Nr. 24L
Mover 1906
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Zum Kall Karell
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lchen Gymnaßaliächern. tL Anfragen unter 07660 esener Anzeiger erbeten.
Erscheint ISgNch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Siebener FamilienblStter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der "hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
des Bezirks im Durchschnitt des letzten Dezenniuins wesentlich niedriger als in dem vorhergehenden Jahrzehnt.
Die aus dein Gesagten abzuleitende erhebliche Vec- bessernng der Lebenshaltung der Ruhrbergarbeiterschaft stellt sich als ein sehr erfreuliches Ergebnis dar, denn es ist im höchsten Maße wünschenswert, daß die Vermehrung des Wohlstandes, welche die aufsteigende Entwickelung der deutschen Volkswirtschaft unserm Volke gebracht hat, auch den breiten Mafien m einer Stärkung ihrer Kaufkraft und damit einer gesteigerten Teilnahme an den Gütern der Kultur zugute kommt.
“J, ber Stichwahl» sich als zuverlässiger Charakter erwies. Kein L-tandesvorurterl durste ihm den Blick für diese seine Staw despflicht trüben.
Arbeitslohn und Lebenshaltung der Ruhrbergarbeiter.
Uebrigens wird, wie dec Verfafier hervorhebt, die Be- deutung der Steigerung der Lebensmittelpreise für die Belegschaft vielfach übertrieben, da der Ruhrbergarbeiter in nicht zu unterschätzendem Umfange' Produzent von Lebensmitteln in eigener Wirtschaft ist. Viele Belegschaftsmitglieder besitzen Eigentum an Garten, Feld und Wiesen oder haben soviel Land in Pacht, daß sie daraus auch ein Stück Vieh halten können. Bis zu einem gewissen Grade besteht eine Unab- hängigkeit aller dieser Wirtschaften von dem Marktpreise wichtiger Lebensmittel. Für eine Reihe weiterer Ausgabearten, für Milch, Bier, Branntwein, Zucker, Kleider, Schuhe, Beleuchtung und Heizung, für die keine amtlichen Preisermittelungen vorliegen, hat Dr. Jüngst durch Umfragen euren Anhaltspunkt zur Beurteilung der Preisveränderungen in den letzten 20 Jahren zu erlangen gesucht. Danach ergibt sich für alle diese Ausgabearten keine, oder doch nur eine geringfügige Steigerung, die allerdings teilweise mit diesem Jahre stärker geworden ist. Sehr erheblich ist dagegen der Mietsaufwand gewachsen. Doch wird auch die Bedeutung des Einflusses der gestiegenen Mieten auf die Lebenshaltung der Belegschaft häufig überschätzt, da meist außer acht gelassen wird, daß ein großer Teil dieser, wie die Hausbesitzer, die Haushaltungsvorstände in Zechenwohnungen, die im Bergbau tätigen Söhne dieser beiden Kategorien, die sonst noch bei ihren Eltern wohnenden Bergleute und zum Teil auch die Einlieger in Zechenhäusern — rund 50 Proz. der Gesamt» belegschaft — von der Erhöhung der Mieten überhaupt nicht oder doch nicht in vollem Umfange betroffen worden sind. Auch ist sicherlich in den Landbezirken des Reviers keine so tarke Mietsteigerung eingetreten, wie in den Städten, da dort die umfangreiche Errichtung von Zechenwohnungen mit ihren niedrigen Sätzen der Erhöhung des Mietsnioeaus entgegen» gewirkt hat. Entgegen der landläufigen Meinung sind auch die Ausgaben für Steuern nicht gestiegen. Einmal brachte die Steuerreform von 1891 den unteren Steuerstufen eine erhebliche Entlastung, sodann stellen sich auch die Gemeindeteuerzuschläge zur Einkommensteuer in den meisten Gemeinden
gleichzeitig der Jahreslohn eures Hauers nur 3>18 Proz. zurückging (der Schichtlohn stieg jedoch um 1,26 Proz.), so mußte dies eine erhebliche Verschlechterung in der Lage der Ruhrbelegschaft bedeuten, die sie sich, soweit sie aus dem durch den Streik verursachten Lohnausfall herrührt, allerdings selbst zuzuschreibeir hat.
