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Are Stichwahl in Attena-Iserloyn hat, wie wir gestern bereits mittcilten, mit dem Siege des Kandidaten der Sozialdemokraten (mit etwa 1800 Summen Mehrheit) über den Zentrumskandidaten geendet. Damit ist ein Reichstagsmandat, das seit der Gründung des Deutschen Reiches dem Liberalismus gehörte, an die Umsturzpartci übergegangen, und zwar wegen der Uneinigkeit der Liberalen bei der Hauptwahl und durch die Wahlenthaltung, vieler hunderter Liberalen, sowie die Unterstützung der Sozialdemokratie bei der Stichwahl. Die Teilnahme an der Stichwahl war bedeutend geringer als bei der Hauptwahl. Von rund 45 OOO Wahlberechtigten haben bei der Hauptwahl 34 000 gestimmt; am 10. waren es an 6000 Wähler weniger als bei der Hauptwahl. Es war ein gewaltiges Ringen zwischen Sozialdemokratie und Zentrum. In der Hauptwahl hatte der Zentrums-Kandidat 7774 und die beiden liberalen Parteien hatten 14 238 Stimmen erhalten; daraus sind in der Stichwahl nur 14 068 Stimmen geworden, während der sozialdemokratische Kandidat, der in der Hauptwahl 10 546 Stimmen erhalten hatte, jetzt ein Plus von 5 300 Stimmen verzeichnen konnte. Bei der Beurteilung dieser Zahlen ist zu berücksichtigen, daß das Zentrum und die Sozialdemokratie schon bei der Hauptwahl ihren letzten Mann zur Urne gebracht hatten.
Im Katholischen Volksverein verkündete der Führer der Iserlohner Zentrumspartei am Abend des 10. ds. das Ergebnis mit einer Ansprache, die also begann: „Konfessionelle Hetze, du hast gesiegt I" Wenige Tage vor der Stichwahl war im freisinnigen Organ ein Artikel, unterzeichnet „Evangelische Christen", erschienen, der zur Wahl des Sozialdemokraten aufforderte und dabei an das evangelische Gewissen appellierte. Der Führer der nationalliberalen und der freisinnigen Partei erhoben sofort in einem Gegenflugblatt entschiedenen Einspruch. Von verschiedenen Seiten wird behauptet, daß die Sozialdemokratie diesen Konfessionellen Hetz- artikel veranlaßt habe.
Die Auseinandersetzungen zwischen den bürgerlichen Parteien nehmen bereits ihren Anfang. Einer schiebt dem andern die Schuld an diesem ersten Mandatgewinn der Sozialdemokratie seit den Wahlen von 19 03 zu. Die volksp. „Voss. Ztg.^ häuft alle Verantwortung auf das Haupt der Nationalliberalen, das rechtssreisinnige ,Berl. Tagebl." hält beide liberale Parteien für schuldig, die „Nat.- Ztg." endlich, das linksnationalliberale Blatt, meint» bei der Riederstimmung des Zentrumskandidaten durch national empfindende bürgerliche Wähler sei wohl deren begreifliche Empörung gegen die Hetztaktik Erzbergers zum Ausdruck gekommen , der den durchgefallenen Zentrumskandidaten in ausgiebigster Weise patronisiert habe. Das ist denn wohl doch etwas weit hergeholt und übertreibt die polit. Bedeutung Erzbergers. Der sozialistische Wahlsieg ist zweifellos in erster Linie dadurch herbeigeführt, daß