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4- Friedberg, 10. April. Die frühere Marlloftsche Teichmühle bei Köppern inl, Taunus bat der Verband
Die Wiener Hofburg in Frankfurt.
Mail schreibt uns aus Frankfurt a. M^, 10. April: Wir meinen, es war ein bißchen viel Ibsen, was wir in
beschloß, die Bergwerksgesellschaften um neue Verhandlungell auf Grund eines Tagelohnes von 7.18 Franks zu ersuchen. Die Ausständigen veranstalteten Straßenumzüge mit Fahnen unb Musik.
St. Etienne, 10. April. Der General-Aus stand ist trotz der Verhandlungen zwischen den Arbeiter-Delegierten und den Grubenbirektoren ausgebrochen. Die Arbeiter hielten eine Konferenz ab, an welcher über 4500 Arbeiter teilnahmen. In dieser Versammlung wurde ein Streilkoinitee ernannt und beschlossen, mit allen Mitteln zu verhindern, daß Arbeitswillige die Arbeit aufnehmcn. Die Behörden haben deshalb umfassende Sicherheitsmaßregeln getroffen.
Paris, 10. April. Der Präsident des Pariser Gemeinderats nahm das Anerbieten eines Dortmunder Gesangvereins, zu Gunsten der Opfer inCo urriöres in Paris zu singen, an.
mittlerer Iustizbeamten für Deutschland zum Preise von 85 000 Mark erworben und richtet sie gegenwärtig zu einem Beamtenheim ein. 3um Andenken an Das Unglück von Courriirres die silberne Hochzeitsfeier des Kaiserpaarcs wurde an dem
und die französischen Ausstände. Wirtschaftsball eine Marmorgedenktafel angebracht lind dem
LenS, 10. April. Gestern griff man das Zentrum des Heim der Namen „Kaiser Wilhelm-Heim" gegeben. Brandes an, der heute nachzulaffen begann rmd weniger Mit dem Umbau wurde im Winter begonnen und die Arbeiten Beunrllhigung verursachte. Drei Leichen wurden hellte nacht sind jetzt so weit gediehen, daß die Eröffnung des Heims in Billn-Montigny geborgen. Die Ingenieure beklagen sich spätestens am 1. Jllni zu erwarten ist. In den umfang- fortwährend über den Mangel an Nettlingsmannschaftell. reichen Gebäulichkeiten sind 52 Schlafzimmer eingerichtet, Lens, 10. April. Gestern nachmittag zogen Arbeiter- ferner ein großer Sveisesaal, Billardzimmer, Lesezimmer, Wirt- witwen, deren Männer getötet sind, mit einem MusikkorpL schastsräume lind Badezellen. Die ehemaligen Mühlräume und einer weißen Fahne an der Spitze vor die Wohnung sind zu einem Elektrizitätswerk benutzt, daS die Wasserkraft deS Direktors der Grübe von SatlalMlineS lind verlangteil be§ Mühlgrabens ausnutzt, für den Winter soll eine Dynamo- bie Herausgabe der Leichen ihrer Männer. Hieralif fand ein niaschine aufgestellt werden. Zu dem Heim gehören zehn Krawall zwischen den Weibern und Gendarmen statt. Letztere Morgen Land, das von der Verwaltung bebaut werden wird, wurden mit Steinen bombardiert und einige von ihnen f0 daß das Heim stets mit frischem Gemüse re. versehen ist. verletzt. Ein Garten soll, terraffenförmig angelegt an einem Berg-
Lens, 10. April. Der Kongreß der Bergarbeiter abhang, im Sommer als Gartenwirtschaft dienen. Ferner
ist auch ein größerer Teich vorhanden, der von dem Erlenbach gespeist wird. Er wird git einem Schwimmbad eingerichtet werden. Das Heim hat eine sehr schöne Lage im Tale des Erlenbachs am Eingang des in Touristenkreisen bekannten Köppernertals.
sd. Frankfurt a. M., 10. April. Vor etwa 14 Tagen starb hier im Alter von 67 Jahren der pensionierte kath. Pfarrer Walk. Er wohnte in einem bescheidenen Stübchen in der unteren Fahrgasse und lebte sehr bescheiden. 91(5 die Behörde den Nachlaß versiegelte, fand man 3 00 00 0 Mk. in Wertpapieren und Bargeld vor. Da der Pfarrer keinerlei Verwandte hatte, wurde das Geld einstweilen gerichtlich beschlagnahmt und die Behörde machte sich auf die Sliche nach etwaigen Erbberechtigten. Jetzt ist die Erbin gefunden unb zwar in Person einer außerehelichen Tochter des Pfarrers, die in Vaden an einen Eifenbahnbeamten verheiratet war unb jetzt noch als Witwe dort in bescheidenen Verhältnissen lebt.
