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Erscheint tägNch mit Ausnahme beS SonMogS.
Die „Siebener LamillenblStler" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »heksilch« Landwirt erscheint monatlich einmal.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ich«, Unwersttälsdruckeret. R. Lange, Gretzea.
Redaktion,Expedition ».Druckerei: Schulst*, t, Del. Nr. 5L relegr.-Ldr. r Anzeiger Sied«.
Zweites Matt ISS.Jahrgang Donnerstag 12April 1806
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Lietzen.
Parlamentariers aus Hessen.
Dcr 1. Li am in er gingen von Freiherrn Her)l zu Herrnsheim folgende Anträge zu:
I. Die 1. Kammer wolle beschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, eine gesetzliche Ncuregelungder Aufgaben und dcr Verwaltung des„^onds für Findel-undver- l a s s c n c Kinder dcr Provinz Rheinhessen" in der Weise herbeizuss bren, daß nach Wegfall der ursprüngliclzen Zweckbestimmung infolge dcr Einführung der Alimentationspflicht die Mittel des Fonds, in welche auch staatliche Zuschüsse fließen, in einer bcm ursprünglichen Zwecke tunlickst verwandten Ricktung Verwendung finden: 1. zur Fürsorge für die zweckmäßige Unterbringung tun blinden, epileptischen, strovhulöscn und taubstummen Kindern, 2. zur Errichtung von Erholungsstätten für kränkliche und schwächliche Kinder in Äadt und Land, 3. insoweit alsdann nock Ueberschüsse verbleiben, zur Leistung von Bcrträgön an die fttciic zu den Kosten der Zwangserziehung.
IL Die 1. Kammer wolle beschließen, die Großh. Regierung zu ersticken: 1. für die Fortführung der Rcstaura- tioitdarbeiten nm Wormser Dom einen weiteren Beitrag von 100 000 Mk., zahlbar in vier Jahresraten an den Dombanverein, in den Hauptvoranschlag einzustellen; 2. die Veranstaltung einer zweiten Lotterie zwecks Aufbringung der übrigen für den genannten Zweck erforderlichen Mittel zu genehmigen : 3. an die Gewährung des Staatszuschusses und an die Genehmigung der Lotterie die folgenden beiden Bedingungen zu knüpfen: a) daß dcr Westchor dauernd freigelegt werde, b) daß aus deu nicht unmittelbar zu verwendenden Einnahmen ein Fonds gebildet werde, aus dessen Zinsen die dauernde Unter- haltuug des Bauwerks zu bestreiten ist.
Der Wahlkampf im ReichStagswahlkreis Darmstadt nimmt nach und nach sehr bedenkliche Formen an, die ein Zusammengehen derbeiden bürgerlichen Parteien in der Stichwahl jedenfalls sehr erschweren müssen. Namentlich in einer Verso mm lu ng in Arheilgen scheint es sehr stürmisch hergegangen zu sein, wie aus den nach, stehenden, vom Wahlausschuß der „Vereinigten Liberalen* (Freisinnigen) in den ,N. Hess. Volksblättern" herrührenden Mitteilungen zu ersehen ist:
Am Dienstag abend hatte der Wahlausschuß für die Kan- bibatnr Dr. Stein in Arheilgen zu einer Wählerversammlung (laut Bekanntmachung im „Arh. Anz.", „alle nationalgesinnten Männer" eiugeladcn. Auf Wunsch örtlicher Parteifreunde begaben sich auch zwei 9icbnet der Vereinigten Liberalen (Kandidatur Korcll), die Redakteure Nuschke und Bornemann-Darmstadt in die Versammlung. Beim Betteten dcs Barsammlungslokales hörten diese von hcrauSströwenden Arbeitern: es gäbe kc in e D i s ku ss ion. Um sich Gewißheit hierüber zu verschaffen, erbat, nach vorn eilend, Redakteur Avrnemann daS Wort zur Geschäftsordnung. Im gleichen Augenblick erteilte der Vorsitzende dem Rechtsanwalt Dr. Osann II. das Wort zu einer Ansprache. Pause. Die Wortmeldung zur Geschäftsordnung wurde wiederlwlt. Sofort umringten einige Nationalliberale aus Darmstadt den Interpellanten und überhäuften ibn mit ordinärsten Schimpfwvrten, wie „r eher Lümmel", „grüner Junge", „Flegel" usw. Unter dem to;.'nbcn Gebrüll „RauS" wurde Redakteur Bornemann meuchlings am Nackengefaßi und nach dem Ausgang gestoßen. Weder der Vorsitzende, noch'der Kandidat Dr. Stein, iwd? der die Vorgänge von dem Podium aus überschauende Fchhrer der Nationalliberalen, Dr. Osann II., noch der in nächster Nähe sitzende Reichstagsabg. Dr. Becker unternahmen auch nur den leisesten Versuch, dieser brutalen Vergewaltigung 'und Gefährdung der persönlichen Sicherheit zu wehren, die selbst für eine Vücklervcrsammimg ein Novum sein dürste.
