ISO. Jahrgang
Nr. 241 Viertes Blatt.
Samstag 13. Oktober 1806
Erscheint stigNH mit Ausnahme beS Sonntags.
Die „fkfcentr Zamilienblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »Hessisch« Landwirt" erscheint monatlich einmal.
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Seneral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Sietzen.
Ein Brief des „Herzogs v. Braunschweig".
Der Herzog von Cumberland hat den in den letzten Dagen bckanntgegebcnen zwischen ihm und dem Kaiser und dem Reichskanzler gehabten Schriftwechsel mit einem Begleitschreiben an das braunschw. Staatsministerium mitgeteilt. Die amtl. »Braunschw. Anzeigen^ sind ermächtigt, dies Begleitschreiben wiederzugebcn:
Die von der Landesversammlung des Herzogtums am 25. September zur neuen Regelung der Negicrungsverhältnisse einstimmig gefaxte Resolution habe ich, weil sie für das legitime Recht eintritt, als deutscher Fürst mit warmer Freude begrübt. Die Resolution hat mich veranlaßt, sowohl an S. M. den deutschen Kaiser und König von Preußen als auch an S. D. den deutschen Reichskanzler und Minister der Auswärtigen Angelegenheiten Fürsten v. Bülow die abschriftlich beigcsügten Schreiben am 2. d. M. zu richten. Darauf habe ich die gleichfalls in Abschrift beiliegenden Antwortschreiben vom 5. bezw. 7. d. M. erhalten. Nach meiner besten Ueberzcuguug habe ich durch mein Schreiben an S. M. den deutschen Kaiser das weitgehendste Entgegenkommen bewiesen. Zu meinem lebhaften Bedauern aber hat S. M. der Kaiser Mlerhöchst sich außer Stande erklärt, der Seinem Allergnädigsten Wohlwollen von mir empfohlenen Bitte näher zu treten. "Auch hat S. D. der Reichskanzler die von mir erbetene- Unterstützung meines Sr. Majestät unterbreiteten Vorschlages nicht zusagcn können. Die für die Ablehnung meines Vorschlages angeführten Gründe vermag ich in keiner Richtung an zu erkennen. Denn durch die von mir vorgeschlagene Neuregelung der Regierungsverhältnisse im Herzogtum wird meines Erachtens die Sach- und Rechtslage wesentlich verändert, und ganz unerfindlich ist mir, inwiefern die Regierungsübernahme meines jüngsten Sohnes im .Herzogtum Braunschweig die Interessen des m ä ch Ligen Deutschen Reiches sollte gefährden können. Ich beschränke mich hier nur darauf hinzuwcisen, daß der Bundcsratsbeschluh vom 2. Juli 1885, wie ja auch schon der Wortlaut desselben ergibt, nur gegen mich, nicht auch gegen die Mitglieder meines braun- schweigisch-lüncburgischeu Hauses sich richtet. An vorstehende Mitteilung, welche das Land Braunschweig und besonders die Landes- Versammlung über den im Sinne der Resolution vom 25. v. M. von mir unternommenen Ausgleichsversuch und über dessen Zurückweisung ausllären soll, knüpfe ich hiermit das an das Herzog!. Staatsministerium gerichtete dringende Ersuchen, ohne Verzug, wie mit den an das Herzog!. Staatsministerium gerichteten Noten des deutschen Reichskanzlers und Ministers der Auswärtigen Angelegenheiten vom 3. Oktober geschehen ist, dieses mein Schreiben mit den Anlagen durch die amtlichen „Braunschw. Anzeigen" zur öffentlichen Kenntnis zu bringen und, worauf ich ganz besonders Gewicht lege, der Landesversammlung vorzulegen, deren erneute Tagung bevorsteht, (gez.) Ern st August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg."
Zur Rückkehr des Frhru. von Zucco und Cuccagua zur katholischen Kirche lesen wir im kathol. „Mainzer Journal":
Wir sind ermächtigt, folgendes zu erklären:
Herr von Zucco und Cuccagna war niemals österr. Kavallerie- Offizier, besaß nie ein großes Vermögen und hielt nie kostspielige Rennställe. Herr v. Zucco trat niemals zum protestantischen Glauben über. Seine Familie besitzt auch. lein großes Majorat, noch ist der angebliche Majoratsherr vor kurzem gestorben. Herr v. Zucco und Cuccagna Hat niemals eine Erbschaft gemacht, auch steht eine solche Erbschaft nicht in Aussicht. Aus Vorstehendem geht zur Genüge hervor, daß alle über den Widerruf des bisherigen freireligiösen Predigers verbreiteten romanhaften Schilderungen vollständig aus der Lust gegriffen sind und jeglicher Grundlage entbehren.
