Je weniger danach das Reich in den Kolonien, zumal militärisch, sich engagiert, umso beffer ist cS um seine internationale Position bestellt.
Beschränkung in der Welt- und Kolonial- politik — das ists, was das Volk in seiner Mehrheit von der Negierung fordert. Kommen die NeichSparteiler auf ihrem Dclcgicrtentag zur gegenteiligen Auffassung, dann beeinträchtigen sie ihre Aussichten für die nächste Neichstagswaht, und diese Einbuße könnte auch eine gefüllte Wahlkasse nicht wettmachcn, deren Beschaffung, nach dem Beispiel anderer Parteien, auf dem Parteitag der NeichSparteiler in Vorschlag gebracht werden dürfte.
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„NeichSverbandes gegen die Sozialdemokratie". Allerdings i>t daran zu erinnern, daß der parlamentarische Führer der NeichSpartei, Herr v. Kardorff, zur Zeit der Zolltarif, kämpfe demonstratio seinen Austritt aus dem Bunde der Landwirte vollzog, was aber die in Betracht kom- wenden Mitglieder des Bundes wohl nicht abhalten würde, dem alten Herrn wieder ihre Stimme zu geben, wenn er nochmals kandidieren sollte.
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Kochmals die KtsserttLichkeit der KemeinderaLs- sttzungerr.
Zur Reformvorlage einer neuen heff. Landgemeinde- Ordnung haben die Abgg. Köhler und Hebet als Referenten des Sonderausschusses der Zweiten Kammer für die
Die Reichspartei ist eben eher eine konservative Spielarr und die Wahl reichsparteilicher Abgeordneten erfolgt in det Regel durch Zusammengehen bürgerlicher Wähler verschiedener Parteirichtungen und durch Unterstützung seitens politischer Zweckoerbände, wie des „Bundes der Landwirte" und des
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vezugSvretsi monatIlch7bPf.,vtenelck jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Bost All. 2.—viertel- jährt. mi6|'d)l. Acstcllg. Annahme von AnzeigeN für bie TageSlnuwnetz bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf^
auswärts 20 Pjg. Verantwortlich >üt den polit und allgem. Teil: P. Wittko: für »Stadt und Land" und .Gerichtssaat": Ernst Heß; für den Anzeigenteil: HanS Beck.
Internationaler Arveiterschuh.
gehört zu denjenigen Ge- ^en des Rechtes, bie sich in ständigem Flusse befinden. Mit dem unaufhörlichen Fortschreiten der industriellen Entwicklung Lauchen immer neue Gefährdungen der Arbeiter auf, die eine Erweiterung des Arbeiterschutzes und jeiner gesetzlichen Regeluna erforderlich machen. Während oie Ansange der Ärbeiterschutzgesetzgebung naturgemäß auf nationalem Gebiete liegen, macht sich in neuerer Zeit in wachsendem Maße namentlich bei den Staaten mit fortgeschrittenerem Arbeiterschutz das Bestreben geltend, wenigstens auf den Hauptgebieten zu internationalen M- machungen zu kommen. Humanistische Motive sprechen hierber ebenso wie Konkurrenzrücksichten mit. Ein Land mit fortgeschrittenerem Llrbeiterschutz ist in der Ausnützung seiner Arbeitskräfte beschränkter als ein solches ohne Air- veitersa)utz; es kann daher nicht so billig produzieren wie lenes und ift auf dem Weltmärkte ihm gegenüber im Nach- mu Cs erklärt sich daher, wenn die Bestrebungen der ^^^^"alen Beremigung für gesetzlichen Arbeiter- __^on fast allen Reg nungen in wachsendem Maße Fß. Horden und wenn daher die in der nächsten Zeit stattfiildenden Tagungen von fast sämtlichen Regierungen offiziell beschickt werden.
