General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Nr. 103 gtuciteS Blatt
Erscheint Etz!!H mit Ausnahme des Sonntags.
Die „0kfeener Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigclegt. Der ^hrsstschr Landwirt" erscheint monatlich einmal.
L 5K. Jahrgang
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Redaktion, Expedition u.Druckeretr Schulstr.il. Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gtetz«,
Samstag 14. Juli
. Rotationsdruck und Verlag der Brü bl'sch«
7 UnivcrsitätSdruckerei. R. Lange, Stegen.
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aber nur in Maschen, roo Plakate aushängen.
Der Reichstagsabg. Karl Sattler
einer der bekanntesten Führer der nationalliberalen Partei, ist am Freitag nach langem schwerem Leiden gestorben. Sattler bekleidete die Stelle des zweiten Direktors im Staatsarchive. Er war 1850 geboren und seit 1874 im Archivdienst, seit 1885 Mitglied des Hauses der Abgeordneten und von 1884 bis 1888, dann wieder seit 1889 Neichstags- abgeordneter. In der nationalliberalen Fraktion war ihm das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden zugefallen. Der Verewigte war, obwohl oratorisch nicht hervorragend veranlagt, einer der eifrigsten und am meisten beachteten Redner seiner Partei, einer der fleißigsten Kommissionsbesucher und ein Politiker, der auch für den gegnerischen Standpunkt Verständnis hatte und dem dank seiner urbanen Formen auch seitens der Gegner hohe Achtung, ja vielfach Freundschaft entgegengebracht wurde.
heim, mit Emma Ritsert dahier.
Geborene.
Stand vom 1. Mai 1906 ist soeben erschienen. Vom Generalkommando ausgearbeitet, enthalt sie sämtliche Offiziere, einschließlich Reserve und Landwehr, sowie Beamte, Behörden und Geschäftsräume im Bereiche des 18. Armeekorps und den Großh. Hessischen Hof. Sie ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen und kostet broschiert Mk. 1.25.
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Kirche rind Schule.
— Die von der „Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte" eingesetzte Unterrichtskomunssion hat sich in letzter Zeit auch mit her Fra u e n b i l d u n g (höhere Mädchenschulreform) besaßt und in ihren durchaus gemäßigten Forderungen den Mert einer guten naturwissenschaftlichen Bildung mit Nachdruck betont. Bei der Bemessung des im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht zu behandelnden Stoffes ließ sie sich von dem Gesichtspunkte leiten, daß die Bildungsaufgabe dieser wie aller höheren Schulen in der Gewährung allgemein menschlicher Bildung liegt, deren Ziel die Entwickelung der freien, den Lebensaufgaben mit Verständnis gegenübertretenden Persönlichkeiten ist.
auch rief er einem Zeugen zu, er habe falsch geschworen.
der Gerichts! chrcider vom Vorsitzenden ersucht wurde, den Vorfall zu Protokoll zu nehmen, rief er: Schreiben Sie nur noch ein Jahr dazu. Es blieb nichts anderes übrig, als den renitenten Burschen zu fesseln, um 2ötlidxEeiten zu vermeiden. Wegen Ungebühr den vier Personen gegenüber, wurde er zu 12 Tagen Öaft verurteilt. Er erhob Berufung unter der Behauptung, er habe seine Mutter nicht geschlagen, diese sei schimpfend auf ibn eingedrungen, weshalb er sie zurückgestoßen habe. Eine Verletzung hätte sie bei der Gelegenheit nicht davongetragen. Trotzdem die Mutter vor dem Berufungsgericht von dem Recht der Zeugnisverweigerung Gebrauch machte, zweifelte mau an der Richtigkeit der Vorkommnisse nicht, zumal diese durch das verlesene ärztliche Attest und durch Zeugenaussagen unterstützt wurden. Die Berufung wurde mit der Maßgabe verworfen, daß 6 Wochen der erstandenen Untersuchungshaft auf die Strafe anzurechne.', sind.
Börsen-Wochenbericht
von Baruch Strauß, Bankgeschäft.
