111 Drittes Blatt
Erscheint M-Nch mtt Ausnahme des Sonntags.
Die „Gleherrer ZamlllenblStter" werden dem g V. »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hejstsch« Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Samstag 1Ä. Mc: 1906
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu UniversitätSdruckeret. R. Lange. Ätetze».
Redaktion, Expedition u.Druckerei Schukstr.K.
Tel. Nr. 5L Telegr.-Mr. r Anzeiger Gieße».
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt filr den Kreis Eiehen.
Aie Acuftchen in Rußland in russischer ZLteuchtung.
Die Deutschen im Auslande — das ist ein Kapitel," au das man als Deutscher mit Recht stolz sein kann. Der Auf- . schwung unserer Industrie und rinseres Handels wäre unmöglich gewesen, wenn nicht an allen Punkten der Welt deutsche Kaufleute säßen, die dem, was deutscher Fleiß in der Heimat schafft, die Märkte der Welt erschlössen. Eine besondere Rolle haben seit Jahrhunderten die in den jetzt russischen Ostseeprovinzen heimischen Deutschen gespielt. Sie sind unsere natürlichen Vorkämpfer in Rußland, denen wir ein gut Teil des Ansehens verdanken, das wir dort genießen. Denn sic haben ihrem neuen Vaterlande nicht nur eine Anzahl erstklassiger Männer geschenkt, sondern haben auch als Bürger ihres neuen Vaterlandes stets dem deutschen Namen Ehre gemacht. Das ist kürzlich von russischer Seite offen und ehrlich anerkannt worden, und zwar in der sonst uns Deutschen durchaus nicht freundlich gesonnenen »Nowoje Wremja", wo ein gewisser Menschikow in einem längeren Artikel die Deutschen in Rußland seinen Volksgenossen als Muster hin stellt.
Eine glänzende Lektion, so heißt e§ in dem Artikel, geben die Deutschen unserem Patriotismus. Mlr scheint, daß die Deutschen ihrer Natur nach ein ehrliches, gut gesinntes, in der Treue zu ihrem Herrscher, wer es auch sei, ritterlich festes Volk sind. Es mag schlimm oder gut sein, jedenfalls betrachten sich die Teutonen, wenn sie einmal nach Rußland gegangen finb, als in seinem Dienst stehend. Ihre Religion wie ihr Gefühl sind gegen den Verrat. Wie viel man auch über die Balten schreien mag, ein Verrat der Deutschen hat bisher nicht stattgefunden. Alle kleinen unterworfenen Nationalitäten begannen sich zu regen. Sie alle machten gleichzeitig, soweit e§ in ihren Kräften stand, einen Aufstand — die Letten, die Esten, die Polen, die Juden, die Finnen, die Armenier, die Tataren. Die Deutschen rührten sich nicht, regten sich nicht.
Auch als die Armee und Flotte im Kriege einen Mißerfolg nach dem andern erlitten hätten und alle fremden Völker in Entzücken geraten wären, hätten die Deutschen sich der Hetze nicht angeschloffen. Und als an Stelle des Krieges im Osten der Bürgerkrieg getreten war, „hat man da auch nur von einer einzigen Bombe gehört, die ein Deutscher geworfen? Von einem einzigen Revolverschuß, den eine deutsche Hand abgegeben? Einstimmig ist dieses kluge und ehrliche Volk eingetreten für die Ordnung, für die Obrigkeit im russischen Reiche, für die Freiheit im europäischen Sinne des Wortes, das heißt für die gesetzmäßige, nicht aber wilde Freiheit. Bei uns wird von Zeit zu Zeit ein Geschrei über die Deutschen erhoben. Meine Meinung dagegen ist, daß pcm allen fremden Völkern, die cs auf der Welt gibt, die Deutschen uns am wenigsten Böses und am meisten unstreitig Gutes getan haben."
Wir haben diese freundlichen Ausführungen mit einigen unwesentlichen Kürzungen im Wortlaut angeführt, nicht um uns zu sonnen in dem Lobe, das unseren Stammesgcnoffen erteilt wird, sondern weil sie uns zeigen, welches die besten und stärksten Seiten in unserem Volkscharakter sind und uns in den Stand setzen, gerade sie ganz besonders zu pflegen — und schließlich auch um uns Deutsche in der Heimat zu mahnen, jener nicht zu vergessen, die fern am finnischen Meerbusen die deutsche Wacht halten, deutsch geblieben ^sind unter tausend Bedrückungen und dem deutschen Namen Ehre gemacht haben zu allen Zeiten.
politische Tagesscharr.
