Nr. 62 Drittes Blatt 156.Iahrgarrg Mittwoch 14. März 1966
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^nxdqcr^we^^Wntlicb beigelegt. Der U^Ä B^L, U |L <££1 P X Redaktion.Expedition u.Druckerei-. S»ulNr.V.
^helstschr Laadwttl" erscheint monallich einmal. IS ▼ kJ tp h^l V V Del. Nr. bl. Lelegr.-Abr.: Anzeiger Gieß«».
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
tzine Ehrentafel für unser FLegiment.*)
Am 27. Februar dS. IS., dem Jubeltage der silbernen Hochzeit I. M. dc§ Kaisers und der Kaiserin wurde int Offizierskasino des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 zu Gießen in Gegenwart des gesamten Offizierskorps, dessen Tarnen und einiger Freunde eine Gedenktafel der auf dem Felde der Ehre gebliebenen Offiziere des Regiments in feierlicher Weise enthüllt und hiermit ein langgehegter Wunsch aller Beteiligten verwirklicht. Herr Oberstleutnant v. Conta gedachte bei der Uebergabe für den nach Berlin befohlenen Herrn Regiments- kommandeur in warm empfundenen Worten der weihevollen Stunde. Die Gedenktafel ift durch den Spezialmaler für Photographie, Herrn Moritz Vathe zu Berlin SW. Wilbelms- höhe 10, wahrhaft künstlerisch hcrgestellt. Herrn Maler Pathe, welcher bereits für das 1. Garde-Feldartillerie-Regiment eine gleiche Tafel und für das Insantcrie-Regiment Graf Roon dessen Kommandeure gemalt hat, war eine besonders schwierige Aufgabe gestellt worden. Zur Herstellung der Porträts konnten ihm seitens deS Inf.-RegtS. Kaiser Wilhelm nur kleine in der Regimentsgeschichte vorhandene Photographien zur Verfügung gestellt werden. Trotzdem ist es dem Künstler gelungen, Porträts im Größenverhältnis 26 zu 32 cm zu schaffen, deren Aehnlichkeit mit ihren Originalen als geradezu hervorragend allgemein anerkannt wird.
Die Bildniffe stellen dar:
Hauptmann König er, gefallen 17. 7. 1866 bei Frohnhausen Hauptmann Kolb, gefallen 13. 7. 1866 bei Weiler Major Gräff, gefallen 18. 8. 1870 bei St. Privat Oberleutnant Kißner, gefallen 18. 8. 1870 bei St. Privat Leutnant Steinberger, gefallen 18. 8. 1870 bei St. Privat Leutnant d. Res. Gail, gefallen 18. 8. 1870 bei St. Privat Leutnant d. R.Ku llma nn, gefallen 18. 8.1870 b. St. Privat Hauptmann Weber, gefallen 31. 12. 1870 bei Bonny Hauptmann Bartsch, gefallen 10. 4.1901 bei Peking (China).
Die neun in Medaillonform gehaltenen Portrats sind auf rotem Grunde geschmackvoll gruppiert, reiches Lorbeer- gcäst in höchster Naturtreue und in bewundernswerter Fein- heit gemalt, umrankt die Medaillons.
Zwei, die beiden unteren Ecken der 1,92 hohen und 1,31 m breiten Tafel ausfüllende Landschaftsbilder versetzen uns auf die vom Regiment heftig umstrittenen Teile des Schlachtfeldes vom 18. August 1870, in die Gegend deS Bois de la Cuffe, mit dem Denkmal der Großh. Heff. 25. Division, und der Ferme ChampenoiS. Zwischen beiden sind würdig, aber nicht aufdringlich das eiserne Kreuz und das Hessische Militär-Verdienstkreuz eingefügt.
Den oberen Abschluß erhält daS ganze in Oel gemalte Bildwerk mit dem Namenszuge des Regiments, während an Zwei leicht geschlungenen Bändern desselben unS die trostreichen und begeisternden Worte Uhlands entgegen leuchten: Wohl wieget Eines viele Taten auf, Sie achten drauf!
DaS ist um Deines Vaterlandes Not Der Heldentod.
Die so geschilderte Gedenktafel wird von einem einfachen Eichenholz-Rahmen umschloffen und hat an hervorragender Stelle im Kommandeur-Zimmer des Kasinos den Ehrenplatz gefunden, den gefallenen Helden zum ehrenden Gedächtnis, den lebenden und kommenden Geschlechtern zur Nacheiferung.
