Ausgabe 
11.8.1906 Zweites Blatt
 
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen

VI w

Die Kaiserpfalz im Rhein soll nett ycrgerichtet und zu einem Museum für Rhein schiffqhrt verwendet werden.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen«

Aus Staat uns Luno.

ließen, den 11. August.

Die Anlage-Musik am Sonntag vormittag um 11.30 Uhr an der Süd-Anlage bringt folgenden Spielplan: 1. Beethooen-Ouvcrture von Lassen, 2. Ballsirencn-Walzer a. d. OperetteDie lustige Witwe^ von Lühar, 3. WotanS Abschied und Feuerzauber a. d. Walküre. 4. Armeemarsch 73 von dem Kronprinzen aus Italien mitgebracht, arra. von C. Krauße.

" Reisen nach Darmstadt in dritter Klaffe werden am billigsten, wenn man eine Rückfahrkarte nach Frankfurt nimmt (die einschließlich Steuer 4,10 Mk. kostet) und dann eine Rückfahrkarte Frankfurt-Darmstadt für 1,35 Mk. Man spart dadurch nicht blos die 6 Pfg. Fahrkartensteuer, sondern bei Benutzung von einfachen bezw. beschleunigten Personen­zügen den SchnellzugSzuschlag, dec für die einmalige Fahrt 25 Pfg. beträgt.

Gewitter gingen am 9. d. Mts. über einzelne Teile der Kreise Gießen, Friedberg und Offenbach nieder. Bei Eberstadt geriet durch einen Blitzschlag, wie uns von dort gemeldet wird, ein Fruchthaufen in Brand und ging in Flammen auf. In Dornholzhausen brannten infolge Blitzschlags, so meldet man uns von dort', die Scheunen der Landwirte PH. Schieferstein und Krämer nieder. In der Gegend von Butzbach richtete der das Gewitter begleitende Wolkenbruch im Felde beträchtlichen Schaden än. Die Frucht liegt wie gewalzt am Boden. In Butzbach selber waren die Straßen völlig überschwemmt und das Waffer drang vielfach in Keller und sonstige tief gelegene Räume. In Offenbach schlug der Blitz in den Schornstein eines Hauses, der beschädigt wurde, und fuhr weiter an einem Zinkstreifen entlang durch eine Küche der Mansarde hinab in den Erdboden. Eine Ver­zweigung desselben Blitzes schlug gleichzeitig in ein Sägewerk, wo er unter starkem Getöse in das Pflaster des Hofes fuhr, sodaß ein wenige Meter davon entfernter Arbeiter halb be­täubt zu Seite geschleudert wurde.

k- Münster b. Grünberg, 10. Aug. Vor etwa 14 Tagen wurde der Sohn des alten Bürgermeisters Guntrum, Heinrich Guntrum, mit knapper Majorität zum Ortsoberhaupt gelvählt. Gegen die Wahl hat nun die Partei des unter­legenen Kandidaten, des Beigeordneten, Berufung beim Kreis­ausschuß eingelegt. Es sind hier große Streitigkeiten aus­gebrochen, sogar die nächsten Verwandten bekämpfen sich. Der seitherige Bürgermeister hatte mit Rücksicht auf sein hohes Alter auf eine Wiederwahl verzichtet.

§ Queckborn, 10. Aug. Schwer verletzt wurde der Hüttenarbeiter Georg Herzberger von hier, der bei Wetzlar unter einen Rollwagen geriet; dieser ging ihm übers Bein und zerquetschte ihm den Fuß.

Bad-Nauheim, 10. Aug. Bis zum 9. Aug. sind 2 2 0 31 Kurgä ste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 5772 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 9. Aug. 1906 282 267 abgegeben.