Ter mit Beginn des neuen Semesters eingetretene leichtere Geldstand hat auf die Gesamlhaltuug des Marktes seinen günstigen Einfluß nuSgeübt, wenn auch von einer merklichen Belebung des Geschäfts kaum die Rede sein kann. Tas Publikum verhält sich nach wie vor vollständig untätig und läßt keine Empfänglichkeit für Anregungen noch so starker Natur erfennen. Die Ursache dieser Depression ist zu finden in den vielen Enttäuschungen, die der Kapitalist bisher zu erfahren halte, ferner in der großen Entwertung der südafrikanischen G o l d m i u e u - I u d u st r i e, welche von London und Paris ausgehend, allen internationalen Börsen ihr Gepräge au'druckr. Dazu kommt noch die Ungewißheit über die Entwickelung der unerquicklichen russischen Verhältnisse und die Schiväche der Neivyorker Börse, wo die Eontrenüne wieder mal an der wirbelt ist und trotz deS glänzenden Berichtes des „Jron Agc" einstiveilen Oberwasser behält.
Möglich, daß auch die Berichte ernster Newporter Häuser Recht bekommen, die im Einklang mit dem „Jron Age" recht optimistisch gehalten sind und durch irgend einen Anstoß einen plötzlichen Umschwung zum Besseren vorausseheu.
Ter Mangel an Umsätzen erübrigt die Besprechung der ein- zelnen Gebiete.
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Zamstag abend.
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Heer und Flotte.
— Das neue Offizier-Pensionsgesetz u nd bas neue MannschaftS-VersorgungSgesetz sind von autoritativer Seite bearbeitet, im Verlage von Gerhard Stalling in Oldenburg i. G., erschienen. Die Erläuterungen, die die Steuerungen und Aenderungen der einzelnen Paragraphen hervorheben, sind direkt unter den betreffenden Gesetzespara- graphen zum Abdruck gebracht. Durch diese kleinen Ausgaben der Gesetze mit Erläuterungen (Preis je 60 Pfg.) wird ein willkommenes Hilfsmittel dargeboten, das die hauptsächlichsten und in der Praxis zu allermeist zur Sprache kommenden Unterschiede der neuen gegen die früheren gesetzlichen Bestimmungen hervorhebt und über die Mehrzahl aller Einzel- fälle, die irgend in Betracht kommen, Aufschluß gibt.
_ Die Rangliste des 18. Armeekorps mit dem
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^llöjng kvs den SteMsallltsreglflrrll der Stsd! tzießkll.
Aufgebote.
Juli 3. Johann Josef Eusinger, Ingenieur dahier, mit Theresia Schick in Wirges. — 4. Walter OffhauS, Oberpost-Praktikant dahier, mit Johanna Kolbe in Breslau. — 5. Adolf Jost, Gerichts- assessor dahier, mit Susanne Marie Old in Mainz. — 6. Karl Fehn, Uiiiversitätssechtlehrer dahier, mit Margarete Anna Thorn in Diez. — 9. Tr. Arthur BrandeiS, K. K. Professor in Wien, mit Klementine Schäfer dahier. — 10. Gustav Rosenberger dahier, mit Rosa Mendelsohn Hierselbst. — Johann Friedrich Wilhelm Oechler, Hausverivalter in Obercunnersdorf, mit Maria Hofmann dahier. — 11. Julius Graes er, Bäcker dahier, mit Elisabeth Beinhauer Hierselbst. — 11. Karl Giller, Kaufmann in Homberg a. d. O., mit Sydonie Braun dahier. — Philipp Hohmann, Tapezier und Polsterer dahier, mit Katharine Weckmann Hierselbst.
Eheschließungen.
Juli 7. Leonhard Treusch, Bailaufseher-Aspirant dahier, mit Karoline Alice Christiane Becker Hierselbst. — Ewald Schreiber, Kaufmann in Frankfurt a. Al, mit Elisabeths Koch 10. Dr. Louis, gen. Ludwig Ruhl, Großh. Oberlehrer
Landwirte und Metzger.
