Ausgabe 
16.2.1906 Erstes Blatt
 
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Besteuerung der Micn enthalten seien, in kürzester Frist dem Reichstage vorlegen werde.

Wie man in sonst gut unterrichteten Parlament. Kreisen wissen will, wird dem Reichstag in den nächsten Tagen ein Gesetzentwurf zugehen, der den Vereinigten Staaten den neuen deutschen Bertragstarif ohne Zugeständnisse seitens Amerika auf eine begrenzte Dauer einräumeu soll. Auch der jüngste Kronrat soll sich mit dieser Angelegenheit beschäftigt haben.

Erhebung der Kirchensteuer. Dem preuß. Herrenhaus ist ein Gesetzentwurf über die Erhebung von Kirchensteuern in den Kirchen gemeinden der evangelischen Kirchen der Konsistorialbezirke K a s s e l, W i e s b a d e n und Frankfurt o. M., in den Gesamtverbänden der evan­gelischen Kirche des Konsistorialbezirkes Kassel sowie in der vereinigten evangelisch-lutherischen und nncrten Stadtsvnode zu Frankfurt a. M. zugegangen.

Lagessebarr.

Vom antisemitischen Kriegsschauplätze.

In seinerDeutschen Reform" setzt Abg. Zimmer­mann die Angriffe gegen die Deutschsozialen fort Er ver- wahrt zunächst die Reformpartei gegen den Vorwurf der Untätigkeit in Hessen und fährt dann fort:

Besonders funo5 aber ist das Verhalten der Herren Abgq. Köhler und Hirsche!. Sie waren ja doch die Führer der dortigen Reformer. Warum haben sie denn nichts getan? Sie hätten ja rührig arbeiten können. Oder meinen sie, daß die Partei von außerhalb her für sie alles machen und bezahlen solle?! Gegen diese beiden, jetzt also deutsch- sozialen Abgeordneten treffen die Vorwürfe der Untätigkeit allerdings vollauf zu. Merkwürdigerweise beschweren sie sich auch, die Resormpartei sei vor den Wahlen 1903 viel zu spät ge­kommen 1 Herr Röhler war selbst Abgeordneter und Kandidat. Warum ist er denn nicht rechtzeitig gekommen? Und Herr Hirsche! war Obmann für diesen Teil Hessens! Wem will er einen Vor- wurf daraus machen, wennDiel zu spät" mit der Arbeit be­gonnen ist? Diewackeren Vorkämpfer" Hirschel und Kohler, wie sie dasDeutsche Blatt" jetzt nennt, sind sonach doch wohl s e l b st schuld, wenn um ihre Diandate nicht mit der nötigen Energie gekämpft worden ist. Ob sie unter deutschsozialer Flaggewackerer" kämpfen werden, mutz doch erst ab­gewartet werden. Und so erfreulich es vom rein menscki- lichen Standpunkt auch ist, wenn sich fBlänner, deren frühere direkte Gegnerschaft so bekannt ist, rote die der Führer der Deulsch- sozialen und der Herren Hirschel und Köhler, nun alsroacfere Vorkämp er" derselben Partei begrüßen, so können wir uns doch des Gedankens nicht erwehren, ob den Herren Hessen das Experiment gut bekommen wird. Uns fällt da die Geschichte ein von dem blinden Maulwurf, der den Igel in seinen Bau aufnahm, um dann die Erfahrung zu machen, daß neben seinem stachlichen Gast für ihn selbst kein Raum mehr im eigenen Hause blieb.

M'.t demstachlichen (Saft*, demIgel", ist auf Herrn Liebermann von Sonnenberg gezielt. Dieserfrühere intimste Feind" des Herrn Köhler war von diesem einmal alsganz und gar nicht vorhanden" bezeichnet worden. Herr v. Liebermann diente in seinem Blatte dafür Herrn Köhler mit folgenden Liebenswürdigkeiten:

Herr Köhler ist nie etwas anderes gewesen als eine Ziffer in der Fraktionsliste. Für Herrn Philipp Köhler ist wederLieber­mann" noch irgend eine andereFührung" jemals vorhanden ge­wesen. Aber ergenierte" auch die Fraktion nur wenig, nämlich nur, wenn er ab'unb zu einmal in derwendischen Haupt­stadt Berlin gewesen war. *

Kleine Reichsbtmknoteu.