b£e allernächste Zeit wird voraussichtlich auf dem Gebiete des internationalen Arbeitcrschutzes die ersten greisbaren Erfolge bringen. Tie Fragen, die von der Internationalen Bereinigung zuerst in Angriff genommen worden waren, erstreckten sich darauf, für die Nacht- mr der Frauen und die Anwendung des weißen Pyosphors in der Zündholzfabrikation internationale Verbote herbeizusühren. Nachdem auf der 3. Gmeratver- sammlung in Basel im Jahre 1904 Uebereinstimmung über Notroendigkert und Durchführbarkeit solcher Verbote erzielt worden war, fand'auf Veranlassung der schweizerischen Regierung vom 8. bis 17. Mak 1905 eine von sämtlichen europäischen Negierungen außer Rußland und den Ballan- siaaten beschickte Konferenz statt, zu dem Zwecke, inter- uatwnale Uebereinkommcn über die genannten Fragen vor- SUbereiten. Hier wurde insofern ein Ergebnis erzielt, als hinsichtlich des Phosphorverbots 11 von 15 Staaten, hinsichtlich der ^rauennachtarbeit 13 von 15 im Prinzip sich einverstanden er klärten,die übrigem ihre Stellungnahme ich noch vorber)ietten. Aus dieser Basis wurde weiteraebaut, indem die schweizerische Regierung nunmehr an die auf der Konferenz vertretenen Staaten, außerdem Japan unb , Vereinigten Staaten mit dem Vorschläge herantrat, auf diplomatischen Konferenz die gefaßten Be- schlusse m Vertrage umzuwande'ln. Zu der Abfassuna solcher Vertrage erklärten hinsichtlich der Nachtarbeit 13 Staaten, hinsichtlich des Phosphors 10 Staaten ihre Zu- stlnimung. Nur Norwegen und Japan lehnten die Be- teiligimg am internationalen Verbot der Frauennachtarbeit ab. Gestern, am 17. Sept., trat in Bern diese Regierungs- koriferenz zusammen und damit werden hoffentlich die ersten internationalen Arbeiterschutzbestimmunaen zur Wirklichkeit werben.
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geputzten Insulaner, ihre phantastischen Tänze ?c. erregten gi-ope Heiterkeit. Tie Musik ist stellenweise sehr hübsch, l und wenn sie sich auch nicht durch große Originalität aus- : zeichnet, so zeigt sie doch, daß der Verfasser gute Vorbilder mit Erfolg stuoiert hat. Ncur der erste Art wurde durch : den Schatten der .Fledermaus, den er gar zu deutlich ' heraufbeschwor, gedrückt. Tie Aufführung war vorzüglich.
Herr Schramm spielte mit großer Schneidigkeit und sang ; sehr hübsch. In komischen Partien wären die Herren Gareis, Hauck und Stessens sehr gut, auch die Damen Gentner - Fischer und Bachrich leifteten &ute3. S.
— Als der gegenwärtige Vorsitzende der „Mainzer Liedertafel und Damengesangverein", der Geh. Kommerzienrat Tr. Strecier vor beinahe einem Vierteljahrhundert Besitzer und Leiter wurde der Weltfirma B. Schott Söhne, der Verlegerin der bedeutendsten deutschen Tondichter, in deren Geschäftsarchiven die interessantesten Briefe Beethovens, Glucks, Haydns, Wagners nur so haufenweise herumliegen, damals sagte die ebenso kunstsinnige wie liebliche Großherzogin Alice, die früh verstorbene Mutter unseres jetzigen Großherzogs: „Es freut mich, daß der Strecker ihr Bub nach Mainz kommt, da kann er doch, etwas für die Musik tun." Obgleich von Geburt Engländerin, sprach sie doch echt „dermstetterisch", unb der „Bub der Strecker", eine ihrer intimsten Frundinnen, hat auch wirklich etwas für die Musik getan.
— Tr. jur. Rudolf P r 0 e l l ist, wie aus Frankfurt a. M. gemeldet wird, für die Komische Oper in Berlin verpflichtet vvrdcn. Proell, der 1859 in Budape^ geboren wurde, hatte ich auf Wunsch fernes Vaters juristischen Studien Angewandt. In feinem 30. Lebensjahre wandte er sich der theatralischen Laufbahn zu. Er fand in Hamburg sein erstes Engagement. 1895 wurde er für Frankfurt a. M. verpflichtet. Er wird namentlich als Wagnevsängcr geschätzt.
R. B. Lichtenberg, 16. Sept. Tie seit etwa zwei : Monaten hier in Vorbereitung befindliche Kun st aus- : stellung in Sch! 0 ß Lichtenberg ist Samstag nach- ; mittag eröffnet worden. Tie künMerische Leitung der Aus- < stellung liegt in den Händen des seit PA Jahren aus dem <
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^om, iSflnilm Usw. herbeigeführt werden.
nnh ^urgabe der deutschen Sektion an Bundesrat Äb UNd die Mundzüge der für notwendig
eracyteten Scyrrtte aufgefuhrt. Es wird in erster Linie die An zeig ep flicht für gewerbliche Veraift- u n 9eJ! durchdie Aerzte und Krankenanstalten an die zuständigen Ausjichtsvehörben, ebenso bie Änzeigepflicht für bie Erzeugung und Verwendung gewerblicher Gifte durch die Betriebvinhaber für nohuenbig erachtet. Ten Kranken- kaoenleltungeu folf nahegelegt werden, den GesundheitS- verhaltnisien ihrer in Giftbetrieben tätigen Mitglieder im elgenen Interesse rege Aufmerksamkeit zu wwn,en, den, ärztlichen Studium der Untersuchung der gewerblichen Ver- glftungen besondere Beachtung zuzuw.nden. Im Zusammenhang damit svtteil mit der fachmännischen Beaufftchtianna oer Betriebe, welche gen>erbtiche Gifte erzeugen, gewerbe- hygleniill) ge,Q)ulte amtliche Aerzte betraut werden. Endlich sollen die Arbeitszeiten der Gistarbeiter nach derSchwerc der Vergiftungsgefahr geregelt werden.