_ Die Erwartung, daß der hohe Stand der LebenSnrittel- preise des letzten Jahres nicht von langer Dauer fein werde, hat sich leider nicht erfüllt. Unter Zugrundelegung dec Preise für die ersten sechs Monate des Ifö. Jahres 'ergicbt sich für dieieir Zeitraum ein 11 Pcoz. höherer Aufwand für Lebensmittel als in 1886, was gegenüber denk Vorjahre eine Steigerung um 4,5 Proz. bedeutet.
Aber auch der Lohn ist in dem ersten Semester des lfd. Js. gestiegen. Es stellte sich dec Schichtlohn des Hauers im ersten Halbjahr 1906 anf 5,08 Mk. gegen 4,84 Mk. im Durchschnitt des Vorjahres. Die Steigerung beträgt 4,96 Proz. und übertrifft die Zunahme des Lebensmittelaufwandes um säst y2 Proz. Im dritten Quartal ds. Js. sind allerdings, soweit die bis jetzt veröffentlichten Nachweisungen für Juli und August ein Urteil ermöglichen, die Lebensmittelpreise weiter gestiegen. Diese Steigerung ist aber durch die gleichzeitige beträchtliche Zunahme des Schichtverdienstes, die übereinstimmend von allen Zechen gemeldet wird, mehr als auf. gewogen worden.
Dagegen hat die ganz ungewöhnliche Erhöhung der Lebensmittclpreise im Vorjahre um mehr als 8 Proz. damals keinen Ausgleich durch eine entsprechende Lohnsteigerung gesunden mit der Folge, daß die materielle Lage der Ruhr- Bergarbeiterschaft gegenwärtig bei mindestens gleichem Geldlohn wie 1900 doch relativ nicht so gut ist, wie in dem genannten Jahre. Hier liegt allerdings eine Ungunst der Verhältnisse vor, unter der die weitesten Kreise der Bevölkerung im ganzen Reiche zu leiden haben. Da jedoch die Löhne iur Ruhrbezirk ihre stark steigende Richtung fortsetzen und noch keinerlei Anzeichen für ein baldiges Abflauen der Konjunktur vorliegen, so ist es bei längerem Andauern dieser nicht ausgeschlossen, daß der Ruhr-Bergarbeiter, wie er bereits fein bisher höchstes Lohneinkommen von 1900 überschritten hat, auch trotz dec allgemeinen Teuerung seinen damaligen Standard of life wieder erreichen wird.
Notationsdrrrck und Verlag der Brü hl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulftr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
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. Eine Zett, in der der Pfarrer nicht mehr tote früher von der Autorität fernes Amtes getragen wird, verlangt nach Männerrr, Ae m innerer Freiheit ihren Beruf ausüben und die ganze Personlrchlert für ihre hohe Aufgabe einsetzen fönnen. Je per- svnlicher uttb zarter dre Getoissensfragen sind, vor die der inner- lrche freie Mensch gestellt wird, um so ängstlicher soll man äußeren Zwang und schematisches Regulieren scheuen. Besser der freie Pfarrer, der gelegentlich irrt, als dec unfreie unter der korrektesten Dienstvorschrift.