R Berlin, 16. Febr.

Im Reichstage ist heute in zweiter Lesung mit großer Mehrheit eine Vorlage angenommen worden, die auf den ersten Blick nicht von besonderer Bedeutung erscheint: Der Gesetzentwurf über Ausgabe von Reichsbanknoten zu 5 0 und 20 Mk. Als der Entwurf, bereits in der vorigen Session, dem Reichstag unterbreitet wurde, mar die Aufnahme sehr ungünstig. Auch von nationalliberaler Seite wurde die ernste Befürchtung einer DerschlechterungunsererWäh. runq, der Herbeiführung einer Zettelwirtschaft geäußert. Inzwischen ist der Entwurf in der Kommission gewesen, und hier sind seitens der Regierung Mitteilungen vertraulicher Art gegeben worden. Diese Mitteilungen muffen sehr überzeugend gewirkt haben, da die Kommission zur unveränderten An­nahme der Regierungsvorlage gelangte. Die Vorlage hat ihre Bedeutung zwar nicht in Friedenszeiten, wohl aber in etwaigen Kriegszeiten, wo es sehr darauf ankommt, das Gold im Lande zu behalten. Diesem Zweck dient die Ausgabe kleiner Reichsbanknoten, und es ist nur umsichtig, solche Wertzeichen schon in Friedenszeiten einzusi'ihren, um den Verkehr daran zu gewöhnen. Ob der Kommission hoch­politische Mitteilungen gemacht worden sind, in Bezug auf die Dringlichkeit derEinführung, das entzieht sich der Kenntnis.

*

Politische Agitationsschnlnr.

Aus Anlaß des Wahlkampfes in Höchst-Hom­burg im Jahre 1903 wurde in Frankfurt a. M. eine Agitationsschule der Zentrumspartei zu dem Zwecke gegründet, Zentrumsagitatoren heranzubilden, die als Versammlungsleiter, Referent»n oder Diskussionsredner in Versammlungen auftreten sollen. Der Unterricht sindet an jedem ersten Sonntag des Monats statt und besteht 1) in einer theoretischen Ausbildung über Fragen der Organisation und Agitation. Besonderes Gewicht wird darauf gelegt, daß die Schüler lernen, ihr Material sowohl in der Diskussion wie in der Form der Rede zu verwerten. Dann werden 2) Vorlesungen gehalten über politische Fragen, besonders über Programme und Prinzipien der Parteien, natürlich in erster Linie der Zentrumspartei: 3) über Fragen der sozialen Gesetzgebung, auf die deshalb Wert gelegt wird,weil man durch sie leichter das Vertrauen der Bevölkerung gewinnt." In allen Unterrichtsstunden wird Gelegenheit zur Hebung im Sprechen, Fragestellen usw. geboten. Dann werden zuletzt praktische Hebungen veranstaltet. Ein Mitglied tritt auf, beruft eine Versammlung ein; ein Bureau wird gewählt, ein Vortrag gehalten, die Diskussion eröffnet, eine Resolution gefaßt und zuletzt die Versammlung ordnungsmäßig geschloffen. Die aufffchtführenden Herren greifen nur ein, um Hnrichtig- keiten richtig zu stellen oder sofort zu belehren. Die Teil­nehmerzahl betrug das erste Mal gegen 70. Dieses Vor­gehen in Frankfurt a. M. wird von der ZentrumSpreffe dringend zur Nachahmung empfohlen.

Wir empfehlen, daß auch die liberalen Parteien in eben solcher Weise, etwa in Vertrauensmännerversammlungen, Vorgehen, damit auch auf unserer Seite bei Wahlen in die Diskussion eingetreten und gegnerischen Angriffen stets geschickt und mit Sachkenntnis erwidert werden kann.