-r-. Alsfeld, 10. Aug. Seit 10 Jahren besteht die Absicht, die altehrwürdige Walpurgiskirche, deren älteste Teile aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammen, wegen ihres verwahrlosten Zustandes einer gründlichen Renovation zu unterziehen. Die Pläne hierzu, von dem Architekten L. Hofmann zu Herborn entworfen, liegen seit 1992 vor. 1905 ist das Dach neu hergestellt worden. Die übrigen Arbeiten sollten 1908 in Angriff genommen werden. Zur Erlangung einer staatlichen Beihilfe zu den sehr erheb­lichen Kosten haben Gemeinderat und Kirchenoorstand im Juni eine Eingabe an Regierung und Stände gerichtet. Nachträglich hat der Gemeinderat beschlossen, die Renovie­rung auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Der Kirchenoorstand hat jedoch gegen diesen Beschluß bei der Behörde Verwahrung eingelegt, so daß zu hoffen nst, daß das lange geplante Werk doch in nicht allzu ferner Zeit zur Ausführung gelangen wird.

Kastel, 10. Aug. Bürgermeister Löffelholz hat der Bürgermeisterei seinen R ücktr itt zum 1.Oktober angezeigt, obgleich er noch bis zum Jahre 1910 gewählt ist. Er hat nahezu 10 Jahre der Bürgermeisterei, die bei seinem Amtsantritt bedeutend einfacher zu verwalten war als jetzt, vorgestanden. Erst allein im Kreise, des Gemeinderats, später mit dem Beigeordneten Rosendorn zusammen; anfangs in unbesoldeter Gl)renstellung, zuletzt mit einem Gehalt von 4800 Mk. Mit der Zeit nahm die Arbeit mehr und mehr überhand, sodaß Löffelholz in feinem Erwerb als Architekt behindert war. Inzwischen trat die Auflassung der Festungs­werke ein und es entstanden mancherlei Unzuträglich­keiten und Unzufriedenheit in der Bürgerschaft. Es zogen auch mehrere Sozialdemokraten in den Gemeinderat ein. An ihrem Widerstand scheiterte der Antrag des Bürgermeisters, den Beigeordneten Rosendorn dauernd anzustellen. An allen Handlungen der Bürgermeisterei wurde scharfe Kritik geübt, und in manchen Sitzungen des Gemeinderats gab es bald mehr Interpellationen, als Punkte auf der Tagesordnung standen. Ein Hauptfehlschlag war cs jedoch erst in allerletzter Zeit, daß der Gemeinderat gezwungen war, um einem Still­stehen des Elektrizitätswerkes vorzubeugen, eine Maschine für den Preis von 30 000 Mk. zu kaufen, die ihr einige Monate zuvor 15 Prozent billiger von derselben Fabrik angeboten worden war. Damals verzögerte sich der Abschluß, was nun mit 15 Prozent Aufschlag bezahlt werden mußte. Die eimgen Widerwärtigkeiten, denen er begegnete und feine nicht allzu feste Gesundheit haben ihn den Entschluß soffen lassen, von seinem Posten zurückzutretcn. Die meisten Aussichten, sein Nachfolger zu werden, hat der Beigeordnete Rosendorn.

Dorlar, 10. Aug. Wegen Bigamie ivurde gestern abend der Fuhrknecht Ludwig Richter verhaftet und in das Gerichtsgefängnis zu Metzlar eingeliefert. Es hat sich heraus» gestcllt, daß Richter, dec vor ca. 8/4 Jahren hier eine Witwe ehelichte, bereits auswärts verheiratet ist. (Wetzl. Anz.)

fc. Wetzlar, 10. Aug. Die Nachfra ge nach Schweinen ist gegenwärtig so groß, wie sie noch nie ge­wesen ist. 7 Wochen alte Ferkel werden durchschnittlich mit 45 Mk. das Paar bezahlt. Ein Vierteljahr alte Ferkel kosten im Paar 80 Mk. und mehr. Besonders stark ist die Nach­frage nach Schweinen zur Winterschlachtung. Das Stück stellt sich auf 80 bis 90 Mk.

Vermischtes.