Nock wurde von steisinniger Seite versucht, diesen nucr- börten Zwisck-enfall beizulegen. Redakteur Nusckke hatte sich, inzwischen zu dem Kandidaten Dr. Stein begeben, um diesen privatim zu einer Intervention zu bestimmen. Als dies Nc^ tionalliberale bemerkten, stürzten sie sich unter Führung dcs nationalliberalen Abg. Dr. Becker und dcS Amtsrichters Dr. Mahr über Nuschke her und bedachten ihn gleickffells mit ähnlichen Injurien und „R a u s" ru f c n. — Ein Kommentar ist wohl überflüssig
Das Darmst. nationallib. Parteiorgan berichtet über diese bedauerlichen Vorgänge in folgender Weise:
„Die Sozialdemokratie versuchte zu Beginn in üblicher Weise durch Rufe „zur Geschäftsordnung" die Versammlung zu stören, welcher Versuch aber an der Energie der zahlreichen Anhänger der Kandidatur Dr. Stein scheiterte: ebenso erging es einem Versuch von zwei Vertretern der freisinnigen Partei.
Das Unglück von Couvrieves und die französischen Ausstände.
LenS, 11. April. Zahlreiche Rettungsmannschaften fuhren gestern nacht in die Grube 9 ein. Die Wiederherstellungsarbeiten an den eingestürzten Schachten werden fortgesetzt. Ebenso machen die Feuerlöscharbeiten auf Grube 2 befriedigende Fortschritte. — In der vergangenen Nacht herrschte wieder st a r k e E r r e g u n g. An verschiedenen Punkten kam es zu Zusammenstößen zwischen Ausständigen und Gendarmen. In Dourges wurde ein Gendarm verwundet, ebenso ein anderer sehr schwer in Bully-Grenap.
Nancy, 11. April. Der Ausstand der Bergarbeiter in Frouard und BruyisreS ist infolge gegenseitiger Zugeständnisse b e i g e l e g t. f
St. Etienne, 11. April. Die Gruben-Direktoren haben dem Arbeiter-Syndikat folgende Lohnerhöhungen vor- gcschlagcn: 30 Centimes für die Arbeiter unter Tage, 20 Centimes für die Arbeiter über Tage und 15 Centimes für Frauen und Kinder. Die Delegierten erklärten, diesen Vorschlag den Arbeitern erst unterbreiten zu müssen, bevor sic eine Antwort geben könnten. — Gestern abend versammelte sich der'Dlrbeiter-Kongreß. Da diese Versammlung mit dem Zahltag zusammen fiel, verlief die Versammlung äußerst stürmisch. Die Delegierten konnten sich kein Gehör verschaffen. Es kam schließlich zu einer Schlägerei, sodaß die Sitzung aufgelöst werden mußte.
Aus S.aSt iisto Luus.
Gießen, den 12. April.