Londoner Einladungen.
Zur Förderung der deutsch-englischen Bezieh un gen sind mehrere von England aus ergangene Einladungen bestimmt. Am Samstag tritt eine Anzahl von deutschen Oberbürgermeistern, Bürgermeistern und Stadtverordneten ihre Fahrt nach England an, die offiziell dem „Studium fremder Stüdteeinrichtungen" gewidmet ist. Doch der Hauptzweck bleibt, daß man sich näher kennen lernt. Die Anwesenheit des englischen Ministerpräsidenten, des Handelsministers, des Kriegsministers bei dem geplanten Festmahl spricht zur Genüge für den politischen Charakter des Besuchs. Unter einem Lord Balfour und Lansdowne wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich gewesen. Tie gegenwärtige englische Legierung ist entschieden von friedliebenderen Absichten beseelt. Ob und wieweit freilich König Eduard den Wunsch einer deutsch-englischen Annäherung teilt, darüber weiß man einstweilen nichts Gewisses. Im Juni sind die Vertreter der d e u t s ch e n Pr e s s e von dem Londoner Freundschaftskomitee eingeladen. Diese Idee kann nur als eine glückliche bezeichnet werden. Dre Presse ist in erster Reihe dazu berufen, in der Oeffent- lichkeit das Verständnis zu wecken für die Eigenart der beiden Völker, Vorurteile zu bekämpfen, Mißtrauen zu zerstreuen und in eindm etwaigen Konflikt versöhnlich einzuwirken. Englische und deutsche Tagesschriftsteller haben ost die fthnge' gekreuzt. Aus der einen wie der anderen Seite wird die Erkenntnis, daß der Gegner ein prächtiger und liebenswürdiger Mensch ist, der ganz und gar nwf)t der Vorstellung von einem „Fanatiker" entspricht, zur Milderung des Eifers, zur Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen führen. Auf diese Weise sind zurzeit Mitglieder der englischen und der französischen Presse zusammengekommen. Die Politik der französischen Regierung, auf ein „herzliches Einvernehmen" zwischen Frankreich und England hinzuarbeiten, wäre nicht entfernt in dem Maße erfolgreich gewesen, wenn nicht die Presse in Paris und in London der Dfi-lomatie geholfen hätte. Die Abneigung gegen die Engländer liegt den Franzosen im Blute, diese Antipathie konnte nur durch die Presse nach und nach umgewandelt werden. Gelegentliche Reden von Staatsmännern find vergänglich wie der Tag, der Einfluß der Presse ist ein dauernder. Die Londoner Einladung wird dem
Völkerfrieden nützen. Nur die „Tagesztg.", das Organ des „Bundes der Landwirte", kann sich „von diesem Mittel zur Förderung der deutsch-englischen Freundschaft recht wenig versprechen" nnd hat daher die Einladung dankend abge- lehnt. Tas wird die Veranstaltung nicht beeinträchtigen.
Aie öffentlich' Lcsehass.' im avgelaufenen Geschäftsjahre.
Aus der Bibliothek der Lesehalle wurden während des Jahres 1905 insgesamt 25 268 Lände ausgeliehen. Tie Bibliothek besitzt ungefichr 5000 Bände,im Durchschnitt ist also jeder Band an fünf Leser abgegeben worden. Diese Statistik gibt noch kein vollständiges Bild, denn manches Buch wird vorgelesen, manches geht in der Familie oder in der Werkstatt durch mehrere Hände.
Wie verteilt sich die Lektüre auf die einzelnen literarischen Gebiete? Die Erzählungsliteratur (Romane und dkovellen samt Jugendschriften) steht mit etwa 16 000 Bünden voran, 4800 Bände gebundener Zeitschriften dürfen wir derselben Gruppe zurechnen — hier wird also zunächst Erholung im Lesen, Unterhaltung gesucht und es ist die 2luf- gabe der Lesehalle, dieses Bedürfnis in heilsame Bahnen zu lenken und darin festzuhalten. Mittelgut läßt sich nicht ausschließen, aber ein wertloser Roman wird nicht an- geschafst. Und unser Publrkum bildet sich empor: Die Werke Gustav Freytags und Peter Roseggers, z. T. in mehreren Exemplaren vorhanden, sind fast immer außer Hause. Auch die Klassiker finden stetig Leser (für Schiller ergab sich die Zahl 64, für Goethe 57), — An 2000 Bände naturwissenschaftlichen und technologischen Inhalts sind ausgeliehen worden, 115mal das Buch der Erfindungen, 31mal Weilers Physikbuch, 28mal Bernsteins naturwissenschaftliche Volksbücher, 27mal Bände von Brehms Tier leben. Hier unterstützen wir ein Streben nach ernsthafter Belehrung; der Natursinn will sich vertiefen, junge Handwerker und Arbeiter wünschen theoretische Einsicht in die Praxis ihrer Berufe; und dabei soll das Gründliche immer auch faßlich sein. Von Sachverständigen aufs beste beraten, denken wir diese Abteilung reicher auszubauen und die Nachfiage durch das Angebot zu steigern.
