Ausgabe 
14.6.1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 137 Zweites Blatt

15V. Jahrgang

Donnerstag 14. Jnni 1906

Erscheint mit Ausnahme des SormtagS.

Die ^Glehener SoniiHenbiatter* werden dem Anzeiger viermal wSchenUich beigelegt. Der taeöwlrT erfchemt monatlich einmal.

Gießener Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der Brüh tick» UnwerfttätSdruckeret. 8t Lange, ©<**.

Redaktstm. Expedition «.Druckerei: Dcbulltr.U,

Tel. Nr. 6L Telegr.-Ldr.! Anzeiger tiußee.

General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen.

Politische Tagesschau.

Die Herausgabe einer hesfis^en Landtagskorrespondenz ist am Riillwoch von der 2. Rammet beschlossen worden.

Wieder einmal haben unsere Herren Parlamentarier eS versäumt, in den zunächst beteiligten Kreisen, das sind dies- mal die Zeitungen, vorerst eine Umfrage nach dem Bedürfnis zu veranflalten. Dieses Unterlassen wird hoffent­lich zur Folge haben, daß keine hessische Zeitung, die sich selber achtet, von dieser Korrespondenz Gebrauch machen wird. Tie Herren scheinen zu glauben, daß sie nach Willkür verfahren dürften und daß btc Allgemeinheit nach ihrer Pfeife zu tanzen habe. Schon um dieser völligen Ver­kennung ihrer Stellung rind ihrer Aufgaben willen ist e5 die Pflicht der gesamten hessischen Presse, diesen Kammerbeschluß einfach zu ignorieren.

Die beabsichtigte S ch a b l o n i s i e r u n g der gesamten Hess. Kammerberichterstattung stellt sich tm übrigen als die Absicht eines schweren Eingriffes in die Freiheit der Presse dar, die diese mit aller Energie zurückzuweisen hat. Die Zeitungen Hessens werden nach wie vor ihre eigenen Kammerkorrespondenten in Darmstadt beschäftigen und im übrigen tun, was ihnen beliebt und nicht, was die Kammer ihnen oorzuschreiben sich für berechtigt halt.

Der Zinsertrag von Stadtanleihen.

Die Stadt Köln hat zu Angeboten auf Uebernohme von 36 Mill. Mark 3*/, proz. Anleihe aufgefordert, aber keine Angebote erhalten. Ablehnende Antworten auf die Ausschreibung sind von der Gruppe der Deutschen Bank, der Gruppe Salomon Oppenheim jr. & Co., der Tiskonto-Gefell- schäft und Darmstädter Bank, der Gruppe Schaaffhausenscher Bankverein, A. Levy, Telchmann & Co. und Dresdener Bank soivie der Gruppe Delbrück, Leo & Co. eingegangen. Die Stadtverordnetenversammlung wird nun vor die Frage gestellt werden, ob sie eine einmalige Anleihe mit 4 Proz. Verzinjung ausschreiben will.

Mit dem Mißerfolg bei der Begebung einer Kommunal­anleihe steht die Stadt Köln nicht allem. Die Hauptstadt Bayerns mußte die gleiche Erfahrung machen, und sie fam erst zum Ziel auf Grund der Bereitwilligkeit, den erhöhten Zinsfuß von 4 Proz. zu bewilligen. Die Kölner Kommune wird ebensowenig umhin können, diesem Beispiel zu folgen, ime die ansehnliche Reihe der anderen Stadtverwalt­ungen, die sich insgesamt einige 100 Millionen auf Kredit beschaffen möchten. Auch der Eintritt günstigerer Geldverhültnisse als der gegenwärtigen würde wohl nicht die Tatsache aus der Welt schaffen, daß es mit* der Aera des 3^,prozentigen Kommunalkredits zu Ende geht. In einer Zeit kaum unterbrochenen Kurs­rückgangs erstklassiger StaatSpapiere ist das Verlangen eines höheren Zinsertrages der Stadtanleihen sicherlich kein über­triebenes. Es ist es umsoweniger, als erfahrungsgemäß in nicht seltenen Fallen der Verkauf von Abschnitten dieser An­leihen äußerst erschwert, wenn nicht unmöglich ist, jedenfalls an der Berliner Börse. Der Kurs wird schon bei geringem Angebot gestrichen, sodaß beispielsweise einem K leinkapi - taUsten, der flüssiger Mittel bedarf, nichts übrig bleibt, als die Verpfändung der Stadtobligation zu teurem Zinsfuß. Der Mangel eines regulär funktio­nierenden Börsenmarktes für Kommunalanleihen muß also wenigstens in etwas ausgeglichen werden durch einen den Verhältnissen angemessenen Zinsertrag.