*E in netter Barer muß, wie <rus Newyork gemeldet wird, ein Zirkus be sitz er au5 Hagerstown fein, der seine eigene Tochter in ein Affen feil einge- nah t und an einen Pflock gebunden alsGorrll a- Mädchen von den Philippinen" ausstellte. Er hielt vor dem Publikum Vorträge über diesesBindeglied zwischen Assen und Mensch" und wars dem Mädchen dabei von Zett zu Zeit Fleischstüüe zu, welche dieses mit fürchterlicher Gier erfaßte und hinunterschlang. Es riß das rohe Fleisch mit den Zähnen auseinander und stieß dabei die wildesten Töne

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Politische Lagesschau.

Der preußische Landwirtschaftsminister hat an die Landw-irtschaftskammern ein Rundschreiben ge­achtet, in dem zur Sicherung der Fleischversorg- u n g die Erwartung ausgesprochen wird, daß die Lcmdwirt- schaftslamniern der Entwicklung der heimischen Viehzucht aus allen Gebieten dauernd die größte. Aufmerksamkeit schenken und angestrengt daran Mitarbeiten, die im vorigen Jahre zutage getretenen und auch jetzt noch nicht überall behobenen Schwierigkeiten in der Fleifchverforgung zu be­seitigen, um ähnlichen Vorgängen für die Zukunft dor- zubeugen. Der Minister benutzt diesen Anlaß, die Land- wirtschaftskammern aus einige Erscheinungen in der Ent­wicklung uns erer Vielszucht aufmerksam zu machen, die für die künftige Gestaltung der Fleischprvduktion Be­achtung erheischen. Er führt aus:

Die Schwei ncbe st ände sind, wie kaum zu bestreiten ist, zur Zeit in geringerem Tlfl&e als früher wider ftands- fähig und den Gefahren ansteckender Erkrankungen gewachsen. Daß diese Erscheinung in erster Linie mit der steigenden Vereoel- ung und dem Streben nach höchster Leistung im Zusammenhang siebt, soll zugegeben werden. Zum nicht geringen Teil ist sie aber auch darauf zurückzuführen, daß vielfach eine Be­triebsweise eingeführt worden ist, diein demStre- b e n n a ch r a s ch e m U m s a tz des in der Schweinehaltung an­gelegten Kapitals die Konstitution der Tiere nicht hin­reichend berücksichtigt und ihre Wachstumsanlagen nicht vollkommen zur Entwicklung und wirtschaftlichen Ausnutzung gelangen läßt. Durch frühzeitige Verabreichung von Futtermitteln, die eine reichliche Ablagerung von Fett in den Geweben erzeugen, und durch ausschließliche Stallhaltung und mangelnde Bewegung im Freien wird die Lebens- euergie der Tiere schon im jugendlichen Alter beeinträchtigt. Dies muß eine etwaige spätere Benutzung solcher Tiere zur Zucht benachteiligen Es wird ferner auf eine Regelung des Marktverkehrs mit Ferkeln und Läu­fer schweinen mehr als bisher hingewirkt werden müssen. Durch rechtzeitiges Erkennen und Schaffung etwa fehlender Absatz­gelegenheiten, durch Erleichterung des unmittelbaren Ver­kehrs zwischen Züchterei und Mästerei, durch einwandfreie regelmäßige Notierungen usw. kann manches dazu beigetragen werden, daß in Zeiten stärkeren Angebots ein Sinken der Preise für Jungschweine unter eine gewisse Mindestgrenze und bei schwächerem Angebot ein Aufschnellen der Preise auf eine die Mast nicht mehr lohnende Höhe nicht in dem Maße eintritt, wie dies leider in den letzten Jahren in ziemlich regelmäßiger Wieder­kehr der Fall gewesen ist. In einem früheren Erlasse wurde Däs Augenmerk der Kammer schon darauf gelenkt, daß in der Mindviehaufzucht auf eine größere Ausnutzung der Entwicklungs- «anlagen der neugeborenen Kälber im Interesse der Vollsernährung hingewirit werben müsse. Es sind vornehinlich die Abmelke- Svirtschasten in der Nähe großer Städte und Industriezentren, die jährlich eine große Anzahl von Kälbern in ganz jugendlichem Filter zur Schlachtung liesern, obgleich dieses Material durch, eine Mästung von nur wenigen Wochen ein sehr viel größeres Mehrgewicht für die Volksernährung liefern könnte, teils auch, was noch erwünschter ist, zu Zuchttieren herangezogen werden tonnte. Die Landwirtschastskammern müssen über die Produktion mnd den Absatz des Viehes in ihren Bezirken auf das ge- maueste unterrichtet sein, wenn auf diesem Gebiete etwas Ersprieß­liches geleistet werden soll.

