Ausgabe 
10.11.1906 Drittes Blatt
 
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Nr. 265 Drittes Blatt 156. Jahrgang

Samstag 10. November 1806

Erscheint Wßllch mit Ausnahme des SoimtagS, Die -Wietzener Samillenbiatter* werden dem .Unzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der E^elstlch« Caibwtrr erscheint monatlich einmal.

Ketzener Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der Brflölldwe UnloersttätSdruckerei. BL Sange, Otrftm,

Redaktion, Expedition u. Druckerei: Kchukstr.D

TeL Nr. 5L relegr.-Adr. r voriger Sttb«.

General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Arris Gießen.

Der Autor

Felix Philipp iS neues WerkDer Helfer

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imd anderen Erkrankungen des Rachen» und des Schlucdea werden =>ö"

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von .Wohltäter der Aienschheit",Dornenweg",

Wien, die dazu mitgewirkt haben, daß unser Haus . _ schon im Rohbau nahezu vollendet dasteht, sei hiermit herz­lichster Dani ausgesprochen; cn erster Linie den Mitgliedern des Komitees für die Errichtung eines Theater- und Saalbaues; ferner allen, die durch freiwillige Gaben das Werk förderten; der Stadt, die den Bauplatz hcrgab, und den Mitgliedern der TheateroauLonlinission; nicht minder aber den Architekten, dem Bauführer und allen bei der Ausführung beteiligten Unterneh- mern und Handwerkern.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 10. Nov. 1906.

* * Veränderter Gang von Landpostcn. Wegen Umbaues der Straße Gießen-Krofdorf muß die fahrende Landpost zwischen diesen Orten während der nächsten Wochen auf der Straße über Abendstern mit teilweise veränderten Kurszeiten verkehren. Sie geht von Krofdorf 6.00 vorm. und 8.50 nachm., von Gießen 7.35 vorm. und 5.35 nachm. ab. In Zusammenhang damit hat auch die fahrende Landpost Gießen - Klein-Linden - Allendorf-Lützellinden während der fraglichen Zeit andere Gangzeiten erhalten. Sie verkehrt vormittags nur auf der Strecke Lützellinden- (ab 7.20) Klein-Linden (ab 8.20), während sie nachmittags bis Gießen durchfährt (ab Lützellinden 2.25, ab Gießen 4.10).

* * Kun st verein. Wie wir mitteilen können, wird in den nächsten Tagen der Kunstoerein wiederum eine sehr inter­essante Ausstellung aufzuweisen haben und zwar wird diescs- mal die plastische Kunst, wie diese der Kunstverein bis jetzt noch nie so aufzuweisen hatte in hervorragender Weife vertreten sein. Der bekannte Bildhauer 9JL Schantz- Berlin wird vereint mit dem ebenfalls bekannten Maler R. Escke - Berlin eine Kollektivausstellung veranstalten. Außer diesen werden auch noch die bei den Gießener Kunst­freunden bekannten Künstler H. K o berste in-Berlin und N. Scholz-München vertreten sein. Auch eine Anzahl italienischer Künstler aus Rom, Mailand, Neapel, Florenz und Turin werden die Ausstellung beschicken. Die gegenwärtige Ausstellung verbleibt nur noch einige Tage.

* * Aus d em Bureau des Stadttheaters. Der nächste Sonntag bringt im Abonnement eine Novität,

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Um den gleichen Slraßengrabcn Handelle es sich in der Sache : Beschwerde der Firma Gebrüder Ulrich zu Fauerbach. Diese Firma Halle sich über den schlechten Zustand des Grabens beschwert und um eine Kanalisierung vor den dort errichlelen Häusern ge­beten. Ter Kreisansschntz des Kreises Friedberg beschloß darauf, daß die Verpflichtiing zur Kanalisierung des Grabens und der Straße der Stadt Friedberg obliege nnd lehnte die Verpflichtung zur Unterhaltung der teilweise schon vorhandenen Kanalisiernng in der Ortsdurchfahrt ab. Tie Großh. Bürgermeisterei Friedberg be­stritt anch hier die ihr angesonn'enen Verpflichtnngen und stützte sich, wie im vorigen Fall, auf das Kuuststraßengesetz. Ter Provinzial- Ausschuß, an den die Angelegenheit zur Enljchcidung erwuchs, er­kannte in seiner heutigen Sitzung dahin, daß die Stadt Friedberg den kanalisierten Teil, der Kreis die offene Strecke des Grabens zu nnterhalien habe. Dem Kreis wurde dabei anheungestellt, die Ab­führung von Schmutzwäsiern in den Graben durch die Anwohner zu verbieten.