Tie Länderkunde wirbt in unserer Verkehrs frohen Heit viele Freunde, über 500 Bände geographischen Inhalts wurden ausgeliehen, die gediegenste Reiseliteratur hat ihre Leser gefunden (Nansen: „Durch Nacht und Eis" 18mal. Sven Hedin: „Durch Asiens Wüsten" 15mal). Tie Ausgabe von Werken aus der politischen Geschichte, der Kulturgeschichte und Biographie betrug etwa 1100 Bände — in jüngster Zeit (1906) sind vieie historische Werke neu angeschafft worden. Dem wachsenden Verlangen nach philosophischer und staatswissenschaftlicher Literatur (Ausleihe 380 Bände) und nach Hilfsmitteln zur Erlernung fremder Sprachen soll nach Möglichkeit entsprochen werden.
Unsere Bibliothekarin wurde durch fieiwillige Helferund Helferinnen in ihrer Wirksamkeit unterstützt. Das Ausleihegeschäft erfordert viel persönliche Hingabe — die Anliegen, auch die unklar ausgedrückten jedes einzelnen Benutzers sind sorgsam zu berücksichtigen. Hier wird ohne Aufsehen volkspädagogische Arbeit geleistet.
Ter Verkehr im Lesezimmer hat sich so gesteigert, daß der Verein am 1. April 1906 eine besondere Hilfskraft cmstellte zur täglichen Ordnung der dort angebotenen Truckschristen. — Tas Lesezimmer soll mit der Bibliothek in organischem Zusammenhang stehen, als deren Vorschule oder Ergänzung, aber auch selbständig bedeutsam. Die Tagespresse spiegelt Zustande und Bewegungen in Staat und Gesellschaft, bei der Auswahl der Zeitungen darf keinerlei parteipolitische Einseitigkeit walten. Tie provinzielle Presse soll möglichst vollständig zur Hand sein. Wochen- und Monatsschriften leiten von der Zeitung zum Buche. Literatur über Tagesfiagen, Broschüren und Fachblätter über Handel, Gewerbe, Land- und Hauswirtschaft, sind reichlich ausgelegt. Auch hier wird nichts aufgedrängt, wir wollen aufklüren, nicht bekehren. Meyers Konversationslexikon, Adreßbücher von Berlin, Frankfurt, Darmstadt, Reiseführer durch die Umgebung von Gießen bilden den Stamm einer kleinen Handbibliothek, die wir noch besser ausstatten würden, wenn der Raum genügte. Ja, müßten wir uns nicht so ärmlich behelfen, wie ganz anders würde die wechselnde Bilderausstellung unseres ungenannten Stifters zur Geltung kommen — was könnte ein doppelt so großer Lesesaal leisten als Aufenthaltsort für junge Leute, für jedermann aus dem Volke.
Auf die räumliche Enge ist es schließlich auch zurück- zuführen, daß die Ausleihestatistik der Bibliothek einen Rückgang gegen das Jahr 1904 verzeichnet. Es handelt sich um ein Weniger von 1103 Bänden, das will nicht viel besagen; gegenüber 1903 ergibt sich immerhin noch ein Mehr von 2004; aber wir hätten sicherlich von einem Fortschritt auch diesmal zu berichten, wenn mehr Bücher neu angeschafft worden wären. Tarin mußten wir uns aber beschränken, weil der Platz kaum reicht zur Unterbringung des gegenwärtigen Bestandes. Also nicht Nachlassen deS Zuspruchs, auch nicht Mangel an Geldmitteln hat das Wachstum der Bibliothek und damit ihre Wirksamkeit aufgehalten, sondern einzig und allein die Platzfiage.