N a ch b a r st a a t e n. Freitag nachmittag verunglückte im Rangier- bahnhof des Hauptpersonenbahnhoss, in der Nähe der Kommando­brücke der Strecke Fr a n k f u r t-Bockenheim der 82 Jahre alte Rangierer Johann K n o t h. Er mar mit dem Rangieren des. Gießener Perfonenzugs befchästigt, blieb beim Ueberfcyreiteu der Gleise mit einem Fuß in der Weiche stecken und wurde vom Zuge erfaßt. Das eine Bem wurde am Knöchel abgefahren, das andere Bein schrecklich verstümmelt; außerdem erlitt der Unglück­liche schwere Verletzungen am Leib. Er wurde durch die Rettungs­wache nach dem städtischen Krankenhaus verbracht, wo er einige Minuten nach seiner Einlieferung starb. Knoth hinterläßt eine Witwe mit zwei kleinen Kindern. Der Vertrag mit der Regierung wegen Einführung der Gruppenwasser-Versorgung der Lauter in das städtische Reservoir wurde von der letzten Fried­berger Stadlverordnetensitzung erledigt. Der Besitzer des Dampskarussels Sehnig aus Schotten, der der Verladung seines KarusselS aus dem Güterbahnhof zu Mainz beiwohnte, wurde von einem Zuge ersaßt und mit solcher Gewalt auf die Schienen geschleudent, daß er sofort t o t war.

Die Zerstörung der St. Michacliskirche in Hamburg und die Rettung derPfalz"' bei (5aub.

Von Patentanwatt Reutlinger, Frankfurt a. M. (Nachdruck ohne Genehmigung des Verfassers verboten.)

Die Hamburger Berussfeuerwehr, eine der besten der Well, mit auserlesenen Löschrnttteln reichlich versehen, von un­erschrockenen, gebildeten und prattisch erfahrenen Offizieren ge­führt und bis zum letzten Mann im Kampfe mit dem Feuer wohlgeübt, stand am 3. Juli geraume Zeit einem vor ihren Augen mehr und mehr wachsenden Feuer fast machtlos gegen­über. Und sonderbar, als der Brand eine Ausdehnung ge­wonnen hatte, die ein zweites 1842*) befürchten ließ, 5a gelang es der Feuerwehr in verhältnismäßig kurzer Zeit, das Riesen­feuer niederzukämpsen. Freilich war das Endergebnis kein be­friedigendes. Auch die Hamburger Feuerwehr erblickt gleich allen Berussfeuerwehren ihre vornehmste Ausgabe nicht in der Feuer­bekämpfung, sondern in der Verhütung: die Michaels- k i r ch e aber und zahlreiche Gebäude ihrer Umgebung waren vernichtet, zwei Menschenleben waren verloren.

Ich meine, daß der Brand der Michaelskirche verhütet worden wäre, wenn man diejenigen Vorsichtsmaßregeln beobachtet hätte, die Sage und Beschaffenheit der Arbeitsstelle und die Art der Arbeiten, die den Brand verursachten, erforderten. Offenbar sind an dem leicht entzündlichen Bauwerke, das bald nach dem Ausbruch des Feuers wie eine Fackel brannte, feuergefährliche Hantierungen vorgenommen worden und Vorsichtsmaßregeln wären umsomehr am Platze gewesen, als im Fälle eines Bran­des ein rasches und wirkungsvolles Eingreifen der Gesanttseuer- wehr ausgeschlossen war. Zu den gedachten Vorsichtsrnaßreglen gehören: Die Beaufsichtigung der Arbeiter und die Bereit- Haltung Heiner Löschmittel. Warum diese naheliegenden Maß­regeln unterblieben sind, das ist aus den vorliegenden Be­richten nicht ersichtlich, doch trifft die Feuerwehr, die fein dies­bezügliches Aufsichtsrecht besaß, auch ohne Vermehrung ihrer Kopfzahl in Anbettacht der Größe Hamburgs kaum imstande sein dürste, allen nach dieser Richtung etwa an sie herantrelen­den Ansprüchen nachzukommen, keine Schuld.

