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Briefkasten Oer Redaktion.
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begnügen mußten. Wal rlich flott^Kerle! Lebhafter Beifall in Nord und Ost, in Süd und West. .. .
Friedberg, 16. Jan. Der Berlin- Frankfurter Schnellzug 18 0, welcher früh 6 Uhr 65 Min. in Frankfurt eintrlfst,"überfuhr infolge offen steh ender Schranke in der Nähe von Dortelweil ein Fuhrwerk des Pächters P. Heß. Der Wagen wurde zertrümmert; Fuhrmann und Pferdc bIicbcn iinvcvlH;!.______ (A Gcn.-?ln^ü
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**sd. Ein Eiscnbahnschaffncr, wie er nicht sein soll, der 42 Jahre alte verheiratete Jost aus Frankfurt a. M., stand heute vor der Darmstädter Strafkammer wegen tätlicher Beleidigung. Im Herbst v. I. fuhr ein lojähriges Mädchen aus Arheilgen von dort nach Egelsbach. Unterwegs gesellte sich ein Schaffner 511 dem allein im Coups sitzenden Kinde und wurde zärtlich. Er küßte das Kind und führte unanständige Redensarten usw. Der Vater des Kindes zeigte den Vorgang auf der Station Arheilgen an, worauf eine Untersuchung eingeleitet wurde, die ergab, daß nur Jost als Schuldiger in Betracht kommen könne. Bei einer Gegenüberstellung bestätigte das Kind, daß Jost der betreffende Schaffner sei. Tas Schöffengericht in Langen verurteilte ihn zu drei Wochen Gefängnis. Der Angeklagte und der Staatsanwalt legten Berufung gegen das Erkenntnis ein, sodaß sich am Montag die Strafkammer mit der Angelegenheit zu befassen hatte. Rechnungsrat Krüger aus Frankfurt a. M: schilderte Jost als tüchtigen Schaffner, dem man eine solche Lat nicht zugetraut habe. Nach längerer Verhandlung beantragte der Staatsanwalt sechs Wochen Gefängnis, während der Verteidiger für Freisprechung plädierte. Das Gericht verurteilte den Jost zu G Wochen Gefängnis und zur Tragung der Kosten.
- Die Spinnstubenp 0 esic scheint bei den Burschen in Annerod nicht mehr genügend gewürdigt zu iverden. Eine betrübte jugendliche Dorfschöne schreibt uns darüber:
Am Sonntag abend war'S in den Spinnstuben an Burschen so mau, daß sich ieilweije die Mädchen mit den Hambelmännern
Wie gekräftigt
fühlt sich jeder, der nur einmal das von den bedeutendsten Professoren und Aerzteu verordnete PereO^EiaüTBBn versucht hat. Perdyna- min ist das wohlschmeckendste Kräftigungsmittel, Perdynauiin-Kakao das nahrhafteste und bekömmlichste Frühstücks-Getränk.
a 2.50 M. in den Apotheken.