Deutsches Reich.

Kiel, 15. Febr. Der Kaiser ist am Nachmittag hier eingetroffen. Er fuhr nach der Germaniawerft zur Besich­tigung des im Bau befindlichen LinienschiffesDeutschland". Am Nachmittag begab er sich zur kaiserl. Werft und nahm >ann auf dem LinienschiffPreußen" Wohnung. Im Laufe des Nachmittags empfing der Kaiser den Direktor der Ham- sturg-Amerikalinie, Kapitän z. S. a. D. v. Grumme, und begab sich um 6 Uhr nach dem königl. Schlosse, um bei dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich zu speisen. Nach, dem Tiner im Schlosse kehrte der Kaiser an Bord des LinienschiffesPreußen "zurück und trat die Reise nach Kopenhagen an.

Berlin, 15. Febr. Der Kaiser, der im kaiserl. Automobilklub an einem Essen teilgenommen hat, soll sich nach derAllg. Sportztg." bei dieser Ge­legenheit über die Automobil st en er dahin geäußert haben, er habe das Empfinden, daß die Steuer in dieser Form kaum durchführbar sein werde, denn durch sie würde die Automobilindustrie einen schweren Schaden er­leiden. Seiner Ansicht nach wäre eine einmalige Besteuer­ung, die die Fabrikanten zu tragen hätten, am gerechtesten.

Ter Bundesrat nahm in seiner heutigen Sitzung den Antrag betr. ?lbänderung des Etatsentwurfes ür das Reichsschatzamt auf das Rechnungsjahr 1906 an, ebenso den Ausschußantrag zu der Vorlage vom 26. Januar d. I. betreffend den Entwurf einer Gerstenzoll­ordnung.

Tem Generalstabsarzt der Armee Prof. Dr. S ch j er - ning ist als dem obersten Leiter des Sanitätswesens das Recht verliehen worden, alle drei Wochen einen Jmmediatvortrag beim Kaiser zu halten.

Zur Duell frage ergreift der frühere Kölner Oberlandesgerichtspräsident Tr. Hamm-Bonn in der Jur.-Ztg." das Wort. Er erkennt im Prinzip die Not­wendigkeit des Zweikampfes als eine Mutprobe in gewissen greifen an, befürwortet aber eine Einschränk­ung der gegenwärtig über das Duell geltenden Bestimm­ungen durch eine Erweiterung der Befugnisse des Ehrenrates.

Hamburg, 15. Febr. Tie Bürgerschaft faßte gestern abend, nachdem die Sozialdemokraten dadurch Obstruftion zu treiben suchten, daß sie bet jedem Paragraphen in der Einzelberatung geheime Abstimmung verlangten, den Be- chluß, das ganze Wahlgesetz wieder an einen Aus- ch u ß zur weiteren Beschlußfassung zurückzuverweisen.

M ü n ch e n, 15. Febr. Auf dem Anwesen des Ehemaligen Reichstagsabg. Sartorius in Musbach ließ gestern der Staats an walt die in dem bekannten Weinprozeß be­anstandeten und beschlagnahmten Weine in den Musbach laufen.

Heer nnd Flotte.

Berlin, 16. Febr. v. Hausmann, Generalleutnant und Oberquartiermeister zum Kommandeur der 16. Div., Frei­herr v. Gayl, Generalleutnant und Oberquartiermeister zum Kommandeur der 21. Division ernannt. Scholtz, General­major und Kommandeur der 25. Feldartillerie-Brigade, von Below, Generalmajor und Kommandeur der 4. Garde-Jn- änterie-Brigade in den ©eneralftab der Armee versetzt und zu Oberquartiermeistern ernannt. Fürst v. Hohenzollern, Generalmajor, Chef des Füsilier-RegimentsFürst Karl Anton von Hohenzollern" Nr. 40 L la saite des 2. Garde-Regiments, zum Kommandeur der 3. Garde-Infanlerie-Brigade ernannt. Straß, Oberst und Kommandeur de§ Jnf.-RegtS. Nr. 87, unter Beförderung zum Generalmajor zum Kommandeur der 85. Infanterie-Brigade ernannt. Graf von Blumenthal, Adjutant des Gouvernements Mainz unter Belastung seiner bisherigen Uniform zum pers. Adjutanten deS Prinzen Eitel Friedrich ernannt.