Wie segensreich aber die Bereithaltung auch unscheinbarer Löschmittel zu wirken vermag, das lehrt überzeugend der am 1. August ausgebrvchene Brand der historischen, auf einem Felsen mitten int Rhein gelegenenPfal z" bei Caub.

Es wurde berichtet, daß diePfalz" vom Blitz entzündet, ein Raub der Flammen geworden fei. Dem war aber nicht so. Der wackere Burgwärter und Führer der Staatsfähre Wil­helm Pfaff ruderte, als er nach dem ersten Blitzschläge eines über den Rhein ziehenden Gewitters vom Ufer aus sah, daß diePfalz" brannte, von wenigen beherzten Hcännern begleitet, des Gewittersturmes ungeachtet nach derPfalz", um zu löschen und zu retten. Ein paar Wassereimer waren zur Hand und rasch gefüllt, aber ihr Gebrauchswert war gleich Null. Nicht nur waren sie auf den beängstigend engen Treppen nur schwer zu befördern, sie waren auch in dem dichten, an mehreren, räumlich getrennten Stellen brennenden Hol',werk kaum zu handhaben. Was von ihrem Inhalte auf der Treppe und beim Zureichen nicht ötrschüttet wurde, das floß beim Ausgießen größtenteils daneben.

Glücklicherweise hatte ein BezirkZverein des Vereins deutscher Ingenieure**,> gelegentlich eines auf derPfalz" abgehaltenen Sommerfestes, zum Dank dafür, daß die Regierung die Ver­anstaltung auf der Pfalz gestattet hatte, der ehrwürdigen Burg eilten Handseuerlöscher gestiftet und mit diesem Apparat***) be­wirkten die Retter die Erhaltung der Pfalz. So schwach der Strahl dieses Heinen handlichen Apparates erscheint, so leistete er doch, Dank des hohen Druckes, unter dem er austritt, in der Hand der kühnen Männer vortreffliche Dienste und ehe sein Inhalt gänzlich verspritzt war, war die Gefahr beseitigt. Die Sauber Feuerwehr es ist eine freiwillige und eine Pflichtfeuer- wehr am Platze brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten.

* ) Vom 5.8. Mai 1842 zerstörte in Hamburg der bekannte große Brand 75 Straßen mit 4219 Gebäuden, darunter drei Kirchen und mehrere andere öffentliche Gebäude. 20 000 Menschen wurden obdachlos.

* *) Meines Wissens der Mittelrtzeinische Bezirksverein Koblenz.

**) Es ist der bekannteMinimax"

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Freitag nachmittag verunglückte ba()n()of des Hauptpersonenbahnhoss, in oer Nähe der

barkeit^alle Wünsche der Frauen zu erfüllen, ging unter Beifallssturm durch die Reihen der Versammlung der Ruf: Die edlen finnischen Männer mögen leben."

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Ein englischer Kolonialskandal.

Nach dem soeben erschienenen Geschäftsbericht des engl. Äolonialamtes für das Jahr 1905 haben Offiziere in leitenden Stellungen bei den Kolonialliefer- ttngen ausgedehnte Unterschleife begangen. Ihr Worgehen wurde von den untergeordneten Beamtenorganen unterstützt, sodaß sich ein ganzes System von Durch­stechereien und Betrügereien entwickelte. Der Ko­lonialarmee wurden Waren geliefert, die niemals bestellt worden sind. Mit den beteiligten Kaufleuten wurden betrügerische Kontrakte ab­geschlossen. Die O f fiz i er e herunter bis zum Unteroffizier nahmen Bcstechungs- und Schweigegelder von Lieferanten an, die für minderwertige Waren enorme Rechnungen aufstellten. Kompromittierende Rechnungen und Dokumente wurden gefälscht oder ver­nichtet. Auf diese Art ist die Regierung um über 40 Millionen Mark geschädigt worden. Die englischen Blatter fordern strenge Bestrafung der Schuldigen ohne Rücksicht auf Person und Amt und stellen noch weitere Enthüllungen in Aussicht.