Frankfurt a. M., 10. April. Da der loegen schwerer Urkundenfälschung und Unterschlagung verhaftete „Millionär" Peter PinkuS durchaus geständig ist, geht die von der Staatsanwaltschaft geführte Untersuchung ihrem Abschluß entgegen, sodaß schon Ende dieser Woehe die Anklage erhoben werden dürfte. Nach den neuesten Ermittelungen beträgt die unterschlagene Summe etwas mehr als 200000 M k., sie ist aber bis auf einen kleinen Betrag gedeckt worden. Dieser Tage wurde beim Konkursgericht ein Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens gegen Pinkus eingereicht.
. (Frkf. Ztg.)
* Kleine Mitteilungen nu? Hessen unb den Nachbarstaaten. In B e r st a b t bat sich ein Turnverein gegrünbet. — In Hungen würben felgende Herren in ben Ge' inemberat gewählt: Hch. Gg. Scheib mit 96, Friede. Will). Müller mit 94, Hch. Schmidt I. mit 75 Stimmen. Abgesiirnrnt haben 179 Wahlberechtigte. — Der Rechner der Spar- und Darlehens- lasse in Bad en beim, Slhlers, ist seit vorigen Freitag v e r- i ch w u n d e n. Alle Nachforschungen waren dis jet;t erfolglos. Alan glaubt, baß bem Manne ein Unglück zugestoßen ist.
Dem Feinde an Offizieren, Sanitätsoffizieren und höheren Wagen eines größeren GüterzugeS. Verletzt wurde Beamten 57, an Unteroffizieren 98, an Mannschaften 386, niemand, der Materialschaden ist erheblich, idas Verhältnis der Chargen zum Stamm verhält sich also wie 1 • 2,5. Verwundet wurden Offiziere usw. 78, Unteroffiziere 139, Mannschaften 481. Sehr auffallend ist die geringe Zahl der an Wunden gestorbenen (34) im Ser» Minis zur Gesamtzahl der Verwundeten (698).
trittst und Wissenschaft.
— KammersängerTheodorBertram, der bekannte Baritonist, ist vom 1. Sept. bs. Js. ab an das Frankfurter O v e r n Haus vervflicktei worben.__________ j
Unter bem Vorsitze des Geheimrats v. Stsümpell aus Breslau findet vom 23.-26. April der 2 3. K o nie - -f’ c “ Innere Medizin in München statt. Die V^handlungen des ersten Sitznngstages gelten der „Pathal ogie ber worüber Geheimrat Professor Fr. Kraus-Berlin unb ^rofessor^Tr. Kocher-Bern die Referate übernommen haben. Am i hanblungstage erstattet Professor Hering-Prag.ein fritt< über bic „Unregelmäßigkeiten der Herztätigkeit".
X Tein außeretatsmäßigen a. o. Professor für ( technischen und tektonischen Künste in der Hochbau-A Dresdener Technischen Hochschule Dr. phil. Roder unter Ernennung zum etatsmäßigen a. o.Prosesior bei für Geschichte ber kirchlichen Kunst erteilt worben. Kämmt ans Offenba ch.
schütteln von Teppichen ?c. nach der Straße. Wir hoffen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um diese Uebel- ftänbe zu beseitigen, erinnern aber gleichzeitig die Herrschaften an ihre Pflicht, auch den Dienstboten diese üblen Angetvohn- heiten zu untersagen, denn sonst dürfte unfehlbar ein polizeiliches Einschreiten zu erwhrten sein. ,
•• Besitzwcchsel. Schreinermcister Emil Schön verkaufte heute folgende 3 Häuser: 1. an Postassistent Dambmann daS Haus Wilhelmstraße 49 für 34 000 Mk., 2. an Dachdeckermeister KrauSkopf das Haus Brtichstr. 11 für 21000 Mk., 3. an Jnstallationsgeschäft A. P. Christo- phersen das Hatts Wilhelmstraße 47 für 40000 Mk.