Den Ausführungen D. Guyots, bereit Gehalt in diesen Andeutungen lange nicht erschöpft ist, gebührt um so eher Beachtung, als in ihnen der Vorsitzende der rasch aufgeblühten „Freien Innh^^ftrdrnirhpn gipr.h.iAimq" das Wort nimmt. Man wird
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^roishau'erh"'' w tin Vorstand
Sriii Ä ber Behörde aus der Gehorsamspflicht rrn Lr Ä ^atlx$CItr °Jri9lClt gegenüber ableiten wollte, blC ^che eben als sittlich-religiöse Gemeinschaft Interesse haben müsse bet verkennt den Charakter der „Odrig- rcTt im modernen Verfassungsstaate und denkt in Kategorien tnpnov ..Wenn Kocell selbst die Parole zur
Diesen attprotestantischen Kirchenbegriff hat das 19. Jahr- hundert unzweideutig überwunden. Der hessischen Kirchenverfassung von 1874 gilt die Kirche durchaus als selbständige Größe mit eigenen Zielen und Aufgaben, und die letzten 30 xsaftre haben über die dort im Keime begründete Verselbständigung der Kirche gegenüber dem Staate in ganz Deutschland tiefgehende Erörterungen zutage gefördert, die llar auf noch weiter gehende Verselbständigung der Kirche im Sinne ihrer ursprünglichen Bedeutung als Kultus- und Religionsgemeinschaft hin- weisen. Die hier eindeutig erkannten eigenen Aufgaben der Kirche aber sind so groß, daß vor ihnen alle anderen, nicht aus ihrem Wesen entspringenden Zwecke zurücktreten müssen. "Wer sich ermthast in die eigenen Ziele, Aufgaben und Zwecke der Kirche vertieft, der kann gar nicht mehr so von ihr reben, als ob sie einfach unter den „staatserhaltenden Parteien" zu rangieren hätte, denn das ist die Frage bei der ganzen grundsätzlichen Bedeutung, die das Erkenntnis im Fall Korell hat,
Gerade zur rechten Zeit veröffentlicht Dr. Jüngst-Efien m ber Zeitschrift „Glückauf" eine Reihe von Artikeln- „Arbeitslohn und Unternehmergewinn im rheinisch-westfälischen Steinkohlenbergbau" betitelt, worin auch über die Entwicklimg ber Lebenshaltung ber Riihrbecgacbeiterschaft in den letzten zwanzig Jahren ein reiches Material enthalten ist. Wir müssen uns versagen, auf die von dem Verfasser bei seinen Feststellungen angewendete Methode einzugehen — wer sich dafür interessiert, sei auf die Aufsätze selbst hingewiesen, die als Sondec- sätzlichen Bedeutung, die das Erkestnttiis im Fall Korell hat iS- V°\bem ber Zeitschrift Glückauf, Essen, abge- ob die Kirche efne selbständige religiöse Aufgabe neben allen | $ .1 lucl cn e$ ^nn hier vielmehr nur baS Ergebnis staatlichen und bürgerlichen Aufgaben hat oder ob sie die allzeit wiedergegeben werden.
gehorsame Dienerin weltlich-politischer, sogenannter bürgerlicher Dieses ist außerordentlich bemerkenswert. Während sich Z7u°° Iah» das ben
politsichen Fragen Partei zu ergreifen. ^ochsten Preisstand m ber zwanzigiahrigen Periode ausweist,
Diese aus ihrem Wesen als Religionsgemeinschaft folgende Durchschnitt des Ruhrbezirks (gewonnen aus ben ent» politisch neutrale Haltung hat die Kirche ber Sozialdemokratie sprechenden Zahlen für Dortmund, Bochum, Essen, Witten) Ä |?f°A SÄSTtaS ÄÄ1Ä W« in 1886, ist b°- Jahres, lirchensetndltche Haltung vieler Glieder und Führer dieser Partei X°ULCC§ ,in diesem Zeitraum um 61,56 Proz. ge-
nicht trre machen zu lassen. (? D. R.) Der Religionsfcindschaft wachsen und dabei ist er im letzten Jahre durch den Streik hat die Kirche entgegenzuwirken, wo sie solche auch finde, bei sozial- gewissermaßen künstlich herabgebrückt worben. Zieht man W um fo ergibt fiel, jognr e.ne