Reuters Bureau, das offiziöse engl. Pceßbureau, gießt natürlich sofort beruhigendes Wasser in die Mammen der Aufregung. Es behauptet, es handle sich um eine längst bekannte Angelegenheit beim südafrikanischen Kommissariat, worüber bereits die Kommission unter dem Vorsitz des Ge­nerals Butler vor Jahresfrist berichtet hatte. Der jetzige Bericht der königl. Wmmission bestätige teilweise Butlers Enthüllungen Ü6_er die Un fähig keit britischer In­tendantur offiziere, erkläre aber, daß ttotz der in­folge der Unfähigkeit erlittenen Verluste kein Beweis für Bestechung von Offizieren vorliege, ausge- riommen bei vier Offizieren, welche Beträge bis zu 200 Lftt. von Lieferanten erhielten. Die Kommission fmde bte Butlerschen Angaben übertrieben und erkläre, der Gesamtverlust in 22 Monaten nach dem Friedensschluß betrage 3/^ bis I1/4 Millionen Lstr.

Vom Frauenkongreß in Kopenhagen.

Auf dem Internationalen Kongreß für Frauenstimmrecht, der gegenwärtig m Kopenhagen tagt, hielt die Predig erin Shaw einen Vortrag, in dem sie die Scywierigkeiten, die der politischen Emanzipation der Frau in Amerika entgegenstehen, schilderte.

Im weiteren Verlaufe ihrer Ausführungen entwarf sie ein Wild der Allianz für Fräsen ft immrecht in den Ver- £ äugten Staaten. Zweck der Vereine ist, den Frauen das poli­tische Stimmrecht zu verschaffen, auch fteht die gleichartige Erziehung von Frauen und Männern und die For- d°-rung gleicher bürgerlicher Rechte für beide Geschlech­ter auf dem Programm. 10 bis 20 Frauen sind ständig als Vor- tnagende, Organisatorinnen, Schriftführerinnen usw. tätig.Wir falben", so führte sie aus,die Arbeit begonnen und wollen sie micht aufgeben, solange es noch ein einziges amerikanisches Weib giibt, das nicht frei ist."

Eine besonders gehobene Stimmung lag über dem Vortrag ,Unser Sieg" von Anna Fnrühjelm aus Finnland; bei iDrer Ausführung, sieben Jahre hindurch hätten die Frauen in Wnnland den Männern geholfen, den großen polttischen Brand z:il löschen, und deshalb, suchen nun die Männer aus Dank­

[erfelte Schneiderin nimmt noch Kundschaft an in und außer Hause. Geht auch nach auswaril ah.Franksurl.Stt.61,111. Ml

15-20000 Hari

1. Stelle auch auf Orte p 111t ober al§ 2. Hypotheken e Ldsell cmyüeyn.

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30000 Matt

'1 Hypothek zu

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Michtztz /Meyer, »chreinermeii-er,

'Mma Lösen von 120&1 t/, abzugeben. Offerten unter an die Expedition erb, iestkätiscSge n neuerbauten Haufern von 00, 6000 unb 8600 Mk. ju 4°/, »ugeben. Schrift! Anfragen u 29 an den Gieß. Anz. erdeter.

Nr. 187 Zweites Blatt 156. Jahrgang Samstag 11. August 1906

Erscheint täglich mit Ausnahme de? Sonntags. Q

DieGießener Zamllienblätter" werden dem B MM D (/ F ND ® & H

Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der i&k gl M W, K ss/tX CT D M M df

hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal w' IS w M v gj