Ausgabe 
15.5.1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 1L3 Zweites Blatt

156. Jahrgang

Dienstag 15. M-ü 1906

Erscheint ttsllch mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener Samilicnbläiler" werden dem Anzeiger Biennal wöchentlich beigelegt. Der EHesfisch« Landwirt' erscheint monatlich einmal.

Giehener Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der BrÜhttsctzsn UnwersitätSdruckeret. R. Lange. Dietz«.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulftr.K, Tel. Nr. 61. Telegr^Adr.: Anzeig« Lied«.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen.

Deutschland und Ungarn.

Fast gleichzeitig haben drei ungarische Minister sich über die Beziehungen Ungarns zum Deutschen Reich ausgesprochen und eS kann mit Befriedigung festgestellt werden, daß die Leiter der ungarischen Politik, auch nach dem großen Wahl­sieg der UnabhängigkeltSpartei in dem Bündnis mit Deutschland die Grundlage der österreichisch­ungarischen Politik erblicken. Vor allem hat sich Franz Kossuth, der ungekrönte König Ungarns, dem Korrespondenten eines ausländischen Blattes gegenüber in diesem Sinne aus­gesprochen. Kossuth sagte:

Diese Aeußcrungen (nämlich die abfälligen Bemerkungen mehrerer ungarischer Zeitungen über die Reise des deutschen Kaisers nach Wien und das deutsch-östrreichifche Bündnis) spie­geln nicht die allgemeine Anschauung Ungarns! wieder, das immer fort von dein Bewußtsein durchdrungen lvar, daß ein gutes Verhältnis mit Deutschland ein hervorragendes Interesse Ungarns ist. Tiefes Interesse ist teils ein politisches, teils ein wirtschaftliches. Vom politi­schen Standpunkt aus ist es sehr natürlich, daß wir die, Freund­schaft jener benachbarten Großmacht suchen müssen, auf die wir uns urrter den voraussichtlichen Verhältnissen am ehesten stützen können. Vom wirtschafllicl>en Gesichtspuntle aber ist Teutscl)-- land nach Oesterreich unser größtes Absatzgebiet und Deutschlands Jreundsäwit ist selxon aus diesem Grunde allein von größter Wichtigkeit -für uns. T-ies ist der Standpunkt Der Regierung, an dem sie festhält in der sicheren Ueberzcugung, daß dies im Interesse Dc-_. Landes liege und die maßgebenden Kreise in Deutschland einsehen werden, daß es notwendig sei, den Inter­essen und berechrigten Wünschen Ungarns gegenüber sreund- schastlicbe Zuvorkommenheit zu bezeugen. Man kann nicht leugnen, daß Deutschland eben zu dem Zeitpunkte, als die politische Situation in Ungarn so war, daß die ungarische Negierung nicht befugt war, im Namen des Landes gesetzliche Verhandlungen zu pflegen und Verträge abzuschließen, daß Deutschland gerade damals auf den Begum der Tarisverhandlungen drängte und dieS in einer Form, die eine offeneundflagranteBer- letzung des bestehenden ungarischen Gesetzes bedeutete. ES ist wahr, biß es fremden Staaten nicht zukommt, sick in interne Angelegenheiten Ungarns einzumischen, aber es ist auch wahr, daß Staaten ebenso wie einzelne Individuen verpflichtet such, zu unter rud)en, ob die, mit denen sie in bestimmter Ange­legenheit Verhandlungeü pflegen, hierzu auch berechtigt sind. Dies ist doppelt notwendig gewesen und wäre auch im Verlause der auf ein Zvllbündnis abzieleichen Verhandlungen möglich geivefen, bei denen Italien den richtigen Weg einschlug, in­dem es erst einen auf kurze Zeit lautenden provisorischen Ver­trag abschloß, während der enbgiltige Vertrag erst unter dem Ein­fluß des deutschen Vertrages zustande kam. In Ungarn wurde das Drängen^ Deutschlands nach Kündigung des Vertrages als eine Mitwirk^ tg bei der Erschwerung der Lage Ungarns anfgefaßt. Dies ist ni>j$ die Auffassung der ungarischen Regierung, die wohl weiß, oaß das Drna^rn der deutschen Regierung nicht aus dem Grunde erfolgte, um der ungarischen Verfassung neue Schwierigkeiten zu bereiten, sondern einfach deshalb, weil der mit unserer, aus zwei Staaten bestehenden Monarchie, zu schlie­ßende Vertrag ein Glied ......r tzandelSvertragskette war, die