Dazu bemerkt das „Mainzer Tagebl." folgendes:
Sicherlich wäre es keiner Zeitung in den Sinn gekommen, die Bekehrung des Herren v. Zucco und Cuccagna zuin Gegenstände einer öffentlichen Erörterung zu machen, wenn sie sich im stillen Kämmerlein vollzogen hätte. Aber wer war es denn, der die Privatsache des Herrn v. Zucco in die Öffentlichkeit gezerrt hat? Der Bekehrte selbst, der auf offenem Markte seinen Widerruf verkündete, und das „Mainzer Journal", das uns die „ecclesia triumphans" mit Pauken und Trompeten vorführte . . . Und eine ganz natürliche Erscheinung ist es auch, daß der plötzliche Glaubeiiswechse! dcs Herrn v. Zucco allerlei Vermutungen wachgerufen hat. Das „Mainzer Journal" muß doch selbst zugeben, daß Veranlassung genug vorhanden ist, den Ursachen der Bekehrung nachzusorschcn, wenn ein Mann heute das anbetet, was er noch »or acht Tagen mit geradezu fanatischem Eifer verbrannt hat. Ein normaler Mensch, den kein außergewöhnliches materielles Interesse oder kein gemütaufwühlendes Erlebnis dazu antreibt, springt doch nicht, einem plötzlichen Entschlüsse folgend, mit einem Satze aus dem Atheismus und Anarchismus in den Schoß der alleinseligmachenden Kirche! Einem solchen Schritte gehen doch heiße, heftige Seelenkämpfe voraus, Seelenkämpfe, die auch der Umgebung, besonders aber der Frau, nicht verborgen bleiben können. Frau von Zucco war jedoch von der Bekehrung ihres Mannes ebenso überrascht, wie der Aeltestenrat der freireligiösen Gemeinde und der Vorstand der ozialdemokratischeu Partei. Tas „Mainzer Journal" muß es ich deshalb schon gefallen lassen, daß über die Gründe, die einen Schützling zu dem erneuten Glaubenswechsel bewogen haben, Vermutungen laut werden, die gerade feine Schmeichelei für die jüngste Errungenschaft des Klerikalismus bilden. Gern geben wir zu, daß wir feinen Beweis besitzen für die Wahrheit der Geschichte von dem Majorat, die Herr von Zucco selbst erzählt haben soll. Die Möglichkeit, daß diese Erzählung falsch war, leuchtet ims umsomehr ein, als das italienische Wort „cuccagna" auf deutsch „Schlaraffenland" heißt, das Majorat des Herrn von Zucco demnach im Schlaraffenland gesucht werden müßte.
Vermischtes.
* Mit ihrem geschiedenen Manne durchgebrannt ist in Berlin die 23jährige Elfriede St., die Tochter eines wohlhabenden Hausbesitzers. Die junge Dame hatte, als sie vor drei Jahren mit ihrer Mutter in einem Seebade weilte, die Bekanntschaft eines dortigen Badearztes gemacht und sich in den schönen Mann sterblich verliebt. Da die Erkundigungen, die Herr St. über den Erwählten seiner Tochter einzog, nichts weniger als günstig lauteten, verweigerte er seine Eimvilligung zu der Heirat. Schließlich gab er aber doch nach. Da§ erste Jahr der Ehe war auch recht glücklich und schien allen bösen Voraussagungen Lügen zu strafen. Dann aber gab der Doktor seine Praxis auf ilud begann mit dem (Selbe seiner Frau einen flotten LebenS- wandek. Nun veranlaßte Herr St. seine Tochter, ins Eltern
haus zurückzukehren, und setzte die Scheidung der Ehe durch. Frau Elfriede war aber nach wie vor in ihren schönen Mann verliebt und korrespondierte- eifrig mit ihrem geschiedenen Gatten. Sie hatte sogar heimliche Zusammenkünfte mit ihm itnb ließ sich schließlich bewegen, unter Mitnahme des geretteten Nestes ihrer Mitgift mit ihm heimlich durchzugehen. Sie hinterließ einen Brief an ihren Vater mit der Bitte, sie nicht zu suchen; keine Macht der Erde würde sie von ihrem Manne trennen. Tas wieder vereinigte Paar soll sich nach dem Ausland gewandt haben.