Was wird in Rußland?

Der frühere russische Minister des Innern Durnowo weilt, wie behauptet mirb, im strengsten Inkognito in Paris. Er soll die Mission erhalten haben, den Zaren über die französische Stimmung betreffs der Ereignisse in Rußland zu unterrichten und gleichzeitig die französischen Finanzkreise über die eventuellen Konsequenzen einer russischen Krise zu be­ruhigen. Graf Witte hat Paus soeben verlassen, um sich ach Air-lex-BainS zu begeben, und zu gleicher Zeit ist Groß­fürst Wladimir, der Onkel des Zaren, von Paris nach Petersburg zurückgekehrt. War Graf Witte Träger einer besonderen Mission, wenn er gleich der Regierung nicht mehr angehört? Im Herbst soll eine Neubildung öeS Kabinetts erfolgen, bis dahin kann der Wind vollends wieder sich wenden nach derRichtung Witte'. Das dürfte zunächst beeinflußt werden von dem Ergebnis der Verhandlungen des vielgewandten früheren Ministerpräsidenten mit den Pan,er Finanzkreisen. Wie die mnerpolitifchen Verhältnisse Rußlands sich bis zum Herbst gestalten werden, das vermag allerdings wohl niemand mit Sicherheit zu beurteilen, auch Graf Witte nicht Dic Takttk dcs 'UlinillcriumS Sorcmtjrtn, das Paria, ment sich müde reden zu lassen, scheint sich emstweüen zu be­währen, Durch dic uferlosen Debatten »t das Interesse eines orossen Seils der Deputierten abgestumpft, und soll e die Regierung deu.uächst zur Vertagung der Duma l>ch ent- Messen, dann kann sie sicher fern, dass es darüber u.cht zuu. Konflikt kommt. Der GährungSprozeß des gingen parlamen- torischen Leben- Hai sogar eine gewisse Märchen in|ofetn herbeigeführt, als sich Ansätze zu einet Neubildung der Parteien zeigen. ES scheint eine Art .Zentrum- ,m Entstehen zu fein, eine Fraktion der ©cmaytgten, au die eine zu Konzessionen an den Liberalismus geneigte Re­gierung sich vielleicht wird stützen können. Wenn eS gelingt, dem Volke und besonders den Bauern, im Verlaus deS Sommers begreiflich zu machen, daß das Parteiwcsen er. ausrciscn muß, ehe die stürmisch verlangten Reformen auf konstitutioneller Grundlage bewerkstelligt werden können, dann bleibt Rußland möglicherweise bis zum Herbst von schweren Unruhen verschont. Vor der Hand heißt es: .Zeit gewonnen, viel gewonnen!*

In Hoskreisen wird behauptet, daß der Zar auS per­sönlicher Initiative den Befehl erteilt hat, die Vollstreckung aller Todesurteile bis auf weiteres einzustellen. In Dumakreisen hofft man, daß diesem Befehl bald die gänz­liche Abschaffung der Todesstrafe folgen werde. Ter Minister des Innern erließ einen Befehl, daß alle politischen Gefan­genen, insbesondere die Zöglinge der Militär-Lehranstalten, welche zwei Monate sich m Untersuchung befinden, ohne daß, strikte Beweise gegen sie erbracht werden konnten, sofort frei» zulasten seien.