Die „Deutsche Tagesztg." brachte in ihrer Nr. 316 einen „Fleischer und Landwirte" überschriebenen Leitartikel, in dem dcn Metzgern vorgeworfen ivurde, daß die verschiedenen Verbandstage und Bezirksvereine die Metzger gegen den Vorwurf, daß die Fleischpreise nicht im Einklang mit den Vich- preifen ständen, zu schützen gesucht haben, indem man darauf himvies, daß die Landwirte die alleinige Schuld an den hohen Fleischpreisen hätten. Die Metzger hätten durch die Art der Behandlung dieser Frage nur gezeigt, daß es ihnen an jeder Sachkenntnis über die ivirlliche Lage deS Vieh- imd Fleischmarktes gebreche. Wenn sie einen Preisrückgang von 10 bis 15 Mark pro Zentner Schweinefleisch als nicht ausreichend zu einer Herabsetzung deS Preises erklärten, so müsse das als eine direkte Irreführung des Publikums bezeichnet werden. Tie Metzger sollten, so wurde weiter ansgeführt, sich nicht gegen die Begründung von Vieh oerwertiings- Genossenschäften sträuben, da das der einzige Weg sei, die Fleischpreise auf eine angemessene Höhe zu bringen. Nur wenn der gesamte Zwischenhandel, die Großschlächter, die Kommissionäre und Ankäufer ausgeschaltet werden,' würden sich befriedigende Verhältnisse zwischen Landwirten und Metzgern ergeben.
Zu diesen Auslastungen wird unS aus Fachkreisen geschrieben:
„Es ist unzweifelhaft richtig, daß die Metzger und die Landwirte immer wieder auf die Solidarität ihrer Interessen hingewiefen werden müssen. Tiefe Solidarität darf nicht fo aufgefaßt iverden, daß der eine Teil für sich immer die Priorität verlangt, während der andere darauf angewiesen ist, das zu nehmen, was übrig bleibt. Tatsächlich liegen die Verhältnisse heute so, daß der Metzger infolge der hohen Ladennueten und der sonstigen Spesen auch bet dem angeblich erfolgten Preisrückgang von 10—15 Mk. pr. Zentner nicht in der Lage ist, eine erhebliche Preisermäßigung eintreten zu lassen. Preisrückgänge von 5—lO Psg. pr. Pfund sind übrigens schon vielfach eingetreten. Es ist ferner durchaus unangebracht, den Metzgern jede Sachkenntnis über die wirkliche Sage des Vieh- und Fleisch- Marktes abzusprechen.
Die Forderung endlich, den Zwischenhandel, der in seiner überwiegenden Mehrheit von Angehörigen des Mittelstandes, zu welchen die Viehhändler, Schlächtermeister, Kommissionäre u. s. w. unzweifelhaft gehören, auszuschalten, ist praktisch überhaupt nicht durchzuführen. Ter einzelne Schlächtermeister ist gar nicht mehr m der Lage, sich sein Vieh auf dem Lande selbst zu kaufen, und auch die Diehverwertungs-Genossenschaften müßten Leute haben, die das Vieh auf die Märkte bringen und es dort für ihre Auftraggeber verkaufen. Tie hohen Vermittelungsgebühren müßten allo lediglich an eine andere Adresse gezahlt werden."
Uns will allerdings scheinen, als wenn beide Teile bestex daran täten, sich auf die goldene Mittelstraße zu begeben, dann wäre ihnen und auch dem konsumierenden Publikum, nicht zuletzt den zahlreichen Handwerkern und Kleingewerbetreibenden, geholfen.
Zurrt Fall Korcll.