•• D i e D a in v f w äs ch e r e i i m Hause wirb in Zukunft baut führen, daß die jetzt mit der Vornahme ber Wäsche für unsere fleißigen Hausfrauen verbunbene Arbeit sich aus ein Minimum reduziert.' Das war wohl ber Einbruck, den die leider nicht allzu zahlreichen Besucherinnen des am Dienstag nachmittag im Leibschen Theatersaal stattgefunbenen Vortrags über die Johns che Volldampf w a s ch m a s ch i n c mit nach Hause gebracht haben. Nach den Ausführungen deS Herrn Burkhardt bedeutet die Benutzung der Waschmaschine 75 Prozent Ersparnis an Zeit, Kosten und Arbeit. In 15—20 Minuten wirb die am Tage vorher eingeseüte Wäsche gleichzeitig gekocht, gedämpft, desinfiziert und gereinigt. Das jetzige Reiben der'Wäsche fällt fort und die dadurch bedingte Schonung der Wäsche bedeutet eine weitere wesentliche Ersparnis. Der Prcw ber Maschine ist bei einem Fassungsvermögen von 10 Hemden 30 Mk. ohne unb 50Mk. mit Oken, bei 18 öenibcn 35 und 55 Mk., bei 26 Hemden 40 und 60 Mk. usw. Tie Maschine kann aus bem eigenen'C?en unb auch auf jebem Kochherde verwendet werben. Sie vereinigt Wasserkoch- und Fruchteinkoch-Kessel, Babe-, Heiz-, Plätt- und Kochosen, Desinsektionsapparat. Betlsebernreimgung^ Maschine unb Fruchtdämpser, Wäschegesäß, Kinber-, Sitz- unb Fuß- Badewanne in sich. Die Malchine ist infolge ihrer praktischen Ver- wenbbarfeit, an der man sich gestern selbst überzeugen konnte, bereits weit verbreitet. Allein durch die Firma Kroll hier wurden •5. B. im vergangenen Jahr 200 Maschinen abgesetzt.
d. Lich, 11. April. Die Errichtung des vor kurzem vom Gemeinderat genehmigten Gebäudes der landwirtschaftl. Winterschule soll so gefördert werben, daß ber erste Unter- rtchtskursus im Winter 1906/07 darin stattsinben kann. Die Kosten sind von ber Stadt aufzubringen.
/\ Laubach, 11. April. Unsere neue Friedhofs- kapelle ist seit einigen Wochen in Angriff genommen und soll möglichst rasch fertiggestellt werden. Da die alte Kirche renoviert werden muß, soll der Gottesdienst während dieser Zeit in ber neuen FriedhofSkapclle abgehalten werden. Ebenso wirb der Bau einer Turnhalle noch in diesem Jahre ausgeführt werden. Beide Projekte werden nach ben Entwürfen des Vaurat Diehm in Gießen ausgeführt.
? Burkhards, 9. April. An einem Dieubauc brach heute ein Gerüst und mehrere Maurer stürzten ans beträchtlicher Höhe in die Tiefe. Ein Mann mit Namen Decken- bach aus Gebern trug schwere Verletzungen am Kopfe, ein anderer solche an der Hand davon. Rach Anlegung eines Verbandes durch Dr. Heid-Gedern brachte man den Schwerverletzten nach Hause.