die liberalen Gruppen aufeinander losschlugen, anstatt vereint zum sicheren Erfolg zu marschieren. Eine weitere Ursache liegt in der Aufstellung der aussichtslosen christlich-sozialen Sonderkandidatur, die von vornherein die Stimmen zersplitterte. Stöcker gedachte dadurch dem Zentrum die Wege zu ebnen, ein Trugschluß, aus dem auch und besonders das Zentrum eine Lehre entnehmen kann. Es ist vor wenigen Tagen von dein Berliner Zentrumsorgan, der „Germania", in voreiliger Siegesstimnmng — wegen „Altena- Iserlohn" — empfohlen worden, bei den allgem. Wahlen zum Reichstag in möglichst vielen Wahlkreisen, wo sich katholische Minderheiten befinden, Sonderkandidaturen des Zentrums auszustellen. Denn es könne sich begeben, daß über die sich streitenden stärkeren Gegner hinweg der Zenlrumsmann in die Stichwahl und zum Siege käme. Altena-Iserlohn ist aber ein „schlagendes" Beispiel dafür, daß der bei dieser Taktik zuletzt Lachende der Sozialdemokrat sein würde. Er gilt eben manchem Bürgerparteiler bekanntlich (wie in Darmstadt) als „kleineres Uebel" im Gegensatz zu allem, was nur ein wenig nach Rechts neigt. Fürs nächste wird nun allen gegenteiligen Erwartungen zum Trotz das Zentrum am 19. ds. Mts. an den Freisinnigen Rache nehmen in H a g e n - S ch w e l m, sodaß auch im alten Wahlkreise Eugen Richters die von ihm so nachdrücklich bekämpfte Sozialdemokratie zum lachenden Erben würde. Sie hat eben „ein Schweineglück".
Das amtliche Ergebnis der Altenaer Reichstagsersatz- stichwahl ist folgendes: Haberland (Soziald.) 15 884, Klocke <Zentr.) 14 068 Stimmen.
Die „R o r d d. Allg. Z t g/ schreibt: Eine große Anzahl, bürgerlicher Wähler ist diesmal überhaupt zu Hause geblieben. Noch viel bedauerlicher aber ist, daß auch ein Teil direkt iür den Sozialdemokraten gestimmt hat. Daß die Einsicht und das Pflicht- bewußtsein jo vieler bürgerlicher Wähler in Altena-Iserlohn in dem betrübenden Blaße versagen würde, daß sie das Zentrum, das doch immer auf bürgerlichen und int wesentlichen nationalen Boden steht, einem Sozialdemokraten gegenüber als das größere liebet betrachteten, hätte wohl niemand oorauszusagen gewagt.
Die „Germania" sagt: Die ZenlrumSpartei hat in der Hauptwahl einen glänzenden Erfolg davongetragen und wenn sie in der Stichwahl unterlegen, so ist sie mit Ehren unterlegen, und sie hat damit viel größere Achtung und Ehre vor der ganzen Weit sich erworben als die bedauernswerte, klägliche Gesellschaft von -liberalen unb nationalen" Wächtern, die aus elendem, konfessio
nellem Hasse heraus der Sozialdemokratie ihre Landknechtsdienste geleistet hat. Vielleicht hebt diese Niederlage der Zentrumspartei in Altena-Iserlohn das Ansehen des ganzen Zentrums mehr, als es ein Wahlsieg getan haben könnte. Die leidtragende Partei wird nicht das Zentrum sein, sondern der Freisinn und d e r N a t i o n a l l i b e r a l i s m u s.
Aum Jass Korell.