Wie uns berichtet wird, hat die lutherische Konferenz für Oberhessen auf ihrer Tagung in Grünberg am 10. und 11. ds. MtS. folgende Resolution einstimmig beschlossen:
Die 24. Tagung der lutherischen Konferenz für Oberhessen bedauert aufs tiefste die Haltung des Pfarrers Korell, an der in den weitesten Kreisen des Landes schwerer Anstoß genommen worden ist. Sie erklärt in voller U e b e r c i n ft i m m n u g mit den Darlegungen Großh. Oberkonsistoriums, dem von linksliberaler Seite der Vorwurf der politischen Parteilichkeit und int besonderen der Arbeiterunfreundlichkeit zu Unrecht gemacht wird, es unvereinbar mit der Stellung eines D i e n e r s d e r e v a n g. K i r ch e, die in ihrer Leitung beraubt- kirchcnfeindliche Sozialdemokratie, wenn auch nur indirekt, zu unterstützen. Sie erwartet jedoch, daß die Kirche in richtigem Verständnis für die sozialen Fragen der Gegemvart auch in Zukunft ihren Dienern das Recht unverraehrt läßt, für eine auf dem Boden des Evangeliums fußende soziale Politik zu wirken, die, wie für die berechtigten Forderungen der übrigen Stände, so auch für die des Arbeiterstandes eintritt.
Vorsitzender dieser Konferenz ist der evangelische Pfarrer Bern deck in Okarben.
Wilhelm.
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und eine Tochter Elisabeth. — Dem Hilisbremser Albert Lehr em Sohn. — 7. Dem Schneider Georg Rieß ein Sohn. — Tem Maler und Lackierer Karl Konrad Ran eine Tochter Elisabeth Luise. — 8. Dem Küfer Gustav Somnierlad ein Sohn Ernst Ludwig. — 8. Dem Buchhalter Paul Alfred Tretike eine Tochter Anna. — Teni Kaufmann Maximilian Rosenthal eine Tochter Gertrude.
Dem Fabrikarbeiter Karl Strack ein Sohn. — Dein Gerber Heinrich Velten II. ein Sohn Otto. — 10. Tem Spengler Georg Müller ein Sohn Georg. — Dem Gastwirt Karl Kobel eine Tochter Justme. — 13. Dein Schlosser Peter Lotz ein Sohn.
Gestoibcnc.
Juli 6. Karl Wortmaun, 77 Jahre alt, Rentner dahier. — 7. Dorothea Katharine Burk, 3 Jahre alt, Tochter des Acilch- kiitschers Christian Bmk dahier. — Emil Kraushaar, 2 Monate alt, Cohn des Kellners Wilhelm Kraushaar dahier. — Antonie Motz, 63 Jahre alt, ohne Beruf, dahier. — 8. Konrad Hamel, 50 Jahre alt, Installateur dahier. - Adam Ott, 73 Jahre alt, Reiitner dahter. — 11. Heinrich Koch. 53 Jahre alt, Gastwirt ba- hier. — Heinrich WonnSbächer, 73 Jahre alt, Destillateur dahier.
Juli 3. Dem Fabrikarbeiter Heinrich Nachtigall
4. Dem Lokomotivheizer Friedrich Martin
5. Tem Wirt Karl Peppler em Sohn Arthur Heinrich Dem Kiliistgärtiier Osivald Jlgner ein Sohn _ Hans chter Elisabeth. — Dem Hilisoremfe Dem Schneide
Märkte.
Gieße»», 14. Juli. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmaitte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Vfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier 7 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsen»alte2Stck. 5—6 Pfg. Erbsen p.Pstuid 22Pfg., Linsen p. Pfund 32Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—1,00 Alk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—00 Psg., Ochsenfleisch pr. Pfg. 78—86 Pfg., Kuh-und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweine- fleisch pr. Pfund 80—94 Psg., Schivemefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—84 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Pfttud 00 bis 00 Pfg., in Körben 00 Pfd., Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.00—0.00, Kirschen per Pfd. 30—40 Psg., Weißkraut per Stück 00 Pfg., per Zentner Alk. 0.00—0.00. — 'Marktzeit 7-1, Uhr.
Nunst unfc wissettscherft.