•• In Audienz empfangen wurden von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Oberlehrer Stockhausen von Bad-Nauheim und Geh. Kirchenrat Nieper von Friedberg. _ _ ,
•* Lehrerpersonalien. <&. K. H. der Großherzog haben die prov. Lehrer am Lehrerseminar zu Friedberg, Karl
Emil Müller und Hch. Lfeuchtgeus zu Lehrern und Peter Vogel zum Oberlehrer an dieser Anstalt, sowie den Lehrer an dem Schullehrerseminar zu Friedberg Hch. Balser zum 1. Lehrer und Rektor der höheren Bürgerschule zu Friedberg ernannt. Uebcrtragen wurden dem Lehrer Atbr. KlinkerfuS zu Wembach-Hahn die Lehrerstelle an der Gc- meindcschulc zu Dornberg; dem Schulamttzaspiranten 9(ug. Rheinfurth aus Ober-Hilbersheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Niedcr-HilberSheim, dcrn Lehrer Jak. Friedr. Steiger zu Ostheim eine Lehrerstellc an der Gemeindeschule zu Arheilgen, dem SchulamtLaspiranten Karl Naß auS Gleimenhain die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hainbach, dem Lehrer an der Musterschule zu Friedberg Will). Bock eine Lchrerstelle an der höh. Bürgerschule für Mädchen (Schillerschule) daselbst; dem Lehrer Val. Müller zu Bobstadt eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Jngelheim, dem Lehrer Hch. Rausch zu Mittcl-Secmen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Groß-Winternhcim, dec Lehramtsaspirantin Else Foucar aus Bad-Nauheim eine Lehrerinnenstelle an der höheren Bürger-(Mädchen-)Schule zu Oppenheim.
** Personalien. S. K. £>. dcr Groß Herzog haben ben Krcisassistenzarzt Dr. Ernst Grein zu Offenbach auf sein Nachfucken aus bcm Staatsblenste entlassen. Gg. Wohlig aus Darmstadt, Adam Weimar aus Groß-Bieberau, Gg. N a u aus Darmstadt und Lndw Metz aus Homberg a. Ohm mit Wirkung vom 1. April 1906 an zu Vnrcaugchilfen bei der Zentralstelle für die Lanbesstatistik, ben Peter RitterSberger von Deppenheim a. b. B. zum 2. Vureaugchilfcn an der Landcs-Jrren- anstalt Heppenheim, ben Hsuptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Gießen, Phil. Schill, zum Ministerialrevisor bei der Buchhaltung des Ministeriums der Finanzen, den Finanzaspiranten 9rb«n Schäfer aus Gießen zum Sekretariatsassisten- ten bei dem Ministerium der Finanzen, Abteilung für B.inwcsen, die Finanzaspiranten Herrn. Lubw. Simon aus Mzey und Wilh. Karl Al. Köhler aus Darmstabt zu Steuereinnehmern der Steuerämter Gernsheim unb Groß-Gerau, Finanzch'piraut Sol). Pet. Köhler aus Zwingenberg zum Steueramtskontrottcur bei dem Steueramt Friedberg ernannt. Hauplsteueramtsassisteitt bei bcm Hauptsteucramt Worms Kvrl Orth in gleicher Diensteigcn- sck-aft an das Hauptstcueramt Mainz versetzt. Regierungsassesfor Lubw. Buttron aus Hungen zum Hauplsteueramtsassistcnten bei bcm Hauptstcueramt Mainz, Finanzaspirant Will). Köhler aus Mainz zum Hairptsteucramtsassistentcn bei bem HauMsteuer amt Darmstabt, F-inanzaspirant Hch. Keller aus Georgen hausen zum Hauptsteucramtzsasfistenten bei dem Hauptsteueramt Mainz, Finanzasvirant Jvh. Friedr. Wagner aus Darmstadt zum Haupt- sieucramts.issistentcn bei bem Hauptsteueramt Mainz, Finanz- afpirant Joh. 9üxrm Kcilmann aus Bensheim znm Haupt- steucramts-afsistenten bei bcm Hauptsteueramt Mainz, Finanz- aspirant Friedr. Jak. Mlbert Pfeifer aus Darmstabt zum Hauptsteueramtsassistenten bei bem Hauptsteneramt Mainz, Finanz- aspirant Friebr. Ant. Etz aus Mainz zum Hauptsteueramts- assistcnten bet dem Hauptstcueramt Worms, F-inanzaspirant Karl Maria Kellcrmann aus Bingen zum Hauptstcucramtsassistcu- ten bei dem Hauptsteuerarnt Offenbach mtb F-inanzaspirant Wilh. Karl Lubw. Fresenius aus Rvmrob »um Hauptsteueramts- assistenten bei bem Hauptstcueramt Dingcn ernannt.