Zum Schluffe beschäftigte sich der Prooinzial-Ausschuß mit der Rellamation des Georg Schmidberger zi» Friedberg gegen die Berechnung der Straßenbaukosten der Tiesfenbachstraße. Die Tiesfenbachstraße ist in dem Teil zwischen Leonhardstraße nnd Kaiserstraße, in dem das Schmidbergersche Haus steht, volttländig ansgebanl, nicht aber in dem weiteren zwischen Leonhardstraße und Mainzer Toranlage. Schmidberger fühlt sich nun deshalb beschwert, weil die Stadt die Geländeerwerbskosten für den ersten Teil der Tieffenbachstraße nicht aus die Harlsbesitzer der ganzen Straße, sondern nur auf die des Abschnittes von der Leonhard- straße bis zur Kaiserstraße ausgeschlagen hat. Ter KrelSansschuß deS Kreises Friedberg entschied dahm, daß dem Einspruch des Reklamanten Schmidberger slaltzugeben und der Stadl Friedberg auszugeben sei, eine neue Berechnung auizuslellen. Gegen diese Entscheidung verfolgte die Großh. Bürgermeisterei Friedberg Be­rufung au den Provlnzial-Ausschuß. Stach eingehender Verhand­lung wurde die Beschluß'assung ausgesetzt.

Kom Klcß iur §taDltl)eater.

(Schluß.)

Die Besucher des Theaters gelangen durch 5 große Türen in die Vorhalle. Wer nicht schon am Tage an der un­mittelbar von außen zugänglichen Tageskasse eine Eintrittskarte gelöst l-at, erhält eine solche an der Abendkasse, die sich in der Vorl-alle befindet. Die Besucher des zweiten Ranges gelangen rechts und links von der Vorhalle zu den nach oben führenden Treppen. Die übrigen Besucher erreichen geradeaus über einige Stufen den Umgang des Parketts, von wo beiderseits Treppen zum ersten Range führen; die seitlichen Umgänge führen zu den acht Türen des Parketts und den vier Türen der Parkettlogen. Das Zuschauerhaus erhält rund 800 Sitzplätze und ist auf drei Seiten von breiten Umgängen umgeben, an die sich die Kleider­ablagen anschließen. Für jeden Platz befindet sich hier ein mit derselben Nummer versehener Kleiderhaken. An den Umgang des ersten Ranges schließt die über der Vorhalle belegene Wan­delhalle an, wo auch Gelegenheit zur Einnahme von Erfrisch­ungen geboten ist; neben dem Umgänge des zweiten Ranges sind weitere ErfRfchuugsräume vorgesehen. Da in den beiden Rängen nicht so große Kleiderablagen erforderlich find, wie im Parkett, ist hier ein Teil dieses Raumes zur Anlage von Sitz­plätzen benutzt. Für die Entleerung des Hauses stehen außer den fünf Eingangstüren vier weitere Ausgänge, die sich unmittelbar an die Rangtreppen anschließen, zur Verfügung. Zwischen dem Zuschauerhause und der Bühne liegt das für 40 Musiker berechnete vertiefte Orchester; der Fußboden des­selben tonn mit Rücksicht darauf, daß im Hause wohl auch Kon­zerte veranstaltet werden, auf die Höhe des Vühncnfuß- bodens gehoben werden, um so ein großes Podium für Chor und Orchester au schaffen. Die V One hat 9 Dieter Proszeniums- öfsnung, 19 Meter Breite und mit der Hinterbühne 16 Meter Tiefe. Sie ist von den nötigen Verwaltungs-, Ankleide- und Aufbewahrungsräumen umgeben. In der hintersten Gasse befindet sich eine durch bereit ganze Breite durchgehende Versenkung, die bis 1 Meter über den Fußboden geloben werden kann, um mit ihrer Hilfe rasch Ausbauten und dergleichen Herstellen zu können; außerdem sind zwei kleinere Versenkungen vorgesehen, die in jede beliebige Kassette eingebaut werden können. Der Schnürboden liegt so 1-och, daß alle Vorhänge, Prospekte und Hintergründe .ungeknickt hvchgehen. Im Untergeschoß des Hauses befinden sich die Wohnung des Hausmeisters, Räume für den Beleuchter, Feuerwehr, Musiker, ferner die Heizung, Magazin- und Arbeitsräume. Die Er­wärmung des Hauses geschieht durch Warmwafser- und Luftheizung. Tw Beleuchtung ist elektrisch, derart, daß die gewöhnliche und die Notbeleuchtung schon vom Eleitrizitäts- werk aus vollständig getrennt sind, damit bei einem etwaigen Maschinenschaden im Werk doch eine ausreichende Beleuchtung unter allen Umständen gesichert ist.