Bei den Strafexpeditionen in den Ostseepro- Dingen sollen in der letzten Zeit wieder häufig Ueber­griffe seitens der Soldaten stattgefunden haben. Im Kreise Tuckum wurden zwei Bauern, Neumann und Bchrsin, verhaftet, trotzdem die Haussuchung kein Belastungsmaterial ergeben hat. Auf dem Wege nrch Tuckum ivurden die beiden erschossen aufgefunden. Nach einer Meldung auS Sim­feropol wurde bei Feodosia die Geldpost beraubt. Im Moskauer^ Gouvernement ist eine Panik unter den Guts­besitzern auSgebrochen wegen deS Gerüchts von bevorstehenden Agrarunruhen. Die Preise für Grundstücke fallen be­deutend, und zwar um zwei Drittel. Im Ministerium deS Innern 'ist eine Vorlage zur Regelung der Juden frage ausgearbeitet worden. Die Juden dürfen danach ihre Wohn­orte frei wählen und ohne Einschränkung Handel treiben.

In Warschau wurde ein Pfandhaus auSgeraubt und die Besitzerin Sarah Goldgewicht erschossen. Die Täter sind entkommen.

Em russischer Revolutionär teilte einem New-Porter Journalisten mit, daß die russischen Revolutionäre am 14. Juli eine allgemeine Erhebung planen. Dieses Datum fei gewählt worden, weil an dem Tage auch in Frank­reich die Republik erklärt worden sei.

Zum russischen Gesandten bei der schweizerischen Eid­genossenschaft ist der bisherige 9)linifterrefibent in Tanger. Wirkt. Staatsrat Kammerherr von Bacheracht ernannt worden. Herr von Bacheracht ist mit der geschiedenen Frau von Kolemine geb. Gräfin von Hutten Czapska verheiratet, die einst einige Tage lang die morganatische Gemahlin des Großherzogs Ludwig IV. von Hessen war.

Deutsches Reich.

Berlin, 13. Juni. Dem Verein deutscher In- genicure, welcher in einer außerordentlichen Tagung sein 50jähriges Bestehen feiert, ist apf eine an den Kaiser, zu­gleich mit der Widmung einer goldenen Erinnerungsmedaille gerichtete Huldigungsadresse, folgender kaiserlicher Dank an­gegangen:

Dem Verein deutscher Ingenieure danke Ich von ganzem Herzen für die Mir gewidmete goldene Denkmünze. Ter Verein darf sich versichert halten, daß Ich, wie bisher, seinen Bestrebungen Mein lebhaftes Interesse zuwenden werde. Möge die Tätigkeit deS Vereins auch in den kommenden fünfzig Jahren von reichem Er- folge begleitet sein. Wilhelm R,

Dem Generalleutnant z. D. v. Trotha, bisher Kommandeur der Schutztruppe für Südwestafrika, wurde der Rote Adlerorden 1. Kl. mit Eichenlaub und den Schwertern am Ringe verliehen.

Zum Militäranwalt am Reichsmilitärgericht ist der bisherige OderkriegSgerichtsrat M ü l b e r g e r aus Frankfurt a M. ernannt worden. 1887 wurde er als Divisionsauditeur zur 25. (Großh. Hess.) Division versetzt und zugleich mit Wahr­nehmung der Geschäfte des Garnisonsauditeurs m Darmstadt beauftragt. Als die 25. Division dem neu errichteten 18. Armee­korps zugeteilt wurde, trat Mülberger mit zu diesem über, bei der 1900 in Kraft getretenen Umgestaltung des Militär­justizwesens aber wurde er Oberkriegsgerichtsrat beim Gene­ralkommando dieses Korps und siedelte nach Frankfurt über.

Der .Reichsanz.« veröffentlicht das Gesetz, betreffend die Ordnung des Reichs Haushalts und die Tilgung der Reichsschuld, vom 3. Juni 1906.

