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Katholische Gemeinde.
Samstag, den 3. V?e 6r u a r 1906.
Nach jeder hl. Messe, des Mittags nm 12 und des Nachmittag?
5 Uhr, wird der St. Blasiussegen erteilt.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegenheit heil. Beicht.
Sonntag, den 4. Februar 1906.
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Sieben, 2. Februar 1906.
** Gießener Volksbad. Im Januar wurden 8596 Bäder verabreicht gegen 9022 im Dezember und 7274 im Januar 1905, oder iin Durchschnitt pro Tag
Permi^diteB.
• Bochum, 1. Febc. In Berghosen brannte gestern ein Gutshof nieder. Bei den LöschungSarbeilen wurde ein Anstreichermeister durch eine einslürzende Mauer erschlagen. — Dort waren außerdem zwei Polizeibeamte mit der Aufgabe betraut, einen Verbrecher namens Sauerwein 31t verhaften. Diesem gelang c5 jedoch, auf das Dach des Dauses zu fllichten, wo er die ganze Nacht von den Polizisten belagert wurde. Endlich am Morgen ergab er sich, doch nicht gutwillig, sondern er biß einen Beamten in die Hand und schlug auf einen anderen ein. Tie Polizisten machten in der Notwehr von ihren Säbeln Gebrauch und schlugen den Sauerwein nieder. Sauerwein ist an den erlittenen Verlegungen heute gestorben.
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Kirchliche aÄrichten.
Evangelische Gemeinde.
Am b. Sonntag nach Epiphanias, den 4. Februar.
9« der Sladtkirche.
Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Schwabe.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die MarkuSgemeinde^ Pfarrer Schwabe.
Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Beichte und heiliges Abendnmhl für Matthäus- u. MarkuS- gemcinbe gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Abends 8 Uhr im MarkuSsaal: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Dtarkusgemeinde.
Montag, den 5. Februar, abends 8 Uhr, im MatthäuSsaal: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Gemeinde.
Mittwoch, den 7. Februar, abends 6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde.
Donnerstag, den 8. Februar, abends 8 Uhr, im Markus aal, Kirchslraße 9: V i b e l st u n d e. 2. Korinther Kap. 5.
Pfarrer Schwabe.
In der IohanucSklrche.
Freitag, den 2. Februar, nachmittags 5V, Uhr im Konfir- inandenfaal (Liebigstraße): Zusammenkunft der konfirmierten roeibv lichen Jugend der Lukasgemeinde. Pfarrer Euler.
Sonntag den 4. Februar 1906.
Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Euler.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die LukaS- gemeinde Pfarrer Euler.
Abends 5 Uhr: siehe Ctadtkirche.
Abends 8Uhr: Versammlung und Bibelbcsprechung im Kon- firmaudensaal der Jobanneskirche.
Sonntag, den 4. Februar, abends 71/, Uhr: Versammlung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde im Konfirmandensaal (Liebigstraße). Pfarrer Euler.
Montag, den 5. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstund- im Konfirmandensaal der Lukasgemeinde. Text 1. Petr. 1,14 ff.
Pfarrer Euler.
Nächstsolgenden Sonntag, den 11. Februar: Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Den Mitgliedern unserer Gemeinde sei wiederholt herzlich empfohlen die Hauskollekte, die gegenwärtig durch den Hilfskrrchen- biencr Herrn Karl Schwan erhoben wird. Sie ist bestimmt zur Pflege lind Förderung des religiösen und kirchlichen Lebens der Dielen im Auslande lebenden Delitschen, um fie dem evangelischen Glauben unb bem Deutschtum zu erhalten. Neben allen Gemeinden des weiten deulseben Reiches wolle auch Gießen dem bedeutsamey Werke reichliche Unterstützung bieten.
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Münder (Kr. Gießen), 1. Febr. Geometer Knebel vom Tiefbailamt Bad-9iauheim besucht gegenwärtig die Orte Lauter, Ober- itnb Nieder-Vesfingeu, Nölhges, Wetterfeld, Münster, Villingen u. A. in der Richtung nach Bad-Nauheim zu ziveekS Feststellung der Höhenlagen für die gemeinsame Wasserleitung. Nonnenroth hat sich zum Anschluß bereit erklärt, andere Orte, wie Röthges, warten auf die Entwerfung eines Planes, die Höhe der Stoften u. s. w. betreffend.