Das Gebäude ist Em R o h b a n n a h e z u f e r t i g g e st e l 11. Zur ZKt wird der letzte Rest der Dächer gedeckt und die Arbeiten für die Heizung find im Gange, um auch während des Winters an Innern arbeiten zu können. Es ist zu hoffen, daß die in Ansicht genommene Frist für die betnevsfähige Fer­tigstellung ei n g e Hal ten und das Haus noch vor dem

das Jahr 1310 von dem Grafen Johann erbaut. Er beab­sichtigte, das gleichnamige Dorf, wie auch das benachbarte Mengerskirchen zur Stadt zu erheben, und hätte dieses Vor­haben auch ausgesührt, da ihm 1321 von Friedrich von Oesterreich hierzu die Erlaubnis erteilt wurde, wenn ihn nicht seine unaufhörlichen Fehden daran gehindert hätten. In der Schlacht bei Hermannstein besiegte er zwar den widerspenstigen einheimischen Adel, aber er bezahlte den Sieg mit dem Leben. Im Jahre 1343 bezog Graf Heinrich, ein Bruderssohn des ersteren, der Stifter der Nassau-Beilstein'schen Grafschaft, die Burg. "Ein späterer Ganerbe, gleichfalls Graf Heinrich, unter dem Namen des .Ritters mit der goldenen Rette' bekannt, war als bedeutender Feldherr vom Kaiser Maximilian als Truppenführer gegen Frankreich und England bestellt worden. 1607 erhielt Graf Georg die Herrschaft Beilstein; ihm wurde neben dem Ausbau der Burg auch die Erbauung der Kirche zugeschrieben. Die Burg blieb bis zum Jahre 1812, in welchem Jahre sie von den Franzosen auf den Abbruch ver­steigert wurde, in bewohnbarem Zustande. Als bemerkens­wert sei noch hervorgehoben, daß 15711576 die zweite Gemahlin Wilhelms des Verschwiegenen, Anna, Herzogin von Sachsen, dort gefangen saß. Neben der Burg sei noch das alte herrschaftliche Amtsgebäude (erbaut 1616) genannt, das noch bewohnt wird. Beilstein ist außer von Station Katzen- surt (Strecke GießenDillenburg) auch von der Station Driedorf an der neuen Westerwald-Bahn bequem zu er- reichen.

Sitzung des Provinzial-Ausschusses.

Gießen, 7. Siovemder.

Tie auf heute angesetzte Verhandlung über den Wirlschafts- betrieb des Kaspar Baier zu Bad-Rauheimj hier Antrag aui Konzejsionsentziehung wurde vertagt. An Stelle dieser^ Sache wurde über das Gesuch des Georg Steinhäuser zu Fried­berg um Erlaubnis zum Betrieb e i n e r S ch a n k wirt­schaft verhandelt. Tie Stadtverordneten-Verlammlung der Stadt Friedberg Halle bezüglich dieses Gesuchs die Bedüriiusirage ver­neint. Im Gegensatz hierzu beschloß jedoch der Kreisausschutz des Kreises Friedberg, daß die nackigesuchie Konzession zu erteilen sei, da nach seiner Ansicht ein Bedürnus für eine Ausspaniiwlrtschast, wie die hier fragliche, wohl vorhanden sei. Auf Ersuchen der Großh. Bürgermeisterei Friedberg legte der Dorsitzende des Kreis» misschiisses gegen das bezügliche Urteil im öffentlichen Interesse Rekurs an den Provinzial-Aussuiuß ein. Dieser gab dem Rekurs Henle statt, indem auch er zu der Ansicht gelangte, daß ein Be­dürfnis zur Errichtung einer weiteren Wirtschaft an der in tfrage kommenden Stelle nicht besieht.