* Von ber Tienstbotcnnot kommt aus dem Berliner Vorort Groß-Lichterfelde eigenartige Kunde. Hält es schon, so lesen wir in der „Dtsch. Tagcszlg.", in Berlin schwer, Mädchen zu bekommen, so verzehnfacht sich die Not in den Vororten, besonders in den entfernter gelegenen. Zu diesen gehört Lichterfelde. In seinem westlichen Teile geht es noch an, denn dort wirkt die Kaserne der Gardeschützen als Magnet; im östlichen Lichterfelde, wo viele reiche Leute mit großen Haushaltungen wohnen, also der Bedarf an Dienstboten größer als sonstwo ist, will kein Mädchen sich vermieten. Es ist den Gehilfinnen des Hauses dort zu langweilig. Läßt sich doch ein in Berlin eben erst aus der Provinz zugezogenes Mädchen durch hohen Lohn bestimmen, nach Lichterfelde zu ziehen, so dauert die Freude nicht lange, und Minna geht nach 14 Tagen oder 4Wochen nach Berlin zurück, wo es lebhafter hergeht. Bei der Lichterfelder Polizei werden in jedem Monat 10 bis 20 Anträge auf Herbeischaffung von Dienstmädchen gestellt, die ohne Kündigung mnd ohne Abschied den Dienst verlassen haben. Unter diesen Umständen wird sich niemand darüber wundern, wenn er folgende 'Anzeige lieft:
Dienstmädchen-Ersatz.
In kleinem Haushalt wird für alle Hausarbeiten und zum Anlernen im Kochen ein recht ordentlicher, vernünftiger und häuslicher Mann, unverheiratet oder Witwer, gesucht. Sehr gute Behandlung und sehr gute Kost zugesichert. Männer, die schon etwas von der Küche verstehen, bevorzugt. Adr. mit Lohnansp. usw. Also umgekehrt: Hier wird ein Mann für ein Mädchen gesucht, während unsere Frauenrechtlerinnen alle Berufe des Mannes mit weiblichen Kräften ausüben wollen. Eine verdrehte Welt! Uebrigens zweifeln wir nicht daran, '^daß zu der angenehmen Stelle in Groß-Lichterfelde mit „sehr guter Behandlung und sehr guter Kost" sich genug Bewerber melden.
* Der Man de lprofessvr. Mel belacht wird in medizinischen Kreisen Berlins ein Vorkommnis, bei dem ein Halsarzt, Professor X., die Hauptrolle gespielt hat. Professor L. ist überaus beschäftigt und seine Sprechstunde alle Tage von Patienten überfüllt, sodaß sich der vielbefragte Arzt allmählich ein sehr kurzes und summarisches Verfahren zurechtgelegt hat. Es erscheint also ein junger Mann bei dem Professor und beginnt stockend: „Herr Professor, ich habe eine--" „Bitte, setzen Sie sich nur her", sagte
der Professor darauf ziemlich hastig. „Sie sind in guter Hand, — so, hier auf den Stuhl", dabei drückt er den Patienten auf den bekannten großen Untersuchungsstuhl, „so, nun machen Sie den Muno recht weit auff, sagen Sie a—". Dabei nimmt er von einem Tischchen ein kleiiws Instrument, fährt deui Sitzewden damit in den Mund: „So, sehen Sie, Sie sind in guter Hand, da haben wir sie schon." — Dabei hält der Professor mit triumphierender Miene an einer Pinzette zwei Stückchen Fleisch in die Höhe. „Die Mandeln werden Ihnen nicht mehr weh tun —" „Mer, Herr Professor", sagt der Patient darauf. — „Na, was wollen Sie denn noch? Die Mandeln sind ja raus —" „Aber, Herr Professor, ich wollte ja gar nicht operiert werden, ich habe eine Buchhändlerrechnung für Sie, um deren Bezahlung ich bitten möchte--" Ob der meuchlings ent-
mandelte Buchhändler auch noch ein Honorar zahlen mußte, ist nicht bekannt geworden. Professor X. hat aber seinen Spitznamen „Der Mandelprofessor" weg.