Neben der Frage der gewerblichen Gifte, wo, wie bie Angabe ^eigt, bereits hinsichtlich des enizuschlagenden Weges bestimmte Gesichtspunkte bestehen, stehen auf der ^ageSorbnung dasBerb 01bez w. die Beschrä n k u n a der Nachtarbeit jugendlicher Arbeiter, der M a xi m a l ar b e i t s t a g, die Heimarbeit und die Versicherung ausländischer Arbeiter. Mle diefe Punkte behandeln wichtige Gebiete des Arbeiterschntzes Wenn auch vielleicht manches Jahrzehnt vergehen wird, bis eS gelingt, hier eine Einigu'ng herbeizuführen, wenn auch hier noch zahlreiche, schwere Hmdernisfe zu überimnden sein werden, so zeigen doch die Erfolge auf dem Gebiet der Fraueiinachtarbeit unb der Phosphorverwendurig, daß alle Hindernisse zu überwinden sind, wenn nur der ernste Wille dazu vorhanden ist. So wird bie Entwicklung sich auch hier vollziehen, jeder Fortschritt auf inleriiationalem Gebiet wird dem Ausbau des natio:'.alen Arbeiterschutzes die Wege ebnen.
Schlosse wohnenden Malers Prof. Sutter, der auch im Verein mit einer Anzahl arbeitssreudiger Herren von hiev ; und dem benachbarten Sttedernhanstn alle Vorarbeiten gei troffen hat. Die Ausstellung umfaßt drei Hauptgruppen: Bildende Kunst mit über 100 Nummern, eine historische Ab-, ; teilung und eine Abteilung für angewandte ftunft Ditz Gemäldeabteilung ist namentlich durch die Odenwcftdmaler! Prof. Sutter, Joh. Lippmann-Lützel^ch-Offenbach, Aug. Wondra und Heinrich B arni m in Darmstadt, und Sganö Sutter- Lichtenberg-Karlsruhe vertreten. Dr.
Greiner-Traisa hat zahlreiche plcMsche Arbeiten und
Zeichnungen ausgestellt, Diplomingenieur Hugo Völker- Tieburg, Adam Hardt III. in Oberrcrmstadt und Bau-
inspeltor Klump-Dieburg architeLonische Arbeiten. Nach
Prof. Sutters Entwürfen haben verschiedene Kunsthand
werker des Odenwaldes originelle Zimmereinrichtungen an
gefertigt und sonstige Arbeiten geliefert, z. B. Töpfereien
und Elfenbeinschnitzereien, die als Odenwä'lder Produkte be
sondere Beachtung verdienen. Eine interessante Bereiche
rung hat die Ausstellung noch im letzten Momente dadurch erfahren, daß die Gräfin Artur zu Erbach- Erbach, Prinzessin zu Bentheim, vier von ihren Oel- gemälden übersandte, die sämtlich 'Odenwaldmotive dar-, stellen. Auch die Sammlung alter ObenwäLer Möbel und Geräte aus dem Medernhäuser TorfTnuseum, die teilweise zu einer alten Odenwälder Bauernstube zusammengestellt wurden, erweckt unser volles Interesse.