Von einem „älteren Geistlichen" wird uns geschrieben :
Nachdem sich die Wogen, die der Fall Korell aufgewühlt, natürliche und künstlich erzeugte, etwas gelegt haben, erlaubt sich ein älterer Geistlicher einige Worte hierzu zu sagen. Zweifellos darf jeder Geistliche feine staatsbürgerlichen Rechte ohne Einschränkung ausüben. Das erlaubt ihm das Gesetz. Aber er darf nie dabei vergessen, daß die Verwaltung seines Amtes als Prediger und Seelsorger ihm vorsichtige Zurückhaltung auferlegt. Er soll ein Mann des Friedens sein und darum dem Parteistreit möglichst fern stehen. Er soll allen Gemeindegliedern ohne Unterschieb der politischen und sozialen Stellung die Friedensbotschaft des Evangeliums verkündigen. Daraus ergibt sich, daß er nach außen keiner Partei seiner Gemeinde agitatorisch sich anschließt. Er muß wissen, daß leider die Menschen Person und Sache nicht zu unterscheiden wissen. Eben darum ist es sehr bedenklich, wenn Geistliche in öffentlichen Versammlungen in und außer ihren Gemeinden auftreten. Das Wort des Apostels soll ihnen vor Augen stehen: „Es ist mir alles erlaubt, aber nicht alles frommt." Ich muß fragen: Woher nimmt denn ein Pfarrer, oer in soviel Wahlversammlungen spricht, die Sammlung her, Sonntags seiner Gemeinde etwas Rechtes zu predigen? Wie kann er den mannigfachen Pflichten als Seelsorger gerecht werden? Wie manchem Landwirt, wie manchem Geschäftsmann verübelt man es, wenn er anstatt seinem Berufe nachzugeyen, nur in Versammlungen das große Wort führt; wieviel mehr einem Geistlichen. Wenn nun das Gr. Oberkonsistorium im Fall Korell eingreifen wollte, so inußte es im Sinne des Gesagten sein. Dagegen hätte niemand etwas einwenden können. Trotzdem nimmt es sich sehr sonderbar aus, wenn nun evangelische Geistliche ihre Behörde in einer Weise kritisieren, wie es öffentlich geschehen ist. Wo bleibt dadie Achtung vor der Behörde? Wir sollen doch predigen Ehrfurcht vor der von Gott gesetzten Ordnung, und. Mer dieses aller .Scheu bare Benehmen von Dienern Christi. Ich möchte fast sagen, ,£ie Sozialdemokratie f)at b ereits an gefangen, die Geistlichkeit zu durchseuchen. Dagegen sticht sehr vorteilhaft die Mitteilung cch, daß die Behörde nur an dem dazu berufenen Orte — der Synode — Rede und Antwort stehen wird. Hoffentlich wird dort manch e m G e i st l i ch e n d a s Gewissen geschärft werden, und er wird sich dann die Frage vorlegen: Würde unser Heiland auch getan haben, wie ich getan habe?
Wie das „Darmst. Tagebl." hört, soll der Verlag der „Franks. Ztg." Pfarrer Korell angeboten haben, in den R e d a k t i o n s st a b der „Fr an ff. Z t g." einzutreten. Korell habe aber unter den obwaltenden Verhältnissen ab» gelehnt, obwohl sein Einkommen ganz bedeutend erhöht worden wäre.
po!ififd?c Tagesschau.
England als — Dreibundfreund?
Ungefähr um dieselbe Zeit, da das englische Ka- nalgesch wader in die Lübecker Bucht einlausen wird, soll die englische Mittelmeerslo tte in Fiume vor Anker gehen, Anfang September. Nach der Erklärung des englischen Ministers Sir Edward Grey sind F-lotten- besuche in fremden Häfen cm Akt der Höflichkeit gegen das betreffende fremde Land, keine politische Demonstration. Die Besuche König Eduards in Marienbad sind nicht Höflichkeit gegen Oesterreich-Ungarn, sondern von gesundheitlichen Rücksichten diktiert. Jetzt aber erfährt man, daß König Eduard zwischen dem 5. und 7. September in Wien eintreffen und zwei Tage verweilen wird. Kaiser Franz Josef trifft zurückkehrend von den Tetschener Ma- növern am 4 .September in Wien ein. Wahrscheinlich wird zu Ehren des Königs ein großes Galädiner mit Trinksprüchen stattfinden. Von Wien kehrt der König direkt nach London zurück, ohne also Berlin zu berühren. Daß er der Pate des jüngsten Hohenzollernprinzen wird, ist von englischer Seite bisher keineswegs bestätigt worden. Die Wiener Rede König Eduards ist also hochpolitisch, und politisch auch der engl. Flottenbesuch in Fiume. Man fühlt sich versucht, das auszulegen im Sinne einer Vermittlung Englands zwischen den Höfen von Wien und Rom. Bekanntlich wird auf eine Zusammenkunft Käiser Franz Josefs imb König Viktor Emanuels auch von anderer Seite, durch die Exkaiserin Eugenie, hingearbeitet. So bekäme das kluge England seine Hand in die Dreibundangelegenheiten, und es erwiese sich als „friedfertiger, uneigennütziger Freund"!!