Der .Voss. Ztg." wird von zuverlässiger Seite zu der angeblichen Meuterei in Südwestafrika berichtet, daß allerdings einige Fälle von Gehorsamsverweigerung usw. zu verzeichnen gewesen sind. Diese haben jedoch feinen außer­gewöhnlichen Charakter getragen, sondern sind als Erschein­ungen aufzufassen, die bei einer Truppe in Stärke von zirka 15 000 Mann unter den obwaltenden Verhältnissen leider wohl immer vorkommen. Von der Erstechung eines Offiziers ist absolut nichts bekannt.

Karlsruhe, 13. Juni. Seines Amtes entsetzt worden ist der zur Zentrumspartei gehörige Bürgermeister (Seng in Löhningen, weil bei seiner Wahl nummerierte Wahlumschläge verwendet worden sind, um die Stimmen kontrollieren zu können.

Stuttgart, 13. Juni. Nach zweitägiger Beratung erfolgte heute in der Abgeordnetenkammer die Schluß­abstimmung über die au5 den verschiedenen Beratungen beider Häuser bis jetzt hervorgegangenen Beschlüsse zur 23er» fassungSreform-Vorlage. Die Schlußabstimmung er­gab die Annahme derselben mit 64 gegen 23 Stimmen. Es ist also, wie unter Beifall des Hauses der Präsident kon­statierte, eine Zweidrittel-Mehrheit vorhanden. Die Erste Kammer erhält also erweitertes Budgetrecht bezüglich der Steuern mit festen Sätzen. Die Vorlage geht nun noch ein­mal an die Erste Kammer. Während der heutigen Nach- mittagssitzung wurde der Führer der Volkspartei, der Abg. Friedrich Hausmann, von einer tiefen Ohnmacht befallen und mußte aus dem Saale getragen werden.

Nürnberg, 13. Juni. Eine Versammlung des deutschen Verbandes der Zigarren- und Tabakladeninhabe r beschloß, Schritte für die Erlangung reichsgesetzlicher Regelung der Sonntagsruhe mit mindestens fünf Stunden

Verkaufszeit in die Wege zu leiten und erklärt sich gegen den Achtuhrladenschluß an Werktagen.

Ausland.

Stockholm, 13. Juni. Im Befinden des Königs Oskar von Schweden ist eine bedenkliche Ver­schlimmerung cingctretcn. Tie ernste Erkrankung besteht in rasch fortsch reitender Herzschwäche und Ver­kalkung der Arterien. Ter Zustand deS Königs gilt als hoffnungslos. (Private Meldung!)

Der König begibt sich morgen nachmittag an Bord der hier eintreffenden englischen Pacht .Enchantreß", um den Herzog und die Herzogin von Connaught zu begrüßen. (Offiziöse Meldung I)

Madrid, 13. Juni. In Villanueva, in der Nähe von Bapzelona, ist ein Priester verhaftet worden, der ver­dächtig war, der Urheber bc5 Attentats gegen König Alfons in Paris gewesen zu sein. Die Polizei hatte geglaubt, der Verhaftete hätte die Priesterkleidung zu Unrecht getragen. Es stellte sich jedoch heraus, daß der Be­treffende tatsächlich ein armenischer Priester mit Namen NieokaS war. Er wurde sofort auf freien Fuß gesetzt.

Aus Der österreichische» Delegation.

Wien, 13. Juni.

Bei der Verhandlung des Budgets des Ministeriums des Aeußern in der österreichischen Dele gation bezeichnet Steiner die auswärtige Politik als nicht zielbewußt und alS nicht einheitlich. Er verlangt insbesondere erhöhte handelspolitische Tätigkeit in der auswärligen Politik. Die Haltung der Regierung in der Marokkofrage billigt der Redner, er betont, das Zusammengehen mit Deutschland fei auch in der Balkan Politik notwendig, und wendet sich schließlich gegen die Zugeständnisse, die Italien auf dem Balkan gemacht worden seien.