*) Leider ßing uns dieser Bericht, dessen Inhalt weitere Kreise interessieren dürfte, sehr verspätet zu. D. Nd.
vermischter.
• Der neueste Eisenbahnunfall. Am 13. März entgleiste zwischen Rooscndaal und Vlissingen (Holland) der Zug mit der engt. Post. Zwei niederländische Beamte, sowie zwei deutsche von Oberhausen gekommene Beamte erlitten Verletzungen. Der Bahnverkehr ist unterbrochen.
• Die Orgel der Feuerbestatter. Eine Anekdote, welche die in manchen Kreisen noch herrschende absonderliche Vorstellung von den Anhängern der Feuerbestattung treffend charakterisiert, teilt man aus Heilbronn mit. Im dortigen Krematorium wurde eine neue Orgel übernommen. Ein Vorstandsmitglied ging wahrend des Spiels vor das Krematorium hinaus in den Friedhof, um die Wirkung des Werkes auch von außen zu hören. Angelockt durch den Orgelton, trat eine Frau zu ihm und fragte, was denn da drinnen gespielt werde. Ter Gefragte antwortete: Eine Orgel!" — „A richtige Orgel?" fragte die Neugierige weiter. — „Ja, eine rechte Orgel, wie in der Kirche." — „Ha/ platzte die Gute heraus, ,no send dia Leut doch net so schlecht, roia mer glaubt!"
* Die eifersüchtige Gattin in der Kohlenkiste. Vor einigen Tagen brachte baS Dienstmädchen Katharina M. beim Zioilrichter des Bezirksgerichts Leopoldstadt, Dr. Höfner, eine Lohnklage vor. Sie verlangte von ihrer ehemaligen Dienstgeberin, der Gattin deS Dr. Anion K., 50 Kronen Ersatz, weil sie „ihre vierzehn Täg' nicht machen konnte", sondern am Schluß einer für jeden Unbeteiligten sehr drolligen häuslichen Szene stehenden Fußes entlassen worden sein soll. Die Klägerin, ein hübsches, munteres „Stubenkätzchen", erzählte darüber folgendes: „Die G'schichte war nämlich so: Die gnä* Frau hat glaubt, i und der gnä’ Herr . . . eZ is zu kornisch .... hätten ein . . . wie sagt man denn . . . no, ein Techtelmechtel. Sie muß wohl 'glaubt hab'n, daß der gnä' Herr, wann sie z'Mittag ihr Schläfer! macht, zu mir in die Küchel auf Besuch kommt, und da wollt' sie sich . . . eS is unglaublich, wie f mich für so schlecht anschau'n hat Tuna . . . da wollt' sie sich überzeugen, ob 's wirklich wahr is. Also kommt sie nachniittags, wie ich abräum’ nachn' Esten, in die Küchel, geht net schlaf'n und schlupft in unsere große, leere Kohlenkisten »im. Ich hab natürli ka Sllnmng
von dem Manöver, kurnrn in de Küchel z'ruck, wasch G'schirr, renn nmanand. Der Herr kommt natürli net. . . I arbeit’ also, und ... na, eS is einfach zum Totlach'n . . . nehm die Rest'ln vom Esten, heb ’n Deckel a bißl auf und schmeiß 's eini. Gleich drauf kehr' i auS und pulver' natürlich a Massa Mist eini. Zum Schluß — i hab' grab den Of’n putzt — schmeiß i a große Schaufel Aschen ’nein. Im selben Moment — i mach an Schrei, springt der Deckel von der Kohlenkist’n auf, und die gnä’ Frau steigt wie a Geist, voll Asch'n, Mist und Mittagessen auS der Kisten 'raus. Jestas Maran Joses, schrei i z'erst, aber glei' drauf is mir a Licht aufg’angen. Jetzt kurnmt natürli der Spektakel. Der gnä’ Herr und die gnä’ Frau . . . no es is net zum sag'n und zum Schluß, wer hat d' Schuld: Tas arme Stubenmadl." Das Beweisverfahren des lustigen Prozesses ergab jedoch, daß die geklagte Frau dem Dienstmädchen nur gekündigt habe, daß die Klägerin jedoch aus freien Stücken den Dienst sofort verlassen hatte. Darum mußte auch die Klage ab» gewiesen werden.