§ Gedern, 9. April. Heute entgleiste auf der jüngst eröffneten Ne den bahnst recke in der Nähe des Viaduktes an der Straße nach Ober-Seemen der letzte
ber letzten Zeit burchzumacken hatten. Neulich beim Gastspiel bet Triesch zweimal Rosmersholm, heute ein Ensemblegastspiel des Wiener Burgtheaters H e b d a Ga b l e r. Die Vertreterin ber Titelrolle, Lotte Witt, ließ bas' Publikum, anfangs kalt; bas war aber mehr bic Schuld bcsl Dichters. Wir halten sie in ihrer vornehmen Umgebung sehen müssen, um zu begreifen, wie bedrückt ie sich in ihren kleinlichen Verhältnissen fühlen muß. Später, )a sie in ihrer Leidenschaft einen großen Zug erlangt, erwärmte ic auch 'daS Publikum. Ganz entzückend war Auguste^Wil- brandt Baud ins, die die schlichteste Figur pes Stückes, die Juliane TcÄnan, verkörperte. Frau Wilbrandt i geworden, seit sie durch ihre schönen Augen von de die Welt bezauberte, aber wie weiß sie zu sprechen .
terisiercn! Sehr gut waren der TesMann 'des Hern Nissen, der Eilert Lövborg des Herrn Devrient, auch der
Vach des Herrn G i m n i g. Heber alles Lob erhob n war das eine wirksame Zusammenfviet. I
Aus SiuSt uns
Gießen, den 11. April.
** Personalien. S. K. H. der Großhcrzog haben dem Pfarrer Wilh. Schwarz zu Nothfelbcrg (Nheinpsalz) die evang. Pfarrstellc zu Dexheim, Dekanat Oppenheim, übertragen. Ernannt wurde der Lehrer an der Realschule zu Wimpfen Carl Dotter zum Lehrer an ber Realschule zu Alsfelb unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer.
” Erledigt sind eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Groß- Gerau, sowie die Stelle des Känzleidiener8 bei der Großh. Oberrechnungskammer.
— Auf zwei oft gerügte Miß stände weist eine Bekanntmachung deS Polizeiamtes hin, zwei Nebelstände, die im Jntereffe der Bevölkerung nicht vorkommen sollten. DaS Verbot des Polizeiamtes betrifft das leichtsinnige Nnf- stellen von Blumentöpfen re. an Orten, an welchen Menschen verkehren, und durch deren Herabfallen leicht Be- schädignngen von Vassanten, spielenden Ktndern re. vorkommen können und zweitens daS überaus lästige AuS
erwähnten Kontraktes eine hnlbe Stunde Ian
Dienste geleistet hatte, dafür ein Honomr Diyi 2 4 000 Mark in Rechnung stellte.
* Ein Vorschlag zur Güte. Vom Ric er war
Giefrener Strafkammer.
)( G i e ß c n, 10. April.
Zwischen zwei Bewohneru von Wieseck, dem Landwirt E. B. unb dem Weißbinder K. D. besteht seit längerer Zeck ^cwb- schaft, deren Ursache ein Grundstück bildet. Wie schon öfters, so kam es kürzlich wieder zwischen den Genannten m einer Wirtschaft zu Reibereien, deren Ursacke Bemerkungen über das fragluue Grundstück von feiten des angetrunkenen D. waren. Im Verlaufe des Wortwechsels scklug B. seinem Gegner einen Spazierstock am den Kopf, daß das Blut floß, was ihn wegen Körperverletzung unter Llnklage brachte. Vor dem hiesigen Schöffengericht erfolgte seine Freisprechung, da Notwehr als vorliegend erachtet wurde. Zur Begiwudung des Freispruchs führte das Sckösfen- gericht an, daß der Angeklagte ein hilfloser leidender Mensch ist, der fick um so mehr auf einen Angriff des Gegners gesatzt in arbeit mußte, als dieser ein überaus kräftiger Mann ist. , Der Verletzte schloß sich als Nebenkläger an und erhob Berusung; er wies nach, daß der Angeklagte keineswegs in Notwehr war, da von seiner Seite ein Angriff nicht bevor,tand. Auf Grund der Beweisanfnahine. kam die Sttafkammer zur Verneinung der Notwehrsrage und verurteilte den Angeklagten unter Stattgebung der Berufung des Nebenklägers zu 15 Mark Geldstrafe.