— Lich, 1. Febr. Am nächsten Sonntag, 4. Febr., findet in der hiesigen Kirche ein Konzert statt, veranstaltet von den, blinden Orgelvirtuosen H. Hartung unter Mitwirkung seiner Tochter, der Kirehensängerin Frl. A. Hartung au§ Eschwege. Tie beiden Künstler haben im vergangenen Jahre wiederholt die Ehre gehabt, in Homburg vor bem deutschen Kronprinzenpaar zu konzertieren.
tzBurkHards, 1. Febr. Bei der heute in der hiesigen Forstwartei «^gehaltenen Nutz- und Brennholzber- steigerung wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Scheitholz 1. Kl. 6,80 Mk., solches 2. Kl. 4,50—5 Mf., Buchenknüppel 5—5,80 Mk., Ctockholz 3—4 Mk., Stamm reifer 1,80—2 Mk., gewöhnliche Reiser 80 Pfg., FichtenknüppeL 2 Mk., Cschenknüppel 4,50—4,80 Mk.
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»erschledenen Seiten deS Hause? gegeben worden find, werden eine sehr aufmerklame Prüfung und in vielen Fällen auch Berücksteh- tigmig finden. Natürlich bin ich uickt in der Lage, alle? gleich aus dem Aermel zu schütteln. DaS..Neichsgefetfl'latt" und den Neichs- omcincr" den Herrschaften zu übermitteln, durfte ferne schwierig. Feiten machen. Ich weis; mir nicht, ob das den Wünschen aller Abgeordneten entspricht (Lebhafte Rufe: Nein, nem fi Ich kenne verschiedene Herren, die mit Schrecken ein solches Paket aukomme» sehen (Heiterkeit.) Manche Herren haben auch beschränkte Wohn- ungSverhältniffe. (Heiterkeit.) Dann ist das Verlangen nach entern Ferndrucker geäuftert worden. Ich gestehe, es ist das erste Mal, das; ich von diesem Institut höre. (Heiterkeit.) Die Sache wird in Erwägung gezogen werden. Leicht wird eS auch nicht fetn, es allen Kollegen recht zu machen. (Heiterkeitfi Was die künstlerische Ausschmückung des Reichstages betrifft, so hohe ich ja Gott sei Dauk nicht mehr allein die Verantwortung zu tragen. Es hat ja jeht der Reichstag eine Kommission hierfür emae!et;t, worüber ich außerordentlich froh bin. Ich denke, mit der Ausschmückung geht es ähnlich wie mit der Restauration. Dem einen schmeckt das Essen, dem anderen nicht. (Zurufe: Den meisten nicht I)
Hierauf wird der Etat dcS Reichstages genehmigt. ES folgt der Etat des Reich Samts des Innern, Titel Staatssekretär. Hierbei bemerkt
Abg. Trimborn (Ztr.) her russisch-japanische Krieg und die nachfolgenden Vorgänge in Rußland hätten gezeigt, daß grade int Kriegswesen üichtS wichtiger sei, als gesunde Verhältnisse im Innern. Dazu bedürfe es der Pflege der Freiheit und der kultn- retten Fortschritte. Zum Para bellum gehöre eine gute Sozialpolitik. Wenn er znrückblicke auf daS, was sozialpolitisch geschehe in letzter Zeit und was noch zu tun sei, so vermisse tr leider eine Gesetzesvorlage wegen der Bcrufsvcreine. Unerläßlich sei ferner ein Gesetz zum Schutze der Heimarbeiter, ebenso unerläßlich die Ausdehnung der Kranken-Ver^ sicherung auf die landwirtschaftlichen Arbeiter und auf das Gesinde, sowie die Zulassung der Vcvsickcrungsgcsetce. Wie stehe es mit dem 10 stündigen Arbeitstage der Arbeiterinnen? Mit der Sonntagsruhe in der Binnenschiffahrt sehe es noch immer trübe aus. Wie stelle das Reichsamt des Innern zur Frage der Arbeitskammern? Befremdlicherweise schweige die Thronrede ganz über die Mittelstandspolitik. Die Ausbildung von Lehrlingen dürfe nur dem erlaubt sein, der den Meistertitel führe. Gegen die Mißbräuche im Ausverkausswesen müsse Schutz geschaffen n-erden. Die Statistik über die Wirkung der Handwerker-Organisationen stehe noch immer aus. Für die Privatbeamten, besonders diejenigen von Rechtsanwälten müsse gesorgt werden Ter Arbeiterschutz müsse Sache des Reiches werden. Redner schließt seine Freunde hätten zu dem Grafen Posadowsky volles Vertrauen. Es sei seinen Freunden heiliger Ernst mit einer energischen und zielbewußten Fortführung der Sozialpolitik. Möge daS Jahr 1906 in dieser Beziehung ein fegens- und ertragsreiches sein.