jiramare# führt aus, daß der Dreibund nicht in die Welt Politik passe und die Völker Oesterreichs sich energisch bedanken würden, wenn sie in einen Konflikt hineingezogen würden, bei dem es sich nur um die Inter­essen der Bundesgenossen handle. Auch in der europäischen Politik spiele der Dreibund keine große Rolle mehr, jnbetreff der Marokkofrage bemerkt der Redner: Wollte Deutschland eine Mensur haben und um jeden Preis einen Renommierschmiß bekommen, den es ja auch erhalten hat, so sei das seine Sache, und wir haben gar feine Ursache, uns in einem solchen Falle ausschließlich auf die Seite Deutschlands zu stellen. Wir müssen endlich einsehen, daß ein Bündnis mit 'Deutschland zwar eine, wenn auch nicht absolut notwendige Sicherung des Friedens ist, daß jedoch die einzige feste Gewähr für die Zukunft Oesterreichs in einer friedlichen, konservativen Politik liegt. Eine solche friedliebende Monarchie liegt so sehr im Inter­esse des Weltgleichgewichtes, daß ihre Zukunft auch ohne spezielle Aünid nisse gesichert ist, da alle Staaten Europas an der Erhaltung dieser Monarchie das größte Interesse haben.

Der Minister Graf GoluchowSki geht auf die Aeußer- ungen Kramarschs ein. Jrn Dreibund-Vertrage seien die Fälle, in denen wir gegenseitig einzugreifcn haben, sehr genau bestimmt und alle möglichen Garantien gegeben. Es heißt, daß sowohl für uns, als für baS Deutsche Reich der ca^us foederis eintrete, wenn einer von uns von zwei Seiten an­gegriffen wird. Das biete eine genügende Sicherheit. Wenn man ein Defensivbündnis schließt, sind die Rechte und Ver­pflichtungen gegenseitig. Das, roaS uns in eine unangenehme ilage bringen kann, kann ebenso Deutschland in eine un­angenehme Lage bringen. DaS Bündnis hat den Frieden verbürgt und uns gestattet, über manche Klippe hinweg- zukoimnen. Es ist nur zu hoffen, daß es in Zukunft nicht anders sein wird.

Wanderausstellung der Deutschen Laudwirtschasts- gesellschast.

Berlin, 13. Juni.

In der großen Landwirtschaftsausstellung hört man heute schon Naturlaute. In den großen Hallen neben dem Vorführungsring sind jetzt die Rinder eingetroffen, deren Vor­führung am Dienstag stattfand. Brüllen in allen Tonarten grüßt jetzt den Besucher. Dazu meldet sich auch daS Geflügel schon, daS gleichfalls eingetroffen ist. Heute fand die Vor­prüfung der Geräte-Neuheiten neben der Vorprüfung der anderen Tiere und das Preisrichten der milchwirtschaftlichen Ausstellung statt. Hier traten auch die jungen Damen, die Milch kredenzen, in Tätigkeit. Am Abend war ein Empfang im Rathause. Aber dieser Willkommen vollzog sich in einer Art, die ein Novum für Gäste und Wirte im allgemeinen und für das gastfreie Berlin im besonderen bildet. Unsere Reichshauptstadt hat eS sich noch stets zur Ehre gerechnet, die m ihren Mauern zu ernster Beratung versammelten Körperschaften durch ihre Gemeindebehörden bewirten zu lassen. So waren erst vor einigen Tagen die Ingenieure aufgenommen worden, und gleiches hatte man den Landwirten zugedacht. Sic aber nahmen nur die Einladung an, den Abend mit den Lenkern und Leitern der Stadt im Rathause zu verbringen. Sie baten auch, es möge die nötige Vorsorge getroffen werden, daß sie nicht Not zu leiden brauchten, d. h. daß Essen und ein guter Tropfen vorhanden fei. Im übrigen jedoch werde jeder selbst bezahlen, waS er im Laufe des Abends verzehre.

Der Kaiser hat für dic Wanderausstellung eine kost­bare Vase als Ehrenpreis für die beste Sammlung der schwarzbunten Tieflandrinder und der Kronprinz eine silberne Vase als Ehrenpreis für Privatgestüte gestiftet.