* Der Senior der deutschen Schützen, der in Wolmirstedt bei Magdeburg wohnende, am 31. Mürz 1817 daselbst geborene Drechslermeister David Woh lmuth, begeht morgen, am 14. Oktober, mit feiner 84 Jahre alten Ehefrau Henriette in voller geiftiger und körperlicher Rüstigkeit das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Der Jubelbräutigam, ein atter Soldat, ist Mitbegründer des 1850 in feiner Heimatstadt entstandenen Schutzenvereins, und ist dem Verein bis heute ein ununterbrochen treues Mitglied gewesen. Durch seine 56jährige Zugehörigkeit zu einem Schützenverein ist der nun bald Neunzigjährige der älteste augenblicklich lebende deutsche Schütze.
* Eine Diebin in Männerkleidern, Das Landgericht München hat die 26jährige Dienstmagd Walpurga Kurrer aus Niederbayern wegen einer Reihe ganz außerordentlich verwegener Cinbruchsdiebstähle zu 1 Jahre 10 Monaten GesamtgefängniSstrafe verurteilt. DaS Mädchen, das scharfgeschnittene Züge und eine tiefe Stimme besitzt, ließ sich die Haare kurz schneiden, um alsdann in Männerkleidern während dreier Monate sich einer sehr abenteuerlichen, dunkeln Existenz hinzugeben. Das Schöffengericht Starnberg und das Landgericht Neuburg a. d. Donau hatten sie zuvor schon ab- geurteHt, bis sie jetzt vom Landgericht München auf die schon angegebene Gesamtstrafe gebracht worden ist.
* Kleine Tage sch rvnik. In Kiel wurde in einer Villa ein E i n b r u ch s d i e b st a l) l verübt, wobei der Sohn des Besitzers von den Einbrechern geknebelt rind das Hans, nachdem die Diebe Wertsachen und Bargeld genommen, in Brand gesteckt nnirbe. Die Diebe sind entkommen. Tas Feuer wurde von den herbeigeerlten Wächtern der Schließgesellschaft gelöscht. Es ist dies der sechste Fall von EinbruchSdiebstahl, der in Kiel seit kurzem voryekommen ist. — Tie wegen ihrer 2cl)önheit in Paris bekannte Künstlerin L i a n e d e B o u o i ist das Opfer eines A u t o m o b i! - U n s a l l e § geworden. In der Nähe von SureSncS stieß ihr Kraftwagen mit einem anderen Automobil zusammen. Tie Künstlerin wurde aus dem Wagen geschleudert und erlitt schwere innere Verletzungen. — In dem bayrisch-sächsischen Grenzorte Blankenburg erschoß der Bäckereigeschästssührer Ai ü l l e r einen dreizehnjährigen L a u f b u r s ch c n mit dein Revolver, dessen Mechanismus er dem Knaben zeigen wollte. Müller erschoß sich dann aus Verzweiflung selbst durch einen Schuß in die Scpläie. — Der Arbeiter Beuchet aus Buffholz gab in (Spinal mehrere
Schüsse auf seine 22jährige Tochter, sowie aus sich selbst ab. Beide sind tot. — Beim Wildern wurden in A l t r e i ch e n a u (Niederbayern) die beiden Brüder Salzinger erschossen. — In Bochum wurde die ft-rau des Arbeiters Skazian erdrosselt anfgefuiiden. Ter Ehemann ivird verrtiißt. — Aus dem Bahnhofe Schönberg der Linie Plauen-Hof stürzte der Schaffner Ruck- lischel, als er den Bremssitz ersteigen rooltte, zwischen die Räder und wurde in Stücke zerrissen.
Dritte Lifte der Spender des neuen Stadttheaters.