mals politischer.*) Politische Macht ist nicht im Geiste des Evan- ^'gcrung um 65^ Proz. Im Durchschnitt ber letzten geliums, dessen Pflege ihr obliegt. Der einzelne Christ mag 1U Zähre ist ber LebenSrnittelaufwand im Vergleich mit dem fid) durch politische Erwägungen gedrungen fühlen, als Staats- oorhergegangenen Dezennium nur um 3,24 Proz. qeftieaen b"8“n MÄÄtar*"' Mc th* ett -'ich- der J°hr-Za-rdi-nst eines Hauers dagegen um 32,70 Pro;., Es kouimt der Kirchenbehörde demgemäß auch nicht zu, .J3, ilc$ in dieser Zeit feine Lebenshaltung um fast die ihr unterstellten Pfarrer auf ihre parteipolitische Stell- em drittel verbessert. Am günstigsten war seine wirtschaft- ungnahme zu überwachen. Wohl unterliegt das lÄntteten des liche Lage im Jahre 1900, wo sein Jahreslohn 87,74 Proi
LSL iiÄ tteÄt bem/weau von 1886 staub während feine Nahrung Pfarramtes nur unter ganz besonderen Umständen rechtfertigen, e nen Mehraufwand von 9,83 Proz. erforderte. Die daß der Pfarrer, auch iwch die aufreibenden Pflichten des aktiven Steigerung des Aufwandes fetzte sich auch in den Jahren auf sich nimmt. Aber hat er in ernster, aller persön- 1901 und 1902 fort, welche im Zeichen des wirtschaftlichen Ä ÄS M Rf &?‘B “nb. be"Mrbcite" b-trächt. Großh. Oberkonsistorium einräumt, dann muß er seinen politi- ^^uherabietznngen brachten. Dagegen waren ihnen die scheu Standpunkt genau so frei wählen dürfen wie jeder andere Z^hre 1903 und 1904 wieder günstig, insofern sie bei einer Staatsbürger. Keine Behörde darf ihm vorschreiben, wie er Zunahme deS Lohnes um 11,44 und 0,47 Proz. eine um Ä “"b 4-3£ Pw-- 9“»««* Ausgabe für Lebens,
zialdemokratie verbieten und die Grundsätze der Sammelpolitik „ ^orderten. Das letzte Jahr zeigt bann ganz imge- zur Pflicht machen wollen. Denn nichts anderes bedeutet es, wohnliche Preisoerhältniffe, infolge deren die Aufwandzahl wenn Korell diszipliniert wurde, weil er den Sozialdemokraten 1(1886 ---- 100 gesetzt) von 107,16 auf 115,90 stieg. Ta
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Marburger Llrage 28, ludeiil erteilt sorgsaliigen
Drittes Blatt 156. Jahrgang Samstag 13
Giehener Anzeiger
erhielten wir eine Zuschrift mit ber Bitte um Veröffent- sj«P. entsprechen dieser Bitte, obwohl wir mit den des Clnis Ausführungen uns nur zu einem Teile einverstanden erklären können. Die Zuschrift lautet:
, Wenn sich die erste Erregung über einen neuen „Fall" leit' \..t ^>cl|u
gelegt hat, wenn das fensationssrohe Publikum ihn zu der- vergangener Jahrhunderte, jvuren leioit Die tnr
2« baniLJrt iur ernste Vtänner die Zeit gekommen, Wahl des Sozialdemokraten ausgegeben hätte lwas bekanntlich
? Arbeit zu gehen und das Einzelereignis auf die in ihm sucht er, sondern fein Wahlkomitee getan f;at', könnte man ihn jur Süfung 5raugenbcn grundsätzlichen Fragen leidenschaftslos die Pslicht des Gehorsams gegen die Obrigkeit nicht Vorhalten sich <?ann °lIt die in ihm enthaltenen und denn, wenn ber deutsche Reichsbürger an die Wahlurne schrut-t
^driuzipien reinlich herausznlösen, tlar zu scheiden und wählt, so ist er in diesem Tun gar Fein Untertan Än unö du beurteilen. Wenn so das Nachdenken den Einzelfall in er nimmt an der-Regierungsgewalt^ teil ist also ein Stück Ved-utung erkannt, und. damit die Erkennt- Obrigkeit selbst." „Unsere Staatsregierung lat wohl geimcht des Lebens und seiner Probleme wieder um ein Stück warum sie die bei Ausgabe der Ctichwahlparole beteiliaten gefordert hat, dann, aber nicht früher, mag der Fall vergessen I Staatsbeamten nicht diszipliniert hat" J
a- bedeutet er noch eine Aufgabe, die mit.. Mit Entschiedenheit wendet sich Guyot des Weiteren amen
den Wochen und Monaten dem Denkenden in demselben Maße die Ansicht, die „Standespflicht" des Pfarrers mache ihn bie
interessanter wiK, als feine „Mtualität" abnimmt. Bekämpfung ber Sozialdemokratie zur Pflicht Man sollte es