Für Institute wie das unsere bedeutet jeder Stillstand eine Gefahr. Sie müssen in lebendiger Entwicklung bleiben. Soll die Raumnot fürderhin äußerlich hemmen, was innerlich vorwärtsdrängt in der Richtung auf eine Volks- und Stadtbibliothek für alle literarischen Bedürfnisse nicht fach- wissenschaftlicher Art, auf einen Lesesaal mit Kunsthalle, der jeden einladet zu Genuß und Belehrung!
Tie städtische Behörde, die vor acht Jahren der werdenden Lesehalle zur Seite stand, wird sich den Ansprüchen der gewachsenen nicht versagen. Tie Gießener Bürgerschaft würdigt unsere Bestrebungen. Freudig dürfen wir vermelden, daß unser Werdegang im vorigen Herbst der Mitgliederliste des Vereins beträchtlichen Zuwachs gebracht hat. Tie fieiwillige Teilnahme bildungsfreundlicher Bürger ist moralisch und finanziell unser Rückhalt; die Unterstützung, der Behörden und öffentlichen Institute tritt hinzu als notwendige Ergänzung. (Tie otaDi. u. .>.'n stellte das Lokal, Heizung und Beleuchtung und leijt^ einen Zuschuß von
400 Mk., der Kreis spendete 200 Mk., 60t > Mk. erhielten wir aus den Ueberschüssen der Bezirkssparkasse, 100 Mk. von der Gewerbebank.)
Tie Pflege der öffentlichen Lesehallen gehört zu den dringlichen Aufgaben der Gemeindepolitik. Deutschland sollte hinter den angelsächsischen Nationen und Gießen sollte hinter deutschen Städten gleicher Größe in dieser Kultur nicht länger zurückstehen. Tie öffentlichen Bibliotheken sind eine Folgerung der allgemeinen Schulpflicht. jSin französischer Volks freund hat einmal gesagt: „Tie Schule ist der Schlüssel, aber die Bibliothek ist das Haus. Wer den Schlüssel hat ohne das .Haus, kommt nicht unter Dach."
* Hamburg, 9. Mai. Auf dem auf der Unterelbe liegenden Dampfer „Auguste Viktoria" wurde durch eine herabstürzende trifte ein Italiener getötet. Da die Landsleute be£ Getöteten glaubten, die Kiste sei absichtlich von den ans Deck arbeitenden Engländern herunterge- ivorfen, entspann sich zwischen beiden Parteien eine blutige Schlägerei, wobei elf so schwer verletzt wurden, daß sie mittels Barkasse in das Hafenkrankenhaus gebracht werden mußten. — Tie Hamburg Amerika Linie teilt mit: Vor einiger Zeit ging eine Notiz durch die Zeitungen, in der von Minen ge fahr im Hafen von Wladiwostok die Rede war. Wie wir aus guter Quelle erfahren, ist inzwischen die Minengesahr daselbst sehr wesentlich verringert, seitdem die westliche Einfahrt zum Hafen nicht mehr durch Eis gesperrt ist. Die Minen sind nämlich sämtlich in der östlichen Einfahrt gelegt, während die westliche Einfahrt ganz frei von denselben ist. Während des Winters war die letztere zugefroren, sodaß die Schiffe ausschließlich auf die Benutzung der gefährlichen östlichen Einfahrt angewiesen waren.
*Was sürftlicheProzesfecinüringen! Dem früheren Prozcßvertrcter der Prinzessin Luise von Koburg, der jetzigen Prinzessin Luise von Belgien, dem "Advokaten De. Stimmers! in Wien, sind seitens des dortigen Overl-osmarschallamts für seine Mühewaltung während der 11 jährigen Vertretung der Prinzessin 70,140 Kronen und für Barauslagen 9800 Kronen, insgesamt also 79 940 Kronen zugebilligt worden. Die Höhe der Kosten wurde in dem Beschlüsse des Obersthofmarscballamts mit der Wichtigkeit des Falles und der besonderen persönlichen Mälze- waltung des Anwalts begründet. Der gegenwärtige Vertreter der Prinzessin Luise, Advoück Dr. Emil Frischauer, hat gegen die festgesetzte Höhe der Kosten im Auftrage seiner Klientin sofort den Rekurs eingelegt.