Die Bäckerlehrlinge M. W. von Ober-Mörlen unb I. F. von St. Paul, unb der Hausdiener H. T. von Viechtach haben tn Gemeinschaft mit einem nunmehr flüchtigen Bäckergesellen einem Apotheker zu Bad-Nanheim, sowie verschiedenen SVaufteilten, teilweise unter Anwendung falscher Schlüssel, bezw. durch Ausbrechen von Behältern, Wein, Sekt, Rum, Südfrüchte, Seifen und Parfümerien, sowie Bürsten, Kämme und sonstige Gebrauchsgegen- stände gestohlen. In ihrem Ucbermut haben sie eine Fernsprechanlage 'durch Zertrümmern von Isolatoren zerstört, und m der Fortbildungsschule während des Unterrichts eine Fensterscheibe zertrümmert. Die Angeklagten gaben übereinstimmend glaubhaft a 11, zu sämtlichen Straftaten von dem flüchtigen Bäckergesellen nngeffiftet worden zu sein. Unter der Anklage des schweren und einfachen Diebstahls, des Mundraubs, der §.ehlerei unb der Sachbeschädigung verurteilte das Gerickt W. zu ■2 Monaten, 2 Wochen (fkfängnis und 10 Mark Geldstrafe: F. erhielt 2 Monate Gefängnis und zweimal 10 Mark Geldstrafe, während T., ber sich seither in Haft befand, in eine durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu erachtende Gefängnisstrafe von 5 Wochen verurteilt wurde. .
Wegen schweren Diebstahls war der löiahnge Bar- bierleln'ling G. S. von Butzbach angeklagt. Gelegentlich der Ausübung seines Berufs in ber dortigen Kaserne benutzte er bic Abwesenheit der Mannschaften, um einem Soldaten den Spind aufzubrechen. Nach seinen Angaben b-attc er sehr schlechtes' Handwerkszeug, das ihm trotz wiederholter Vorstellungen von seinem Meister nicht durch anderes ersetzt wurde. Da er wußte, daß sich in dem fraglichen Spinde eine Rasiergarnitur mit 6 Messern befand, so entschloß er sich dazu, sich diese anzueignen. Mit Rücksicht auf den unerheblichen Wert des Ge- üohlenen, der alSbald wieder ersetzt wurde, die Jugend und Unerfahrenheit, sowie seine Verlegenheit, die ihn zur Tat trieb, billigte ihm das Gericht in vollem Maße mildernde Umstünde zu unb erkannte auf eine Woche Gefängnis.
Der vielfach bestrafte KNeckt K. G. von Köddingen war in der Lauterbacher Brauerei tätig. Er plüiiderle zwei dort abgestellte Pakete mit Zigarren und den Koffer eines Metzgergesellen. Die letzten sechs Jahre hat er saft ausschließlich im Gefängnis zu gebracht: kurz vor Ausführuiig ber Tat ist er aus bem Gefängnis entlassen worden. Das Gericht War sich klar, daß nur eine erl-ebliche Zuchthausstrafe den Angeklagten treffen müsse, da er ein unverhesserlickxw Verbrecher ist. Es diktierte ilnn 3 I obre 6 Monate Zn ch t ha u s zu, svrach ibm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre ab und ei kannte auf die Zulässigkeit der Polizeiaufsicht.
des Königs.
* Ueb et amerikanische Anlvalts'ge schreibt man ans Newhork : In einem Verhör vor der Staatseisenbahnkommission in Albany über die jage von I. G. Wall in Brooklyn, welcher behauptet, das die von der Newyork City Railway Company der Staats, > kommission erstatteten Berichte nnrichtigerweise \\ der Höhe von 4 500 000 Dollars als Aktiva anffü ( die interessante Tatsache an die Oeffentlichkeit, V D. Cravath, der Anwalt ber Gesellschaft, für dasllufsetzen eines Kontraktes zwischen der genannten Gefells aft und der Metropolitan Street Railway Company die b 'inigkeit von 300 000 Mark als Honorar erhalten h<
Vermischtes.