Abg. Fischer (Soz.) pflichtet dem Vorredner darin bei, daß daS letzte Jahr sozialpolitisch gar keine Ausbeute geliefert habe. Um so weniger berechtigt sei aber der Optimismus, den Trimborn und seine Freunde in Anregungen bekundeten. Jedenfalls habe im Vorjahre trotz steigender wirtschaftlicher Konjunktur die Sozialpolitik ganz geruht. Seine Freunde verlangten eine ernsthafte Sozialpolitik unb ließen sich nicht mit Wassersuppen ab- speisen.
Abg. Paul i-Potsdam (Toirf.) bemängelt, baß von ber angekündigten Revision des K'rankenversicherungsgesetzes noch nichts zu merken sei. Notwendig sei eine fundamentale Umgestaltung deS ganzen NeichsvcrsicherungSwesens. ??iit Recht habe Trimborn es gerügt, daß die Thronrede kein Wort für den Mittelstand gehabt habe. Ihm selbst aber sei und bleibe die Hauptsache, daß ber Mittelstand nicht zu hoch belastet werde. Auch die Industrie sei sozialpolitisch so belastet, daß bei weiterer Steigerung der Lasten unsere Ausfuhr nach dem Auslande in Frage gestellt werde. Den allgemeinen Befähigungsnachweis könne man nicht mehr vertreten, denn er habe eingeseh'n, daß dcS Handwerk in seiner Mclirheit selber den allgemeinen Befähigungsnachweis nicht mehr fordere. Zu verlangen sei jedoch der obligatorische kleine Befähianngsnachweis, demzufolge nur Meister, die zur Führung deS Meistertitels berechtigt seien, Lehrlinge halten dürfen. Auch^ seine Freunde, so schließt Redner, wollten fortfahren in der Sozialpolitik, aber nicht auf Kosten des Mittelstandes.
Hierauf erfolgt Vertani-na Rackste Sfimna L^nistag._____
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277 Bäder gegen 291 im Dezember unb 235 im Januar 1905. Der Besuch hat sich int einzelnen wie folgt verteilt: Schwimmbab 4643 Männer, darunter 737 zu 10 Pfg.,
„ 714 Frauen, „ 121 „ 10 r
Wannenbäber 1. Kl. 305 Männer, 82 Frauen,
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Dampf- unb Heißluftbäder, sowie Maffage zusammen 156 Manner und 38 Frauen, Brausebäder 1. Klasse 530 Männer, 79 Frauen, Brausebäder 2. Klasse 878 Männer, 138 Frauen. Die Personenwage wurde von 260 Personen benutzt und daß Bad von 8 Personen besichtigt.
t Schiffenberg, 1. Febr. Ein gräßlicheF Unglück ereignete sich heute vormittag zwischen 11 und 12 Uhr in bem Biekerschen Anwesen hier. Der 32jährige Vorarbeiter Johannes Hartmctz aus (Staufenberg, zurzeit bei Bauunternehmer Becker in Gießen beschäftigt, welcher auf Schisfenberg in ben Maschinenanlagen Reparatur- arbeiten vorzunehmen hatte, kam einer Maschine zu nahe unb wurde von dieser an seinen Kleidern erfaßt und zwischen zwei schwere Wellen gedrückt, daß ihm der Kopf zerquetscht wurde. Herr Linker, welcher den Unglücklichen in feiner schrecklichen Lage fand, machte WicdcrbelebunHs- versuche, jedoch vergebens. Der Bedauernswerte war bereits eine Leiche. Der Verunglückte war verheiratet und Vater von 2 Kindern.