— Omnibusverkehr nach dem Schiffenberg. Wie uns von der Omnibus-Gesellschaft mitgeteilt wird, verkehren bei günstiger Witterung am Charfreitag, 1. und 2. Osterfeiertag die Wagen der Gesellschaft nach dem Schiffcnberg.
•• Allgemeine Hess. Beamten-Sterbekasse. Am Sonntag, 8. April d. I., ianb unter bem Vorsitze bc§ Geh. Ober- banrats Jmroth die britte Mitgliebervcrsaminlung in Dar nt ft a b t statt. Aus bem Jahresberichte ist hervor° znhcben: Im Jahre 1905 finb 131 Mitgliebcr neu zugeganaen unb 168 Nackoersickerungen würben abgeschlossen, sobaß bie Kasse Enbe 1905 1265 Mitglieder zählte mit einem Verstcherungskapital von 7 5 7 3 00 Mark. 8 Sterbefätte waren vorgekommcn, wofür bas Sterbegelb unverzüglich zur Auszahlung gekommen ist. Durch Beschluß ber Vcrsammlima, besten Genehmigung bas Kaiserl. Aift- sicktsamt für Prwatverstcherung bereits in Aussicht gestellt hat, wirb der ganze Grünbungsfonbs jetzt schon, nach zweijährigem Bestehen ber Kasse, an bie Antcilzeichner zurückaezahlt. Nach Rücklage aller Reserven ergab bie Bilanz einen U eher schuß von 9 851,78 Mk. (— 40,55 Prozent ber Präinieneinnabme), welcher ber Gcwimireserve tDivibcnbenfonbs) überwiesen würbe. Anstelle bes verstorbenen 1. Vorsitzenbcn, Regiernngsrat W i ck, würbe ber seitherige 2. Vorsitzenbe,' Geh. Oberbaurat Imroth unb als 2. Vor- sitzenber Oberamtsrickter Dr. Lahr einstimmig gewählt. Die seitherigen Beisitzer Rcchmmgsrat B e r g a u e r° Darmstabt, Kreis- straßemneister B r aun-Alsselb, Aktuar Göbel»Offenbach, Förster K l i p ft e i n - Darmstabt, Kreiskasterechner 6tau{-Darmstabt unb Oberbuchhalter Vogel- Mainz würben einstimmig wieber- gewählt. Es sei noch ermähnt, baß bie Versammlung beschloß, einer am 17. Juni b. Js. abzuhaltenben außerorbentlichen Mitgliederversammlung einen Antrag auf Erhöhung des Bci- krittSaltcrS zur Entscheidung vorzuleqen, um ben ber Kasse noch fernstehenden mehr als 45 Jahre alten Personen den Beitritt zu ermöglichen.
? Ab endstern, 10. April. Die Stationsgehilfen Kunz-Kinzenbach und Grün-Abendstern wurden als Stationsvorsteher an die neue Westerwaldbahn versetzt. Herr Kunz kommt als solcher nach Roth und Herr Grün nach Erdbach bei Herborn. Der Weggang der beiden beliebten Beamten wird setzr bedauert. Die neue Westerwaldquerbahu wird vorläufig als Teilstrecke von Herborn bis Driedorf am 1. Mai eröffnet. Die Gemeinden Burg, Erdbach, Schonbach, Roth und Driedorf erhalten Stationen.