Ausland.

London, 15. Februar. Der Standard-Korrespondent in Petersburg übermittelt eine Meldung der russischen Zeitung Slowa", wonach China Vorbereitungen trifft, das Amur- gebict von Rußland zurückzuerobern. Infolgedessen hat Rußland militärische Maßregeln und den Bau neuer Grenzbefestigungen angeordnet.

London, 15. Februar. Die Unionisten hielten heute unter dem Vorsitz Balfours eine Versammlung ab. Eine Resolution, die Balfour das Vertrauen der Partei ausspricht, wurde einstimmig angenommen. Hugh Cecil legte die An­sichten derjenigen Gruppe dar, die für Zollfreiheit der Lebend mittel eintritt.

Paris, 15. Februar. Die Kammer setzte die Be­ratung der Altersversicherungsvorlage fort. (Soutane (lib.) beantragte, daß die Grundeigentümer, deren Pachtein- nahme nicht über 500 Franks beträgt, keine Beträge für die Altersversorgung der landwirtschaftlichen Arbeiter zu leisten brauchen. Der Antrag wird mit 332 gegen 206 Stimmen angenommen.

Paris, 15. Februar. In einer Versammlung der re­publikanischen Gruppen des Senats wurde Dube st mit 117 Stimmen als Kandidat für den Posten be§ Senatspräsi­denten designiert gegen 83 Stimmen, die auf Magnin sielen.

Zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit.

- Herr Reqierimgsrat Knöpfet in Darmstadt schreibt uns:

In Nr. 29. d. Bl. hat Hern: Tr. Koeppe ausqeführt, daß eine Hobe Säuglingssterblichkeit nicht auSlesend wirke, daß vielmehr die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit gleichbedeutend fei mit der Hebung des Gestmbheitszustandes des Volkes. Zur weiteren Bestätigimg dieser Behauptungen sei auf folgende zwei Tatsachen

folgenben Hebersicht zu ersehen ist.

1896/1900

1863/69

6,7

5

13

207

56

29

20

0 1

2 3

4

166

40

15

8,2

Prozentige Abnahme 20 27 48 58

bis unter 1 Jahr

,2 Jahren

, 3

- 4

in Hessen für die Kinder im Alter von

hingeroiesen.

1) Die Säuglingssterblichkeit ist im Großherzogtum Hessen seit 40 Fahren in steter Abnahme begriffen, zugleich aber auch die Sterblichkeit der Kinder im 2. bis 5. Lebensjahre, wie aus der Die Sterblichkeit betrug nämlich

5 ; 13 5,7 57

Bemerkt sei, daß in der vorstehenden wie auch in der spateren Tabelle die Sterblichkeit nach der Methode der Absterbeordnung berechnet worden ist. Die Sterbeziffern geben also an, wieviel von 1000 Lebendgeborenen, bezw. von 1000 Kindern, welche das betr. Altersjahr lebend antraten, im Laufe diese? Jahres starben.

Es ist also Tatsache, daß in den letzten 30 bis 40 Jahren die Sterblichkeit der Kinder int 2. bis 5. Lebensjahre sehr viel mehr

(nämlich um 27 bis 58 Proz.) abgenonimen hat, als diejenige der Säuglinge (20 Proz.). Trotz abnehmender Säuglingssterblichkeit im Zeitraum 1863 bis 1900, also auch trotz geringerer Auslese ist

die Sterblichkeit der Kinder in den nachfolgenden Altersjahren nicht bloß nicht gestiegen, sondern sogar noch heruntergegangen. Unb zwar gilt dies nicht bloß für die Kinder, sondern auch für alle höheren Altersklassen.