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GießenerVerreHrSverHältnisse. Ert blich wieder einmal ein Wörtchen von den Gießener Verkehrsverhaltnissen, die Notiz des „(9. 21/ über die — result a t l 0 s uedmnene Be svrechuua in Frankfurt 0.! Und docl> will ev uns (dienten, ak ob auf diesem Gebiete enblidi einmal Wcfiiltate zu Tage ^iotder weiden müßten, soll anders unsere Vaterstadt nicht dauernd Schad leiden. Und die so nötige N e r l eg n n g der dem Verkehr übet all Hindernisse bereitenden 0 b e r h e s s i s ch en B ahn x r x I wahrlich nicht die einzige Frage, deren Losung hu bte Buluri t Gießens von Wichtigkeit i|r. — iSnttfam bekannt du i f > daß das benachbarte Wetzlar energisch bestrebt ist, ul wu schaft • liebem Wettbewerb mit > ießen, sich an Butzbach einen Bundesgenossen sn erwerben und auch de» nordölllichen ^annus seinen Interessen" dienstbar zu machen. Im Norden „gewinnt Marburg immer mehr Terrain, und von Süden her dmite das mächtig aufstrebende Friedberg infolge seiner vorzüglichen Bahnverbindungen bald den ganzen Verkehr aus der reichen Wetterau und dem auch nicht gerade armen westlichen Vogelsberg an sich gezogen haben — von Frankfurt ganz zu schweigen. Und was bleibt für Gietzen . Es liegt da mitten drm und muß, wie es scheint, ruhig zusehen, ivie ihm ein Interessengebiet nm,, dem anbcni entzogen wird ohne daß es Ersatz bekommt. Nichts hört man mehr vom Cleebaachahn yroieft, auf dessen Verwirklichung schon die Bodenverl-altmsie fördernd Hinweisen, ganz abgesehen davon, daß die Lewopnei des Cleebaaitales selbst aus nnrtschastlichen Gründen eine Verbindung mit Gießen wünschen und nicht mit Wetzlar, etujiffc eS von der Bahn Gießen-Beuern, still von der Lerbindung Mucke Ulrichstein. Sollte Gießen wirklich schon so stark sein, um Die Kloniürrcnz der üben genannten Städte nicht furchten zu müssen? Oder kann es wohl von der Universität und einigen Behörden allem leben? Oder wünscht es gar für seine Mauern und Straßen die weihevolle Ruhe einer vornehmen Penfwnopolls? Das Dürften denn doch gefährliche Möglichkeiten sein, und aus einer .splendid isolation' dürste unserer Vaterstadt nur geringer Nutzen erblühen. Darum sei allen, denen die Zuiünst Gießens am Herzen liegt, und die etwas für sie tun tonnen, die Mahnung zu gerufen: videant, ne quid detrimenti res publica
zieher vor den Schranken der 2. Strafkammer zu DcrnnhcoTtcrt,i Ter Anklage, die bereits vor dem Charlottenburger Schöffen^ gerteilt verhandelt lvorden war und mit der Verurteilung De® Tänzerin zu 150 Mark Geldstrafe geendet hatte, liegt ein heftiger? Auftritt zugrunde, den Isidora mit dem Gerichtsvollzieher- Rabsch gehabt hatte. Die schöne .<if; hatte einen neuen Chor>f leiter angenommen, aber bald wieder entlassen. Daraus war» eine Klage entstanden, in deren Verlauf der Gerichtsvollziehern bei der Beklagten etwas abzugeben halte. Er legte der Be-I klagten die Papiere vor, wobei er |iüj niedersetzte. Deswegen! n-urde er, wie er heute als Zeuge angab, grob angefahren, und! als Frl. Duncan ihre Unterschrift unter das Schriftstück gefeßti hatte, fügte sie hinzu, er sei ein unverschämter Kerl und solle, nun gehen. Er bemerkte jedoch, daß noch ein Schriftstück! zu unterzeichnen sei, woraus ihm die Miß erregt zurief: wenn! er nicht sogleich herausgehe, werde sie ihn hinauswerfen lassen.^ Aber auch die zweite Unterschrift wurde noch geleistet. Aber! als er dieses in seine Lasche tun wollte, ging ganz plötzlich und unerwartet erst der Sturm WS. Das Fräulein zerriß ohne, jeden Grund das Aktenstück in tausend Fetzen,: öffnete die Korridortür und sagte mit einer entsprechenden Hand- bewegnng zu dem Beamten, sie werde die P i st 0 l e holen und ihn n i e d e r s ch i e ß e u, ivenn er jetzt nicht sogleich das Zimmers verlasse. — Gegen das Urteil des Sclwffengerichts hatte Isidora Berufung eingelegt. Sie ist 1880 in San Francisco geboren: und wohnt seit zwei Jahren in Chariottenburg. Der Verhandlung brachte die Tänzerin nur wenig Interesse entgegen. Im ein mitgebrachtes Buch war sie^ so lange vertieft, bis i^rj der Vorfitzende dies untersagte. .Der Staatsanwalt beantragte 500 Mark Geldstrafe, das Gericht beließ es jedoch bei der Strafv von 150 Mark. (Nachdruck verboten.)
tzmgesanot.