**Giehener Kon zertv erein. Das Programm dcS Pctschnikoss-Zncher-Abcub bietet für Gießen fast lauter hier noch nicht gehörte Kompositionen. Im Mittelpunkt steht I. S. Bach mit einer Sonate für Violine allein, die zum Schönsten gehört, was es in dieser Art gibt. Den Anfang macht die große Violin- sonate in G>-moll von Ed. Grieg. Diese Wahl des Künstlers verdient ganz besondere Anerkennung: Niemand versäume diesen seltenen, Genuß. Zum Schlüsse folgt Petschnikoff seiner Heimat unb bringt uns eine Cavatinc seines Landsmannes Cul, sowie russische Tänze in eigener Komposition, sicher in einer dkussühruug, wie nur er selbst sie zu geben vermag. An 2. Stelle wird Herr Zilchcr 10 Prelubes von Chopin spielen, bic er eigens zu einem Konzertstück vereinigt hat. Wir bürfen nach einem Backhaus gerade hierauf besonders gespannt sein. Ms 4. Stück werden ndr daun Liszt's Ungarische Rhapsodie XIII. zu hören bekommen, ein ganz besonderes Lieblingsstück des Künstlers. Nochmals: lasse sich» niemand die erlesenen Genüsse dieses Meuds entgehen. Das Glück, von der Minute auSgeschlagen, bringt keine Ewigkeit zurück.
♦* Herr Veterinärrat Schmidt schreibt uns:
Von dem Stadtv. Krumm ist in der Stadtverord- netensitzung vom 25. Januar (Gieß. Anz. Nr. 22) die unwidersprochen gebliebene Behauptung ausgestellt worden, daß im hiesigen Schlachthofe zeitweise außerordentlich viele Schweine verworfen würden und es nach der daselbst periodisch geübten Praxis möglich sei, daß fast alle Tiere verworfen, würden, weil bei der Schutzimpfung gegen Schuwineseuche alle Tiere reagierten. Was Herr Krumm mit dieser unUnren Behauptung eigentlich sagen will, ist nicht verständlich. Dieselbe entspricht den Tatsachen nicht und ist geeignet zum Nachteile der hiesigen Metzger irrigeirsuffassilngen unter dem landwirtschaftlichen Publikum zu enverfen und bic verwunbcrlichstcn An- chauunaen über bic int hiesigen Schlachthofe geübte Fleischbeschau zu verbreiten. Es wäre daher zweckmäßiger gewesen, wenn sich Herr Krumm an geeigneter Stelle hiurcichend verlässigt hätte, bevor von ihm solch ausgebauschte Dinge aus'gestreut werden. Zur Aufklärung der Sache sei daher darauf hingewicscn, daß der hiesige schlachthof kein Sanatorium zur Vornahme von Schutzimpfungen ist, daß dieser vielmehr ausschließlich dazu bient, bei den zur Schlachtung gekommenen Tieren die Fleischbeschau auszuüben und zu sonst nichts. Weiter sei zur Klarstellung hinzn- gefügt, daß mir in den letzten fünf Jahren, während welcher Zeit ich das Kreisveterinäramt Gießen verwalte, auch nicht ein Fall von Schweineseuche im hiesigen Schlachthofe amtlich angezeigt wurde und daß deswegen während dieser Zeit auch kein Schwein" wegen Schweineseuche im hiesigen Schlachtbofe verworfen worden ist. , Ferner sei noch bemerkt, daß wälwend meiner fünfjährigen hiesigen Amtstätigkeit im ganzen Kreise Gießen nur einmal Schweineseuche in einem Gehöfte einer etwa 7 Stunden von hier gelegenen Ortschaft amtlich festgcstellt und auch in den übrigen Kreisen der Provinz Oberhessen diese Seuche nur ganz vereinzelt einmal beobachtet wurde. Im übrigen scheint Herr Krumm die bei Schlachtschwcinen so häufig auftreteude Fütter- ungStubcrkulosc, die bei diesen infolge unabgekochter Molkenmilch in, letzterer Zeit eine ganz bedenkliche Zunahme erfahren hat, mit Schweineseuche zu verwechseln. Diese Fälle werden hier gerade wie in allen anderen Orten den gesetzlichen Bestimmungen gemäß behandelt. Darüber kann sich deswegen das produzierende wie konsumierende Publikum beruhigen.