/\ Bad-Nauheim, 11. April. Nachdem die Feld- bereinigung der Gemarkung mit 220 Unterschriften beantragt worden ist, hat sich auch die Stadt mit ihrem Gelände angeschlosicn. Die Schaltanlagen, die Sicherheit?- und Meßanlagen für das städtische elektrische Kabelnctz sind von der Stadt den Siemens-Schuckert-Wcrken für 2250 Mk. übertragen worden. Den Einschluß des staatlichen Elektrizitätswerks und der ZentralwaschanstaU an das städtische Wasserwerk hat die Stadt genehnugt; für Instandhaltung der Pumpstation am Wasserwerk wurden 4000 Mk. bewilligt. — Nach einer Polizcioerordnung darf baS Teppichausklopfen vom 15. April bis 1. Oktober nur in der Zeit zwischen 5 und 7 Uhr nachmittags, im Oktober nur von 3 b 7 Uhr nachmittags geschehen.
a. Dirlammen, 10. April. Heute morgen bei Tagesanbruch wurde der 41 Jahre alte Landwirt Karl Roth von
hier im Grund tot aufgefunden. Er lag mit dem Oberkörper in dem Bach und ist zweifellos ertrunken. Nach den obwaltenden Umständen ist, wie auch von der Gerichtsbehörde festgesicllt wurde, ein Verbrechen ausgeschlossen, vielmehr ist anzunehmcn, daß Roth Selbstmord vcrübt hat. Dcr Tote litt seit langer Zeit an Geistesstörung, was die Ursache zur Tat gewesen sein wird.
)( Windhausen, 11. April. Ein hiesiger GreiS von 75 Jahren stürzte im Keller in ein Brunnenloctz. Obgleich er alsbald herailsgczogen wurde und der Brunnen nur einen halben Meter tief ist, erlitt der bejahrte Mann einen Sch l a g an fall, an dessen Folgen er alsbald v e r st a r b. „
(?) Aus dem Vogelsberg, 11. April. Wenn alljährlich um diese Zeit die Frühlingssonne Feld und Raut austrocknet, dann erscheinen die Klagen über das verbrennen der Hecken. Wie sehr sie begrimdet sind, das> lehren jetzt wieder die Rauch? und Feuersäulen, die Vvw unseren mit Hecken bestandenen Bergen aufsteigen. Nicht immer find es Kuliurzwecke, denen das Verbrennen der Hecken dienen soll, oft ist es nur die Lust, .Hecken an* zuzünden oder das auf ihrem Grunde befindliche dürr« Gras zu verbrennen. Ost genug ist der stützen der Hecken beschrieben worden und das Hcckenverbrennen ist sogar schon verboten worden, aber geholsen hat das auch nicht.
X Büdingen, 11. April. Heut' fand im RreiSamteqebäube eine Sitzung des Kreistags unter dem Vorsitz des KreiS- amtmamts Dr. Bcrnbcck statt. Der Voranschlag der Kreistasse für 1906 würbe in Einnahme unb Ausgabe mit 318 831,74 Alk. angenommen. Die Beiträge ber Gemeniben belaufen sich wie int Vorjahr auf 134 000 Alk. Für bie Unterhaltung ber Kreisst raßen sind 145 570 Mk. vorgesehen; für pieul rufen 32 700 Mk. Der Beitrag Attr Provinzialkasse beläuft sich auf 43 000 Mk. Zu Gunsten des Volkstrachtenfestes stnb 100 Mk. vorgesehen. Die S ch u l b e n des Kreises betragen 163 431 Mk. Aus bem Bericht bes Kreis- obftbautechnikers geht hervor, baß in 1904 an ben Kreis- ftraßen insgesamt 1537 Cbftbäume unb 556 Witbdänme (in ber 'Mehrzahl Linden) ziir Anpflanzung tarnen. Eine große Anzahl von Pflaiizen würbe veredelt (Verebelungsart Geißfußoerebelung). Der in 1899 angelegte Obstbauversuchsgarten hat sich sehr gut entwickelt, ea. 300Sorten Obst finb barin angebaut. Auf ben Staatspflanzungen Konrabsborf und Breitenhaid, deren Unterhaltung ber Leitung bes KreiSobstbautechnikers untcrücht, finb zurzeit 4700Apfel- (iod)ftännnc unb Pyramiben, 243 Aprikosenhochftäinme, 780 Zwet- scheiiHochstämme, 96 Birnpyraniiben, 254 Kirscheiibüsche, 400 4>aiel<= nlißbüsche u. a. angepflanzt. Der ausgezeichnete Ziistanb biejet, sowie ber Kreisstraßcnpflanzungen gereichen bem KreiSobstbau- techniker zu großer Ehre. ________________
Vermischtes.