Ter nächste Gegenstand der Tagesordnung betraf die Ver­unreinigung eines Brunnens in der Hoiraile des Wil­helm Born zu Friedberg-Fauerbach. Tas Wasser dieses Brunnens ist seit etwa zwei Jahren uiigenießbar. Ter Besitzer der Hojraite führt dies daraus zurück, daß aus dem jenseits der Straße hinztehenden Graben Schmutzivasser in eine Drauiagelettung, die an dem Brunnen vorbeiführt, und von da in den Brunnen selbst gelangt. Er führte deshalb Beschwerde bei dem Kreisausschuß des Kreises Friedberg, der beschloß, daß der Stadt Friedberg die Ver­pflichtung obliege, einer Verunreinigung des Brunnens vorzu­beugen. Hiergegen legte die Großh. Bürgermeisterei Friedberg Beriifung ein mit der Begründung, daß dem Kreis nach dem Kunstsiraßengesetz die Unterhaltung derartiger Gräben obliege. Das Großh.'Kreisamt Friedberg legte die Akten dem Provinzial- Ausschuß vor, indem es den Beschluß des Kreisausschusses zu recht- ierligcn suchte. Tie Entscheidung wurde heute ausgesetzt, da noch Erhebungen stattfinden müssen. _____________________________

Aus Frankfurt wurde uns am 8. b. M. ge­schrieben : Sophie König ist zweifellos eines der tüch­tigsten Mitglieder unserer BiHne, eine Künstlerin, die in ganz verschiedenartigen Partien Vorzügliches leistet und immer sehr scharf charakterisiert. Zugleich ist sie diejenige Künstlerin, die allgemein die größten Sympathien genießt, die alle Welt Heb hat. Das sah man bei der heutigen Jubelfeier ihrer 25jährigen Zugehörigkeit zur hiesigen Bühne, die sich zu einer Fülle warmer und herzlicher Ovationen gestaltete. Die alten Einakter, in denen sie auftrat, haben das Publikum sehr amüsiert und auch Herrn Schwartz Gelegenheit zu einer Prachtleistung ge­boten. S. S.

Aus Kassel, 7. November, wird uns geschrieben: Als erste Opernnovitat in der laufenden Saison gab es hier eine Uraufführung, einen Einakter,Die schöne Müllerin" betitelt. Das Werk stammt von dem in Wies­baden lebenden Musikdirektor Professor Otto Dorn. Der Komponist hat den Text zu seiner Oper einem im Rokolo- zeitalter spielenden Lustspiel von Melesville entnommen, das er zu seinen Zwecken frei um gestaltete. Es handelt sich um eine Art Figaro en miniature. Wie dieschöne Müllerin" die Attacken eines liebeslüsternen Grafen ab- schlügt und ihr Herz an einen etwas tölpisch-schüchtemen Müllerburschen verschenkt, das wird amüsant und mit drastischer Situationskomik geschildert. Dorns zu diesem Stofs geschriebene Musil ist in modernem Stil gehalten, der Komponist hat aber nichtsdestoweniger dabei oen Mut gehabt, sein Werk mit schönen Melodien auszustatten. Be­sonders anziehend ist das im einschmeichelnden Walzer­rhythmus gehalteneSo träume süß". Der musikalfiche Dialog ist in gutem Fluß gehalten, die interessant ge­staltete Instrumentation ist reich, für den einfachen Opern- gang eigentlich manchmal zu reich und nicht ohne Pikan­terie. Die Aufsührung hatte unter Kapellmeister Dr. Beiers Dirigenten stab einen trefflichen Erfolg; mit den Hauptdarstellern konnte auch der anwesende Komponist banienb vor der Rampe erscheinen.

Wir hoffen und wünschen, das dem edlen Gemeinsinn der Bür­gerschaft entsprossene Werk möge einer ^glücklichen Vollendung entgegengehen und unserer Stadl zum Segen gereichen. Nicht ein neuer Vergnügungsort soll hier entstehen, sondern eine Stätte ernster Kunst, die Freude in des Menschen Herz gießt, sein Leben mit dem Glanze der Poesie verklärt und die tiefsten Gedanken und Empfindungen in seiner Seele änreget. Möge das Haus dis Aufgabe erfüllen, die wir ihm zugedacht haben; möge es unser« Bürgerschaft erheben über die Sorgen des gemeinen Lebens, möge es ihren Kunstsinn fordern und kommende Geschlechter anregen, auch der Schwesterkunst der Poesie, der Musik, ein würdiges Heim zu schaffen.