Disziplinierung Pfarrer Korells durch das nicht für möglich halten, und doch erscheiut es'vielen als selbst-
h,ssi>che Ober ton, istorium stellt uns vor eine noch durchaus un-verstandlich, daß der Pfarrer als Angehöriger der besitzeudeu
Obloste ^^ttgobe. Alle Verwaltungstätigteit ist in Gefahr, gründ- Klasien" politisch deren Interessen zu vertreten habe"Eber fatzlichen Entscheidungen au5 dem Wege zu gehen und sich auf das wird em ernster Verkündiger, des Evangeliums zu den Armen i>nge,ahrl,che Gebiet der bl-ß-n „Praxis-, der relativen Ideen, und Unterdrückten sich dingezoaen fühlen M- St°nd-z-!m °e «'Ä^rurnckzuziehen. Die bevorstehenden Landtags- und Sy- bretet dem Pfarrer WahrhastMeit und Zuverlässiakeit auch in nodaiverhaudiungen werden den Fall Korell vor solcher Ber- ttmem außerdienstlichen Verhalten. Von Korell musste sie for- 'Ä-ä9 bewahren. Die ui ihm ruhenden staats- und kirchen- bern, daß, er im Wahlkampf so handelte, wie ihn sein Gewi sen rechtlichen Fra gen sind zu ernst und z-u dringend, als daß man I führte, daß er insbesondere auch bei der schweren Entscheiduua hier bei halber Asrbett stehen bleiben dürste. Eine wertvolle''" «A n-J. ,lv”cn ^ttweioung
Grundlage zum Verständnis der in Aussicht stehenden Darm- stadler Verhandlmigen liegt jetzt vor in einem 20 Seiten starken Suf'aV-on ^f'arrer Guyot in Nr. 3 der „Neuen Evangelischen Blatter", des Organs der freien landeskirchlichen Vereinigung für das Großh. Hessen. Ter Verfasser steht politisch aus anderem Boden wie Korell, er lehnt den Nationalsozialismus ob und „versteht als langjähriger Leser der Täglichen Rundschau und Arttglied des Mldeutschen Verbandes sehr wohl, warum man bte Losung zur Sammlung der Bürgerlichen gegen die Sozialdemokratie ausgegeben hat." Eine solche Stellung gerade sichert seinen Ausführungen die nötige Leidenschaftslosigkeit und Sachlichkeit. Er schreibt nicht als Politiker, sondern nur als Glied der Landeskirche und als Pfarrer.
Das Erkenntnis des Großh. OberkonsistoriumI ruht nach,—-,, —~
^uyot auf einer durch die Geschichte überholten, wenn auch landeskirchlichen Vereinigung" oas Wort nimmt. Mu« iuito oei der Mehrzahl der Kirchenehriiten noch als selbstverständlich auf die grundsätzlichen Erörterungen in Landtag und Synode empsuiidenen Auffassung vom Beruf der Kirche. Der Territorial- gespannt sein können.
staat der althiswrisck-en Zeit schloß die „Untertanen" von der -----Z~o .. , .. . , . .
politischen Betätigung und damit von aller Kritik an der be- ■ ) sich mese bei einem Polttifch tätigen Pfarrer wirklich
stehenden Ordnimg der Dinge grundsätzlich aus. Gehorsames ®lben?. D. Red.
Ausharren m den einmal gegebenen Lebensbedingungen war ,, ' niemen, J>a& diese „vielen" es für selbstverständlich, demgemäß die Aufgabe auch des christlichen Untertans, die Predigt Hfarrer Nicht sowohl als Angehöriger der
dieses Satzes eine selbstverständliche Pslicht der mit dem Staate besitzenden Massen, oenn 016^0^ als Diener Gottes, wenn eng verbundenen Kirche. Die Mrche hatte einen dem absoluten überhaupt fwlitifch sich betätigt, nicht zu denen sich schlägt,
Staate angemessenen politischen Grundsatz an ihrem Teil zu J’er Wo 11L 0 f 1 g f c 11 anhängen und alle Religion als
pflegen und zu heiligen. Sie war ein Stück der beftebenben ^-lLJlu|'l9A tojnn nircv uls schädlich ihren materiellen, selbst- Staatsordnung. süchtigen Zwecken ansehen. D. Red.
MM A A A H hat sich wohl selten ein Produkt in so hohem Grade erworben, wie
I v- Vertraue« •« Hausfrau > ™
■ V Sie ermöglicht große Ersparnis im Haushalt.
Man verlange ausdrücklich Warze und achte ans die Schutzmarke Krcuzstcrn.