♦ Kleine Tageschronik. Auf die Ermittlung des unbekannten Angreifers des Herrcnhansmitgliedes v. Zitzewitz im Bahnzuge 'touibc behördlicherseits eine Belohnung von" tausend Mark ausgesetzt. — Ein Opfer des Vesuvs wurde der Russe Diiskenskp, der sich einem kleinen Krater aus dem Gipfel des Berges näherte. Der Unvorsichtige wurde durch einen hoch geschleuderten glühenden Lavablock schwer verletzt. — In Berlin tötete infolge verschmähter Liebe in der Nacht der herrschaftliche Diener P. das bei derselben .Herrschast bedienstete Hausmädchen Helene K., indem er ihr eine Rc- volkcrkugel in den Kvpf jagte. P. erhängte sich dann. Als die Tat entdeckt wurde, waren beide bereits tot. — In Gotha wurde von dem 23jährigen verheirateten Bicrverleger Gölitzer ein Raubmordversuch gegen die Kartenlegerin Zala- nowsky verübt. Diese, sowie ihre Mutter, sind durch Messer- tiche schwer verletzt. Ter Tätcr stüchtete in Hose, Hemd und Strümpfen und wurde samt seiner Frau in bcrfelben Nacht in Bebra festgenommen. Durch einen nachgereisten Schutzmann wurde er nach Gotha zurücktransportiert. — In der Altonaer Gegend wurde die Leiche eines etwa 20jährigen Dienstmädchens gefunden, das durch einen Stich in den Hals ermordet worden war. Der Täter, von dem jede Spur fehlt, ließ das blutige Messer neben der Leiche zurück. — In Göttingen wurden die Direktoren Kühne und Kühlenwind des Wach- nnb Schließ-Instituts wegen Betrugs und Unterschlagung der Kautionen sämtlicher Angestellten verhaftet. Kühne machte auf dem Polireiburcan einen Selbstmordversuch durch Erscksießen und verletzte sich tödlich. Die Höhe der Unterschlagungen beziffert sich auf 140 000 Mk.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dies >r Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion d'm Publikum gegenüber keinerlei
Berantlvortung.)
Der Herr Verfasser des „Eingesandt" in Nr. 42 Ihres gescb. Blattes, das uns erst heute zur Kenntnis kam, bekundet eine so rührende Naivität und eine geradezu verblüffende Unkenntnis bei tatsächlichen Verhältnisse, daß doch eine Richtigstellung seiner Aus- llihrungen notwendig erscheint.
ad 1 wird bemängelt, daß der Vogelsberger Höbenklub gar nichts tue, um den Vogelsberg für den Wintersport „aufzuschließen". Es ist dabei eben dem Herrn Einsender unbekannt geblieben, daß der V. H.-K. in der vom Wintersport- Verlag in Berlin, dem das Aufkommen und die Entwicklung des Wintersports in Deutschland in erster Linie zu verdanken ist, heraus- gegebenen Reklameschrift für den Wintersport Jahre hindurch inseriert und auf den Vogelsberg als geeignet für den Schneeschuh- fvort hingewiesen hat. Auch in den verschiedenen Frankfurter Blättern wurde stets auf den Vogelsberg aufmerksam gemacht, sobald gute Schneeschuhbahn vorhanden war. Wenn dies in den beiden letzten Jahren nicht geschah, so lag dies vor allem an den milden Wintern, in denen die unerläßlichen Vorbedingungen für den Skilauf: „dauernde und gute Sch nee läge", eben nicht ober doch nur an wenigen Tagen vorhanden war.
Auch bas Inserat in der erwähnten Reklameschrist wurde in den letzten Jahren aufgegeben, da man sich der Erkenntnis nicht verschließen konnte, daß der Vogelsberg doch nicht in dem Maße zur Ausübung der verschiedenen Arten des Wintersports ge eignet sei, wie man das früher geglaubt und wie.dies z. B. bei dem Harz, dem Riesengebirge, Erzgebirge der Fall ist. Diese bieten infolge ihrer den Vogelsberg doch wesentlich übersteigenden vertikalen Erhebung auch eine weit größere und sichere Gewähr für die zu einer genußreichen Ausübung der verschiedenen Arten des Wintersports notwendigen Vorbedingungen: „lang andauernde hoheSchneelage bei entsprechender niederer Temperatur", als dies im Vogelsberg bei einer Maximal- erhebimg von nur 772 Meter unmöglich ist.