* Der Konkurs des Lehrlings. Es ist gewiß eine Seltenheit, daß sich ein junger Mensch als Lehrling schon ein Vermögen erwirbt, aber cs ist noch viel merkwürdiger, wenn über das, was er erworben hat, der — Konkurs verhängt wird. Tas Künststück hat vor einigen Tagen ein Dresdener Junge zustande gebracht. Denn im Reichsanzeiger lesen wir: lieber das Vermögen des Lehrlings Otto Strcitmair aus Dresden wird heute, nachmittags 3/t5 Uhr das Konkursverfahren eröffnet Konkursverwalter: KommissionArat N. N. Anmeldefiist bis zum 25. Mai. Wahltermin, Prüfungstermin, offener Arrest mit Anzeigepflicht, nichts ist vergessen. Es liegt etwas Tragikomisches in diesem Lehrlingskonkurs.
• E i n „Schwabenstreich". Von einem ergötzlichen Diebesgeschichtchen weiß das „Els. Tagebl." aus Breitenbach zu berichten. Ein Landwirt hörte in der Küche ein verdächtiges Geräusch, von dem er anfänglich glaubte, daß cs von der Katze herrührc. Als er aber das Klirren von Fensterscheiben hörte, stand er auf und bemerkte einen Dieb, der gerade an der Arbeit war. Er schlug Lärm und im Nu waren zwei Nachbarn dabei, um die Verfolgung des Schelmes aufzunehmen. In sausendem Galopp ging es über Stock und Stein, worauf sich der Flüchtling auf die Straße begab und die Richtung nach fDhiiifter einschlug. Die drei Helden waren chm immer dicht auf den Fersen und verursachten ihn: große Atembeschwerden. Endlich in Münster machte der Ausreißer in der Nähe eines Gartens Halt und ergab sich ruhig in sein Schicksal. Doch nun fiel auch den drei Verfolgern das Herz in die Hosen. Einer schickte den anderen vor, um den Dieb festzunehmen. Doch alle drei hatten gleich gewaltigen Respekt vor Revolver und Dolch, sodaß sie sich begnügten, den Dieb zu beobachten. Endlich begaben sich alle drei (beim keiner wollte allem auf Poften bleiben) zur Stadtpolizeiwache. Als diese aber herankam, war der Einbrecher längst unerkannt über alle Berge.
* Ein hübf ch-es Stück des Bu r e a u kr a t iS mu s, das vor längerer Zeit schon passiert, aber jetzt erst bekannt geworden ist, wird ans W estpr en ße n mitgeteilt. Vor einigen Jahren kaufte der Jorstsiskus eine hübsche Villa mit Garten, Scheune usw. billig an und fegte seine Oberförsterei hinein. Nach einiger Zeit werden die Pappdächer geteert, und bei Prüfung dieser Rechnung findet die Oberrechnungskammer, daß dem Oberförster gar keine so große Scheune zustehe. Also verkürze man sie auf das richtige Maß! Ter große massive Giebel muß ganz abgebrochen werden, während die beiten Seitenmauern unb das Dach entsprechend verkürzt werden, und dann wird der massive Giebel wieder neu aufgebaut. Kostenpunkt 8 bis 9000 Mark, außerdem noch Wertvenninderung der Scheune. Und das alles, um in jahrelangen Zwischenräumen ein paar Mark an Tackteer zu sparen!__________________________
Familien-Nachrichten.
' Verlob t e. Fräulein Marie Waldeck, Alsfeld, nut Herrn Fritz Hoeschler, Homburg. — Fräulein Hertha Zedner, Köln a. Rh., mit Herrn Hermann Wertheim, Marburg.
Geborene. Herrn Wilhelm König und Frau, Marie, geb. Neuelinann, Kloetze Cjlltm.), eine Tochter. — Herrn Scheer und Frau, Lauterback), eine Tochter.
I für Kinderr Kranke,Genesende. Verhütet | u.beseitigt:Diarrhoe, Brechdurchfall, Darmkatarrh.
'n der Entwicklung oder beim Lernen zurückbleibende Kinder, sowie blutarme, sich mattsühlende und nervöse überarbeitete, leicht erregbare, frühzeitig erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Kräftigungsmittel mit großem Erfolg Dr. Hommel's Haematogen.
Ter Appetit erwacht, die geistigen und körperlichen Kräfte werden rasch gehoben, das Gesamt-Nervensystem gestärtt.
Alan verlange jedoch ausdrücklich das echte ,,Dr. Hommel's" Haernatogeu und lasse sich keine der Dielen Nachahmungen auß reden.