— Rembrandt van RijnS, des größten germanischen Künstlers Geburtstag, kehrt ain 15. Juli zum 300. male wieder. Sein geniales Kunstschaffen immer weiter bekannt zu machen, ist das im Erscheinen begriffene Licfcrungs-Prachtwerk Rembrandt in Bild und Wort (Rich. Bong, Kunstverlag, Berlin W. 57, Preis pro Lieferung 1,50 Mk.), dessen 4.-6. Heft soeben erscheint, hervorragend geeignet. Auch diese Hefte erbringen den Beweis, daß für alle Freunde der bildenden Kunst hier ein Werk aus den Markt kommt, das allen Kunstfreunden dauernden Genuß und immer sich ec- ueucrndc Freude an deS großen Meisters Wert schaffen wird. Der berühmte Rembraudl-Kenncr Geh. Rat Dr. Wilh. Bode, hat i>n Verein mit Dr. W. Balentlner die Früchte seiner jahrzehntelangen Studien hier nieder- gelcgt, um sic dein deutschen Volke zu des Meisters Ehrcnjahr darzubringcn. Sechzig der hervorragendsten Oelgemälde in Kupserdruckverfahrcn, neben zahlreichen Abbildungen von Handzeichnungcn, Radierungen ufro. im Text geben ein anschauliches Bild fernes Kunstschaffens und ergänzen das getriebene Wort. Wir glauben, unseren Lesern mit dem Hinweis auf „Rembrandt in Bild und Wort" einen Dienst zu erweisen. Wir wüßten nichts, was besser wäre, Rembrandts Geburtstag würdig zu feiern, als das Sichversenken in seine unsterblichen Schöpfungen vermittelst des Bodeschen Werkes.
Die Feier des 300. Geburtstages Rembrandts nahm in Amsterdam bereits am 13. Juli mit einem Festakte der dortigen Universität ihren Anfang. Mehreren Gelehrten, darunter Dr. Wilhelm Bode-Berlin, Generaldirekior der königlichen Museen, wurde die Würde eines Doctors honoris causa verliehen. Der Rektor der Universität de Buffy und Professor Six würdigten die Verdienste der neuen Doktoren um die Rem« brandtforschung.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 13. Juli.
Das Schöffengericht G i e fj c u hatte dcn Taglöhner F. Sch. aus Grevenstein wegen Diebstahls zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Er hatte einem bctrunEencii Gast in einer hiesigen Wirtschaft das Portemonnaie mit etwa 14 Mark Inhalt gestohlen. Trotzdem er den Diebstahl leugnete, fand man das Portemonnaie bei ihm vor. Da die Feststellungen des Scksöffen- gerichts richtig waren, hatte die Strafkammer leinen Grund zur Aenderung des Urteils, weshalb die von dem Angeklagten erhobene Berufung verroorfen wurde.
Der Schuhwarenhändler G. H. von Friedberg war wegen Betrugsverfuchs unter Anklage gestellt. Als im vorigen Jahr in seinem Laden ein Brand ausgebrochen war, machte er beit Feuerversicherungsbeamten gegenüber falsche Angaben über bett ihm entstandenen Schaden. Es wurde nach und nach fest- gestellt, baß er kurz vor Ausbruch bes Brandes größere Partien seines Vorrats im Werte von etwa 9000 Mark als Ramschware unter Einkaufspreis verkauft hat. Letzteres erregte gegen ihn den Verdacht der Brattdstiftung, weshalb auch ferne Festnahme angeordnet wurde. Nach vierwöchiger Untersuchung erfolgte aber wieder seine Frerlasfung, da die Beweise zur Uebersiihrung nicht ausreichten. Auf Grund von Bücherir und Fakturen wurde fest- gestellt, daß er einen bedeutend größeren Schaden als der ihm entstandene ersetzt haben wollte. Insbesondere verschwieg er bie Ramschverkäufe und gab diese als mitverbrannt an. Das Gericht hielt im öffentlichen Interesse eine empfin'olrche Ahndung für angezeigt, zumal die Versicherungen häufig mit solchen Unlauterkeiten zu kämpfen haben und erkannte auf 4 Monate Gefängnis. _ ,t