zusammen und gleichmäßig uem deutschen ReiaMagc vor gelegt wird, und der deutschen Auffassung gemäß unsere Schwierigkeiten einen genügenden Grund dafür boten, daß ein Glied dieser Vertragskette im deutsckfen Reichstage schwach und verwundbar sein könne. Mit einem Worte: Deutschland verfolgte eine stark nationale und den Interessen der übrigen Staaten gegenüber egoistische Politik, ohne iedoch Ungarn gegenüber ein besonderes Ziel zu verfolgen. Wenn der deutsche Handelstertrag hoffentlich bald zum Gesetz wird, und daS wirtschaftliche Verhältnis zwischen Ungarn und Deutschland wieder seinen normalen. Gang nimmt, werden die aus 'den obigen Tatsackfen entspringenden bitteren Gefühle auch versckminden. Auf die Frage deS Korrespondenten, ob die Wiener Reise des deutschen Kaisers mit dem Gedanken an eine Aktion der äußeren Politik in Zusammenhang gebracht werden könne, sagte der Minister, er glaube, der Besuch des deutschen Kaisers sei ein mit der Konferenz von Alge­ciras zusammenhängender Akt der Courtvisie, nichts weiter. Auf die Frage, weshalb die ungarischen Blätter gerade jetzt diese Fragen aufwerfen, antwortete Kossuth: Ich finde keinen Zusammenhang zwischen diesen Erröterungen der Presse und dem Besuche des deutschen Kaisers, da jene Fragen schon zu einer Zeit besprochen wurden, als der Plan des Besuches des deutschen Kaisers noch nicht publik war. Im übrigen wird die Presse meiner Meinung nach bald einsehen, daß es richtiger ist, keine solchen Fragen aufzuwerfen, gerade zu einer Zeit, wo der deutsche Kaiser zur Dokumentierung des bestehenden freundschaft­lichen Verhältnisses unseren Monarchen besuchen und dessen Gast sein wird.

Ganz in demselben Sinn äußerte sich Ministerpräsident Wekerle in einer Rede, die er gestern vor seinen Wählern in TemeSvar hielt:

Ich bedauere, daß ein Teil unserer Presse gegen den Staat, mit dem wir nicht nur in wirtschaftlicher Beziehung, sondern auch in politischer in engster Verbindung stehen, in letzter Zeit eine Campagne eröffnete, welche, wenn nicht Mäßigung eintritt, zu einem Preßkriege und infolgedessen zur Erkaltung unserer Beziehungen führen muß. Denn die Kraft der Bündnisse liegt nicht so sehr in den Verträgen, als in der Uebereinftimmung der Gefühle der Völker. Mit diesem heiklen Thermometer mu6 man sehr vor­sichtig umgehen. Jede Partei mit Ausnahme eines kleinen Brllchteiles billigt dieses Bündnis, welches nicht nur eine Garantie des Friedens, sondern auch ein Grund­pfeiler unserer auswärtigen Politik ist. Wir müssen diesem Bündnisse nicht nur alle abenteuerlichen Versuche, sondern auch alle meines Wissens völlig unwahren Gerüchte fernhalten, als ob irgend eine Einmischung von Seiten Deutschlands in unsere inneren Angelegenheiten erfolgt wäre. (Lebhafte Zustimmung.) Ich drücke hier die Uebeneugung aus, daß die Monarchie auch weiterhin ein gleichwertiger Faktor des deutschen Bündnisses zu bleibeii wünscht.