2) In der folgenden Hebersicht soll ein (Gebiet mit hoher Säug­lingssterblichkeit und ein solches mit niedriger Sterblichkeit ver­glichen werden. Gegenübergestellt sind die Gemeinden des Großherzogtnms mit mehr als 2000 und diejenigen mit weniger als 2000 Einwohnern, d. h. Stadt und Land. Im Zeitraum 1896/1900 betrug die Sterblichkeit der Kinder

im Alter von in der Stadt auf dem Lande

0 bis unter 1 Jahr 187 141

1: : : 3T i? S

2: : S : l h

Aus diesen Zahlen geht hervor, daß in den Städten die Säug­lingssterblichkeit wesentlich höher ist als auf dem Lande. Wenn nun hohe Säuglingssterblichkeit cmslefend wirkte, so wäre zu er­warten, daß sich die Sterblichkeit der Kinder nach dem Säuglings­alter tu den Städten günstiger gestaltete als auf dem Lande. Aber gerade das Gegenteil ist der Fall. Nicht bloß die Säuglingssterb­lichkeit, sondern auch die Sterbliebkeit der Kinder im 2. bis 5. Lebensjahre ist in den Städten höher als auf dem Lande. Der niedrigen Säuglingssterblichkeit auf dem Lande folgt also auch geringe Sterblichkeit der Kinder im 2. bis 6. Lebensjahre. Unb was hier nur für das Jahrfünft 1896/1900 in Bezug auf Stadt und Land nachgewiesen ist, gilt auch für jeden Zeitraum der letzten 40 Jahre.

* Kleine Tages-°!ir^"'' In Berlin wurden die beiden Kriminalbeamten, deren Verschulden es zuzuschreiben ist, daß eit mehr als 10 Tagen etwa 300 Kriminalbeamte Tag und Nacht utf der Suche nach dem Mörder Hennig sind, vom Amte uspendien. In Rixdorf bei Berlin wurde in der Wohnung eines Steinträgers die zum Teil verkohlte Leiche einer un­bekannten F r a u ge'unden. Ter Dampfer Neptun ist währeiid eines Schneesturmes in der Nordsee untergegangen. Die gesamte Besatzung von 46 Mann ist e r t r u n f e n.

Kirche rind Schule.

Wir erhielten folgende Zuschrift:

An die verehrliche Redaktion des Gießener Anzeigers.

Ihr Gewährsmann ist nicht genügend unterrichtet, wenn er meint, der Erlaß des Oberkonsistoriums betr. Verheiratung der Pfarramtskandidaten werdevon den Geistlichen ziemlich allgemein als em im Gesetz nicht begründeter Eingriff in die persönliche Freiheit der Geistlichen angesehen"^ Tas G^zenteil ist der Fall. Die m e i ft e n Geistlichen, selbst auch jüngere, erkennen es wohl an, daß es ohne Beschränkungen der persönlichen Freiheit in keinem Dienste, zumal nicht in dem öffentlichen, abgeht, und daß man von Dienern des Evangeliiims so viel Gemeinsinn ermatten könne, daß sie sich dem nicht nur fügen, sondern es auch einsehen. TaS Oberkonsistoriiim ist durchaus berech­tigt, zu beanspruchen, daß es in den zwei Jahren, in denen die Kandidaten ihm gesetzlich zur beliebigen Verwendung zur Verfügung stehen, darin nicht durch Rücksichten auf Familienverhältnisse be­schränkt werde. Daß das in hohem Maße der Falle wäre, wenn das Heiraten in diesen zwei Jahren freigegeben würde, kann gar kein Zweifel fein. Jede unerwartete Versetzung würde sehr schwer empfunden werden; sie würde unter Hmständen zu ganz unerträg­lichen Verhältnissen führen, und die Vorwürfe gegen die Behörde würden nicht aufhören. Ich sehe wirklich nicht ein, warum es etwas so Hnerhörtes fein soll, wenn die jungen Herren, die zum Teil, wenn sie in das Amt treten, noch nicht 24 ober 25 Jahre alt sind, zwei Jahre mit Heiraten warten sollen.