Die Kaiserin Eugenie ist am Mittwoch abend in Ischl eingetroffen. Sie wurde vom österr. Kaiser und der Erzherzogin Marie Valerie auf dem Bahnhofe empfangen. Der Kaiser küßte der Kaiserin die Hand unb begleitete sie ins Hotel, wo sie eine halbe Stunbe verblieb. Das aus Berlin stammende Gerücht, als beabsichtige die Kaiserin die Verbindung einer österreichischen Erzherzogin mit einem Mitglied der italienischen Königsfamilie zustande zu bringen, entbehrt, wie heute aus Ischl gemeldet wird, jeder Grundlage.
Kirche unb Sozialdemokratie.
Ein ev angel. Geistlicher schreibt uns:
Bei der Liebedieneret mancher Christlichen gegenüber der Sozialdemokratie sei hier ein Vorgang erwähnt, ber ein eigentümliches Licht auf diese Sache wirft:
Als die große Michaelskirchc in Hamburg am 3. Juli nieberbrannte, ging durch die gesamte Bevölkerung der Stadt eine tiefe Trauer, und z-ugleich wurde der Gedanke laut: die Kirche muß wieder in ihrer alten Gestalt aufgebaut werden. Als nun in der Versammlung der sog. Bürgerschaft (soviel als Stadtverordneten- der Antrag auf Einsetzung einer Kommission gestellt wurde, die die Erbauung der Kirche in die Wege leiten sollte, stimmten dafür alle Vertreter — mit Ausnahme der sozialdemokratischen. Weiteres ist hier überflüssig.
rin- Schule.
M an schreibt uns:
Interessant war es, in einem Beleidigungsprozeß zweier Hamburger Lehrer, Folgendes zu hören: Bei der Beratung über Herausgabe eines Lesebuch für die Hamburger Schulen hatte ein Oberlehrer die Aufnahme eines Gedichtes von Liliencron beanstandet, welches Kaiser Wilhelm I. verherrlicht, und zwar nicht aus politischen, sondern aus pädagogischen Gründen. Er lehnte die Aufnahme ab, weil bie Mehrzahl der Schüler von sozialdemokratischen Familien stammen, und so wenig man in ein für katholische Schüler bestimmtes Lesebuch ein Gedicht, das Luther verherrlicht, aufnehmen dürfe, oder in ein für evangelische Schüler bestimmtes Lesebuch ein Gedicht, das den Papst verherrlicht, so wenig könne man in ein Lesebuch, das besonders Kindern sozialdemokratischer Eltern in die .Hände gegeben toerde, ein Gedicht aufnehmen, das Kaiser Wilhelm I. verherrliche. Wahrlich eine Pedanterie ohne Gleichen.
Seer nnd Flotte.
London, 11. Juli. Während bezüglich der Heeresreform im Kabinettsrat Einigkeit herrscht, gehen über die Reduktion des Marineetats die Ansichten auseinander. Freitag sollen die Marinekredite vor gelegt werden, worin der Bau nur eines Kriegsschiffes statt zweier der „Dreadnought"-Klasse vorgesehen war. Das Ergebnis der Seemanöver überzeugte jedoch ein hervorragendes Mitglied der Admiralität von der Notwendigkeit der Erbauung überlegener schnell fahrender Schlachtschiffe der „Dreadriought"-Klasse, sodaß der Kabinettsrat sich dahin entschied, die Vorlegung der Marinekredite zu verschieben, bis Einigkeit hinsichtlich des Marineprogramms unter den Ministern hergestellt ist. — Das Kriegsamt hat heute den ersten Band der amtlichen Geschichte über den südafrikanischen Krieg herausgegeben. Das Werk enthält unglaublich viel Fehler, falsche Namen und Daten. Es ist im Großen und Ganzen ein Versuch, die schuldige Kriegsverwaltung reinzuwaschen. So wird u. a. behauptet, daß die Buren 180 000 Mann im Felde gehabt haben, während festgestellt ist,, daß sie nicht einmal ein Drittel ber Präsenz gehabt haben.