U'n iversitätsseste eröffnet wird. Das kann aber nur erreicht werden, wenn alle, die zur Mitwirkung an diesem Werk berufen sind, wie bisher, so auch fernerhin in vollem Maße ihre Pflicht erfüllen.

An den Arbeiten und Lieferungen sind bis jetzt folgende Un­ternehmer beteiligt:

Fundamentarbeiten, Heinrich Winu, Gießen.

Aufgehendes Mauerwerk, Abermann und Kling, Gießen.

Lieferung der Bafaltlava zum Sockel, Abermann unb Kling und Birkenstock und Schneider, Gießen.

Lieferung der Tuffsteine zum nockelgesims, Jakob Pickel und Co., Cottenheim. ~

Lieferung der Sandsteine, Jakob Atzbach, Gießen, und Otw a6e&miTiiaTbeiten, Granitwerk Ebersberg, Marktleuthen.

Lieferung der Träger, F. Heimer u. Co., Gießen.

Grobschlofserarbeiten, Martin Dorr, Kvrl Hopmeier, Karl Krai- ling, Edmund diagel urid Julius Swhr, Gießen.

Eisenkonftruktionen mit Ausnahme der Bühncneinnchtung und des Bühnendaches, Eisenwerk München, Aktiengesellschaft, München.

Bühneneinrichtung und Eisenkonstruktion des Bühnendaches, Hein, Lehmann u. Co., Reinickendorf.

Betonarbeiten, Knobewch und Scheib, Frankfurt. Zimmerarbeiten, Georg Schubecker. Gießen.

Gesimsarbeiten, Baltasar Nuhn, Lollar.

Spenglerarbeiten, Georg Appel und Emll Dörr, Gießen.

Lieferung der Dachziegel, Dachfteinwerke Karl Ludowici, Jock­grim, ZÜreinpfalz. w _ .., c ,

Ausführung der Dachdeckerarbeiten, Krock und Mutter, Gießen. Blitzableiter, Karl Wigandt, Gießen.

Bildhauerarbeiten, Gotthilf Jager, Friedenau, und A Scheuer, Treibarbeiten in Küpser, Bildhauer Knodt, Frankfurt.

Glaserarociten, H. Fillmann, Gießen, E. H. Mütter, Gießen, H. Fasig und Sohn, Ludwigshafen, PH. Jakobi, Gießen und B. Wolf, Gießen.

Rabitz- und Stuckarbeiten, Peter Vogler II., Mombach. Aeußere Weißbinderarbeiten, Karl Nicolaus, Gießen. Innere Weißbinderarbeiten, Louis Petri III. und Christ.

Schmidt II., Gießen.

Heizung, Louis Opländer Ww., Dortmund.

Lieferung der Heizkessel, Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar

Bonbons |[

,TaS große Licht* u. a. in. hat im ^Helfer* ein neues, spannendes Schauspiel geschrieben, das den Weg über alle Buhnen (auch Frankfurt a. 9)1.) mit Erfolg macht oder ge­macht hat. Die 9looität ist von Direktor Steingötter aufs sorgfältigste inszeniert und unsere ersten Kräfte sind beschäftigt. Wir nennen die Herren Bakof, Goll, Reimer-Schlegel, Lippert, Herrscher, Gronert, und die Damen v. Jagemann, Schettenberg und Horn.

? Borsdorf, 8. Nov. Die Feldbereinigung unserer Gemarkung ist nunmehr beendet. Dieser Tage wurden 135 Morgen erübrigtes Massegelände an die hiesigen Einwohner versteigert. Ganz wider Erwarten wurde für die Grundstücke ein außerordentlich hoher Preis gelöst, da der Morgen durchschnittlich auf 1000 Mk. kam. Dadurch sind nach vorläufiger Schätzung die Feldbereinigungskoslen wahr­scheinlich vollständig gedeckt. Die Befriedigung mit der neuen Regulierung wird bei deren großen Vorzügen nach und nach allgemein. Auch in unserer Nachbargemeinde Ober-Widders- heim hat man jetzt mit der Feldbereinigung begonnen.

8. Beil st ein, 7. Nov. Schon wiederholt wurde der Ruine Greifenstein gedacht. Es dürfte daher wohl auch die benachbarte, malerisch gelegene Ruine Beilstein und deren Ge­schichte hier kurz erwähnt iverden. Die zum Dillkreis gehörige Burg (etwa eine Stunde westlich von Greifenstein) wurde um