+ Vom Dünsberg, 1. Febr. Die früher hessischen Dörfer am Fuße be5 DünsbergeS Bieber, Königsberg, Fellingshausen, Erumbach unb Frankenbach haben alle P ost verbi nbung mit ber Stabt Gießen, inbem sie bem Post- bezirk Robheirn a. b. Bieber zugeteilt sinb. Leiber fehlt es aber noch immer an einer Fernsprechverbinbung. Zwar würben von Privaten unb Gemcinben schon wieberholt Anregungen bieserhalb gegeben, allein alle Bemühungen blieben bisher erfolglos. Nach ben Beschlüssen ber vor zwei Jahren zu Crumbach togenben Versammlung zu urteilen, schien bamals bic Sache greifbare Gestalt zu gewinnen. Mit Recht wurde erörtert, baß ber wirtschaftliche Mittelpunkt ber Gcmeinben am Dünsberg die Stabt Gießen sei. Der Gemcinbe Königsberg hat aber bie Ausführung biefes Projektes wohl zu lange gewährt unb so ist man auf ben Gebauten gekommen, Anschluß an bie Stabt Wetzlar zu suchen. Dieser Wlmsch hat Unterstützung gefunben, unb Königsberg wirb in nächster Zeit Post- unb Telcphonanfchluß über Hohensolms nach Wetzlar erhalten.
(-7) Großen- Linden, 1. Febr. Ter Turnverein feierte am verflossenen Samstag in ber Turnhalle fein 23 int er f oft, verbunden mit Kaisers-Geburtstagsfeier. Tas reichhaltige Programm ging flott von statten. Eine Posse in 3 'Akten fand großen Beifall wurde von verschiedenen Personen sehr gut gespielt. Auch der Stabreigen, ausaeführt von Zöglingen, wurde allgemein sehr bewundert. Am meisten Beifall wurde dem ^.ulcnschwingen zuteil, welches von älte.ren Turnern zum erstenmal im Verein ausgeführt wurde. Tas (Bänger- quartett unter Leitung des Herrn PH. Schattler trug auch zur Vcrschouerung des Frstes bei. Der erste Vorsitzende I. Steinnagel brachte ein Gut Heil auf S. M. den Kaiser aus, worauf „Deutschland, Deutschland über alles" h)r,V)e' Schluß folgte ein Tanz, der bie Mitglieder bis zur frühen Morgenstunbe beisammen hielt.
r. Beuern, 31. Jan. Heute würbe hier bic erste n V/?> ' Versteigerung abgehalten. Der Preis
icllte sich bcw ^jährigen ziemlich gleich; Scheitholz kostete diirchschmtllich 18 Mk. Gestern war Werkholz, unb ?Eigerung, bei welcher für Derbstangen durchschnittlich 14 Mk. erzielt würben. DaS Bauholz würbe vorige' Woche nn SubmissionSwcge vergeben unb wurde nn mrCh 8 Höchstgebot eingereicht, für Kiefern,
14.70. - Der Kriegerverein feierte flaiferS Geburtstag am Samstag abend im Lokale des Mit- guedeS E. L. Ranft.
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5. Sonntag nach Epiphanie.
VonnittagS von 6'/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe, vor und in der
selben Austeilung ber heil. Kommunion
„ um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe.
„ um 9' 7 Uhr: Hochamt mit Prebigt.
Nachmittags um 5'/, Uhr: Christenlehre, barauf Anbacht.
Israelitische Neligionsgemeinde.
Holtcsdicn" in der Sy'agag? (5>üdnnsage).
Samstag, ben 3. Februar 19u6.
Vorabcnb 5.15 Uhr.
Morgens 9.00 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr.
SchristerNSrung.
SabbathauSgang 0.10 Uhr.
Israelitische NcligionSgcsellschast.
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Sabbat hfeier am 8. Februar 190G :
Freitag abenb 4.50 Uhr.
Samstag vomüttnn 8.30 Uhr.
Nachmiltags: 3.30 Uhr.
Sabbathansgang 6.10 Uhr.
Wochengottesdienst: morgens 7.00, abenbs 6.00 Uhr.