Etwas kühler, aber immerhin korrekt und befriedigend sprach sich über den gleichen Gegenstand Justizminister Polonyi vor seinen Wählern in Ungvar aus:

In internationalen Verträgen ist die Jnteressenfrage domi­nierend und zurnal in kleineren Staaten. Die Nalionei: lösen an: richtigsten ihre Anfgabe bezüglich der internationalen Verhältnisse, wenn'sie in Rücksicht auf die Zukunft solche Bundesgenossen suchen, die ihnen die Garantie bieten, daß ihre nationale Selbständigkeit rind staatliche Unabhängigkeit nicht mir nicht gestört, sondern ent­wickelt werden wird. Wenn der Dreibund, zumal das Deutsche R e i ch, Ungarn in jenen Bestrebungen u n t e rstützen w i r d, so daß bei allem Festhalten an Den vertragsmäßigen Verhältnissen iinjerc nationale Selbständigkeit seitens Deutschlands eine Förderung findet, dann kann Deutschland unsererseits ßuiWcgcn» djcnste rechnen. Allein wir geben nur in Erwartnng von Gegen­leistungen einen Vorschuß des Vertrauens. Die, welche entschlossen

sind, dem ungarischen Staat und der Nation kein Entgegenkommen zu beweisen, können auch van uns nicht Dienste erwarten. (Leb­hafte Zustimmung.)

Aus SraOt uuo fcatto.

Gießen, den 15. Mai.

** Die Meisterprüfungen im Handwerk! Im Laufe des Sommers finden, bei den drei MeisterprüfungS- kommisfionen im Großherzogtum Hessen die Prüfungen zur Erlangung des Meistertitels im Handwerk nach § 133 der Neidsgewerbeordnung inieder statt. Es sei hier darauf aufmerksam gemacht, daß alle die, welche sich nach dem 1. Oktober 1901 selbständig gemacht haben, die Meisterprüfung ableg en müssen, wenn sie den M e i ft e r t i t c [ (z. B. Schreinermeister, Maurermeister, Bäcker­meister usw.) führen wollen. Eine andere Art der Erwerbung desselben, wie vielfach angenommen, etwa durch Verleihung oder Berechtigung zur Fül/rung, wenn jemand eine Reihe von Jahren sein Geschäft selbständig betrieben hat, gibt es nicht, nur durch Ablegung der Meister­prüfung kann der Meistertitel erworben werden. Die Anmeldungen sind möglichst bald an die Vorsitzenden der PrüfungsLommissionen gelangen zu lassen. Um vielfache Anfragen gleich zu beanthrorten, sei darauf hingewiesen, daß Wüisick« hin­sichtlich des Termins der Abhaltung Der praktische!'. Prüfung je nach den Verhältnissen in Den einzelnen HanDwcrkszweigen bei Den VvrsitzenDen Der Prüfungskommissionen vorgebracht werden können, denen auch tunlichst Rechnung getragen roird. Jeder Handwerker, der sich selbständig macht, hat besonderes Interesse daran, die Prüfung abzulegen, führt et doch vor einer staat­lich hierzu bestellten Kommission Den Nachweis, Daß er befähigt ist, fein (Gewerbe auSzuüben. Aber auch Die Gesamtheit hat einen nicht zu unterschätzcnDen Vorteil, da schon äußerlich durch ine Führung des Meistertitels derjenige zu erkennen ist, der den Nachweis seiner B.sähigung erbracht hat. Daß aber auch seitens der Prüfungskommissionen pwohl auf praktischem wie auf theo- retifd>em Gebiet von den Prüflingen etwas verlangt wird und bei nicht genügenden Kenntnissen und Fertigkeiten im Handwerk auch mit Strenge versahren wird, beweist der Umstand, daß im letzten Jahre von 151 Geprüften 27 nicht bestanden haben, welche die Prüfung wiederholen müssen. Wie es sonach im In­teresse einer wirvschaftlidni Stärkung des Handwerks notnxnDig ist, daß sich jeder, der sich selbständig macht, der Meisterprüfung unterzieht, so ist es auf der andern Seite auch eine Aufgabe des Staats, der Gemeinde und Der Gesamtheit, die geprüften Handwerker durch Zuwendung der Aufträge und durch sonstige Berücksichtigung zu unterstützen und zu fördern. Schließlich sei noch darauf hingewiefen, daß die unbefugte Führung des Meifter- sitelS mit Geldstrafen bis zu 150 Mark bestraft wird.