* Der Mord in Rauen (Mark Brandenburg). Wir
meldeten kürzlich, daß in Rauen eine Frau K dem Verdacht des Gattenmordes verhaftet mrde trotz ihres Leugnens. Jetzt gibt die Frau zu, ihren Mann ermordet zu haben. Nach ihrer Angabe hat sich die Schreckenstat folgendermaßen zugetragen: Am Mittwoch abnd voriger Woche seien die Kornschen Kinder ermüdet von )er Arbeit gekommen. Nach ihrem Eintritte in daS Haus wll FrauK. die Haustür von innen verriegelt und sich ein Bel auf dem Hausflur bereit gelegt haben, um ben heimkehrechen Gatten :u erschlagen. Als der Vater nicht heimkehrte, egten sich alle zur Ruhe. Die Kinder schliefen fest, wäkend die Mutter keine cktuhe finden konnte. Gegen 12 Uhr habe der Heimiehrende an der Haustür Einlaß begehrt, totdürftig bekleidet will die Fran hinausgeeilt, das Beil ergriffen und die Tür geöffnet haben. Als der Mann durg die Tür treten wollte, habe ihn ein furchtbarer Hieb mit dc Scharfeite deS Beiles niedergestrcckt. Darauf tmH sre den mit dem Tode Ringenden in das .Haus gezogen Haien. Als sie infolge ihrer mangelhaften Bekleidung nun .4 fneren begann, fei sie ins Zimmer gegangen, um sich wcwcr an» zuziehen. Bald nach ihrem abermaligen Heranstjeten auf den Flur fei ihr Mann gestorben. Sie habe ns Blut abgefcnigen, die blutigen Sachen vernichtet odet versteckt und die Leiche in das Versteck gebracht, wo sie den "onners- tag über gelegen haben soll.
* Paris, 10. April. In Lazard fturzte watzend bc» Lautens die Kirchglocke ab, wobei ein Mann auf hr Stelle getötet, die beiden anderen schwer verletzt Eden. — Der Sohn der Schauspielerin Sarah Beriilpchd hat infolge einer Kritik des Kunstverlegers Wiindel, welche er als für feine Mutter verletzend betrackiete, dem Verleger seine Zeugen gesandt. Weindel erl rte, das; er nicht die Absicht gehabt habe, die Künstlerin u belei - digen und ließ dem Sohn der Künstlerin fem kjauern über ben Artikel ausdrücken. Darauf erklärten du Zeugen,
über den Artikel ausdrücken. Darauf erklärten dii _ daß nunmehr ein Grund zum Duell nicht mehrvorliege.
* 05 cn f, 10. April. Nach einem Privattelegraün wurde ber Bürgermeister Bastiii von Annemasse, eine Grenzstadt unweit Genfs, in der letzten Nacht Rückreise von Paris im Bahnzug zwischen Monte nar und Orange ermordet. Man hat von den Tätern Spur. Bastin führte Bahnbauten für die P is-Lyon- Mediterranee-Gesellschaft aus unb reifte regelm;ig dreimal monatlich nach Paris, um Gelder entgegen mehmen. Hiervon müssen bic Mörber unterrichtet gewesej
* „General" Booth, der alte „Oberstk bierenbe" der Heilsarmee, feierte am in London seinen 77. Geburtstag, und zwar in Palast, wo die enthusiastischen Szeneri einen neu< für die Popularität lieferten, deren sich der Greis erfreut. Ueber 30 000 Angehörige der „Armee" Uten sich zu dieser Feier in den riesigen Anlagen des versammelt. Der General hielt eine Rede, ut 1 erklärte, daß er trotz seines hohen Alters fem L-enswerk durchaus nicht als beendet betrachte, sondern da " vieles vorhabe. Und so scheint es tatsächlich auc „ denn im Laufe des Somniers wird Booth eine mci'wochige Motorfahrt durch den gaitzen westlichen Teil vor England unternehmen unb in jedem größeren Dorfe anhcien. Im Oktober bricht er dann zu seiner großen Oriens.ise auf, während welcher er besonders Sibirien unb Jap r zu bereisen gedenkt, um über Indien und Südafrika kommen. Am Nachmittag konzertierten nicht wc ~ 50 Kapellen der Heilsarmee tm Kristallpalast, ib 2000 Sänger beteiligten sich an dem Gesang der Chorä. Uobri- gens befanden sich unter den anwesenden „Ofsizic m" auch „Commissioner Tuff", die Schwester des Herzogs--" ey-c~ und Schwägerin der Princeß Royal, der älteste