Hochachtungsvoll

I). Schloss er.

kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sexagesimae, Sonntag den 18. Februar. Katte-dtenff.

Irr der Stadtkirche.

Vormittags 91/, Hhr: Pfarrer Schwabe.

Vormittags 11 Hhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Schwabe.

Abends 6 Hhr: siehe Johanneskirche.

Abends 8 Hhr roirb imMatthäusfaal eine Mission?- versammlung gehalten werden, bei der der Sekretär der Basler Missionsgesellschast, Pfarrer Würz, reden roirb. Dazu werden vor allem die Mitglieder des Basler FrauenmissionsvereinS und die Sammlerinnen unb Geber der Basler Halbbatzenkollekte, ' sodann aber auch alle Missionsfreunde eingeladen.

Die Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend bet Markusgemeinde fällt aus wegen des Vortrags des Herrn Pfarrer Würz.

Montag, den 19. Februar, abends 8 Hhr: Vereinigung bet konfirmierten weiblichen Jugend her Matthäusgemeinde.

Mittwoch, ben 21. Februar, abenbs 6 Hhr: Vereinigung bet konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde.

Donnerstag, den 22. Februar, abends 8 Hhr, im Markus- saal, Kirchstraße 9: letzte Bibelstunde. 2. Korinther, Kap. & Pfarrer Schwabe.

In der Johanneskirche.

Vormittags 97, Hhr: Pfarrer Krau?.

Vormittags 11 Hhr: Kindergottesbienst für die Lukas» gemeinbe. Pfarrer Euler.

Abenbs 6 Hhr: Pfarrer Würz, Sekretär der Baseler Missions- Gesellschaft.

Abends 8 Hhr: Die Bibelbesprechung fällt aus.

Montag, den 19. Februar, abends 8 Hhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Lukasgemeinde. Tert: 1 Petr., 2, 1 ff.

Pfarrer Euler.

Katholische Gemeinde.

Samstag, ben 17. Februar 1906.

Nachmittags um 5 Hhr unb abends um 8 Hhr Gelegenheit zur heil. Beicht.

Sonntag, ben 18. Februar 1906.

Sexagesimae.

Vormittags von 61/., Hhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

um 7 Hhr: Die erste heil. Meffe, vor unb in der­selben Austeilung der heil. Kommunion.

um 8 Hhr: Die zweite heil. Meffe.

Militärgottesdienst mit Predigt.

um 9 2 Hhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 51/, Hhr: Predigt; darauf sakramentalisch«

Bruderschafts-Andacht.

Israelitische Religionsgemeinde.

Hottesdtein' in der Kynagoge (Sübanfage). Samstag, den 17. Februar 1906.

Vorabend 5.30 Hhr.

Morgens 9.00 Hhr.

Nachmittags 3.30 Hhr.

SchristerNLrnng.

Sabbathausgang 6.85 Hhr.

muß mir ober entschieden verbitten, daß Sie Ihren Husten in Permanenz erklären, Lehmann l Wer kann beim bas böse Bellen mit anhören I Aber was soll ich nur bagegen tun, Herr Chef? Bonbons hellen 11^1 mir nicht, zum Schwitzen fehlt mir Zeit unb Gelegenheit Ach was: 85 Pfg. haben Sie doch wohl übrig, nicht wahr? Na also, dafür kaufen Sie sich mittags auf dem Heimweg eine Schachtel Fay's ächte Sodener Mineral- 'S Pastillen unb die verwenden Sie dann nach Vorschrift.

Hnb morgen ist der Husten dann geniildert und übermorgen ist er vorüber. Sie sind in allen Apotheken, Drogen- unb gr | Mineralwafferhandlungen käuflich. hY*1/1*