Wenn nun trotzdem der Herr Einsender kühn fordert, der V. H. K. solle ben Vogelsberg in Konkurrenz bringen mit jenen bei weitem günstiger gelegenen Mittelgebirgen, so beweist er eben damit, daß er von Schneeschuhsport auch keine blasse Ahnung und sich jedenfalls noch niemals auf den langen Hölzern bewegt hat.
Daß arißerdem zur Veranstaltung von Wintersportfesten, wie solche alljährlich z. B. im Harg stattsinden, auch Gelb und mehr Geld gehört, als der V. H. K. bei seinen mehr als bescheidenen Mitteln (die jährl. Einnahme schwankt zwischen 1000unb 1400 fDlf.) für derartige Zwecke aufwenden kann, das kommt für den Herrn Einsender erst in zweiter Linie in Betracht. Geld ist ja nur Ehlmäre, das beweist klar seine Forderung ad 2 „Erbauung eines modernen Gaschauses auf dem Hoherodskopf, ausgestattet mit allem Komfort der Neuzeit". . . . -, .
Mit einer Kühnheit und — sagen wir Optimismus, der sich m allen Forderungen und Projekten des Herrn Einsenders ausspricht, wird k. H. angenommen, daß sich bei der starken Zunahme (?) des Verkehrs im Vogelsberg ein Unternehmer für solches Gasthaus „finde t", wenn „m a n" ihm das Bauareal „umsonst" gibt rc. Wer aber dieser „man" ist, wird leider nicht mitgeteilt. Und doch wäre dies sehr wefentlich. Der V. H. K., den der Herr Einsender möglicherweise im Auge hat, ist dazu nicht imstande; er besitzt auf dem Hoherodskopf keinen Halm unb keinen Ar.
Auch von der Gemeinde Vreungesheim, der das Gelände am dem Hoherodskopf gehört, ist eine kostenlose Hergabe des Geländes niemals zu erwarten. Har sich diese doch noch nicht einmal zu einem Verkauf des Geländes, auf dem bas Klubhaus bes V. H. K. steht, bewegen lassen. „ . , .
Auch bie Großh. Tomanialverwaltung, btc allenfalls noch m Betracht kommen könnte, wird sich nicht zu einer kostenlosen Ueber- lassung von Baugelände bereit finden lassen. Es wurde bäter von wirklichem Interesse sein, wenn der Herr (nmenber, ben man" verraten könnte, der lerne Voransietznngen. zu erfüllen imstande ift Vielleicht ist er selbst der Mann.
Vor allem würde aber auch der Lus'letzt noch nicht.erbrachte BebLrWtsSuzMüeiä für &£ Errichtung eines fiMm Gasthauses
zu liefern sein. Nach unserer Kenntnis der Verhältnisse reicht daS Klubhaus des D. H. K. für den jetzigen und in bet näch steu Zeit zn erto.-rtenben Verkeim vollständig aus. Auch genügt dieses bei ben äußerst billigen Preisen allen Anforderungen vollständig, die billigerlveife von Touristen an ein derartiges hoch gelegenes einfaches Unterkunftshaus — und nichts anderes soll eS ja fein — gestellt werden können.
Versvnrt aber ein Besucher des Hoherodskopf das Bedürfnis nach einem „modernen" Gasthaus, nun so möge er feine Schritte nach dem nur fünfviertel Stunde entfernten Hochwald h a u s e n lenken. In dem dortigen „modernen" Hotel kann er dann ja alle Annehmlichkeiten ijaben, bie er etwa auf dem Klubhause vermißt. Von dort wird dann der Besucher wohl mit etwas melw erleichtertem Geldbeutel von dannen ziehen, ob aber auch sonst ganz befriedigt, ist nach den Erfahrungen des letzten Jahres zu bezweifeln. Ter Wirtschaftsbetrieb im Hotel Hochwaldhauseu war auch nicht über alles Lob erhaben. Unb daß der Wirt nach kaum Jahresfrist bereits wechselt, spricht auch nicht für die Rentabilität des Unternehmens.
Nach alledem hat der V. H. K. auch nicht daS entfernteste Interesse und noch viel ivcuigcr Mittel, um die Errichtung eines großen Gasthauses auf dem Hoherodskopf irgendwie zu veranlassen oder auch mit zu unterstützen.
ab 3(roirb gefordert, daß im Winter die Oberwaldstraße n a ch U l r i ch st e i n und H o ch w a l d h a u s e n für den Schlitten-Verkehr offen gehalten werden „mit fr". Nach Ansicht des Herrn Einsenders soll dies nicht kostspielig sein, wenn „man" bei Zeiten mit dem Schneepflug zu arbeiten 6cginnt.