)Ie kräftigste und billigst Krankenkost gibt Bi 0 s 0 n mit Bouillon-Extrakt, mit bem man in 5 Minuten eine wohl« scbmeckenbe Snppe von conzentriertestem Nährwert Herstellen kann, welche bem Blut bie wichtigsten Ernci hrnn gSbestanbteilc Eiweiß — L’ucn — Lezithin (Phosphor) in geeignelster Form znst"ihrt. Durch seine bewahrten Eigenschaften, sowie seine Billigkeit übertrifft eS viele der ieikhcrigen Eifen- unb sogenannten Kräfliaungsnültel unb 0 r ’ m c.” Apotheken unb DrogenHanblungen zu brei Aiark baS halbt «Uo-Paket erhältlich.
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Berlin, 1. Febr. Die Steuer kommission des Reichstages setzte bic Beratung über bie Zigarettensteuer fort, bic prinzipiell hauptsächlich von ben Sozialdemokraten bekämpft wurde, während die Redner der anderen Parteien mehr oder weniger sich für die Besteuerung der Zigaretten ausspracheu. Ein Beschluß wurde ^nicht gefaßt. Weiterberatung am 5. Februar.
Die Kommersrede des Darmstädter SlektorS Prof. Gutermuth
zum Konses'lonsstreite, bie in ben Darmstädter Studentenkreisen lebhaftes Aufsehen gemacht hat, hatte nach ben »N. H Vbl/ im wesentlichen folgenben Wortlaut:
Vor einem Jahre feierte man ben Kommers noch unisono Das batte auch ich jetzt gewünscht. (Wiberswmch.) Ich will keine Kampfe^ortc sprechen, ich spreche als älteres Semester, aber Ihre Meinung sagt mir nicht zu unb meine Memung bar; ich wohl frei sagen. (Beifall.) Der Festtag ist kTd)tm?^9Ctan dergleichen Widerreden. Wenn wir ab-r heute dm Blick zum Kaiserthron wenden, selien wir gleiches Reckt für alle, Horen wir deutlich bic Worte, bie für ak-bcmischc Freiheit, ff^r gleiches Recht für alle eintreten. Tie Starnmesburg ber »orn hat zwei Kapellen, eine protestantische unb eine katholische, die vertragen sich. Warum soll bies nicht unter Stvbenten möglich sein (Widerspruch.) Wir brauchen nickt kaiserlicher zu sein als der Kaiser. Wir sollen geschlossen sein nach innen und nach außen. (Dcifatt.) Auf allen brei Kammer en herrschte Vaterlandsliebe unb Herrschertreue Wie können sagen: Lieb Vatcrlanb magst rnhig sein". Wir kennen ,rur steie Wisiensckmst. (^hhafier Beisall.) Bei uns können keine (Ämderbestrebungcr1 begünstigt werben. Nie leibet unsere Wiffenschaft darunter Aber dieser Taae gab es einen traurigen Beleg durch cm Flugblatt Leipziger Stndentcn. (Lebhafter Beifalls Es ist das unglaublichste, das luslier a-leistet wurde. (Beifall ' Wenn wir so weiter fahren, hat die akademische Freiheit ihren letzten Seufzer getan (Widerspruch.) Was man glaubt'erreichen zu können, das Verstopfen der ultramontanen Quellen erinnert an den Handwerksburschen, der die Donau verstopfen wollte damit es in Wien kein Wasser gebe^ (Widerspruch.) Es gibt hier nur religiöse, ferne klerikale Verbmdungen. (Widerspruch) In späteren Jahren werden Sic sagen: Unser Rektor war doch nickt so naw wie w'r. (Widerspruch.) Als Vorsteher der Hochschule alS Deutscher kaim ich kein anderes Urteil fällen. (Widerspruch! In 20 Jahren denken Sie anders, sonst gibt es nur eine neue Resormationsieit. Wir wollen unter einem Dach, unter aer° manischer Ritterlichkeit, das ist auch die studentischc Ritterlichkeit, den persönlichen Kampf aufsparen fürs Leben, nicht für jetzt, wo wir der Wissenschaft Hirn. Wieder muß ick) Sie auf den Kaiser verweisen. Seinem Beispiel heißt es zu folgen, keine negative Politik zu treiben. (Lebh. Widerspruch) Ihren Widerspruch nehme ich nicht fibet, denn Sie sind erregt (Widerspruch ) Wenn ich das nicht wüßte, würde ich nicht versuchen, Sie zu anderer Meinung zu überreden. Ich resümiere dah,n: ein Pereat der Zwietracht, ein Vivat der Eintracht und Ritterlichkeit.