— Die Seele des W a renhauses. In Berlin schießen die neuen Warenhäuser wie Pilze aus der Erdc. Die zunehmende Rolle, die sie im K»einveckauf spielen, osfenbart sich in dem Bau immer neuer prächtiger Paläste, die an allen Ecken und Enden in der Reichshauptftadt entstehen. In der neuen Königstraße, am Tönhvsssplatz, auf der Stelle be5 atterr Landtags- gebaudes, sind Warenhäuser im größten Maßstäbe aufgefüKn. Tietz und Werthttm an den beiden Enden der leipziger Straße, Tietz auch mit seinen: hübschen Rolokobau am Mexandcrplatzs bleiben fteilich immer die Häuptlinge in dieser Schar. Aeußerlich haben, diese^Warenhäuser meist eine gewisse Aehnlichuit; der sog. Messel-Stil nach dem Erbauec des Wert-/m’-'m Warenhauses) herrscht in ihnen vor, glatte Baujluchen, Ps :r statt der Säulen, wenig Ornamente; dec joiiinge ^chmiitt vcireht in farbigem Marmor und. vergoldeter Bronze. Viel Licht, meistens sehr
Inzwischen setzt die „Internationale Ber- eintgung für gesetzlichen Arbeit er schütz" ihre wertvollen Vorarbetten sachgemäß fort. Bont 26. bis 2J- Sept, wird in Genf die vierte Delegierten-, verfammlung stattsinden. Tas Hauptgebiet, welches 0^. Internationale Vereinigung in der nächsten Zeit beschäftigen wird, ist die Bekämpfung aller g e w e r b-
Jn einer politischen Generalversammlung werden sich nächsten Aionat auch einmal die Poliker gemäßigt konservativer Nichtung, die Aiitglieder der Reichspartei und ber frei- konservativen Fraktion des preußischen Landtages, zu- 1'0111111 enfinben. Da die anderen politischen Gruppen int Hinblick auf die kommenden Wahlen zu den Organisations- und Agilationsfragen bereits Stellung zu nehmen beginnen, glaubt wohl auch bie „Bolschasterpartett nicht länger zurückstehen zu dürfen. Macht sie schon als Fraktion nicht gerade viel von sieh reden, so entbehrt sie als Partei durchaus des straffen Zusammenhanges, den die großen politischen Gruppen auf» weisen. Sie hat kein scharf mnrissenes Spezialprogramm, andern ist ihrem Wesen nach Kompromißpartei. Deshalb mar einst ein ^wilder" Abgeordneter nicht im Unrecht, als ec in einer Polemik gegen ein Vlitglied der NeichSpartei erklärte: „Es gibt liberale, konservative, Zentrums- und sozialdemokratische Wähler, aber reichsparteiliche Wähler im eigentlichen Sinne gibt es nicht."
Mr. 219
Erscheint tSgktch außer Sonntags.
Dem Gießen er Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gietzener Zamilien. blätter viermal in der Woche beigelegt.
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Schul st ratze 7, Redaktion N2
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^Ers^s Blatt 15«.Jahrgang Dienstag 18.September 190«
Gietzener Anzeiger
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lUeines Feuilleton.
g B a d - Nauheim, 16. Sept. Heute nachmittag sand m ber Dankeskirche bas dritte Kirchenkonzert sirr diese Saison statt. Es setzte sich zusammen aus Orgel-, Vwttn- und GZangsvorträgen. Zu letzteren hatte man die durch ihre vorzüglichen Leistungen im Musitverein Frieb- berg ruhmüchst bekannte Konzertsängerin Frau Emmy K u ch l e r aus Frankfurt gewonnen. Außerordentlich klang- und ansprechetib war die von ihr vor getragene Arie aus Josua: „Q hätt ich Jubals Harfen", sowie auch „Müde bin ich, geh zur Ruh" von Rohde. Für die Violinvorträge hatte sich eine tüchttge Kraft in Konzertmeister Navone oon dem Wmdersteuischen Orchester erboten, öerr Navone,
Meister auf der Geige, erntete großes Lob durch den voNendeten Vortrag eines Präludiums in G-Moll von Bach, ebenso durch eint Romanze unb ein Chanson plaintive. Herr ^lto Wissig, welcher sich dem Stubium der Musik gewidmet hat unp momentan das Konservatorium zu Leipzig bezua)t,halte b;c Orgel übernommen und lieferte durchVortraa der Fuge in E-Akotl von Vach, sowie einer freien Phantasie den Beweis, daß er nicht nur den Schwierigkeiten seiner gewählten Piöeeu vollständig gewachsen ist, sondern auch unsere recht komplizierte Orgel ganz vorzüglich zu Hand, haben versteht.
Aus Frankfurt schreibt man uns unternt 16. Sept.: Ohne Operette, ,,x 1 e Inselbraut" von F.Gellert, Tert von v. Eckelmann, gelangte Yente im Frankfurter Opernhause -zur Urauftuhrung und sand beim Publikum lebhaften Bei- 'sartt sodaß ber^ Komponist nach dem zweiten unb dem netzten Akte erscheinen tonnte. Ter Verfasser bezeickmet ibie Opetttte als phantastisch grotesk und das Textbuch ttut nach dieser Richtung' viel, sodaß man es mit den Haaren Herbeigezogen nennen muß. Ein reicher Mann holt sich «uf enter Insel im Stillen Ozean die Braut, bie ihm ■ ™tu * * * 4 * * * *-rQHlu versprochen hat; sie sollte den Herrscher der ^nsel heiraten. Ta machen die Europäer bie Insulaner ' mit Sett betrunken unb entfuhren dch Braut. Das^frenid- 1 ^Vtige Milieu gab zu großen Aussta-ttungsränsten Anlaß, i Juno, bie wackelnden üdrpcrbeweoimgen der grotesk aul- 1