** lieber den Stand der vielbesprochenen Reinhardschen Millionenerbschaft wird uns neuer­dings folgendes mitgeteilt: Der Gesundheitszustand des Herrn S. Leiberg in Leipzig, dessen Bemühungen die Feststellung der Existenz der Erbschaft tatsächlich gelungen ist, hat sich nun wieder soweit gekräftigt, daß Herr L. voraussichtlich im Stande sein wird, in den nächsten Wochen sich mit seinem llrkundenmaterial nach London zu begeben, um die An­gelegenheit ihrem Ende entgegenführen zu können, das, wie man nach Lage der Sache mit Bestimmtheit hoffen kann, für die sich legitimierenden Erbinteressenten günstig werden soll.

** Der Frühling hat nun seine Herrschaft eudgiltig angetrcten und die drei Eisheiligen scheinen auch Leine merkliche Abkühlung der Temperatur zu bringen. Das herr­liche Wetter -lockt auch die schlimmsteu Stubenhocker ins Freie. Wir stehen mit einem Schlage.auf dem Höhepunkt des Frühlings. Ein Zeichen hiervon ist auch, daß der Flieder bucht. Gärten und Anlagen strömen den süßen schweren Duft der weißen und violetten Blütentrauben aus; mächtige Sttäuße schmücken die Zimmer und mit Wohl­behagen ahnet jeder das köstliche Lenzparfüm ein. Der Flieder, ein Kind des Orients, hat sich schon seit Jahr­hunderten Heimatsrecht bei uns erworben. So sehr wir uns aber- auch an dem zarten Aussehen des Flieders im nördlichen DeutschlandSpringe", hierzulandeNägel- chesblumen" genannt erfreuen und uns an dem lieblichen Duft ergötzen, sollten wir es doch vermeiden, Fliedersttäuße in unserm Schlafzimmer aufzustcllen, der Blumen Rache, in Gestalt heftiger Kopfschmerzen, bleibt sonst gewiß nicht aus. Auch sollte man die Unsitte bekämpfen, Maiblumen in den Mund zu nehmen, denn sie enthalten Gift.

/^Butzbach, 14. Mai. Als heute nachmittag die Mitglieder des Wirtevereins von Butzbach und Umgebung mit einer Anzahl Fuhrwerken im Umzug durch die Stadt im Begriffe standen, einen Ausflug nach Niederkleen zu machen, ereignete sich in der Wetzlarerstraße ein bedauerlicher Un­fall. Der 73 jährige, etwas schwerhörige Joh. GricSfellcr trat aus seiner Behausung heraus, um dem Zuge nachzu­sehen, als ein etwas zurückgebliebenes Fuhrwerk eines hiesigen Gastwitts in scharfem Trab dem Wagcnzug beizukommen suchte. Der bedauernswerte alte Mann wurde überfahren und erheblich am Kopf und an der linken Hand verletzt. Bewußtlos wurde Griesfeller in seine Wohnung getragen.

Butzbach, 14. Mai. DerGemeinnützige Bau verein", der einer der größten Gläubiger der durch die bekannte Unterschlagungsastaire geschädigten Sparkasse ist, hat den Sanierungsplan, wonach jeder Einleger auf die Zinsen von einem Jahr verzichten soll, nicht anerkannt und es steht der Zusammenbruch der Kasse bevor, sofern nicht noch in letzter Stunde ein befriedigendes Uebereinkommen einer heute Abend stattfindenden Generalversammlung des Bau- vcreinS mit der Sparkasse zu stände kommt.

Osthcim bei Butzbach, 13. Mai. Gestern wurde auf hiesigem Rathaus unter dem Vorsitz des Landgcrichtsrals Schmidt von Gießen in einem Lokaltermin in der folgenden interessanten Haftpflichtsache ein gerichtlicher Vergleich herbeigeführt. Der Landwirt Heinrich Müller II aus Langenhain war an einem heißen Sommertag schon zu vor­gerückter Stunde mit seinem Fuhrwerk auf dem Wege von Butzbach nach Hause, als ihn unterwegs der Sattler Georg Häuser bat mitfahren zu dürfen, was Müller, obwohl er große Eile hatte, gerne erlaubte, indem er dem ersteren einen Platz neben sich einräumtc. Mim Verlassen des Wagens wollte es das Unglück, daß das Pferd ausschlug und Häuser