Pari s, 11. Juli. Der Bericht des Kriegsministers über die Heeresergänzung im Jahre 1905 macht in der Kammer einen peinlichen Eindruck. Von 321929 Gestellungspflichtigen waren 10644 des Lesens und Schreibens unkundig, und 3489 konnten notdürftig lesen, doch nicht schreiben. Tauglich wurden nur 223 254 befunden, 7951 weniger als 1904. Davon sind 64813 wegen verschiedener gesetzlicher Befreiungsgründe nur zu einjährigem Dienst verpflichtet. Zur Kapitulation meldeten sich 982 Unteroffiziere und Soldaten, während, man bei Einführung des zweijährigen Dienstes auf 22 000 Unteroffiziere und 10 000 Soldaten als Kapitulanten rechnete.
Deutsches Reich.
Berlin, 11. Juli. Man meldet aus Tromsoe, 11. Juli: Der Kaiser traf heute Abend an Bord der „Hamburg" hier ein.
— Der Kais er hat nachstehende Kabinets ordre erlassen:
Ich habe meiner Pacht „Hohenzollern* am Tage der Geburt meines ersten Enkelsohnes den altdeutschen Marsch von Kämpfert als besonderen bei Flaggenparaden zu spielenden Präsentiermarsch verliehen zur Erinnerung daran, daß ich diesen Tag mit Offizieren und Besatzung meiner Pacht zusammen auf See verbracht habe.
— Zur endgiltigen Regulierung der deutschbritischen Grenze in Südafrika ist eine englische Kommission hier cingetroffen, die aus einem Major und drei Zioilmitgliedern besteht. Die Verhandlungen werden unter Vorsitz des Erbprinzeu zu Hohenlohe-Langenburg geführt. Diesem stehen als Beisitzer Hauptmann Schlabach und Leutnant Wiese, beide von der deutsch-ostafrikanischen Schutztruppe, zur Seite.
Posen, 11. Juli. Der ehemalige Akademierektor Prof- Kühne mann erhielt vom Reichskanzler ein Schreiben aus Norderney, dem wir folgendes entnehmen:
Kultur unb Politik stehen einander nicht, wie das häufig gerade in geistig hochstehenden Kreisen angenommen wird, als Uembe oder gar feindliche Lebensmächte gegenüber; jede Politik muß vielmehr kulturelle Ziele haben, und alle Kultur zeigt wieder die Tendenz, sich im nationalen Staate zu verwirklichen. Auch unsere Ost marken Politik wurde vergeblich sein, wenn nicht bie werbende Kraft unserer nationalen Kultur hinter ihr stände. Ich werde auch ferner dafür eintreten, daß in dem geistigen Kamps nm unsere Ostmark die besten Streiterin die Front geschickt werden.
Ausland.
Paris, 11. Juli. Die Kammer hat den gesamten Entwurf des Amnestiegesetzes angenommen.
Barcelona, 11. Juli. Die Polizei hat ein gegeu das Leben des ehemaligen Ministerpräsidenten Maura, der zurzeit auf Majorka weilt, gerichtetes Komplott entdeckt. Die nach den Balearen abgehenden Schiffe werden daher scharf überwacht._____________________________________
Aus dem parlamentarischen Außland.
Am Mittwoch wählte der Reichsrat eine Kommission zur Beratung des Gesetzentwurfes betr. Aufhebung der Todesstrafe. Von den 15 Mitgliedern der Kommission sind acht für, sieben gegen den Entwurf.
In Sebastopol wurde ein M ordanschlag auf den Kommandierenden des Schwarzenmeergeschwaders Admiral Tschuknin von einem Matrosen verübt. Dieser
Nr. 161
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Donnerstag 12. Julr 1906
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Aie heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.