Ja in aller Welt, mer soll nun dieser „man" wieder sein. Etwa der Großh. Forstfiskus als Eigentümer der genannten Straße. Menn auch der Herr Fiskus nicht mehr ganz der alte Knicker und Knauserer ist, so wird er sich schön bedanken für die Offenhaltung der Dbcrnralbftrafre, wofür er absolut kein Interesse hat. Gelb aufzuwenden.
Es bliebe dann wieder der V. H. K. Aber bei einer jährlichen Einnahme von 1000 Mark hat dieser doch andere und ro-Wgerc Aufgaben als für Herrn Outis und Gen. Schnee s . aufeln zu lassen unb mit seinen paar Groschen für andere Leute die heißen Kastanien aus dem Feuer zu holen. ,
Aber abgesehen davon würde nach unserer langjährigen genauen Kenntnis der lokalen Verhältnisse eine solche Offenhaltung häufig geradezu unausführbar sein. Wenn daher der Herr Einsender eine derartige Forderung stellt, so beweist er damit, daß er im Winter noch niemals im Odenwald gewesen und eine Forderung einfach, wie Herr Spezzo seinen Kimg in die blaue Luft hineingestellt hat.
ad 4 wird die Gründung eines Zweigvereins in Fr an kfurt a. M. angeregt. Ob aber die Zahl der dortigen Oberhessen, die sich „mit Freuden" wie der Herr Einsender in seinem unverwüstlichen Optimismus unterstellt, dem B. H. N anschließen würden, wirklich so groß wäre, daß dem letzteren auf«« geholfen würde, glauben wir sehr bezweifeln zu sollen. In erster Linie absorbiert in Frankfurt erllärlicherweise der Taunusklub das ganze touristische Interesse. Hat doch selbst der Odenwald- llub, trotzdem der Odenwald von Frankfurt sehr viel besucht wird, dort keinen Zweigverein. Mit gleichem Recht könnte man sagen, warum ist Hochwaldhai.feu bis jetzt noch keine Villenkolonie, oder warum bat der V. H. K. noch keinen Zwefizverem in Hanau, Fulda, Kassel ober Berlin. Von allen biesen Städten ist ber Vogelsberg bis jetzt fast ebenso leicht unb schnell zu erreichen, wie von Frankfurt. Auch in diesem Falle erhebt ber Herr Einsender eine Forderung, ohne den realen^ Verhältnissen Rechnung zu tragen. Es scheint dies aber eine Spezialität des Herrn Einsenders zu sein, mit der man sich abfinden muß.
Auf die Interpellation ad 5: „Was tut ber V. H. K., unt Sonntags-und Rundfahrkarten zu erlangen?" könne« wir nur die kurze Antwort geben: „Nichts.
Auf die früheren fast in jedem Jahr wiederholten Eingaben um Ausgabe solcher Karten an die löbl. Eisenbahndirektion erfolgte stets die gleiche ablehnende Antwort mit der Begründung, baß ein Bedürfnis nicht vorliege. Unter diesen Umständen erscheint ein nochmaliges Gesuch vollständig zwecklos. Es ist diel wohl bedauerlich, aber leider nickt zu ändern.
Und nun noch eine Bitte. Wenn der Herr Einsender noch mehr Schmerzen in Bezug auf den V. H. K. aus dem Herzen Hatz woran wohl nicht zu zweifeln ist, so würden wir uns freuen, wenn er aus seiner Anonymität herausträte und mit offenem Visier kämpfte.Der Vorstand des Gesamtvereins V. H. K.
Nttiversitäts-Nachrrchten.
— Rektor unb Senat ber technischen Hochschule zu Char^ lottenburg haben bem Unterrichtsmirnster Dr. Studt „wegen seiner Verdienste um bie Jngenieurwissenfchaft" (? D. Red-) ehrenhalber die Würde eines Dr. ing. verliehen.
Arbeiterbewegung.
Der Verband der Schneidergehilfen Oesters reichs überreichte ber Genossenschastsleitung der Schneidet* meister eine Reihe von Forderungen. Falls bis^um 24. d. M. die ÄnnalMe derselben nicht erfolgt, wollen die -schneidergehilfey in ben Ausstand treten.
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