Amend, Konditor, Bär unb Wetterhahn, Landesprodukten- Handlung, Behm, Fräulein, Bndcrus'sck>c Eisenwerke in Wetzlar, Conrad, Joscs, ftrifeue, Darmstädter Bank, Fayct, Dr., Arzt, Frank, Dr., Professor, ft-ri^I, Lehrer, Förtsch, Bierbranereibesitzer, Geinc, Kaufmann, Eoldscymidt, A., Kaufmann, Gewcrbcbank Gießen, Hofmann, Gebäude- und Glasreinigungsinstitut, Huhn, Hof- lohnkutscyer, Kauf, Rentner, Kral', Kaufmann, Kretschmar, Geh. Justizrat Wroe., Kretschmar, Dr., Professor, Kramer, Frl., Kröck und Müller, Dachdeckermeister, Lemme, Direktor, Löwenthal, Richard, Kaufmann, Levi, Schirmfabrikant, Meyer, Architekt, Moritz, Dr., Professor, Mueller, Ella, Lehrerin, Müller, Jo- hann, Bäckermeister, Muth, Konsul, Michel, Pferdehändler, Ohler, Rentner, Obmann, Möbelhändler, Rahn, Hochbauaufsehcr, Schaaf, Hauptlehrer, Schmidt, Landgcrichtsrat, Schmoll, Oberlehrer, Schadt, Mühlcnbesitzer, Wwe., Ungenannt, Vigelius, Fräulein, Wißncr. Stadtgevmetcr, Wicgand, Schlossermeifter. Außerdem haben folgende Personen, deren Namen schon einmal ausgeführl sind, die Fortdauer ihres Interesses noch durch eine weitere Spende bezeugt: Abermantc und Kling, Bauunternehmer, Bichler, Brauereibesitzer, Birkenswck und Schneider, Bauunternehmer, Friedberger, Max, Kaufmann, Georgi, Kommerzienrat, Haubach, Stadtverordneter, Heichelheim, Bankier, fiemme, Direktor, Schiele, Stadtverordneter, Thcatcrvcrein. Es steht zu hoffen, daß auch die demnächst zu veröffentlichende vierte Liste noch eine stattliche Anzahl von Namen anfweiscn wird. Anmeldungen von Spenden bittet man an Musikalienhändler Ehallicr oder Professor Fromme oder Stadtverordneter Haubach oder auch an irgend ein anderes. Mitglied des Komitees zu richten.
GeL'rchLsßacrt.
— Wegen tödlicher Mißhandlung seiner Tochter wurde der frühere ©efangenauffeher Flecken- ftein aus Kreuznach vom Schwurgericht in Koblenz zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. DaS Mädchen wurde wpgen ihres schlechten Lebenswandels von dem Vater mit einem Besenstiel so geschlagen, daß der Tod eintrat.
Flensburg, 12. Oft. Wegen Wechsclfälschung in 41 Fällen im Betrage von 25 000 Mf. verurteilte die Strafkammer den angesehenen Großkaufmann und früheren Stadtverordnet e n Schmidt-Appenrade zuzweiJahren Gefängnis. Schmidt flüchtete im März 1905 nach Chicago, wurde aber im Mai 1906 nach Deutschland ausgeliefert.
Landau, 12. Oft. Das Kriegsgericht verurteilte den Chevauxleger Stephan wegen Vergreifens an Vorgesetzten unb schweren Ungehorsams zu zwei Jahren acht Monaten Gefängnis, und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes.
AttZVerZstäts-Nachrrchten.
— Der Studiendirektor des Predigerseminars in Preetz, Kloster» Prediger und Privaldozent an der Universität Kiel, Professor Lic. Franz N end torff, ist zum Konsistorialrat in Kiel ernannt worden. — Der Assistent bei der praktischen Unterrichtsanstalt für Staatsarzncikunde an der Universität zu Berlin Dr. Arthur Schutz ist zum außerordentlichen Professor in Halle ernannt worden. — Der außerordentliche Professor an der Universität zu Leipzig Dr. Mar B o d e n st e i n ist zum Abteilungsvorsteher am physikalisch-chemischen Institut der Universität zu Berlin und zum außerordentlichen Professor ernannt worden.
— Air Stelle von Prof. Dr. Philipp Kneib, der Schell's Lehrstuhl in Würzbrrrg übernimmt, ist der Prioatdozent an der Universität M ün ft er i.W. Tr. theol. Jacob Margreth als Professor der Moraltheologie an das Priesterseminar in Mainz berufen worden.
Würzburg, 12. Oft. Der Sprachforscher Geheimrat Prozessor Unger ist hier int Alter von 80 Jahren gestorben.
Arbeiterbewegung.
Aachen, 11. Oft. Tie Leitung des Hüttenwerkes Rote Erde weißt die zur Arbeit sich meldenden Ausständigen nicht mehr zurück. Heute wurden 14 Mann, zumeist Maschinisten angenommen.
Budapest, 11. Oft. Die Bäck ergehilf en erklärten heilte nachmittag den Ausstand, 2500 Gehilfen stellten sofort die Arbeit ein. Tie kleinen Bäckermeister beschlossen, bei den Großbäckereien zu arbeiten; ferner wurde die Hilfe der Militärbäckereien in Anspruch genommen, sodaß die Bevölkerung vor Brotmangel geschützt i[L
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