* Zu ber Verwegenen Flucht aus demMilitär-, gefängnis in Posen, über bie wir bereits kurz berichtet haben, wirb noch Von bort geschrieben: Gegen bie beiden wegen Naubmorbes zum Tobe verurteilten Musketiere Rosinskp unb Gebhard waren bie schärfsten Vorsichtsmaßregeln angewenbet inorbcn, um ein Entwcickni zu ncrhinbcrn. An jebcr Tür ihrer Zellen bcfinbcn sich Gu..lö ler, damit das Treiben d r Soldaten besbachtet werden könnte. Demwck gelang Rosinsky die Flucht. Er machte aus seinem Bettlaken und Wäschestücken eine Puppe zurecht, legte sich selbst uirtcr das Bett und machte so beit Posten glauben, bav er schlafet Der Posten ließ sich mirklick irreführen, unb Rosinsky konnte währenbbcfsen ganz ruhig ben Fußboben burchlöckern, wahrscheinlich mit einem Nagel, der später vvrgefunben würbe. Dies gelang ihm um so leichter, als biese Sttlle besFußbobcnsnurgeflickt ioar. Nack kurzer Zeit war btt Oeffiumg so groß, baß RosinsM hinburchscklupfen konnte und in eine Zelle kam, die, weil unbesetzt, auch nickt verschlossen war. Rosinsky ging nun in aller Gemüts* ruhe hinaus und dann unbemerkt über ben Hof an das Portal. Dieses war jedoch verschlossen. Es gelang ihm aber, durch ein Oberlichtsenster, das er zertrümmerte, hinburchzukrie-cken, unb über die Mauer lftnweg bas Freie zu gewinnen. Er muß sich hierbei, wie Blutspuren zeigten, nickt unerheblich verletzt haben. An ber Mauer würbe auch sein blutbeflecktes 6)esangbuck gcfintben. Der Posten patte zwar bas Geräusch, bas ber Verbrecher beim Durchbrechen des Fußbodens verursachte, gehört, glaubte aber, daß c-s aus dem unteren Geschoß herrühre. Erst später, gegen 3 Uhr morgens, holte er den Aufseher, und nun wurde man die Flucht gewalw- Auf Befehl des Stadtkommandanten suckften die Königsläger zu Pferde und eine Abteilung des Artillerieregiments Nr. 20s die Gegend ab unb verfolgten bie Dlutspuren. Rosinsky wurde endlich bei Obornik von einem Fleischer meister ergriffen und unter starker Bedeckung nach Posen zurückgebrackt.
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Eine heisse Küche cm Sommer
ist der Schrecken aller Hausfrauen. Zwar haben bie Gaskoch- apvarale in biefer Beziehung schon wesentliche Verbefferungen gebracht, boch fehlte ihnen bie vielseitige Ausnutzung bes alten Kochherbes.
Durch eine neue patentierte Einrichtung, bem sogenannten Univcrialbrcimcr kann man nun Kochen, Braten, Backen, Plätten unb Bügeln nut jebem Wimer'schen Germania- unb Mcreor- Gaskocher. Das ist für die Küche ein Fortschritt, ben jebe Hausfrau mit Frenben begrüßen wirb»
Da bie Anschaffmigskosten eines Unioersal-Gasapparates in Anbetracht feiner Vielseitigkeit außerorbentlich gering finb, empfehlen wir baber, bic interessanten Hinweise in ben Originalverkaufslisten der Firma Oscar Winter, Hannover näher zu beachten. Dieselben finb in jeder besseren Handlung für Gasapparate ober direkt vom Fabrikanten zu beziehen. hv80/,
fehlt dem Wut
der Blutarmen und Bleichsüchtigen. Am wirksamsten wird das Eisen dem Körper durch das wohlschmeckende Perdynamin (1 Flasche 2,50 M.) oder durch den nährenden ’erdynamin-Kakao (i Büchse 2,50 m. zugeführt. Letzterer ist an Stelle des Morgenkaffees zu trinken.
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