an einem Bein derart getroffen wurde, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Häuser machte nun vor Gericht eine Schadenersatzforderung von 2000 Mark geltend mit der Begründung, daß er durch diesen Unfall voraussichtlich über­ein halbes Jahr arbeitsunfähig sei und er überhaupt nicht darauf aufmerksam gemacht worden sei, daß das Pferd , schlaget Rach mehreren Gerichtsverhandlungen wurde nun gestern ein Vergleich geschloffen, wonach Müller an Häuser 400 Mark als Entschädigung und die Hälfte der entstandenen Gerichtskosten zu zahlen hat. Die Kosten für Arzt und An- walt hingegen trägt der Kläger selbst._______________________

Handel rind Verkehr, Volkswirtschaft.

Märkte.

Gieße«, 15. Mai. Marktbericht. Auf beuligeiik Wocbenmarkte foHetcn: Butler pr. Pfd. 1.151.20 Mk., Hühnereier 1 St. 67 Bfg^ 2 ^Ltck. 0000 Psg., Gänseeier 0000 Pfg., Eiileneier 7 Pfg., Käse pr. Stck. 68 Pf., Kasematte 2 Stck. 56 Pfg. Erbsen p. Pfund 22Pfg., Linsen p. Pfund 32Pfg., Tauben pr.Paar0,60l,00Mk., Hühner pr.Sl. 1,001,60 'Dir., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 0000 Pfg., Ochsensteifch pr. Pfd. 7684 Pfg., Kuh- uiiö Rindfleisch pr. Pfund 7072 Pfg,, Schweine- fleifch pr. Pfund 8690 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Pfg,, Kalbfleisch pr. Pfd. 7080 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 0080 Pfg. Welfche per PfundKartoffeln pr. 100 Kg. 6,000,00 Mk., Zwiebeln pr. Zrr. 6,008,00 Ml., Milch per Liter 20 Psg., Aepfel per Pfund 35 bis 50 Pfg., in Körben 00 Pfg., Nüsse 100 Stuck 50-00 Psg., Birnen per Psd. Mk. 0.000.00, Weißkraut per Stück 2030 Pfg., per Zentner Mk. 0.000.09. Marktzeit 71 Uhr.

fc. Frautfnrt a. M., 14. Mai. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarklpre rs e. Weizen Mk. 19.0000.00, Kurheffischer Ml. 19.2600.00, La Plata 'Dit. 19.5020.60, Kansas Mk. 19.2520.25, Roggen (hiesiger) Dlt. 17.2517.60, Gerste (Wetterauer) Mk> 17.2617.76, Franten- felder Mk. 17.7618.25, Hafer 16.7518.00, Mais Mt. 12.2613H0, Weizenmehl 27.5028.00, M. 0000, 2. Qualität Mk. 25.00 bis Mk. 26.00, 8. Qualität Mk. 23.0023.50, Roggeiunehl 0 Mk. 25.00-26.25,1. Qualität Dck. 23.0024.26, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mf. 10.50, Roggenfleie Mk. 11.0011.50, MaiSkeime Dir. 12.00 bis Mk. 12.25, Franken, Pfälzer, Ried Dir. 17.2518.26. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M., 14. Mai. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen Der heutigen Biehmarkt- preije. Zum Verkaufe standen: 634 Ochsen, 177 aus Oest­reich, 92 Bullen, 1 ans CeftexTcid), 826 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 13 aus Dänemark, 242 Kälber, 832 Schafe und Hämmel, 1535 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 7173 Mk., 2. Qual 63-65 Dir., 3. Quäl. 56-60 Dir.; Bullen l.Qual. 65 bis 67 DIL, 2. Qual. 62-64 Dlt.; Kühe 1. Qual. 70-71 Dlt., 2. Qual. 6466 Mk., 3. Qual. 44-46 Mk, 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 0000Mk. Kälber: 1. Qual. 9095Psg., Lebendgewicht 5456 Pf., 2. Qual. 7885 Pfg., Lebendgewicht 4550 Pfg., 3. Qual. 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 6065Pfg., Schafe: l.Qual. 7880, 2. Qual. 7072 Pfg., 3. Qual. 0000 ';3fg.; Schweine 1. Qual. 6768 Pfg., Lebdgew. 52ch053.50 Psg., 2. Qu.6566 Pfg., Lebend- gen). 5151.50 Pfg., 3. Qual. 5658 Pfg. Geschäft: bei Hom- viel) gedrückt, Ueberstand bedenkend, bet Kleinvieh mittelmäßig, fein Ueberstand.

Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise

am 14. Mai 1906. _______________

LmiWter WeWrik. JöSfij

stets lieserf. vorrätig. Man verlange Preis' sie und Abbildungen. [bl8/<

Höchste Schlachlviehpreise in F r a n f f u r t a. Dl.

Fleifchpreise in Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 7173 Mk.

2 Kg. Schlachtgew. 9095 Pf.

____-_______67-68,,

J/, Kg. 76-84 Pfg.

7, , 7080 , 7, , 86-90

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Weizen loo Kg. 60.0000.00 Mk. Roggen 100 Kg. 00.00-00.00 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 54 Psg.

Schwarzbrot 2 Kg. 50 Pig.

Es ist das billigste und beste blut­bildende Nähr- und Kräftigungs­mittel und leistet am meisten!

Die Allgemeine Medizinische Zentral-Zeitung Berlin 1905 schreibt in Nr. 21 und 22 überTie künstliche Ernährung mit Bioson nach schweren Operationen und langem Krankenlager". Ein weiterer Vorteil der Biosonkur besteht darin, daß man das Präparat sowohl in der Praxis aurca wie in Der Armenpraxis verwenden iann, denn es erfüllt in beiden Fällen alle an ein solches Präparat gestellte Anforderungen, Denn der empfindllchstcn hysterischen Tarne läßt sich daS Getränk in einer Weise be­reiten, daß bisher keine meiner vielen, oftmals sehr wähler­ischen Patientinnen es zurüelgcwicsen hat, und für Den Armen ist eS ein billiges Nährmittel, Das Derselbe vor allem braucht, unD das ihm auch von jeder Krankenkasse gewährt wird. GeraDc and) für die Krankenkasse ist Das Bioson ein überaus brauch­bares Medikament, Denn es kostet am wenigsten von allen derartigen Präparaten und leistet am meisten. Ter Vorzug der guten Wirksamkeit ist nun aber doch der wichtigste von allen und er allein schon würde das Präparat zu einem Der wert­vollsten dieser Karegorie machen, selbst wenn aud) alle die ge­nannten Nebcnumstände fehlen würden. Tie Wirkfamkeit des Biosons ist eine zweifache. Gerade in dieser Hinsicht zeichnet fid) das Bioson vor anderen Eiwcißpräparaten, wie dem Plasmon, Tropon usw. aus. Diese doppelte Wirlsamkeit besteht einerseits in einer direkt ernährenden Wirkung, roekbe erzeugt wirD durch das im Bioson enthaltene Eiweiß, Das Casein, welches ein überaus leicht assimilierbares Milcheiweiß darstellt. Turd) die direkte Aufnahme des Eitveißes wird Dem Organismus Die fehlende Kraft ergänzt und cs wird Dadurch der Ernährungs- und KräfteznstanD gcljoben und gebessert."Dian gewahrt diese Besserung des Ernährungszustandes an Kranken schon bald nach Dem Beginn Der Kür. Neben dem Eiweiß Des Biosons allein übt auch der Kakaozusatz uno Die Milch, welche neben dem Bioson verabreicht wird, förDernd für die Ernährung. Ter andere wichtige Faktor ist iit dem in leicht annullierbarer Form int Bioson enthaltenen Eisen gelegen, denn neben dem Eilveiß erhält der Kranke 0,42 Proz etil Eisen zugcführt, in einer Form, welche selbst bei Dem schwächsten Dlagen feine BeschwerDen hervorruft."

Bioson ist erhältlich in Den Apotheken unD Drogerien Das halbe Kiiopaket zu Drei Mark unD lasse man sich kostenlos vom Biosonwcrk Bensheim a. D. Bergpr. bie Broschüre von Dr. Rotz, 'schulde zur weiteren Information kommen.