Die Händlerin A. K. von Selben bergen, bte gewerbsmäßig Kunden aufsucht, um Photographien Verstorbener vergrößern zu lassen, war wegen Urkundenfälschung und Betrugs angeklagt. Ihre Gepflogenheit ist, Bestellscheine fälschlich anzufertigen und sich die Provision dafür auszahlen zu lassen. Sie ist bereits wegen solcher in Ludwigshafen verübter vand- lungen bestraft, auch gab sie zu, sich auf biefe Werse in anderen Gegenden Geld verschafft zu haben. Einen Photographen in Offenbach brachte sie auf diese Weise um 162.80 Mark und schädigte ihn außerdem u-.n 60 Mark. Bei eurem hiesigen Photograph-n erhielt 'ie auf falsche "Angaben hin 10 Mark Vorschuß und auf Grund fingierter Bestellungen und gefälschter Zettel wertere 10 Mark. Fast in allen Fällen hat sic 'Namen von Leuten angegeben, voir denen es sich herausstellte, daß sic überhaupt nicht existieren. Sie gab an, in Not gehandett zu haben: doch scheint dies nach beit getroffenen Feststellungen nrcht der Fall gewesen zir sein, dcntr sie hat kurz nach Empfang des' Geldes von dem hiesigen Photographin, in Grotzen-Linden Untcrofnzrerc in Wirtschaften frei gehalten. Als sie sich entdeckt sah, fluchtete sie nach der Sctnvciz, wo sie »vegen gleicher vaudlungen strafen erlitt, nach deren Verbüßung sic auf Grund crnes erlassenen Steckbriefs ausgcliesert wurde Sre erhrelt 4y2 Mo n ate Gefängnis, worauf mit Rücksicht aus das sofortige Geständnis IV- Monate der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung ^Auf Anzeige seiner Mutter wurde der Metzgergeselle H. K. von Büdingen wegen Körperverletzung und Bedroh mg in Saft genommen. Jet „22 jä&tigc Stageflagtc bat twqcn Gewalttätigkeiten bereits acht strafen erlitten. Er hat seine Mutter mehrfach mit Totschlägen bedroht, sodaß sie die Vüfe der diachbarschaft in Anspruch nehmen mußte, da sie glaubte, er würde ibw das Leben nehmen. Kürzlich schlug er Ihr mit änem Schlüssel auf das Auge, daß sie erhebliche VeActzungen bäoonhmg unb man ben Verlnft des Mges befürchtete. Bor (%rMrfpnn(*rirfnt hatte er sich äußerst roh benommen, dtach d m und des Sitzungsprotokolls,
ist sein brutaler Charakter gerichtsnotorisch; er genießt einen l’L qi..c petflt zur Trunksucht, Verschwendung und Wiaaan? Ms ihm das auf ein Jahr Gefängnis lautende I rtcü '^verkündigt wurde, brach er in lautes Lachen aus; er rie dem Vorsitzenden zu, die Hälfte mache ich ab und bi? andere £;e. auch der Amtsauwalr kann ein paar Monate davon belommT Seine MntL nannte er ein meineibigeä Rabenaas!
Die nach- A amrIq sind Sonntag;, den 15. Juli von stehenden o-ü 1 £i l v 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher auzutreffen.
Arndt, Bahnhofstrasse 41. — S.-Kat Dr. Haupt, Asterweg 29. Dr. Kipper, Wilhelmstrasse 2.D
Sonntag; 4—9 Uhr &>4
Nur Pelikan-Apotheke offen.
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rtauien. 105012 ^üuberger «tratze 4!,
Hins- uLtachelbeeren zuverk. kiuuerLtr.lQmHinltth. |*to iqiilert>att.Tamcii-^hrrat juverk.NeilstadtlS.I. [04981 e noch gut erh.Tresciiqami!,^ Mrd. Lokomobile, 60°Mig. twagen, mit dazu gehörig -Glaiisttohvresse preiswert jv mien bei Johannes Berg XJ | Dilme, Lang-tzoii-. n noch gut erhaltenes afelkiavier rfoufen. Näheres bei Schuh- mneifter Amcnv, Bahn- ifce 38. [t1*/,
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