(Für den Inhalt der unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Im Interesse der allgemeinen Sicherheit möge Folgendes beri Oefsentlichkeit bekannt werden: Ms am Sonntag abend gegen 7 Uhr mehrere Gießener Herren den Heimweg von Staufen* berg nach Lollar antrateu, wurden sie noch i n u e r h a l bs des Ortes von einer Rotte roher Burschen hinterrücks überfallen, wobei einer der Herren in gröblichster Weise tätlich verletzt wurde. Bald daraus flogen Steine und Prügel an den Herren vorüber, glücklicherweise ohne jemanden zu verletzen. ES ist unbegreiflich, daß solch' rüpelhafte Exzesse inmitten eines so besuchten Ausflugsortes überhaupt möglich sind.
Wird die Ortsbehörde in Zukunft derartige Ausschreitungen.' verhindern können, damit nicht der gute Ruf ihres Ortes eine Einbuße erleidet?
Tcu künstlerischen Gesichtspunkt im Städtebau betont eine Eingabe, die der Durer-Bund an die Stadtverordneten Dresdens gerichtet hat, weil dort der Erlaß einer neuen Bauordnung bevorsteht. Es wird einleitend als selbstverständlich hin gestellt, daß die neue Battordnung dem künstlerischen Hausbau weit eutgegeukomme. Die Baugesuche sollen vom künstlerischen Standpimkt betrachtet werden, damit ein individuelles Schaffen zur Erzielung von neuen künstlerischen Einzelschönheiten int Stadtbilde möglich werde. Hand in Hand damit erscheint es als wichtigste Forderung, daß Stadt- bebauungspläne von Künstlern aufgestellt werden, die malerische Städtebilder gewährleisten und verhindern, daß alle neuen Bauguartiere einander gleich sind, gleichviel in welcher Stadt sie entstehen, lieber die generellen Bebauungspläne hinaus wird es als wünschenswert erachtet, für bestimmte wichtige Stellen der Stadt, bei freien Platzanlagen, in historischen Stadtteilen und in der Nähe hervorragender Gebäude auch deu Aufriß, die künstlerische Durchbildung vorher planmäßig festzulegen. Ideen, Pläne und Ausichtszeichnungen, wodurch eine gute Gesamtwirkung verbürgt wird, sollten durch die städtischen Behörden int Wege des öffentlichen Wettbewerbs unter Künstlern beschafft werden. Für die Gewährleistung durchdachter Pläne wird dieser Weg als ntannigfaltiger und weniger kostspielig empfohlen, als wenn etwa der E-esuchsteller bei Bebauung eines Grundstücks selbst die Pläne mit großem Aufwand beschaffen soll und bann vielleicht von seinem Architekten ungeschickt beraten wird, sodaß seine Pläne nicht angenommen werden können.
Zwei technische Fragen von hoher Wichtigkeit bilden gegenwärtig in den Kreisen der Architekten und Aesthetiker den Gegenstand besonderen Interesses: das verputzte Mauerwerk und Eittfriedigung von Holz. In manchen Bauordnungen ist beides verboten, in anderen nur das letztere. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß die Zulassung hölzerner Einfriedigungen prächtige und originelle Lösungen ermöglicht. Schon die Verringerung der monotonen gußeisernen Stabgitter wäre ein Gewinn. Weiter wird gegenüber den Baufluchtlittien eine größere Beweglich kett gewünscht. Die genaue linealgemäße Anordnung freistehender Häuser darf nicht zur bieget gemacht werden.
Endlich tvird der heute sehr vernachlässigten Tachaus- bilbung erhöhte Aufmerksamkeit zuznwenden sein. Tie künstlerische Ausbildung der Schornsteine wird heutzutage kaum berücksichtigt. Ebenso wird der Durchbildung der Dach- enster größeres Gewicht beizulegen und auch dabei größere Freiheit als bisher zu geben sein.
Solche Bestrebungen werden sich hoffentlich nicht auf ausgesprochene Kunststädte wie München und Dresden be- chränken.
Isidora Duncan vor Gerücht.
S. u. H. Berlin, den 15. Januar.
Tic bekatmte Barfußtünzerin Isidora Duncan hatte sich heute ivegen eines Rencontres mit einem Gerichtsvoll'
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